Unkategorisiert

Fristlos gefeuert – Nichtraucher „stören“

onlineredaktion – In einem kleinen Schleswig-Holsteiner Computerladen muss es, glaubt man den Worten des Chefs, katastrophal zugehen. Ein Fressen für jeden Unternehmensberater, aber ein Paradies für Raucher und Trinker und ein Festschmauss für die Boulevardpresse.

Wie die Hamburger Morgenpost (MOPO) heute schreibt, habe der Firmeninhaber drei seiner Angestellten fristlos gekündigt. Gegenüber der Zeitung soll er gesagt haben: „Die sind Nichtraucher und stören den Betriebsfrieden. – Die nicht rauchenden Mitarbeiter waren tatsächlich der Meinung, sie hätten Anspruch auf rauchfreie Zonen. Dieses habe ich mit der fristlosen Kündigung klar beantwortet. Raucher sind bei uns nunmal die besseren und ausgeglichenen Angestellten.“

Wie ausgeglichen sie offensichtlich sind, ergab unser Versuch die Firma telefonisch zu erreichen, um mehr über die Sache zu erfahren. Es nahm niemand ab.

So bleibt uns nur zu vermuten, dass wieder einmal ein Kunde ein Teilchen gekauft hat, denn nach Geschäftsabschlüssen sitze man in dieser Firma zusammen, rauche und trinke, wie der Firmeninhaber der MOPO, die sich mit der Geschichte auf der Titelseite erregt, mitgeteilt hatte.

deutschland

„Das Maß ist voll!“ – Abschiebung für Generalbundesanwältin Monika Harms?

onlineredaktion – Für die Linksfraktion sind die Rechtsbrüche der nicht mehr zu ertragen. Da man sie nicht einfach feuern könnte wie beispielsweise nichtrauchende Mitarbeiter eines Büsumer IT-Händlers, bleibt für sie gegenwärtig nur der „einstweilige Ruhestand“.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) wurde von der Linksfraktion nun aufgefordert Monika Harms sofort nach Hause zu schicken. Wegen ihrer Durchsuchungsaktion bei Gegnern des G8-Gipfels in Heiligendamm habe sie sich nunmehr zum dritten Mal vom Bundesgerichtshof (BGH) Rechtsbruch vorhalten lassen müssen, erklärte der rechtspolitische Sprecher der Fraktion und frühere BGH-Richter Wolfgang Neskovic am Montag in Berlin. „Das darf nicht ohne personelle Konsequenzen bleiben. Das Maß ist voll!“, tönte er. Als politische Beamtin könne Harms ohne nähere Begründung in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Zypries sollte diesen Schritt jetzt vollziehen.

Rüffel für Bundesanwältin wegen Kompetenzüberschreitung

afrika

Die Kongo-Plünderer

Dr. Alexander von Paleske —- 6.1. 2008 — Die Demokratische Republik Kongo (DRC) hat riesige Rohstoffreserven von geschätzten 27 Billionen (27.000.000.000.000) US-Dollar, insbesondere Diamanten, Kassiterite (Quarzstufe mit Zinn) Kupfer, Kobalt, Coltan, Zink, Niob, Gold, Uran, Eisen und Silber. Sie besitzt 10 Prozent des weltweiten hydroelektrischen Potentials, außerdem genügend landwirtschaftliches Potential, um das gesamte Westafrika mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Gleichwohl gehört die DRC, gemessen an dem Pro-Kopf-Einkommen, der Lebenserwartung, der Mütter- und Kindersterblichkeit zu den Ländern am untersten Ende der Welt-Skala.

Da der Reichtum an Rohstoffen schließlich gefördert wird, muss es also auch Gewinner geben, wenn es nicht die Bevölkerung selbst ist.

Und diese Gewinner brauchen staatliche Unterstützung in Form von Gewährung und Schutz von Bergbau-Konzessionen etc. Doch wir reden von Plünderei, denn darum handelt es sich, wenn die Reichtümer nicht in angemessener Form der Bevölkerung zugute kommen. Werfen wir also einen Blick auf die Plünderer.

Die alten Plünderer
Zu den Rohstoffen, die in der Zeit vor und nach der Unabhängigkeit (1960) vorwiegend geplündert wurden, gehörten einerseits Diamanten und andererseits die Rohstoffe der Katanga Provinz, dort vor allem Kupfer, Kobalt, Uran und Eisenerz.

In Katanga waren es wesentlich zwei Minengesellschaften, die Union Minere (heute: der belgisch-Luxemburgische Großkonzern Umicore) und die belgische Forrest Group, die heute immer noch dort existiert und mittlerweile verbandelt ist mit der OM Group aus Ohio/USA.

Eine nennenswerte Infrastruktur gab es nur in unmittelbarer Nähe der Minen, naemlich Schulen, Krankenhäuser, ein paar Straßen, und es gab die Eisenbahnverbindung zum Abtransport der Rohstoffe nach Sambia, bzw. die Benguela-Eisenbahn nach Lobito/Angola, bevor sie von der angolanischen Unita völlig zerstört wurde.

Die Minen und Schmelzen der Union Minere wurden 1967 von der Regierung Mobutu nationalisiert, die neue Staatsgesellschaft heißt Gecamines (Generale des Carrieres et des Mines) und deren Einnahmen trugen in den 1970er Jahren zu mehr als 50 Prozent des Staatshaushalts bei, von dem wiederum nach Angaben der Weltbank mehr als 60 Prozent Staatspräsident Mobutu direkt zur persönlichen Verschwendung zur Verfügung standen.

Ein Mann namens Tempelsman
Für das Diamantenkonglomerat de Beers war im Kongo der Diamantenhändler Maurice Tempelsman aktiv. Der war später auch einmal der romantische Partner der Kennedy-Witwe Jaqueline Kennedy-Onassis und auch der späteren Außenministerin unter Bill Clinton, Madeleine Albright.

Die Ankündigung des ersten Ministerpräsidenten des Kongo, Patrice Lumumba, die Minen und den Handel mit Rohstoffen zu nationalisieren, löste bei de Beers Panik aus, denn ein Drittel von dessen Diamanten im Jahre 1960 stammten aus dem Kongo. Patrice Lumumba bezahlte sein Eintreten für die Verteilung des Reichtums an die Bevölkerung mit seinem Leben. Belgien und die USA waren die Hintermänner.

Tempelsman, dank seiner ausgezeichneten Verbindungen in die politischen Kreise Washingtons, sorgte dafür, dass diejenigen Regierungen in Afrika politische Unterstützung erhielten, die ausländischen Konzernen Tür und Tor öffneten; vor allem natürlich Länder, in denen Diamanten gefördert wurden.

Heute gilt Tempelsman als harter Befürworter eines Bannes des Handels mit sogenannten Blut-Diamanten, also Diamanten aus Ländern mit militärischen Konflikten oder zur Finanzierung derartiger Konflikte.

Wer zu spät kommt, den bestrafen die neuen Herren
Im Jahr 1996 ist Mobutus Zeit abgelaufen, Laurent Kabila auf dem Weg nach Kinshasa, um Mobutu zu verjagen, der 1. Kongo-Krieg hat begonnen. In einigen Konzernzentralen spricht sich das nicht so schnell herum, insbesondere bei de Beers und deren Schwesterunternehmen Anglo American. Die setzen weiter auf den alten Kleptokraten Mobutu.

Aber ein anderer Herr hat Lunte gerochen, sein Name Raymond Boulle, ein Brite aus Mauritius stammend einstmals Angestellter der Firma de Beers und für diese Firma seinerzeit in Krisengebieten Afrikas zum Einkauf von Diamanten unterwegs.

Boulle hat gerade 500 Millionen US-Dollar klar gemacht, nachdem er mit seinem Geschäftspartner, dem ehemaligen Drogenbaron Robert Friedland alias Toxic Bob, in Voiseys Bay/Labrador die größte Nickelmine der Welt entdeckt und an den Nickelkonzern INCO weiter verkauft hatte, wir berichteten darüber. Boulle setzt auf Kabila, kauft ihm für ein Butterbrot und ein Ei Bergbaukonzessionen in Katanga ab, obgleich Kabila noch gar nicht an der Macht ist, füllt Kabila die Kriegskasse mit US-Dollars auf und chauffiert ihn im Lear-Jet seiner Minenfirma AMF (American Mineral Fields) von Feldflughafen zu Feldflughafen. Und mit seiner Firma American Diamond Buyers (ADB) streicht er gleichzeitig noch Aufkaufrechte für Diamanten ein, die vormals allein de Beers, seinem früheren Arbeitgeber zustanden.

De Beers samt seinem Manager Davenport fliegen aus dem Kongo heraus, nachdem Kabila in Kinshasa eingetroffen ist. Aber Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, kurze Zeit später wird Anglo-American Partner bei Boulles AMF. Mittlerweile ist Boulles Firma, die sich in Adastra umtaufte, von der britisch-kanadischen Firma First Quantum geschluckt worden, auch diese im Kongo tätig. Auch bei First Quantum findet sich im Top-Management eine illustre Persönlichkeit, Rupert Pennant-Rea. Der war in den Jahren von 1993-1995 Vizepräsident der altehrwürdigen Bank of England und ließ seine Geliebte gerne ohne Unterwäsche (time is money) und unter falschem Namen nach Feierabend bei der Bank Einlass begehren, was Pennant-Rea in der britischen Presse prompt den Spitznamen „Bonk of England“ einhandelte und das Ende seiner Karriere bei der Bank nach sich zog.

Boulle hat Afrika keineswegs verlassen, sondern ist weiter über die Firma Diamond Fields in Afrika tätig, vorwiegend in Namibia.

Barrick Gold
Auch die Firma Barrick Gold, einst von dem Waffenhändler und Großbetrüger Kashoggi mit gegründet, verhandelt. Barrick Gold, mittlerweile der größte Minenkonzern in Sachen Goldförderung, ist eine Art Sammelbecken für ehemalige Staatsbedienstete innerhalb und außerhalb der USA. Illustre Namen finden sich dort, neben dem ehemaligen deutschen Bundesbankpräsidenten und ehemaligen Sozialdemokraten Karl Otto Pöhl, der ehemalige kanadische Regierungschef Mulroney, John Crow (ehemaliger Direktor der kanadischen Zentralbank) Lord Charles Powell of Baywater (Mitglied des britischen Oberhauses und ehemaliger Privatsekretär von Margaret Thatcher), William Cohen (ehemaliger US Verteidigungsminister), Vernon Jordan (ehemaliger Berater von Bill Clinton) und einige mehr.

Und nicht zu vergessen die ehemaligen Aufsichtsräte wie Ex US- Präsident GHW Bush, und dessen ehemaliger Stabschef Howard Baker, ebenso wie ex CIA-Chef Richard Helms. Aber auch stramme Interessenvertreter der US-amerikanischen Politik in Lateinamerika sind dort zu finden, wie Gustavo Cisneros, der „Rupert Murdoch von Lateinamerika“. Cisneros ist erklärter Gegner seines Landsmannes und Präsidenten von Venezuela, Hugo Chavez.

Barrick verhandelt mit den alten und neuen Herren gleichzeitig, und das mögen die neuen Herren nicht. Und Barricks Konzessionen liegen im Distrikt Ituri in der Nähe der Grenze zu Uganda, und da ist es zum damaligen Zeitpunkt etwas unruhig. Das mag Barrick nicht. Aber die werden sicherlich bald wiederkommen, dem Lockruf des Goldes folgend.

Neuer Krieg, mehr Plünderer
Bevor die Neuaufteilung der Konzessionen richtig abgeschlossen werden kann, greifen 1998 Uganda und Ruanda mit Billigung und Unterstützung der USA und Großbritanniens den Kongo an, der zweite Kongokrieg beginnt und wird 4 Millionen Menschen das Leben kosten.

Im Osten der DRC plündern nun diese Angreifer. Uganda mit seinem General Salim Saleh alias Caleb Akwandanaho, Halbbruder von Ugandas Präsident Museveni, vorwiegend in dem Distrikt Ituri; da gibt es Gold und Edelhölzer.

Ruanda plündert in den Provinzen Nord und Süd Kivu, dort gibt es Coltan, dringend gebraucht bei der Herstellung von Playstations, Laptops und Handys. Ruanda findet gleich 1500 Tonnen, eine 7-Jahres-Produktion: Die schafft deren Frachtoffizier, der Russe Viktor Bout, alias Afrikas Merchant of Death, außer Landes und bringt auf dem Rückweg Waffen mit. Käufer des Coltans, an dem das Blut des Krieges klebt und das Ruanda 250 Millionen US-Dollar in 18 Monaten einbringt, sind unter anderem die deutsche Firma H.C. Starck aus Goslar (bis vor kurzem noch zum Bayer-Konzern gehörend, mittlerweile an eine „Heuschrecke“ verkauft), und die US-amerikanische Firma Cabot.

Und Uganda und Ruanda plündern zusammen in der Provinz Orientale, dort gibt es vor allem Diamanten, und dort kommen sie sich dann auch mal gegenseitig ins Gehege, wie in der Stadt Kisangani, und beschießen sich gegenseitig, was den Tod von Tausenden von Zivilisten zur Folge hat.

Robert Mugabes Plünderer
Aber auch in der Diamantenstadt Mbuji Mayi und in Katanga machen sich neue Plünderer breit, denn Kabila, nachdem Ugandas und Ruandas Soldaten vor den Toren der Hauptstadt stehen, ruft Angola, Zimbabwe und Namibia zu Hilfe, die Ruandas und Ugandas Truppen dort verjagen, aber auch bezahlt werden müssen. Kabila hat kein Bares, also „bezahlt“ er mit Schürfrechten. Und der simbabwische Unternehmer und Mugabe-Freund Billy Rautenbach wird Chef der staatlichen Minengesellschaft Gecamines.

Rautenbach, mittlerweile in Südafrika mit Haftbefehl gesucht, ist Gangster und Unternehmer zugleich, aber natürlich nicht jemand, der einen Minenkonzern auf Vordermann bringen kann. Ihm liegt mehr daran, z.B. Kobalt illegal außer Landes zu schaffen. Gleichzeitig verhökert er als Chef der Gecamines Schürfrechte z. B. an eine Firma Camec, an der er selbst wieder beteiligt ist, ein In-Sich-Geschäft sozusagen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen. Im Jahr 2000 wird er gefeuert.

Zimbabwe mit seinen Plünderern wie Minister Emmerson Mnangagwa, den Mugabe-Freunden John Bredenkamp und Billy Rautenbach fehlt es an Kapital und Expertise, sie alle wollen nur die schnellen Dollars machen. Und mit dem Ende des 2. Kongo-Krieges verschwinden sie wieder.

Die Israelis treten auf den Plan
Aber auch bei der Alleinvermarktung der Diamanten taucht eine neue Firma auf, Dan Gertler Diamonds (DGD) welche die Diamanten zur Weiterverarbeitung nach Israel schafft. Die Regierung in Kinshasa muss die Kriegskasse füllen, und Dan Gertler verspricht, dabei zu helfen. Gertler bekommt im Gegenzug ein Monopol und später Schürflizenzen in Katanga. Er wird ein guter Freund des Präsidenten Joseph Kabila.

Nach dem Ende des 2. Kongokrieges im Jahr 2003 ist das Land viele seiner Schürfrechte los, oftmals an windige Investoren und ohne substantielle Gegenleistung. Diese Investoren warten nur darauf, diese billigst erworbenen Schürfrechte zu einem geeigneten Zeitpunkt an potente Minenfirmen mit maximalem Profit weiter zu veräußern. Oder aber diese Schürfrechte befinden sich schon in den Händen von potenten Minenfirmen. Aber die Regierung profitiert nicht davon, weil die Verträge nur die Interessen der Firmen dienen und oftmals durch pure Korruption zustande gekommen sind. Die Rohstoffgewinnung hat einen Tiefpunkt erreicht. Viele der geförderten Rohstoffe werden zudem illegal außer Landes geschafft, vorwiegend nach Südafrika.

In dieser verzweifelten Lage setzt nun die Regierung eine Kommission ein, die Lutundula Parliamentary Commission. Und deren Bericht, der unter Verschluss gehalten wurde, von dem aber Teile durchsickerten, kritisiert, dass die „Bergbaujuwelen“ verscherbelt wurden, ohne dass das Land einen Nutzen davon hatte, und oftmals an windige Investoren ohne eine Kapitalbasis, die nötig ist, um die Bergbauindustrie wieder anzukurbeln. Der Bericht empfiehlt praktisch eine Annullierung bzw. Neuverhandlung aller Verträge. Die Regierung zögert jedoch, viele ihrer Minister haben gegen viel Bares die Plünder-Verträge mit unterzeichnet.

Und nun China
Und nun kommt wie ein Paukenschlag die Ankündigung der Regierung, dass die Volksrepublik China gewaltige Schürfrechte vorwiegend- aber nicht ausschließlich – in der Bergbauprovinz Katanga kriegen soll. Als Gegenleistung soll die Infrastruktur entwickelt werden, also Eisenbahn, Hospitäler, Straßen und Schulen. Die chinesische Regierung stellte im September vergangenen Jahres dafür 3,5 Milliarden US-Dollar bereit. Die chinesische EXIM-Bank stellte 8,5 Milliarden US-Dollar bereit zur Rehabilitierung der Minenindustrie, und weitere Kredite wurden im Oktober vergangenen Jahres mit der chinesischen Development Bank unter Dach und Fach gebracht. Es dürfte Addio heißen für eine ganze Reihe von Firmen, die zurzeit den Kongo plündern. Das Geschrei in Europa und den USA ist entsprechend. Ob die Chinesen nur die Plünderei fortsetzen, wird sich zeigen.

Schlimmer als es ist, kann es eigentlich nicht werden, nur besser.

Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Gletscher, Safari und Zyanid – Barricks-Gold
Ugandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.
Viktor Bout, Afrikas “Merchant of Death”
Global Player –
Ex-Drogenhändler Robert Friedland und seine Spießgesellen

Global Player –
Robert Friedland in Guayana und auf den Spuren von Dschingis Khan

deutschland

Graupners Wort am Sonntag „Was ziehe ich zur Demo an?“

Bastian Graupner – Umgeworfene Müllcontainer auf den Straßen, explodierende Feuerwerkskörper, die auf Polizisten geworfen wurden – so sah es Neujahr in Hannover aus. Unter dem Motto „Außer Kontrolle! Überwachungsstaat abknallen!“ führten zumeist linksradikale aus der autonomen Szene eine Silvesterdemo gegen Repression und Überwachung in der niedersächsischen Landeshauptstadt durch. Dass nach Beendigung der Demonstration Krawalle ausbrachen, war abzusehen – Sprengstoff ist zwischen Weihnachten und Neujahr immerhin an allen Ecken zu kaufen und auch die Politik bietet wieder einmal genügend Proteststoff: Totale Protokollierung des Internets, der Telefone, E-Mails und Handys.


Nach Auflösung der „Antirepressionsdemonstration“ in Hannover zogen viele TeilnehmerInnen randalierend durch den Stadtteil Neustadt…


…und zerstörten einige Autos. Neustadt gilt als Linksalternatives-Stadtviertel mit hohem Migrantenanteil. Gerade weil einige DemonstrationsteilnehmerInnen im „eigenen Viertel“ randalierten, störten sich viele Linke an der Gewalt.

Eine neue Gewalt-Debatte in der radikalen Linken ist entbrannt. Im unabhängigen linken Medienportal „Indymedia“ hagelt es Kommentare zum Bericht über die Hannoveraner Demonstration. Die meisten davon kritisch, wie beispielsweise dieser anonyme Kommentar:

„Warum muss man bitte Kleinwagen entglasen und beschädigen? Muss man gleich den Kopf verlieren, wenn man mal legal rumböllern kann? Es gibt Menschen, die sich mit aller Not ein Auto zulegen und sich über ein kleines Auto freuen und dann wirds von nen paar Vollidioten zertrümmert!“

Ähnlich äußern sich die meisten der zahlreichen KommentarschreiberInnen. Allzu oft enden linke Demonstrationen in Ausschreitungen. Ein gefundenes Fressen für die politischen Gegner, die sich durch solche Randale zu noch schärferen Sicherheitsgesetzen legitimieren. Auch die konservative und sogar die linke Presse stoßen sich an solchen Gewaltexzessen: Wer Gewalt anwendet, hat schon verloren. Die linke Szene muss merken, dass man die Leute nicht überzeugt indem man deren Eigentum zerstört. Doch woher kommt die Gewalt?

Mit dem Kopf durch die Wand
Das Publikum auf einer Demonstration besteht meist aus jungen Menschen. SchülerInnen, StundentenInnen und Auszubildende sind es oft, die in den ersten Reihen einer linken Demonstration mitlaufen. Natürlich ändert sich die Altersstruktur je nach Thema der Demonstration. Bei der Großdemonstration gegen den G8-Gipfel am 2. Juni 2007 in Rostock mit rund 80.000 TeilnehmerInnen waren auch zahlreiche Alt-68erInnen und eben nicht nur junge Menschen – auch wenn die Jungen immer noch einen großen Teil ausmachten.

Die Gewalt geht – wie auch in Rostock – meist von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus. Auch in Hannover sollen vor allem junge Menschen gewütet haben – nach Augenzeugenberichten sollen die Demo-TeilnehmerInnen zwischen 14 und 25 Jahren alt gewesen sein. Dies wundert nicht. Junge stürmische Hitzköpfe gab es schon immer. Das diese in den meisten Fällen männlich sind, ist bei der Struktur der meisten linksradikalen und autonomen Gruppen – in der Frauen leider meist deutlich in der Minderheit sind – ebenfalls kein Wunder.

Gewalt auf linken Demonstrationen geht also meist von jungen, männlichen Menschen aus, die sich oftmals in der autonomen Szene bewegen. Junge Leute haben eben viel Energie, wollen – wenn sie politisch sind – etwas bewegen und dies leider oft auch durch den Einsatz von Gewalt – ein völliger Trugschluss.

Frust spielt sicher auch eine Rolle: Laut der Shell-Jugendstudie 2006 sehen 53 Prozent der 12- bis 25-jährigen ihre Zukunft als düster, ein Plus von 8 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr. Diese Zukunftsängste sind unter anderem der Grund für Jugendkriminalität und Gewalt.

Ein weiterer Grund: Die politischen Jugendlichen schaffen keinen grundlegenden politischen Umbruch – in der heutigen parlamentarischen Demokratie spielt die Bevölkerung nur eine nebengeordnete Rolle. Die Wut vieler Jugendlicher hat wohl dieselbe Basis, egal, ob es nun unpolitische Hooligans, Links- oder auch Rechtsradikale sind. Krawalle nach Demonstrationen sind auch nichts Neues – ärgerlich waren sie schon immer. Doch was tun?

Ausschreitungen verhindern
Beim Protest gegen den G8-Gipfel distanzierten sich große Organisationen wie Attac von den Gewalttaten, die während der Großdemonstration geschahen. Auch die Organisatoren der neuerlichen „Antirepressionsdemonstration“ in Hannover distanzieren sich von der Gewalt. Dennoch wirkt eine Demonstration auf Außenstehende wie eine homogene Masse, wenn auf einer politischen Veranstaltung – oder sogar nach offiziellem Ende – Steine fliegen, diskreditiert dies häufig die ganze Veranstaltung. In den Medien wird leider zu selten zwischen GewalttäterInnen und friedlichen DemonstrantInnen unterschieden – Hetzmedien wie die BILD-Zeitung verstärken dies zudem und versuchen gar nicht erst objektiv zu bleiben. Meist stehen den Tausenden friedlichen DemonstrantInnen einige Dutzend Gewalttätige gegenüber.

Was ist spektakulärer? Vermummte Steinewerfer oder friedliche PACE-Fahnen schwingende Menschen?
Bei aller Kritik an den jungen Krawallmachern darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Polizei heute Zivilpolizisten in Demonstrationen schleust – das bestreitet nicht einmal mehr die Polizei selbst. Nachdem einige so genannte „Agent Provocateur“ bei den Protesten gegen den G8-Gipfel enttarnt und sich zu ihren Kollegen in den grünen Kampfmonturen flüchteten, konnte deren Existenz durch die Polizei nicht mehr geleugnet werden. Die getarnten Staatsbediensteten sollen sogar dazu aufgefordert haben, sich zu vermummen und mit Steinen zu werfen. Das sich „Agent Provocateur“ ebenso wie unpolitische Hooligans, die einfach nur Krawall machen wollen, nicht in Demonstrationen mischen, ist schwer zu verhindern – sogar Nazis sollen sich manchmal getarnt unter die Leute mischen, um die politische Demonstration durch Krawalle zu verunglimpfen. Es muss jedoch getrennt werden zwischen TeilnehmerInnen, die nur inmitten der Demo sind, um die politische Veranstaltung zu diskreditieren und solchen, die zwar Krawalle machen, aber noch dazu überredet werden können friedlich zu bleiben.

Klar, Rechtsextremisten und „Agent Provocateur“ schleusen sich nur ein, um Stress zu machen und haben mit den politischen Zielen der Demonstration nichts zu tun, ganz im Gegenteil verfolgen sie ihr eigenes politisches Ziel indem sie die Veranstaltung der politischen Gegner gezielt unterwandern und diskreditieren.

Eine neue Debatte – Machen Kleider gewalttätig?
Anders sieht es mit der autonomen Szene und dem so genannten „Schwarzen Block“ aus. Zwar sind dies erfahrungsgemäß die oben genannten jungen Heißsporne – und zum Teil auch gewaltbereit – aber nicht jede Demonstration der Autonomen endet mit einer Straßenschlacht. Dass Ausschreitungen meist aus Reihen des „Black Blocks“ kommen, liegt an der Anfälligkeit durch politische Gegner.

In einem Block, in dem alle Demo-TeilnehmerInnen schwarz gekleidet und meist vermummt rumlaufen, ist es einfach unterzutauchen – für Hooligans, Nazis, Agent Provocateur und andere Gegner. Die Anfälligkeit ist ein generelles Problem des Blocks.


Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? In den ersten Reihen der „Black Block“ auf der Demonstration gegen das ASEM-Treffen kurz vorm G8-Gipfel am 28.Mai 2007 in Hamburg.


Auf der Großdemonstration gegen den G8-Gipfel am 2.Juni 2007 in Rostock beteiligten sich rund 2.500 Menschen am „Black Block“ der „Interventionistischen Linken“.


Hamburg hat eine große autonome Szene und dementsprechend einen großen „Black Block“, wie auf dem Foto von der „Antirepressionsdemonstration“ am 15. Dezember 2007 zu sehen. In anderen Großstädten wie Berlin hat der Schwarze Block nicht weniger Zulauf. Bei allen dieser drei Beispiele gab es am Ende beziehungsweise nach der Demonstration heftige Ausschreitungen. Doch vertreten wirklich alle schwarzen Kapuzen den Inhalt der Demo oder haben sich Menschen in die Demo geschleust, um diese durch Gewalt zu diskreditieren?

Es wäre deshalb eine Überlegung den Block aufzulösen – eine bunte Demonstration gebe auch ein viel freundlicheres Bild ab. Natürlich birgt dies das Risiko von der Polizei gefilmt zu werden, doch was haben die TeilnehmerInnen wirklich zu befürchten? SchwerverbrecherInnen werden sich erst garantiert nicht auf öffentlichen Demonstrationen blicken lassen – oftmals wird sich aus „coolness“ und Dummheit vermummt – Gesicht zeigen für die eigene Meinung wäre die Alternative. Zwar hat der Schwarze Block eine einheitliche Kleiderordnung, doch die Meinung im Block ist durch die leichte Unterwanderung sicherlich nicht so einheitlich. Trotzdem wären einheitliche Klamotten auf Demos nicht wünschenswert: „Mensch soll sich anziehen können wie Mensch will.“

Ein Hinweis der VeranstalterInnen wäre eine sanfte Maßnahme – die aber wohl auch wenig Beachtung fände. Wer sich wie kleidet, muss jede(r) selbst wissen. Aber auch ohne einen leicht zu unterwandernden Black Block kann es Gewalt auf Demonstrationen geben.

Eine große Verantwortung kommt den VeranstalterInnen entgegen, die die Pflicht haben ihre Demonstration zu beruhigen. Auch wenn die polizeiliche Repression auf Demonstrationen – Wanderkessel, filmen der DemonstrationsteilnehmerInnen, Überwachung aus der Luft, etc. – oft übertrieben ist, sollten die VeranstalterInnen die Stimmung nicht zusätzlich anheizen und nicht provozieren.

Provokation ist wiederum ein beliebtes Mittel der Polizei, um politische Veranstaltungen zu stören: Der Polizeiwagen, der auf der Großdemonstration gegen den G8-Gipfel in Rostock zufälligerweise mitten in der demonstrierenden Masse stand, war Auslöser der dortigen Krawalle. Die Leute – vor allem die Autonomen – waren nicht mehr zu bremsen und reagierten sich – wie im Wahn – an dem Fahrzeug ab. Besonders auf Großdemonstrationen wird deutlich, dass die VeranstalterInnen trotz der bereitgestellten OrdnerInnen nicht in der Lage sind, eine Demonstration im Zaun zu halten. Im Endeffekt liegt es an den TeilnehmerInnen selbst, die Veranstaltung friedlich verlaufen zu lassen. Die Massen müssen ein Zeichen gegen Gewalt setzen und die gewaltsamen TeilnehmerInnen aufhalten.

Das setzt eine neue Gewaltdebatte in der Szene voraus. Momentan werden Ausschreitungen einiger DemoteilnehmerInnen allzu oft toleriert, weil sich die Menschen einfach nicht mit dem Thema „Gewalt“ auseinandergesetzt haben. Somit muss das Thema unbedingt einen höheren Stellenwert innerhalb der politischen (radikalen) Linken erhalten. Die Debatte darf nicht nur von Alt-68-erInnen aus der Hippie-Bewegung geführt werden, sondern muss auch bei jungen radikalen Leuten auf der Tagesordnung stehen.

Welchen Erfolg gewaltfreie Aktionen haben können, zeigen die Blockade-Tage um den G8-Gipfel in Heiligendamm. Zwischen dem 6. und 8. Juni 2007 wurden die Zufahrtswege zum Tagungsort der G8 erfolgreich und friedlich durch sitzende DemonstrantInnen blockiert. Da es bei diesen Blockaden oft keinen Black Block gab, wurden sogar mehrere Zivilpolizisten – die auf der Blockade dazu aufgerufen haben sollen die uniformierte Polizisten mit Steinen zu bombardieren – von den anderen friedlichen DemonstrantInnen enttarnt. Die (ent-)getarnten Staatsbediensteten sollen die einzigen Vermummten auf der Blockade gewesen und nervös herum gerannt sein – das fiel auf.

Auch medial gaben die friedlichen Protesttage ein grandioses Bild ab: Auf einer Straße im Nirgendwo sitzende Menschen wurden grundlos von brutalen Polizisten mit Wasserwerfern angegriffen. Medien berichteten von den friedlichen Protesten und die Bevölkerung bekam ein Bild exzessiver Polizeigewalt zu sehen, was den gewaltlosen ProtestlerInnen einige Sympathien einbrachte. Besonders als die Polizei mit ihren Schnellbooten nach einer wilden Verfolgungsjagd ein kleines Schlauchboot der Umweltschutzorganisation Greenpeace überfuhr und dabei einige Insassen verletzte, waren die Sympathien der meisten Menschen klar auf Seiten der Opfer. Zuvor wurden einige Greenpeace-Aktivisten von einem größeren Boot gerammt und aus ihrem Schlauchboot geschleudert – Ziel der Aktion war es, den G8 eine Petition für den Klimaschutz zu überreichen.

Eine andere gewaltlose Aktionsform auf Demonstrationen sind die Clowns. Auch gegen die DemonstrantInnen der so genannten „Clown’s Army“ kam es während der Proteste zu Repressionen und vollkommen absurden Bildern. Polizisten ließen die Clowns ihre Rucksäcke entleeren – den Knüppel griffbereit, weil die Polizeiführung behauptete die Clowns führten Säure in ihren Wasserpistolen mit – was freilich nie bewiesen werden konnte. Auf einem Video von „G8-TV“ ist zu sehen, wie ein Clown von der Polizei festgenommen wird, weil er eine Jacke im Bundeswehr-Tarnmuster trägt – die Jacke wurde ihm abgenommen und der Clown, der ein Nudelsieb auf dem Kopf trägt, wieder freigelassen. Die polizeilichen Eingriffe bei den gewaltlosen Protesten führten zu Unmengen dieser absurden Bilder in den Medien.

Es gibt zahlreiche gewaltlose Aktionsformen auf Demonstrationen. Da der Schwarze Block sehr anfällig für politische GegnerInnen ist, sollte überlegt werden, diese Aktionsform – von der oft Gewalt ausgeht – fallen zu lassen. Dennoch liegt es immer an den DemoteilnehmerInnen selbst friedlich zu sein und dafür zu sorgen die Veranstaltung friedlich durchzuführen. Jede(r) DemonstrantIn muss sich verpflichtet fühlen die Demonstration in einem guten Licht stehen zu lassen, um ein positives Bild in der Bevölkerung abzugeben und so die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Schließlich sollen Demos immer Demos bleiben und der Bevölkerung demonstrieren gegen was oder wofür Mensch ist.

Deshalb: Erst denken, dann handeln! Eine neue – umfassende – Gewaltdebatte in der linken Szene ist nötig! Mensch muss sich schließlich nicht gleich für die nächste Demo in einen biederen Angestelltenanzug zwängen. Aber eine Verwirrung für die Polizei wäre es allemal.

terror

Who killed Benazir Bhutto and why

(Pakistani journalist Hamid Mir wrote an insider’s analysis of the situation in Pakistan, following the brutal killing of Mrs. Benazir Bhutto in Rawalpindi, on December 27, 2007. His article will be first published in a leading Polish weekly “Wprost”(vprost = direct) on Monday, January 7, 2008. Today we present some excerpts from this article in a short preview. The full text will be posted on the CFP on Monday. – David Dastych)

Hamid Mir – Islamabad-Benazir Bhutto left this world in 2007 but she will keep shining on the international scene with a new agenda in 2008. The Late Benazir Bhutto wanted to become a bridge between the Muslim world and the West. Can her wish become a reality after her assassination on December 27th 2007?

The answer is “yes.” Just a few days before her death, the first woman Prime Minister of a Muslim country finalized the manuscript of her new book entitled “Reconciliation: Islam, Democracy and the West”. Mark Siegel had worked on it with Benazir Bhutto as a collaborating writer from the West. Harper Collins, the renowned American publishing company is trying to market this book in February 2008.The launching of the book will accelerate the debate about the reconciliation between Islam and the West through democracy. This debate may give a new life to Benazir Bhutto, but keeping this debate alive will be the biggest challenge for the Pakistan People’s Party (PPP) in 2008.

Father and son at the helm of PPP
Benazir Bhutto and BilawalThe new year 2008 will bring a lot of challenges for the new Chairman of the Pakistan People’s Party, Mr. Bilawal Zardari(19) and the Co-Chairperson his father, Mr. Asif Ali Zardari (52).The same kind of challenges were faced by the late Benazir Bhutto in 1979, after the hanging of her father Zulfiqar Ali Bhutto by a Pakistani military regime. At that time her mother Nusrat Bhutto took over the party as Chairperson and Benazir Bhutto (26) was declared Co-Chairperson. In 1979, General Zia ul Haq postponed the general elections for an indefinite period because he was aware that PPP would be benefited by the wave of sympathy created after the hanging of its founder chairman. PPP never faced the challenge of going into elections in 1979. The only big challenge was the political survival of the party and the Bhutto ladies met that challenge with lots of courage. Later on it was the Co-Chairperson Benazir Bhutto who led the party in practical terms and now her widower, Asif, will lead the party as Co-Chairperson in the same way.

In 2008, the new Chairman and Co-Chairman of PPP have to face much bigger problems than these their party faced in 1979. President Pervez Musharraf cannot delay the elections for more than two months, and they already have been scheduled for February 18, 2008. Bhutto’s party will go into the election campaign immediately after the assassination of its legendary leader Benazir. Finding out the mastermind behind the assassination of Benazir Bhutto is another big challenge. Her husband Asif Ali Zardari is not interested in any investigation of the case under the current regime. He has already pointed his fingers toward alleged suspects. He is more focused on the coming elections, he is sure of sweeping the polls and he would like to get the killers of his wife when his party comes into power. His son Bilawal is ready to participate in the election campaign because he also wants to contribute in the “revenge through democracy” plan.

A majority of the activists and sympathizers of PPP were very happy on the first press conference of Asif Ali Zardari as the Co-Chairman, because he showed a lot of confidence and spirit to continue the mission of his wife. On the other side, many in the government were not looking comfortable when Asif declared pro-Musharraf Muslim League-Q as the “Killers League.” It is feared that when PPP sweeps the coming polls, it will immediately start confronting some alleged suspects who are very close to President Musharraf. There are no doubts that the year 2008 will be much more tough for President Musharraf than 2007. Some of his close advisers are trying to find out a way through which they could avoid a direct confrontation with the PPP, but they are facing problems. Bilawal is not ready to forgive the killers of his mother like Benazir forgave the killers of her father in the larger interest of the country in 1988. He cannot forget the pains and problems her mother faced without her husband in exile (…)

Last-minute threats
Just a few hours before her assassination on December 27th, Benazir Bhutto informed Afghan President Hamid Karzai about threats on her life. Benazir Bhutto was also warned that her meeting with Hamid Karzai–just a few days before the Pakistani elections scheduled for January 8, 2008–could create more troubles for her. She was advised to avoid meeting Karzai because some extremists would have another opportunity to declare that a “Pakistani American Agent” (as they often called her) met an “Afghan American Agent” (Karzai). But she ignored all the concerns raised by her close associates. Sources present at the last Karzai-Benazir meeting revealed that the Afghan President prayed for the safety of the former Prime Minister of Pakistan and in return she responded that “life and death is in the hands of Allah and that is why I have the courage to stare in the eyes of death without any fear.” (…)

Benazir’s ‘second life’
The last 30 years of her life were full of struggle and troubles, but she proved to be a “lady of iron nerves.” She was a caring wife, a loving mother and a very courageous political leader. Just a few days before her assassination, Benazir Bhutto told this scribe at a breakfast meeting that she was aware of the threats on her life, but she still believed that “there is a difference between a politician and a leader; a politician always asks [others] for sacrifices and a leader always offers own sacrifice and she is ready to sacrifice her life for Pakistan”. Just a few days after these words she became martyred for the sake of democracy in Pakistan (…)

Her son Bilawal is sure that democracy will not only be the best “revenge” for his mother’s assassination but the best way to complete her wish for becoming a bridge between Islam and the West, because only true democracy can become a common agenda of cooperation between the two civilizations. Only true democracy can resolve the problems of extremism and terrorism (…)

linkMörder von Benazir Bhutto: Wohl eher „James Bond“ als Al-Kaida

linkMK ULTRA – CIA-Terror in Saudi-Arabien und Pakistan?

Hamid Mir, the author of this article, is a top Pakistani reporter, head of the Geo TV Bureau in Islamabad. He has won a world-wide acclaim for his interviews with Osama bin Laden and Dr. Ayman al-Zawahiri, before and following 9/11. His new book about OBL is due to appear in Britain, later this year.

Ths article was first published at Canada Free Press

deutschland

Halihalo, wir jagen – wir jagen sie um die Welt – wie es uns gefällt!

Karl Weiss – Der Wahlkampf ist eröffnet. Zwei Vorfälle von Auseinandersetzungen in München und Gelsenkirchen wurden in den letzten Tagen des Jahres von der Boulevardpresse und dann auch von der gesamten Massenmedien hochgejubelt, um darauf ein Süppchen von Volksverhetzung und Ausländerfeindlichkeit zu kochen. Speziell Politiker der CDU/CSU meldeten sich zu Wort und sparten nicht mit eindeutigen Worten. Die Reaktion der „Pawlowschen Hunde“ – automatisch und gewissermassen, ohne es zu wollen – funktioniert weiterhin: Die Umfrageergebnisse vor den Wahlen sind nicht gut, da lassen wir die Sau mit den Ausländern raus!

Die Tatsachen über die beiden Vorfälle sind dabei höchst zweideutig. Der Vorfall in einer Münchener U-Bahn-Station wurde von fast der ganzen Medien einhellig in etwa folgendermaßen dargstellt: Ein Münchner Rentner hätte zwei junge Leute in der U-Bahn in freundlichem Ton und ohne jede Aggressivität aufgefordert, das Rauchen einzustellen, da dies dort verboten ist. Als er ausstieg, seien die beiden, ein junger Grieche und ein junger Türke, ihm hinterhergelaufen und hätten ihn brutal zusammengeschlagen. Er habe „mehrere Schädelbrüche erlitten“. Nun, ein über 70-Jähriger mit mehreren Schädelbrüchen, d.h. sie haben ihn totgeschlagen. Ein einfacher Schädelbruch ist in diesem Alter schon regelmässig das Todesurteil.

Tatsächlich sah dies nach einem schweren Verbrechen aus. Da machte es dann auch keinen Unterschied, als man einige Zeit später hörte, einige der Zeugen hätten von Schimpftiraden des Rentners mit ausländerfeindlichem Inhalt gegen die beiden Migrantenkinder berichtet und nicht von einer freundlichen Aufforderung, das Rauchen einzustellen.

Auf keinen Fall darf man aus solchen Gründen einen Rentner totschlagen!

Dann kam allerdings zwei Tage später die Nachricht, der Rentner sei aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die gleichen bürgerlichen Massenmedien, die eben noch von mehreren Schädelbrüchen gesprochen hatten, berichteten nun plötzlich vom springlebendigen Rentner außerhalb des Krankenhauses ohne jegliche Dauerfolgen. Haben Sie von irgendwelchen Entschuldigungen dieser Medien bezüglich ihrer Falschmeldungen gehört?

Deutsche Massenmedien sind immer unfehlbar. Berichten sie einmal falsch, sind sie unschuldig daran – wie auch immer. Die Pflicht, selbst zu recherchieren und nicht nur die Aussagen wiederzugeben, ohne ausdrücklich zu erwähnen, dass diese Meldungen persönliche Angaben von Betroffenen und nicht bestätigt sind, all dies Handwerkszeug des verantwortungsbewußten Journalisten existiert nicht mehr, wenn es gilt, an die niedrigsten Instinkte im Menschen zu appellieren.

Die beiden Jugendlichen wurden ausfindig gemacht und sind bereits in Haft. Sie haben eine kriminelle Vorgeschichte, also auch nichts Ungewöhnliches. Jugendliche Delinquenten sind ja nun nicht gerade extrem selten in Deutschland. Nimmt man den Anteil von Ausländer unter den Jugendlichen ohne Ausbildung und mit abgebrochener Schulbildung, ist sie bei den Delinquenten proportional im Vergleich mit den Deutschen.

Ähnlich ist es mit dem zweiten Zwischenfall in Gelsenkirchen. Auch dort wird uns zuerst die Geschichte aufgetischt, junge Ausländer hätte einen älteren Deutschen mit Rufen „Scheiß-Deutscher“ zusammengeschlagen, ihn mit einen Messerstich verletzt und schließlich noch beraubt. Bereits nach kurzer Zeit stand allerdings fest: Es handelte sich um die Behauptungen des Betroffenen. In Wirklichkeit gab es eine handfeste Auseinandersetzung zwischen zwei Deutschen, von denen einer ausländische Vorfahren hatte. Zeugen haben nichts von „Scheiß-Deutscher“ gehört und den Raub nicht bestätigt. Wie der Betroffene zu einer Schnittverletzung kam, ist ungeklärt. Die beiden Versionen kam man hier vergleichen:

In Wirklichkeit also nichts weiter als alltägliche Streitereien, die zu handfesten Auseinandersetzungen ausarten. Die Frage von „Ausländern“ ist nicht oder bestenfalls im umgekehrten Sinne betroffen, wenn nämlich der Rentner einer jener Unbelehrbaren sein sollte.

In den darauffolgenden Tagen gab es erneut Auseinandersetzungen in der Münchner U-Bahn, die ebenfalls verletzte ältere Menschen in Auseinandersetzungen mit Jugendlichen beinhalteten, nur waren es keine ausländischen Jugendlichen! So wird klar, es gibt tatsächlich Probleme des Zusammenlebens mit Rücksichtnahme auf die anderen (kein Wunder, in einer Gesellschaft, die das rücksichtslose Bereichern als höchsten Wert hat), nur hat dies absolut nichts mit Ausländern zu tun!

Dies alles hätten sowohl Koch aus Hessen wie auch Beckstein aus Bayern, aber auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Kauder und der unvermeidliche Pofalla leicht in Erfahrung bringen können, wenn ihnen daran gelegen gewesen wäre.

Aber darum ging ja nicht. Es ging darum, die niedrigsten Instinkte so mancher Deutscher an die Oberfläche zu bringen und darauf Wahlkampf zu betreiben.

So reagierten sie auf die Gefahr, bei den Landtagswahlen zu verlieren, wie die Pawlowschen Hunde mit Ausländer-feindlicher Hetze. Koch ging sogar so weit zu sagen, es gebe zu viele kriminelle ausländische Jugendliche in Deutschland. Womit er das belegen will, sagte er nicht, aber Politiker brauchen ja nie etwas zu belegen, nur Wahlen zu gewinnen.

Schließlich war Koch mit einer Kampagne für Unterschriften gegen den „Doppelpass“ Ministerpräsident in Hessen geworden. Damals hatten die rot-grüne Regierung eine Bestimmung einführen wollen, wie sie alle zivilisierten Länder der Welt haben, nämlich die Hinnahme von zwei Staatsbürgerschaften in bestimmten Fällen, wenn man dies auch offiziell nirgendwo speziell gut heißt.

Koch brauchte damals ein zündendes Wahlkampfthema und er fand es: An die niedrigen Instinkte bei manchen in Deutschland bezüglich Ausländern appellieren! Er begann eine Unterschriftensammlung gegen den „Doppelpass“ und gewann die Wahlen. Die Regierung gab klein bei und einigte sich auf einen international nie vorher gesehene Regelung, die es Ausländern nicht erlaubt, sich in Deutschland einzubürgern, auch wenn sie alle Voraussetzungen erfüllt haben, außer sie geben ihre frühere Staatsbürgerschaft auf.

Dies betraf vor allem die große Anzahl von in Deutschland geborenen Nachkommen von Türken, die nach internationalem Recht einen Anspruch auf Einbürgerung haben. Die Türkei hat nämlich aus Gründen des dortigen Nationalismus (auch dort das Appellieren an die niedrigsten Instinkte!) jedem, der seine türkische Staatsbürgerschaft aufgibt, den Verlust wichtiger Rechte auferlegt, zum Beispiel das Recht, von seinen türkischen Großeltern oder Eltern zu erben.

So sitzen die jungen Nachkommen von Türken in Deutschland in der Falle. In die Türkei können sie nicht – sie sprechen meistens nicht einmal akzentfrei türkisch, würden dort nur als Ausländer behandelt – so wie die Kurden zum Beispiel. In Deutschland werden sie aber auch nicht akzeptiert, sondern als Ausländer behandelt und von Leuten wie Koch mit dem „Kriminellen“-Stempel versehen. Selbst wenn sie nichts zu erben haben in der Türkei, werden sie sich drei Mal überlegen, ob sie die alleinige Staatsbürgerschaft eines Landes annehmen, in dem Leute wie Koch und Beckstein ungestraft hetzen dürfen. Diesen Jugendlichen ohne Ausweg dichtet Kauder dann noch ein „Hohngelächter“ an. Das kam doch wohl von seinen Parteifreunden und der Hohn war über die Wähler, die sich so leicht fangen ließen, oder?

Aber die türkisch-deutschen Jugendlichen sind den Kochs, Pofallas, Becksteins und Kauders natürlich auch völlig egal. Sie wollen die Wahlen gewinnen – und warum soll nicht erneut klappen, was schon einmal funktioniert hat.

Besonders unglaublich wird das Ganze, wenn Koch dann noch die christlich-abendländische Kultur ins Spiel bringt, die in Deutschland zu befolgen sei. Dazu bemerkte Florian Rötzer in seinem Artikel zu diesem Thema in ‚telepolis’ (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26961/1.html ) zu Recht, dass diese Kultur nach Koch wohl noch nicht die Werte der Aufklärung und des Humanismus erreicht hat, denn diese würden vielmehr einen wichtigen Politiker, der Ressentiments gegen Ausländer schürt, zum Insassen der „Erziehungs-Camps“ machen, die von der CDU/CSU bereits gefordert werden. Ob dann wohl „Arbeit macht frei“ über dem Tor zum Camp stehen wird?

Nein, die Entfernung zu Faschisten gibt es noch, aber sie ist gering. Schon hat die NPD in München zu einem ‚Marsch gegen Inländerfeindlichkeit’ aufgerufen, mit den gleichen Losungen wie Koch! Noch jemand, der sein braunes Süppchen kochen will.

Woher sollen eigentlich unsere jungen Leute ohne Ausbildungsplatz Respekt vor den Älteren lernen? Von den großen Vorbildern, den Super-Managern der Großkonzerne, die soeben die letzten paar über 50 aus ihren Konzernen hinausgesäubert haben, weil sie, wie Parteifreund Oettinger bemerkte, „Minderleister“ sind? Hunderttausende von Älteren an Hartz IV übergeben, in Armut, vielleicht Depression und Einsamkeit entlassen, und ihnen dann eventuell noch eingeredet, es seien die Ausländer gewesen, die ihnen den Arbeitsplatz weggenommen hätten.

Hat irgendjemand gehört, diese Konzernmanager, Freunde von Pofalla, Koch, Kauder und Beckstein – oder jedenfalls Freunde ihrer Politik -, seien in Untersuchungshaft für diese Taten, nur um ihren Konzernprofit noch ein wenig mehr zu erhöhen? Was wäre nach Ihrer Meinung, lieber Leser, verurteilenswerter, einen einzelnen Rentner krankenhausreif schlagen oder die hunderttausendfachen Taten der Konzernmanager?

Sie haben Recht, das darf man nicht gegeneinander ausspielen. Beides ist verabscheuenswert.

Welche Werte werden unseren jungen Leuten vermittelt, wenn ein Politiker in Frankreich erklärt, das „Gesindel“ in Pariser Vorstädten müsse mit dem Hochdruckreiniger hinweggereinigt werden und kurz danach zum Präsident gewählt wird, statt wegen Volksverhetzung in Haft zu sitzen? Was wird man denn mit dem „Gesindel“ machen, wenn man es es weggereinigt hat? Weit, weit nach Süden schwappen lassen und dann um die ganze Welt jagen?

„Halihalo, wir jagen, wir jagen sie um die Welt – wie es uns gefällt!“

Auch für Kauder, Beckstein, Pofalla oder Koch gibt es keine Gefängniszelle. Aber vielleicht wird ihre Rechnung diesmal nicht aufgehen, denn die Gesellschaft in Deutschland ist in einer deutlichen Bewegung nach links und die Zahl der Wähler, die mit diesen ach wie so christlichen Hetzereien der christlichen Politiker eingefangen werden können, wird immer kleiner.

europa

Stockholm – Schwedischer Soldat „vergisst“ geheime Daten in Bibliothek

onlineredaktion – Fälle absonderlicher Vergesslichkeit kommen nicht jeden Tag bei den schwedischen Streitkräften vor. So mutet es mehr als seltsam an, dass ein „Angehöriger der schwedischen Streitkräfte“ einen USB-Stick mit Geheimmaterial in den Computer einer öffentlichen Bibliothek in Stockholm steckt, ihn vergisst wieder aus dem Computer zu nehmen und ein „unbekannter Finder“ ihn dort findet und zur größten Boulevard-Zeitung Schwedens, der Redaktion von „Aftonbladet“ bringt. Ebenso eigenartig ist es sicherlich, dass nach Angaben von „Aftonbladet“, die den USB-Stick gewiss nicht unbesehen der Armee zurückgab, sich unter den Daten vertrauliche Informationen zu improvisierten Sprengvorrichtungen und zur Minengefahr in Afghanistan befanden; außerdem ein vertraulicher Bericht des US-Geheimdienstes.

Die Daten mögen echt sein, die Geschichte drum herum mutmaßlich nicht mehr als eine Schutzbehauptung.

Stress beim schwedischen Militär. „Aftonbladet“ weiß „alles“ – zumindens was ein USB-Stick ist und wo hinein man ihn steckt.

Krieg

26.09.1983: Der Tag, an dem die Welt um Haaresbreite einem Atomkrieg entging

World Content News – Unter dem Titel „1983: The Brink of Apocalypse“ strahlt der britische Sender Channel 4 an diesem Wochenende eine 90-minütige Dokumentationssendung aus, die uns vor Augen führen wird, wie knapp wir in der Hochphase des Kalten Krieges an einem weltweiten atomaren Holocaust vorbeigeschrammt sind. Sie haben davon noch nie etwas gehört? Da sind Sie nicht der Einzige! WCN hat sich schon mal vorsichtig an das heiße Eisen herangetastet, das später als Serpukhov-15-Vorfall tituliert wurde.


Beinahe-Apokalypse: Sendetermin Sa., 05.01.08, 19:30 Uhr, Channel 4

Serpukhov (bzw. Serpuchov)-15 ist der Name einer Frühwarnstation für den Anflug ballistischer Raketen in der Nähe von Moskau. Am 26.09.1983, etwa 30 Minuten nach Mitternacht, meldete der Computer dass feindliche Atomraketen im Anflug wären. Zuerst war es nur eine, dann plötzlich kletterte der Zahl auf 2, 3, 4 und 5. Fälschlicherweise, wie sich erst später herausstellte, der Grund soll meteorologisch außergewöhnliche Höhenwolken gewesen sein.

Es war der wohl bisher gefährlichste Moment in der Geschichte des Kalten Krieges, denn eigentlich sahen die Vorschriften vor, dass für eine solche Situation der Vergeltungsschlag des Warschauer Paktes hätte starten müssen. Dass dies nicht geschah, lag einzig an der Reaktion des diensthabenden Offiziers Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow: Er tat nichts, er wartete einfach nur ab, lies die wenigen Minuten verstreichen, in denen ein Zweitschlag „erfolgversprechend“ gewesen wäre.

Es war aber beileibe nicht der einzige, bereits etwas mehr als einen Monat später, begann die NATO-Übung „Able Archer„, die einen Atomkrieg mit der Sowjet-Union simulieren sollte, und aufgrund von Missverständnissen ähnliche Gefahren heraufbeschwor.


Stanislav Petrov, der Mann der die Welt rettete:
„Im Zweifel für den Angeklagten“

Eine der wenigen Veröffentlichungen, die die Geschehnisse des 26.09. beschreiben, stammt ursprünglich aus dem Magazin „Freiraum“, ein Projekt der Friedens- und Begegnungsstätte Mutlangen e.V. (2006):

Stanislav Petrov – der Mann, der den Atomkrieg verhinderte

Oberstleutnant Stanislav Petrov war der diensthabende Offizier im sowjetischen Kontrollzentrum für Atomwaffen in der Septembernacht 1983, in der der sowjetische Spionagesatellit Kosmos 1382 plötzlich den Abschuss 5 amerikanischer Atomraketen in Richtung Sow jetunion meldete. Der Oberstleutnant musste eine Entscheidung treffen.

Der kalte Krieg war 1983 eiskalt“, erinnert sich Petrov. US-Präsident Reagan nannte die Sowjets „Evil Empire“ (Reich des Bösen). Das russische Militär hatte drei Wochen vor dem Vorfall ein koreanisches Passagierflugzeug abgeschossen, und die Führung in Moskau war nervös. Die USA und die NATO planten die Stationierung von Pershing II Raketen in Europa. In der Nacht auf den 26.9.1983 hatte Oberstleutnant Stanislav Petrov die Vertretung für einen Kollegen übernommen. So kam es, dass er Dienst hatte im obersten Kontrollzentrum für Atomwaffen der Sowjetunion, Serpukhov-15. Plötzlich leuchtete mitten in der Nacht auf dem „roten Knopf“ das Signal „Start“.

Petrov erinnert sich: „Es fühlte sich an wie ein Schlag in mein Nervensystem. Auf der Kontrollkarte sah ich, dass eine Militärbasis an der US-Ostküste blinkte als Signal dafür, dass von dort eine Rakete auf uns abgefeuert worden war. Vor meinem geistigen Auge sah ich, wie sich der Deckel vor dem Raketensilo wegschob und der Silo durch das Feuer der abgeschossenen Rakete zerstört wurde. Die Silos wurden nicht dafür gebaut, mehr als ein Mal benutzt zu werden, denn es würde keiner übrigbleiben, um sie je noch einmal mit einer Rakete zu bestücken. Ich dachte: „In 40 Minuten ist sie hier.“ Und dann dachte ich: „Aber wenn sie nur eine schicken, dann ist noch kein Atomkrieg.

In dem Moment blinkte wieder der Startknopf, und dann nochmals und nochmals. Insgesamt wurde der Abschuss von fünf interkontinentalen ballistischen Atomraketen registriert. Petrov wusste, dass auch die Kommandozentrale automatisch den Bericht erhalten hatte. Er rief dort an und stotterte: „Das ist verrückt“, noch bevor die Stimme am anderen Ende befahl: „Ich kann sie sehen. Bleiben Sie ruhig; tun Sie Ihre Pflicht.

Petrov und seine Truppe hatten 8-10 Minuten um zu entscheiden, ob es ein falscher Alarm war oder nicht. “Ich handelte nach dem Prinzip: Im Zweifel für den Angeklagten.“ sagt Petrov. „Die Amerikaner wussten, dass ein atomarer Angriff auf uns bedeuten würde, mindestens die Hälfte ihrer eigenen Bevölkerung auszulöschen. Ich erinnere mich daran, dass ich dachte: So ein großer Idiot ist noch nicht geboren, nicht mal in den USA, und dann nahm ich das Telefon und meldete einen falschen Alarm an die Kommandostation.

Wenn Petrov einen Gegenangriff ausgelöst hätte, hätte dies den Beginn eines verheerenden 3. Weltkriegs bedeutet.

Nach quälenden Minuten erwies sich Petrov’s Entscheidung als richtig. Es war ein Computerirrtum, der den US-Angriff signalisiert hatte.

Zwar gab es auch auf amerikanischer Seite mehrere Fehlalarme, in denen zum Beispiel Zugvögelschwärme mit Atomraketen verwechselt wurden. Bruce Blair, Präsident des amerikanischen Zentrums für Verteidigungsinformation, sagt jedoch: „Ich denke, dies war der Fall, in dem wir einem „versehentlichen Atomkrieg“ am nahesten gekommen sind.

Oberst Petrov bekam eine Rüge für sein nicht ordnungsgemäßes Handeln und wurde nach einigen Jahren mit einer kaum für das Leben ausreichenden Pension aus der Armee entlassen. Seine Gesundheit verschlechterte sich wegen des hohen Stresses während des Vorfalls. Seine Frau starb an Krebs, und er lebt heute mit seinem Sohn in einer kleinen heruntergekommenen Wohnung in einem Wohnblock bei Moskau.

2004 erhielt Petrov den World Citizen Award

Daraufhin bekam er die Einladung, im Januar 2006 im Dag Hammarskjöld Auditorium bei der UNO in New York zu sprechen.

Petrov weist darauf hin, dass Tausende Atomraketen aus dem Kalten Krieg heute noch genau dort stationiert sind, wo sie damals waren. Viele von ihnen befinden sich nach wie vor in höchster Alarmbereitschaft. Er sagt: „Früher hätte ich gerne eine Würdigung dessen gehabt, was ich tat. Aber jetzt ist es zu lang her und heute ist alles in mir emotional ausgebrannt. Es ist nett, dass sie mich für einen Helden halten. Ich weiß nicht, ob ich einer bin. Da ich der Einzige bin, der in diesem Land je in diese Situation kam, ist es schwierig zu sagen, wie andere reagieren würden.“ Hoffentlich wird die Welt es nie herausfinden.

siehe auch:
September 26th, 1983: The day the world almost died
(Daily Mail, 29.12.2007)
The day we nearly died (greengalloway, 30.12.2007)
Megatons and Memory Holes (freezerbox.com, 14.12.2007)
Kurz vor dem Atomkrieg (Junge Welt, 22.11.2007)

Film:
1983: The Brink of Apocalypse
Samstag, 05.01.2008, 19:30 Uhr
Channel 4 (UK)
Dokumentation, 90 Minuten
Von: Henry Chancellor

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

vermischtes

Video: Im Frühtau zu Berge

World Content News – Polizei mal gaanz volksnah: Das SEK singt, Schäuble dirri-gieert (natürlich!)

Und wie immer im Überwachungsstaatl: ALLE MITSINGEN!

Im Frühtau wir stürmen Dein Haus, fallera
wir sprengen Deine Haustür
einfach auf, trallala
Wir sind nun mal hier drinnen
Du kannst uns nicht entrinnen
und siehst dabei ganz schön blöd aus, jaja
Wir sind nun mal hier drinnen
Du kannst uns nicht entrinnen
und siehst dabei ganz schön blöd aus, jaja

Im Flugzeug
wir schießen Dich ab, fallera
Im Ferienflieger
geht es dann bergab, trallala
Erlaubt ist es erst morgen
doch das macht keine Sorgen
weil danach kein Hahn
mehr kräht, fallera
erlaubt ist es erst morgen
doch das macht keine Sorgen
weil danach kein Hahn
mehr kräht, fallera

Wir überwachen Dich total, fallera
Mecker nicht, Du hast
gar keine Wahl, fallera
Wir sind hinaus gegangen
Terrroristen fangen
komm mit und versuch
es doch auch einmal
Wir sind hinaus gegangen
Terrroristen fangen
komm mit und versuch
es doch auch einmal

Die Urheberschaft für dieses Volkslied
wollte aus Vorbeuge(haft)gründen
bisher leider niemand übernehmen!

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

deutschland

Rüffel für Bundesanwältin wegen Kompetenzüberschreitung

onlineredaktion – Monika Harms hat es nicht leicht. Nicht allein, dass sie einem der schlimmsten deutschen Terroristen des 19. Jahrhunderts bis aufs Haar zu ähneln scheint – dem Moritz von Busch nämlich, wie wir meinen – im Kampf gegen den Terrorismus missbilligte der Bundesgerichtshof (BGH) nun ihre Zuständigkeit als Generalbundesanwältin bei Durchsuchungsaktionen, die bei G8-Gegnern durchgeführt wurden. Die Richter erklärten die Polizei-Aktionen, die dem Weltwirtschaftsgipfel in Heiligendamm vorausgingen, für rechtswidrig, weil sich die militanten G8-Gegner nicht zu einer terroristischen Vereinigung zusammen geschlossen hätten.

Es hatte eine Menge von Beschwerden gegen die rechtswidrigen Polizeimaßnahmen gegeben. Die Entscheidung erfolgte auf eine erste Beschwerde eines Beschuldigten hin. Der 3. Strafsenat des BGH hob den ihn betreffenden Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss auf.

Man kann sich den Kampf gegen den Terrorismus sehr schwer machen, besonders als Bundesanwältin bei Kompetenzüberschreitungen, wie das BGH ihr nun vorhält.

Der BGH erklärte: „Eine von den Beschuldigten etwa gebildete Vereinigung kann … nicht als terroristische Vereinigung eingeordnet werden, was die Zuständigkeit des Bundes ohne weiteres begründet hätte.“ Der 3. Strafsenat äußerte „nachhaltige Zweifel“ daran, ob sich „die beschuldigten Globalisierungsgegner tatsächlich zu einer Vereinigung im strafrechtlichen Sinne zusammengeschlossen haben“. Bei den Anschlägen und Aktionen handele es sich allerdings „um nicht zu verharmlosende Straftaten“, doch dafür zuständig seien die Strafverfolgungsbehörden der Bundesländer.

Bleibt vielleicht die Frage, ob Frau Harms als Bundesanwältin noch Zeit für anderes im Sinne des Strafgesetzbuches hat, was nicht dem Terrorismus zuzuordnen ist.


Die beiden schlimmsten Terroristen des 19. Jahrhunderts verübten sieben Anschläge gegen die Obrigkeit und erhielten dafür die Todesstrafe: Max und Moritz (rechts) von Wilhelm Busch gezeichnet.
© 2008 Montage von „Nachrichten Heute“