medien

Darfs ein bisschen weniger sein? Oder: Neues zum Niedergang des Qualitätsjournalismus

Dr. Alexander von Paleske —- 21.6. 2009 — In Wolf Schneiders Buch „Die Gruner und Jahr Story“ aus dem Jahr 2000 findet sich eine Begebenheit aus dem Jahre 1993.
Der Weltkonzern Unilever verhängte 1993 einen Anzeigenboykott gegen den STERN, weil er sich über eine Geschichte in der Zeitschrift GEO, auch aus dem Hause Gruner und Jahr, wie der STERN, geärgert hatte. Titel :“Du darfst nicht alles glauben“
Viermal hatte der GEO-Autor den Namen UNILEVER genannt. In einem fürchterlichen Verriss der „Light Food Mode“ der „grandiosen Erfindung das Sattwerden teurer zu machen“.

Der damalige Chefredakteur der GEO, Funk, wurde zu dem Gruner und Jahr Vorstand Schulte- Hillen gerufen, der nach einer kurzen Diskussion „Stimmt die Geschichte?“ und neuerlichem Lesen des Artikels in meckerndes Lachen ausbrach „Wenn wir uns solche Geschichten nicht mehr leisten können, dann macht das Geschäft keinen Spass mehr“.

Zunehmende Abhängigkeiten
Man muss sich ernsthaft fragen, ob ein Verleger heute auch in vergleichbarer Lage in ein meckerndes Lachen ausbrechen würde. Man muss das vielmehr ernsthaft bezweifeln. Denn die Abhängigkeit der Printmedien ist nicht nur grösser geworden, sondern die Printmedien sind offenbar bereit, von den hehren Prinzipien des Journalismus gewaltige Abstriche zu machen, nur um den Anzeigenkunden zu Diensten zu sein. Das kann nicht gutgehen.
In mehreren Artikeln haben wir uns bereits mit dem Niedergang des Journalismus in den Printmedien beschäftigt.

– Weniger Journalisten pro Printmedium die Stück für Stück zu Contentmanagern werden

– Investigativer Journalismus die Ausnahme, zu zeitaufwändig und zu kostspielig

– Schliessung von Auslandsbüros und Rückgriff auf Nachrichtenagenturen und das Internet

– Vermeidung der Verprellung von Anzeigenkunden durch Artikelabschwächung oder Fallenlassen von Artikeln, die Anzeigenkunden missfallen könnten.

Der letzte Hit: Sonderwerbeformen
Zu dieser langen Liste des Abschieds vom Qualitätsjournalismus kommt jetzt ein weiterer Kniefall vor den Anzeigenkunden hinzu: Sonderwerbeformen, Anzeigen, die wie journalistische Artikel aufgemacht sind.

In einem Artikel hat sich nunmehr auch die „ZEIT“ des Themas angenommen,“Nichts ist unmöglich“, ZEIT 24 vom 4. Juni , S.27 von Goetz Hamann und Anna Marohn.

SPIEGEL, ZEIT, FOCUS und andere Printmedien druckten Anzeigen, die journalistischen Artikeln zum Verwechseln ähnlich und nicht sofort klar als Anzeigen zu erkennen waren bzw. fügten „Dossiers“ bei, die erst auf den dritten Blick als Anzeigen zu identifizieren waren
Ganz abgesehen von den Artikeln, die Objektivität im Hinblick auf Anzeigenkunden vermissen lassen.

Anzeigen und Märchen

Anzeigen in den Medien lenken die Aufmerksamkeit auf ein Produkt, die dazu gelieferte Information wird von den Lesern in der Regel als das angesehen, was sie ist: Marktschreierei ohne substantiellen Informationswert, eben eine Produktpromotion.

Dem soll jetzt Abhilfe geschaffen werden, durch Anzeigen, die wie Artikel aussehen, aber keine sind. Scheinbare Objektivität durch Täuschung.

Offenbar reichte es den inserierenden Firmen nicht mehr, bloss in bunten Farmen präsent zu sein, die Sauce der Scheinobjektivität musste noch darüber gegossen werden. Offenbar sehen viele Medien darin den einzigen Ausweg, Anzeigenkunden, die reihenweise in das Internet abwandern, bei der Stange zu halten.

Der Niedergang des Qualitätsjournalismus und der Niedergang der Printmedien wird dadurch nicht aufgehalten, sondern vielmehr beschleunigt.

Printmedien verkommen tendenziell zu Anzeigenblättern.

Dass selbst Medien wie SPIEGEL und ZEIT sich nicht scheuen, zu „Sonderwerbeformen“ zu greifen, ist ein Skandal.

Untergang des Qualitätsjournalismus? – oder: Josef Joffe und seine Albträume
Josef Joffe und das Gespenst des drohenden Todes der Tageszeitungen
Rettet Rupert Murdoch den guten Journalismus?
Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung
Alles frei?– oder: Der Streit um das Urheberrecht und seine Vergütung
Der Fall Susanne Klatten und die Presse</
Der Fall Susanne Klatten-eine Nachlese

afrika

Eine Peanut Reise – Simbabwes Premier Morgan Tsvangirais vergebliche Bitte um Milliardenhilfe

Dr. Alexander von Paleske – Simbabwe braucht 12 Milliarden US Dollar Entwicklungshilfe, um die durch Mugabes Politik völlig ruinierte Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
Er erhielt, gemessen an diesem Bedarf, Peanuts.

US-Präsident Obama versprach weniger als 100 Millionen US Dollar und in Deutschland versprach Angela Merkel nur etwas mehr als 20 Millionen Euros.

Versprechen nicht eingehalten
Jahrelang haben die Regierungen Europas und der USA Regime-Change in Simbabwe gefordert, mit dem Versprechen, dann grosszügig Hilfe leisten zu wollen.

Nun ist Tsvangirai Premier, aber das ist offenbar nicht ausreichend. Solange Mugabe Präsident ist, will niemand wirkliche Unterstützung leisten. Eine heuchlerische Haltung, die zum Bumerang werden könnte.
Tsvangirai war zu der Reise in die USA und nach Europa aufgebrochen in der Hoffnung, signifikante Hilfszusagen zu erhalten. Dies würde nicht nur Simbabwe und seiner Bevölkerung helfen, sondern auch Tsvangirais Position stärken.

Rückkehr der Hoffnung
In Simbabwe gibt es wieder Hofnung, zum ersten Mal seit dem Jahre 2000, das konnte ich in vielen Gesprächen an diesem Wochenende anlässlich eines Besuches in Bulawayo feststellen. Die allgemeine Meinung ist „The worst is over“.

Die Verweigerung von signifikanten Hilfszusagen hat nun stattdessen Tsvangirais ohnehin prekäre Position weiter geschwächt und zwar sowohl gegenüber Mugabe und seinen Parteigängern, als auch gegenüber der Bevölkerung , deren Hoffnung auf Besserung sich ohne finanzielle Hilfe von aussen alsbald als Fata Morgana, als Trugbild herausstellen könnte.

Mugabe dürfte wohl alsbald wieder nach China aufbrechen, um von dort wesentlich weiter reichende Hilfszusagen erhalten. Denn dies würde voll auf der Linie der Volksrepublik China liegen, sich Zugang zu den Rohstoffquellen Afrikas zu sichern. Mit einer solchen Zusage, so sie denn kommt, könnte Mugabe dann behaupten, er habe die Wirtschaft wieder flott gemacht.

Wenig Verständnis findet die Haltung der USA und Europas auch in den Nachbarländern Simbabwes, also Südafrikas und anderen Staaten der Entwicklungsgenmeinschaft des südlichen Afrika, SADC.
In einem Leitartikel der Tageszeitung Botswanas, Mmegi, vom 16.Juni heisst es unter der Ueberschrift
„The Zimbabwe Project should not be abandoned“

„We salute Tsvangirai for his practical approach and dedication after joining the Government of National Unity (GNU). He deserves Credit for redirecting his energies to the economic reconstruction of his country when he had no hand in its destruction

Mit der Verweigerung grosszügiger Unterstützung spielen sie letztlich in die Hände Robert Mugabes. Der Plan der Regierungsclique ist es, die Wirtschaft durch die MDC wieder in Gang bringen zu lassen, um Tsvangirai dann wieder loszuwerden. Eine Stärkung der Position Tsvangirais würde diesen Plan durchkreuzen.

Machtkampf in der ZANU
Währenddesssen geht der Machtkampf in der Mugabe-Partei ZANU um dessen Nachfolge weiter. Offensichtlich versucht die Fraktion um Emmerson Mnangagwa die bisherige Vizepräsidentin, die jüngst Gold und Diamanten in die Schweiz versuchte zu verkaufen, wir berichteten darüber, zu entmachten.
Eine Oppah Muchinguri aus Mnangagwas Lager soll stattdessen den Posten der Vizepräsidentin einnehmen.
Mugabe freut sich über derartige Machtkämpfe, weil es ihm die Möglichkeit eröffnet, weiter im Amt zu bleiben.

Divide et impera, teile und herrsche, das wussten schon die Römer.

Der Vizepräsidentin Mujurus (be)trügerischer Goldschatz
Simbabwe: Kein Attentatsversuch auf Premier Tsvangirai
Keine finanzielle Unterstützung für Simbabwes neue Regierung – neue Regierung zum Scheitern verurteilt?
Simbabwe: Cholera-Epidemie und Tod im Gefängnis
Simbabwe – Auferstehung aus den Ruinen?
Ein fauler Kompromiss wird Wirklichkeit</b
Simbabwe – Mugabe plant Terrorwahlkampf
linkSimbabwe: Erfolg des Terrors, Mugabe bleibt Präsident
Simbabwe: Mugabes Terrorkampagne erreicht neuen Höhepunkt
linkSimbabwe: Mugabes Umzug in Paradies

vermischtes

Wahlergebnisse im Iran: Welches Schweinderl hättens denn gern?

World Content News – Süßer die Propaganda-Glocken nie klingen: Wenn man sich aber in der westlichen demokratischen Presse darüber informieren möchte, wie die Wahl denn offiziell oder nach Zählung der Opposition nun genau ausgegangen sei, muss man sich fusselig suchen. Kein Wort darüber, dass neben Ahmadinejad und Mussawi noch zwei weitere Kandidaten zur Auswahl standen. WCN ist in die Informationslücke gesprungen und dokumentíert drei verschiedene Wahlergebnisse zum Aussuchen.

1. Offizielles Wahlergebnis lt. Regierung

Kandidaten Stimmen %
Mahmud Ahmadinedschad 24.527.516 62,6 %
Mir Hussein Mussawi 13.216.411 33,8 %
Mohsen Rezai 678.240 1,7 %
Mehdi Karroubi 333.635 0,9 %

Quelle:
Wikipedia / Iranisches Innenministerium / BBC

Nach Angaben des Innenministers und Wahlleiters Sadeq Mahsuli lag die Wahlbeteiligung bei 85 Prozent; sie erreichte damit einen neuen Rekord bei iranischen Präsidentschaftswahlen.

2. Wahlergebnis lt. Khatami

Kandidaten Stimmen %
Mir Hussein Mussawi 21,3 Mio. 57,2 %
Mahmud Ahmadinedschad 10,5 Mio. 28,0 %
Mohsen Rezai 2,7 Mio. 7,2 %
Mehdi Karroubi 2,2 Mio. 6,0 %

Quelle: Via
Daily Kos

3. Wahlergebnis lt. unbekannter Quelle,
angeblich aus dem Innenministerium

Kandidaten              Stimmen %
Mir Hussein Mussawi 19.075.623 45,4 %
Mehdi Karroubi 13.387.104 31,9 %
Mahmud Ahmadinedschad 5.698.417 13,6 %
Mohsen Rezai 3.754.218 8,9 %

Quelle: Via
Daily Kos

Sämtliche Angaben sind natürlich ohne Gewähr 🙂

Nach der orangenen nun also auch noch die grüne Revolution. Klarer Fall: Frau Merkel hat die Wahl gewonnen. Sie weiß es nur noch nicht:

Merkel fordert vom Iran Aufklärung


Voll modischer Stoff – Demonstrant in Teheran: Grün siegt

Bitte deshalb in nächster Zeit genau auf die Farbe des Kostüms unserer Bundeskanzlerin achten !!!

siehe auch:
“Grüne Welle” im Iran gescheitert
(mein-parteibuch.com, 14.06.2009)

Neu dazu gekommen:
Interior Ministry releases provincial vote count
(presstv.ir, 15.06.2009)
Detailed list of votes cast abroad in Iran election
(presstv.ir, 15.06.2009)
Wahlergebnis in den Provinzen des Iran
(mein-parteibuch.com, 15.06.2009)
Verrechnet: Inoffizielle Informationen belegen Wahlbetrug
(Frankfurter Rundschau, 15.06.2009)
Anm.: Aua, Zahlen aus „anonymen Kreisen“ als Beleg hinzustellen, das ist wirklich journalistische Spitzenklasse!)

Ansichtssachen:
Iranische Sportsfreunde heizen Mannschaftsbus ein

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

Iran: Machtkampf dauert an – Rafsanjani der Mann im Hintergrund

Dr. Alexander von Paleske – Wer die Demonstrationen in Teheran heute gesehen hat, der fühlt sich vielleicht unwillkürlich an die letzten Tage des Schahs im Jahre 1979, also vor dreissig Jahren, erinnert.

Die Demonstranten wollen nicht aufgeben, vorerst jedenfalls nicht.

Aber wer spielt die Rolle, die einst der Ayatollah Khomeini im Jahre 1979 gespielt hat hat? Die Antwort lautet : Ali Akbar Hashemi Rafsanjani, der die Präsidentschaftswahlen vor vier Jahren gegen Mahmoud Ahmadinejad demokratisch und glatt verloren hatte. Er war iranischer Präsident von 1989 bis 1997 und enger Vertrauter des Ayatollah Khomeini. Und er war und ist ein Netzwerker, dessen Verbindungen bis tief in die Reihen der Geistlichen in Qom reichen, dort, wo er einstmals studierte.

Wer ist Rafsanjani?
Rafsanjani ist steinreich, unpopulär – und bis auf die Zähne korrupt. Er hat in den Jahren des Konflikts mit dem Irak und danach offenbar Milliarden an Waffengeschäften verdient, Waffengeschäfte, die zum grossen Teil über Israel liefen, einschliesslich der Transporte von chemischen Massenvernichtungswaffen.

Rafsanjani hat Blut an den Händen, viel Blut. Gegner der Regierung des Iran hat er während seiner Regierungszeit reihenweise sowohl im Inland wie im Ausland töten lassen.

Er gilt als pragmatisch, was immer man darunter verstehen mag.
Er war es auch, der den Ayatollah Khomeini nach den Giftgasangriffen des Irak überzeugte, das vom Schah begonnene Atomprogramm wieder aufzunehmen, dessen Einstellung Khomeini angeordnet hatte. Khomeini sah in den Atomwaffen westliches Teufelszeug. Eine dahingehende Fatwa gibt es aber wohl nicht, oder sie wurde nicht veröffentlicht.

Rafsanjani gegen Khamenei
Der jetzige Machtkampf im Iran spielt sich nicht zwischen Mousavi und Ahmadinejad ab, sondern zwischen Rafsanjani und dem Mann hinter Ahmadinejad, seinem Paten, dem Ayatollah Khamenei.

Rafsanjani soll sich angeblich in Qom aufhalten. Dort will er versuchen, die Versammlung der 86 Religionsexperten zu beeinflussen, entweder Khamenei abzuwählen, oder ihn zu Neuwahlen zu zwingen.

Rafsanjani hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er die Politik von Ahmadinejad für falsch hält, für grundfalsch. Er macht ihn für die wirtschaftlichen Probleme des Iran verantwortlich und für die aussenpolitische Isolierung.

So verfolgt Rafsanjani und mit ihm Mousavi eine Doppelstrategie: Während die Proteste auf der Strasse weiterlaufen, soll Khamenei über die Geistlichkeit zu Neuwahlen gezwungen werden.

Zur Gruppe Rafsanjani können noch neben der Kargozaran-Partei auch die prominenten Ali Akbar Velyati und Ali Akbar Nateq-Nuri gezählt werden. Ebenso Ali Arijani, der Parlamentssprecher und Mohammad Bagher Qalibaf, der Bürgermeister von Teheran.

Die nächsten Tage im Iran werden zeigen, wer als Sieger aus dieser Auseinandersetzung hervorgeht.

Netanjahus Rede
Währenddessen wird die Rede Netanjahus vom gestrigen Tage in der Bar Ilan Universität von den USA und der EU als voll befriedigend eingestuft, von den Palästinensern hingegen verdammt. Dabei wird ein kleiner Satz Netanyahus in der Rede glatt übersehen: Dass Israel für seine Sicherheit a l l e i n e verantwortlich ist. Anders ausgedrückt, wenn Israel es für erforderlich hält, wird es den Iran angreifen, im Alleingang.

Iran-Israel: Nach den Wahlen ist vor dem Angriff?
Israel bereitet sich auf einen Vergeltungsschlag des Iran vor
Greift Israel den Iran an ?
Ein “investigativer“ israelischer Journalist und Geschichten, die der Mossad erzählte
Der Iran, das Atomprogramm und Ahmadinejad
linkIran: Der Krieg rückt näher
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
Keine Freilassung des Waffenhändlers Nahum Manbar zu erwarten
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran
Prozess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich
linkNahost-Neue Eskalationsstufe erreicht
Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg
linkIsrael has a long history of supplying Iran with weapons
US aganist Iran (Gerhard Merz)
linkA Coup for a Mountain of Wonga

Krieg

Afghanistan – Besatzung verstärkt sich, Bundeswehr tötet bei „Gefecht“ 10 Menschen

FriedensTreiberAgentur. Es mag manch einen gewundert haben, wie freimütig die an der Besetzung beteiligten Regierungen kund taten, dass die Angriffe auf ihre Truppen einen neuen Höchststand erreicht hätten. Eigentlich müßte ihnen so etwas nach fast 8 Jahren Besatzung doch ein wenig peinlich sein.

Doch es war nicht ohne Sinn: es muss in die Öffentlichkeit hineingeprügelt werden, dass man noch mehr Militär benötigt. 10.000 NATO-Soldaten – angeblich nur für den Schutz der Präsidentschaftswahlen im August – und diverse AWACS-Aufklärer. Damit ist auch der Bundestag wieder gefragt. Lange genug vor den Wahlen.

Die Nato wird die Präsidentschaftswahl in Afghanistan im August mit bis zu 10.000 weiteren Soldaten absichern. Zudem sollen vier Awacs-Aufklärungsflugzeuge nach Afghanistan entsandt werden, wie die Nato-Verteidigungsminister am Freitag beschlossen. Die zusätzlichen Soldaten würden unter anderem die unabhängigen Wahlbeobachter schützen, erklärte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer.

Gleichzeitig kündigt die NATO unverhohlen neue Brutalität an:

Er warnte vor weiteren verlustreichen Kämpfen in Afghanistan: „Wir werden mehr Opfer auf allen Seiten sehen.“

Es beginnt auch wieder die Zeit der Märchenerzähler:

Die Flugzeuge sollten der zivilen Luftkontrolle dienen, nicht der Erfassung von militärischen Zielen.

Wer’s glaubt, wird nicht selig, sondern leichtgläubig genannt.

Mit an Bord der Flugzeuge, die in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) stationiert sind, sind auch Bundeswehrsoldaten. Für die 100 deutschen Soldaten an Bord der Maschinen sei ein Bundestagsmandat erforderlich, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin. Das Kabinett wolle darüber zügig entscheiden, so dass der Bundestag noch in der verbleibenden Zeit bis zur Sommerpause Mitte Juli darüber entscheiden kann. In Afghanistan sind bereits mehr als 3600 deutsche Soldatinnen und Soldaten im Einsatz…

Der Obmann der Linksfraktion im Verteidigungsausschuss, Paul Schäfer, kritisierte den NATO-Beschluss, AWACS nach Afghanistan zu schicken. Er bezweifelte den zivilen Auftrag des Einsatzes. „Die AWACS werden als fliegende Koordinationsleitstellen für die Flugrouten der Kampfflieger benötigt und können auch die Koordinaten von Bodenzielen weitergeben.“ Schäfer kündigte an, dass seine Fraktion gegen den neuen Einsatz stimmen werde und forderte die Bundesregierung erneut auf, alle Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan abzuziehen.

Tagesschau 12.06.2009
NATO schickt AWACS nach Afghanistan
Bundeswehr braucht neues Mandat

Wenn den Besatzern wirklich so viel an der Luftsicherheit liegt und keine weiteren – nämlich militärischen – Hintergedanken haben, dann wäre es doch viel billiger als AWACS, dem Kabuler und anderen Flughäfen neue Tower zu bauen. Bei uns wie auch in der gebirgigen Schweiz fliegen auch keine AWACS durch die Gegend und „sichern Luftraum“, auch aus Nepal ist solches nicht bekannt.

Tagesschau 12.06.2009
Situation in Afghanistan verschlechtert
Angriffe auf ISAF auf Rekordstand

Über wachsenden Widerstand sollte man sich bei uns nicht wundern: er wird durch Krieg und Besatzung erzeugt. Und die Stimmung in der Bevölkerung kippt den Besatzern entgegen:

In jedem Fall aber werden die ausländischen Truppen immer weniger als Verbündete im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind und immer stärker als Teil der Misere wahrgenommen. Entsprechend drängt erstmals eine knappe Mehrheit der Afghanen auf einen schnellen Abzug von USA und NATO – im umkämpften Südwesten sind es 71 Prozent. Dort will nur noch jeder Vierte die Truppen solange im Lande halten, bis die Sicherheit wiederhergestellt ist. Entsprechend findet sich in Kriegsprovinzen wie Kandahar und Helmand kaum jemand, der eine Aufstockung der Truppen befürwortet. Eine explosive Stimmung: Denn die Verdoppelung der US-Truppen um weitere 30.000 Soldaten ist derzeit das einzig konkrete Element der neuen Strategie von US-Präsident Obama.

Tagesschau 09.02.2009 (Henze)
ARD-Umfrage in Afghanistan
Der Hass auf den Westen wächst
In Afghanistan müssen die internationalen Truppen nicht nur gegen erstarkte Taliban kämpfen, sondern in zunehmendem Maße auch gegen eine feindliche Stimmung in der Bevölkerung. Eine Umfrage von ARD, ABC und BBC zeigt: Das Land verliert die Hoffnung auf einen Neuanfang.

Die FR verbreitet eine AFP-Meldung, die direkt aus Jungs Feder stammen könnte. Um keinen Zweifel am „gerechten“ Krieg der Bundeswehr und am Töten zu lassen, heißt es im letzten Absatz:

Derzeit trägt jeder Soldat eine Taschenkarte mit sich, in der die Anwendung militärischer Gewalt geregelt ist. Dort heißt es: „Im Rahmen der Nothilfe dürfen Sie Angriffe gegen jedermann abwehren, die lebensgefährdend sind oder auf schwere körperliche Beeinträchtigung abzielen.“ Unter anderem zur Selbstverteidigung sowie bei Nothilfe dürfen Schusswaffen benutzt werden

Dezent verschwiegen wird, dass solche „Angriffe“ in diesem Fall durch die Anwesenheit als Besatzer selbst hervorgerufen werden…

FT 10.06.2009 (AFP)
US-General beklagt Eskalation der Gewalt
Die Lage in Afghanistan wird immer gefährlicher. Der Chef des US-Zentralkommandos für den Nahen Osten hat Zahlen vorgelegt, wonach die Gewalt das höchste Ausmaß seit dem Einmarsch am Hindukusch erreicht hat. Und er mahnte, dass es noch schlimmer kommen wird.

Die Zahl der Taliban-Attacken musste auch zwangsläufig für die Öffentlichkeit steigen, damit die bereits im letzten Jahr von Obama avisierte Verstärkung des Militärs eine Art Rechtfertigung widerfährt. Sie soll als Reaktion, nicht als Aktion erscheinen.

SZ 12.06.2009 (dpa/Reuters/bavo/af)
Gewalt auf höchstem Stand seit 2001
Die Sicherheitslage in Afghanistan ist so schlecht wie lange nicht mehr. Die Strategie von Präsident Obama: US-General Petraeus kündigt eine Verstärkung der Truppen an.
SZ 12.06.2009 (AFP/dpa/Reuters/bavo/af)
Awacs-Flugzeuge für Afghanistan
Schon bald sollen Awacs-Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan zum Einsatz kommen. Die Sicherheitslage in dem Land ist so schlecht wie zuletzt 2001.

Bundeswehr – 10 tote Afghanen und einige Fragen

Die Bundeswehr hat kürzlich in Afghanistan bei einem „Gefecht“ 10 Menschen getötet, die ohne viel Federlesens als Taliban bezeichnet wurden. Vielleicht waren sie es auch. Sei es mit der gehörigen Skepsis erst einmal geglaubt.

Am vergangenen Donnerstag haben deutsche Soldaten nahe Kundus offenbar zehn Angreifer getötet. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

WELT 12.06.2009 (AP/dpa/AFP/cn)
Afghanistan
Deutsche Soldaten töten im Gefecht zehn Taliban

Das ist hier die große Frage:

Ermittelt hier auch die für Tötungsdelikte der Bundeswehr zuständige Staatsanwaltschaft von Amts wegen?

Und schon taucht die nächste Frage am Horizont auf: hängt der aktuelle Ruf nach der Einrichtung einer eigenen Militärgerichtsbarkeit damit zusammen, dass künftig mit viel mehr solcher Sachverhalte zu rechnen ist und man unerwünschtes Aufsehen – wie bei einer quasi-öffentlichen zivilen Staatsanwaltschaft jederzeit möglich – vermeiden will?

Genau so bedenklich wie diese 10 Toten ist aber der Fakt, dass die Bundeswehr dies mehrere Tage lang geheim gehalten hat.

Die FriedensTreiberAgentur (FTA) bietet seit 2002 eine tägliche Presseschau in Form eines kostenlosen eMail-Newsletters an. FTA versucht, die blinden Stellen des bundesdeutschen Mediensystems etwas auszuleuchten und dabei Sand ins Getriebe des militärisch-industriellen Komplexes zu streuen. Der Newsletter ist mit seinen hilfreichen Deep Links ein hervorragendes Nachrich-tenergänzungsmittel für alle, die sich gegen Krieg und Repression zur Wehr setzen.

Israel

Eine Visitenkarte und die Mossad-Affäre von Lillehammer

Dr. Alexander von Paleske – 14.6. 2009 — Der nachfolgende Artikel, der in die Kategorie „Zeitläufte“ fällt, hat meinerseits eine Vorgeschichte.

Beim Aufräumen blätterte ich gestern in einem Ordner, in dem ich Visitenkarten aufbewahre.Davon viele, die nicht mehr gültige Adressen enthalten. Ich gehöre leider zu der Spezies Mensch, die schlecht etwas wegwerfen kann .

Mein Blick fiel auf eine Visitenkarte auf welcher der Name Annaeus Schjodt stand.


Die Visitenkarte

Nach einem Moment des Nachdenkens fiel mir ein, das war ein Norweger, der aber in Südafrika lebte und den ich per Zufall in Bulawayo/Simbabwe im Jahre 1995 kennengelernt hatte. Er war dort für ein paar Tage zu Besuch.
.
Wir kamen seinerzeit ins Gespräch und er erzählte mir, dass er seine Frau im Gefängnis in Norwegen kennengelernt habe. Er sei ihr Anwalt gewesen.

Etwas ungewöhnlich meinte ich und er erläuterte , seine Frau sei Mossad-Agentin gewesen und der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad habe damals in Norwegen ein Mitglied der Palästinensergruppe „Schwarzer September“ umbringen wollen, aber den falschen erwischt. Die norwegische Polizei habe dann die ganze Gruppe festgenommen.

Seine Frau würde aber – auch ihm gegenüber – absolutes Stillschweigen über ihre Zeit als Mossad-Agentin bewahren.

Damals erinnerte ich mich dunkel an diesen Vorfall, der bereits 22 Jahre zurücklag und der erst durch Spielbergs Film „München“ vor vier Jahren dann wieder Aktualität bekam, die Vorfälle in Norwegen aber in dem Film nicht thematisiert wurden.

Das Internet machts möglich, innerhalb von wenigen Minuten nach Eingabe des Namens Schjodt waren die Informationen vollständig.
Seine Frau hiess Sylvia Rafael.

Eine Agentenkarriere beim Mossad
Die 1937 in der Nähe von Kapstadt/Südafrika geborene Sylvia Rafael war die Tochter eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter.
Aber ihre Mutter weckte in ihr das Interesse am jüdischen Staat und 1963 emigrierte sie nach Israel. wo sie zunächst in einem Kibbuz als Lehrerin arbeitete.

Später zog sie nach Tel Aviv und wurde vom Mossad rekrutiert. Schnell stieg sie die Stufenleiter im Auslandsgeheimdienst auf und wurde „Kombattantin “ also jemand, der für Auslandseinsätze qualifiziert ist.

Ausgestattet mit einem falschen kanadischen Pass mit dem Decknamen Patricia Roxburgh, und der falschen Berufsbezeichnung „freie Journalistin“ schaffte sie es, von Paris aus in die Palästinenserlager im Libanon und Syrien zu kommen und auch mit dem PLO-Vorsitzenden Yassir Arafat bekannt zu werden.

München und die Folgen
Am 5. September 1972 überfiel eine Gruppe von Palästinensern im olympischen Dorf die Unterkunft des israelischen Teams und verlangte im Austausch gegen die Geiseln die Freilassung einer Reihe von Palästinensern aus israelischen Gefängnissen plus zwei in Deutschland einsitzende RAF Leute.
Der Ausgang des Geiseldramas ist bekannt, alle Israelis starben. Drei der Attentäter überlebten und wurden später durch die Entführung einer Lufthansa Maschine auf dem Weg von Beirut nach Frankfurt freigepresst.

Ein israelisches Mordkommando
Nach der tödlichen Geiselnahme flog die israelische Luftwaffe Angriffe gegen Palästinenserlager im Libanon und Syrien.
Aber das war den Israelis nicht genug. Sie stellten eine Liste von 35 Personen zusammen, die getötet werden sollten, von denen aber nur 11 direkt mit dem Anschlag in München in Verbindung standen.

Auf Anweisung der damaligen Ministerpräsidentin Golda Meir und des damaligen Verteidigungsministers Moshe Dayan wurde aus Mossad–Mitarbeitern eine Todesschwadron zusammengestellt, Codename: Caesarea .

Die Aktion selbst lief unter dem Codenamen „Wrath of God“, zu Deutsch „Zorn Gottes“ Mit Gott hate diese Aktion allerdings nichts zu tun, sondern vielmehr mit dem Zorn der Israelis.

Informationen, die Sylvia Rafael über PLO-Mitglieder lieferte, führten zu der Ermordung von drei PLO-Mitgliedern in Frankreich.

Sylvia Rafael wurde nun selbst Mitglied dieser Todesschwadron und zwar einer Gruppe, welche die Aufgabe hatte, den Anführer des Schwarzen September, Ali Hassan Salameh, umzubringen.
Der sollte sich nach Geheimdienstinformationen angeblich in Norwegen aufhalten.

Der fliessend norwegisch sprechende seit 1965 in Norwegen lebende und seit 1972 mit einer Norwegerin verheiratete Ahmed Bouchiki wurde von der Todesschwadron als Ali Hassan Salameh identifiziert, obgleich die bekannten Merkmale des Salameh (gross, Narbe im Gesicht, , nicht norwegisch sprechend, nicht mit einer Norwegerin verheiratet) überhaupt nicht zutrafen.

Ein kaltblütiger Mord
Die Schwadron ermordete Ahmed Bouchiki vor den Augen seiner schwangeren Frau auf offener Strasse am 21. Juli 1973.
Der Grossteil der Todeschwadron wurde in Norwegen verhaftet und zu Freiheitsstrafen zwischen 2 1/2 und 5 Jahren verurteilt, auf massiven diplomatischen Druck Israels hin aber bereits nach 19-22 Monaten in ihr Heimatland abgeschoben.

Erst 1996 bequemte sich die Regierung Israels, die Familie Bouchiki zu entschädigen. Das war mehr als 20 Jahre nach dem Attentat, ohne Anerkennung einer Schuld versteht sich.

Eine Liebe im Knast
Annaeus Schjodt stammt aus einer Anwaltsfamilie , der eine der renommiertesten Wirtschaftskanzleien in Norwegen gehört.
Schjodt heiratete Sylvia Rafael im Gefängnis und beide wohnten zunächst in Norwegen (Bild der beiden siehe hier).
Anfang der 90er Jahre zog das Paar nach Südafrika, wohl auch deshalb, weil sie Todesdrohungen in Norwegen erhielten.

Von Freunden in Südafrika wurde Sylvia Rafael Schjodt als ausserordentlich humorvoll bezeichnet.

In Israel galt sie als „Heldin“ , aber in Wirklichkeit leistete sie Beihilfe zu einem kaltblütigen Mord an einem Mann, der mit den Palästinensern nichts zu tun hatte.

Sylvia Rafael starb am 9. Februar 2005 in Pretoria an Leukämie. Begraben ist sie in Israel.

Die Visitenkarte habe ich entsorgt, nachdem ich feststellte, dass die Telefonnummer nicht mehr stimmt und er dort wohl auch nicht mehr lebt.
Ich hatte eigentlich noch ein paar Fragen an Annaeus Schjodt stellen wollen…….

kriminalitaet

Chiasso-Gate: Berlusconis späte Rache an den USA?

World Content News – Noch ist die Nachrichtenlage dünn, die Spekulationen schießen ins Kraut. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass der aufgeflogene Schmuggel von US-Anleihen in der schier unglaublichen Höhe von 134,5 Milliarden Dollar in Chiasso das missratene Ergebnis eines geheimen und ziemlich überhasteten Government-to-Government-Deals gewesen sein könnte, der – spekulieren wir mal – nicht ganz zufällig aufflog?

Laut Asia News Italy sollen die Schmuggler inzwischen „unüblicherweise“ wieder freigelassen worden sein. Zudem wird die japanische Nachrichtenagentur Kyodo zitiert, die den kürzlich erfolgten Rücktritt des Innenministers Kunio Hatoyama in einen möglichen Zusammenhang mit der Affäre stellt.


Spektakulärer Zollfund: Echt mit unüblichen Nennwerten oder perfekte, aber sinnlose Fälschungen ?

Timeline: Was bisher geschah

03. Juni 2009
Zwei Männer, offenbar japanische Staatsbürger, werden auf dem Weg von Mailand in die Schweiz in einem Regionalzug am Grenzübergang von Chiasso von zwei italienischen Zollbeamten gebeten, ihre Koffer zu öffnen, nachdem diese zuvor erklärt hatten, nichts zu verzollen zu haben.

Im doppelten Boden eines Koffers kommen zum Vorschein: 249 US-Staatsobligationen mit je 500 Mio. Dollar Nennwert, sowie zehn Kennedy-Bonds im Wert von jeweils einer Milliarde Dollar. Die Anleihen haben einen Gesamtwert von 134.500.000.000 Dollar, das entspricht Quellen zufolge etwa 30% der bisher in Japans Besitz befindlichen US-Staatsanleihen bzw. ca. 1 % des US-Bruttoinlandproduktes. Zudem werden laut italienischem Zoll Dokumente einer nicht näher genannten Bank aufgefunden, die die Echtheit der Wertpapiere bestätigen sollen.

Die beiden Männer, die am Vortag in einem Hotel in Mailand übernachtet haben sollen, werden zunächst verhaftet, später wird die Arrestierung von der japanischen Botschaft in Italien bestätigt. Spekulationen zufolge haben die mutmaßlichen Japaner die Dokumente entweder am Nachmittag des 2. Juni oder am frühen Vormittag des 3. Juni in Empfang genommen und wollten damit zunächst in die Schweiz einreisen.

Detailinfos siehe: Handelsblatt, Spiegel Online, International Business Times, Cryptogon.

04. Juni

Entgegen Berichten über eine mehrere Tage dauernde Nachrichtensperre über diesen Fund erscheint am nächsten Tag eine kurze Meldung von adnkronos in mehreren italienischen Tageszeitungen, hier z.B. via Libero-News. Die Beiträge beziehen sich auf eine Mitteilung der ‚Guardia di Finanza‘

08. Juni
AsiaNews bringt ihren ersten Artikel, der international Aufsehen erregt und mutmaßt:

Such a large denomination is not available in regular financial and banking markets. Only states handle such amounts of money.

Die Zeitung zitiert auch aus einem Interview eines italienischen Blogs namens „Crisis? What Crisis?“ mit Rodolfo Mecarelli, dem Leiter der Guardia di Finanza in Como, nachdem die Staatsanleihen echt, die Kennedy-Bonds möglicherweise aber gefälscht sein könnten.

Die ersten Blogger nehmen sich des Themas an, zögerlich zunächst, die meisten glauben an eine Falschmeldung, da die Summe ungeheuerlich erscheint. Einige vermuten eine koordinierte Verschwörungsaktion, die dem Dollar schaden sollte und eine Währungsreform einleiten könnte.

11. Juni
Die Wirtschaftszeitung International Business Times und Bloomberg verhelfen der Geschichte zum Durchbruch. Ein Leser fragt schelmisch: Wer hat das 250. Wertpapier mit 500 Mio. abgestaubt ???

„Die Welt“ meldet: China und Russland wollen US-Anleihen abstoßen. Und was ist mit Japan?

Jetzt tauchen auch erstmals Blogbeiträge in deutscher Sprache auf bei Alles Schall und Rauch und MM-News.

12. Juni
Die Nachricht macht die Runde. Spiegel Online bringt gleich drei Artikel, viele Schweizer und deutsche Zeitungen ziehen nach. Im Vordergrund steht die Hoffnung, dass es sich um Fälschungen handelt. In den USA hält sich das Interesse an der Schmuggelgeschichte noch in Grenzen.

Der japanische Finanzminister Kaoru Yosano beschwört, dass sein Land ein unerschütterliches Vertrauen in die amerikanischen Staatsanleihen hat.

Italien will immerhin 9 Tage nach dem Vorfall, dass die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC die Echtheit der Wertpapiere überprüfen soll.

AsiaNews stellt im Folgeartikel klar, dass die beiden Japaner wieder auf freiem Fuss sind und erinnert an eine Meldung vom Wallstreet Journal vom 30. März dieses Jahres, nach der exakt die gleiche Summe von 134,5 Milliarden Dollar im Troubled Asset Relief Program (TARP), das zum Rettungspaket der US-Regierung zählt, zurückgehalten und nicht ausgegeben wurde. Ein irrer Zufall oder liegt hier etwa der Hund begraben?


Ähem – wo ist Anleihe Nr. 250 abgeblieben?

Speculazione:

Alles dreht sich zunächst um die Frage: Sind die Dokumente echt oder gefälscht. Wenn falsch, dann sind sie auf jeden Fall unverkäuflich. Sie hätten höchstens als Sicherheit hinterlegt werden können. Aber kann man mit solch hohen Nennwerten einen Schweizer Banker aufs Kreuz legen? Und diese AOL-News kam soeben noch rein: Geschmuggelte Anleihen sind wohl echt. Fürchtet euch nicht …

Für wen arbeiteten die Schmuggler? Für die internationale Mafia, die einen Großteil ihrer „Ersparnisse“ in bröckelnde Dollars anlegen wollte? Lustiger Gedanke.

Sollten die Papiere von Japan abgestoßen werden oder hat man sie gar zugekauft? Macht die US-Regierung heimlich zusätzliche Schulden, die einer Deckung bedürfen? Wir erinnern uns: Bei der FED ist der Verbleib von mehreren Billionen Dollar unklar („We are in not a position to say if there losses.„)

Waren die Schmuggler eher unerfahren? Sie hätten locker auch den Intercity nehmen können, aber Japaner in einem Bummelzug über die Grenze, das klingt nicht gerade nach Profis.

War eine Mailänder Bank im Spiel? Zum Beispiel Morgan Stanley & Co International mit Sitz Corso Venezia 16 in Milano? Tja – wir erinnern uns, deren Vize Domenico Siniscalco war Anfang Mai auch auf dem Bilderberg-Treffen in Griechenland anwesend. Aber halt: Japan hatte sonderbarerweise keinen einzigen Vertreter dort hin geschickt.

Und last but not least: War der Fund der italienischen Zöllner wirklich reiner Zufall oder hatte Berlusconi von den dunklen Geschäften vorher Wind gekriegt und die Sache auffliegen lassen? Strengen wir noch mal unser Gedächtnis an: Der „politische Dilettant“ war im letzten Sommer mit einer Pressemappe auf dem G8-Gipfel (in Japan!) von den USA tödlich beleidigt worden. Und ganz zufällig steht im nächsten Monat wiederum ein Gipfel an, diesmal im italienischen Lecce. Der Gastgeber Berlusconi ist schließlich bekannt dafür, dass er gerne Retourkutschen fährt. Und einen „Finderlohn“ in Höhe von 40% der Summe dürfte er auch noch einbehalten, so will es das Gesetz.

Wie es auch immer gewesen sein mag – es bleibt zu hoffen, dass dieser Skandal noch einen vergnüglichen Fortgang erfährt. Und nicht vergessen: Bei einer möglicherweise anstehenden Währungsreform würde die USA angesichts ihrer jetzigen Verfassung nur davon profitieren.


Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

Iran-Israel: Nach den Wahlen ist vor dem Angriff?

Dr. Alexander von Paleske – Für die Hardliner in Israel, die fest entschlossen zum Angriff auf die iranischen Atomanlagen sind, hätte der Wahlausgang im Iran gar nicht besser kommen können.

Mit der Wiederwahl Ahmadinejads – sei es durch Betrug oder nicht – haben sie nun ihrer Ansicht nach genügend Argumente, um die angebliche Bedrohung durch den Iran aus der Welt zu schaffen.

Und die in der vergangenen Woche abgehaltene Alarmübung, welche die israelische Bevölkerung auf einen Krieg mit dem Iran einstimmen sollte, wir berichteten darüber, dürfte ihren Eindruck im Iran nicht verfehlt haben, im negativen Sinne versteht sich.

Den USA wird anschliessend wohl nichts anderes übrigbleiben, als in den Krieg mit einzusteigen, weil erst der Vergeltungsschlag des Iran die wirkliche Bedrohung Israels darstellen würde, und der dürfte dann die USA zum Handeln zwingen. Es sei denn, dass der oberste Geistliche Irans, Khamenei , den neuen und alten Präsidenten zwingt, eine Verhandlungslösung zu suchen. Die Aussichten dafür sind nicht allzu gut, auch wenn als Druckmittel der vemutete Wahlbetrug dienen könnte, so er denn stattfand, der Ahmadinejads Position gegenüber der Geistlichkeit dann eher schwächen dürfte.

Die nächsten Wochen und Monate werden wohl über Krieg und Frieden, über Apokalypse und Hoffnung im Nahen und Mittleren Osten entscheiden.
Dabei könnte mitentscheidend sein, wie die USA auf die Ankündigung der Regierung Nordkoreas reagieren, die nunmehr verkündet hat, waffenfähiges Plutonium herstellen zu wollen.

Israel bereitet sich auf einen Vergeltungsschlag des Iran vor
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US aganist Iran (Gerhard Merz)
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Krieg

Sindbad, der Iranfahrer oder: wie man beim BND einen nutzlos gewordenen „Top-Spion“ los wird

Dr. Alexander von Paleske – 12.6. 2009 — Ende vergangenen Monats meldeten die deutschen Medien, dass ein in Deutschland verurteilter BND-Agent, Deckname Sindbad, nach Kanada ausreisen durfte.

Man möchte sich die Augen reiben. Weshalb wird ein BND-Agent in Deutschland verurteilt und warum darf er dann ohne Absitzen der Strafe gleich nach Kanada ausreisen?

Und schon beeilten sich einige Journalisten von einem grandiosen Versagen des BND zu reden, dass ein „wertvoller Agent“ sozusagen der deutschen Strafverfolgung anheimfiel . Wie abschreckend müsse dies doch auf jeden potentiellen Agenten wirken. Ein Eigentor des BND, auch von „Milchbuben des BND“ war die Rede.

Was war geschehen?
Der Iraner Ali A. arbeitete als Im- und Exportkaufmann in der mittelhessischen Universitätsstadt Giessen.
Mit Wissen des BND soll Ali A.. eine Firma in Kanada und Giessen aufgebaut haben, die offenbar schwunghaften Handel mit dem Iran betrieb.

Und nicht nur Handel betrieb unser Ali A. , sondern er lieferte hoch Geheimnisvolles an den BND angeblich eine Top-Quelle, direkt aus den iranischen Ministerien und das wurde dann – frisch auf den Tisch – in die Lageanalysen für Aussenminister Frank-Walter Steinmeier eingespeist.

Das wäe weiter so gut gelaufen, wenn nicht die Giessener Staatsanwaltschaft per „Zufall“ wegen einiger Ungereimtheiten in den Büchern des Ali A nun wegen Verstosses gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz angefangen hätte zu ermitteln.
Das Verfahren sei dann an die Generalstaatsanwaltschaft beim Bundesgerichtshof abgegeben worden, die ihrerseits die Zollbehörde eingeschaltet habe und am Ende stand dann die spektakuläre Verhaftung von Ali A. im Oktober vergangenen Jahres auf dem Frankfurter Flughafen.

Wer soll diese offenbare Schote, die auch vom SPIEGEL verbreitet wurde, der schon bessere investigative Tage gesehen hat, glauben?

Tatsache ist, dass Ali A. mit sogenannten dualen Systemen gehandelt hat, also Elektronik, die sowohl für zivile Zwecke Verwendung findet, als auch beispielsweise in Raketen, die der Iran z.B. nach Israel abfeuern könnte. Gefüllt z.B. mit Masssenvernichtungswaffen, die von Israel, Deutschland und Grossbritannien in den 90er Jahren in den Iran befördert wurden, wir berichteten mehrfach darüber.

Tatsache ist, dass Ali A. offenbar Zugang zu Informationen aus dem Iran hatte, die dann auch auf dem Tisch des Ministers Steinmeier landeten.

Solch einen angeblichen „Top Agenten“ lässt man nicht „absaufen“, den hält man, komme was das wolle.
Tatsache ist auch, dass derartige Informationen ihren „Preis“ haben.

Der Preis hier lag offenbar in der Lieferung von dualer Elektronik, also auch Raketenelektronik.

Man kann getrost davon ausgehen, das irgendwann dieser „Preis“ dem BND als „zu hoch“ erschien.

Entweder, weil die im Laufe der Zeit gelieferten Informationen sich als zunehmend irrelevant erwiesen, oder weil sich herausstellte, dass die gelieferten Informationen von Anfang an falsch waren, oder weil sich herausstellte, dass der Top-Agent in Wirklichkeit beiden Seiten diente. Ein Doppelagent also.
Dann stellte sich offenbar für den BND die Frage, wie kann man diesen Herrn „rechtsstaatlich“ wieder loswerden, und zwar ohne einen Skandal. Denn die Lieferung von Elektronik an den Iran aus Deutschland – unter Mitwisserschaft des BND – für gegen Israel gerichtete Raketen, das wäre in der Tat ein Riesenskandal.

Weg mit Schaden
Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad entledigt sich solcher Probleme mit Nicht-Israelis öfters mal durch einen Feuerstoss aus der Maschinenpistole UZI. Bei israelis hingegen mit langen Haftstrafen, siehe Nahum Manbar und Mordechai Vanunu. Für den BND kommt die UZI nicht in Frage, daher haben sich die Genossen aus Pullach wohl etwas anderes einfallen lassen: Verurteilung im Geheimprozess und Abschiebung nach Kanada.

So geschah es dann auch. Das Kammergericht in Berlin verhandelte nichtöffentlich und verurteilte Ali am 12 Februar diesen Jahres zu drei Jahren Freiheitsentzug ohne Bewährung, wegen Verstosses gegen das Aussenwirtschaftsgesetz. Und auch die Abschiebung ist mittlerweile erfolgt.. Spingers BILD hat Ali A. in Kanada bereits „aufgestöbert„.

Der BND ist offensichtlich der Auffassung: Lieber einen „Skandal“ um einen Agenten als einen Skandal um die Lieferung von Raketenelektronik.

Auch der Mossad ist angeblich von Ali bedient worden, ebenso der US Geheimdienst CIA.

Vielleicht wäre das alles mal Stoff für Frederick Forsyth.“ Sindbad’s Reise nach Kanada“ wäre doch ein passender Titel.

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spionage

Bankier Edouard Stern: merkwürdige Geschäftsverbindungen?

Stephan Fuchs – Der französische Bankier Edouard Stern wurde am 28. Februar 2005 tot in seiner Genfer Wohnung von Mitarbeitern seines Investmentfonds IRR gefunden. Niedergestreckt von vier Schüssen, gekleidet in Latex. Vor den Schüssen hatten er und C. B. sich sado-masochistischen Sexspielen gewidmet. C. B., heute 40-jährig, gab die Tat erst im zweiten Anlauf zu. Überwachungskameras zeigten das Callgirl beim Eintreten und Hinausgehen aus dem Haus, wo sich die Luxuswohnung des Bankiers befand. Gestern war der erste Prozesstag.

Die Wohnung von Stern befindet sich im Quartier Rive im fünften und obersten Geschoss eines Hauses, wo auch ein Polizeiposten untergebracht ist. Die Türe zum Innern des Gebäudes ist verschlossen und der Eingang mit einer Videokamera überwacht. Die Polizei fand keine Einbruchspuren.

Stern war in Hochfinanz-Kreisen eine schillernde Persönlichkeit und galt als knallharter Banker. Er entstammt aus einer Bankiersfamilie und war bereits im Alter von 22 Jahren in die familieneigene Bank Stern eingestiegen. Schon zwei Jahre später zwang er seinen Vater aus der Bank auszusteigen, um selber die Leitung und die Aktienmehrheit der Bank zu übernehmen. Stern verkaufte die Bank an libanesische Partner, leitete sie aber noch bis 1998. Der Verkauf der Familienbank katapultierte Stern auf den 38sten Platz der 400 reichsten Franzosen. Als Schwiegersohn von Michel David-Weill, dem Chef der französischen Geschäftsbank Lazard, galt er lange als dessen Kronprinz. „Bis in fünf Jahren, weiss ich ob Edouard in die Lazard Philosophie passt“, meinte David-Weill in einem Interview mit Forbes. Schwiegersohn Stern, zog schließlich 1997, bereits nach vier Jahren, im Kampf um die Nachfolge den Kürzeren. Lazards Pressesprecher Richard Silverman, kommentiert den Tod Sterns nicht.

Im April 1998 gründete Stern die International Real Returns LLC (IRR) mit Eurazeo einer Lazard Holding, Mainz Holdings Ltd einer Stern Firma in den Virgin Islands und Jeffrey Keil Direktor der Republic New York Corporation. Laut Schweizer Handelsregister residierte die Firma IRR auch in Genf. Einer der IRR Verwaltungsräte war ebenfalls im Verwaltungsrat der Tradeco Limited aus Nassau / Bahamas, an dessen Zweigniederlassung in Genf. Richard Brennecke, ein amerikanischer Geschäftsmann und als notorischer Lügner bekannt gewordene Vertrags – Agent behauptete gegenüber Journalisten, dass die Firma Tradeco eine der wichtigsten CIA Finanzgesellschaften in Europa war. „Diese Firma befasste sich vor allem mit Waffenlieferungen in den Iran. Für gewisse Geschäfte verhandelte sie sogar direkt mit Teheran“.

Der Geschäftsleiter von Tradeco, James R. Fees, verweigerte ein Gespräch mit den Journalisten, war aber einflussreich genug, deren Telefone abhören zu lassen. Fees arbeitete über 25 Jahre für den Geheimdienst und war als Stations Leiter in Ägypten, bevor er ende der 70er Jahre nach Genf kam. Laut Brenneckes Aussagen, waren die Waffenlieferungen Teil des Geiselgeschäftes von 1980/81. 1999 berieten Stern und zwei ehemalige Lazard Banker Edmond Safra, den Gründer der Republic Bank of New York, beim $7.7 Milliarden schweren Verkauf von Safras Bank an die HSBC Holding Plc. Edmond Safra verbrannte 1999 in seiner Wohnung in Monaco. Das Feuer wurde von seinem Krankenpfleger gelegt, just bevor der Deal vollendet war. Die zur Republic Bank of New York gehörende Republic New York Corporation Air Transport, war jene Firma die im Iran – Contra Skandal auftauchte.

Ab 2000 begann Stern Aktien des Londoner Industrieunternehmens Delta PLC zu kaufen. Als er 26% der Aktien erworben hatte, er wurde somit zum grössten Einzelaktionär, machte er sich so zum Vorsitzenden der Firma. Die Gesellschaft habe am Mittwochabend (02.03.2005) auf Grund von entsprechenden Berichten vom Tod von Stern in Genf erfahren, heisst es in einer Stellungnahme von Delta Plc.

Im August 2000 übernahm die IRR Brasilien zusammen mit der Columbia University New York, der Penguin Holding, Eduardo Costantini Junior und Roger Wright 27% der erfolgreichen Kunsthändler Firma Latinarte.com. Die Firma handelt mit südamerikanischer Kunst mit Stützpunkten in Buenos Aires, São Paulo, Mexico City, Miami, New York, Bogota, Caracas, Lima, Montevideo, Santiago und Quito. Der Verwaltungsrat setzt sich aus Eduardo Costantini einem privaten Investor, Veronica Allende Serra von IRR, Marina Kessler & Hernan Fligler Mitgründer von Latinarte.com und Nicolas Helft Director of Art zusammen.

In den letzten Jahren versuchte Stern vergeblich, Unternehmen wie die Chemiegruppe Rhodhia oder der Brillenvertrieb GandVision zu übernehmen. Im April 2003 wurde Stern aus dem Verwaltungsrat der französischen Spezialitätenchemie-Gruppe Rhodia geworfen, nachdem er vergeblich versucht hatte, CEO Jean-Pierre Tirouflet aus dem Amt zu drängen. Der Financier verfügte über einen eigenen Jet und ein beträchtliches Vermögen, das er laut Tribune de Genève zuletzt zunehmend in osteuropäische Immobilien investiert hatte. Er präsidierte zuletzt den Verwaltungsrat des britischen Engineering-Unternehmens Delta Plc.