SATIRE

Putin-Memo an Angela Merkel vor dem WM-Finale in Rio

Dr. Alexander von Paleske —– 12.7. 2014—–Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Wladimir Putin
Präsident Russlands
z.Zt Auf Südamerika-Reise

An die
Bundeskanzlerin
der Bundesrepublik Deutschland
Angela Merkel
Bundeskanzleramt
Berlin

Dobroje utro Gospodscha Angela Merkel,

vor einem möglichen kurzen Treffen mit Ihnen am Rande des Endspiels der Fussball-WM in Rio möchte ich ein paar Punkte klarstellen.

Gleich vorweg: das grossherzige russische Volk freut sich mit den Deutschen über die hervorragende Spielleistung des Deutschen Teams während der Fussball-WM in Brasilien.

Aber:
1. Russland wird sich von irgendwelchen Sanktionen der EU und der USA in keiner Weise von seinem patriotischen Kurs in der Ukraine abbringen lassen, selbst wenn dies für Mütterchen Russland schmerzhafte wirtschaftliche Auswirkungen haben sollte.
Die Auswirkungen dieser Sanktionen werden deutsche und europäische Firmen alsbald spüren, die wir in Zukunft bei der Vergabe von Grossaufträgen ignorieren werden.

2. Den Angriff der Ukraine-Truppen und ausländischen Söldner auf unsere russischen Verwandten, werden deren tapfere Söhne zurückschlagen. Donezk wird das Stalingrad für die ukrainische Armee werden, darauf können Sie sich verlassen. Wenn unsere Verwandten es dort nicht alleine schaffen, dann werden wir es nicht bei Materiallieferungen belassen, sondern mit unserer Armee, die sich bereits im Manöver nahe der Grenze befindet, zu Hilfe eilen.

3. Dieser kleptooligarchische Schokoladenverkäufer Petro Poroschenko, der zugesagte Waffenstillstandsverhandlungen nicht einhält, ist nichts weiter als ein aufgeblasenes, mit EU-Geldern gefüttertes Grossmaul, aus dem unsere Verwandten – und notfalls wir – alsbald die Luft rauslassen werden.


Petro Poroschenko ……aufgeblasener kleptooligarchischer Schokoladenverkäufer. Screenshot: Dr. v. Paleske

4. Das glorreiche russische Volk hat ganz andere Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert. Ich erinnere an die erfolglose Aushungerungs-Belagerung Leningrads (heute St. Petersburg) durch die deutschen Faschisten während des 2. Weltkriegs; deren von uns erfolgreich abgewehrter Vorstoss auf Moskau; deren Einkesselung in Stalingrad und Vernichtung der 6. Deutschen Armee; der Vorstoss auf Berlin und schliesslich die Kapitulation Hitler-Deutschlands.
All diese Herausforderungen haben wir in grosse Siege verwandelt.

5. Die Empörung über Deutschlands Haltung zur Ukraine-Krise ist in Russsland besonders gross. Sie haben offenbar vergessen, dass wir die Wiedervereinigung Deutschlands – trotz der Verbrechen Deutschlands während der Hitler-Zeit – zugelassen, und unsere glorreiche Rote Armee aus der DDR abgezogen, sowie den Warschauer Pakt aufgelöst haben. Sie haben dagegen nichts besseres zu tun gehabt, als die NATO nicht nur nicht abzuschaffen, sondern sukzessive in unser Interessengebiet einsickern zu lassen, und die neuen EU-Ostländer auch noch zugig in die NATO aufzunehmen.
Was Sie jetzt zeigen ist gröbster Undank, der Konsequenzen nach sich ziehen wird.

6. Statt sich der neuen Weltgefahr, dem internationalen Sunni-Salafi-Islam-Terrorismus in den Weg zu stellen, sorgen Sie für dessen Ausbreitung durch Schaffen bzw. Anheizen immer neuer Konflikte (Irak, Libyen, Syrien).
Wenn nicht mein Mannesfreund Gerhard Schröder, sondern Sie 2003 Kanzlerin gewesen wären, dann hätten Sie auch noch die Bundeswehr in den Irak-Krieg geschickt. Dem US-Kriegsabenteuer standen Sie und ihre Partei CDU ja äusserst positiv gegenüber.

Die Konsequenzen dieses Irak-Kriegsabenteuers sind zu besichtigen: die sunnitischen Salafi-Terroristen machen sich breit, und der Irak droht auseinanderzufallen. Wir hingegen praktizieren konsequente Islam-Terroristen-Verfolgung: im eigenen Lande, und durch Unterstützung von Assad in Syrien. Sie sollten öfter mal meinen Nachrichtenkanal Russia Today (RT) einschalten, um eine andere und bessere Weltsicht zu gewinnen.

7. Gerade habe ich dem Inselstaat Kuba einen Staatsbesuch abgestattet, und dort bin ich mit grosser Herzlichkeit von den beiden Chefs des Inselstaates, Fidel und Raul Castro, empfangen worden.
Kuba selbst ist – seit mehr als 50 Jahren – Opfer verbrecherischer Sanktionen der USA, aber das Land hat sich nicht den Forderungen der USA gebeugt.
Beide Castros haben mich darin bestärkt, an meinem patriotischen Kurs in der Ukraine – trotz der gegen uns bereits verhängten und noch angedrohten Sanktionen – unbeirrt festzuhalten. Ich habe denen als Geschenk dann gleich mal 20 Milliarden Dollar Schulden erlassen.


Das bin ich mit Fidel Castro

8. Dass die USA nicht Ihr wirklicher Freund sind, das sollten Sie nach dem Ablauschen Ihrer Telefongespräche durch die NSA und den enttarnten CIA-Spionen in Deutschland nun wirklich erkannt haben.


Angela Merkel …….sag mir wo die Freunde sind, wo sind sie geblieben? Screenshot: Dr. v. Paleske

9. Auch in der Politik, nicht nur beim Fussball, haben Fouls Konsequenzen: Ich zeige Ihnen und Ihrer Sanktions-Politik jetzt die Rote Karte

Do swidanja

Wladimir Putin
Präsident Russlands

Zum Konflikt in der Ukraine
ISIS-Salafi-Terror-Chef Abu Bakr al-Baghdadi (alias Ibrahim Awwad Ibrahim): „So ein Tag, so wunderschön wie heute“
Ukrainischer Präsident Poroschenko, Premier Jazenjuk und der Bürgerkrieg in der Ostukraine
Klepto-Oligarchen: Scharfmacher und Kriegstreiber in der Ukraine
Wunderbare Freunde in der Ukraine: Klepto-Oligarchen, Ultras und Faschisten
Ober-Grüner und „Steuerspar-Fachmann“ Anton Hofreiter, Blackwater (Academi)-Söldner in der Ukraine, Günter Wallraff und ein Nachrichtenmagazin namens SPIEGEL
Obergrünin Katrin Göring-Eckardt: Ich bin Fan von Schalke 05 – aber: Tönnies Schweine von heute sind Putins Schinken von morgen
Danke BILD, danke BILD-Kai (Diekmann) für die Kampagne „Weg mit den russischen Panzern aus dem Tiergarten“
Vorwärtsverteidigungsministerin Dr. med. Ursula von der Leyen an den ehemaligen Bundeswehr-Generalinspekteur: „Halten Sie den Mund, General Kujat“
NATO und EU: Konfliktpolitik statt Friedenspolitik – in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, und jetzt in der Ukraine

Krieg

Ehemaliger Geheimdienstchef Grossbritanniens, Richard Dearlove: Saudi Arabien steckt hinter den Sunni-Terroristen der ISIS

Dr. Alexander von Paleske —- 11.7. 2014 —-
Sir Richard Dearlove, ehemaliger Geheimdienstchef des britischen Auslandsgeheimdienste Mi6 von 1999 bis 2004, hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet, diesmal zum Konflikt im Irak.

Ein Blick zurück
Zur Erinnerung: Sir Dearlove hatte im Juli 2002, nach einem Treffen mit hochrangigen Mitarbeitern des amerikanischen Geheimdienstes CIA, ein Dossier verfasst, das sogenannte „Downing Street Memo“, zur Kenntnis nur für den britischen Premier. Darin warnte der Geheimdienstchef, ein Jahr vor dem Einmarsch in den Irak, dass die Fakten in den USA zurecht gebogen würden, um einen Angriff gegen den Irak zu rechtfertigen.

Mehr noch: Dearloves Nachrichtendienst hatte wenige Wochen vor dem Einmarsch in den Irak im Jahre 2003 den hochrangigen Mitarbeiter Michael Shipster nach Jordanien geschickt, um dort mit dem irakischen Geheimdienstchef Tahir Jalil Habbush zusammenzutreffen. Habbush war gleichzeitig ein Agent der westlichen Geheimdienste und wurde nach dem Einmarsch in den Irak von den USA mit 5 Millionen US Dollar für seine Dienste belohnt. Er soll heute in Jordanien leben.

Habbush machte Shipster klar, dass der Irak keine chemischen oder biologischen Massenvernichtungswaffen besitze. Der Mi6 glaubte ihm und reichte die Information an die Regierung Blair weiter, wie der US-Journalist , Buchautor und Pulitzerpreisträger Ron Suskind seinerzeit berichtete.

Die USA erhielten ebenfalls die Informationen, waren aber an ihnen offensichtlich nicht interessiert, sondern verlangten „Beweise“, die der irakische Geheimdienstchef nicht liefern konnte, wie sollte er auch Beweise für etwas liefern, was nicht vorhanden war. Die USA waren zum Irakkrieg entschlossen, komme an Erkenntnissen was da wolle. Und schliesslich ging es ja ums Öl, wie der ehemalige US Notenbankchef Greenspan 2006 Jahr bemerkte, und nicht um angebliche Massenvernichtungswaffen.

Der US- Geheimdienst CIA hatte von Habbush nach dem Einmarsch auf Anweisung der Bush-Regierung verlangt , ein gefälschtes Schreiben zu unterzeichnen, zurückdatiert auf das Jahr 2001, wonach Mohamed Atta, einer der Attentäter des 11. September 2001 im Irak für seine Mission ausgebildet worden sei. Dieses gefälschte Schreiben wurde dann an die Zeitung „Sunday Telegraph“ „geleaked“ und die Nachricht von weiteren Zeitungen seinerzeit weiterverbreitet.

Zurück zum heutigen Konflikt
Dearlove, nach dem Ende seiner Dienstfahrt für den Geheimdienst Ihrer Majestät zum „Abt“ des altehrwürdigen Pembroke College, in der noch weit altehrwürdigeren Universität von Cambridge avanciert, nutzte die Gelegenheit eines Vortrags vor dem Royal Services Institut, einer Art Denkfabrik, dazu, sich zu der Lage im Irak und anderswo in der muslimischen Welt, insbesondere zu der Bedrohung durch Al Qaida nach 9 / 11 zu äussern.


Richard Dearlove während seines Vortrags am 7.7. 2014 – Screenshot: Dr. v. Paleske

Rolle Saudi-Arabiens
Aber auch, welche Rolle das Königreich Saudi Arabien bei der Unterstützung von sunnitischen Rebellen und Terroristen der ISIS dabei spielt: Nach Dearloves Ansicht eine ganz entscheidende.
Er zitiert dazu ein Statement, das der ehemalige saudi-arabische Geheimdienstchef Prinz Bandar vor 9 / 11 ihm gegenüber abgab, sozusagen von Schlapphut zu Schlapphut:

The time is nor far off, Richard, when it will be literally „God help the Shia“.More than a billion Sunnis have simply had enough of them

Nicht nur Worte
Und Saudi Arabien beliess es nicht bei den Worten.
Seit Jahrzehnten verbreitet es seinen extremen Islamismus (Wahabismus) in der sunnitischen Welt, und seit dem Ausbruch der Kämpfe in Syrien unterstützt es dort die sunnitischen Rebellen einschliesslich ISIS und al-Nusra.

Kein Wunder, dass die ISIS-Jihadisten im Irak, schon bevor ihnen nach der Eroberung von Mossul, wo ihnen bei der Plünderung der dortigen Banken rund 400 Millionen US Dollar in die Hände fielen, finanziell bestens ausgerüstet waren. Originalton Dearlove:

„For ISIS to be able to surge into the Sunni areas of Iraq in the way that it has done recently has to be the consequence of substantial and sustained funding.Such things simply do not happen spontaneously.”

Saudi-Arabien liess natürlich umgehend über seinen Botschafter in Grossbritannien dementieren.

Die Wahabisten – unsere Geschäftsfreunde
Das Königreich ging aber offenbar in seinem Hass auf die Schiiten sogar so weit, den Israelis klammheimlich eine Luftraumverletzung im Falle eines Luftschlages gegen den schiitischen Iran gestattet zu haben.

Saudi-Arabien gehört gleichzeitig zu den grossen Waffeneinkäufern in der westlichen Welt, gerade auch in Deutschland, und bekommt dafür auch noch den Einkaufs-Segen deutscher Minister, auch sozialdemokratischer – wie schön.

Dearlove schätzt gegenwärtig die Terrorismus -Gefahr für Europa als gering ein . Die Jihadi-Moslems und deren Widersacher in den Konflikt-Staaten wie Pakistan, Syrien und Irak, seien gegenwärtig voll damit beschäftigt, sich gegenseitig zu massakrieren, nicht aber den Jihad nach Europa zu tragen.

Das allerdings könnte sich bereits mittelfristig als grobe Fehleinschätzung erweisen.

Über den „arabischen Frühling“ verlor der ehemalige Geheimdienstchef kein Wort – warum auch, wenn es bereits Winter ist.

NACHTRAG
Ein „Bericht“ über den Vortrag Dearloves, welcher das Thema „Saudi Arabien und seine Rolle im Irak-Konflikt“ völlig unter den Tisch kehrt, findet sich in der FAZ vom 8.7. 2014. Siehe hier:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/islamistische-terrorgefahr-britischer-ex-geheimdienstchef-gibt-entwarnung-13034326.html

Zu Richard Dearlove
ABRECHNUNG – Sir Richard Dearlove (MI6) gegen Tony Blair
Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg

Zu ISIS & Co
ISIS-Salafi-Terror-Chef Abu Bakr al-Baghdadi (alias Ibrahim Awwad Ibrahim): „So ein Tag, so wunderschön wie heute“

Irak, der Bürgerkrieg und seine Sponsoren
Bombenanschläge im Irak – was sind die Ziele der Terror-Salafisten?
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag

Krieg

Islamistischer Terror in Afrika – welche Antwort seitens der Afrikanischen Union?

Dr. Alexander von Paleske —- 6.7. 2014 —–
Heute wird erneut von islamistischen Terrorangriffen in Kenia berichtet. Mehr als 10 Menschen starben.


…nach dem gestrigen Anschlag nahe Lamu. Screenshot: Dr. v. Paleske

Die islamistische Terrortruppe in Somalia namens al-Shabaab , ein Al Qaida Ableger, hat die Verantwortung übernommen.

Antwort auf die Antwort
Die Angriffe in den beiden Küstenorten sollen die Antwort darauf sein, dass kenianische Truppen in Somalia gegen die al-Shabab Terrormilizen kämpfen, zusammen mit Truppen aus Burundi und Uganda im Rahmen der Afrikanischen Union, dem Zusammenschluss aller afrikanischen Länder mit Sitz in Addis Abeba.

In Somalia herrscht nach dem Sturz des Präsidenten Siad Barre im Jahre 1991 Bürgerkrieg.

Kenia hielt sich zunächst aus diesen Auseinandersetzungen, bei denen schliesslich die islamistischen Terrormilizen grosse Teile der Hauptstadt Mogadischu und des Landes unter ihre Kontrolle brachten, heraus, und nahm Hunderttausende von somalischen Flüchtlingen auf.
Die von der AU entsandten Truppen aus Burundi und Uganda gelang es schliesslich, al-Shabaab aus der Hauptstadt zu vertreiben, gleichwohl melden sich die Terroristen mit Bombenattentaten, wie zuletzt vor zwei Tagen, und Ermordungen von Politikern, immer wieder zurück.

Truppen gegen den Terrorverein
Als die Terrortruppe auch Angriffe auf Touristenresorts in Kenia mit Entführungen startete, entschloss sich die Regierung Kenias Ende 2011, Truppen nach Somalia zu entsenden, um al-Shabaab aus dem Süden einschliesslich der Hafenstadt Kismaayo zu vertreiben.

Bomben und Terror in Kenia als Antwort auf die Antwort
Die Antwort der al-Shabab waren Bombenanschläge in Kenia, wie in dem Einkaufszentrum Westgate in Nairobi, wo ausserdem wahllos auf unbeteiligte Kunden geschossen und Dutzende getötet wurden.

Im Norden Kenias griffen die Terroristen Kirchen an, und töteten Kirchgänger.

Die kenianische Regierung ihrerseits liess einen islamistischen Hassprediger, Scheich Ibrahim Ismael mit drei Begleitern, in Mombasa ermorden, der offen Propaganda für al-Shabab in seinen Predigten gemacht, und für den Jihad, den Religionskrieg geworben hatte.

Tourismus eingebrochen
Kenia hat eine starke muslimische Minderheit, vorwiegend in den Küstenregionen um Mombasa und Lamu, dort, wo auch die Touristenresorts liegen, eine ausserordentlich wichtige Einnahmequelle des Landes.

Der Tourismus ist mittlerweile durch die Terrorangriffe schwer beeinträchtigt, die Hotels stehen weitgehend leer.

Der Wegfall des Tourismus in Kenia dürfte die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes drastisch verschlimmern, den Hass auf die Somalis, die sich in Kenia aufhalten, steigern, was möglicherweise Progrome einerseits, und weitere Terrorattacken andererseits, nach sich ziehen dürfte.

Durchsichtiges Manöver
Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta macht für die letzten Angriffe jedoch lokale Politiker und den Mombasa Rural Council verantwortlich, und dies, obgleich al- Shabaab bereits die Verantwortung übernommen hat. Ein allzu durchsichtiges politisches Manöver eines mit allen Wassern gewaschenen Politikers.

Wie in Nigeria (Boko Haram) droht auch in Kenia der islamistische Terror das Land ins Chaos zu stürzen, ein erklärtes Ziel der Islam-Terroristen.
.
Allen islamistischen Terrorgruppen ist gemeinsam, sich die vorhandenen politischen und sozialen Probleme zunutze zu machen. Ganz besonders zeigt sich das in Nigerias bettelarmen und vernachlässigten Norden.

Der dortige Terror der Boko Haram hat mittlerweile ein unbeschreibliches Ausmass angenommen: mindestens 2000, zumeist unbeteiligte Zivilisten, wurden seit Beginn des Jahres 2014 getötet, verglichen mit insgesamt 3600 Toten in den vier Jahren zuvor.

Kurzfristig müssen diese Islamistischen Terrorgruppen militärisch besiegt werden, mittel- und langfristig müssen die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, der Nährboden, auf dem der Terror gedeiht, angegangen werden.
Dazu sollte die Afrikanische Union (AU) eigentlich in der Lage sein, sollte man meinen.Das Gegenteil ist jedoch bisher der Fall.

Neuer Anlauf
Angesichts der prekären Lage in mehreren vom islamistischen Terror betroffenen Ländern, haben sich die Präsidenten der in der AU zusammengeschlossenen afrikanischen Länder auf ihrem Gipfeltreffen in der vorvergangenen Woche in Malabo, der Hauptstadt Äquatorial-Guineas, geeinigt, eine afrikanische Eingreiftruppe aufzustellen, die bereits im Oktober 2014 einsatzbereit sein soll:

African Capacity for Immediate Response to Crisis (ACIRE).

Süd-Afrika, Angola, Uganda, Tansania, Tschad, Liberia, Senegal und Sudan haben Truppen zugesagt.

Das wirtschaftlich stärkste Land Afrikas hat dafür den nicht gerade beindruckenden Betrag von 120.000 US Dollar bereitgestellt. Die Kosten für ein Bataillon in einem Kriegseinsatz belaufen sich aber bereits auf rund 3 Millionen US-Dollar, und steigen auf 100 Millionen für die drei vorgesehenen Bataillone in einem längerdauernden Einsatz.

Der AU stehen jedoch Gelder in auch nur in annähernd dieser Höhe nicht zur Verfügung. Also muss bei Geberländern angeklopft werden.

Besser als AFRICOM & Co
Trotzdem: Allemal besser als bei den alten Kolonialherren um Truppen nachzusuchen, wie zuletzt in Mali, oder um den Einsatz von US-AFRICOM zu bitten.
Obgleich die Idee prinzipiell richtig ist, gibt es selbst bei betroffenen Ländern wie Nigeria Widerstand, die befürchten, dass ihnen mit ACIR, einmal zum Einsatz gekommen, das Kommando aus der Hand genommen wird.

Langfristig hilft jedoch nur, den Nährboden für den Terrorismus trockenzulegen, also Angehen der wirtschaftlichen und politischen Probleme.

Nigeria: Entführungen, Morde, Ölreichtum, Korruption, Armut, und massivste Umweltzerstörung
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?
Irak, der Bürgerkrieg und seine Sponsoren
Bombenanschläge im Irak – was sind die Ziele der Terror-Salafisten?
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens

Zum US Africa-Command (Africom)
USA greifen nach Afrika

SATIRE

ISIS-Salafi-Terror-Chef Abu Bakr al-Baghdadi (alias Ibrahim Awwad Ibrahim): „So ein Tag, so wunderschön wie heute“

Dr. Alexander von Paleske —- 27.6. 2014 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Abu Bakr al-Baghdadi
ISIS-Terror Camp Nr. 1
Tikrit
IRAK

Guten Morgen liebe Kämpfer und Freunde,

heute ist ein ganz besonderer Tag, denn heute sind zwei Entscheidungen gefallen, die unsere Bewegung einen Riesenschritt weiterbringen werden, finanziell, logistisch, ideologisch, weltpolitisch.

Der Grosse (dumme) Satan
Zunächst einmal hat der Präsident des Grossen Satans USA, Obama, beschlossen, 500 Millionen US Dollar für die Opposition in Syrien bereitzustellen. Das ist ein Riesen-Geschenk für unseren heiligen Krieg zur Vertreibung der Ungläubigen, also Schiiten und Christen.

Dieser Dummkopf Obama glaubt offenbar, er könne die sogenannten „gemässigten Kräfte“ der Kämpfer gegen den Teufel Assad dazu bewegen, nicht nur gegen den Teufel selbst, sondern auch gegen uns, die heiligen Krieger, zu kämpfen.


Das bin ich: (selbsternannter) Kalif, Prediger der Sunniten, heiliger Kriegsherr, Henker aller Ungläubigen (Schiiten, Kurden, Christen etc.) – Screenshot: Dr. v. Paleske

Zwei Jahre zu spät
Da kommt er glatt zwei Jahre zu spät, weil die meisten Kämpfer dieser sogenannten „Gemässigten“ längst zu uns oder zur al Nusra Front übergelaufen sind, nur deren angebliche Sprecher treiben sich noch im Ausland herum, und machen glauben, hinter ihnen stünde eine Armee.

Das ist nur insoweit richtig, als es sich um eine Geisterarmee handelt.

Wir freuen uns daher schon auf das Geldgeschenk, und die vielen Waffen, die vor unserer Haustür abgeladen werden.

Noch nicht alles an guten Nachrichten
Heute ist auch eine wichtige Entscheidung gegen unseren grössten Feind, den russischen Verbrecher Putin, gefallen.

Dieser neue Zar ist ein Feind aller Islamisten, und bereitet unseren allzeit gewaltbereiten Glaubensbrüdern im Kaukasus grosse Schwierigkeiten, weil er sie mit eiserner Faust und völlig undemokratisch verfolgt.

Mehr noch: er ist es, der den syrischen Verbrecher Assad mit Waffen unterstützt, die dieser jetzt auch noch im Grenzgebiet zum Irak gegen uns einsetzt.

Ohne diese Putin-Unterstützung würden wir längst an den Schalthebeln der Macht in Damaskus sitzen, und das Levante- Kalifat ausgerufen haben.

Die Befreiung des Iran von den irrgläubigen Schiiten stünde dann als nächster Schritt auf der Tagesordnung.

Vom Zar zum Bürgermeister
Glücklicherweise haben diese Regierungschefs der EU beschlossen, Putins Macht und Einfluss drastisch einzuschränken, indem sie die Länder rund um Russland an die EU binden, um diesen Islamfeind zu einer Art „Bürgermeister von Moskau“ zu reduzieren.

So wurden heute Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine, Georgien und Moldawien unterzeichnet, eine glatte Kriegserklärung an Putin.


Präsidenten der Ukraine, Moldawiens und Georgiens v.r.n.l. bei der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU

Putin schäumte so, als hätte er eine Packung Waschpulver verschluckt.


Ukraine-Präsident Poroschenko bei der Unterzeichnung der „Kriegserklärung“

Riesenmanöver auf der Ostsee
Ausserdem hat diese Truppe, die militärisch unter dem Namen NATO firmiert, auch noch kürzlich ein Riesenmanöver auf der Ostsee veranstaltet, in dem Versuch zu zeigen, wer hier der Herr nicht nur zu Lande, sondern auch zur See ist.


DIE ZEIT vom 12.6. 2014 Seite 4 zum Seemanöver

Diese EU-Dummköpfe haben gedacht, mit ein paar Sanktionen und Demonstrationen ihrer militärischen Stärke, Putins Flügel klippen zu können, getreu dem Motto:

Als Adler flog er aus, als gerupftes Suppenhuhn kehrte er in den Kreml zurück.

Aber diese Länder haben sich in ihrer Expansions-Verblendung getäuscht, denn jetzt gehen die Auseinandersetzungen in der Ukraine erst so richtig los. Dieser Schoko-Oligarch namens Poroschenko ist für den Verbrecher Putin bestenfalls eine Maus, die brüllt – weltpolitisch und militärisch gesehen.

Jaaa, diese Zuspitzung des Konflikts sehen wir Islamisten mit grossem Wohlgefallen. Wir sitzen mit unseren Kalaschnikows auf dem Tigerberg, und dürfen uns darüber freuen, wie die Tiger sich alsbald gegenseitig zerfleischen, sodass wir in Ruhe ein Kalifat nach dem anderen errichten können. Sie liefern uns den Strick, an dem wir sie aufhängen werden.

Bald werden wir auch in Europa zur Offensive antreten, so Gott will – Inschallah.

Euer Kalif, Henker der Ungläubigen, Kommandant und spiritueller Führer der ISIS
Abu Bakr al-Baghdadi

Mehr zum Terror-Salafismus – keine Satire
Irak, der Bürgerkrieg und seine Sponsoren
Bombenanschläge im Irak – was sind die Ziele der Terror-Salafisten?
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Die Gewinner des ägyptischen Bürgerkriegs sind die Terror-Salafisten
Ägypten vor dem Bürgerkrieg?
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?

Zum Konflikt in der Ukraine
Ukrainischer Präsident Poroschenko, Premier Jazenjuk und der Bürgerkrieg in der Ostukraine
Klepto-Oligarchen: Scharfmacher und Kriegstreiber in der Ukraine
Wunderbare Freunde in der Ukraine: Klepto-Oligarchen, Ultras und Faschisten
Ober-Grüner und „Steuerspar-Fachmann“ Anton Hofreiter, Blackwater (Academi)-Söldner in der Ukraine, Günter Wallraff und ein Nachrichtenmagazin namens SPIEGEL
Obergrünin Katrin Göring-Eckardt: Ich bin Fan von Schalke 05 – aber: Tönnies Schweine von heute sind Putins Schinken von morgen
Danke BILD, danke BILD-Kai (Diekmann) für die Kampagne „Weg mit den russischen Panzern aus dem Tiergarten“
Vorwärtsverteidigungsministerin Dr. med. Ursula von der Leyen an den ehemaligen Bundeswehr-Generalinspekteur: „Halten Sie den Mund, General Kujat“
NATO und EU: Konfliktpolitik statt Friedenspolitik – in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, und jetzt in der Ukraine

Medizin

Ebola-Fieber: eine Epidemie gerät ausser Kontrolle

Dr. Alexander von Paleske — 26.6. 2014 — Der Hilferuf der Organisation Ärzte ohne Grenzen, keine Kapazitäten mehr zur Verfügung zu haben, um die weitere Ausbreitung der Ebola-Epidemie in Westafrika erfolgreich einzudämmen, hat international breiten Widerhall gefunden. Selbst das „Revolverblättchen“ BILD berichtete darüber.

Grössere internationale Hilfe ist aber bisher nicht eingetroffen.

Mehrere Länder betroffen
Anders als in früheren Epidemien, die sich vorwiegend im Länderdreieck Uganda, Demokratische Republik Kongo und Süd-Sudan abspielten, und sehr schnell eingedämmt werden konnten, hat sich diese Ebola-Epidemie vom westafrikanischen Guinea aus in mehrere Nachbarländer ausgebreitet: Sierre Leone, Liberia und Elfenbeinküste meldeten Erkrankungsfälle, und die Zahl der Infizierten und Toten steigt scheinbar unaufhaltsam weiter.


Guinea mit dem Ort Gueckedou, von wo die Epidemie ihren Ausgang nahm


Sierra Leone – wohin sie sich ausbreitete


Liberia, die nächste Station. Screenshots: Dr. v. Paleske

Leichte Übertragbarkeit, hohe Todesrate
Ebola gehört zu den viralen Infektionskrankheiten mit leichter Übertragbarkeit, also hoher Ansteckungsrate, in der Regel durch direkten Kontakt mit schon sehr geringen Mengen von Körperflüssigkeiten der Erkrankten.

Die Erkrankung verläuft bei den in Afrika vorherrschenden Ebola Subtypen in 70-90 % der Fälle tödlich, nur bei dem auf den Philippinen beheimateten Ebola-Virusstamm verläuft sie wesentlich milder, kann offenbar sogar inapparent verlaufen.

Die afrikanischen Ebola-Viren führen zum Multiorgan-Versagen mit ausgedehnten Blutungen. Ebola-Fieber gehört damit in die Gruppe der sog. hämorrhagischen Fiebererkrankungen, wozu auch Viruserkrankungen wie Marburg-Fieber, Dengue-Fieber, Gelbfieber, Chikungunya-Fieber, Krim-Kongo-Fieber und andere gehören.

Fledermäuse als Virusreservoir
Das Virusreservoir sind offenbar bestimmte Fledermausarten, bei denen Bruchstücke des Virus nachgewiesen werden konnten. Der genaue Übertragungsweg ist nach wie vor nicht bekannt.

Wirksame Medikamente zur Behandlung der Erkrankung gibt es bisher nicht, auch wenn das Infertilitätsmedikament Clomiphen offenbar das Andocken ähnlicher Viren im Mäuseversuch verhindern konnte.

Das Virus, sofern die Erkrankung überstanden wurde, hinterlässt eine dauerhafte Immunität. Das Rekonvaleszenzserum derartiger Patienten kann offenbar zur Krankheitsbehandlung verwendet werden, allerdings gibt es auch darüber keine gesicherten Daten.

Impfung wäre vielversprechend
Die Tatsache, dass eine geringe Anzahl von Patienten überlebt, also das Virus mit Hilfe körpereigner, nach Viruskontakt gebildeter Antikörper eliminiert, macht eine Impfung vielversprechend.

Einige Ansätze dazu gibt es bereits, aber keines der bisher entwickelten impfseren hat es bisher in die klinische Prüfung geschafft.

Wenig lukrativ
Das ist kaum überraschend: Die Ebola-Krankheit, die selbst in den medizinischen Mikrobiologie-Lehrbüchern keine Erwähnung findet, und natürlich weder zum Unterrichtsstoff des Medizinstudiums, noch zum Prüfungsstoff der ärztlichen Prüfungen gehört, hat bisher auch nicht das Interesse der pharmazeutischen Industrie zu wecken vermocht.


Standard Lehrbuch – Ebola kein Thema

Der Grund: Von Ebola-Epidemien sind ausschliesslich arme Länder betroffen. Bisher ist keine der Epidemien nach Europa oder die USA übergeschwappt.

Mit einem Impfstoff liesse sich also kein Geld verdienen.

Ausserdem waren die bisherigen Epidemien durch sofort angelaufene strikte Isolierungs- und Hygienemassnahmen, insbesondere auch bei der Bestattung von Verstorbenen, in den Griff gebracht worden: siehe dazu die Liste der bisherigen Ausbrüche und Todesfälle.

Bisher nicht vorgekommen
Eine derartige Epidemie wie die jetzige, die sich sukzessive über mehrere Länder ausbreitet, gab es bisher nicht. Und vor allem nicht in einigen Ländern Westafrikas, wo sie jetzt erstmalig auftritt.

Länder wie Uganda und die DRC (früher: Zaire), welche schon mehrere Ausbrüche von Ebola Fieber hatten, sind einigermassen gut ausgerüstet für das sofortige Erkennen, und die notwendigen Isolierungsmassnahmen.

Auch hat sich in der dortigen Bevölkerung ein gewisser Erkenntnisstand verbreitet, mit der Akzeptanz von strikten Isolierungs- und Hygiene-Massnahmen, darunter auch die an Ebola-Fieber Verstorbenen entgegen der Tradition nicht zu waschen, oder auch nur anzufassen, sondern unverzüglich zu bestatten.

Völlig unvorbereitet
Insoweit trifft die neue Epidemie die westafrikanischen Länder völlig unvorbereitet, und ohne wenigstens Minimalkennnisse in der Bevölkerung über diese Erkrankung.

Deshalb fallen die Forderungen nach strikter Isolierung und strikter Hygiene bei vielen Betroffenen und deren Familien auf taube Ohren, zumal das notwendigerweise in Schutzanzügen auftretende medizinische Personal nicht gerade als Vertrauen einflössend wahrgenommen wird.


Medizinisches Personal in Schutzanzügen. – Screenshot: Dr. v. Paleske

So ist die weitere Krankheitsausbreitung kaum überraschend.

Der Hilferuf der Organisation Ärzte ohne Grenzen, die wieder mal als Erste tatkräftige Hilfe leistete, sollte unmittelbare internationale Hilfsleistungen zur Folge haben.

Ausserdem sollte die Entwicklung eines Impfstoffes endlich energisch genug vorangetrieben werden. Auf die Pharmaindustrie, die schon die Produktion von bereits voll entwickelten Impfstoffen gegen Hepatitis E einstellte, weil sich damit kein Geld verdienen liess, wir berichteten darüber, sollte sicher nicht gesetzt werden.

Krieg

Irak, der Bürgerkrieg und seine Sponsoren

Dr. Alexander von Paleske —- 23.6. 2014 — Die Salafi-Terroristen der ISIS,, die ein Sunni-Kalifat aus dem Irak und Syrien herausschneiden, und dabei seit Jahren auf das Mittel des brutalen Bombenterrors setzen, haben nun – offenbar nach längerer Planung – ihre grosse Offensive gestartet.


Die schwarze Fahne hoch – Die Terror-Salafisten auf dem Vormarsch. Screenshot: Dr. v. Paleske

Mittlerweile haben die unter der schwarzen Al Qaida Flagge vorwärts stürmenden Glaubenskrieger grosse Teile des mehrheitlich von Sunniten bewohnten Nordwesten des Irak unter ihre Kontrolle gebracht. Die irakische Armee hat bisher keinen nennenswerten Widerstand geleistet.


Von ISIS-Al Qaida erorberte Städte im Irak. Screenshot: Dr. v. Paleske

Auf zum Kalifat
Das angestrebte Ziel eines Kalifats dürften sie zwar kaum erreichen, ebenso wenig wie es ihnen gelungen ist, Syrien aufzuteilen und Assad zu verjagen. Aber der Bürgerkrieg, wie in Syrien, der eine neue Flüchtlingswelle auslösen und den Irak ins Chaos stürzen dürfte, den haben sie auf breiter Front gestartet.

Die ISIS-Kämpfer stammen keineswegs nur aus dem Irak sondern sind Sunni-Terror-Salafisten aus vielen Gegenden der Welt – auch der westlichen Welt. Sie verfügen offenbar über grosse Geldmittel und stellen sich auf einen langen Kampf ein, wie auch in Syrien.

Erster Testfall Falludscha
Der erste Testfall für ihre Offensive war die sunnitische Stadt Falludscha, nur 30 km von Bagdad entfernt, die sie vor einigen Monaten einnahmen, und aus der sie die irakische Armee nicht mehr vertreiben konnte – trotz vollmundiger Ankündigungen seitens des irakischen Regierungschefs Nuri al- Maliki. Das legte die Schwäche der irakischen Armee in aller Deutlichkeit bloss.

Rückblick
Seit Jahren versucht ISIS, besser als Al Qaida im Irak zu bezeichnen, mit Bombenattentaten in schiitischen Wohnbezirken vornehmlich in Bagdad, und mit Selbstmordanschlägen auf schiitische Moscheen und Pilgerzüge den Irak zu destabilisieren, und die Schiiten – 60% der Bevölkerung – gegen die deutlich in der Minderzahl befindlichen Sunniten aufzubringen.

Feindbilder der Salafisten
Die Feindbilder der Sunni-Salafisten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Neben Israel, den USA und dem Westen sind Hassobjekt die Schiiten. Sie werden als „falsche Muslime“ angesehen, als „Religions-Verräter“, und werden auf eine Stufe mit Gotteslästerern gestellt. Ihnen sagen die Salafi-Radikalislamisten den unerbittlichen Kampf an.

Die Al Qaida-Bomben-Logik war auch: Blosstellung und damit Schwächung der Zentralregierung durch möglichst viele Attentate mit möglichst vielen Opfern.

Die fast täglichen Bombenanschläge der ISIS – mit inzwischen Tausenden von Toten und Zehntausenden von Verletzten – hatten die Schiiten gleichwohl nicht zum Religions-Bürgerkrieg verleiten können. Ein Bürgerkrieg, der schliesslich zur Neuaufteilung des Irak führen sollte.

Demokratie ist westliche Giftpille
Nuri al-Maliki ist frei gewählter Regierungschef des Irak, aber die Terror-Salafisten haben mit der Demokratie nichts am Hut. Im Gegenteil: sie sehen die Demokratie als unislamisch, als westliche Giftpille an.

Ihre Marschroute heisst vielmehr: Zurück zu den Wurzeln des Glaubens, ins Mittelalter, ins Kalifat, wo ein religiöser Herrscher erwählt, aber nicht gewählt über ein islamisches Reich gebietet, und die Scharia, und nicht eine demokratische Verfassung die Leitschnur politisch-religiösen Handelns ist.

Saudi-Arabien als Unterstützer
Finanzielle Unterstützung bekommen diese Gruppen insbesondere auch aus Saudi-Arabien, der Heimat der Wahabisten-Salafisten, und zwar öffentlich und privat. Dort, wo die Scharia gilt, die Religionspolizei schalten und walten darf, wo Frauen weder Auto fahren, noch ohne männliche Begleitung verreisen dürfen.

Eine kleine radikale Minderheit
Der Al Qaida-Ableger im Irak war bis dato innerhalb der sunnitischen Bevölkerung nur eine kleine, aber ausserordentlich radikale, und sehr gewalttätige Minderheit. Eine Minderheit, die von der sunnitischen Bevölkerung zunächst nur sehr begrenzt unterstützt wurde

Einsickern von Al Qaida dank der USA
Vor dem Einmarsch der USA im Irak im Jahre 2003 war bekanntlich Saddam Hussein – ein Sunnit – am Ruder. Hussein war ein brutaler Diktator, jedoch kein Salafist. Al Qaida hatte im Irak nichts zu melden, war dort nicht vorhanden. Religionsfreiheit und Gleichheit der verschiedenen Bevölkerungsgruppen hatten unter Saddam Hussein einen verhältnismäßig hohen Stand – jedenfalls solange sie nicht gegen die Zentralregierung aufbegehrten.

Die Behauptung der USA, dass Al Qaida sich dort aufhalten würde, war, ebenso wie die Behauptung des Besitzes von Massenvernichtungswaffen, reinste Lügenpropaganda.

Erst mit dem Einmarsch der USA gelang es Al Qaida, sich im Irak festzusetzen, und zügig mit Bombenanschlägen zu beginnen, den Hass der Iraker – auch der Schiiten – gegen die Besatzungsmacht nutzend, zumal sie nun aus der Zentralregierung – anders noch unter Saddam Hussein – verdrängt waren.

Keine Regierungs-Mitverantwortung und die Folgen
Die nach dem Abzug der US-Truppen und freien Wahlen gebildete irakische Regierung hätte von Anfang es sich zum Ziel setzen müssen, die Sunniten in die Regierungsverantwortung angemessen einzubinden, und damit auch ISIS-Al Qaida das Wasser abzugraben.

Das ist jedoch nicht geschehen, im Gegenteil: Die wenige Regierungsverantwortung, welche den Sunniten geblieben war, wurde von Regierungschef Maliki beseitigt und deren einflussreicher Repräsentant, Tarek_al-Haschemi, wegen angeblicher Beteiligung an Bombenattentaten bzw. Mordanschlägen strafrechtlich verfolgt. Er floh ausser Landes.

Damit hatte Al Qaida zumindest die Duldung ihrer Präsenz innerhalb der sunnitischen Gebiete erreicht.. Die Sunniten misstrauten nun den Sicherheitskräften der Regierung, und gaben, anders als zuvor, keine Hinweise auf die Terroristen-Schlupflöcher.
Und so kam, was schliesslich kommen musste: der offene Bürgerkrieg wie in Syrien.

Al Qaida im Irak marschiert, und die Auswirkungen reichen wesentlich weiter, als nur in die Vororte Bagdads: Al Qaida Ableger wie Boko Haram in Nigeria, Al Shabab in Somalia und Kenia, haben sich parallel zu den Ereignissen in Irak mit vermehrten Terrorattentaten, Bombenanschlägen und willkürlichen Erschiessungen zu Wort gemeldet – Hoch die internationale Terror-Solidarität.

Völlig klar ist, dass es für die jeweiligen Terror-Bewegungen auch eine soziale Basis gab, ebenso wie seinerzeit für die Faschisten in Deutschland, Italien und Spanien . Gleichwohl sollte diesem neuen Glaubens-Faschismus – und seinen Sponsoren in Saudi-Arabien und Katar – mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden – seitens der Iraker.

Mehr zum Terror-Salafismus
Bombenanschläge im Irak – was sind die Ziele der Terror-Salafisten?
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Die Gewinner des ägyptischen Bürgerkriegs sind die Terror-Salafisten
Ägypten vor dem Bürgerkrieg?
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?

global player

US-Geierfonds gewinnen Prozess gegen argentinischen Staat – mit katastrophalen Folgen

Dr. Alexander von Paleske —– 19.6. 2014 —–
Der NML Capital- Geierfond des US- Hedgefond-Spekulationsmilliardärs und spendablen Freundes der republikanischen Partei, Paul Singer , und der Aurelius- Capital-Management-Geierfond haben wieder zugeschlagen: diesmal gegen Argentinien.


Paul Singer – Spekulationsmilliardär und Geierfond-Betreiber

Mit einer Phalanx von Anwälten
Unterstützt von einer anwaltlichen Phalanx, haben sie den argentinischen Staat in den USA verklagt: auf volle Zahlung seiner Verpflichtungen aus staatlichen Anleihen.

Argentinien hatte zwei Schuldenschnitte in den Jahren 2005 und 2010 mit knapp 93% seiner Gläubiger vereinbart. Diese verzichteten auf 70% ihrer Forderungen. Die Alternative wäre der Staatsbankrott gewesen, der zum Totalverlust der Forderungen geführt, umgekehrt aber das Land von den Finanzmärkten für lange Zeit verbannt hätte..

Geierfonds treten auf den Plan
Die Geierfonds werden tätig, wenn eine derartige Lage sich abzeichnet, kaufen dann zum „Schnäppchenpreis“ derartige „Schottanleihen“ auf, und beteiligen sich dann nicht an irgendwelchen Schuldenerlassen. Sie nehmen vielmehr das Risiko des Totalverlustes in Kauf in der Gewissheit, die Justiz auf ihrer Seite zu haben, und treiben diese Forderungen gerichtlich ein, unterstützt von einer Phalanx von Anwaltsfirmen.

Rund eine Milliarde sind es jährlich, welche diese Geierfonds – es sind mittlerweile mehr als ein Dutzend – pro Jahr im Durchschnitt eintreiben

Kaufe billig, klage teuer
Das Prinzip der Geierfonds ist also immer das gleiche: Billig alte Schuldtitel gegen Dritte Welt und Schwellenländer einzukaufen, abwarten, dann hoch einklagen, oftmals vor mehreren Gerichten weltweit gleichzeitig, vornehmlich in den USA, Grossbritannien und Australien. Geld spielt da keine Rolle, denn Riesenprofite winken: bis zu 1000%.

Ein Spekulant namens Singer
Der Spekulant Paul Singer startete mit diesem erbärmlichen Geschäftszweig im Jahre 1996. Flankierend flossen Spenden an die Republikanische Partei der USA, wohl auch um das Geschäftsumfeld günstig zu gestalten, und notfalls sich der Hilfe des US- Aussenministeriums zu vergewissern, zumindest aber zu verhindern, dass Politiker seinen widerwärtigen Geschäften in die Quere kommen.

1996 ging es los mit peruanischen Anleihen, die Singer für 11 Millionen einkaufte und dann auf volle Höhe einklagte. Glatte 55 Millionen US Dollar landeten nach Prozessen in seinem Säckel.

Da kommt Freude auf – bei den „Geiern“ – während die betroffenen Länder im Staatshaushalt kürzen müssen, z.B. im Gesundheitswesen .

Andere Länder, dieselben „Geier“
Andere Länder, in denen sich diese „Geier“ z.B. niederliessen:

– Kongo Brazzaville: Für 11 Millionen US Dollar eingekauft, für 400 Millionen Dollar eingeklagt

– Demokratische Republik Kongo: Für 10 Millionen eingekauft, 100 Millionen eingeklagt

– Sambia: für 1 Million eingekauft, für 15 Millionen eingeklagt

Richtig in die Vollen
Nun aber ging es nicht mehr um Millionen, sondern richtig in die Vollen: Um 1,5 Milliarden US- Dollar. Beklagter: Der argentinische Staat. Der Prozess ging bis hin zum Obersten Gericht der USA. Die Anleihe war in US Dollar, und damit US-Gerichte zuständig.

Das oberste Gericht der USA gab erwartungsgemäss Singer grünes Licht. Die Folge: Argentinien kann seine laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen, der Staatsbankrott droht erneut mit all seinen Folgen.

Jetzt soll also bei Milliardär Paul Singer die Ladenkasse so richtig klingeln, für Argentinien hingegen das Armenglöckchen läuten.

Fazit
Solange diese Hedgefond-Betreiber gesetzlich nicht gezwungen werden, sich an Schuldenschnitten zu beteiligen, wird dieses erbärmliche Spielchen munter weitergehen. Umgekehrte Entwicklungshilfe für Finanzkapitalisten.
Dass die USA – anders als Grossbritannien – juristisch eine Kehrtwende vollziehen, darf als ausgeschlossen gelten. Da hat Paul Singer mit seinen reichlichen Partei-Spenden schon mal vorgesorgt.

linkDie Geierfonds klagen zur Kasse – diesmal gegen die Demokratische Republik Kongo (DRC)
Geierfonds plündern Länder der Dritten Welt
Sambia muss an Geierfond 15 Millionen US Dollar bezahlen.

Unkategorisiert

Bundespräsident Gauck, die Bundeswehr und das Koppelschloss

Dr. Alexander von Paleske —– 17.6. 2014 —–
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Der Bundepräsident
Joachim Gauck
Schloss Schöne Aussicht
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

der frühere Bundeskanzler Konrad Adenauer pflegte zu sagen:

Die Lage war noch nie so ernst wie heute“.

Das könnte ich ebenfalls jetzt sagen, wenn ich an die Ukraine, Irak, Syrien, Libyen, Mali, Nigeria, und Kenia denke, um nur ein paar Konfliktherde zu benennen.

Notwendigkeit weltweiter Präsenz
Aber anders als Konrad Adenauer, der mit seinem Slogan sein Wahlvolk mobilisieren wollte, kommt es mir darauf an, die Notwendigkeit der Präsenz unserer Soldaten weltweit voranzutreiben:

Deutschland muss an die Front, wo immer es brennt auf der Welt, nicht mit dem Roten Kreuz, sondern mit der Bundeswehr.

Keine falschen Schlüsse
Aus dem in die Hose gegangenen Afghanistan-Feldzug dürfen nicht die falschen Konsequenzen gezogen werden: nicht wie ein Siebenschläfer sich jetzt zurückzuziehen.

Von Afghanistan lernen heisst:
Die Feinde sofort mit allen zur Verfügung stehenden Kräfte entschieden bekämpfen, ihnen keine Atempause gönnen und sie schliesslich zu vernichten, notfalls auch grenzüberschreitend.

Was ich bereits in meiner ersten Grossen Rede vor der Führungsakademie der Bundeswehr im Juni 2012 in Hamburg ausführte, dies auf der Münchner Sicherheitskonferenz in Januar vertiefte, habe ich jetzt in einem grossen Interview noch einmal bekräftigt: Gegen eine Tabuisierung von Auslands-Militäreinsätzen unserer Bundeswehr.

„Deutschland muss seine früher gebotene Zurückhaltung aufgeben und eine grössere Verantwortung wahrnehmen“.

Nicht nur Waren exportieren
Die sich verändernde Weltlage erfordert, dass wir nicht nur Waren exportieren, sondern auch Kanonenboot-Politik.
Wir müssen weltpolitisch in die Offensive kommen – militärisch versteht sich.

Auf allen Konfliktherden der Welt wie der Ukraine, Irak Syrien, Nigeria, Libyen muss in Zukunft die Bundeswehr präsent sein, und die Reichskriegsflagge gehisst, äh, ich meine der Bundesadler weithin sichtbar sein.


In seinem Geist: Kaiser Wilhelm II mit Reichskriegsflagge


….mit neuer Kraft: Gauck bei der Bundeswehr ——

Koppelschloss neu gestalten
Im Rahmen dieser offensiven Neuausrichtung deutscher Aussenpolitik habe ich mir auch überlegt, wie wir das Koppelschloss der Soldaten verschönern können. Jeder Soldat soll schon mit Blick auf das Koppelschloss Mut und Kampfesfreude schöpfen.

Früher, im ersten Weltkrieg und auch danach, stand auf den Koppelschlössern deutscher Soldaten: „Gott mit uns“

Das ist heute nicht mehr ganz zeitgemäss, zumal viele Soldaten nicht mehr einer Konfession angehören.

Ich habe deshalb folgenden Vorschlag:

„Gott mit uns“

durch

Gauck mit uns

zu ersetzen.

Vielleicht auch mit dieser gefälligen Gestaltung:

Dies soll zeigen: der deutsche Bundespräsident ist in Gedanken immer bei den Soldaten.

Süss und ehrenhaft
Und immer sollte unseren Soldaten eingetrichtert werden:

Es ist süss und ehrenhaft für das Vaterland zu sterben,

selbst in den scheinbar sinnlosesten Kriegen wie in Afghanistan.

Diese meine militärische Zukunftsperspektive ist bei allen im Bundestag vertretenen Parteien auf wohlwollende Zustimmung gestossen, ausser bei der Partei Die Linke, aber diese Herrschaften interessieren mich ohnehin nicht.

Keine grünen Einwände
Erfreulich auch, dass die Grünen keine grundlegenden Einwände äusserten, vielmehr sehr positiv reagierten, zumal sie es ja waren, die mich mit in den Sattel hoben, vorrangig, um der BK Merkel eins auszuwischen.

Jetzt müssen die alle meine „Kriegskröten“ schlucken, um sich nicht politisch noch unglaubwürdiger zu machen. Sehr erfreulich!

Parallel werde ich mich dafür einsetzen, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt wird, auch als „Schule der Nation“ wie es der seinerzeitige Verteidigungsminister und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt so zutreffend formulierte.
Dort soll vor allem das Prinzip von Befehl und (Kadaver-)Gehorsam eingeübt werden, bevor dann unsere Jungs und Mädels auf den Feind losgelassen werden.

Deutschland, ich werde mich alsbald wieder zu militärpolitischen Fragen zu Wort melden, und unseren Parlamentariern ordentlich Dampf machen.

Seid alle herzlich gegrüsst

Von Eurem Bundespräsidenten

Gez. Joachim Gauck

Zu BuPrä Gauck und der Bundeswehr
Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Flaschenpfand-Trittin schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck

Mehr zu BuPrä Gauck
Neues Jahr, andauernde Konflikte – oder was BuPrä Gauck und BuKa Merkel in ihren salbungsvollen Ansprachen „vergassen“
Mandela, Malema und Gauck – Anmerkungen zu einer Trauerfeier
Ex-Minister Otto Schily schreibt an Bundespräsident Gauck zur Paranoia um die Abhöraffäre
Ex BND-Chef Ernst Uhrlau schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck zum US-Abhörskandal
Ansprache des neuen Präsidenten Gauck: Ich bin der richtige Mann (zur falschen Zeit)
Joachim Gauck: Jetzt rede ich und stelle klar
Jürgen Flaschenpfand-Trittin zur Kandidatur von Joachim Gauck

Medizin

Südafrika: Wenn Ärzte das Handtuch werfen

Dr. Alexander von Paleske — 11.6. 2014 —-
In der Wochenzeitung DIE ZEIT“ erschien am 22.5.2014 auf Seite 71 ein Artikel „Mehrere Messerstiche“


DIE ZEIT vom 22.5. 2014

Darin schildert ein angehender deutscher Arzt im letzten Jahr des Medizinstudiums seine Erfahrungen während eines achtmonatigen Praktikums im grössten südafrikanischen Krankenhaus der Maximalversorgung mit 3200 Betten, dem Chris Hani-Baragwanath Hospital, kurz auch „Bara“ genannt.


Chris Hani-Baragwanath Hospital

Das Krankenhaus liegt in Soweto / Johannesburg, mit einem Einzugsgebiet von fünf Millionen Menschen.

60 bis 100 Patienten werden pro Nacht in der chirurgischen Ambulanz behandelt – von vier Ärzten.

Der angehende Mediziner aus Hannover berichtet von schwersten Verletzungen, oft das Ergebnis von Gewaltdelikten. Eine Herausforderung, in ärztlicher aber auch und gerade in menschlicher Hinsicht.

Schwere Verletzungen – unerfahrene Ärzte
Die Patienten treffen auf Ärzte, die gerade erst ihr Studium beendet haben, und nun diese Schwerstkranken versorgen müssen, wo in Deutschland erfahrene Oberärzte für derartige Verletzungen regelmässig zumindest zugezogen werden.
In Südafrika dagegen heisst das Motto:

See one, do one, teach one

Einmal gesehen, dann selbst gemacht und sofort das Wissen weitergegeben.Medizinische Weiterbildung im Schnellstverfahren – klaffende Erfahrungslücken inklusive.

Offenbar hatten diese Erfahrungen den Autor Sebastian Reichert ermutigt, zumindest für eine begrenzte Zeit nach Abschluss der Facharztausbildung wieder nach Afrika zurückzukehren, weil er hier gebraucht würde.

Eine Ärztin gibt auf
Fast zur gleichen Zeit, erschien ein Bericht ganz anderer Art in Buchform, verfasst von der südafrikanischen Ärztin Maria Phalime, aus Soweto stammend, die nach mehrjähriger ärztlicher Tätigkeit schliesslich das Handtuch geworfen hat. Titel des Buches:

Postmortem – The doctor who walked away.

Unerträgliche Zustände, mit denen der deutsche Mediziner im Praktischen Jahr für eine paar Monate konfrontiert war, und die er als Erfahrungsbereicherung ansah, führten bei der der gennannten Ärztin nach ein paar Jahren im Dauerstress zu einem totalen „Burnt out“- Syndrom, sodass sie schliesslich den ärztlichen Beruf an den Nagel hängte. Und dies, obgleich ihr mehrere hart umkämpfte Facharzt-Weiterbildungsstellen in renommierten Krankenhäusern angeboten worden waren.


70 % der Ärzte emigrieren oder geben auf

Die Ärztin steht jedoch, wie sie aufgrund eigener Recherchen feststellen konnte, keineswegs allein da. Rund 70% aller in Südafrika ausgebildeten Ärzte verlassen das Land und / oder den Beruf.


Buchbesprechung Mail & Guardian 6.6.2014

Maria Phalime beschreibt, wie wenig die Ärzte während des Medizinstudiums mental auf das vorbereitet wurden und werden, was sie dann erwartet:

– Ständig wiederkehrende Verletzungen durch Gewaltdelikte, das Ergebnis einer Gewaltkultur in den Townships, die sich unter dem Apartheidregime ausgebreitet hatte, dann perpetuiert durch die hohe Jugendarbeitslosigkeit, verbunden mit Perspektivlosigkeit und Drogenkonsum.

– Die Gangs, die sich gegenseitig bekriegen, zu jeder Form der Gewaltkriminalität bereit sind, und diese Auseinandersetzungen bis in das Krankenhaus hinein fortsetzen.

– Der unzureichende Schutz des medizinischen Personals vor körperlicher Gewalt, auch von Patienten

– Die offenbare Gleichgültigkeit und / oder Hilflosigkeit der Regierung gegenüber diesen Zuständen in den Townships. Mittlerweile greifen die Township-Bewohner zur Selbsthilfe – bis zur Lynchjustiz – wie die Tageszeitung STAR gestern berichtete.


STAR vom 10.6. 2014

– Die völlig unzureichende Versorgung mit Medizinern

– Die ständige Gefahr für das medizinische Personal, sich mit Tuberkulose zu infizieren, mittlerweile auch der medikamentenresistenten TB. Aber auch die Gefahr, über Stich- oder Schnittverletzungen sich mit HIV zu infizieren.

– Die oftmals anzutreffende Gleichgültigkeit der Krankenhaus-Administration gegenüber den Problemen des Ärzte- und Pflegepersonals angesichts dieser Zustände, aber auch angesichts der limitierten Ressourcen (Personal, Geräte, Medikamente)

– Den Platz als Mediziner angesichts dieser frustrierenden Situation zu finden.

Während in Deutschland Mediziner vielfach das Handtuch werfen, weil sie es satt haben, zu Computer-Bürokraten zu verkommen, und nutzlose Therapien zu verabreichen, bzw. wegen der jeweiligen Fallpauschale auch überflüssige Eingriffe vorzunehmen, nur weil sie Geld ins Haus spülen, ist es das Übermass an Anforderungen, welche manch einen der Ärzte in Südafrika zur Aufgabe bringt, abgesehen von der hohen Kriminalitätsrate ausserhalb des Krankenhauses.

Gemeinsam ist beiden, dass sie die Auswirkungen einer Politik auszubaden haben, die nicht das Wohlergehen der Patienten im Auge hat; verbunden mit einem akzeptablen Arbeitsumfeld für das medizinische Personal..

Zur Lage im deutschen Gesundheitswesen:

Kürzen und Schliessen – das Programm der Gross(artig)en Koalition im Gesundheitswesen

Arzt zu Schmerzensgeld wegen Verletzung der Aufklärungspflicht verurteilt – richtiges Urteil?
Ärzte und Medizinzeitschriften als „Prostituierte“ der Pharmaindustrie?
Sinkende Bereitschaft zur Organspende und Vertrauensverlust: Die Folgen der Ärzteskandale in Deutschland

Siehe auch die informativen ZEIT-Artikel:

Klappe halten und wegsehen ZEIT vom 20.9. 2012 S. 32

Das Ende der Schweigepflicht ZEIT vom 15.5. 2012

SATIRE

Futtertrog-Grüne Tatjana Bussner antwortet dem Ex-Obergrünen Ludger Volmer

Dr. Alexander von Paleske — 2.6. 2014 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox.

Tatjana Bussner MdB,
Mitglied des grünen VVIP-Clubs,
Business Class Vielfliegerin Frankfurt-Berlin
Reichstagsgebäude
Berlin

An
Ludger Volmer
Industrie-Consultant
Ex Obergrüner
Bad Honnef

Lieber Ex Obergrüner Ludger,

ganz, ganz herzlichen Dank für Deinen aufrüttelnden Beitrag:

„Grüne drohen vor Ankunft an den Futtertrögen abzusaufen“

Ich bin tief beeindruckt, wie Du messerscharf erkannt hast, was unserer schnellen Rückkehr an die Futtertröge der Regierungsbeteiligung entgegensteht.

Insbesondere, dass wir Mutti Merkel richtig in die Zange nehmen müssen, auch wenn wir im Prinzip nichts anderes wollen, als die Kanzlerin mit ihrem Wahlverein.

Linke hätte verhindert werden können
Völlig recht hast Du auch mit Deiner Feststellung, dass wir das Entstehen der Partei „Die Linke“ hätten verhindern können und müssen: durch täuschend falsche Darstellung unserer Politik als ökosozial, wobei wir in Wirklichkeit natürlich bis auf die Knochen ökolberal sind – von wenigen Ausnahmen wie Ströbele mal abgesehen – noch mehr, seit die FDP von der politischen Bildfläche verschwunden ist. Das ist jedoch leider nicht mehr rückgängig zu machen.

Die ewig Fusskranken der fehlgeschlagenen Weltrevolution stehen unserem raschen Marsch an die Futtertröge nun als grosses Hindernis im Wege, und die AfD schnappt sich das liberale Wählerpotential. Alles sehr betrüblich.

Scharfmacher an die Front
Die Grünen Fachpolitiker – brav wie Du sie nennst – müssen schleunigst gegen inhaltslose aber draufdreschende Scharfmacher ausgetauscht werden.

Wir brauchen Leute vom Schlage eines Jürgen Flaschenpfand-Trittin, die flexibel genug sind, einerseits die Bilderberg-Konferenz zu besuchen, aber auch im Parlament auf den Putz hauen, dass es nur so rumpelt, nicht aber Gestalten wie diesen Hofreiter, der mich immer an einen folgsamen Hofschranzen erinnert.

Auch diese berufslose Katrin Göring-Eckardt, bei deren Beiträgen den Zuhörern die Füsse einschlafen, ist kein adäquater Ersatz für die geifernd-aufmischende Granate-Renate Künast.

Auch opportunistische Strohdrescher willkommen
Opportunistische Figuren wie dieser Industrie-Klinkenputzer, Ex Radauparlamentarier, und Grösster Deutscher Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ), Joseph Martin Fischer, das sind Leute, an denen man sich ein Beispiel nehmen sollte. So wie Fischer hat es bisher keiner geschafft, mit bedeutungsschwerer Miene leeres Stroh zu dreschen.

Vorbildliche Karriere
Lieber Ludger, Du bist der Mann, dessen politische Karriere für mich vorbildlich ist: Von Links nach halb-rechts: Zunächst als lautstarker Pazifist, später als Staatsminister im Auswärtigen Amt (1998-2002) beschäftigt mit dem Abnicken der blutigen Kriegsabenteuer im Kosovo, und dann in Afghanistan, um schliesslich ins finanziell lukrative Beratungsgeschäft – Consulting wie sich das auch nennt – mit Volldampf einzusteigen. Nur Böswillige würden das als Musterbeispiel für grünen Opportunismus bezeichnen. Ich sehe eher darin eine bewundernswerte Flexibilität.

Ich finde es absolut verständlich, dass Du Dir seinerzeit einen bruchlosen Übergang in die Privatwirtschaft verschafft hast.

Die Angriffe der geifernden Tintenkulis von SPIEGEL und STERN hast Du einfach wie Teflon an Dir abperlen lassen. Hervorragend!

Ganz besonders hat mir gefallen, wie Du als ehemaliger Dritte-Welt-Aktivist erkannt hattest, dass sich auch mit 3. Welt Ländern noch gutes Geld verdienen lässt, z. B. durch die Vermittlung des Verkaufs von Banknoten und Führerscheinen. Dabei war sicherlich auch hilfreich, dass Du als Staatminister im AA mit vielen ausländischen Potentaten Verbindungen knüpfen konntest, die sich dann wieder segensreich bei Deiner Consulting-Geschäftstätigkeit nutzbar machen liessen. Wunderbar!

Bandbreite des Consulting Angebots
Auf Deiner Homepage zeigt sich die ganze Breite Deiner Consulting-Fähigkeiten. Dort las ich:

Wir sind nicht auf einzelne Länder spezialisiert, sondern verfügen über strukturelle Methoden, die je nach Gegebenheit angewendet werden. Gleichwohl liegen spezielle Erfahrungen mit einer Reihe von Ländern vor, insbesondere mit den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens sowie mit Schwellenländern Asiens, Lateinamerikas, Afrikas und der arabischen Welt. Daneben haben wir erprobte Zugänge in Entwicklungsländern.

Wir sind auf keine Branche festgelegt, haben aber besondere Kompetenzen für innovative Verfahren in folgenden Bereichen erworben:

◾Umwelt- und Klimaschutztechnologien
◾Erneuerbare Energien (Fotovoltaik, Biomasse)
◾Wasseraufbereitung (Schwarz- und Grauwasser, Ballastwasser, Salzwasser)
◾Müll- und Klärschlammverwertung
Halden- und Deponiewesen
◾Ökologischer Erdbau, Altlastensanierung
◾Elektronische Sicherheits- und Zugangstechnik
◾Technologiehandel
◾Patentverwertung
◾Berufliche Weiterbildung
◾Managementschulung für kleine und mittlere Unternehmen
◾Finanzierungsberatung

Weitere Branchen können aktiviert werden.

Gut ernährt
Lieber Ludger, aus Deinem guten Ernährungszustand folgere ich, dass es bei Euch zu Hause genug Butter und Brot gibt, und Du nicht auf die mageren Einkünfte aus der Abgeordneten- und dann Beamtenpension angewiesen bist, zumal, wie sich im Falle Eichel gezeigt hat, Klagen auf Pensionsaufbesserung keine Aussicht auf Erfolg haben.


Ludger Volmer ……….genug Butter und Brot

Du bist ein richtiger 78er, frei von dem altruistischen Ballast, den einige 68er noch mit sich herumschleppen – ausser natürlich Joseph Martin Fischer, der sich auch Joschka nennt, den nur Böswillige einen falschen Fuffziger äh, ich meine 68er nennen..

Es grüsst Dich ganz herzlich

Tatjana Bussner
MdB, Grüne

Hans Eichel schreibt an das Bundesverwaltungsgericht: „Pensionserhöhung mehr als gerechtfertigt“

Zu den Grünen
Ober-Grüner und „Steuerspar-Fachmann“ Anton Hofreiter, Blackwater (Academi)-Söldner in der Ukraine, Günter Wallraff und ein Nachrichtenmagazin namens SPIEGEL
linkBundestagsabgeordnete Rössner & Lindner: Grüne Rechtfertigung für blutiges Kriegsabenteuer in Afghanistan
linkTabea Rössner: Wir Futtertrog-Grüne sind voll angekommen in der VVIP-Lounge
Obergrünin Katrin Göring-Eckardt: Ich bin Fan von Schalke 05 – aber: Tönnies Schweine von heute sind Putins Schinken von morgen
Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Katrin Göring-Eckardt (KGE): Ich mache grüne Zukunft
Hessischer Ministerpräsident Volker Bouffier schreibt an Frankfurter Verständnisvoll-Psychiater Dr. Thomas H.
Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Flaschenpfand-Trittin schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck

link Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz in Virginia / USA
Katrin Göring-Eckardt (KGE): Ich mache grüne Zukunft
Katrin Göring Eckardt (KGE): Unsere grüne Agenda 2013 – mindestens 20,13 % mit sozialer Benebelung
Grüne Claudia Aufrege-Roth: was für ein Parteitag, was für grüne Aussichten, was für ein herrliches Täuschungsmanöver

Mehr zu den Grünen
Aus Freude am Joseph Martin (Joschka) Fischer – BMW
Joseph Martin (Joschka) Fischer: Hurra, ich bin 65, habe alles erreicht, und bereue nichts
Joschka und Herr Fischer, Regie: Pepe Danquart – Ein deutsches Film-Märchen

Zur Bilderberg-Konferenz
link Auch dieses Jahr wieder: Die Bilderberg-Konferenz – diesmal in Kopenhagen
link Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit

Weitere Bilderberg Artikel
linkDie Bilderbergkonferenzen, Wikipedia und eine persönliche Erfahrung
linkBeginn der Bilderberg-Geheimkonferenz 2013
linkBilderberg 2013: Fortsetzung der demokratieverhöhnenden Veranstaltungsreihe – diesmal nahe London
linkDie Bilderberg Konferenz 2012 tagt – oder: Alles verkommen
link Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz 2012 in Virginia / USA
linkHallo, ist das der Sonderzug nach Bilderberg? – Da muss ich hin