Krieg

Ukrainischer Präsident Poroschenko, Premier Jazenjuk und der Bürgerkrieg in der Ostukraine

Dr. Alexander von Paleske —- 31.5. 2014 —–
In seiner Laudatio für den diesjährigen Karlspreisträger, den Belgier Herman van Rompuy, Ratspräsident der EU, erklärte der alte und neue ukrainische Premier Arsenij Jazenjuk in dieser Woche:

„Mein Land muss für Frieden und Freiheit kämpfen – mit allen Mitteln“

Und kurz darauf in Berlin, auf einer Konferenz über die Sicherheit der Energieversorgung:

„Wenn Russland nicht Teil des Problems wäre, könnten wir es in einer oder zwei Wochen lösen. Der Schlüssel für eine Lösung sind Friedensgespräche. Diese werde Kiew mit jedem, führen, der Frieden will und das Land vereint sehen will“.

Dass Russland nicht zu den Gesprächsteilnehmern gehören soll – ebenso wenig wie die Rebellen – ist für den ukrainischen Premier selbstverständlich.

Zwar gab Jazenjuk zu, die ukrainische Führung habe Fehler gemacht; dazu gehöre die – freilich alsbald gestoppte – Initiative, das Sprachgesetz aufzuheben, das Minderheitensprachen, etwa das Russische, begünstigt. „Aber Fehler sind keine Verbrechen.“ Fügte er sogleich hinzu.

Verschärfung des Bürgerkriegs
Derweil lässt sich in der Ostukraine beobachten, wie die Friedensbemühungen der Regierung in Kiew konkret aussehen: Verschärfung des Bürgerkrieges statt Verhandlungen.

Vorgestern wurde von den Rebellen in der Ostukraine ein Transporthubschrauber mit einer tragbaren Boden-Luftrakete abgeschossen. Zuvor hatten die Soldaten Kiews den Flughafen von Donezk zurückerobert.


Krieg in der Ukraine – Rauchschwaden nach Abschuss des Transporthubschraubers


Zerstörter Armeelastwagen in Donezk. Screenshots: Dr. v. Paleske

Offenbar haben mittlerweile Milizionäre aus Tschetschenien in die Kämpfe eingegriffen. Sie sind ein weiterer Schritt der Eskalation bis zum vollen militärischen Engagement Russlands, falls die Rebellen militärisch in Bedrängnis geraten sollten.

Chancen auf Frieden schwinden
Die Chancen für eine friedliche Lösung, die nur durch Verhandlungen mit allen Konfliktparteien erreicht werden kann, verschlechtern sich derweil von Tag zu Tag.

Die Hoffnungen auf einen Verhandlungsfrieden, die sich mit der Wahl eines neuen Präsidenten der Ukraine verbanden, sind bereits am Wahltag verflogen.
Der neu gewählte Präsident Petro Poroschenko hat unverzüglich klargemacht, dass für ihn nur eine „Hau den Lukas“ Politik in Frage kommt, um den Konflikt zu lösen. Die Rebellen sind für ihn „Terroristen, die man ausmerzen müsse“.


Klepto-Oligarch und Präsident Poroschenko ……..kein Interesse an Friedensverhandlungen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Nur ein paar Stunden
Vollmundig erklärte der Klepto-Oligarch und Schokoladenfabrikant:

„Die Beseitigung der „Terroristen“ ist nur eine Frage von Stunden, denn Tagen oder Wochen“.

Poroschenko, der in den vergangenen Jahren – neben seiner Schokoladenproduktion, die vorwiegend in die EU exportiert wird – vor allem durch politischen Opportunismus in der ukrainischen Politik auffiel, hat damit bereits innerhalb kürzester Zeit, und noch vor seiner offiziellen Amtseinführung, klargemacht, dass er an einer friedlichen Lösung des Konflikts, wozu auch die Einbindung der Rebellen, aber auch Russlands, gehört, nicht das geringste Interesse hat.

Seine Hoffnung: Alsbald einen Beistandspakt mit westlichen Ländern abzuschliessen, die dann vertragsgemäss in diesen Konflikt militärisch eingreifen müssten.

Bald in die NATO
Mit anderen Worten: nach der EU dann in die NATO, wie andere Länder des ehemaligen Warschauer Paktes auch.

Der Auflösung des Warschauer Paktes folgte bekanntlich nicht die Auflösung der NATO, deren einstiger Gegner ja nicht mehr existierte, stattdessen die sukzessive Expansion nach Osten.

Keine Friedensgespräche trotz positiver Signale
Die russische Regierung hatte bereits vor der ukrainischen Präsidentenwahl erklärt, man werde das Wahlergebnis akzeptieren. Die Antwort darauf seitens Kiew war aber nicht die unverzügliche Aufnahme von Gesprächen, sondern eine deutliche Verschärfung der Kämpfe in der Ostukraine.

Polen als Scharfmacher
Polen würde nur allzugern auf Seiten der Regierung in Kiew in den Konflikt eingreifen. Das Land hat aus der Vergangenheit noch „einige Rechnungen offen“: Die Erschiessungen von Katyn , dann die fehlende Unterstützung der polnischen Heimatarmee durch die vor Warschau angehaltene Rote Armee während des Warschauer Aufstands gegen die deutschen Besatzungstruppen 1944. Schliesslich die politische Zwangsjacke des Warschauer Paktes, innerhalb dessen Polen allerdings mehr Bewegungsspielraum hatte, als andere Ostblockstaaten.

Es war der gerade verstorbene ehemalige KP Vorsitzende Jaruzelski , der das Kriegsrecht 1981 ausrief, um einem russischen Einmarsch, wie in der Tschechoslowakei 1968 zuvorzukommen.

Oligarchenwirtschaft und Korruption
Die wirtschaftliche Misere in der Ukraine ist eng mit der Oligarchenwirtschaft und der grassierenden Korruption verbunden. Eine Forderung des Maidan war es dann auch, dass die Oligarchen aus der Politik ausgeschlossen werden müssten.

Davon ist inzwischen keine Rede mehr, vielmehr ist ein Klepto-Oligarch jetzt auch noch zum Staatspräsidenten gewählt worden.
Erstaunlich daher, was die Grünen-Politiker Omid Nouripour und Manuel Sarrazin vorgestern in der Frankfurter Rundschau zum besten gaben:

Nicht die EU hat die Ukraine vor eine falsche Wahl gestellt, im Gegenteil: mehr denn je müssen jetzt die politischen und wirtschaftlichen Reformen bei der Implementierung des Assoziierungsabkommens mit der EU angegangen werden.“

Die beiden vergassen hinzuzufügen ob dies mit oder ohne die Klepto-Oligarchen, welche die Wirtschaft nach wie vor kontrollieren, umgesetzt werden soll.

Schlimmer noch: Dass der Osten der Ukraine mittlerweile im Bürgerkrieg versinkt, und die zunehmende Gefahr einer Intervention von aussen besteht, scheint diesen Politikern keine Zeile wert.

Seitens der EU die Alternative gestellt zu haben: entweder zu uns oder zu Russland, mit der Gewissheit, dass die Mehrheit der Bevölkerung uns folgen würde‘ in der Hoffnung auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, musste den Konflikt heraufbeschwören bzw. anheizen.

Auch hier hätte sich durch Verhandlungen bzw. Gespräche mit Russland eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden lassen.

Bilderberg und die Ukraine
Die Bilderberg-Geheimkonferenz, die zur Zeit in Kopenhagen stattfindet, hat das Thema Ukraine auf die Tagesordnung gesetzt. Dass von dieser Konferenz – natürlich ohne Teilnehmer aus Russland – friedliche Impulse ausgehen, kann wohl kaum erwartet werden. Immerhin hat Schoko-Poroschenko gute Chancen, nächstes Jahr mit dabei zu sein.

Zum Konflikt in der Ukraine
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Zu russischen Klepto-Oligarchen
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medien

Wahlfälscher, Steuerhinterzieher und Geheimkonferenz-Organisatoren – Die Wochenzeitung DIE ZEIT gerät ins Zwielicht

Dr. Alexander von Paleske — 26.5. 2014 — Die Wochenzeitung DIE ZEIT war einst das Flaggschiff des liberalen Journalismus in Deutschland, freiheitlich und wertkonservativ. Zusammen mit STERN und SPIEGEL bekämpften sie die Meinungsmanipulationen der Springer Presse, unterstützten Willy Brandts Versöhnungspolitik, und wehrten Angriffe des Staates auf die Pressefreiheit ab.


Wochenzeitung „DIE ZEIT“

Als Redakteure der ZEIT standen dafür vor allem: Marion Gräfin Dönhoff, Theo Sommer, Hans Gresmann, Rudolf Walter Leonhardt und Josef Müller-Marein – und natürlich der 1995 verstorbene Herausgeber Gerd Bucerius

.Leitende Journalisten im Zwielicht
Einige leitende Redakteure sorgen seit einiger Zeit für Nachrichten – unerquickliche Nachrichten – über sich selbst.

Da ist zunächst der Chefredakteur Giovanni die Lorenzo zu nennen, der sich offenbar gestern des Vergehens der Wahlfälschung schuldig gemacht hat, wie er in der Sendung von Günter Jauch freimütig bekannte. Er stimmte gleich zweimal bei der Europa-Wahl ab.

Di Lorenzo kann sich kaum damit herausreden, es nicht gewusst zu haben, gerade für einen Journalisten ist die Information oberste Pflicht.

Nicht das erste Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass di Lorenzo in der Kritik steht: Erinnert sei an den erbärmlichen Versuch, dem ehemaligen Verteidigungsminister zu Guttenberg zur Seite zu springen: zunächst über die Verharmlosung der Plagiatsvorwürfe:

„Karl Theodor von und zu Guttenberg ist seinen Doktortitel los, das ist angemessen. Sein Amt soll er behalten. Und darin sich künftig allein an seiner Leistung messen lassen. Die Voraussetzungen der Verleihung von Doktortiteln ist der Mehrheit der Bevölkerung schnurzpiepegal.“

Dann der weitere Versuch nach Jahresfrist, ihn mit Interview und Buch aus der politischen Wüste zurückzuholen:
.
„Vorerst gescheitert“

Der Versuch di Lorenzos scheiterte, der Makel haftete von nun an am Chefredakteur.


Vorerst gescheitert ……..kein Ruhmesblatt für einen Chefredakteur.

Weiter mit Theo Sommer
Weiter geht es mit dem einstigen Chefredakteur, dann Herausgeber und zuletzt Editor-at-large, Theo Sommer, der jüngst wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde.

Ein Bilderberger namens Matthias Nass
Dann der ehemalige stellvertretende Chefredakteur und nun internationale Chefkorrespondent der Wochenzeitung Matthias Nass, der jahrelang sich nicht scheute, die jährlich stattfindende Bilderberg-Konferenz mit zu organisieren. Eine Geheimkonferenz, die eine üble Verhöhnung von Demokratie, Öffentlichkeit und Pressefreiheit darstellt.

Sabine Rückert und der Kachelmann-Prozess
Aber auch die jetzt stellvertretende Chefredakteurin Sabine Rückert, die in mehreren Artikeln in journalistisch unseriöser Form zum Kachelmann Prozess Stellung nahm, und sich in journalistisch unakzeptabler Form über dessen ersten gewählten und dann abgehalfterten Verteidiger Kachelmanns, Birkenstock, äusserte. Wir berichteten mehrfach darüber.

Es ist allerhöchste Zeit, dass die ZEIT sich von derartigen Journalisten trennt, die entweder nicht für Qualitätsjournalismus stehen, oder sich anderweitig unglaubwürdig gemacht haben.

Erinnert sei an den STERN-Reporter Sebastian Knauer, der schon einen Vertrag mit der ZEIT in der Tasche hatte. Knauer verschaffte sich 1987 Eintritt zu dem Hotelzimmer des Uwe Barschel in Genf, und machte dann Fotos von dem toten Barschel in der Badewanne. Zwar nicht strafbar, aber moralisch verwerflich.
Gräfin Dönhoff kündigte sofort den Vertrag mit ihm – er kam dann beim SPIEGEL unter.

Diese strengen Maßstäbe angelegt, stünde wohl die Kündigung der oben genannten Herrschaften an.

Eines dürfte sicher sein: Herausgeber Gerd Bucerius hätte längst gehandelt. Zu sehr lag ihm die Qualität und damit auch die Glaubwürdigkeit der ZEIT am Herzen.

Danke Giovanni di Lorenzo von der ZEIT für die Guttenberg-Raushole
DIE ZEIT: Liberale Meinungsführerschaft ade? – ein Einwurf
Giovanni di Lorenzo: Jetzt antworte ich auf die unsachliche Münchguttenberg-Interview-Kritik
Deutschlands führende Wochenzeitung träumt von „Deep Throat“ und macht einen auf WikiLeaks
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IDeutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire
Wochenzeitung „DIE ZEIT“, der Kachelmann-Prozess und der Niedergang des Qualitätsjournalismus
Der Kachelmann-Prozess und seine Verlierer“
Der Fall Kachelmann oder: Wenn Journalismus vor die Hunde geht“

Claudia Pechstein, ein Indizienbeweis und die Wochenzeitung DIE ZEIT
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Zum Fall Barschel
Der Fall Barschel, der Mossad und die Waffenlieferungen in den Iran

Uwe Barschel, Olof Palme und die Apartheid-Südafrika-Mörder-Schiene

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Zu Guttenberg
Baron K.T. zu Guttenberg und EU- Kommissarin Neelie Kroes – Zwei Politiker mit „Vergangenheit“ treffen sich

BILD-Kai (Diekmann): Kampagnenstart „Junge komm bald wieder“

Krieg

Klepto-Oligarchen: Scharfmacher und Kriegstreiber in der Ukraine

Dr. Alexander von Paleske —– 21.5. 2014 ——-
Der Krieg zwischen Achmetow, dem Herrscher vom Donbass, und den Separatisten, bricht los. Mit Achmetow dürfte die „Volksrepublik“ einen ernsthafteren Gegner als die ukrainischen Sicherheitskräfte haben. Er beschäftigt im Gebiet Donezk rund 300.000 Menschen und ihm gehört ein Großteil der Industrie in der Region“

so und so ähnlich lauten die Schlagzeilen in der deutschen Presse.

Wer ist dieser „Herrscher von Donbass“ namens Rinat Akhmetov?
Rinat Akhmetov ist ein Bilderbuch Klepto-Oligarch, der sich den Grossteil der staatseigenen Industrie in der Donezk-Region, dem „Ruhrgebiet der Ukraine“, Anfang der 90er Jahre, nach dem Zerfall der Sowjetunion für n‘ Appel und n’ Ei „zusammengeraubt“ hatte.
Als Mittel dienten den ukrainischen Oligarchen auch Bestechung, Erpressung und Betrug – Privatisierung in der ukrainischen Variante.

So darf er heute einen Besitz im Werte von sage und schreibe 12,6 Milliarden US Dollar sein Eigen nennen, dazu gehören Bergwerke, Elektrizitätserzeugung und Medien.

Den überwiegenden Teil seiner Produkte, Kohle und Stahl, exportiert er in die EU. Verständlich, dass ihm die Anlehnung an die EU und der Wegfall der lästigen Zollschranken eine „Herzensangelegenheit“ ist.

Bereits in der Vergangenheit hatte Akhmetov dafür gesorgt, dass die „richtigen“ Leute in Kiev an den Schaltheblen sitzen, sprich: die seinen wirtschaftlichen Interessen am besten dienen. Und wenn die ihm nicht mehr nützlich waren: weg damit. So zuletzt Viktor Yanukovitsch, dem er zunächst auch als Steigbügelhalter diente.
Akhmetov zog stets im Hintergrund die Fäden, die Öffentlichkeit scheute er.


Rinat Akhmetov

Gerne hält er sich auch in London auf, dort kaufte er vor nicht allzu langer Zeit ein Appartement nahe dem Hydepark, für schlappe 225 Millionen US Dollar.

Nun aber musste er angesichts der Lage in der Ostukraine sich aus der Deckung hervorwagen, denn die Auseinandersetzungen in der Ostukraine stören seine Geschäfte, und die Regierung in Kiev greift seiner Ansicht nach nicht energisch genug durch. Ausserdem sind bald Wahlen, und die sollen natürlich auch in der Ost-Ukraine ungestört vonstatten gehen.

Wahlsieger steht fest
Der Wahlsieger der anstehenden Wahlen steht bereits so gut wie fest: Petro Poroschenko, auch er ein Klepto-Oligarch wie Akhmetov . Der stellt ukrainische Pralinen und andere Süssigkeiten mit seiner Firma Roshen her, und exportiert vorwiegend in die EU. Geschätztes Vermögen: rund 1 Milliarde US Dollar.


Petro Poroschenko .

„Schoko-Poro“ liess in der vergangenen Woche verlauten : Er werde der nächste Präsident der Ukraine. Die geballte Medienmacht der Oligarchen Pinchuk und Firtash, und ein Boxer namens Vitali Klitschko, stehen hilfreich zur Seite. Andere Klepto-Oligarchen ebenfalls. Da kann kaum noch etwas schiefgehen.

Neue Qualität der politischen Einflussnahme
Jetzt aber hat die politische Einflussnahme Akhmetovs eine andere Qualität angenommen: Er ruft zum Warnstreik und letztlich zum Aufstand auf.

Ist dieser Herr nun plötzlich Gewerkschaftsführer? Keineswegs. Bei ihm sind 300.000 Menschen in (Niedrig-)Lohn und Brot. Die will er jetzt gegen die russischen Rebellen aufwiegeln. Seine Lohnabhängigen sollen nicht nur mittags hupend durch die Innenstadt von Donezk fahren, sondern die Rebellen entwaffnen. Das kann ohne Gewalt kaum abgehen..

Parallel dazu rollen von Charkow kommend mit der Eisenbahn Panzer und Armeelastwagen in den Raum Donezk.


Gestern 20.5 ….Räder müssen rollen für den Krieg. —Screenshot: Dr. v. Paleske

Damit wird die Lage in der Ostukraine brandgefährlich. Ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine, in den andere Staaten dann hineingezogen werden, stünde auf der Tagesordnung. August 1914 lässt grüssen.

Dass Russlands Präsident Putin seelenruhig zuschauen wird, wenn die Rebellen mit geballter militärischer Macht verjagt werden, das glaubt wohl nicht einmal Angela Merkel.

Wenn dieses Gerät zum Einsatz kommen sollte, dann ist es nicht mehr eine Frage von Tagen, sondern nur noch Stunden, bis russische Truppen zu Hilfe eilen. Der grosse bewaffnete Konflikt wäre dann Realität.

Es tritt dann genau das ein, was ein Staatsmann wie Helmut Schmidt befürchtet, und wovor er immer wieder gewarnt hat.
Aber die Politiker in Berlin, Brüssel und anderswo, deren Geschichtskenntnisse sich oftmals auf Geschichtszahlen beschranken wie „3-3-3 bei Issus Keilerei“ oder „der Dreissigjährige Krieg dauerte dreissig Jahre von 1618 bis 1648“, glaubten offenbar, dass die EU und die NATO einfach und problemlos mal eben ihren Einflussbereich nach Osten ausweiten können.

Rückendeckung in China
Russlands Präsident Putin ist derweil in Schanghai / China, auf einer internationalen Konferenz.
Heute hat er einen 400-Milliarden US Dollar Gas-Deal mit der Volksrepublik China abgeschlossen.


Wladimir Putin und Xi Jinping bei der Vertragsunterzeichnung. — Screenshot: Dr. v. Paleske

Das Russische Gas wird jetzt in vermehrtem Umfang nicht mehr von Ost nach West, sondern nach China geleitet.

Ebenfalls dürfte er sich politische Rückendeckung für die zu erwartenden militärischen Auseinandersetzungen geholt haben.

China steht selbst im Konflikt mit Vietnam – und damit letztlich auch den USA – über eine Ölplattform im südchinesischen Meer. Da kann man sich gegenseitig politisch unterstützen.

A friend in need is a friend indeed.

Das Gebiet wird von Vietnam beansprucht, das sucht nun Anlehnung an die USA, man glaubt es kaum, und attackiert Chinesen in Vietnam.

Verhandlungslösung einziger Ausweg
In der Ukraine kann nur eine Verhandlungslösung Erfolge bringen – mit allen Konfliktparteien – nicht aber dieser lächerliche „Runde Tisch“, an dem weder Russland, noch die Rebellen der Ostukraine beteiligt sind.

Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, pflegte insbesondere in Wahlkampfzeiten zu sagen:

Die Lage war noch nie so ernst wie heute“.

War sie damals nicht, ist sie aber jetzt..

Zum Konflikt in der Ukraine
Wunderbare Freunde in der Ukraine: Klepto-Oligarchen, Ultras und Faschisten
Ober-Grüner und „Steuerspar-Fachmann“ Anton Hofreiter, Blackwater (Academi)-Söldner in der Ukraine, Günter Wallraff und ein Nachrichtenmagazin namens SPIEGEL
Obergrünin Katrin Göring-Eckardt: Ich bin Fan von Schalke 05 – aber: Tönnies Schweine von heute sind Putins Schinken von morgen
Danke BILD, danke BILD-Kai (Diekmann) für die Kampagne „Weg mit den russischen Panzern aus dem Tiergarten“
Vorwärtsverteidigungsministerin Dr. med. Ursula von der Leyen an den ehemaligen Bundeswehr-Generalinspekteur: „Halten Sie den Mund, General Kujat“
NATO und EU: Konfliktpolitik statt Friedenspolitik – in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, und jetzt in der Ukraine

Zu russischen Klepto-Oligarchen
Gerichtstag in London: Russlands Präsident Putins gegenwärtige und verflossene Freunde kämpfen gegeneinander
Russischer Ex-Oligarch Michail Chodorkowski – ein Kämpfer für Demokratie?
Ex Klepto-Oligarch Michail Chodorkowski schreibt an Bild-Spitzenjournalist Franz Josef Post von Wagner

Medizin

Wie gefährlich ist das MERS-Virus wirklich?

Dr. Alexander von Paleske —– 18.5. 2014 —–
Vor einem Jahr waren es 28 Infizierte und 18 Tote, mittlerweile sind es mehr als 150 Menschen, die an der Erkrankung Middle East Respiratory Syndrome (MERS), zunächst New Corona Virus (NCoV) Infektion genannt, verstorben sind, 20 Patienten allein in der letzten Woche.

Bei mehr als 600 Untersuchten wurde mittlerwele das Virus nachgewiesen, davon allein 400 in den letzten sechs Wochen. Die allermeisten in Saudi Arabien, bzw. Reisende, die aus Saudi-Arabien zurückkehrten.

Die Zahl der Infektionen steigt nicht mehr langsam an, sondern plötzlich deutlich: das deutetet auf den Beginn einer Epidemie hin.

Gleichwohl wird nach wie vor abgewiegelt, verharmlost: Die saudische Regierung führt die zunehmende Zahl auf eine breitere Diagnostik zurück. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), der wir in anderem Zusammenhang schon Schlafmützigkeit vorwarfen, hat entschieden, keine höhere Sicherheitsstufe auszurufen. Die Fälle seien „lokal begrenzt“ und der gegenwärtige Anstieg ihrer Zahl habe „womöglich triviale Ursachen“.

Mehr noch: einerseits wird die Übertragung von Mensch zu Mensch als „nicht bewiesen“ hingestellt, anderseits erklärt Tarik Jasarevic, Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO):

Uns geht es jetzt darum, herauszufinden, wie der Erreger von Kamelen auf Menschen überspringt. Es gibt Hinweise, dass die Symptome bei einer Ansteckung von Mensch zu Mensch weniger schwerwiegend sind, als wenn der Erreger vom Tier auf den Menschen übergeht.“

Woher kommt das Virus, und wie wird es übertragen?
Eine wichtige Rolle spielen offenbar Kamele. In einer Studie im Jahre 2013 zeigten 90% untersuchter Dromedare in Saudi-Arabien Antikörper gegen das MERS-Virus, nicht hingegen bei Kamelen in Europa (z.B. in Zoos).

Ebenfalls zeigten sich im Blut von 50 untersuchten omanischen Kamelen bei allen Antikörper gegen das MERS-Virus, wie die angesehene Medizinzeitung Lancet Infectious Diseases bereits im vergangenen Jahr berichtete.

Offenbar überstehen diese Tiere – anders als Menschen – die Infektion ohne grössere Probleme. Wie lange diese Tiere Virusträger sind, und damit eine infektiöse Gefahrenquelle darstellen, ist jedoch völlig unklar.


Kamele ……..MERS-Virus-Antikörper nachgewiesen.
Screenshot: Dr. v. Paleske

Was wir bisher wissen
Das Virus ist entschlüsselt: es wurde im Jahre 2012 von dem Virologen Ron Fouchier des Erasmus Medical Center (EMC) in Rotterdam sequenziert, nachdem er eine Gewebsprobe eines an einer unbekannten Lungenerkrankung mit Nierenversagen in Saudi Arabien verstorbenen Patienten, von dem dort tätigen ägyptischen Virologen Mohammed Zaki zugeschickt bekam.

Fouchier liess sich auch gleich noch ein Patent für seine Erkenntnisse erteilen – wie schön.

Übertragung nur in Umrissen
Die Übertragung des Virus ist hingegen nur in Umrissen bekannt
Das eigentliche Virusreservoir sind, wie bei einigen anderen Viruserkrankungen, genannt seien Tollwut und Ebola, vermutlich Fledermäuse.

Die Kamele haben offenbar als Zwischenstation auf dem Wege zum Menschen gedient, so wie das Geflügel für die H7N9 Virusinfektion..

Mittlerweile geht es jedoch nicht mehr nur um Kamele, sondern um die Infektion von Mensch zu Mensch. Das Virus brauchte offenbar die Kamele zu Mutationen, um dann auf den Menschen überzuspringen.

Zunächst zum Virus:
Es handelt sich um ein Coronavirus, benannt nach den Spikes auf seiner Aussenhülle.


Corona-Virus (schematisch)


Corona Virus – EM-Aufnahme

Bei Vögeln und Säugetieren sind Coronaviren als Erreger von schwerer Bronchitis und Gastroenteritis (Magen-Darminfektionen) bekannt.

Bis zum Auftreten der SARS-Epidemie 2002 / 2003, die ebenfalls durch ein bis dahin nicht als humanpathogen bekanntes Coronavirus ausgelöst wurde, waren nur 4 Typen von humanpathogenen Coronaviren bekannt, die bei Menschen die oberen Atemwege befallen, aber vergleichsweise nur milde Erkrankungen hervorrufen.
Diese Corona-Viren werden für 10-25% aller Schnupfenfälle, Enzündungen des Rachens und des Mittelohres verantwortlich gemacht.

Auch der Magen-Darmtrakt kann befallen werden, und ganz selten kann eine schwerst verlaufende sog. nekrotisierende Darmentzündung bei Neugeborenen hervorgerufen werden.

Die neuen humanpathogenen Corona-Viren
Zur Übertragung von Fledermäusen auf Tiere, bzw. von befallenen Tieren auf Menschen müssen Mutationen stattgefunden haben, die eine Adaption zunächst an eine andere Tierart und dann an den Menschen ermöglichten.

Bei der SARS-Infektion waren es Zibetkatzen, beim neuen MERS Virus sind es offenbar Kamele, andere Haustiere können aber nicht ausgeschlossen werden. Die bisher bekannt gewordenen Zahlen lassen zwei Schlüsse zu:

1. Die Übertragungsrate war anfangs offenbar gering, aber anders, als zuerst angenommen, ist die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, und jetzt offenbar häufiger. Dafür ist allerdings eine körperliche Nähe zu der Infizierten Person erforderlich, vermutlich weil eine grössere Menge infektiösen Material zur Übertragung notwendig ist (Tröpfcheninfektion nach Niesen und Husten ). Vermutlich auch, weil das Virus ausserhalb der Körpers nicht überlebensfähig ist.

2. Die Letalität, d.h. der Prozentsatz der Infizierten, der an der Infektion stirbt ist aber sehr hoch, sie liegt bei rund 30%, insbesondere wenn der Patient noch an anderen Erkrankungen wie z.B. Diabetes leidet.

Das Virus vermehrt sich erst in den oberen Atemwegen (Nase, Rachen), alsdann findet ein Etagenwechsel in die Lunge statt, mit einer schweren Lungenentzündung bis zum Respiratory Distress Syndrom, dem Lungenversagen.

Bakterielle Superinfektionen können komplizierend hinzukommen.
Auch die Nieren können befallen werden, mit der Folge des Nierenversagens.

Bei der SARS-Epidemie im Jahre 2002 /2003 war es genau umgekehrt: Die Ansteckungsrate war hoch, das Virus war ausserhalb des Körpers für 1-2 Tage überlebensfähig, die Letalität (Todesrate) betrug jedoch „nur“ 10%.
Gleichwohl gelang es, die Infektion unter Kontrolle zu bekommen

– durch strikte Isolierung aller Kranken

– durch Unterbindung der Virusübertragung von befallenen Tieren zu Menschen

Die Folge: Die Epidemie verschwand – trotz der hohen Infektiosität
All das war auch einer energischen und konsequenten internationalen Zusammenarbeit zu verdanken.

Bei dem MERS-Virus hat, wie die Dynamik erkennen lässt, die Infektiosität sich offenbar deutlich erhöht.

Was sollte getan werden?
Angesichts der Gefährlichkeit des Virus müssten aller Knöpfe gedrückt werden, um der Ausbreitung dieser Krankheit zu begegnen:

– Unverzügliche Klärung, wie lange das Virus von Kamelen ausgeschieden wird und wo

– Sofortiges Verbot der Verbreitung von Kamelprodukten (Milch, Fleisch)

– Unterbindung der Kontakte Mensch-Kamele – soweit möglich.

– Durchforstung weiterer Haustiere nach Antikörpern gegen das MERS-Virus

– Sofortige und konsequente Isolierung aller Verdachtsfälle der Erkrankung, und maximaler Schutz des medizinischen Personals.

Obwohl das Virus seit zwei Jahren bekannt ist, wird zögerlich gehandelt, und stattdessen nach einem Impfstoff gerufen. Die SARS– Epidemie hat jedoch gezeigt, wie man erfolgreich den Ausbruch einer derartigen Krankheit unter Kontrolle bringen kann – ohne zu impfen. Die Impfung, so ein Impfstoff verfügbar, könnte sich auf bestimmte Risikogruppen beschränken, insbesondere das medizinische Personal.


Aufklärung über MERS in saudischen Fernsehen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Darüber hinaus könnte es ratsam sein, Reisen nach Saudi-Arabien, so nicht dringend geboten, zu unterlassen. Gleiches gilt für Luftlinien, die am Golf stationiert sind. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine mehrstündige Flugreise in der Nachbarschaft eines Infizierten bzw. auf einem der Umsteigeflughäfen am Golf nicht doch ausreicht, um die Krankheit zu übertragen.

Die Empfehlung, sich von Atemwegserkrankten in Saudi-Arabien und den Golfstaaten tunlichst fernzuhalten, kann demgegenüber nur als Witz betrachtet werden. Derartige Patienten dürften wohl kaum ein Schild mit Diagnose MERS mit sich herumtragen, zumal die meisten selbst ihre Diagnose zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennen.

Mit dem Schlimmsten rechnen und das Äusserste dagegen tun, das wäre hier allerdings die richtige Antwort, nicht aber die Verharmlosung.

Wie gefährlich ist das neue Corona-Virus NCoV?

Vogelgrippe H7N9 in China: Eine neue gefährliche Epidemie?

Bilderberg

Auch dieses Jahr wieder: Die Bilderberg-Konferenz – diesmal in Kopenhagen

Dr. Alexander von Paleske —- 14.5.2014 —- Die Veranstalter dieser Geheimkonferenz haben eine Stufe der Geheimhaltung fallen lassen: über den Konferenzort. Das soll offenbar Transparenz vorgaukeln, die es nach wie vor nicht gibt.

Vorbei die herrlichen Zeiten
Aber im Gegensatz zu den „herrlichen Zeiten“ der 50er, 60er, 70er, 80er und 90er Jahre wo ungestört und abgeschirmt in illustrem Kreise palavert, neokolonialer und imperialer und bis in zum Ende der 80er Jahre auch noch antikommunistischer Konsens hergestellt werden konnte, warten jetzt regelmässig Demonstranten auf die Teilnehmer.

Die seit 1954 stattfindenden Bilderbergkonferenzen finden jährlich in Europa bzw. in den USA statt, transatlantisch sozusagen. Der Tagungsort wurde bis dato erst nach Abschluss der Konferenz bekanntgegeben. Das fand jedoch sein Ende, als Journalisten und Aktivisten die Tagungsorte (zuletzt in Spanien (2010), der Schweiz (2011), den USA (2012) und England(2013 rechtzeitig in Erfahrung bringen und die Info über das Internet verbreiten konnten.

Die Folge: Demonstrationen gegen diesen Aufgalopp von Militärs, Adelsleuten, Banken- und Industriebossen sowie politischen Entscheidungsträgern ( ggf. mit Entwicklungspotential), alles erste Garnitur versteht sich.


Bilderberg-Konferenzort: Mariott Hotel Kopenhagen

Privat ist doch nicht privat
Demonstrationen gegen eine als privat deklarierte Veranstaltung, in Wirklichkeit natürlich eine zwar privat organisierte, gleichwohl aber hochpolitische und regelmässig stattfindende Tagung mit mehr als 100 Teilnehmern, wodurch sie selbstverständlich dem öffentlichen Bereich zuzuordnen ist – die Bezeichnung „Privatveranstaltung“ nichts als ein Etikettenschwindel.

Unerträglicher Fremdkörper
Die Veranstaltung ist ein unerträglicher Fremdkörper in einem demokratischen Staat, bzw. Staatengemeinschaft:

– weil weder über Tagungsthemen und Ablauf der Diskussionen, noch über Tagungsbeschlüsse, so es welche gibt, umfassend informiert wird, und

– weil die Presse kein Zugangsrecht hat – ein schwerer Verstoss gegen die Pressefreiheit . Zur Pressefreiheit in einem demokratischen Staatswesen gehört ja gerade auch der ungehinderte Zugang zu Informationen.

– weil diese hermetisch abgeriegelte Veranstaltung auch noch teilweise mit Steuermitteln finanziert wird (grosses Polizeiaufgebot, Reisekosten einiger Teilnehmer)-
Die Konferenz letztes Jahr einschliesslich Polizeieinsatz kostete rund 1,4 Millionen Euro, wovon die Veranstalter nur knapp die Hälfte beitrugen, der Rest bleib am britischen Steuerzahler hängen..

– weil die Teilnehmer, soweit sie Parlaments-Abgeordnete oder öffentliche Bedienstete sind, mit der Teilnahme an einer nichtprivaten Geheimkonferenz, und der Unterwerfung unter die Geheimhaltungspflicht, sie die demokratischen Prinzipien verletzen, deren Aufrechterhaltung gerade ihre Pflicht sein sollte.

Kurzum: Aus allen Poren dieser Konferenzen quillt der widerliche Mief längst vergangener vordemokratischer Zeiten.

Deutsche Teilnehmer am Pranger
Wir haben die deutschen Teilnehmer, soweit es sich um Parlamentarier oder Minister handelte, argumentativ an den Pranger gestellt, insbesondere natürlich Grüne oder Sozialdemokraten wie Jürgen Trittin, und den ehemaligen Aussenminister Joseph Martin (alias Joschka) Fischer, aber auch den erfolglosen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, der 2011 mit dabei sein durfte.

Wir haben dem langjährigen Mit-Organisator der Geheimkonferenz und ehemaligem stellvertretenden Chefredakteur und jetzigen Korrespondenten der Wochenzeitung „DIE ZEIT“, Matthias Nass, vorgeworfen, durch sein Handeln gegen die elementarsten Prinzipien journalistischer Berufsethik ohne Not, vermutlich aus Eitelkeit bzw. Hunger nach Einfluss, verstossen zu haben.

Im Mariott Hotel von Kopenhagen vom 30.5. bis 1.6. will sich der Bilderberg-Club wieder treffen. Ein Fremdkörper, in einer demokratischen Gesellschaft der nach Abschaffung ruft.

Zum diesjährigen Treffen weitere Details hier

NACHTRAG 28.5. 2014
Die Liste der diesjährigen Teilnehmer::

Chairman
FRA Castries, Henri de Chairman and CEO, AXA Group

DEU Achleitner, Paul M. Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG
DEU Ackermann, Josef Former CEO, Deutsche Bank AG
GBR Agius, Marcus Non-Executive Chairman, PA Consulting Group
FIN Alahuhta, Matti Member of the Board, KONE; Chairman, Aalto University Foundation
GBR Alexander, Helen Chairman, UBM plc
USA Alexander, Keith B. Former Commander, U.S. Cyber Command; Former Director, National Security Agency
USA Altman, Roger C. Executive Chairman, Evercore
FIN Apunen, Matti Director, Finnish Business and Policy Forum EVA
DEU Asmussen, Jörg State Secretary of Labour and Social Affairs
HUN Bajnai, Gordon Former Prime Minister; Party Leader, Together 2014
GBR Balls, Edward M. Shadow Chancellor of the Exchequer
PRT Balsemão, Francisco Pinto Chairman, Impresa SGPS
FRA Baroin, François Member of Parliament (UMP); Mayor of Troyes
FRA Baverez, Nicolas Partner, Gibson, Dunn & Crutcher LLP
USA Berggruen, Nicolas Chairman, Berggruen Institute on Governance
ITA Bernabè, Franco Chairman, FB Group SRL
DNK Besenbacher, Flemming Chairman, The Carlsberg Group
NLD Beurden, Ben van CEO, Royal Dutch Shell plc
SWE Bildt, Carl Minister for Foreign Affairs
NOR Brandtzæg, Svein Richard President and CEO, Norsk Hydro ASA
INT Breedlove, Philip M. Supreme Allied Commander Europe
AUT Bronner, Oscar Publisher, Der STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.
SWE Buskhe, Håkan President and CEO, Saab AB
TUR Çandar, Cengiz Senior Columnist, Al Monitor and Radikal
ESP Cebrián, Juan Luis Executive Chairman, Grupo PRISA
FRA Chalendar, Pierre-André de Chairman and CEO, Saint-Gobain
CAN Clark, W. Edmund Group President and CEO, TD Bank Group
INT Coeuré, Benoît Member of the Executive Board, European Central Bank
IRL Coveney, Simon Minister for Agriculture, Food and the Marine
GBR Cowper-Coles, Sherard Senior Adviser to the Group Chairman and Group CEO, HSBC Holdings plc
BEL Davignon, Etienne Minister of State
USA Donilon, Thomas E. Senior Partner, O’Melveny and Myers; Former U.S. National Security Advisor
DEU Döpfner, Mathias CEO, Axel Springer SE
GBR Dudley, Robert Group Chief Executive, BP plc
FIN Ehrnrooth, Henrik Chairman, Caverion Corporation, Otava and Pöyry PLC
ITA Elkann, John Chairman, Fiat S.p.A.
DEU Enders, Thomas CEO, Airbus Group
DNK Federspiel, Ulrik Executive Vice President, Haldor Topsøe A/S
USA Feldstein, Martin S. Professor of Economics, Harvard University; President Emeritus, NBER
CAN Ferguson, Brian President and CEO, Cenovus Energy Inc.
GBR Flint, Douglas J. Group Chairman, HSBC Holdings plc
ESP García-Margallo, José Manuel Minister of Foreign Affairs and Cooperation
USA Gfoeller, Michael Independent Consultant
TUR Göle, Nilüfer Professor of Sociology, École des Hautes Études en Sciences Sociales
USA Greenberg, Evan G. Chairman and CEO, ACE Group
GBR Greening, Justine Secretary of State for International Development
NLD Halberstadt, Victor Professor of Economics, Leiden University
USA Hockfield, Susan President Emerita, Massachusetts Institute of Technology
NOR Høegh, Leif O. Chairman, Höegh Autoliners AS
NOR Høegh, Westye Senior Advisor, Höegh Autoliners AS
USA Hoffman, Reid Co-Founder and Executive Chairman, LinkedIn
CHN Huang, Yiping Professor of Economics, National School of Development, Peking University
USA Jackson, Shirley Ann President, Rensselaer Polytechnic Institute
USA Jacobs, Kenneth M. Chairman and CEO, Lazard
USA Johnson, James A. Chairman, Johnson Capital Partners
USA Karp, Alex CEO, Palantir Technologies
USA Katz, Bruce J. Vice President and Co-Director, Metropolitan Policy Program, The Brookings Institution
CAN Kenney, Jason T. Minister of Employment and Social Development
GBR Kerr, John Deputy Chairman, Scottish Power
USA Kissinger, Henry A. Chairman, Kissinger Associates, Inc.
USA Kleinfeld, Klaus Chairman and CEO, Alcoa
TUR Koç, Mustafa Chairman, Koç Holding A.S.
DNK Kragh, Steffen President and CEO, Egmont
USA Kravis, Henry R. Co-Chairman and Co-CEO, Kohlberg Kravis Roberts & Co.
USA Kravis, Marie-Josée Senior Fellow and Vice Chair, Hudson Institute
CHE Kudelski, André Chairman and CEO, Kudelski Group
INT Lagarde, Christine Managing Director, International Monetary Fund
BEL Leysen, Thomas Chairman of the Board of Directors, KBC Group
USA Li, Cheng Director, John L.Thornton China Center,The Brookings Institution
SWE Lifvendahl, Tove Political Editor in Chief, Svenska Dagbladet
CHN Liu, He Minister, Office of the Central Leading Group on Financial and Economic Affairs
PRT Macedo, Paulo Minister of Health
FRA Macron, Emmanuel Deputy Secretary General of the Presidency
ITA Maggioni, Monica Editor-in-Chief, Rainews24, RAI TV
GBR Mandelson, Peter Chairman, Global Counsel LLP
USA McAfee, Andrew Principal Research Scientist, Massachusetts Institute of Technology
PRT Medeiros, Inês de Member of Parliament, Socialist Party
GBR Micklethwait, John Editor-in-Chief, The Economist
GRC Mitsotaki, Alexandra Chair, ActionAid Hellas
ITA Monti, Mario Senator-for-life; President, Bocconi University
USA Mundie, Craig J. Senior Advisor to the CEO, Microsoft Corporation
CAN Munroe-Blum, Heather Professor of Medicine and Principal (President) Emerita, McGill University
USA Murray, Charles A. W.H. Brady Scholar, American Enterprise Institute for Public Policy Research
NLD Netherlands, H.R.H. Princess Beatrix of the
ESP Nin Génova, Juan María Deputy Chairman and CEO, CaixaBank
FRA Nougayrède, Natalie Director and Executive Editor, Le Monde
DNK Olesen, Søren-Peter Professor; Member of the Board of Directors, The Carlsberg Foundation
FIN Ollila, Jorma Chairman, Royal Dutch Shell, plc; Chairman, Outokumpu Plc
TUR Oran, Umut Deputy Chairman, Republican People’s Party (CHP)
GBR Osborne, George Chancellor of the Exchequer
FRA Pellerin, Fleur State Secretary for Foreign Trade
USA Perle, Richard N. Resident Fellow, American Enterprise Institute
USA Petraeus, David H. Chairman, KKR Global Institute
CAN Poloz, Stephen S. Governor, Bank of Canada
INT Rasmussen, Anders Fogh Secretary General, NATO
DNK Rasmussen, Jørgen Huno Chairman of the Board of Trustees, The Lundbeck Foundation
INT Reding, Viviane Vice President and Commissioner for Justice, Fundamental Rights and Citizenship, European Commission
USA Reed, Kasim Mayor of Atlanta
CAN Reisman, Heather M. Chair and CEO, Indigo Books & Music Inc.
NOR Reiten, Eivind Chairman, Klaveness Marine Holding AS
DEU Röttgen, Norbert Chairman, Foreign Affairs Committee, German Bundestag
USA Rubin, Robert E. Co-Chair, Council on Foreign Relations; Former Secretary of the Treasury
USA Rumer, Eugene Senior Associate and Director, Russia and Eurasia Program, Carnegie Endowment for International Peace
NOR Rynning-Tønnesen, Christian President and CEO, Statkraft AS
NLD Samsom, Diederik M. Parliamentary Leader PvdA (Labour Party)
GBR Sawers, John Chief, Secret Intelligence Service
NLD Scheffer, Paul J. Author; Professor of European Studies, Tilburg University
NLD Schippers, Edith Minister of Health, Welfare and Sport
USA Schmidt, Eric E. Executive Chairman, Google Inc.
AUT Scholten, Rudolf CEO, Oesterreichische Kontrollbank AG
USA Shih, Clara CEO and Founder, Hearsay Social
FIN Siilasmaa, Risto K. Chairman of the Board of Directors and Interim CEO, Nokia Corporation
ESP Spain, H.M. the Queen of
USA Spence, A. Michael Professor of Economics, New York University
FIN Stadigh, Kari President and CEO, Sampo plc
USA Summers, Lawrence H. Charles W. Eliot University Professor, Harvard University
IRL Sutherland, Peter D. Chairman, Goldman Sachs International; UN Special Representative for Migration
SWE Svanberg, Carl-Henric Chairman, Volvo AB and BP plc
TUR Taftalı, A. Ümit Member of the Board, Suna and Inan Kiraç Foundation
USA Thiel, Peter A. President, Thiel Capital
DNK Topsøe, Henrik Chairman, Haldor Topsøe A/S
GRC Tsoukalis, Loukas President, Hellenic Foundation for European and Foreign Policy
NOR Ulltveit-Moe, Jens Founder and CEO, Umoe AS
INT Üzümcü, Ahmet Director-General, Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons
CHE Vasella, Daniel L. Honorary Chairman, Novartis International
FIN Wahlroos, Björn Chairman, Sampo plc
SWE Wallenberg, Jacob Chairman, Investor AB
SWE Wallenberg, Marcus Chairman of the Board of Directors, Skandinaviska Enskilda Banken AB
USA Warsh, Kevin M. Distinguished Visiting Fellow and Lecturer, Stanford University
GBR Wolf, Martin H. Chief Economics Commentator, The Financial Times
USA Wolfensohn, James D. Chairman and CEO, Wolfensohn and Company
NLD Zalm, Gerrit Chairman of the Managing Board, ABN-AMRO Bank N.V.
GRC Zanias, George Chairman of the Board, National Bank of Greece
USA Zoellick, Robert B. Chairman, Board of International Advisors, The Goldman Sachs Group

AUT Austria
BEL Belgium
CAN Canada
CHE Switzerland
CHN China
DEU Germany
DNK Denmark
ESP Spain
FIN Finland
FRA France
GBR Great Britain
GRC Greece
HUN Hungary
INT International
IRL Ireland
ITA Italy
NLD Netherlands
NOR Norway
PRT Portugal
SWE Sweden
TUR Turkey
USA United States of America

Grundlegender Artikel
link Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit

Weitere Bilderberg Artikel
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linkBilderberg 2013: Fortsetzung der demokratieverhöhnenden Veranstaltungsreihe – diesmal nahe London
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link Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz 2012 in Virginia / USA
linkHallo, ist das der Sonderzug nach Bilderberg? – Da muss ich hin

medien

Ober-Grüner und „Steuerspar-Fachmann“ Anton Hofreiter, Blackwater (Academi)-Söldner in der Ukraine, Günter Wallraff und ein Nachrichtenmagazin namens SPIEGEL

Dr. Alexander von Paleske — 11.5. 2014 — Es gab in Deutschland eine Zeit, in welcher der SPIEGEL von seinem damaligen Herausgeber Rudolf Augstein zu Recht als das Sturmgeschütz der Demokratie bezeichnet wurde: Enthüllungen in Hülle und Fülle, nicht nur über Franz Josef Strauss, die Neue Heimat, die rechtswidrige Parteien-Finanzierung, der Ministerpräsidenten-Skandal in Kiel, sondern auch viele kleine Skandale wurden durch SPIEGEL-Recherchen aufgedeckt.

Zeiten längst vorbei
Die Zeiten sind längst vorbei. Unter seinem damaligen Chefredakteur Stefan Aust entwickelte sich das Nachrichtenmagazin zu einem Lifestyle-Magazin, seine Nachfolger Blumencron / Mascolo setzten das fort, und bereicherten zusätzlich die Redaktion mit gegenseitigem „Schiffe versenken“, Hahnenkämpfe auf der Chefredakteursetage.

Handfeste Enthüllungen sind heute, man möchte es kaum glauben, eher in der BILD-Zeitung, auch gelegentlich „Drecksblatt“ genannt, zu finden.

Ebenfalls hat die Wochenzeitung DIE ZEIT den Enthüllungsjournalismus für sich als auflagefördernd entdeckt, und berichtete jüngst über Betrug mit Bio-Hähnchen.

Ein obergrüner Steuersparer namens Hofreiter
So ist dann auch der jetzt aufgedeckte Skandal um den grünen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Anton Hofreiter, dem die Steuerlast offenbar zu gross erschien von BILD und nicht vom SPIEGEL aufgedeckt worden.


Obergrüner „Steuerspar-Fachmann“ Anton „Toni“ Hofreiter

Hofreiter hatte es offenbar vorgezogen, zwar gegen die Erhöhung der Diäten zu stimmen, aber trotzdem nicht zu darben, bewerkstelligt über eine rechtswidrige „Steuererleichterung“, auch Steuerhinterziehung genannt. Alice Schwarzer und Spekulant Uli Hoeness lassen grüssen. Noch vor wenigen Wochen hatte Hofreiter im Fall Hoeneß verlangt, dass einer, der „wie Hoeneß das Gemeinwesen bestiehlt“, aus seinem Job „rausfliegen“ müsse.

Erfreulich immerhin, dass die berufslose Obergrünin Katrin Göring-Eckardt, Flug-Bonusmeilen-Spezialist Cem Özdemir, sowie Parteichefin Simone Peter ihm sofort verharmlosend zur Seite standen.

Weiter mit Söldnern in der Ukraine
Gleich darauf dann der Bericht der BILD am Sonntag über den Einsatz von US-Blackwater-Söldnern in der Ukraine, der recht anschaulich belegt zu welch erbärmlichen Mitteln diese von Ultras, Faschisten und Klepto-Oligarchen mit kontrollierte Regierung der Ukraine greift, um dem Aufbegehren im Osten des Landes Herr zu werden.

Offenbar gibt es bei den eigenen Truppen Widerstände, mit Gewalt gegen die eigenen Landsleute vorzugehen. Die Söldner hingegen schiessen auf alles, was als Angriffsziel vorgeben ist, und noch darüber hinaus auf Zivilisten – gegen Bares..

Diese Söldner haben bereits im Irak und Afghanistan eine blutige Schleifspur von Verbrechen hinterlassen, wir berichteten mehrfach darüber.

Wie die Herrscher am Golf
Auch die Herrscher der Emirate am Persischen Golf bedienen sich dieser Schiessprügel, um, angesichts einer grossen Zahl schamlos ausgebeuteter Arbeiter aus Indien, Pakistan, Bangladesch und dem Nepal, jeglichen Aufstandsversuch oder Arbeitskampf mit brutaler Gewalt sofort im Keim zu ersticken.

Einstmals wurde diese Firma von dem US-Radikalchristen Erik Prince geführt , der offenbar das biblische Gebot „Du sollst nicht töten“ für seinen blutigen Geschäftsbetrieb kurzerhand ausser Kraft gesetzt hatte.

Nachdem Prince, der auch mit den Republikanern in den USA fest verbandelt ist, die Firma verkauft hatte, wurde aus Blackwater dann XE, und nun läuft sie unter dem Namen Academi, was eher an Akademie denken lässt als an brutales Totschiessen.

Was das Söldner-Personal betrifft: No change, oder: Alter Wein in neuen Schläuchen.

Wieder nicht vom SPIEGEL
Aber auch diese Skandalgeschichte wurde nicht etwa vom SPIEGEL aufgedeckt, sondern von der BILD am Sonntag, man glaubt es kaum. Möglicherweise über eine undichte Stelle beim Bundesnachrichtendienst (BND).

Wo ermittelt der SPIEGEL?
Da stellt sich die Frage: Wo ermittelt denn der SPEGEL? Die Antwort lautet: bei Günter Wallraff, Deutschlands Enthüllungsjournalisten Nr. 1.

Das Ziel: Enthüllungen über einen Enthüllungsjournalisten – nicht zu ersten Mal.

Als Wallraff die Machenschaften bei dem Paketzusteller GLS aufdeckte, da druckte der SPIEGEL einen ansatzweise eher hämischen Artikel mit dem Titel“ Einer trage des anderen Päckchen“, um dann mit einer Enthüllungsgeschichte über Wallraff nachzuziehen. Angeblich soll der Sozialbeiträge für einen Mitarbeiter nicht abgeführt haben.


Günter Wallraff

Wir haben die Vorgänge seinerzeit kommentiert. Die ganze SPIEGEL-Enthüllungsgeschichte verlief schliesslich – nicht unerwartet – im Sande.

Burger King, Wallraff und die Folgen
Wallraff enthüllte weiter. Diesmal waren es die Zustände bei Burger King, sowohl die hygienischen wie die arbeitsrechtlichen.

Das liess offenbar den SPIEGEL nicht ruhen. Zunächst wieder ein vorsichtig- hämischer Artikel über die Enthüllungsgeschichte Wallraffs, „Das darf nicht sein, das darf nicht sein“ und wieder gefolgt von einer „Enthüllung“ über den Enthüllungsjournalisten.

Wallraff, der früher die Zustände bei McDonalds angeprangert hatte, war zwei Mal zu bezahlten Vorträgen bei McDonalds eingeladen worden, das liegt mittlerweile vier Jahre zurück. Die Honorare steckte er auch nicht in die eigene Tasche, wie weiland der Sozialdemokrat und vergebliche Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, sondern liess sie einer Stiftung bzw. einer in finanzieller Not befindlichen Person zukommen.

Bei einer kürzlichen Kundgebung gegen Burger King äusserte er, die Zustände bei McDonalds seien mittlerweile erheblich besser.

Die „Enthüllungen“ des SPIEGEL erwecken den Eindruck, die Enthüllung Wallraffs über Burger King sei eine vom Konkurrenten McDonalds „gekaufte“ Aktion – beabsichtigt oder nicht sei dahingestellt.

Vielleicht besinnt sich der SPIEGEL endlich wieder darauf, wirklich investigativ tätig zu werden. Skandale gibt es, man muss sie nur sehen wollen.

Der SPIEGEL: Vom Aufdecker zum Abdecker?
Nachrichtenmagazin SPIEGEL in der Krise: Eine Fahrt ins journalistische Nirgendwo?
Neues SPIEGEL-Domizil in Hamburgs Hafencity, oder: Umzug in den „Palazzo Prozzi“
Discounter ALDI-Süd, ein ehemaliger leitender Angestellter, Günter Wallraff und der SPIEGEL oder: Angriff ganz unten?
Günter Wallraff als Paketzusteller – eine persönliche Anmerkung
Zensur bei Spiegel-Online – ein persönlicher Erfahrungsbericht

So ticken die Scheichs von Katar …… und so schuften und sterben ihre Arbeiter
Vereinigte Arabische Emirate: Eine Söldnertruppe gegen den arabischen Frühling
Dubai – Die einen stehn im Lichte….

Zum Söldnerunwesen
Kampf gegen somalische Piraten – nun mit Söldnern
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Vereinigte Arabische Emirate: Eine Söldnertruppe gegen den arabischen Frühling
linkOlympia 2012 in London — Wir rufen die Söldner der Welt
linkVerfahrenseinstellung gegen Blackwater Söldner – eine Rechtsbeugung?
linkBlackwater–Söldner in Afghanistan oder: Mit der Bundeswehr Seit an Seit
Chefsöldner Tim Spicer erhält Pentagon-Vertragsverlängerung im Irak
Vom britischen Südafrika-Botschafter zum Söldnerfirma-Direktor
Söldnerchef Spicer sucht neues Geschäftsfeld: Piratenbekämpfung vor Somalia?
linkBlair drängt auf Söldnernachschub aus Südafrika
On The Road Again – Blackwater-Söldner dürfen weiter töten
Irak: Wenn die regulären Truppen gehen, kommen die Söldner

Zu den Grünen
Obergrünin Katrin Göring-Eckardt: Ich bin Fan von Schalke 05 – aber: Tönnies Schweine von heute sind Putins Schinken von morgen
Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Katrin Göring-Eckardt (KGE): Ich mache grüne Zukunft
Katrin Göring Eckardt (KGE): Unsere grüne Agenda 2013 – mindestens 20,13 % mit sozialer Benebelung

Zur BILD-Zeitung
Danke BILD, danke BILD-Kai (Diekmann) für die Kampagne „Weg mit den russischen Panzern aus dem Tiergarten“
BILD-Diekmann: Boris Becker muss ab sofort in den Fahrstuhl
Betti Wulff an BILD-Kai: Danke, danke für die Raushole
Bild-Kai (Diekmann): So schaffen wir den Wiederaufstieg von Computer-BILD
Start der „Aktion Zukunft“: 30 Millionen BILD-Leser täglich – mindestens

Hamburger Bordellbesitzer schreibt an BILD-Diekmann zur Hurenserie
BILD-Kai (Diekmann): Kampagnenstart „Junge komm bald wieder“

Das geistige Entsorgerquartett – Eine neue Show für das ZDF

An BILD-Diekmann Betr.: „Franziska (26) Ich lebe mit zwei Männern“

Kai Diekmann Betreff: Serie “So war mein bester Sex”
Kai Diekmann: Deutschland vor der Schicksalswahl
BILD-Diekmanns Glückwunschmail an Boris Becker
Kai Diekmann und seine Menschelei
Post für BILD-Diekmann

Zum Axel Springer Verlag – keine Satire
Grosse Feier beim Axel Springer-Verlag: Blatt- Plattmachers 100. Geburtstag

Unkategorisiert

Nigeria: Entführungen, Morde, Ölreichtum, Korruption, Armut, und massivste Umweltzerstörung

Dr. Alexander von Paleske —– 11.5. 2014 —– Die brutale Entführung von 273 Mädchen in Chibok im nördlichen nigerianischen Bundesstaat Borno vor drei Wochen, und die Entführung einer weiteren Gruppe von elf Mädchen am vergangenen Sonntag, hat international Empörung ausgelöst. Auch die US-Präsidentengattin Michelle Obama hat sich über Twitter gemeldet und gefordert: „Bring back the girls“.


Nigeria

Berechtigt ist diese Forderung allemal – welche Menschenverachtung steckt dahinter, Mädchen zu entführen, zu versklaven und wie eine Handelsware anschliessend zu verkaufen.

Nicht nur Mädchen
Es sind aber nicht nur die Mädchen Opfer der islamistischen Terrororganisation Boko Haram, was übersetzt so viel heisst wie: westliche Bildung ist Sünde, sondern bereits von 2009 bis Mitte 2012 hatte diese Terror-Truppe rund 1200 Menschen getötet.

Noch mehr islamistischer Terror
Boko Haram, unter Anführung eines Abubakar Shekau, hat mittlerweile ihre Aktionen ausgeweitet: Seit Beginn des Jahres verloren rund 1500 Menschen ihr Leben. Bombenanschläge auch in der Hauptstadt Abuja, wo in der vergangenen Woche das Afrika Symposium des World Economic Forum stattfand.

All die Toten erregten bisher kaum international Aufmerksamkeit. Als aber die Mädchen entführt wurden, kam es in Nigeria zu einer breiten Protestbewegung „Bring back our Girls“, der sich über Twitter international Prominente wie Hillary Clinton, die junge pakistanische Menschenrechtlerin Malala, US-Sängerin Alicia Keys, It-Girl Alexa Chung , Angelina Jolie, die Schauspielerin Mia Farrow und viele weniger Prominente angeschlossen haben.


Aus Nigeria, vergangene Woche – Screenshot: Dr. v. Paleske

Nun haben die USA, Grossbritannien und Frankreich Hilfe zugesagt – militärische Hilfe – und die ersten Hilfstrupps sind bereits in Nigeria eingetroffen.

Kein Schutz durch die Armee
Die nigerianische Armee zeigte sich bisher unfähig, die Entführten zu befreien. Ja, sie wird von Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International beschuldigt, Stunden vor dem Angriff von Boko Haram auf die Schule in Chibok gewarnt worden zu sein, aber aus Furcht nichts unternommen zu haben, angesichts der militärischen Stärke der Boko Haram-Terroristen, und der eigenen Schwäche: unzureichend ausgerüstet, dazu noch miserabel bezahlt und schlecht versorgt, deshalb auch kaum motiviert.

Reichtum für Wenige, Armut für sehr Viele
Es stellt sich die Frage, auf welchem Boden konnte überhaupt diese Boko Haram-Terrortruppe sich wie ein Krebsgeschwür im Norden Nigerias ausbreiten, und selbst in der Hauptstadt Abuja Attentate verüben?

Der überwiegend moslemische Norden Nigerias ist – anders als die Mitte mit der Hauptstadt Abuja, und der westliche Süden, mit der Wirtschaftsmetropole Lagos – von einer extremem Armut gekennzeichnet; dazu von nicht eingehaltenen Menschenrechten durch die Zentralregierung, von grassierender Korruption der öffentlichen Bediensteten – seit Jahrzehnten. Das alles vor dem Hintergrund enormen Ölreichtums: Nigeria ist der grösste Ölexporteur Afrikas.

Das Öl, von dessen Verkaufserlös sich die Regierungsclique ihre tiefen Taschen füllt, und das Volk wenig sieht, wird überwiegend von westlichen Konzernen wie Shell und Exxon gefördert, mittlerweile sind auch die Chinesen auf den Plan getreten.

Grösste Umweltkatastrophe

Die Ölförderung im Nigerdelta hat zu einer der weltweit grössten Umweltkatastrophen geführt: Das Delta, einst fischreich und Existenzgrundlage vieler Fischer ist heute grossteils eine tote Öl-Kloake. Aus vielen geplatzten Pipelines sprudelt ungehindert immer wieder das Öl ins Delta. Mittlerweile tritt – alles zusammengenommen – aus allen Lecks in Nigeria mehr Öl aus, als insgesamt aus dem Leck im Golf von Mexiko nach der Explosion der Ölplattform Deep Water Horizion , und zwar nicht nur einmal, sondern Jahr für Jahr.

Aber auch viele Kleinfarmer im Nigerdelta sind betroffen, auf deren Felder sich das Öl aus Pipeline- Lecks ergiesst.
Viele leiden dazu noch unter einer gigantischen Luftverschmutzung durch das Abfackeln des Gases. Oftmals verhindert der Rauch das Durchdringen der Sonne, der Tag wird zu einer Art Dämmerung.

Die Regierungsclique, die fernab dieser Trouble-Spots im unverschämten Luxus lebt, interessiert das alles herzlich wenig.

Für den Westen und deren Ölkonzerne ist das alles allerdings kein Grund zur Beunruhigung, gleiches gilt für die Chinesen.


Nigerias Präsident Goodluck Jonathan begrüsst chinesischen Premier Li Keqiang am 7.5. 2014 auf dem World Economic Forum in Abuja

Heuchelei und Zynismus
Die jetzt angebotene westliche „Hilfe“ ist unter diesen Umständen heuchlerisch, sie ändert natürlich auch nichts an den Zuständen, die erst zum Entstehen von Boko Haram mit seinem zynischen Führer Abubakar Shekau geführt haben, dessen Zynismus allerdings dem der kleptokratischen Regierung Nigerias in gewisser Weise ähnelt, auch wenn die Regierung ihn mit Betroffenheit maskiert, während der Boko Haram Chef nach den Entführungen eine Art psychopathischen Freudentanz aufführte.


Abubakar Shekau ….psychopathischen Freudentanz aufgeführt. Screenshot: Dr. v. Paleske

Aber die „Hilfe“ passt wiederum gut in das Spektrum US amerikanischer Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent, die von 2011 bis 2013 um 94% gestiegen sind, während die USA bei ihren Zahlungen für die UN- Fiedens-Missionen auf dem afrikanischen Kontinent in der DR Kongo, Darfur, Süd-Sudan, Liberia, Mali und West Sahara mit 200 Millionen US Dollar im Rückstand sind.


Militärische Aktivitäten der USA auf dem afrikanischen Kontinent

Finstere Zukunft
Die Zukunft für die Bevölkerung Nigerias ist alles andere als rosig: weder Boko Haram mit seiner Forderung nach einem islamistischen Terror-Kalifat, noch die kleptokratische Regierungsclique in Abuja können begründete Hoffnung verbreiten, schon gar nicht für den Norden aber auch nicht für den Südosten mit seinem Nigerdelta.

Nur USA? – Die tägliche Umweltkatastrophe in Nigeria
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?

kriminalitaet

Mittelkürzung für Schulen in Österreich, der Hypo-Alpe-Bank-Skandal, und ein Strafprozess in München

Dr. Alexander von Paleske — 6.5. 2014 —- Zug um Zug wird nun das ganze Ausmass des Schadens sichtbar, den die rasante Talfahrt dieser austrischen Pleite-Bank, die nur durch massisvste staatliche Zuwendungen am Leben gehalten wird, in Österreich angerichtet hat. Eine Bank, die von 2007-2009 sich im Besitz der Bayerischen Landesbank (BayernLB) befand.


Skandal-, Pleite-, Fass-ohne-Boden-Bank

Sparen im Schuletat
Um die Riesenlöcher, die diese Fass-ohne-Boden-Bank in den österreichischen Staatshaushalt gerissen hat, zu stopfen, wird jetzt auch im Schuletat gespart: 57 Millionen Euro. Motto offenbar: diese Steuerlast muss auf viele Schultern verteilt werden, auch auf die von Schulkindern.

Das allein bedeutet einen weiteren Skandal, denn die österreichischen Schulen, nicht anders als in Deutschland, brauchen alles andere, nur keine Mittelkürzung des ohnehin knappen Etats.

Finanzielle Abenteuer ohne Ende
Immer mehr kommt nun auch ans Tageslicht, nach welchen finanziellen Abenteuern dieser Bank schliesslich die Puste ausging: Die Bank vergab Kredite so wie Freibier auf einem Schützenfest,
ohne Sicherheiten und ohne genaue Prüfung des finanziellen Backgrounds,
Bereits berichtet hatten wir über:

– den Wiener Skulpturenpark Paradiso, vorfinanziert aber nie errichtet , von dem nur ein paar zerbrochene Skulpturen übrig blieben.

– die Finanzierung von Hühnerställen und Lastwagen in der Ukraine, die sich als nicht rückzahlfähiger Kredit für einen ukrainischen Klepto-Oligarchen herausstellten.

– die Vergabe von Riesenkrediten an die kroatische Tudjman-Mafia zum Zwecke der Durchführung von Bauvorhaben

– die Geldwäsche-Geschäfte mit, und Bestechungen von kroatischen Politikern bzw. politiknahen „Geschäftsleuten“ (Ivo Sanader & Co)

– die finanzielle Polsterung der maroden Luftlinie Styrian Spirit

– die Skandale um die rostigen Schiffe MS Monet und MS Harald Jari.

Weitere Skandal-Batterie
Nun gibt es gleich eine ganze Batterie von weiteren „Frei“krediten bzw. Betrügereien, die finanziell abgefedert werden müssen:

– die offenbar teils ungesicherten Kredite an den Generalkonsul M in Split/Kroatien

– die völlig ungesicherten und nun abzuschreibenden Kredite an den ukrainischen Eieroligarchen Oleg Bakhmatyuk

– Die Yacht für den bulgarischen Alexandur A.

– Der Leasingbetrug in Italien seit 2003. Schadensausgleich „lächerliche“ 93 Millionen Euro. Insgesamt versenkte die Hypo-Alpe in Italien 540 Millionen Euro.

– Die Franken-Swaps-Klage in Serbien

– Der 25 Millionen Euro Kredit an den maroden Baukonzern Alpine, der dann prompt in die Pleite rutschte, mit ihm rutschte das Hypo-Alpe Geld in die Baugrube.

– Vergessen werden sollte auch nicht der Skandal um eine alte Geige, der ein Schlaglicht darauf wirft, wie diese Bank mit ungesicherten Krediten um sich warf: Eine alte Geige war als Sicherheit für einen Kredit in die Hände der Skandalbank geraten. Angeblich 800.000 Euro wert. Die Bank glaubte das unbesehen.
Nun ist der Kreditnehmer pleite, der Schätzwert der Geige liegt nur bei schlappen 34.000 Euro, rund 5% der kreditierten Summe.

So wird dann – bei einer derartigen Geschäftspolitik kaum überraschend – der Jahresverlust der Skandalbank für 2013 auf rund 2,75 Milliarden Euro beziffert.

In diesem Jahr alleine braucht die Bank wohl noch einmal 1,43 Milliarden Euro Staatsknete.

Insgesamt ist die Verschuldung der austrischen Skandalrepublik seit 2007 um die Hälfte gestiegen, wobei die Bankenhilfe rund ein Viertel diese Schuldenzuwachses ausmacht, die Hypo-Alpe daran den Löwenanteil hat.

Gesamtmiese 10 bis 17 Milliarden Euro
Die Hypo Alpe Gesamtmiesen – deren wertloser Plunder soll jetzt in eine Bad-Bank ausgelagert werden – sollen zum Schluss irgendwo zwischen 10 und 17 Milliarden Euro liegen.

Ein Strafprozess in München
Zur gleichen Zeit findet in München der Strafprozess gegen die ehemaligen Vorstände der BayernLB statt, die wegen des Vorwurfs der Untreue und Bestechlichkeit im Zusammenhang mit dem Kauf der Hypo-Skandalbank im Mai 2007 angeklagt sind.

Die Anklage wirft den Managern, an der Spitze Werner Schmidt, vor, die Bank viel zu teuer eingekauft zu haben und dadurch die BayernLB und damit den bayerischen Staat geschädigt zu haben.

Obgleich die Hypo-Alpe Bank schon zum Abschluss des Verkaufs mit Skandalen und Unregelmässigkeiten reich gesegnet war, hatten die Vor stände es offenbar nicht für nötig befunden, die „Braut“ gründlichst zu durchleuchten.

Wir hatten bereits vor dem Vertragsabschluss auf die Skandale hingewiesen, und kurz danach noch detaillierter, insbesondere auf die engen Geschäftsbeziehungen mit der General Commerce-Bank, beheimatet in der Schlickgasse 1 in Wien, von wo aus internationale Finanz-Grossbetrüger wie der Waffenhändler Andan Kashogggi, der Berufsbetrüger Raoul Berthaumieu alias Lee Sanders, und der seinerzeit in Kanada unter Hausarrest stehende Inder und Grossbetrüger Rakesh Saxena ihre weltweiten Gaunereien organisierten.

Das alles interessierte die Münchner Strafkammer offenbar herzlich wenig. Sie sah in dem leichtsinnigen Verhalten der BayernLB-Manger nichts Strafbares, und liess die Anklage in diesem Punkte kurzerhand nicht zu.
Erst das Oberlandesgericht München, auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft, wies dann die Strafkammer an, die Anklage auch in diesem Punkte zuzulassen.

Es ist wohl nicht zu erwarten, dass das bankerfreundliche Landgericht zwischenzeitlich seine Einstellung geändert hat, was bei den Ex-Bayern- LB- Bankern sicherlich Freude auslösen dürfte.

Kulterer packt aus
Nun ist in der vorvergangenen Woche der ehemalige Chef der Hypo-Alpe, Wolfgang Kulterer, der bereits in Österreich mehrere Strafurteile im Zusammenhang mit den Unregelmässigkeiten beim Bankbetrieb der Hypo-Alpe eingefangen hat, und demnächst seine bereits rechtskräftigen Strafen antreten muss, als Zeuge aufgetreten.

Kulterer, der nichts mehr zu verlieren hat, liess die Katze aus dem Sack: Er bezeichnete nicht nur den Zustand der Bank zum Zeitpunkt des Verkaufs an die BayernLB als katastrophal, „verheerend“, er berichtete auch, dies sei dem BayernLB-Chef Werner Schmidt seinerzeit bekannt gewesen, denn ein Jahr vor dem Verkauf habe der ein Kaufangebot der Hypo-Alpe dankend abgelehnt mit den Worten: „Die Hypo-Alpe ist uns zu schlecht“.
Damals war die BayernLB gerade rechtzeitig aus der österreichischen BAWAG ausgestiegen, bevor sich der Pleitegeier auf dieser Bank niederlassen wollte, nachdem ein gewisser Flöttl im Auftrag der Bank Milliardenbeträge in der Karibik durch Swapsen verjubelt hatte.

Aber der offenbare Expansions-Druck seitens des bayerischen Finanzministers Faltlhauser, der natürlich nicht angeklagt ist, wuchs, und so liess Schmidt offenbar alle Vorsichts-Massnahmen wie „due diligence“ fahren, und kaufte die „Hypo-Katze im Sack“.

Herrliche Zeiten sind das, jedenfalls für Banker. Wo jeder normale Mensch an einen Strafschärfungsgrund für das offenbar leichtfertige Verplempern von öffentlichen Geldern in diesen Grössenordnungen denkt, da kann man offenbar in Bayern stattdessen mit Milde rechnen.

Beruf Banker als Strafmilderungsgrund?

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Medizin

Antibiotikaresistenz – eine Warnung vom „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Dr. Alexander von Paleske — 1.5. 2014 —-Gestern ging es durch alle Medien: Die WHO warnt vor der weltweiten Antibiotikaresistenz.

Diesmal nicht am 7.4.
Normalerweise macht sie das am 7.4. dem Weltgesundheitstag. Dieses Jahr kommt es etwas verspätet, aber nicht minder heftig.
Die Botschaft ist zwar deutlich: Wir steuern auf eine Nach- Antibiotika-Ära zu, selbst banale Infektionen können nicht mehr wirkungsvoll behandelt werden und zum Tode führen.
Aber die Warnung kommt spät, sehr spät. Denn das Problem der Antibiotika-Resistenz, und die daraus resultierenden Gefahren, sind seit Jahren bekannt.

Die Chief Medical Officer der britischen Regierung verglich bereits im Januar 2013 die Gefahr der Antibiotikaresistenz mit der Terrorismusgefahr und der Gefahr der Klimaveränderung.

Deutsche Spitzenforscher warnten ebenfalls im Januar 2013 vor den Gefahren.

Keine konkreten Vorschläge
Detaillierte Vorschläge, wie dieser Gefahr wirksam zu begegnen sei, fehlten jedoch weitgehend, insbesondere die katastrophale Rolle, welche die Massentierhaltung dabei spielt.

Erstmalig weist der Vertreter der WHO, Keiji Fukuda, immerhin darauf hin:

dass die Weltagrarorganisation FAO seit einigen Jahren versucht, große Tierhalter über freiwillige Vereinbarungen zu einem verantwortungsvollen Einsatz von Tiermedikamenten insbesondere aber Medikamenten zu bringen, die auch in der Humanmedizin zum Einsatz kommen. Dem haben sich zwar viele Firmen angeschlossen.
Doch der Erfolg ist bisher ziemlich überschaubar. Fukuda fordert einen globalen Aktionsplan, um dem Problem Herr zu werden. Zudem kündigte er an, dass die WHO Länder bei der Überwachung der Resistenz von Keimen unterstützen will, in der pazifischen Region reicht diese Kooperation sogar schon bis in die 1980er Jahre zurück.


Keiji Fukuda Screenshot: Dr. v. Paleske

Zahlen sprechen für sich
Die Zahlen über den jeweiligen Antibiotikaverbrauch sprechen jedoch eine deutlichere Sprache:

– In der Tiermast werden in Deutschland rund 1700 Tonnen Antibiotika pro Jahr verfüttert meistens ins Trinkwasser gekippt, da eine automatische Futterbeimischung in der EU – anders als noch in den USA – seit 2006 nicht mehr zulässig ist.

– Gleichwohl ist der Verbrauch von Antibiotika in den Tierfabriken nicht zurückgegangen, ganz im Gegenteil: weiter angestiegen, zumal die Zahl der von den Tierfabriken ausgestossenen Tierkörper noch weiter zugenommen hat.

Die in der Tiermedizin verbrauchte Menge ist damit 40 mal so hoch, wie in allen Krankenhäusern zusammengenommen, und immer noch 7 mal so hoch, wie in der gesamten Humanmedizin in Deutschland.

Auch diese Zahlen – Schreckenszahlen
Auch diese Zahlen sollen genannt werden: Allein in Niedersachsen gibt es:

– 1040 Betriebe mit insgesamt 36,5 Millionen Masthühnern, wobei ein Durchgang rund einen Monat dauert, das macht fast 400 Millionen pro Jahr.

– 398 Puten-haltende Betriebe mit insgesamt 4,9 Millionen Tieren

– 10.400 Halter von fast 4,5 Millionen Mastschweinen

Das sind Zahlen von 2011 aus einem Bericht des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung.

Damit stellt Niedersachen rund 50% der deutschen Tierfabriken und damit 50% des Gesamtausstosses an Fabrikfleisch in Deutschland.

Von der Tierfabrik in die Gülle, dann in die Nahrung
Mit der Gülle aus diesen Fabriken, die auf Feldern landet, kommen die resistenten Keime in die Nahrungskette – oder gleich direkt mit den ausgelieferten Produkten.

Es gibt daher nur einen Ausweg, die sich anbahnende Katastrophe zu verhindern: das Verbot der Massentierhaltung.

Vor dieser Forderung, die auf der Hand liegt drückt sich die WHO, drücken sich die Grünen, die schwafeln vom „Zurückdrängen“, drückt sich selbstverständlich die Bundesregierung.

Schlimmer noch: der brandenburgische SPD-Agrarminister Jörg Vogelsänger fordert gar eine Ausweitung der Massentierhaltung.

Das jetzt verschärfte Arzneimittelrecht, das eine Berichtspflicht über den Antibiotikaverbrauch vorsieht, wird an den unerträglichen Zuständen ebenso wenig ändern, wie die Novelle von 2006 es seinerzeit getan hat.

Warnungen verpuffen
So verpuffen sämtliche Warnungen, da ohne Forderungen nach drastischen Massnahmen. Stattdessen wird auf den ungezügelten Verbrauch in der Humanmedizin verwiesen. Keine Frage: Dieser Verbrauch muss gedrosselt und die Hygiene im Krankenhaus verbessert werden, aber entschärft bestenfalls ein Teilproblem.

Forderungskatalog der WHO …..Witz lass nach.

Als weitere unbedingt erforderliche internationale Massnahmen seien genannt:

1. Die Verschreibungspflicht sämtlicher Antibiotika, die bisher in vielen Ländern auf Marktplätzen und in Shops frei erhältlich sind.

2. Die Verbesserung der Krankenhaushygiene, und die Dekontaminierung der Krankenhausabwässer, damit resistente Keime erst gar nicht in die Umwelt gelangen.

3. Entwicklung neuer Antibiotika

4. Schliesslich, und das wird in dem WHO-Bericht erst gar nicht behandelt: Die Qualitätskontrolle von Medikamenten im Allgemeinen und Antibiotika im Besonderen.

15% aller Medikamente weltweit halten keiner Qualitätskontrolle stand, in einigen Ländern der 3. Welt sind es bis zu 80%.

Oftmals handelt es sich schlicht um Scheinmedikamente, vielfach jedoch auch um unterdosierte Medikamente, die eine Gefahr für den Patienten und eine Gefahr der Resistenzentwicklung darstellen.

Hier hat die WHO völlig geschlafen.

Das alles ist allerdings keine Überraschung, wenn man sich die Personalstruktur dieser Organisation ansieht: Hier kämpfen Seilschaften teiweise gegeneinander, behindern sich gegenseitig, und verbrauchen einen Riesenetat, ohne dass jemals überprüft wurde, wie es um die Effizienz aussieht.

Viel muss sich ändern, damit endlich etwas geschieht.

Zur Medikamentenresistenz als drohende Apokalypse
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Will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner uns für dumm verkaufen? – Ein Kommentar zur geplanten Reform des Tierarzneirechts
Verband zur Förderung der Massentierhaltung Deutschlands (VEFMAD) dankt der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner


Zu Medikamenten ohne Wirkstoffe

Medikamente ohne Wirkstoffe – ein hochlukratives Geschäft mit tödlichen Folgen
Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ein teurer, bisher zahnloser Tiger im Kampf gegen gefälschte Medikamente

Zur Tuberkulose
Tuberkulose, Südafrika und deutscher Journalismus
Tuberkulose – nicht nur am 24.3., dem Welt-Tuberkulosetag
Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

medien

Ex-Premier Tony Blair, Medien-Tycoon Rupert Murdoch und der radikale Islam.

Dr. Alexander von Paleske —- 28.4. 2014 —– In den vergangenen Wochen sorgte der britische Ex -Premier Tony Blair mal wieder für Schlagzeilen.

Ein gehörnter Medien-Tycoon beklagt sich

Zunächst beklagte sich der bitter enttäuschte ehemalige Freund Blairs, der Zeitungszar Rupert Murdoch, über Blairs Techtelmechtel mit seiner nun von ihm getrennten Ehefrau Wendi Deng..

Die hatte sich in einer fehlgeleiteten E-Mail lobend über Blairs Körper geäussert, insbesondere über seine Beine (really, really good legs).

Offenbar hatte sie reichlich Gelegenheit diese zu begutachten, zuletzt in ihrem Schlafzimmer, wohin Blair bei seinem letzten Besuch in Murdochs Anwesen sogleich hineinmarschierte. Greis Murdoch war da gerade abwesend.


Deng & Murdoch …..es war einmal.

Aber nicht das allein erbitterte den Zeitungszaren, sondern die Undankbarkeit dieses Blair, den er für einen Freund hielt – auch noch Patenonkel seiner Tochter Grace – und dem er seinerzeit den Weg in die Nummer 10, Downing Street, den Sitz der britischen Premiers, durch seine Medien geebnet hatte.

Nicht nur dass Blair seinerzeit in seinem Massenblatt Sun auf Seite drei, direkt neben dem täglichen Nackedei, vor der Wahl 1997 seine Ansichten über Gott, die Welt und britische Politik in einer Kolumne verbreiten durfte. Murdoch sorgte auch in seinen anderen Medien dafür, dass Blair vor den britischen Unterhauswahlen als der richtige, als der einzig richtige Kandidat herausgestellt wurde.

Als Gegenleistung hatte er dann nach Blairs Wahl zum Premier jederzeit Zugang zu 10, Downing Street, allerdings aus Publizitätsgründen durch die Hintertür..
Dass dies alles eine Verhöhnung der Demokratie war und ist, störte weder Blair noch Murdoch.

Mit Lügen in den Krieg, Trommelfeuer auf die Kriegsgegner
Vor dem Irakkrieg eröffnete Murdoch das Medien-Trommelfeuer auf die Kriegsgegner, insbesondere den französischen Präsidenten Jacques Chirac. Den bezeichnete er in der Sun als einen „Wurm“.

Den Kriegseintritt hatte Blair gegenüber Parlament und Öffentlichkeit mit Saddam Husseins angeblichen Besitz von Massenvernichtungswaffen begründet – wider besseres Wissen versteht sich.

Täglich telefonierten Murdoch und Blair unmittelbar vor und nach Beginn des Irakkrieges miteinander, wie seinerzeit der Guardian herausfand.

Blairs neue Weisheiten
Nun also glaubte Blair in der vergangenen Woche erneut seine politischen Weisheiten der breiten Öffentlichkeit unterjubeln zu müsssen: diesmal in einem Interview mit dem Wirtschafts-Nachrichtensender Bloomberg. Thema: Der radikale Islam und was tun.


Tony Blair …..neue Weisheiten – Screenshot: Dr.v.Paleske

Dazu muss vorweg geschickt werden, dass es im Irak unter Saddam Hussein keine Al Qaida Terrortruppe gab. Die nistete sich erst nach dem Einmarsch der US- und britischen Truppen dort ein, und sorgt bis heute mit täglichen Bombenattentaten für menschliches Leid und Destabilisierung. Da hätte eine selbstkritische Rückschau ja eigentlich nahe gelegen.

Davon ist Blair natürlich weit entfernt. Stattdessen begrüsst er den Putsch in Ägypten, der die demokratisch gewählte Regierung Mursi beseitigte, und dies, obgleich durch diesen Putsch gerade den Radikalislamisten Zulauf verschafft wird.

Eine Putschistenregierung, die gerade heute mehrere Hundert Todesurteile gegen gegen angebliche Muslimbrüder und Terroristen verhängen liess.

Die Strafverfahren ähneln Standgerichten. Entlastungsbeweise sind nicht zugelassen. Das alles hat mit rechtsstaatlichen Gerichtsverfahren nichts gemein.


Verzweifelte Angehörige nach Verkündung der Todesurteilsempfehlungen – Screenshot: Dr. v. Paleske

Aber das hindert die USA nicht, die Militärhilfe für Ägypten wieder aufzunehmen.

Saudi-Arabien als Terror-Brutstätte
Saudi-Arabien muss als die die Brutstätte für den Radikalislamismus angesehen werden: Ein Land, das seinen mittelalterterlichen Radikal-Islamismus mit Hilfe von Petro-Dollars in alle Erdteile verbreitet.

Da hätte es für Blair ja eigentlich naheliegen müssen gegen diesen sunnitischen Radikalislamismus, der sich Wahabismus nennt, den argumentativen Hauptangriff zu landen – jedoch weit gefehlt: Saudi Arabien ist Grossabnehmer westlicher Konsumgüter, und schwerer sowie leichter Waffen. Und so beschränkte sich Blair darauf, zu kritisieren, dass in deren Schulen radikaler Islam gepredigt wird.

Ansichten einen Verrückten
Man könnte Blairs Ansichten als die eines Verrückten bezeichnen, so nennt ihn die britische Zeitung Independent denn auch „demented“, schwachsinnig.

Erfreulich nur, dass dieser Schwachsinn in den britischen Medien zwar Widerhall, aber keine Zustimmung mehr findet, auch nicht mehr in den Murdoch-Medien. Da müsste man ja fast Murdochs Verflossener Wendi Deng dankbar sein.

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