spionage

Amnesty International klagt CIA an

dpa – Nach der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ hat nun auch Amnesty International (AI) schwere Vorwürfe gegen den US-Geheimdienst CIA erhoben . Die US-Behörde lasse Verdächtige auf der ganzen Welt“ verschwinden“, erklärte Amnesty am Freitag in einer Pressemitteilung in Berlin unter Berufung auf Berichte ehemaliger Gefangener im Jemen. So sei ein seit 25 Jahren in Tansania lebender Jemenit im Dezember 2003 von dortigen Sicherheitskräften festgenommen und an US-Amerikaner übergeben worden, die vermutlich dem CIA angehört hätten. Der Mann sei 16 Monate in US-Gefangenschaft gewesen.

Gemeinsam mit zwei Landsleuten hätten US-Beamten ihn im Mai 2005 den jemenitischen Behörden übergeben. Alle drei seien ohne Kenntnis voneinander in geheimer Haft gehalten worden und säßen heute in jemenitischen Gefängnissen , ohne dass etwas gegen sie vorliege. Der Gefangene berichtete laut Amnesty, dass er in verschiedenen US- Verhörzentren eingesperrt worden war und keinen Kontakt zur Außenwelt oder zu Mitgefangenen gehabt habe.“ Human Rights Watch“ hatte dem CIA vorgeworfen, im Jahr 2003 Gefangene aus Afghanistan und dem Irak nach Polen und Rumänien geflogen zu haben und auf entsprechende Logbücher einer CIA -Maschine verwiesen. Polen und Rumänien hatten dies zurückgewiesen.

Secret Detention in CIA „Black Sites
Geheimgefängnisse der CIA in Osteuropa?

medien

NewsBattery: Europas erstes Weblog als Politmagazin

Stephan Fuchs – Print-Zeitungen haben das Weblog für sich entdeckt und versuchen so an den Puls der Zeit zu kommen. Das ist gut und gibt viel zu reden, respektive zu schreiben. Nun ist NewsBattery wohl Europas erstes Polit- Magazin das aus einem Weblog in den Print geht. Und das Webkonform. NewsBattery braucht man sich nicht am Kiosk holen und der Postbote braucht sich nicht vor bissigen Hunden zu fürchten. Das Magazin braucht keinen Vertrieb, keine große Logistik, keine retournierten und weggeschmissenen Rohstoffe.


Lässt sich auf dem Klo lesen

Deshalb ist Newsbattery ohne Abo und ohne Kosten für Sie. Newsbattery ist sozusagen die Zeitung von morgen. Das Magazin ist Gratis. Gemütlich mit Kaffee gehen Sie an ihre Informationsbatterie, den Computer, laden sich das PDF runter und das war schon alles. Wer es auf dem Klo lesen muss, oder in der Strassenbahn, der kann sich das ausdrucken, das Design ist für A4 konzipiert und zudem hübsch. Das Magazin lässt sich archivieren und ergibt über einige Monate eine beachtliche Sammlung. Das Magazin können Sie Ihren Freunden verschicken, vervielfältigen & auf ihrem Blog oder Ihrer Homepage zum Download anbieten.


Politische Korrektheit ist mal da mal nicht, aber sie soll fair, hart und ehrlich sein.

Die Themenauswahl für das Magazin wird durch den Weblog [JOURNALISMUS] – Nachrichten von heute gewählt. Die wichtigsten Artikel, das können auch satirische Artikel sein, werden monatlich zusammengefasst und finden ihren Platz in der druckbaren Monatsausgabe. Reflektiert wird dabei eine möglichst breite Meinung. [JOURNALISMUS] – Nachrichten von heute hat schreibende Amerikaner aus dem Bushlager ebenso an Bord wie deren Kritiker. Es soll sich beißen.

Und so soll es die Sprache tun. In NewsBattery herrscht die schnelle Blog-Sprache ebenso wie fundierte Hintergrund- und Recherchenartikel. Politische Korrektheit ist mal da mal nicht, aber sie soll fair, hart und ehrlich sein.

Hart war auch der Monat Oktober. Stürme toben auf der ganzen Welt. Nicht nur Katharina: Im weißen Haus bricht ein Tornado nach dem andern über die Kuppel. Missmanagement an der Heimatfront, der 2000. gefallene US-Soldat und das Plame/Cheney/CIA-Drama erschüttert die Grundfesten des Weißen Hauses. [JOURNALISMUS] – Nachrichten von heute machte bereits am 18. November 2004 auf den Skandal aufmerksam. Jetzt haben auch die etablierten Medien nachgezogen. Drüben in Europa und im Mittleren Osten sieht’s nicht besser aus. Der Hariri- Report wurde der U.N. übergeben. Dieser enthält einigen Zündstoff und bringt weitere Gefahren einer militärischen Konfrontation. Robert Parry beschreibt in welche Fallen wir, die Journalisten und Leser nicht mehr fallen dürfen. Ebenfalls um Medien, hier im Fall um Lockerbie geht es im Artikel von Elmar Getto: “Lockerbie-Beweise gefälscht?”

Lassen sie sich überraschen. Ich wünsche Ihnen viel Information beim Lesen.

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terror

Mehlis -Report läßt fast alle Fragen offen

Elmar Getto – Der Report über die Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Hariri und seiner Begleiter, der vom deutschen Staatsanwalt Mehlis für die UN erstellt wurde, scheint nun in einem entscheidenden Punkt widerlegt oder jedenfalls in Frage gestellt. Der Report war davon ausgegangen, daß der weiße Lieferwagen vom Typ Mitsubishi Canter, in dem die Bombe explodiert sein soll, sich in die Kolonne des Ministerpräsidenten eingereiht habe und der Selbstmordattentäter dann die Explosion ausgelöst habe. Jetzige Erkenntnisse stellen aber die These des Selbstmordattentäters in Frage.

Ein im Libanon lebender Palästinenser mit dem Namen Ahmud Abu Adass hatte in einem Video, das einer Fernsehstation zugespielt wurde, die Verantwortung für das Attentat übernommen und angekündigt, den Anschlag als Selbstmordanschlag auszuführen. Tatsächlich wurden anscheinend Überreste eines menschlichen Körpers gefunden, die einem Selbstmordattentäter hätten zugeschrieben werden können. Da besagter Ahmud seit dem Anschlag verschwunden ist, wäre es ein leichtes gewesen, jene menschlichen Überreste mit der DNA von Verwandten des Mannes, der auf dem Video erscheint, zu vergleichen und so seine Identität festzustellen.

Genau dies aber wurde nicht gemacht. Mehlis kann dafür keine Erklärung angeben. Was befürchtet man, könnte ein solcher Vergleich ergeben?

Ebenso gibt es einen Zeugen, Zuhir Ibn Mohamed Said Saddik, der angeblich gesehen haben will, wie Mitglieder einer islamistischen militanten Organisation den Mitsubishi mit Sprengstoff gefüllt hätten. Das sei in einem Camp in Zabadani, Syrien gewesen. Dort hätte er auch Abu Adass gesehen. Er vermutet, die Islamisten hätten diesen gezwungen, das Video aufzunehmen, ihn dann getötet und in den Mitsubishi gesetzt.

Wenn das so stimmt, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder muß ein anderer, wirklicher Selbstmordattentäter, dann das Auto gesteuert haben. Dann müßten die Überreste von zwei Menschen gefunden worden sein, was ebenfalls mit DNA-Test festzustellen wäre. Auch diese DNA-Test wurden nicht durchgeführt.

Oder aber – und diese These scheint wahrscheinlicher – es handelt sich gar nicht um einen Selbstmordanschlag. Die Attentäter wußten vielmehr, daß die Wagenkolonne mit Hariri dort vorbeikommen würde, plazierten den Transporter und zündeten die Bombe fern. Eine Leiche im Wagen sollte lediglich einen Selbstmordanschlag vortäuschen.

Nun stellt sich auch noch heraus, daß Mehlis überhaupt nicht mit diesem Zeugen gesprochen hat, der sich in syrischemGewahrsam befinden soll. Hätte er nicht mit dem Zeugen in Zabadani die Szene nachstellen müssen, die der dort gesehen haben will? Warum wird all das, was man in großen Kriminalfällen zur Aufklärung tun muß, nicht getan? Vielleicht weil man gar kein Interesse hat, die wirklichen Täter zu finden, sondern nur einen Kriegsvorwand gegen Syrien braucht?

Wie nun der Wiener ‚Standard’ meldet, habe ein Menschenrechtsanwalt über die Aussage eines Freundes von Abu Adass berichtet, daß dieser überhaupt nicht Auto fahren konnte. Ebenso sei er ein einfacher Mensch ohne politische Ambitionen gewesen. Dies kommt von dem Zeugen mit Namen Ziad Ramadan. Hat Mehlis mit diesem Menschenrechtsanwalt gesprochen und mit Ziad Ramadan? Nein? Wie kann er bereits mit dem Finger auf die syrische Regierung zeigen, wenn er die einfachsten Hausaufgaben eines Ermittlers noch nicht gemacht hat?

Jedenfalls ist seine These des Selbstmordattentats zutiefst erschüttert. Auch seine Behauptung, die syrische Regierung würde nicht mit seiner Ermittlung zusammenarbeiten, wird sehr fragwürdig, wenn er seinen Teil nicht durchgeführt hat.

Tatsächlich hat das Attentat viele deutliche Handschriften eines von einem Stasi-Dienst durchgeführten Anschlags. Die Verwendung eines in Japan, auf der anderen Seite Asiens, Tausende von Kilometer entfernt, gestohlenen Lieferwagens deutet nicht gerade auf eine lokale islamistische Gruppe hin. Die unglaublich hohe Menge und die Brisanz des Sprengstoffs läßt ebenfalls auf Profis schließen und nicht auf Leute, die unter prekärsten Umständen arbeiten müssen. Immerhin wurde eine lange Kolonne von Fahrzeugen vollständig zerstört und 22 Tote waren zu beklagen. Das läßt am ehesten auf Täter schließen, die leichten Zugang zu hohen Mengen militärischer Sprengstoffe haben.

Insoweit muß man dem Bericht zustimmen, daß das Bekenner-Video wahrscheinlich gefälscht ist. Tatsächlich kann es sein, daß der syrische Geheimdienst hinter dem Anschlag steckt. Er ist unter anderem für seine Foltermethoden bekannt. So haben die US-Regierung bereits mehrfach in den letzten Jahren gefangene Islamisten in syrische Gefängnisse eingeliefert, wo dieser Geheimdienst seine freundlichen Überredungskünste anwenden sollte. In Wahrheit hatte Syrien nicht das geringste Interesse, Hariri zu töten oder töten zu lassen, während der US-und britischen Regierung dieser Vorwand gerade recht kam.

Nun waren zu jenem Zeitpunkt im Februar natürlich nicht nur der syrische und der libanesische Geheimdienst in Beirut tätig, sondern, wie man sehr wohl weiß und wie es Mehlis nicht entgangen sein kann, auch die wichtigsten westlichen Stasi-Dienste, wie der CIA, der BND, der britische und der französische Auslandsgeheimdienst. Hat Mehlis sich die Namen und Alibis der einschlägigen Agenten beschafft, zum Zeitpunkt als die Bombe hochging? Oder arbeiten die Regierungen der westlichen Mächte etwa nicht mit dem UN-Ermittler zusammen? Auch davon kein Wort im Bericht von Mehlis. In dieser Richtung wurde einfach nicht ermittelt.

Wer hat so weitgespannte internationale Verbindungen, daß er in Japan einen Lieferwagen stehlen lassen und ihn nach Beirut schaffen lassen kann, ohne daß es eine Spur in Form von Frachtpapieren auf Schiffen oder in Flugzeugen gäbe, die dann auch Rückschlüsse auf die Hintermänner möglich machen würden?

Auch hiervon nichts im Mehlis-Report. Hat er eventuell in dieser Richtung gar nicht geforscht? Dann wäre sein Bericht allerdings nicht das Papier wert, auf dem er steht.

Man muß mehr und mehr davon ausgehen, daß es hier nicht um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um politische Machenschaften geht, in die Mehlis anscheinend verwickelt ist.

Weiterführende Artikel:
Lockerbie Beweis gefälscht
Der gefährlich unvollständige Hariri Report
Der komplette Mehlis Report
Die politischen Hintergründe
für den Anschlag auf die Diskothek „La Belle“

Dieser Artikel erschien erstmals bei rbi-Aktuell

deutschland

Kapitalistische Parteien sind Diktaturen

Elmar Getto – Es ist etwas befremdlich an all der Aufregung im Blätter- und Bildschirm-Wald über die von Müntefering verlorene Abstimmung im SPD-Bundesvorstand und seinen daraufhin angekündigten Rückzug, nämlich daß anscheinend niemand ein demokratisches Vorgehen der Parteien einfordert, überhaupt noch für möglich hält. Daß Parteien in Deutschlands Landschaft diktatorische Gebilde sind, in denen Veränderungen nur auf Befehl der jeweiligen Junta oder durch Palastrevolutionen möglich sind, wird als selbstverständlich hingenommen und nicht einmal mehr konstatiert. Das kapitalistische System ist rein diktatorisch und so müssen es seine Parteien sein.

Personalentscheidungen in einer Partei, die natürlich neben den Sachentscheidungen auch wichtig sind, werden in Hinterstübchen von interessierten Gruppen vorbereitet und auf Parteiversammlungen und Parteitagen lediglich noch abgesegnet. Hat die herrschende Junta ihre Mehrheit nicht sicher, wird der Parteitag (oder eine Parteiversammlung) so lange verlegt, bis die Mehrheit an Bord ist (wenn das auch manchmal schief geht).

Gerade auch die SPD hat in den letzten Jahren Paradebeispiele der Diktatur innerhalb der Partei abgeliefert. Als Schröder seine Agenda 2010 mit Hartz IV verkündet hatte, rumorte es an der Basis. Nicht ein Wort davon war auf einem Parteitag beschlossen worden, im Gegenteil, es war Politik, die ausdrücklich ausgeschlossen worden war. So nahm die führende Junta die Partei an die Kandare und machte der beginnenden Revolte mit Drohungen und Versprechungen den Garaus. Eine Abstimmung auf einem Parteitag gab es erst, als die Rebellenzentren ausgeräuchert waren.

Damit mußte man zwar massive Austritte hinnehmen, aber was tut man nicht alles für seine Auftraggeber, die Monopolkonzerne.

Schröder als Hauptperson der Junta hievte rechtzeitig seinen treuen Vasallen Müntefering auf den Posten des Parteivorsitzenden und verbaute damit (zunächst) allen möglichen Konkurrenten den Weg. Eine Abstimmung darüber wurde wieder erst angesetzt, als alles festgezurrt war. Sowohl Politik als auch Personen werden von oben bestimmt, niemand in der Partei hat auch nur Mitspracherecht (nur die bereits vergatterten Vasallen). Schröder drohte immer, wenn es eng wurde, mit seinem Rücktritt und bekam dann seine Mehrheiten.

Deutlich wird der Charakter der kapitalistischen Parteien als Diktaturen auch, wenn starke Kontrahenten als mögliche Bedrohungen für die etablierte Junta auftauchen. Kohl, der nie über das Niveau eines drittklassigen Fußballclub-Präsidenten hinauskam, war Meister im Erkennen und im Abwehren solcher Gefahren. Er ließ sich, wie später bekannt wurde, einen Teil der Spenden an die Partei in eine schwarze Kasse stellen, von denen nur jene Landesverbände profitieren konnten, die treu zu ihm standen. So konnte er sowohl Biedenkopf als auch Geisler jeder Unterstützung außerhalb ihrer Landesverbände berauben und ihre Hoffnungen auf eine weitere Karriere in der Partei beenden.

Aber Kohl machte auch einen tödlichen Fehler: Er förderte bewußt eine besonders schwache Figur in seiner neuen Seilschaft nach der Wiedervereinigung: Eine Ossie-Quoten-Ministerin mit dem damals unbekannten Namen Angela Merkel. Er hatte die Schlange am Busen genährt, die ihm, sobald die Möglichkeit bestand, das Messer in den Rücken steckte und selbst mit ihrer Seilschaft die Stelle des Diktators einnahm. Da nützte Kohl auch der gleiche Trick nichts, den Schröder anwandte: Einen Vasallen in den Parteivorsitz heben, denn Schäuble war zu tief selbst in die Spendenaffäre verwickelt.

Ein Ende der entsprechenden Diktaturen ist üblicherweise erreicht, wenn die jeweiligen Diktatoren abdanken. Zwar versuchen sie meistens, ihren treuen Anhängern die Nachfolge zu sichern, aber da diese logischerweise extrem schwache Figuren sind (starke würde der Diktator ja nicht in seiner Umgebung dulden), sind das die Momente, in denen mögliche Kandidaten für den zukünftigen Diktator ihre Stunde kommen sehen und aus dem Hinterhalt zu schießen beginnen.

So war es denn auch diesmal, als Schröder das Handtuch warf. Müntefering, ohne breite Unterstützung in der Partei (denn Schröder hatte immer darauf geachtet, daß die Vasallen nur auf ihn vergattert wurden, nicht auf andere Vasallen) und ohne genügend Feingefühl für Stimmungen, begann sich als neuer Diktator aufzuspielen, hatte aber noch nicht ausreichend seine eigene neue Seilschaft gefunden und festgeklopft. Er bestimmte den neuen Generalsekretär und wurde drohend, als man eine Gegenkandidatin ankündigte. Er glaubte mit den üblichen Ordnungsrufen im Stile Schröders regieren zu können, aber er war eben nicht Schröder.

Einige mit Diktator-Ambitionen (seinen es Platzeck oder Gabriel oder Beck oder alle zusammen oder auch andere) fanden mit der ehrgeizigen Nahles eine nützliche Idiotin, die sich in Unkenntnis der Spielregeln verheizen ließ und mit der man Müntefering eine entscheidende Niederlage beibrachte, die selbstverständlich von einer Anzahl von SPD-Vorstandsmitgliedern im Hinterzimmer minutiös vorbereitet war. Gleichzeitig mit Müntefering hatten die Diktator-Kandidaten damit eine mögliche Konkurrenz zum eigenen Aufstieg aus dem Weg geräumt. Nahles mußte innerhalb von zwei Tagen ihre Ambitionen aufs Generalsekretär-Amt bereits begraben.

Platzeck bewies auch, daß er es bereits versteht, auf dem Instrument der Arschkriechermedien zu spielen. Kaum zehn Minuten, nachdem die Meldung von Münteferings angekündigtem Rücktritt in den Äther ging, hatte er bereits einen Journalisten aufgetan, der ihm ein Mikrophon vor die Nase hielt mit der Frage, ob er denn für eine Kandidatur für den Parteivorsitz zur Verfügung stehe, woraufhin er mit einem der üblichen Sprüche der Karrieristen antworten konnte: „Ich habe mich noch nie einer Herausforderung verweigert.“

Wie er in der Folge Beck dazu bekam, von einer möglichen Gegenkandidatur Abstand zu nehmen, kann man nur vermuten. Entweder hat Beck eine Leiche im Keller und Platzeck Dokumente darüber (alle diese Politiker lassen selbstverständlich über alle möglichen Konkurrenten Dossiers anfertigen) oder er versprach Beck für die Zukunft höchste Ehren oder jedenfalls einen dicken Geldbeutel, wenn er sich in seine Seilschaft einreiht. Eventuell sieht Beck aber auch seine Zeit noch nicht gekommen.

Auch Angie hatte bereits ihre Stärke als Diktatorin gezeigt. Unter ungeklärten Umständen war ihr wesentlichster Konkurrent in der CDU, Merz, von den Ämtern zurückgetreten und wartet seitdem mit dem Dolch im Mantel auf seine Chance. Was man ihm angedroht hatte, wenn er das nicht täte, kam nie an die Öffentlichkeit.

Aber die sogenannten Volksparteien, die doch nur Volkszertreterparteien sind, sind keineswegs die einzigen, in denen eine Diktatur herrscht, dies ist vielmehr die Charakteristik aller kapitalistischen Parteien. Westerwelle hat in einem ebenso plumpen wie effektiven Streich seinen einzig ernsthaften Rivalen Gerhard ausgebootet, indem er sich nach dem Wahlergebnis zuerst kategorisch einer Ampelkoalition verweigerte und dann den einzigen in der Opposition übrigen wichtigen Posten des Fraktionschefs für sich beanspruchte. Irgendeine demokratische Entscheidung der Partei, wen von beiden man will, hat es nie gegeben.

Bei den Grünen war unter der Herrschaft von Fischer dreimal eine Kröte von der Grösse einer Wiederaufbereitungsanlage zu schlucken und Klein-Joschka zeigte jedes Mal seine Qualitäten in Drohen und Versprechen. Sowohl zwei deutsche Kriegsauslandseinsätze wurden in der Partei durchgedrückt wie auch ein scheinbarer Atomausstieg, der in Wirklichkeit die Garantie für das Weiterfunktionieren war. Zur Abstimmung kam dies jeweils erst, wenn die Mehrheiten festgeklopft waren. Auch dies kostete Mitglieder, aber was tut man nicht alles,…. (siehe oben)

Auch die neu sich formierende Linkspartei ‚Die Linke’ zeigt bereits erste Anzeichen einer diktatorischen und damit kapitalistischen Partei. Zwar werden noch Urabstimmungen durchgeführt, auch jetzt wieder, wenn die Vereinigung ansteht, aber eben auch erst dann, wenn die Mehrheiten feststehen. Die entscheidenden Fragen (z.B. in der PDS über die EU-Verfassung) bleiben den Entscheidungen in den Fraktionen oder in hohen Parteigremien vorbehalten (die nicht das geringste Problem hatten, gegen Parteitagsbeschlüsse zu entscheiden), ein wirklicher Einfluß der Basis ist kaum vorhanden.

Fragen wie: „Sind wir für Hartz IV mit leichten Verbesserungen oder gegen Hartz IV?“ oder „Sind wir für den Sozialismus oder den Kapitalismus?“ werden von gewieften Redetalenten mit „sowohl als auch aber doch eben nicht oder mehr oder doch“ beantwortet und aus den demokratischen Entscheidungen herausgehalten. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis Gysi oder Lafontaine oder beide mit Rücktritt drohen, wenn bestimmte Entscheidungen nicht akzeptiert werden, woraufhin sich dann die notwendige Mehrheit finden wird. Dann wird eine kleinere Gruppe austreten und die Grünenisierung der Linkspartei wird eingeleitet sein.

Besonders deutlich wird dieses ganze häßliche Parteiensystem an den Figuren, die dadurch hochgespült werden. In der Regel braucht ein heutiger Parteiführer nichts weiter als ein Talent zu Hinterhalt, Intrigen, Verleumdung und übler Nachrede sowie ein Talent als Schmierenkomödiant, um erfolgreich zu sein. Von irgendeiner Sache oder von Politik im eigentlichen Sinne brauchen sie nichts zu verstehen, dazu haben sie ja ihre Leute. Die Redenschreiber finden schon die richtigen Worte. Aber wer Fernsehauftritte inszenieren kann, die dem Zuschauer die kalten Schauer dem Rücken herunterjagen, der kanns bis zum Bundeskanzler schaffen.

Schröder ist das herausragendste Beispiel von allen. Bauernschlau, dummdreist und TV-gerecht, ansonsten eine völlige Niete. Eine Scham für Deutschland, so einen Kanzler gehabt zu haben. Und Mainstream spielt, er sei ein Staatsmann gewesen!

Oder Merkel, eine Schande für das weibliche Geschlecht. Es dürfte um die 3 Milliarden bessere als sie auf der Erde geben. Nicht einmal die kapitalistischen Medien vermögen irgend etwas wirklich wichtiges Gutes über sie zu sagen. Sie war einfach am rücksichtslosesten in der CDU-Führungsriege, darum steht sie heute da. Eine Person, die nicht einmal Brutto- und Nettolöhne unterscheiden kann, soll Kanzlerin werden. Da sie auch noch Defizite im Fernsehauftritt hat, dürfte sich wohl bald ein besserer Schauspieler nach vorne drängen.

Oder Westerwelle! Braucht man noch etwas zu sagen? Nicht nötig!

Aber fragen wir doch einmal anders herum. Was wäre denn eine demokratische Partei? Wie sollte es denn sein?

Zunächst würde eine solche Partei sich selbstverständlich immer zuerst an den Sachthemen festhalten, nicht an Personen – und das nicht in Worten, sondern wirklich.

So etwas wie in den laufenden Koalitionsverhadlungen (laufen sie eigentlich noch?), zuerst die Minister zu entscheiden und dann, was gemacht werden soll, wäre undenkbar.

Wären sachliche Veränderungen angesagt oder neue Themen zu entscheiden, würde zunächst eine breite Diskussion an der Basis der Partei und mit den mit der Partei verbundenen Massen durchgeführt. Das Ergebnis würde dann in Parteiversammlungen und eventuell einem Parteitag weitergegeben, wobei natürlich auch die Parteispitze das Recht hat, dazu zu sprechen, aber nicht mit Reden von einer Stunde, während anderen Meinungen fünf Minuten Redezeit zugestanden werden.

Druck mit Rücktrittsdrohungen und ähnliches wird nicht akzeptiert, sondern scharf verfolgt. Parteitage sind Arbeitstreffen, keine Medienspektakel.

Personalentscheidungen werden nicht durch Pressemeldungen lanziert, sondern innerhalb der Partei. Die unteren Parteigremien müssen Kandidaten vorschlagen und ihre Vorschläge schriftlich begründen, wobei sie die Schwachpunkte des Kandidaten ebenso wie seine Stärken aufführen. Personaldiskussionen werden unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt. Alle Kandidaten müssen Rede und Antwort stehen. Parteigremien und alle Delegierten können zu den Kandidaten Stellung nehmen. Es wird keinerlei Druck auf irgendwelche Parteitagsdelegierten ausgeübt, für was und für wen zu stimmen sei.

Alle führenden Gremien sind regelmäßig zur Rechenschaft verpflichtet und müssen auf den Parteiversammlungen entlastet werden oder auch nicht. Sind zwischen den Parteitagen von der Parteileitung weitreichende Entscheidungen zu fällen, müssen diese auf dem nächsten Parteitag zur Abstimmung gestellt werden.

Es müssen umfangreiche Rechte bestehen, zwischen den Parteitagen Sonderparteitage zu bestimmten Themen einzuberufen, wenn eine bestimmte Anzahl von Parteimitgliedern oder Gremien dies fordern.

Es müssen Kontrolleure eingesetzt werden, die das Verhalten der führenden Parteimitglieder überprüfen und gegebenenfalls untersuchen können und sie zeitweilig oder auf Dauer vom Posten ablösen können, wenn dies erforderlich ist.

Solche Entscheidungen müssen auf dem nächsten Parteitag überprüft werden können.

Nach allem, was heute bekannt ist, genügt in Deutschland nur die MLPD diesen Anforderungen. Wem Demokratie am Herzen liegt, sollte sich selbst dort überzeugen, ob das stimmt.

Krieg

Krieg in „Eurabien“

Harald Haack – Nun ist genau das eingetreten, was das christliche Europa lange zu verdrängen versucht hat: Der Aufstand vernachlässigter, sich unterdrückt fühlender Muslime. Mehr als 28.000 Autos und Busse brannten seit Januar. Jede Nacht werden es um nahezu 1.000 Stück mehr, doch bislang trifft es nur die Armen. Und weil nichts mehr bewegt, als sein eigenes Auto brennen zu sehen, scheint dies der Grund dafür zu sein, weshalb die jungen muslimischen Brandstifter nicht jene Politiker direkt angreifen, die sie für ihre Misere verantwortlich machen. Sie wollen den islamischen Flächenbrand, spekulieren auf eine neue Revolution in Frankreich und glauben dies offensichtlich nur mit dem Terrorisieren der Armen erreichen zu können.


Dank seiner zündenden Ausdrucksweise wurde er zur Symbolfigur des muslimischen Zorns: Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy.

Im Chaos sehen sie sich als strahlende Sieger hervorgehen, wie der 14jährige Hisam Karmouni* auf seiner Website prahlte und verkündete, der Krieg sei erst dann zu Ende, wenn die Franzosen ihren Innenminister auf dem Scheiterhaufen verbrannten. Wenige Tage später nach Veröffentlichung seiner Hass-Propaganda traten Polizisten die Tür zur Wohnung seiner Eltern in einem Wohnsilos des Département Yvelines ein. Dem Jungen gelang die Flucht, nachdem die Polizisten ihre Fahrzeuge brennend vorfanden und ist seitdem untergetaucht.

Unbeirrt folgt Frankreichs Innenminister Sarkozy weiter seinen Weg, die Unruhen der vergangenen Tage zu beenden: „Festnahmen. Das ist der Schlüssel!“ Doch wohin mit den vielen Festgenommenen? Die Gefängnisse sind voll. Basteln er und Premierminister Dominique de Villepin insgeheim bereits an Konzentrationslagern nach deutschen und amerikanischen Vorbildern? Oder sollen die Festgenommenen, nach alter französischer Art, auf eine ferne Insel verbannt werden? Das Gesetz, das Frankreich die Verbannung unliebsamer Personen ermöglichte, wurde zwar abgeschafft, doch was sollte französische Politiker daran hindern es zu reaktivieren? Mit der Verbannung verbunden war auch die Zwangsarbeit.

Für ebenso Verwirrung stifteten nun Äußerungen der französischen Polizei. Nachdem erneut auf Polizisten geschossen wurde, bezeichnete ein Polizeisprecher dies „als ernste Gewalt“. Wahrscheinlich sind es die Feuer in seinen Augen nicht. Seitens einiger Jugendlicher, unten denen viele noch strafunmündig sind, tauchten inzwischen Äußerungen auf, nach denen Polizisten für etliche Brände verantwortlich sein sollen. Es soll Zeugen geben, die brandschatzende Polizisten gesehen haben wollen.

Der bislang zu allem schweigende Präsident Jacques Chirac drohte indes: „Jene, die Gewalt oder Angst säen wollen, werden gefasst, verurteilt und bestraft.“ Unklar blieb bislang, ob er damit auch Innenminister Nicolas Sarkozy miteinbezieht. Dieser wird von Sozialistenchef François Hollande für die Eskalation der Gewalt verantwortlich gemacht, da Sarkozy die Randalierer als „Schurken“ und „Gesindel“ bezeichnet hatte.

Doch alle Drohungen nützen der Grande Nation wenig. Der Krieg der Kinder hat wahrscheinlich gerade erst begonnen.

* Name von der Redaktion geändert

spionage

Geheimgefängnisse der CIA in Osteuropa?

Harald Haack – Die „Washington Post“ hatte Anfang der Woche berichtet, dass der US-Auslandsgeheimdienst CIA rund um die Welt geheime Gefängnisse zum „Verhör“ von Terrorverdächtigen unterhalte. Die Sprecherin Antonella Notari des Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) kündigte eine Untersuchung an. „Wir müssen die Verhältnisse überprüfen können, unter welchen Umständen Menschen gefangen gehalten werden“, sagte sie. Zwar steht dem IKRK nach den Genfer Konventionen ein Zugangsrecht zu Häftlingen zu, die als Kriegsgefangene eingesperrt sind, doch US-Präsident Bush und sein Kriegsminister Rumsfeld hatten sich mehrfach gegen eine Anerkennung von al-Qaida-Mitgliedern als Kriegsgefangene ausgesprochen.


In Russland ist es offenbar kein Geheimnis, dass der CIA in Kresty Gefangene foltert.

Der Sprecher der Europäischen Union, Frisco Roscam Abbing, erklärte, die EU habe keinerlei Informationen über den Bericht der „Washington Post“ und es sei für ihn deshalb nicht angemessen, den Artikel zu kommentieren.

Laut dem Österreichischen Innenministerium könnte Kresty, ein 100 Jahre alter Ziegelbau, das unter Zar Nikolaus II. in St. Petersburg von einem amerikanischen Architekt erbaute Gefängnis, zu diesen Geheimgefängnissen des CIA zählen. Das Österreichische Innenministerium bezeichnet die Anlage als „das berüchtigste Gefängnis von St. Petersburg“. Jeder Häftling habe theoretisch Anspruch auf vier Quadratmeter Zellenraum. Aber die drei mal zweieinhalb Meter kleinen Zellen seien überfüllt. Ursprünglich waren sie nur für einen Insassen gedacht; heute befänden sich bis zu zwölf Häftlinge darin, so das Innenministerium. Mindestens jeder zehnte Gefangene sei an Tuberkulose erkrankt. Wer Geld habe, könne sich eine Zelle für sich allein kaufen. Wer jedoch arm sei, würde mit anderen in ein Loch gepfercht. Da sich nur wenige Gefangenen eine eigene Zelle leisten könnten, habe sich der CIA u.a. in Kresty einkaufen können.

Suche nach US-Geheimgefängnissen Hauptverdacht fällt auf Rumänien und Polen.

vermischtes

Ranghoher US-Beamter: Büro von Vizepräsident Cheney deckte Folter

sda – Erneut schwere Vorwürfe gegen US-Vizepräsident Dick Cheney: Sein Büro ist nach Angaben eines ehemaligen ranghohen Beamten für Anordnungen verantwortlich, die US-Soldaten zur Folter von Gefangenen im Irak und in Afghanistan veranlasst haben.


Die Spur führt direkt zum Stab von Vizepräsident Cheney

Oberst Lawrence Wilkerson sagte am Donnerstag (Ortszeit) im öffentlich-rechtlichen Sender National Public Radio, er habe eine Reihe von Aktennotizen und Anordnungen zum fragwürdigen Umgang mit Gefangenen entdeckt.

Wilkerson belastete auch Cheneys neuen Stabschef David Addington. Ausserdem warf er dem Vizepräsidenten vor, den Nationalen Sicherheitsrat ausspionieren zu lassen.

Die Spur der Folteranordnungen führte nach Wilkersons Angaben über das Büro des Verteidigungsministers Donald Rumsfeld direkt zum Stab von Vizepräsident Cheney. Die vorgefundenen Anweisungen widersprächen einer Anordnung von US-Präsident George W. Bush aus dem Jahr 2002, wonach das US-Militär die Genfer Konventionen zu befolgen habe.

Wilkerson räumte ein, dass die Anordnungen „vorsichtig formuliert“ seien. Es gebe aber eine erkennbare Verbindung zu zahlreichen Misshandlungen von Gefangenen wie beispielsweise im irakischen Gefängnis Abu Ghraib, die nach der Genfer Konvention verboten seien. Militärs müssten wissen, „dass man solche Dinge einfach nicht tut“, sagte der frühere hohe Beamte im Aussenministerium.

Der Ex-Diplomat beschuldigte zudem David Addington, den damaligen Rechtsberater von Cheney, den Rückgriff auf Folter rechtlich gestützt zu haben. Cheney hatte Addington vor wenigen Tagen als Nachfolger des zurückgetretenen Lewis Libby in seinen Stab geholt. Libby steht wegen der Affäre um die Enttarnung einer CIA-Agentin vor Gericht.

Wilkerson sagte dem Sender weiter, Cheneys Mitarbeiter würden den Nationalen Sicherheitsrat ausspionieren und untergraben. Sie hätten etwa vor Bush ein Papier zurückgehalten, in dem der Rat die Notwendigkeit einer Truppenverstärkung im Irak bekräftigte. Wilkerson war Stabschef des ehemaligen Aussenministers Colin Powell.

In der vergangenen Woche hatte die US-Zeitung „Washington Post“ berichtet, dass sich der Vizepräsident kürzlich im Senat dafür ausgesprochen habe, den US-Geheimdienst CIA bei Auslandseinsätzen zur Bekämpfung des Terrorismus vom Folterverbot zu entbinden.

Weiterführende Artikel:
Bush läßt Kinder foltern – Wo sind die Bilder und Videos?
Keine Hinweise auf US-Foltertransporte via Genf-Cointrin?
Die „Government Documents on Torture“
Folterskandal auch in Afghanistan
US Army Report on Abuse of Iraqi Prisoners

Krieg

Britisches Gericht erkennt Golfkriegssyndrom an

LONDON – Erstmals hat ein britisches Gericht das sogenannte Golfkriegssyndrom als Krankheit anerkannt. Ein Kriegsveteran hat deshalb Anspruch auf eine Invalidenrente.

Nach Auffassung des Gerichts, das für Rentenstreitigkeiten zwischen Veteranen und dem Verteidigungsministerium zuständig ist, fasst der Begriff Golfkriegssyndrom medizinisch korrekt eine Reihe „unnormaler Symptome“ zusammen, an denen die Soldaten seit ihrer Rückkehr aus dem Irakkrieg von 1991 leiden.

Der Anwalt des Klägers Daniel Martin sprach am Dienstag von einer „historischen Entscheidung“: Vor allem für die zahlreichen unter dem Syndrom leidenden Veteranen dürfte das Urteil „enorme Konsequenzen“ haben.

Der Begriff Golfkriegsyndrom fasst eine Reihe von körperlichen und psychischen Krankheiten zusammen, die Soldaten seit der Rückkehr von der „Operation Wüstensturm“ haben. Seit 14 Jahren weigert sich das britische Verteidigungsministerium, das Syndrom anzuerkennen. Der Streit zwischen Martin und dem Ministerium zieht sich bereits seit fünf Jahren hin.

Der inzwischen 35-jährige Ex-Soldat leidet an heftigen Stimmungsschwankungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche sowie an Asthma und chronischen Gelenkschmerzen. Wie alle anderen Veteranen muss er regelmässig Medikamente gegen Vergiftungen durch Chemiewaffen oder schwach uranangereicherte Munition einnehmen.

An der „Operation Wüstensturm“ nach dem irakischen Einfall in Kuwait waren rund 53 000 britische Soldaten beteiligt. Von ihnen leiden nach Angaben von Interessenverbänden rund 500 an dem Syndrom und 6000 weitere an damit verbundenen Krankheiten.

kriminalitaet

Richter im Verfahren gegen Bush-Vertrauten DeLay abgesetzt

Im Verfahren gegen den Ex-Republikanerführer im US-Repräsentantenhaus, Tom DeLay, ist der zuständige Richter wegen möglicher Befangenheit abgesetzt worden. DeLay soll in eine Parteispendenaffäre verwickelt sein.

Wie die Justizbehörden am Dienstag (Ortszeit) mitteilten, gaben die Behörden damit einem Antrag von DeLays Anwälten statt. Diese hatten die Unparteilichkeit des Richters Robert Perkins in Frage gestellt.

Da Perkins der Demokratischen Partei Geld gespendet habe, könne er in einem Verfahren gegen einen führenden Vertreter der Republikaner nicht als unbefangen gelten. Die Anklage gegen DeLay lautet auf „Verschwörung“ zum Verstoss gegen das texanische Parteiengesetz. Im Falle einer Verurteilung muss er mit zwei Jahren Haft rechnen.

Die Affäre dreht sich um Gelder aus Unternehmerkreisen, die vor drei Jahren während des Wahlkampfs für den texanischen Kongress an republikanische Kandidaten geflossen waren. Spenden von Unternehmern an politische Kandidaten sind in Texas verboten.

DeLay legte wegen der Affäre sein Amt als Republikaner-Führer im Repräsentantenhaus nieder. Er betrachtet sich jedoch als Opfer einer politischen Intrige.

surveillance

Bush-Foto biometrisch nicht verwertbar

Harald Haack – In Deutschland gelten ab dem 1. November 2005 die neuen Bestimmungen für Reisepässe.


Ursprünglich sollten deutsche Reisepassinhaber auf dem Foto eine Staubmaske tragen. Doch von diesem Vorhaben ist Schily ohne Nennung von Gründen abgerückt.

Lebenslustige Deutsche, die den neuen und teuren Reisepass beantragen wollen, sollten sich zunächst an einen Bestatter wenden. Bei diesem können sie den für den Pass notwendigen starren Leichenblick einstudieren, denn: Wer wie George W. Bush grinst, der wird den neuen Reisepass nicht kriegen. Wem aber der Weg in die Leichenhallen zu beschwerlich ist, kann sich auch den „biometrischen Blick“ von einem Porträtfoto des ehemaligen Bundesinnenministers Schily abgucken. Dieser hatte, allen anderen seiner europäischen Kollegen voran, dafür gesorgt, dass Deutsche sich nun den Mängeln und Macken der Computertechnik zu unterwerfen haben. Anstatt noch an der Biometrie-Software feilen und diese an den Menschen anpassen zu lassen, boxte Schily die Anpassung der Deutschen an die tumbe Technik durch. Als Konsequenz hieraus ist nun zu erwarten, dass besonders deutsche Amerika-Reisende sich nicht nur in ihrer Mimik, sondern auch im Gang und in der Sprache den Biometrie Computern und halbgaren Softwares anzupassen haben.


Aus dem Mustertableau für Passbildknipser: Deutschlands Kreuzzug gegen individuelles Aussehen.

Wer schon jetzt für eine flüssige Grenzabfertigung trainieren möchte, findet in den Spielfilmen der STAR-WARS-Trilogie von George Lucas schöne Beispiele fürs steife Benehmen von Droiden und anderen Robotern.