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Irak-Krieg 2003: Eine Entschuldigung reicht nicht – Tony Blair versucht sich als Opfer von Geheimdienst-Irrtümern darzustellen

Dr. Alexander von Paleske — 25.10. 2015 —- Fareed Zakaria interviewte den ehemaligen britischen Premier Tony Blair, der das Land 2003 in den Irak-Krieg geführt hatte. Das Interview wurde heute von CNN ausgestrahlt.

Faule Entschuldigung
Darin entschuldigt sich der Ex-Premier dafür, dass Geheimdienstinformationen, die zum Angriff auf den Irak und den Sturz Saddam Husseins unter britischer Beteiligung geführt hatten, falsch gewesen seien.

Wörtlich sagte er:

I aplogise fort he fact that the intelligence we received was wrong. I also apologise by the way for some of the mistakes in our understanding of what would happen, once you removed the regime. But I find it hard do apologise for removing Saddam Hussein.

Tony Blair lügt – nicht zum ersten Mal. Ein Rückblick auf die damaligen Ereignisse zeigt das:


Tony Blair …..Lügen, nichts als Lügen

Der Fall Dr. Kelly
Dr. David Kelly war ein vom britischen Staat angestellter Mikrobiologe, hoch angesehen, dessen Rat von vielen staatlichen Dienststellen in Grossbritannien im Zusammenhang mit biologischer Kriegführung und biologischen Kriegswaffen gesucht wurde.

Dr. Kelly war nicht nur seinerzeit einer der Spezialisten, die in den 80er Jahren klären sollten,ob die damalige Sowjetunion gegen das Abkommen zur Vernichtung biologischer Kriegswaffen verstossen hatte, sondern er war auch einer der Waffeninspektoren nach dem ersten Golfkrieg (1990/1991).


Dr. David Kelly ……..in die Enge getrieben

Kelly deckte Saddam Husseins geheimes Programm zur biologischen Kriegsführung auf, dessen Einrichtungen anschliessend zerstört werden konnten.

Falsches Vertrauen in britische Politiker
Dr. Kelly war fest davon überzeugt, dass der Irak im Jahre 2003 nur angegriffen würde, wenn es handfeste Beweise für Massenvernichtungswaffen gäbe, und in diesem Sinne hatte er sich auch mehrfach gegenüber irakischen Gesprächspartnern geäussert. Ein unberechtigtes Vertrauen in die Politiker und ein gewaltiger Irrtum, wie sich herausstellen sollte.

Zweifel am Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen
Dr. Kelly bezweifelte, dass es im Irak im Jahre 2003 noch Massenvernichtungswaffen gab. Er hielt den Bericht über das angebliche Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak für hochgespielt („Sexed up“). Insbesondere dass sich in dem Bericht einige Formulierungen fanden, die übertrieben seien, so z.B. dass der Irak innerhalb von 48 Stunden Raketen mit derartigen Massenvernichtungswaffen hätte bestücken und losschiessen können.

Nicht nur das, Kelly ging auf eigene Faust nach Kriegsbeginn in den Irak und besichtigte eines der angeblichen mobilen Laboratorien Saddam Husseins zur Herstellung von biologischen Waffen, nur um festszustellen, dass davon keine Rede sein konnte. Es handelte sich um Gasflaschen mit Helium zum Aufpumpen von Ballons.

Dr. Kellys Weg in die Oeffentlichkeit
Kelly teilte alle seine Zweifel in einem vertraulichen Interview dem BBC-Journalisten Andrew Gilligan mit, der diese brisanten Informationen in einer Rundfunksendung öffentlich machte, allerdings ohne den Informanten zu nennen.

Tony Blair und seine Mannschaft suchten nun hektisch nach der undichten Stelle, durch die sie letztlich als Lügner entlarvt worden wären.
Es war aber Kelly selbst, der schliesslich seine Vorgesetzten über dieses vertrauliche Gespräch mit dem BBC Reporter informierte..

Dr. Kelly geriet unter Beschuss, die Regierung Blair veröffentlichte seinen Namen als Informant, und Kelly, in die Enge getrieben, nahm sich schliesslich am 17. Juli 2003 das Leben.

Andere vermuten, dass er umgebracht wurde. Diese Vermutung basierend auf einer Reihe von Widersprüchlichkeiten (geringer Blutverlust, keine tödliche Tabletteneinnahme etc).

Heute ist erwiesen, dass Blairs Berater Alistair Campbell damals das Parlament mehrfach, und auch die Hutton-Commission – aber nicht nur er allein – belogen hatte. Er hatte an einem Bericht über die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak herumgedoktert.

Mehr noch: Der britische Auslands-Geheimdienst Mi6, dessen Chef damals Sir Richard Dearlove war, hatte Tony Blair, gestützt auf Geheimdienstinformationen, mitgeteilt, der Irak besitze keine Massenvernichtungswaffen.


Sir Richard Dearlove …..hatte die Fakten, wurde ignoriert

Das Downing Street Memo
Zunächst war nur bekannt, dass Dearlove im Jahre 2002 Tony Blair in dem sogenannten „Downing Street Memo“, nach einem Zusammentreffen mit Geheimdienstleuten in den USA, gewarnt habe, die Fakten über Iraks angebliche Massenvernichtungswaffen würden von der Bush-Regierung zurechtgebogen, um einen Einmarsch in den Irak zu rechtfertigen.

Der Mi6 hatte aber ausserdem den hochrangigen Mitarbeiter, Michael Shipster wenige Wochen vor dem Beginn des Einmarsches nach Jordanien geschickt, um dort mit dem irakischen Geheimdienstchef Tahir Jalil Habbush zusammenzutreffen.

Habbush war gleichzeitig ein Agent der westlichen Geheimdienste und wurde nach dem Einmarsch in den Irak von den USA mit 5 Millionen US Dollar für seine Dienste belohnt..

Aus verlässlicher Quelle: Keine Massenvernichtungswaffen im Irak
Habbush machte Shipster klar, dass der Irak keine chemischen oder biologischen Massenvernichtungswaffen besitze.

Der Mi6 glaubte ihm und reichte die Informationen an die Regierung Blair weiter. Die USA erhielten ebenfalls die Informationen, waren aber an ihnen ganz offensichtlich nicht interessiert, sondern verlangten „Beweise“, die der irakische Geheimdienstchef nicht liefern konnte. Wie sollte er auch Beweise für etwas liefern, was nicht vorhanden war.

Die USA waren zum Irakkrieg entschlossen, komme an Erkenntnissen was da wolle. Und schliesslich ging es ja ums Öl, wie der ehemalige US-Notenbankchef Greenspan 2009 bemerkte, nicht um angebliche Massenvernichtungswaffen.

Um nachträglich sich eine erbärmliche Rechtfertigung zu verschaffen, verlangte der US- Geheimdienst von Habbush, auf Anweisung der Bush-Regierung , ein gefälschtes Schreiben zu unterzeichnen, zurückdatiert auf das Jahr 2001, wonach Mohamed Atta, einer der Attentäter des 11. September 2001 im Irak für seine Mission ausgebildet worden sei.

Dieses gefälschte Schreiben wurde dann an die Zeitung „Sunday Telegraph“ „geleaked“ und die Nachricht von weiteren Zeitungen seinerzeit weiterverbreitet. Eine Desinformationskampagne widerlichen Zuschnitts.

Chilcot Kommission auf Wahrheitssuche
Im Jahre 2009 nahm die Chilcot-Commission ihre Arbeit auf, die Umstände zu klären, die zum Irak-Krieg geführt hatten. Dutzende von Zeugen wurden vernommen.

Der Bericht der Kommission wird in den nächsten Wochen erwartet. Er wird vermutlich vernichtend für die damalige Blair Regierung ausfallen.

Britische Medien berichteten bereits, der Bericht würde noch weit mehr Personen belasten, als nur den innersten Zirkel von Blairs „Küchenkabinett“

Die bis dato aufgetretenen Zeugen, darunter hohe Militärs und Berater Tony Blairs haben einiges Licht in die Ereignisse bis zum Beginn des Irak-Kriegs geworfen, ,insbesondere:

– dass man sich völlig den USA unterworfen hatte, was die Planung und Durchführung des Angriffskriegs anging.

– dass man sich seitens der Blair Regierung keinerlei Gedanken über die Zeit nach dem Kriege machte, abgesehen davon, dass man ans Öl wollte.

– dass man glaubte oder Glauben machen wollte, die Iraker würden die Invasionstruppen mit offenen Armen begrüssen.

Flucht nach vorne

Nun tritt Tony Blair die Flucht nach vorne an: Er sieht sich als Opfer, nicht als Täter. Damit dürfte er jedoch kaum durchkommen.

Blair gehört vor ein Gericht wegen Planung und Durchführung eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges.

Damit ist jedoch nicht zu rechnen.

Kürzlich empfahl er vielmehr noch einen Angriff auf den Iran.

Ex-Premier Tony Blair, Medien-Tycoon Rupert Murdoch und der radikale Islam
Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg
Alkohol, Angriffskrieg und Abneigung: Tony Blair veröffentlicht seine Memoiren
Der lange Weg zur Wahrheit – oder: Wie Tony Blairs Irak-Krieg-Lügengebäude demontiert wird
ABRECHNUNG – Sir Richard Dearlove (MI6) gegen Tony Blair
Ehemaliger Geheimdienstchef Grossbritanniens, Richard Dearlove: Saudi Arabien steckt hinter den Sunni-Terroristen der ISIS

SATIRE

Israels Premier Benyamin Netanyahu: So machen wir Zukunft in Israel

Dr. Alexander von Paleske — 24.10. 2015 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Beyamin Netanyahu
Premier Israels
Regierungspalais
Jerusalem
Israel

Guten Morgen Deutschland,

als israelischer Premier möchte ich mich heute direkt an das Deutsche Volk wenden, um unsere fortschrittliche Politik im Nahen Osten ein wenig näher zu erläutern:

Natürlich auch um unseren Freunden in den Medien, wie z.B. Josef Joffe von der einflussreichen Wochenzeitung DIE ZEIT, ein wenig Argumentationshilfe zu geben.


Benyamin Netanyahu ……Argumentationshilfe für unsere Freunde

.
Zur Klarstellung.
Zunächst einmal zur Klarstellung: In Sachen Palästinenserstaat reden wir grundsätzlich mit gespaltener Zunge: Hier in Israel ist das überhaupt kein Thema, jedenfalls so, wie es das westliche Ausland versteht, also Westbank mit Hauptstadt Ost-Jerusalem.

Den westlichen Ländern gaukeln wir prinzipielle Gesprächsbereitschaft vor. Gleichzeitig schaffen wir Fakten, fressen wir uns mit unseren Siedlungen weiter, weiter und weiter in das Palästinenserland hinein.

Von der 1967 besetzten Westbank ist nur noch ein palästinensischer Flickenteppich mit 50% des ursprünglichen Landes übrig geblieben, sehr erfreulich.

Jüdisches Eigentum
Es handelt sich weder in der Westbank, noch in Ost-Jerusalem, um palästinensisches Gebiet, sondern um jüdisches Siedlungsland, das vor zweitausend Jahren von unseren Vorfahren verlassen, aber niemals aufgegeben wurde.

Damit sind die Eigentumsverhältnisse klar: Die Palästinenser halten sich illegal auf unserem Staatsgebiet auf, und das werden wir Zug um Zug rückgängig machen.

Zwar widerspricht das dem Völkerrecht, aber wir beziehen unsere Rechtspositionen direkt aus der Bibel. Das Völkerrecht interessiert uns in diesem Zusammenhang überhaupt nicht.

Nie mit Friedlichkeit gerechnet
Dass unsere Landrücknahme friedlich ablaufen kann, damit haben wir nie gerechnet. Vielmehr war zu erwarten, dass ein paar Palästinenser Amok laufen würden, so wie jetzt mit ihren Messerattacken, weil sie für sich keine Zukunft mehr sehen. Dabei bieten wir in Israel Arbeitsplätze im Niedrigstlohnsektor für diese Volksgruppe an.

Mit eiserner Faust und Kollateralschäden
Wir werden mit eiserner Faust dagegen vorgehen, und fassen auch eine allgemeine Volksbewaffnung ins Auge.

Da kann es sicherlich ein paar Kollateralschäden geben, wie zuletzt in der abgelaufenen Woche, wo versehentlich ein orthodoxer Jude für einen Palästinenser gehalten und erschossen, und ein jüdischer Mitbürger, aus Eritrea stammend, von aufrechten und wachsamen Israelis versehentlich gelyncht wurde.

Parallel dazu gehen die Sprengungen von Palästinenserhäusern in Ost-Jerusalem, und die aussergerichtlichen Erschiessungen von Feinden Israels in der Westbank, unvermindert weiter.
Auch ein paar steinewerfende Demonstranten werden erschossen.

Das Grossmufti-Märchen
Um die Palästinenser als Täter, und nicht als Opfer unserer Politik darzustellen, habe ich das Grossmufti-Märchen erfunden: Den Grossmufti von Jerusalem beschuldige ich jetzt, für den Holocaust verantwortlich gewesen zu sein.


Grossmufti Mohammed Amin al-Husseini von Jerusalem ……..Judenvernichtung vorgeschlagen

Das Märchen besagt, der habe Adolf Hitler 1941 bei seinem Besuch in Berchtesgaden erst auf die Idee der Judenvernichtung gebracht.

Ein- für allemal
Um es ein- für allemal klarzustellen: Israelis und Araber können nicht zusammenleben, das verbietet schon unsere Herrenrasse-Mentalität, die unser Glaubensbruder Daniel Cohn-Bendit bereits vor 40 Jahren in Israel feststellte..

Die Herrenrasse-Mentalität hat sich vielmehr Zug um Zug verfestigt, wie unsere Mitbürgerin Yael Ronen im ZEIT-Magazin vom 8.10. 2015 zu Unrecht beklagte.

Diese Dame Yael Ronen verstieg sich noch dazu zu folgenden Bemerkungen:

„Israel wird immer undemokratischer, immer rassistischer, immer schamloser und immer rechtsextremer“.


Yael Ronen

Darauf antworte ich nur: Na und? Schliesslich müssen wir die Palästinenser loswerden. Zuerst vollständig aus Jerusalem, und dann in der Westbank in ein paar Ghettos zwängen, die wir von hohen Mauern umgeben werden.

Als Ausweichroute bieten wir den Weg über den Balkan nach Deutschland an. Deutschland schafft das, wie deren Kanzlerin Merkel betonte.

Mittlerweile hat sich auch die illusionsreiche israelische „Peace Now“ Bewegung weitgehend in Luft aufgelöst. Sehr erfreulich.

Keine Alternativen
Die Alternativen sähen so aus:

– Ein Palästinenserstaat, also die Zwei Staaten-Lösung – das kommt überhaupt nicht in Frage, wie ich bereits ausgeführt habe.

– Die Integration aller Palästinenser in einen jüdischen Staat. Das ginge nur, wenn wir denen kein Wahlrecht geben würden, ansonsten würden wir Juden keinen eigenen Staat mehr haben. Also die Einführung einer Art Diktatur. Das widerspricht unserem Demokratieverständnis.

So bleibt nur die von uns eingeschlagene Marschroute. Damit wird sich auch der Westen abzufinden haben, auch wenn wir noch ein wenig von der surrealen Zwei-Staaten-Lösung denen gegenüber reden.

Schalom

Beyamin (Bibi) Netanyahu
Israelischer Premier

Israels Premier Benyamin Netanyahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe: Der Kampf gegen das Atom-Abkommen mit dem Iran muss und wird weitergehen
Kampf gegen die Vereinbarung mit dem Iran: Israel will alleiniger Besitzer von Nuklearwaffen in der Region bleiben

Zur Kaperung der Arctic Sea
Der Mossad-Piratenakt auf der Arctic Sea, und ein kriminell-politisches Nachspiel
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung

Zu Stuxnet
Stuxnet und die Folgen: Legalisierung von Virusattacken und Cyberwars, Fortsetzung der Landwegnahme in Ost-Jerusalem und der Westbank
Das Stuxnet-Virus und der Siedlungsbau im Westjordanland

Israels Waffenlieferungen in den Iran einschliesslich Massenvernichtungswaffen
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
Der Fall Barschel, der Mossad und die Waffenlieferungen in den Iran

Keine Freilassung des Waffenhändlers Nahum Manbar zu erwarten
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran
linkIsrael has a long history of supplying Iran with weapons

Nuklearzusammenarbeit Israels mit Apartheid Südafrika
linkIsrael und sein Export von Massenvernichtungswaffen
linkIsraels radioaktive Partnerschaft mit Apartheid-Südafrika – Mehr Details

Zur Lillehammer-Affäre
Eine Visitenkarte und die Mossad-Affäre von Lillehammer

SATIRE

Von Charlotte Roche und ihrem neuen Büchlein

Dr. Alexander von Paleske —- 19.10. 2015 —
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Charlotte Roche
Verfasserin literarischer Jahrhundertwerke
Köln

Guten Morgen Deutschland,

Ich bin`s wieder, die Lotte Charlotte (Roche).

Nachdem meine beiden Bücher

„Feuchte Liebe, aus dem Reich der literarischen Sumpfblüten“

und

„Stossgebiete“

es in den Literaturhimmel geschafft, Riesenauflagen erzielt, und mich zu einer hoch aussichtsreichen Kandidatin für den nächsten Literatur-Nobelpreis gemacht haben, habe ich jetzt mit der goldenen Literaturkelle nachgelangt, und werfe ein weiteres hochaktuelles und literarisch sehr anspruchsvolles Werk, rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest auf den Büchermarkt mit dem Titel:

„Mädchen für alles“

Und mit alles meine ich wirklich alles, auch das Bett, was ja schon in meinen vorangegangenen Romanen eine ganz zentrale Rolle gespielt hat.

Schnell erzählt
Die Roman-Geschichte ist schnell erzählt:
Eine vom Leben gelangweilte – und von sich selbst abgestossene – Mittelschichtsmutter ist mit ihrer Rolle als Ehefrau unzufrieden, und hat ausserdem noch bedenklich negative Gefühle gegenüber ihrem 1 ½ jährigen Kind entwickelt.

Mit der deswegen vom Ehemann engagierten Babysitterin beginnt sie – mangels anderer Alternativen – prompt eine Affäre. Wie aufregend.

Kann nicht gutgehen
Das kann nicht gutgehen, und geht auch nicht gut, endet nach einem leidenschaftlichen Hotel-Wochenende in einem Gewaltexzess auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel, Mallorca.

Der Gewaltexzess hat auch noch – um die Sache etwas zu verkomplizieren – einen pseudoödipalen Hintergrund.

Eigentlich eine spannende Geschichte, aber die Schreiberlinge der Medien haben sich wieder einmal über meine literarischen Einfälle hergemacht, und versucht, mein anspruchsvolles gleichzeitig tief hintergründiges Werk zu verreissen, obwohl es eigentlich auf jeden Gabentisch zu Weihnachten gehört. Insbesondere von Mittel- und Oberschichtsmüttern natürlich, von denen sich viele voll oder teilweise in meiner Romanfigur wiedererkennen werden.


Ich, Charlotte Roche

Ein Schreiberling namens Balzer
So schreibt ein gewisser Jens Balzer in der Frankfurter Rundschau in der vergangenen Woche:

„Mädchen für alles“ ist sehr schlecht geschrieben und spannungsarm, sowie in überaus ermüdender Weise mit Wiederholungen und Redundanzen gebläht, und daher insgesamt quälend langweilig zu lesen.. Obwohl es nur locker gesetzte 240 Seiten umfasst, habe ich ein ganzes Wochenende dafür gebraucht.“

Lächerlich diese Kritik, die zudem auch noch aus der Feder eines Mannes stammt.

Ich bin davon überzeugt, dass eine Frau, vielleicht sogar seine eigene Frau / Lebensgefährtin, dieses Buch verschlungen hätte, und möglicherweise sofort danach mit einem Liebhaber nach Mallorca für ein Wochenende verschwunden wäre.

Natürlich kann nicht jedes meiner Werke von so durchdringender Sozialkritik sein, so viel Entschämungsoffensive bieten, wie meine Erstlinge.

Aber da konnte ich ja auch aus meinem eigenen variantenreichen (Sex-) Leben vieles einflechten, in Freud´scher Terminologie zwischen oraler und analer Phase hin- und herpendelnd.

Mein neues Werk widmet sich mehr der genitalen Phase, mit partiellen Regressionen in die analsadistische Phase, verbunden noch mit ausgelebten pseudoödipalen Beseitigungsphantasien.

Alles in allem: Prädikat „besonders wertvoll“, also Zum Kauf sehr zu empfehlen.

Eure

Lotte Charlotte

Charlotte Roche: Ohne Geld habe ich Angst, Geld ist richtig sexy

Grossartig: „Feuchtgebiete“, der Film des Jahres, Oscar-verdächtig, ab Ende August in den Kinos

Hamburger Bordellbesitzer gratuliert Charlotte Roche zur Verfilmung des Buchs „Stossgebiete“
Stefan Raab schreibt an Charlotte Roche: Sauber gemacht
Grimme-Preise für Dschungel-Quark und Schamlos-Charlotte
Charlotte Roche schreibt an NRW-MdL Piratin Birgit Rydlewski: Wunderbar, Du mutige Entschämerin

SATIRE

Kaiser Franz B. : Für diesen Betrag kann man keine WM-Austragung kaufen – jede Ware hat ihren Preis

Dr. Alexander von Paleske —– 18.10. 2015 ——–
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Franzl Beckenbauer
Strasse der unbestechlichen Gentlemen-Fussballer 1
München

Guten Morgen Deutschland,

der um seine Auflage kämpfende SPIEGEL glaubt einen Riesen-Scoop gelandet zu haben:
Die Sommermärchen-Fussball-WM 2006 soll für 7 Millionen Euro nach Deutschland geholt worden sein.

Lächerlich
Das ist lächerlich. Hier scheint der SPIEGEL die FIFA offenbar mit einem Lebensmittel-Discounter verwechselt zu haben.

Ein Milliardenunternehmen wie die Ausrichtung einer WM zum Schnäppchenpreis? Das hätte auch Südafrika fertiggebracht.

Und dann angeblich noch über einen finanziellen Windjammer wie diesen Louis Dreyfus, der das Geld noch nicht einmal bar besass, sondern es sich pumpen musste?

Nein, für ein solches Unternehmen kann man nicht kleckern, sondern muss man höchstgradig klotzen.

Solche Drittligisten-Hintertreppenposse kann sich nur jemand ausdenken, der nicht weiss, wie im Bezahlfussball der Hase läuft.


Ich, Franzl B. ……schaun wir mal

Bereits Ex-FIFA-Vize Jack Warner im Juni
Bereits im Juni 2015 hatte der ehemalige hochkorrupte FIFA-Vizepräsident Jack Warner hier geschrieben:

Eigentlich stand die Austragung der Fussball-WM Jahre 2006 Südafrika und nicht Deutschland zu:

– Afrika war noch nie Austragungsort gewesen, und Fussball ist Afrikas Sport Nr. 1

– der Weltstaatsmann und ehemalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, hatte sich persönlich eingesetzt

– Südafrika unter Nelson Mandela hatte es geschafft, den friedlichen Wandel von einem Apartheid-Terrorstaat zu einer Demokratie zu vollziehen

– Südafrika war und ist die stärkste Wirtschaftsmacht Afrikas, die daher diese WM stemmen konnte

Deutschland Sieger durch Abwesenheit einer Stimme
Es herrschte im Beschlusskomitee Stimmengleichheit zwischen den Befürwortern Deutschlands und denen Südafrikas, da hätte Sepp Blatter dann per Stichentscheid den Austragungsort festlegen müssen – und der hätte für Mandela und Südafrika gestimmt.

Gute Vorarbeit

Dass es überhaupt zu einem derartigen Patt kommen konnte, lag daran, dass Deutschland schon gute Vorarbeit für seine Bewerbung geleistet hatte (und zwar nicht mit den lächerlichen 7 Millionen aus der SPEGEL-Posse, denn Jack Warner hatte allein 10 Millionen Dollar von Südafrika bekommen, damit die WM 2010 dorthin ging).

Die Vorarbeit für die WM in Richtung Deutschland sah im einzelnen so aus:

– Panzerfäuste für Saudi-Arabien – gegen den Geist des Kriegswaffenkontrollgesetzes

– Eine ungewöhnliche Serie von drei Testländerspielen in fünf Tagen kurz vor Weihnachten 2004 zugesagt: in Japan, Südkorea und Thailand. Kritiker sahen zu Recht in ihnen weiterhin eine Gefälligkeit für den WM-Zuschlag.

– PR-Reisen des Deutschen WM 2006-Organisationskomitees in aller Herren Länder. Zu diesem Organisationskomitee gehörten neben mir noch Wolfgang Niersbach und andere Schlebs des Sports.

– schliesslich dann offenbar die Spende für den Komitee- Umfaller Charles Dempsey aus Neuseeland: Der hatte klare Anweisung der von ihm vertretenen Verbände für Südafrika zu stimmen. Dieser Verpflichtung entzog er sich elegant, indem idem er einfach vor der entscheidenden Abstimmung verschwand – so ging die Abstimmung zugunsten Deutschlands aus. Nur der allein wäre für die lächerlichen 7 Millionen über die Ladentheke gegangen, nicht aber die WM.

Ein Sommermärchen wurde wahr
Ein deutsches Sommermärchen konnte wahr werden, mit einem Märchen über die Abstimmung, dank diesem mittlerweile verstorbenen Charles Dempsey – Gott hab ihn seelig..

Sepp Blatter: Das war Bestechung
FIFA-Korruptions-Komitee-Präsident Sepp Blatter, nachdem er von Deutschland, sechs Jahre nach der Sommermärchen-WM, provoziert worden war, erklärte 2012 in einem Interview mit der Schweizer Zeitung Blick:

Sepp Blatter:
Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand (Dempsey) den Raum verliess. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv.

Blick
Sie vermuten, die WM 2006 in Deutschland sei gekauft gewesen?

Blatter
Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest.

Streiten alles ab
Natürlich haben die Verantwortlichen in Deutschland schon im Juni abgestritten, hier sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Der damalige Innenminister Otto Schily, Herausgeber des Law and Order-scharfen „Otto-Katalogs“, behauptete gar, es habe keinerlei Unregelmässigkeiten bei der Vergabe gegeben. So weit würde ich natürlich nicht gehen.

Südafrika 2010 am Zug
Auch die WM 2010 sollte eigentlich ohne Probleme dann nach Südafrika gehen, sollte man meinen.
Aber zunächst sah das keineswegs gut aus für Südafrika, denn Marokko trat als scharfer Konkurrent auf den Plan, und Leute wie Bayern München-Boss Uli Hoeness – anders als ich – hatten für Südafrika nur Verachtung übrig. Da konnte Jack Warner in Aktion treten

Schaun wir mal
So, bald werden sich diese lächerlichen Discount-Vorwürfe in Nichts auflösen, und wir Deutsche stehen wieder einmal mit blütenweisser Weste da.

Servus

Euer Kaiser Franz

Jack Austin Warner, Ex-FIFA-Vizepräsident: Deutschland, jetzt rede ich – auch über die märchenhafte Sommerkorruption 2006

SATIRE

Bundeskanzlerin Angela Merkel redet jetzt Klartext in der Flüchtlingsfrage

Dr. Alexander von Paleske —- 8.10. 2015 —– Folgende Mail landete heiute in meiner Mailbox:

Angela Merkel
Bundeskanzlerin
Im Regierungsviertel 1
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

gestern war ich bei Anne Will, dieser Talkerin, um ein wenig mich in Sachen Flüchtlings-Politik zu verbreitern.

Allerdings konnte ich dort nicht so richtig die Katze aus dem Sack lassen.Etwas verschwommen sagte ich:

Deutschland ist schon ein Land, in das viele Flüchtlinge wollen. Und Deutschland ist auch ein Land, das die Flüchtlinge freundlich empfängt. Und da muss ich ihnen ganz ehrlich sagen, darauf bin ich stolz.“

Um Beantwortung gedrückt
Natürlich habe ich mich um die Beantwortung der Frage gedrückt: wieviele Flüchtlinge es pro Jahr denn sein dürfen, sein sollten.

Das bestimmt sich jedoch einzig und allein aus den Vorgaben der Industrie. Die haben mir vorgerechnet, es müssen pro Jahr rund 1,5 Millionen für die nächsten 10 Jahre sein.

Das haben wir noch large nicht erreicht.

Guten Griff getan
Mit den Syrern haben wir einen extrem guten Griff getan: jung und kräftig, viele sind gut ausgebildet, nicht wenige haben nicht nur eine höhere Schule besucht, sondern sogar ein Studium abgeschlossen.

Die meisten von ihnen wollen sofort arbeiten, anders als viele Albaner und andere Balkanvölker, die nur wegen der Sozialhilfe hierher kommen, und die wir deswegen alsbald in deren Heimat zurück verfrachten werden.

Flüchtlingslager bereits durchkämmt
Die Personalabteilungen von Daimler und anderen Industriefirmen durchkämmen bereits die Aufnahmelager nach potientiellen Arbeitskräften. Boss Dieter Zetsche hat schon ein diesbezügliches Merkblatt ausgehändigt.

Wie bescheiden diese Syrer sind, das zeigte sich bereits im Libanon, wo 1 Million syrische Flüchtlinge leben. Der monatliche Arbeitslohn ist dort von 500 Dollar auf 200 Dollar gefallen, dank der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Sehr gut.

VW-Werber verdrückt
Die Herrschaften von der Volkswagen AG sind allerdings schnell wieder davongelaufen. Dort ist nach dem Abgas-Skandal nicht mehr mit Neueinstellungen zu rechnen, vielmehr mit Massenentlassungen..

Natürlich gehen die Auswirkungen dieses Auspuff-Abgas-Betrugs-Skandals, der nach Berechnungen der Credit Suisse die VW AG rund 80 Milliarden Euro kosten wird, wesentlich tiefer,

Die Deutschland AG, die bisher für deutsche Wertarbeit, Gründlichkeit und absolute Ehrlichkeit stand, hat nicht nur ein paar Schrammen abbekommen, nein, das Denkmal schwankt wie bei einem Erdbeben.

Aber ich denke, dass VW aus dem Schlamassel allein herausfindet, ohne Staatsknete, unterstützt von einer zünftigen Werbekampagne. Etwa in der Art, wie Winterkorn und andere Schlingel verrusst aus dem Auspuff eines Tiguan herauskrabbeln. So ähnlich wie Max und Moritz, diese Tunichtgute, aus der Schrotmaschine im Märchen von Wilhelm Busch..Ich war ein Fan von diesen Geschichten.

Motto der Werbung: So entsorgen wir unehrliche Manager

Notfalls müssen eben ein paar Kronjuwelen wie Bugatti, Porsche, SEAT und Skoda verscherbelt werden, um die geschätzten 8o Milliarden Euro für all die Strafzahlungen, Schadenersatzprozesse und Nachrüstungen herein zu bekommen.

VW wird dann eben wieder VW wie zu Käfer-Zeiten, ohne Bugatti, und all den anderen „Firlefanz“.

Auch Deutsche Bank kein Aushängeschild
Natürlich hat auch der Riesenverlust bei der Deutschen Bank, hervorgerufen durch allerlei Missmanagement, Betrügereien etc, nicht gerade zum Erleuchten der Deutschland AG beigetragen.

Notfalls muss eben die Deutsche Bank eine Sparkasse werden, oder sie wird sogar von der Postbank geschluckt.

Deutschland, das ist alles für mich ohnehin nicht mehr so wichtig, denn ich habe es satt, dauernd zur Zielscheibe von Seehofer und Konsorten zu werden.

Mein nächstes Ziel ist vielmehr der Friedensnobelpreis, und anschliessend die Wahl zur Generalsekretärin der Vereinten Nationen (UN).

Dann kann mir die ganze Berliner Politik gestohlen bleiben, und die Deutschland AG den Buckel runterrutschen.

Gute Nacht Deutschland

Angela Merkel
Bundeskanzlerin auf Abruf

Medizin

Ein hochverdienter Medizin-Nobelpreis für eine chinesische Forscherin

Dr. Alexander von Paleske —— 5.10. 2015 —–
Der diesjährige Nobelpreis für Medizin geht zur Hälfte an die chinesische Pharmazie-Forscherin Tu Youyou.

Wer ist diese Frau, werden sich viele gefragt haben, dabei kann diese Preisträgerin nicht nur bahnbrechende Forschungsergebnisse in der Behandlung der Malaria für sich reklamieren, sondern damit auch noch Millionen Menschen das Leben gerettet zu haben.

Wir haben anlässlich der Verleihung des Lasker Preises an sie vor vier Jahren bereits einen Artikel verfasst, worin wir ihren Lebenslauf und ihre Forschungsergebnisse darstellten. Wir schrieben:

Es ist ein Name, der bisher (noch) nicht sehr bekannt ist, obgleich die chinesische Wissenschaftlerin ein Medikament gegen die Malaria erforscht und entwickelt hat, das Millionen Menschen das Leben gerettet hat, und noch retten wird. Erforscht und entwickelt unter den schwierigen Bedingungen der chinesischen Kulturrevolution.


Tu Youyou

Und es ist ein hochwirksames Medikament gegen Malaria, das aus der einst größeren Liste übrig geblieben ist, nachdem Plasmodium falciparum, der Erreger der gefährlichsten Form der Malaria, der Tropica, vollständig oder teilweise resistent gegen die bis dato wirksamen Medikamente Chloroquin, Mefloquin, Sulfadoxine / Pyrimethamin, und sogar Chinin geworden ist.

Schnelle Resistenzentwicklung
Die Resistenzentwicklung gegen die herkömmlichen Medikamente hat sich innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums vollzogen, ich habe sie hier in Simbabwe selbst miterlebt.

Als ich 1987 hierher kam, gab es im südlichen Teil des Landes, insbesondere im Matabeleland, nach Jahren der Trockenzeit wieder Regen, und mit ihm kamen die Mücken als Überträger der Malaria.

Die während der Dürre verloren gegangene Teilimmunität führte zu einer Malariaepidemie mit schwersten Krankheitsverläufen, und erstmalig traten Resistenzen gegen Chloroquin auf, bis dato das Standardmedikament.

Also blieb für schwere Krankheitsverläufe nur Chinin.

Heute ist Chinin bereits nicht mehr das Mittel der Wahl, weil es auch gegen dieses Medikament mittlerweile Resistenzen gibt. An die Stelle sind die Artemisinine getreten, konnten sie treten, dank der Forschungsarbeit der heute 85-jahrigen chinesischen Wissenschaftlerin Tu Youyou.

Eine Wissenschaftlerin namens Tu Youyou
Tu schloss 1955 ihr Pharmaziestudium an der Medical University, School of Pharmacy, in Beijing ab, und begann ihre Untersuchungen über traditionelle chinesische Medizin an der China Academy of Chinese Medical Services.

Das chinesische Gesundheitsministerium machte sie zur Leiterin des Forschungsprojekts 523 (gestartet am 23.5. 1967) das ein Mittel gegen die Chloroquin-resistente Malaria finden sollte.
Insgesamt 2000 chinesische traditionelle pflanzliche Medikamente wurden untersucht. Nach vier Jahren waren 380 Extrakte von 200 pflanzlichen Stoffen hergestellt. Nun konnten die Tierversuche an Mäusen beginnen.

Quinghao
Das Extrakt aus Qinghao (Artemisia annua), stellte sich als wirksam heraus.
Nach Überwindung einiger Schwierigkeiten, unter anderem mit Hilfe der Anweisungen aus einem pharmazeutischen Handbuch, verfasst von einem Arzt Ge Hong im 3. Jahrhundert, war die Wirksamkeit reproduzierbar.

Es waren dann Tu Youyou und ihre Mitarbeiter, die das neue Medikament an sich selbst ausprobierten.

1979 wurden die Ergebnisse erstmals auch in Englisch publiziert .Mittlerweile liegen die auf der Entdeckung basierenden partialsynthetischen Derivate wie Artemether, Artesunat und Artemotil in oraler bzw. parenteraler Form vor.
Diese Medikamente sind mittlerweile zur Standardbehandlung der Malaria avanciert.

Tu Youyou gehört zu einer Generation von Forschern, für die – anders als heute – nicht das Publizieren von Arbeiten sondern die Nöte ihrer Patienten die Motivation für ihre Arbeit waren, und an erster Stelle standen.

Im September 2011 wurde sie in den USA bereits mit dem sehr angesehenen Lasker-Preis geehrt

Nun kam der Nobelpreis dazu.

Glückwunsch!

Im Profil: Chinesische Pharmazie-Forscherin Tu Youyou
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit

Medikamente ohne Wirkstoffe – ein hochlukratives Geschäft mit tödlichen Folgen
Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ein teurer, bisher zahnloser Tiger im Kampf gegen gefälschte Medikamente

Krieg

Atombomben und Kriegsverbrechen – Muss die Bundeswehr mitmachen?

Dr. Alexander von Paleske —— 4.10.2015 —Es sind schockierende Bilder des ausgebombten Krankenhauses in der fünftgrössten Stadt Afghanistans, Kundus.


…….nach dem US-Bombenangriff

Eine Stunde lang
Eine Stunde lang dauerte der Angriff aus der Luft auf das Krankenhaus, das einzig funktionierende in der Stadt, betrieben von der hochangesehenen Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF).

12 ihrer Mitarbeiter wurden getötet, ausserdem 7 Patienten.

30 Minuten nach dem Beginn des Angriffs kontaktierte die Organisation MSF Washington und Kabul, um eine sofortige Einstellung der Angriffe zu erreichen.

Vergebens: Die US Helikopter zerstörten systematisch das gesamte Krankenhaus, von dem nur noch eine ausgebrannte Ruine übrig blieb.

Kollateralschaden mit Toten
Die USA sprachen in ersten Stellungnahmen von einem “Kollateralschaden”, obgleich es sich um einen gezielten Angriff handelte.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) erklärte:

We demand total transparency from coalition forces, we cannot accept, that horrific loss of life will simply be dismissed as “Collateral damage”

Der MSF Director of Operations, Bart Janssens, erklärte gestern:

“Wir sind geschockt über diese Katastrophe”

Empörte Stellungnahmen
Die empörten Stellungnahmen internationaler Oraganisationen liessen angesichts dieses barbarischen Aktes nicht lange auf sich warten:

– UN Human Rights Chief:

May amount to war crime”

– Amnesty international:

“ A dark day for Humanitarianism”

– Human Rights Watch:

“A shocking development”

Nicht weniger schockierend
Nicht weniger schockierend, dass Spezial-Einsatzkräfte der Bundeswehr ebenfalls in Kundus bei der Rückeroberung mit dabei sind.
Und es ist kaum zu verstehen, dass Rufe jetzt laut werden, das Mandat der verbliebenen Bundeswehrsoldaten in Afghanistan zu verlängern.

Die Frage, die sich jetzt stellt: ob es wieder eine Mehrheit im Bundestag für eine Verlängerung des Mandats geben wird, insbesondere auch, ob Sozialdemokraten und Grüne, wie bisher, den blutigen und sinnlosen Einsatz der Bundeswehr dort abnicken werden.

Habe Atomwaffen, suche Feind
Als wäre das alle nicht genug fehlgeleitete Politik, so soll jetzt auch die Modernisierung der Atomwaffen in Deutschland vorangetrieben werden:
.
– In Rheinland Pfalz sollen 20 neue amerikanische Atombomben vom Typ B61-12 stationiert werden mit einer Gesamtsprengkraft von 80 Hiroshima Bomben.

– Gelagert werden sollen sie auf dem Flugplatz Buechel. BK Merkel hat ihr Placet bereits gegeben.

– Im Kriegsfall darf auch die Bundeswehr im Rahmen der sogenannten „nuklearen Teilnahme”” Atomwaffen abwerfen.

Keine grünen Proteste zu erwarten
Viele Grüne werden wohl auch dies akzeptieren und vergessen machen, dass sie selbst einst Teil der Friedensbewegung waren, die in den 80er Jahren gegen die Rüstungsspirale und die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland demonstrierte.

Massendemonstrationen gegen Atomwaffen – damals
Am 22. Oktober 1983 – vor fast genau 32 Jahren – fanden grosse Demonstrationen gegen Atomwaffen und die Nachrüstung statt: In Hamburg, West-Berlin und anderen Großstädten beteiligten sich etwa 1,3 Millionen Menschen.

Allein zwischen Stuttgart und Neu-Ulm bildeten rund 200.000 Demonstranten eine Menschenkette.

Die Hauptkundgebung fand in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn auf der Hofgartenwiese statt. Dort beteiligten sich rund eine halbe Million Demonstranten.


Hofgarten, Bonn, 22.10. 1983

Weg mit dem Teufelszeug
Friedensnobelpreisträger, SPD-Vorsitzender und Ex-Bundeskanzler Willy Brandt war einer der Hauptredner:

“Über 70% der Menschen in der Bundesrepublik, und das ist gut so, sind dagegen, dass Deutschland, und jetzt sage ich Deutschland, und nicht nur Bundesrepublik, dass Deutschland immer mehr vollgepackt wird mit atomarem Teufelszeug“.


Willy Brandt am 22.10.1983 …….weg mit dem Teufelszeug

Das hat an Aktualität nichts eingebüsst, auch wenn viele der damaligen Demo-Teilnehmer, die heute in Parlament und Regierung sitzen, sich bestenfalls nostalgisch daran erinnern, aber nicht die Prinzipien verwirklichen, die nach wie vor hochaktuell sind, und gegen die Stationierung der Atomwaffen demonstrieren..

Der Fall von Kundus (Afghanistan) und die Torheiten Berliner Politiker
Kunduz, Afghanistan – nicht nur Taliban-Kämpfer, sondern jetzt auch IS
Afghanistan: der Krieg ist zu Ende – der Krieg geht weiter
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Afghanistan: Rückt das Ende des Schreckens näher?
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Afghanistan: Milliarden für den Krieg, Peanuts zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung
Verteidigung westlicher Kulturwerte am Hindukusch oder: So fröhlich ist das Söldnerleben in Afghanistan
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Unsere kanadischen Folterfreunde in Afghanistan

Kommentare
navy (Gast) – 4. Okt, 18:59

MPRI, Blackwater Söldner

Blackwater kaufte ja auch die MPRI auf, als die übelste Söldner Trupp eim Balkan, welche Anschläge, Drogen und Frauen Schmuggel betrieben………..

Gelöscht
Ich habe den Kommentar gelöscht, weil ich beim besten Willen keinen Bezug zu dem Artikel feststellen konnte.
Dr. v. Paleske

Krieg

Der Fall von Kundus (Afghanistan) und die Torheiten Berliner Politiker

Dr. Alexander von Paleske —- 29.9. 2015 — Die Taliban haben die afghanische Provinzhauptstadt Kundus überrannt. Für mit der Situation Vertraute keine Überraschung.

Schon bevor die Bundeswehr vor zwei Jahren abrückte, trauten sich die deutschen Soldaten kaum noch ins Umland, das bereits fest in der Hand der Taliban war, die auch regelmässig Granaten auf das Bundeswehr-Lager abfeuerten, ohne allerdings grösseren Schaden anzurichten.

Nun also ist die Stadt ebenfalls in den Händen der Taliban. Eine Schmach für die Regierung in Kabul, die nun verspricht, die Stadt zurückzuerobern.
Auch einige Bundeswehrsoldaten sind auf dem Flugplatz Kundus eingetroffen, der noch in den Händen der Regierungstruppen ist.

Vietnam lässt grüssen
Erinnerungen an Vietnam in den 70er Jahren werden wach, auch damals wurde das Ende der US-Marionettenregierung mit dem Fall der Provinzhauptstädte eingeläutet.

Nur politische Narren, zu denen auch eine ganze Reihe von Mitgliedern der Fraktion der Grünen gehört, können etwas anderes erwartet haben.

Ein Blick zurück: Statt Frieden – Krieg
Im Oktober 2003 kamen die ersten Bundeswehr-Soldaten in Kundus an. Die Bewohner empfingen sie keineswegs unfreundlich, viele hofften auf dauernden Frieden und grosszügige Entwicklungshilfe.

Sie sollten sich irren: Sie bekamen stattdessen Krieg, und wenig änderte sich an ihrer sozialen Lage, sehr zur Freude er Taliban, die immer mehr Unterstützung bekamen . In den Aufbau und die Unterhaltung das Militärlagers Kundus wurden jedoch 250 Millionen Euro gesteckt.

Von der Schutztruppe zur Kampftruppe
Kundus, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, galt als friedlich, damals im Oktober 2003. Die Bundesregierung hatte Kundus ausgesucht, auch weil es weitab lag von der Grenze zu Pakistan. Die Bundeswehr sollte ja nur als Schutztruppe, aber nicht als Kampftruppe eingesetzt werden.

Gründlich geändert
Das sollte sich im Laufe der folgenden vier Jahre aber gründlich ändern: Die Taliban sickerten dort ein, errichteten Parallelstrukturen bauten Sprengfallen, und verwickelten von 2007 an die Bundeswehr in Gefechte. Auch das Feldlager in Kunduz wurde in der Folgezeit häufig beschossen.

25 Bundeswehrsoldaten wurden bei Gefechten mit den Taliban im Raum Kundus getötet, oder kamen bei Selbstmord- bzw. Bombenanschlägen ums Leben.

Im Jahre 2009 dann der Luftangriff auf zwei von den Taliban entführte Tanklastwagen, der über Hundert Menschen, darunter auch Kinder, das Leben kostete.

Die Gefechte mit den Taliban rückten näher an Kundus heran, und
Selbstmordattentäter sickerten in die Stadt ein. Allerdings waren die Taliban damals viel zu schwach, um die Stadt einzunehmen. Jedoch: Immer deutlicher schälte sich heraus, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist.

Vorwärts, wir müssen zurück
Im Jahre 2010 fiel die Entscheidung zum Rückzug aus Afghanistan. Der Krieg sollte innerhalb von vier Jahren „afghanisiert“ werden, wie weiland der Krieg in Vietnam 1973 vietnamisiert wurde – für zwei Jahre.
Im Oktober 2013 schliesslich, 10 Jahre nach dessen Errichtung, räumte die Bundeswehr das Lager Kundus, und übergab es an afghanische Truppen.

Schreckensbilanz
Die Bilanz des deutschen Einsatzes in Afghanistan ist niederschmetternd:

– Dutzende Bundeswehr-Soldaten starben Hunderte wurden körperlich und / oder psychisch schwer traumatisiert.

– die Zivilbevölkerung geriet zwischen die Fronten,

– die Unterstützung der Zivilbevölkerung für die ISAF Truppe, sofern sie je bestand, schwand dahin

– der Mohnanbau der ja auch durch den Militäreinsatz gestoppt werden sollte, floriert besser denn je.

Trotzdem haben die Berliner Parlamentarier in grosser Mehrheit – einschliesslich der Grünen – diesen tödlichen Unfug immer wieder abgesegnet.

Im Jahre 2005 waren es immerhin schon 11 Provinzen, die wieder einen de facto Taliban-Gouverneur hatten, im Jahre 2009 aber bereits 33 der 34 Provinzen (Peter L. Bergen: „The longest war“ 2011.)


Taliban in Afghanistan – Screenshot: Dr. v. Paleske

Sollte man erwarten
Nun sollte man erwarten, dass die restlichen 700 Bundeswehrsoldaten so rasch wie möglich abgezogen werden, denn die Machtübernahme durch die Taliban ist ohnehin nicht mehr aufzuhalten.

Eine neue Flüchtlingswelle aus Afghanistan hat sich ebenfalls bereits auf den Weg nach Europa gemacht, viele werden noch folgen.

Der Bürgerkrieg wird nach einer Machtübernahme durch die Taliban weitergehen – dann mit den noch radikaleren Islamistenfraktionen, denn mittlerweile ist auch der IS in Afghanistan aktiv, mit Grausamkeiten wie im Irak und Syrien.

Berliner Tor(heiten)
In dieser Lage melden sich nun Berliner Politiker aus SPD und CDU zu Wort:

Die Eroberung von Kundus durch Taliban hat eine Debatte um den geplanten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ausgelöst. SPD-Politiker forderten eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes. Verteidigungsministerin von der Leyen plädierte dafür, das NATO-Engagement zu überdenken.
Angesichts der Eroberung der nordafghanischen Stadt Kundus durch Kämpfer der radikalislamischen Taliban zeigt sich die SPD offen für Änderungen an den Rückzugsplänen der internationalen Truppen in dem Land. Über den Vorschlag, die Bundeswehr bis Ende 2016 im Norden Afghanistans stationiert zu lassen, müsse „sehr ernsthaft“ diskutiert werden, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag,
Auch sein SPD-Kollege, Rainer Arnold, forderte eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes. Die rund 700 deutschen Soldaten im Norden Afghanistans sollten ein weiteres Jahr bis Ende 2016 in voller Stärke dort bleiben, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. „Angesichts der Situation in Afghanistan wäre es falsch, die Afghanen völlig alleine zu lassen
.“

heisst es heute in den Medien

Geht’s noch?
Geht‘s noch, möchte man angesichts dieser politischen Dummheiten, angesichts dieses blutigen Abenteurertums fragen:

– Haben sie nichts gelernt aus dem Vietnamkrieg?

– Haben sie nichts gelernt aus dem bisherigen Verlauf des Afghanistankrieges?

– Haben sie nichts gelernt aus dem militärischen Debakel der sowjetischen Armee in Afghanistan (1979-1989)?

Offenbar nicht

Kunduz, Afghanistan – nicht nur Taliban-Kämpfer, sondern jetzt auch IS
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linkAfghanistan: das vorerst letzte Kriegs-Kapitel hat begonnen
Nach der Afghanistankonferenz – Dr. Werner Kilian im Interview
Schrecken ohne Ende? – Ein Interview mit Botschafter a.D. Dr. Werner Kilian
My Lai in Afghanistan und Besuch der Angela Merkel
Bundeswehr in Afghanistan: Der Abzug sollte rasch kommen
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9/11 – 10 Jahre danach
Rückzug aus Afghanistan – oder: nach uns die Sintflut. Fällt nun Berlin?
Afghanistan: Frühjahrsoffensive der Taliban, die Bundeswehr schießt auf Demonstranten
K(l)eine Dosis Geschichte oder: Joseph (Joschka) Fischers Märchenstunde
Meuterei auf der Gorch Fock – bald auch in Afghanistan?
Abzug aus Afghanistan und Rückkehr aus Afghanistan

Tod in Afghanistan – Undank in der Heimat
Aus der Hölle in Krankheit und Obdachlosigkeit – US-Soldaten nach der Rückkehr von der Front
Afghanistan: Rückt das Ende des Schreckens näher?
Vietnam damals, Afghanistan heute: Kriegsverbrechen und Irreführung
Afghanistan – wann kommt der Waffenstillstand?
Blackwater–Söldner in Afghanistan oder: Mit der Bundeswehr Seit an Seit
Der Krieg in Afghanistan und eine führende liberale deutsche Wochenzeitung
Afghanistan: Milliarden für den Krieg, Peanuts zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung
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Keine Strafverfolgung deutscher Soldaten in Afghanistan?
Unsere kanadischen Folterfreunde in Afghanistan

Medizin

Das Gesicht des Brustkrebses – ein perönlicher Erfahrungsbericht

Dr. Alexander von Paleske —- 27.9.2015 —- Faces of Breast Cancer – Gesichter des Brustkrebses – eine Initiative der New York Times, die eine Website eröffnet hat, auf der Menschen, die an Brustkrebs erkrankt sind, ihre Geschichte, ihre Erfahrungen mit ihrer Erkrankung, ihre Leiden mitteilen können, und von anderen hören, die ebenfalls daran erkrankt sind, welche Erfahrungen sie gemacht haben: Nach der Diagnosestellung, vor der Therapie, mittendrin, und danach.

Aber auch wie ihr soziales Umfeld (Partner, Familie, Arbeitskollegen) auf ihre Erkrankung reagiert haben.

Der Monat Oktober
Oktober ist der Monat, in dem an Brustkrebs erinnert wird, Aufklärungsaktionen stattfinden, mit denen Frauen ermuntert werden sollen, zu Vorsorge-Untersuchungen zu gehen, und sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sie einen Knoten in einer Brust tasten.


Brustkrebs Schleife

Und, das sollte hier auch nicht vergessen werden: Auch Männer können – weit, weit seltener allerdings – an Brustkrebs erkranken.
Von 10 Frauen erkrankt eine im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.

Das „Gesicht des Brustkrebses“ der New York Times macht so aus einer Diagnose Menschenschicksale.


Der Onkologe

Die Aufgabe des Krebsarztes ist nicht nur die niederschmetternde Diagnose zu vermitteln, sondern die Patienten durch die Therapie zu führen, und um zu helfen, auch die nicht unerheblichen Nebenwirkungen der Therapie zu ertragen.

Trotz der Vielzahl ähnlicher Schicksale gibt es wohl für jeden Onkologen immer wieder Patienten, deren Schicksal in besonderer Weise berührt.

Ein Schicksal wie nicht viele andere
So war es für mich in meiner Sprechstunde im Mpilo-Krankenhaus in er vergangenen Woche:
Eine 45-jährige Frau von den Chirurgen überwiesen mit der Bitte um Hilfe zur Diagnosestellung, kommt zu einer Feinnadelpunktion.

Die Patientin hat einen grossen Knoten in der linken Brust festgestellt. Eine kurze Untersuchung er linken Brust ergibt einen Tumor mit einem Durchmesser von 8 Zentimetern. Erstmals hatte die Patientin einen Knoten vor einem Jahr entdeckt, war aber nicht zum Arzt gegangen. Keine Seltenheit unter Brustkrebspatienten.

Dafür gibt es eine Reihe von Gründen:
– Angst vor der Diagnose, mit der dann oftmals folgenden Brustamputation.

– Angst vor en weiteren Folgen der Brustamputation wie Partnerverlust.

– Angst vor den Therapiekosten – mehr als 80% der Bevölkerung hier sind arbeitslos.

So sind 80% der Patientinnen und Patienten bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, brusterhaltende Operationen scheiden damit aus.

Verschärft wir das alles noch durch die Gerüchtemühle in den Townships:

„Wer mit Brustkrebs zur Operation ins zum Krankenhaus geht, der stirbt anschliessend.“

Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, denn auch wegen dieses Gerüchts kommen Patientinnen sehr spät zur Operation.

Lediglich junge Patientinnen in er Altersgruppe 15-25 kommen rechtzeitig zur Diagnose, aber bei ihnen handelt es sich in fast allen Fällen um einen gutartigen Tumor.

Die Feinnadelpunktion, die in diesem Fall die Verdachtsdiagnose bestätigen hilft, erspart eine Biopsie. Intraoperative Schnellschnitte gibt es hier nicht..

Ehemann einbeziehen
Nach Durchführung der Punktion bitte ich meine Patientin am übernächsten Tag zurückzukommen, um das Ergebnis zu erfahren, über das es bereits nach dem Palpationsbefund kaum Zweifel gibt: fortgeschrittener Brustkrebs mit Lymphknotenmetastase in der linken Achsel.
Gleichzeitig bitte ich Sie, ihren Ehemann mitzubringen: Oftmals sind es die Ehemänner, die einer Brustoperation ablehnend gegenüberstehen. Und nicht wenige, die nach einer Operation die Ehefrau bzw. Partnerin sitzenlassen, und in die Arme einer anderen Frau flüchten.

Den Ehemännern / Partnern erkläre ich in diesen Gesprächen nicht nur die Diagnose, sondern auch, welche weiteren Folgen das hat, und wie sehr seine Frau gerade auch emotional auf ihn angewiesen ist.

Manchmal hilft dieses Gespräch.

„Mein Mann kann nicht kommen“, erklärt mir die Patientin, „er hat vor einiger Zeit einen Schlaganfall erlitten“.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs stellt sich dann auch noch heraus, dass ihr jüngstes Kind behindert ist. Sie also voll sich um die Familie kümmern muss, die Familie voll auf sie angewiesen ist.

Die Brustamputation ist angesichts des fortgeschrittenen Stadiums der Erkrankung notwendig. Ebenso die nachfolgende Chemotherapie und Bestrahlung.

Die Chemotherapie, die von den Patienten selbst bezahlt werden muss, dürfte für sie unerschwinglich sein.

Das andere Gesicht des Brustkrebses hier in Afrika.

Irene – Wiedersehen mit einer Krebspatientin. Ein persönlicher Bericht
Ein Tag wie jeder andere – In einem Krankenhaus in Simbabwe
Diagnose: Krebs
Dumela Ngaka – 8 Jahre als Krebsarzt in Botswana – Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana

SATIRE

Minister Gabriel weint, die VW-Aktionäre weinen, Angela Merkel weint (noch) nicht

Dr. Alexander von Paleske — 22.9. 2015 — Vizekanzler Gabriel besucht ein Flüchtlingslager in Jordanien und weint dort.

Warum nicht schon viel eher? – Nein, nicht das Weinen, sondern der Besuch.

Die Antwort: Damals machte sich noch nicht eine Flüchtlingslawine auf den Weg nach Europa, wozu also dorthin.

Jetzt, wo Hunderttausende nach Deutschland unterwegs sind, bzw. sich dazu entschlossen haben, gilt es, an den Lawinen-Ursprungsorte zu reisen. Die frohe Botschaft lautet keineswegs mehr: „Wir schaffen das“, bzw. „Kommet alle zu uns“, sondern jetzt wird von mehr Geldern für diese Flüchtlingslager, für die Weltflüchtlingshilfe UNHCR, für die Welthungerhilfe, und für Jordanien gefaselt. Reichlich spät.


Flüchtlinge und Migranten ……… eine Lawine ohne Ende

Entschluss längst gefasst
Die Mehrheit der Flüchtlinge hat aber wohl längst den Entschluss gefasst, nach Europa weiterzuziehen und nicht in Jordanien auf den Tag X zu warten, bis IS und al-Nusra vertrieben sind. Zumal die meisten Städte, aus denen die Flüchtlinge kommen, in Schutt und Asche gelegt wurden, also die Zukunft dort längst Vergangenheit ist.

Noch weint sie nicht

Noch weint Angela Merkel nicht, aber das könnte sich alsbald ändern, denn der Flüchtlings- und Migrantenstrom reisst nicht ab.

Nun ist auch noch die Reputation von VW, einer Weltfirma, und einer der grössten Arbeitgeber in Deutschland, erst einmal perdu.

Um den Absatz von Diesel-PKW’s zu steigern hat sich die Firma offenbar etwas einfallen lassen: wann immer Diesel-Fahrzeuge zum Abgastest mussten, schaltete die Software auf „umweltfreundlich“ um.

Unter normalen Umständen pusteten die Motoren das 40-fache der erlaubten Schadstoffe in die Umwelt. Das wussten aber weder die Autobesitzer, noch die Abgas-Tester, nur VW wusste es.

Im Volksmund nennt sich so etwas Betrug, Und das offenbar gleich noch millionenfach.


VW ……………millionenfacher Abgasbetrug

Nicht nur Gebrauchtwagenhändler
Bisher galten nur die Gebrauchtwagenhändler als unseriös, als potentielle Betrüger, entsprechend schlecht ihr Ansehen in der Bevölkerung: gleich nach den Politikern.

Nun stellt sich heraus: auch Hersteller können Betrüger sein. Das ist neu bei „Made in Germany“. Ein über Jahrzehnte aufgebautes Vertrauen in die Marke VW kann sich rasch in Luft auflösen: nicht durch entschuldbare Fabrikationsfehler, sondern durch bewusste Irreführung.

Schwere Zeiten
Für VW brechen als Folge nun schwerste Zeiten an: nicht nur die zu erwartenden Strafen im Multi-Milliardenbereich, sondern auch der zu erwartende Absatz-Rückgang durch den Vertrauensverlust.

Der Schaden geht aber noch weit über das VW-Werk hinaus: er wird wohl auch andere deutsche Firmen in Mitleidenschaft ziehen. „Made in Germany“ ist angekratzt.

Der zu erwartende Absatzrückgang bei VW trifft vor allem Mitarbeiter von VW, die jetzt um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen – und die Kleinaktionäre, deren Rücklagen sich massiv reduziert haben.
Weit weniger trifft es Spitzenmanager, die jetzt ihren Hut nehmen müssen, gerne noch einmal an der Ladenkasse vorbeischauen, und die ausserdem von ihren Spitzengehältern sicherlich reichlich zurücklegen konnten.

Es ist zum Heulen.

Flüchtlingslawine und westliche Chaospolitiker
1 Million syrische Flüchtlinge in Jordanien bald auf dem Weg nach Deutschland?
Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt
Ein Kampf um Damaskus, eine Flüchtlings- und Migrantenlawine auf dem Weg nach Europa, und ein Totalversagen der westlichen Politiker
Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag