afrika

Simbabwe: Vor der Stichwahl – Dinner mit Mugabe

Dr. Alexander von Paleske – Morgan Tsvangirai und seine MDC haben die Wahlen gewonnen. Nicht aber die Macht in Simbabwe. Von der Übernahme der Regierung sind sie offenbar noch meilenweit entfernt. Nach der ersten Runde stehen jetzt erneut Präsidentschaftswahlen an, in denen die einfache Mehrheit genügt. Unter normalen Umständen hatte Mugabe keine Chance, aber in Simbabwe herrschen keine normalen Verhältnisse.

Eine Reise von Bulawayo nach Mutare
Die Reise, unternommen letzte Woche um an einer Hochzeit in Mutare, im Osten des Landes gelegen teilzunehmen, zeigt die wahren Verhältnisse: Von Masvingo bis Mutare sind jede Menge Soldaten zusammen mit den „Green Bombers“, eine in Speziallagern, sogenannten Border Gezi Camps, zum Verprügeln und Töten abgerichtete Jugend-Terrorgruppe zu sehen. Die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten, dort leben 70% der Gesamtbevoelkerung Simbabwes, muss zur Zeit Schreckliches erdulden. Mugabes Schergen haben sich auf die Gebiete konzentriert, in denen die Opposition gewann.

Häuser und Hütten von Oppositionskandidaten bei den gleichzeitig im März durchgeführten Gemeindewahlen und deren Unterstützer werden niedergebrannt. Oppositionspolitiker verprügelt oder ermordet. Wieder mit dabei in der Provinz Buhera ist der Terror-Brigadier Josef Chinotimba.

Wird die Rechnung Mugabes wie im Jahre 2000, 2002 und 2005 wieder aufgehen?

Alles deutet darauf hin, dass es diesmal nicht klappen könnte. Die Bevölkerung hungert, ausser Prügeleien, Mord und Totschlag hat Mugabe nichts mehr anzubieten. Dass es überhaupt so lange gedauert hat, bis sich diese Überzeugung durchsetzte, ist im wesentlichen der Schwäche der Opposition anzulasten. Deren Chef Morgan Tsvangirai sagt heute dies und morgen das. Mal will er an den Stichwahlen teilnehmen, dann doch wieder nicht. Auch die Regierungschefs der Nachbarstaaten verlieren langsam die Geduld mit ihm, wie ich aus einem Gespräch mit dem neuen Aussenminister Botswanas, Skelemani, heraushören konnte.

Dinner mit Mugabe – Eine Persönlichkeitsstudie
Nun ist gerade ein neues Buch von der Journalistin Heidi Holland, „Dinner mit Mugabe“ erschienen, das Licht auf diese bizarre Persönlichkeit wirft. Sie hatte 1975 an einem Dinner mit Mugabe teilgenommen, bevor er nach Mozambique ging, und dort Führer der Befreiungsbewegung ZANU wurde. Heidi Holland hatte letztes Jahr die seltene Gelegenheit, Mugabe zwei Stunden lang zu interviewen, darüber hinaus ebenfalls eine Reihe von Weggefährten, Freunde wie Gegner. Herausgekommen ist eine tiefschürfende Persönlichkeitsstudie, welche die Handlungsweisen dieses Diktators vor dem Hintergrund seines Lebenslaufs und der Befreiungskriege im südlichen Afrika im vorigen Jahrhundert erläutert aber keineswegs entschuldigt.

Aus allem schält sich eines heraus: Mugabe wird nicht aufgeben, niemals. Aber auch, dass die Gesamtentwicklung zum jetzigen Chaos nicht zwangsläufig war, sondern auch Versäumnisse anderer Länder vorliegen. In erster Linie der britischen Blair-Regierung, wie wir das in unserem Artikel „ Simbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies“bereits dargestellt hatten.

senden Thabo Mbeki – Mugabes Freund in der Not
senden Simbabwe – Die militärische Intervention der Nachbarstaaten rückt…
senden Gipfeltreffen in Lusaka – Lösung für Simbabwe?

linkSimbabwe – Mugabes Schlägertruppe im Einsatz
linkSimbabwe – Der Wahlterror hat begonnen

linkSimbabwe – Mugabe plant Terrorwahlkampf
linkWahlen in Simbabwe – Robert Mugabes letztes Gefecht, Makoni kandidiert unter Lebensgefahr
linkSimbabwe – Simba Makoni tritt gegen Mugabe an

kriminalitaet

Selbstmord? Deborah Jeane Palfrey ist tot

World Content News – Die unerschrockene Frau, die den größten Sexskandal in der Geschichte der USA auslöste, Deborah Jeane Palfrey (52), wurde heute in Florida tot aufgefunden. Sie hatte im Sommer letzten Jahres weltweit Aufsehen erregt, als sie Telefonlisten der Kunden ihres Callgirl-Ringes ins Internet stellte, in deren Folge mehrere Prominente aufflogen, die käufliche Sexdienste in Anspruch nahmen, darunter ein US-Senator.


Selbstmord oder geselbstmordet?

Sie nannte sich „Miz Julia“. 13 Jahre lang betrieb sie von Kalifornien aus einen speziellen Service „zur Erfüllung erotischer Phantasien“ für Kunden im Raum Washington. Am 15. April hatte ein Gericht sie wegen Zuhälterei, Geldwäsche und Erpressung für schuldig befunden, heute morgen wurde sie tot in einem Lagerschuppen entdeckt. Presseberichten zufolge fand man einen handgeschriebenen Abschiedsbrief. Die Polizei untersucht den Fall, geht aber bereits jetzt von Selbstmord aus.

Nach Polizeiangaben erhängte sich Palfrey mit einem Nylonseil in dem Schuppen ihrer Mutter. Die 76-Jährige habe die Leiche entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Ermittler hätten „mindestens“ zwei Zettel und Abschiedsbriefe gefunden, die auf den geplanten Selbstmord hinwiesen. Dennoch sei wegen des laufenden Verfahrens die Bundespolizei FBI eingeschaltet worden.

Palfrey hätte in den nächsten Wochen die Festlegung einer Freiheitsstrafe zwischen acht und fünfzehn Jahren erwartet. Nach Medienberichten habe sie im letzen Jahr wiederholt geäußert, sie werde niemals wieder ins Gefängnis gehen – nicht einen Tag lang.

Trotz der scheinbar eindeutigen Faktenlage glauben nicht alle, die mit ihr ihr zu tun hatten, dass sie freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Zu oft schon sind nach großen Skandalen in den USA Menschen auf mysteriöse Weise durch tödliche Unfälle oder durch angeblichen Selbstmord von der Bildfläche verschwunden. Palfrey galt als toughe Frau, die sich in Bürgerrechtsbewegungen engagierte und sich den Mund nicht verbieten ließ.

Der Fernseh- und Radiojournalist Alex Jones etwa hat ein Interview ins Netz gestellt, in dem sie anlässlich des sehr ähnlichen „Suizid“-Todes einer ihrer Mitarbeiterinnen namens Brandy Britton im letzten Jahr beteuerte, sie würde sich niemals umbringen.

Quellen:
«D.C. Madam» erhängt aufgefunden (espace.ch, 02.05.2008)
Florida Police: Woman Known As ‚D.C. Madam‘ Commits Suicide
(Fox News, 01.05.2008)
Operator of D.C. Call-Girl Ring Is Dead in Apparent Suicide
(Washington Post, 02.05.2008)
The Convenient „Suicide“ Of The DC Madam
(afterdowningstreet.org, 02.05.2008)
Tough ‚D.C. Madam‘ threatens a courtroom battle
(San Francisco Chronicle, 01.04.2007)

siehe auch:
„DC Madam“ stellt Telefonlisten ihrer Sex-Kunden ins Internet (WCN, 10.07.2007)
US-Sexskandal: D.C. Madam’s fette Beute (WCN, 13.07.2007)
Madams explosiver Nuttenservice von Washington DC
(oraclesyndicate.twoday.net, 30.04.2007)

Official Pamela Martin & Associates Telephone Records
Telefonnumern-Recherche: dcphonelist.com

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

Pentagon said drawing up plans for strike on Iranian camp

John Byrne – The Pentagon is drawing up plans for a „surgical strike“ against an alleged insurgent training camp in Iran, according to the UK Sunday Times‘ Michael Smith.

Attributing the assertion to Western intelligence officials, Smith asserts that US officials have become increasingly frustrated with Iran’s Republican Guard force — an elite corps of the country’s military — which the Bush Administration has designated a terrorist group. Western officials have accused Iran of helping arming rebel militias in Iraq, and have accused Iran of supplying IEDs.

Smith was the first to reveal the Downing Street Minutes, an account of a secret 2002 meeting between Bush Administration officials and British intelligence surrounding Iraq, in which MI6 director Richard Dearlove remarked that facts around Iraq were being „fixed“ around a policy for war.

„US commanders are increasingly concerned by Iranian interference in Iraq and are determined that recent successes by joint Iraqi and US forces in the southern port city of Basra should not be reversed by the Quds Force,“ Smith writes.“‚If the situation in Basra goes back to what it was like before, America is likely to blame Iran and carry out a surgical strike on a militant training camp across the border in Khuzestan,'“ he quotes a defense official as saying.

Nuclear facilities ’not targets‘
Seymour Hersh in the New Yorker and RAW STORY’s Larisa Alexandrovna revealed internal Pentagon planning in a buildup to a potential Iran conflict. Since the reports ran, however, rhetoric about Iran has been toned down and concerns of a potential all-out war have diminished.

American officials are opposed to any attack on Iranian nuclear facilities, Smith says. They believe, however, that an attack on a militant camp could send a message to the Republican Guard.

CBS News reported last week about a potential strike on Iran.

Read all at: THE RAW STORY

Krieg

Sgt. Merlin German dead

onlineredaktion – Sgt. Merlin German, 22 of Manhattan, N.Y., died April 11 at Brooke Army Medical Center, San Antonio, Texas, from wounds he suffered while conducting combat operations in Al Anbar province, Iraq, on Feb. 22, 2005. He was medically retired Sept. 28, 2007, as a result of his injuries.

Merlin German poses with actress Elisabeth Rohm at a Brooke Army Medical Center holiday ball on December 8, 2006 in San Antonio, Texas. German burned 97% of his body after an improvised explosive device hit his convoy during a tour in Iraq.

500’000 Obdachlose Kriegsveteranen & jetzt kommen die Irak Krieger

terror

Gaddafi: Mordanschlag in Djibuti – und das Auswärtige Amt

onlineredaktion – Vor 21 Jahren wurden, bei einem offenbar von Libyens Herrscher Gaddafi gesteuerten Bombenanschlag in Djibouti, vier deutsche Nachwuchswissenschaftler ermordet, die sich mit dem Forschungsschiff Meteor dort aufhielten: Annette Barthelt, Daniel Reinschmidt, Hans-Wilhelm Halbeisen und Marco Buchalla. Drei weitere wurden schwer verletzt. Nachrichten Heute hat sich in einem Artikel ausführlich mit den damaligen Vorgängen beschäftigt und von einer Vertuschungsaktion des Auswärtigen Amtes gesprochen.

Nun scheint langsam klar, warum das Auswärtige Amt nichts unternahm und stattdessen die Eltern, welche die Aufklärung der Vorfälle und Bestrafung der Täter verlangten, offenbar abwimmelte.

Wie die FAZ kürzlich berichtete, hatte das Bundeskriminalamt Libyens Diktator bereits seit dem Jahre 1979 in Sachen Personenschutz unterstützt. Darüber hinaus hatte Gaddafi bei einem Besuch des damaligen Innenministers Baum erklärt, man halte die Rote Armee Fraktion (RAF) für geisteskrank. Das verfehlte seine Wirkung nicht. Gaddafi wurde gebeten, Druck auf die PLO auszuüben und RAF-Leuten keine materielle oder logistische Unterstützung sowie keinen Unterschlupf zu gewähren. Gaddafi kam offenbar dieser Bitte nach. Die PLO gehorchte, sie war von den finanziellen Unterstützungen aus Libyen abhängig.

Als sich nach dem Anschlag in Djibouti herausstellte, dass der Anschlag den Franzosen gegolten hatte und die deutschen Opfer „lediglich ein Kollateralschaden“ waren, war die Angelegenheit für die Bundesrepublik und das Auswärtige Amt offenbar „erledigt“. Die guten Beziehungen zu Libyen wollte man nicht aufs Spiel setzen. Die berechtigten Interessen der Anschlagsopfer, bzw. der Familien der Getöteten, spielten offenbar keine Rolle.

Schweigen um die Morde an vier Deutschen in Djibouti

kriminalitaet

Republik Österreich: Finanzskandale ohne Ende

Dr. Alexander von Paleske —- 4.5. 2008 — Wir haben in unseren Artikeln die Finanzskandale in der Alpenrepublik um die Arbeiterbank BAWAG, die Hypo-Alpe Adria Bank und die Betrugsfirma Amis beleuchtet. Als wäre es der Skandale in der Alpenrepublik nicht genug, da gibt es schon einen weiteren Finanzskandal, der seit Monaten Schlagzeilen macht: der Meinl-Skandal. Die Firma Meinl ist in Österreich, was in Deutschland Tchibo ist. Eine Firma mit sehr hohem Bekanntheitsgrad, einer langen Tradition im Kaffeerösten aber auch Lebensmittelhandel. Mittlerweile ist Meinl auch im Bank- und Immobiliengeschäft tätig.


Meinl-Stand in Hamburg – Foto Dr. v. Paleske

Ein kleiner Umweg hat uns zu dieser Firmengruppe geführt. Bei den Mitbeteiligten im Amis Skandal stießen wir auf die Investment Bank Luxembourg, nunmehr Sella Bank. Diese wurde von den Amis-Geschädigten wegen angeblicher Verletzung von banküblichen Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit der Bewertung von Amis-Fonds auf Schadensersatz verklagt. Die Bank konnte gegenüber der Luxemburger Bankenaufsicht keine vernünftige Bewertung der in ihrem Depot befindlichen Wertpapiere der Amis vorlegen, worauf die Aufsichtsbehörde den weiteren Handel untersagte. Der Beginn des Endes für Amis und ein schlechtes Bild für Sella.

Aber diese Bank geriet darüber hinaus auch im Zusammenhang mit der Air Holland, einer Fluglinie, die am Kokaintropf hing, und den gebankten Geldern der Russenmafia in die Schlagzeilen. Mutter-Bank dieser presseintensiven Filiale ist die Banca Sella in Italien, die ihre Wurzeln bis in das 16 Jahrhundert zurückverfolgen kann. Chef der Banca Sella war lange Zeit ein Herr Maurizio Sella, ein Freund und Berater des gerade wiedergewählten Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und langjähriger Vorsitzender der italienischen Bankenvereinigung ABI.

Die Meinl Gruppe kommt ins Spiel
Amis hatte nicht nur 16.000 Anleger hereingelegt, sondern auch in Österreich und Deutschland Papiere von Meinl-Firmen verkauft. Gegen satte Provision versteht sich. Da enden die Querverbindungen allerdings nicht, denn die Sella-Tocher in Luxemburg gibt nun einen Fond heraus, der sich nach dem griechischen Gott Apollo benennt. Anders als der griechische Gott stürzte dieser Fond in den letzten Monaten mal eben um satte 50% ab.

Als einzige Auszahlungsbank möglicher Gewinne ist neben der Sella Bank, die Meinl-Bank in Österreich genannt, Zeichen vertrauensvoller Zusammenarbeit. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats dieser hoffnungsvollen „Apollo Global Derivativs“ sitzt oder saß ein Christian Tury, seines Zeichens austrischer Investment-Guru. Als Anlageberater von Apollo fungierte wiederum Turys Firma, die „Tury Invest GmbH“.

Diese Tury verkauft ihre Papiere in Österreich wiederum maßgeblich über die Meinl Bank. Und Christian Tury entwickelte für die Amis-Betrugsfirma mit dem damaligen Prokuristen und Vorstandsmitglied der Amis, Wolfgang Gaensdorfer, das „Finanzprodukt“ Vario Invest. Tury war gleichzeitig auch als Berater für Fonds von Amis tätig. Eine schöne Zusammenarbeit, ähnlich einer harmonischen Familie,schwarze Schafe inbegriffen.

Julius Meinl Nr. 5
Der jetzige geschäftsführende Spross der Meinl Dynastie, Julius Meinl Nummer V, wollte nicht nur rösten, sondern auch banken und expandieren. Also stampfte er die angeblich erfolgreichste Privatbank Österreichs aus dem Boden. Er freundete sich mit einem Herrn an, der uns schon aus dem BAWAG Skandal bekannt ist, Wolfgang Flöttl, der in der Karibik das Geld der BAWAG durchbrachte. Wo dann der Gewerkschaftsbund die Streikkasse zur Abdeckung der Schulden opfern musste und die BAWAG wegen weiterer Verluste im Zusammenhang mit der Refco-Pleite schließlich „verheuschreckt“ wurde. Die Republik Österreich musste für die Verluste eine Bürgschaft übernehmen, um die BAWAG vor dem Konkurs zu bewahren.

Dieser Flöttl war über seinen Vater, damals Chef der BAWAG, seinerzeit außerordentlich hilfreich bei Meinl-Emissionen. Denn Meinl gründete nicht nur die Bank, sondern gleich eine Vielzahl von Firmen, deren Aktivitäten von Flugplatzverwaltung über Energie bis zu Immobilienfonds reichten. Letzterer fungierte unter dem Namen „Meinl European Land“ (MEL) dem Einkaufszentren vor allem in Osteuropa gehören. Umgekehrt lieh die Bank Meinl Wolfgang Flöttl auch mal Geld, als dieser ein paar wertvolle Gemälde kaufen wollte, aber finanziell klamm war. Der Kredit soll dann angeblich mit BAWAG Geldern getilgt worden sein.

Der MEL- Fond ist nun Gegenstand eines Skandals, der auch nach Deutschland reicht, denn auch in Deutschland kauften mehr als 10.000 Anleger, Bezieher mittlerer Einkommen wie bei Amis, Anteilsscheine teilweise über Amis. Renditen zwischen 10 und 15% wurden Interessenten versprochen. Wer möchte da nicht mit dabei sein? Verkauft wurden diese Papiere durch die Firma Meinl Success – nomen est omen -, über ein Netz von Vermögensberatern, Keilertruppe, wie die ZEIT sie nannte, ähnlich wie bei der Amis. Das Vertriebsmodell der Zukunft, wie der Meinl-Success-Chef Karl Mauracher frohlockte.

Kurspflege nach Meinl-Art

Die Firma MEL war aus „Steuer“- und sonstigen Gründen in dem Finanzparadies der Kanalinsel Jersey angesiedelt, wo es angenehmerweise keine strengen Börsengesetze gibt. Los ging es im Jahre 2005 mit Anleihen im Karussell. Geld wurde geliehen, obgleich man angeblich genug Bargeld hatte. Davon profitierte wohl jemand, dem man Zinsen für diese Anleihen zahlen musste. Und das war rein zufällig die Meinl Bank.

Geparkt wurden diese Anleihen in der Karibik, bei der Mein-Filiale in Antigua. Dort wo auch Herr Flöttl seine Briefkastenfirmen unterhielt. Die Meinl Bank verdiente schöne „Parkgebühren“, also wohl weniger Zahlung für die Anleger. Auch gegen lästige Fragen von Kleinaktionärsvertretern auf Hauptversammlungen und in der Öffentlichkeit wappnete man sich offenbar. Der Aktionärsvereinigung IVA bzw. deren Vorsitzendem Wilhelm Rasinger wurde Geld für „Beratergespräche“ überwiesen. Kleine Zuwendungen erhalten die Freundschaft. Kommentar Rasinger: „er habe sich gegen diese Zuwendungen nicht wehren können“.

Der nächste Schlag, oder sollte man besser sagen „Akt der Kurspflege“ folgte dann im vergangenen Jahr, als die Gesellschaft 1,9 Milliarden Euro benutzte, die eigentlich für Immobilienakquisitionen vorgesehen waren, um ein Aktienrückkaufprogramm zu starten, als dessen Folge der Kurs ansteigen sollte. Die Aktionäre vorab von dieser „Pflegeaktion“ zu unterrichten, wie es sonst bei Aktiengesellschaften üblich ist, hielt die MEL nicht für nötig. 30% der Aktien wurden zurückgekauft, was in Österreich verboten ist. Es dürfen maximal 10% sein.

Aber man logierte ja in Jersey, dort geht es freizügiger zu. Statt einem Anstieg der Kurse trat jedoch das Gegenteil ein als der Aktienrückkauf aufflog. Der Kurs pro Aktie stürzte von 20 Euro auf lächerliche 6 Euro ab. 70% durch den Schornstein. Für die Aktionäre also keine „Kurspflegeaktion“, sondern eine „Vermögensvernichtungsaktion“. Durch den anschließenden Kursverfall verlor die MEL natürlich auch ordentlich Geld. Von wegen 10-15% Gewinn. Und das Papier flog aus dem Premiumsegment der Wiener Börse, dort wo sich die mündelsicheren Papiere, zu denen die MEL gehörte, tummeln dürfen, heraus. Also nichts mehr mit Mündelsicherheit.

Wie einst die BAWAG war nun die MEL reif zum Verkauf, zum Teilverkauf um präzise zu sein. Teilverkauft wurde an die Citi-Group und die israelische Firma Gazit, zum Absturzpreis natürlich, und weil das bei der „Kurspflegeaktion“ verjubelte Geld für Investitionen fehlt ,müssen nun Schulden gemacht werden, eine Wandelanleihe soll aufgenommen werden, die mit mehr als 10% zu verzinsen ist. Da werden die Kleinaktionäre, also die „kleinen Leute“, die oftmals ihre ganzen Ersparnisse gerade auch wegen der versprochenen Mündelsicherheit in diese Papiere gesteckt haben, wohl etliches abschreiben müssen. Nun wollen Kleinanleger, über 100.000 davon gibt es allein in Osterreich, klagen. Solche Prozesse können lange dauern und teuer werden.

Derweil kann Julius Meinl zügig weiter seinen Geschäften und Vergnügungen nachgehen, zu letzteren gehören auch Jagdgesellschaften für den Geld- und Hochadel, oder Flüge mit seinen zwei Hawker 800 XP Jets, oder einem Learjet. Am 25.4. 2008 sollte der Jahresbericht 2007 der MEL vorgelegt werden, er wurde nicht tagsüber, sondern um Mitternacht veröffentlicht, offenbar scheuen die MEL Zahlen das Tageslicht, wie die Wiener Zeitung „Die Presse“ vermerkte.

Wer jetzt noch Appetit auf mehr hat, dem wird die Nobelschänke „Meinl am Graben“ in Wien empfohlen (Kleingeld bitte nicht vergessen). Österreich: Von den Republikskandalen zur Skandalrepublik?

linkNeues von den Finanzskandalen, BayernLB, Hypo Alpe, Meinl
linkNeues von alten Skandalen – BayernLB, Amis, Hypo Alpe und Kulterer
linkDer Fall Amis – ein gigantischer europäischer Betrugsskandal
linkEs war einmal eine Arbeiterbank in Wien
linkFreispruch im General-Partners-Prozess – Wiener „Kaffeehausjustiz“ überfordert?
linkBayernLB, Hypo Group Alpe Adria und kein Mangel an Skandalen
linkInvestmentbank Luxembourg (IBS) und der Air-Holland-Skandal

umwelt

Aktion Bantam Mais von Save Our Seeds

Sophia Deeg & das Berliner Bantam-Team – Die gegenwärtige Hunger-Krise ist Folge einer verfehlten Handels-, Agrar- und Subventionspolitik. Diese führt zu ökologisch und sozial zerstörerischen Monokulturen zugunsten eines globalen Marktes, der nicht zuerst diejenigen bedient, die hungern, sondern diejenigen, die die explodierenden Preise bezahlen können – für Futtermittel, für „Bio“-Sprit, für Exportwaren oder Spekulationskäufe, die die Preise noch weiter in die Höhe treiben. Die Gentechnik spielt in diesem Zusammenhang eine traurige Rolle: Auf über 100 Millionen Hektar weltweit wird sie fast ausschließlich für die Futter-, Sprit- und Rohstoffproduktion eingesetzt; gerade auch in Ländern wie Argentinien, Brasilien oder Indien in denen Menschen hungern, während dort gleichzeitig Milliarden mit Agrar-Exporten verdient werden. Wissenschaftler und Experten, zuletzt der Weltagrar-Rat und auch das Technikfolgenabschätzungs-Büro des Deutschen Bundestages stellen fest, dass die Gentechnik nichts zur Linderung des Hungers auf der Welt beiträgt.

mehr:


http://newsbattery.blogsport.de

USA

Muskelspiele: USS Abraham Lincoln in den Persischen Golf entsandt

World Content News – Noch in dieser Woche soll das Kriegsschiff der Nimitz-Klasse zusammen mit dem Hilfs-und Versorgungsschiff USS Rainier für einen sieben Monate geplanten Einsatz in den Gewässern des Persischen Golf eintreffen.

US-Verteidigungsminister Robert Gates will darin keine Eskalation sehen. Gleichzeitig bemerkte er aber, es sei eine „Erinnerung“ an die US-Militärmacht in der Region. Gates bestritt jedoch, dass die USA den Boden für Militärschläge gegen den Iran vorbereitet. Ein Marinesprecher sagte unterdessen, dieser Flugzeugträger sei lediglich als Ersatz für die USS Harry S. Truman geplant. Die Überschneidung der Anwesenheit beider Kriegsschiffe werde nicht länger als ein oder zwei Tage betragen.


Kommandoschiff USS Abraham Lincoln

Die Armeeführung beschuldigt Iran, Waffen an irakische Aufständische zu liefern und will dafür auch eindeutige Beweise haben. „What the Iranians are doing is killing American servicemen and -women inside Iraq„, sagte Gates. Auch die Unterstützung der Taliban in Afghanistan wird Irans Präsidenten Ahmadinedschad neuerdings in die Schuhe geschoben.

http://www.cbs.com/thunder/swf/rcpHolderCbs-prod.swf
CBS: USA entwickelt Angriffsplan gegen den Iran

Während dessen befindet sich Ahmadinedschad auf einer mehrtägigen Südasien-Reise, um neue Energieverträge abzuschließen, die das Land vor drohenden Sanktionen schützen sollen. China, Indien und Pakistan sind nicht gewillt, die Isolationsforderungen der USA zu erfüllen. Im Mittelpunkt eines Besuchs in Neu-Delhi stand der geplante Bau einer Gaspipeline von Iran über Pakistan nach Indien. Das Projekt ist mit 7,5 Milliarden Dollar veranschlagt.

Außerdem will Russland mit dem Iran möglicherweise eine sogenannte Gas-OPEC gründen. Dies versetzt wiederum die Europäer in Aufregung, denn künftig könnte man über Gazprom iranisches Gas geliefert bekommen, was die Sanktionsbeschlüsse unterlaufen würde.

Quellen:
New US carrier in Gulf a „reminder“ to Iran: Gates
(Reuters, 30.04.2008)
Ex-CIA analyst thinks Bush plans to attack Iran this year
(Charleston Gazette, 30.04.2008)
Ritter: US will target Iran next (presstv.ir, 29.04.2008)
US: Iran, Syria, destabilizing Iraq (presstv.ir, 29.04.2008)
England: Iran liefert Waffen an Aufständische im Irak
(20min.ch, 28.04.2008)
Iran says Iraq situation makes U.S. attack unlikely
(Yahoo, 27.04.2008)
Britons kidnapped in Iraq are „held by Iran“
(The Times, 27.04.2008)
Iran setzt Gasvorräte als Schutzwall gegen USA ein
(Handelsblatt, 30.04.2008)
Schweiz soll Gasvertrag mit Iran annulieren
(20min.ch, 30.04.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News