medien

Goodbye Bafana

Sonja Wenger – Des einen Freiheitskämpfer ist des anderen Terrorist. Dieser Spruch gilt heute genauso wie 1964, als das südafrikanische Apartheid-Regime Nelson Mandela als einen der Anführer des African National Congress zu lebenslanger Haft verurteilte und im Gefängnis von Robben Island wegsperrte. Nur die Angst der Regierung, Mandela durch ein Todesurteil zum Märtyrer zu machen, bewahrte ihn damals vor dem Strick und am liebsten hätte das Regime den Schlüssel weggeworfen. Erst 1990 wurde Mandela medienwirksam freigelassen und wurde 1994 zum ersten schwarzen, demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas.


Hätten am liebsten den Schlüssel weggeworfen

Während über zwanzig Jahre seiner Haft wurde Mandela von dem Gefängniswärter James Gregory bewacht. Als dieser 1968 nach Robben Island versetzt wird, überträgt man ihm den Gefangenen und die Zensur dessen Korrespondenz, da Gregory fließend Xhosa, Mandelas Muttersprache, spricht und ihn so ausspionieren soll. Doch der Kontakt mit dem charismatischen Mandela verändert das Weltbild des bis anhin Regime treuen Gregory, der aus einfachen Verhältnissen stammt und nur seine Familie vor den Schwarzen schützen will, die er allesamt für
gefährliche Terroristen hält.

Basierend auf den Memoiren von Gregory hat Regisseur Bille August mit «Goodbye Bafana» ein eindringliches Zeitbild der Apartheid geschaffen. Während der Rassentrennung in Südafrika von 1948 bis 1990 hatte die schwarze Mehrheit des Landes kein Recht zu wählen, sich zu bilden, weder Haus- oder Landbesitz zu haben noch sich frei zu bewegen. Obwohl die Geschichte vornehmlich aus der Perspektive der Weißen erzählt wird, ist der Respekt für die Errungenschaften und den Einfluss von Mandela in jeder Szene spürbar. Mit beklemmender Realität wird gezeigt, wie die weiße Minderheit des Landes die Schwarzen unterdrückte und mit wie viel Rassismus die Gefangenen konfrontiert waren.


Beklemmende Realität: Rassismus & Haft

Durch die beeindruckende Leistung der drei Hauptdarsteller Joseph Fiennes als Gregory, Dennis Haysbert als Mandela und Diane Kruger als Gregorys Frau Gloria ist «Goodbye Bafana» aber auch ein intimes Porträt der Beziehung zwischen den beiden Männern und jener des Ehepaares Gregory. «Bafana» bedeutet Freund auf Xhosa und mit Ausnahme einer Rückblende in Gregorys Kindheit erzählt Regisseur August die Geschichte chronologisch und dicht gepackt mit historischen Begebenheiten.
Elegant werden sie in das Heute des Films eingeflochten und bewahren dadurch jene Beiläufigkeit, die sich erst im Rückblick in etwas Spezielles verwandelt.

Durch seine wachsende Sympathie mit Mandela und dessen Kampf für Gleichberechtigung wird Gregory zunehmend von seiner Umgebung angefeindet. Hin- und her gerissen zwischen seinen erschütterten Wertvorstellungen und dem Bedürfnis, für seine Familie zu sorgen, willigt er trotz wachsender Zweifel an der moralischen Überlegenheit seiner Arbeit immer wieder ein, seine Rolle weiterzuspielen.

Dass er dadurch Teil der politischen Geschichte seines Landes wird, ist ihm schon früh bewusst und wesentlich für seine Motivation. Immer mehr wandelt sich Gregory von einem hasserfüllten Rassisten in einen Anhänger Mandelas.

So fasst ein Zitat aus Nelson Mandelas Buch «Der lange Weg zur Freiheit» eindrücklich die Botschaft von «Goodbye Bafana» zusammen: «Niemand wird geboren und hasst andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion. Hass muss man lernen, und wenn man Menschen das Hassen beibringen kann, dann kann man sie auch lehren zu lieben, denn Liebe kommt einfacher in die Herzen der Menschen als sein Gegenteil».

Dieser Artikel erschien erstmalig im einzigen Berner Kulturmagazin… natürlich ensuite

afrika

Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad

Dr. Alexander von Paleske – Die Nachrichten dieser Tage aus Südafrika deuten darauf hin, dass Thabo Mbeki in seinem Kampf um eine weitere Amtsperiode sich mit jedem anlegen will.

Mbeki gegen COSATU
Der Vorsitzende des Dachverbandes der südafrikanischen Gewerkschaften, COSATU, Zwelinzima Vavi, wurde wegen des bevorstehenden Streiks im öffentlichen Dienst attackiert. Er wurde von Mbeki beschuldigt, eine Kampagne gegen den ANC, die Regierungspartei zu starten, mit dem Ziel, den ANC zu zerstören; den Vorsitzenden Vavi bezeichnete er als Lügner.

Der ließ mit seiner Antwort nicht lange warten, und bezeichnete die Attacken Mbekis als jeglicher Grundlage entbehrend. Er warf Mbeki vor, der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten Jahren sei an den unteren Lohnempfängern glatt vorbeigegangen. Zeitgleich tauchte ein angeblich geheimes Papier auf, in welchem Angola und Libyen Teil einer Verschwörung genannt wurden, die den gefeuerten ehemaligen Vizepräsidenten Jacob Zuma angeblich an die Macht bringen wollen.

Und in engem zeitlichen Zusammenhang fand eine Hausdurchsuchung bei einem engen Freund Zumas, Elias Khumalo, statt.

Was steckt hinter diesen Attacken? Zum einen hat, wie ‚Journalismus – Nachrichten von Heute‘ bereits kürzlich berichtete, Mbeki seine Intrigenmaschine angeworfen. Allerdings ist die Behauptung einer ausländischen Verschwörung so plump, dass sie nicht einmal in Regierungskreisen ernst genommen wird.

Zum anderen lässt die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften erkennen, dass Mbeki sich unter Druck gesetzt fühlt und sein Heil in der Auseinandersetzung sucht, die er natürlich nicht gewinnen kann. Es offenbart sich hier erneut die ganze Schwäche Mbekis in Sachen Krisenbewältigung.

Opposition in Zimbabwe soll kapitulieren
Das zeigt sich auch gerade erneut in der Behandlung des Zimbabwe- Problems. Mbeki erhielt, von der Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas den Auftrag, vermittelnd tätig zu werden.

Anstatt die Konfliktparteien zu Vorgesprächen ohne Vorbedingungen einzuladen, abgesehen von einer sofortigen Einstellung jeglicher Gewalt in der politischen Auseinandersetzung, hat er Mugabe und seiner Partei keinerlei Bedingungen gestellt, aber von der Opposition drei Vorbedingungen gefordert:, die Anerkennung Mugabes als Staaspräsidenten, die Akzeptierung des Ausgangs der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2002 und die sofortige Einstellung aller Gewaltaktionen. Das stellt nun in der Tat die Verhältnisse auf den Kopf und den Versuch dar, die Opposition vor Beginn der Verhandlungen zur Kapitulation zu zwingen.

Mugabe schlägt weiter zu.
Gestern ließ er die Zentrale der Opposition in Harare von der Polizei stürmen und 200 Mitglieder der Opposition verhaften. In den letzten sechs Wochen wurden insgesamt mehr als 800 Mitglieder der Opposition verhaftet. An die Verhaftungen schließen sich regelhaft körperliche Misshandlungen durch die Polizei an. Mugabe will, wie er hat durchblicken lassen, die Opposition zerschlagen, bevor es dann im Marz nächsten Jahres zu Neuwahlen kommt.

Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

umwelt

Schweizer Giftmülldeponie: 577 Millionen Steuergelder an Industrie verschenkt

Karl Weiss – Was es wirklich heißt, wenn man im Monopolkapitalismus lebt, in dem die Großkonzerne das Sagen haben, bekamen die Einwohner der kleinen Gemeinde Kölliken im Schweizer Kanton Aargau zu spüren. Eine Giftmülldeponie, auf der die Großkonzerne der Chemie und andere zu Spottpreisen ihren Giftmüll loswerden konnten, liegt unmittelbar am bewohnten Gemeindegebiet. Sie war über undichtem Gestein direkt neben einem großen Grundwasservorrat errichtet worden. Obwohl sie schon Jahrzehnte im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stank, wurde immer nur abgewiegelt. Jetzt muss die Grube für 445 Millionen Franken auf Kosten der Steuerzahler ausgegraben werden – nachdem bereits 140 Millionen zur Sicherung ausgegeben werden mussten.


Zum zweiten mal zu Lasten des Steuerzahlers
Sämliche Fotos: Walter Hess 1995 – www.textatelier.com

Alles begann 1976, als ein Tonwerk seine ausgebeutete Tonmine am Ortsrand von Kölliken versilbern wollte. Manchmal waren Tonminen schon über dichtem Gestein gewesen, also kam man auf die Idee, das Gelände zur Verwendung als „Sonder“-mülldeponie zu verkaufen. Das ließ sich die Chemieindustrie in Basel und Umgebung nicht zweimal sagen.

Einer ist der Bluthund
Schnell hatte man eine Einigung mit den Kantonen Zürich und Aargau sowie der Stadt Zürich getroffen: Gemeinsam wurde eine Betreiberfirma gegründet und das Gelände gekauft. Großchemie findet natürlich auch immer Unverantwortliche, die Gefälligkeitsgutachten erstellen. In diesem Fall war es der Hydrogeologe Paul Nänny, immer nach dem Motto: „Einer muss ja der Bluthund sein.“

Natürlich hätte zuerst eine genaue Untersuchung des Gesteins unter der Grube erfolgen müssen, um sicher sein zu können, dass es absolut dicht war. Das wurde aber nicht getan. „Es musste alles möglichst billig sein.“ erinnert sich einer der Geologen, der an der Planung beteiligt war.

Klar, die Großchemie hat Profite zu produzieren und nicht Sicherheit für die Bevölkerung.

Die Grube, in einer Hanglage direkt neben einer großen, grundwasserführenden Schicht gelegen, war absolut unmöglich als Giftmülldeponie, verharmlosend „Sondermülldeponie“ genannt. Selbst oberflächliche Untersuchungen hätten sofort ergeben, dass dies ein denkbar ungeeigneter Ort für so etwas war (wenn es denn dafür geeignete Orte geben mag). Der Untergrund war nämlich undicht. Aber die Lage, fast genau im Zentrum von allen großen Chemiestandorten im Norden der Schweiz, war ideal. Die Transportkosten würden minimal sein. Schließlich hat die Großchemie Profite zu … (siehe oben).

Chemikalienverseuchter Abfall abgestellt
Hier ergeben sich übrigens auffallende Parallelen zu der Lagerung hochstrahlenden Abfalls von Atomkraftwerken, die man auch in angeblich dichte Untergründe verbringen will, die aber, wenn man sich nicht auf Gefälligkeitsgutachten bezieht, eben nicht wirklich dicht sind.

Bereits im August 1977, noch bevor ein Entwässerungssystem angelegt und die Deponie in Kölliken eingeweiht worden war, lagerte man 10 000 Kubikmeter chemikalienverseuchten Aushubs hier ab.


Undicht & giftig, aber das Geld hats gerichtet

Selbst wenn sie dicht gewesen wäre, hätte man sie natürlich noch abdichten müssen, aber auch das wurde nicht gemacht. So bekamen die Bürger von Kölliken denn auch schon wenige Jahre nach der Einweihung die weniger freundliche Seite der Chemiekonzerne unmittelbar zu spüren: Aus dem Abwassersystem der Stadt begann es unerträglich zu stinken – nicht etwa nach dem, was man bei Abwasser erwarten würde, sondern mit undefinierbaren, ekligen Gerüchen.

Die Deponiebetreiber, die beiden Kantone, Zürich und die Schweizer Großchemie, hatten nämlich noch ein übriges getan, um den Bürgern ihre Geringschätzung zu beweisen: Sie leiteten das aufgefangene Abwasser der Deponie (nur ein geringer Teil des ganzen versickernden Abwassers) in das Abwassersystem und anschließend in die Kläranlage der Gemeinde (die Kosten des Betreibers dafür waren die gleichen wie für ein Einfamilienhaus!). Außerdem wurde zum Chef der Anlage, die unter der Aufsicht des Aargauer Gewässerschutzamts stand, der Departmentvorsteher eben dieser Behörde ernannt! Damit war klar, er konnte ja nicht als Aufsicht das bemängeln, was er als Chef tat. Guter Trick, nicht? Muss man sich merken.

Billiger geht’s nimmer – in der Schweiz schon

Überhaupt die Kosten: 35 Franken pro Kubikmeter kostete (im Schnitt) das Einlagern auf der Deponie. So billig kann man fast überall in Europa heute nicht einmal mehr Schutt ablagern. Wenn Sie also, verehrter Leser, in jenen Jahren über hohe Gewinne der Schweizer Großchemie gelesen haben, hier erfahren Sie einen Grund dafür. Es wurden während der Nutzungszeit mehrere Millionen Kubikmeter hochgiftigen Mülls hier eingelagert. Man geht von mindestens 320 000 Tonnen chemischer Gemische hauptsächlich unbekannten Charakters aus, wahrscheinlich in höchsten Masse giftig und auch giftige Schwaden abgebend.

Schließlich hat die Großchemie Profite zu … (siehe oben).

Interessant ist eine Rechnung, wie viel Schweizer Franken von den ehrlich verdienten Einnahmen der Schweizer, die brav Steuern zahlen, an die Konzerne geflossen sind bzw. noch fließen, damit diese sich billig und ohne haftbar gemacht zu werden, ihres chemischen Drecks entledigen können. Die Betreibergesellschaft der Deponie hat in der ganzen Zeit 8 Millionen Franken eingenommen. Die bisher schon getätigten Sanierungsmaßnahmen kamen auf 140 Millionen Franken. Das jetzt nötige völlige Ausheben des gesamten Giftschlammes bis in eine bisher noch nicht eindeutig festgestellte Tiefe und seine korrekte Entsorgung wird voraussichtlich 445 Millionen Franken kosten, das ergibt im Saldo Kosten von 577 Millionen Franken.

Und nun raten Sie einmal, wie viel davon die Konzerne zu zahlen haben werden, die hier so wohlfeil ihre chemischen Sünden ablagern konnten? Richtig! Keinen einzigen Rappen! Alles wird vom Steuerzahler beglichen. Der hats ja schließlich!

Schließlich hat die Großchemie Profite zu … (siehe oben).

Neben den Chemieabfällen der Großkonzerne wurden hier auch – damit man auch sicher gehen konnte, es würde schiefgehen – zyanidhaltige Stäube, Farbreste, giftige Schlacken und alte Quecksilberbatterien eingelagert. Um all dem noch die Krone aufzusetzen, ‚dumpte’ man hier auch die Rückstände (Schlacken) der umliegenden Müllverbrennungsanlagen (nun weiß der geneigte Leser auch, was die Stadt und der Kanton Zürich in dem Konsortium zu suchen hatten).

Wenn ihnen also demnächst wieder jemand erzählen will, die Schlacken einer geplanten oder in Bau befindlichen Müllverbrennungsanlage würden „sicher gelagert“, hier haben Sie ein Beispiel, was gemeint ist.

Geld schmiert alten Dreck
Insgesamt wurde in Kölliken von 1977 bis 1985 eingelagert. Bereits 8 Jahre nach dem ersten „Dump“ begannen sich nämlich die Chemikalien in der Deponie zu mischen, was zu Temperaturerhöhungen und schließlich zu spontanen Bränden auf der Deponie führte. Die Rauchgase, die ins Dorf zogen, waren stinkend und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Einer der Bewohner sprach von einem „unvorstellbaren Gestank“. Es ist typisch bei ungeordneten Chemie-Deponien, dass das Vermischen von Chemikalien zu Temperaturerhöhungen führt, die im Extremfall zu spontanen Bränden führen können.

Bereits Jahre vorher hatte die Bevölkerung wegen der intensiven Gerüche reklamiert, die damals bereits in die Häuser eindrangen, ebenso über den Staub, der von der Deponie ins Dorf wehte und auf der Haut brannte. Aber der Gemeinderat von Kölliken wollte lieber nichts gegen den Kanton unternehmen, denn er ist von den Geldüberweisungen von dort abhängig.

Hier wird gleich noch ein anderes Kapitel deutlich, das nicht nur bei Giftmülldeponien greift. In den föderativen Systemen der Schweiz, der Bundesrepublik und Österreichs (und nicht nur hier) hat man die Nachteile alle nach unten geschoben, in die Gemeinden, wo die Bürger wohnen, während die Vorteile (fast unbegrenzte Geldmittel aufgrund der eingehenden Steuern) fast ausschließlich oben anfallen, im Zentrum, wo die Politikerkaste herrscht, aber keine Bürger wohnen.

Keine Gemeinde in den deutschsprachigen Ländern kann es sich ernsthaft leisten, sich mit der Landesregierung (in der Schweiz: der Kantonsregierung) anzulegen, bei Strafe der Austrocknung der Geldmittel. Genauso muss auch jedes Bundesland (jeder Kanton) Acht geben, kein wirklich ernstes Problem mit dem Bund zu bekommen, sonst droht ebenfalls die finanzielle Ebbe. So kann sich zum Beispiel die Stadt München (deren Regierung von der SPD gestellt wird) nicht mit dem Staat Bayern anlegen, selbst wenn dort Gestalten wie Stoiber (oder demnächst Beckstein) das Sagen haben.

Das wurde auch deutlich, als Hartz IV in Deutschland eingeführt wurde. Einige Länder liebäugelten mit der Alternative, die neuen Regeln in ihrem Land nicht durchzuführen (Begründungen dafür gab es ja zur Genüge), aber alle schwenkten bald auf den Bundeskurs ein, als von dort mit dem Geldhahn gewinkt wurde.

Natürlich, wie könnte es im Monopolkapitalismus anders sein, ist diese Art von Giftmülldeponie keine Ausnahme, sondern die Regel. Man stelle sich vor, wenn dies in der blitzsauberen Schweiz geschieht, wie es dann in anderen Ländern aussieht.

BASF, Dioxin & der nette Journalismus
So gab es zum Beispiel in einem kleinen Ort gleich in der Nähe von Ludwigshafen am Rhein, wo die mächtige BASF angesiedelt ist, heute der grösste Chemiekonzern der Welt, in den achtziger Jahren einen kleinen Aufruhr, als bekannt wurde, auf einer Deponie gleich am Ortsausgang hatte die BASF in den Fünfziger Jahren Giftabfälle gelagert, darunter solche mit dem Supergift Dioxin (das ist jener Stoff, mit dem – in geringsten Mengen – der ukrainische Präsident entstellt wurde).

Es gab dort damals eine Bürgerversammlung, auf der einer der Anwohner den anwesenden Umweltexperten fragte, wie weit ein Haus denn entfernt von einer solchen Deponie stehen müsse, um ohne Bedenken dort wohnen zu können. Dessen Antwort: „Ich wohne in Berlin (das war damals noch Westberlin), der Abstand dürfte ausreichen.“! Dies Problem ist übrigens bis heute nicht gelöst und keine Zeitung, kein Magazin und kein Radio kümmert sich darum. Schließlich ist Journalismus ja dazu da, den Konzernen zu höheren Profiten zu verhelfen und nicht um den Menschen zu dienen, nicht wahr?

Die BASF hat beim Thema Mülldeponie noch ein anderes Eisen im Feuer: Gleich in der Nähe des Werkes (man muss schließlich Profit produzieren und kann kein unnützes Geld für Transporte hinauswerfen) besitzt man eine Altrhein-Insel, wo man „Gebäudeschutt und ähnliches“ deponiert. Allerdings hat der Berichterstatter einmal eine Führung auf der Insel mitgemacht und dort Thermometer entdeckt. Auf Befragen wurde erklärt, „zur Sicherheit“ beobachte man die Temperaturen in einer Tiefe von 10 und 20 Metern. Eines der Thermometer zeigte 45 ºC an! Wäre dort nur Gebäudeschutt gelagert, könnten solche Temperaturen nicht entstehen.

Man stelle sich vor, wie groß der Druck ist, die Profite zu erhöhen, wenn man kaltblütig riskiert, dass eines Tages die entsprechenden Chemikalien ins Rheinwasser gelangen und alles im und am Rhein vernichten – ganz zu schweigen von der Wasserversorgung Düsseldorfs und anderer Gemeinden.

Das Schweizer Magazin „Facts“ berichtet über den Fall Kölliken denn auch mit eindeutigen Worten: „20 Jahre Umweltskandal“ … „haarsträubender Umweltkrimi“ … „Episode aus einer Bananenrepublik“ … „Horrorkabinett chemischer Stoffe“ … „unfreiwilliges Monument für Schweizer Wirtschaftsförderung“ usw.

Dabei wurde noch nicht mit einem Wort erwähnt, was die Gesundheit der Bürger von Kölliken angeht. Es muss davon ausgegangen werden, dass die giftigen Schwaden, die durchs Dorf zogen, wie auch der Staub, der eingeatmet wurde, für eine Reihe von Krankheiten unter der Bevölkerung verantwortlich sind. Wer den Film „Erin Brocovic“ gesehen hat, eine der Paraderollen von Julia Roberts, weiß, wie mühsam es ist, sich wegen Gesundheitsschäden mit Chemiekonzernen anzulegen.

Aliens mit Atemluftflaschen
Wie weit schwieriger wird es mit Betreibergesellschaften von Giftmülldeponien, die bereits im Konkurs stehen.

Wie gesundheitsgefährdend die von der Köllikener Deponie ausgehenden Schwaden sind, wird jetzt angesichts der Sanierungsmaßnahmen erst richtig deutlich. Es wird eine riesige, völlig luftdichte Plastik-Halle über der Grube errichtet, die grösste freitragende Hallenkonstruktion der Schweiz. Warum? Weil die Dämpfe, die beim Abtragen auftreten werden, so schädlich sind, dass man sie nicht nach außen dringen lassen will.

Die Arbeiter, die innerhalb der Halle arbeiten werden, werden mit kompletten Raumanzügen ausgestattet werden, mit Atemluftflaschen, denn ihnen kann das Einatmen jener Luft nicht zugemutet werden, nicht einmal mit Schutzmaske! Man stelle sich vor, was die Köllikener alles schon eingeatmet haben!

Die gesamte Arbeit des Abtragens, Klassifizierens und schließlich des Zuführens zu korrekten Aufbearbeitsverfahren des gesamten dort gelagerten Gemisches von Chemie-Exkrementen wird fast 10 Jahre dauern! Am Ende dieser Zeit soll die ganze Riesenhalle wieder abgerissen und das Gelände einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Man stelle sich vor, was wir dereinst im Sozialismus für Arbeit haben werden, diese allenthalben versteckten Deponien zu sanieren. Das kann Jahrhunderte dauern, bis wir alle diese Pockennarben des Kapitalismus ausgemerzt haben werden!

Fotografien: Walter Hess, www.textatelier.com

kriminalitaet

Der Fall Hypo-Alpe-Adria- Bank (Skandalpe) – Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück.

Dr. Alexander von Paleske – — 29.5. 2007— Wir haben in einer Reihe von Artikeln über diese Bank und die mit ihr verbundenen Skandale berichtet. Aus einem Skandal sind mittlerweile wenigstens vier geworden. Und statt immer wieder auf die früheren Artikel zurückzuverweisen, geben wir hier nun eine zusammenfassende Darstellung der Skandalchronik.

In den Skandalen wirkten mit:
Jörg Haider, (Österreichischer Rechtsaussen, Landeshauptmann, führender Sprecher Österreichs in Sachen Ausländerfeindlichkeit), Adnan Khashoggi (internationaler Waffenhändler und Grossbetrüger), Günther Beckstein, (Bayerischer Innenminister und demnächst Ministerpräsident), Kurt Faltlhauser (Bayerischer Finanzminister) Wolfgang Kulterer (Aufsichtsratspräsident und ehemaliger Vorstand der Hypo-Alpe-Adria Bank und Geschäftsführer der Flick Vermögensverwaltung und der Flick Stiftung), Rakesh Saxena, (internationaler Grossbetrüger), Ed Fagan (US Staranwalt) Tilo Berlin (Vermögensvermehrer, Investor) Christian Rauscher (Schatzmeister der Hypo-Alpe), Werner Schmidt (Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Landesbank) und einige mehr. Sowie die folgenden Banken: WMP/General Commerce Bank, Hypo Alpe Adria Bank, Bayerische Landesbank (Anstalt des öffentlichen Rechts).

Wie alles anfing
Die Skandalchronik fängt in den USA im Jahre 1993 an. Dort begann eine Bank unter dem Namen Czech Fund mit ihren Aktivitäten. Mit dabei bis zum Jahre 1996 der ehemalige Reagan- Sicherheitsberater während des Iran-Contra-Skandals Robert Mc Farlane, mittlerweile als Berater für den Irak-Chefsöldner Tim Spicer und seine Irak-Söldnerfirma Aegis tätig.

Die Firma verschmolz im Jahre 1996 mit einer Firma Eastbrokers International in dessen Verlauf ein gewisser Herr Kössner aus Wien Anteilseigner wurde. Er hatte schon eine Wiener Broker Firma unter dem Namen WMP Bank AG mehrheitlich besessen, die mit Eastbrokers verschmolzen wurde und sich nun Global Capital Partners nannte. Die WMP Bank wurde an Kössner zurückverkauft und er diese dann in “General Commerce Bank” umbenannte.

Der Grund für dieses hin- und her war vielleicht Spurenverwischen, denn der Mehrheitsaktionär von Czech Industries, eine Firma Stratton Oakmont, war wegen Aktienbetrugs geschlossen worden, ein böses Omen!

Die Hypo-Alpe-Adria Bank kommt ins Spiel

Die Hypo-Alpe Adria Bank gehört zur Hälfte dem Land Kärnten/Österreich deren Landeshauptmann Jörg Haider ist, Österreichs Rechtsaussen, Saubermann und Ausländerfeind Nr. 1. Die Hypo-Alpe-Bank war Minderheitsaktionär in der WMP Bank und verkaufte Anleihen der Global Capital Partners an ihre Kunden, wertlose Papiere wie sich herausstellen sollte und das sollte sich noch bitter rächen. Kössner hatte mit grosser Sorgfalt diese Beziehungen zu der renommierten Bank aufgebaut. Er verlor allerdings durch Kapitalerhöhungen die Mehrheit in der Bank und damit den Einfluss auf das Geschehen.

Dort tauchte nun Mitte 2000 eine CrackCrew bei der WMP/Genneral Commerce Bank Bank auf, die den Laden so richtig aufmischen sollte.

Es handelte sich im einzelnen um

1. Regis Possino, ehemaliger US-
Rechtsanwalt

– 1978 wegen Verkaufs von Kokain verhaftet

– versuchte ausserdem einen Deal über einen monatlichen
Verkauf von Kokain im Werte von US Dollar 680.000 zu landen.

– Versuchte weiterhin gestohlene Pfandbriefe unter das Volk zu
bringen

– Verhaftet erneut während des Prozesses, weil er versuchte, eine
Geschworene zu beeinflussen.

– Verlust der Anwaltslizenz im Jahre 1984 wegen seiner
kriminellen Aktivitäten.

– 1996 erneut verurteilt wegen Aktienbetrugs.

2. Sherman Mazur, US Amerikaner

– 1993 im US Bundesstaat Arkansas rechtskräftig wegen
Scheckbetrugs zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Während der
Zeit seines Gefängnisaufenthalts soll er einen Filipino namens
Amador Pastrana beauftragt haben, seine kriminellen Aktivitaten
fortzuführen.

3. Amador Pastrana, Filipino
– König des internationalen Aktienbetrugs. Er soll wenigstens 100
internationale Zweigstellen des betrügerischen Telemarketings
(Boiler Rooms) kommandiert haben.

4. Rakesh Saxena, Inder
– internationaler Grossbetrüger, Resident in Kanada, das seit 10
Jahren über einem Auslieferungsbegehren von Thailand
brütet.

– Soll in Thailand Betrug in Höhe von 2,2 Milliarden US
Dollar begangen haben.

– Soll von Kanada aus unter Hausarrest
weiter Betrügereien in grossem Stil begangen haben.

5. Adnan Kashoggi
– internationaler Waffenhändler und Grossbetrüger. Zusammen
mit Oliver North in den Iran-Contra Skandal verwickelt.

6. Raoul Barthaumieu (auch Raoul
Berthamieu) alias Lee Sanders. Kanadier belgischer
Abstammung.

– 1991 wegen Scheckbetrugs in den USA zu einer mehrjährigen
Freiheisstrafe verurteilt. Traf dort auf Sherman Mazur

Diese Herren organisierten nach Presseberichten in Wien Betrug im grossen Stil, indem die die General Commerce Bank in ein Zentrum des internationalen Aktienbetrugs verwandelten. Wertlose Wertpapiere sollen weltweit von dieser Crew verhökert worden sein. Der Schaden soll sich auf insgesamt 1 Milliarde US Dollar belaufen.

Die Vorstrafen des Herrn Berthaumieu haben die Hypo Alpe Bank und deren Vorstand Dr. Wolfgang Kulterer keinswegs davon abgehalten, ihm im Jahre 2000 einen 100 Millionen Schilling Kredit zur Finanzierung zweier Lagerhäuser in Belgien zu gewähren.

Als die WMP Bank schliesslich ins Trudeln kam, spielte sich Berthaumieu als Sanier auf und zu diesem Zweck erhielt er nochmals von der Hypo-Alpe- Bank Kredit über mehrere Millionen Schilling. Gutes Geld hinter schlechtem Geld hergeworfen.

Aber Herr Dr. Kulterer wusste von Nichts und hörte nichts von der Vergangenheit dieser Herren, im Gegenteil, er bezeichnete den vorbestraften Berthaumieu als seriös, das habe er polizeilich nachprüfen lassen. Bei der Polizei in Kärnten? Von einer Internet Suchmaschine hatte er offenbar noch nichts gehört.

Im Herbst 2000 schliesslich machte Berthaumieu Herrn Dr. Kulterer von der Hypo-Alpe mit Herrn Khashoggi bekannt. Khashoggi wollte direkt bei der Hypo-Alpe Geschäftskonten eröffnen und brachte eine Reihe “interessanter” Geschaftsmodelle zu Sprache. Betrugsmodelle?

Das war dann wohl selbst Herrn Dr. Kulterer etwas zuviel. Im Jahre 2001 flog dann alles auf und die Tür zur General Commerce Bank flog zu, amtlich mit Siegel. Herr Kössner wanderte ins Gefängnis, aber ein Prozess hat bis heute, nach 6 Jahren, noch nicht stattgefunden.

Der US Staranwalt Ed Fagan, der schon Schweizer Banken und die Bundesrepublik mittels Klagen dazu gebracht hatte, Entschädigungszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter zu leisten, hatte die Hypo-Alpe Bank auf Schadensersatz in Milliardenhöhe verklagt. Er wirft Kulterer und seiner Hypo-Mannschaft Insider Trading, Bilanzfälschung und Betrug vor.

Da der Herr Bankdirektor Kulterer sich aber sehr bedrängt fühlte, hat er den schneidigen US Advokaten wegen gewerbsmässiger versuchter Erpressung angezeigt. Nun würde man vernünftigerweise erwarten, dass Herr Kulterer mit Schimpf und Schande davongejagt würde, aber das Gegenteil war der Fall.

Ein Freund, ein guter Freund
In Kärnten ist Haider der Boss als Landeshauptmann und damit grösster Aktionär der Hypo Alpe. Der bezeichnete den Dr. Kulterer auch als „Visionär“ und „erfolgreichsten Bankmanager Österreichs“.

Kulterer liess sich nicht lumpen und gewährte Haider und seiner FPÖ einen Wahlkampfkostenerstattungsvorausschuss bis zum Jahre 2013. Offenbar werden die Wähler dort als beleihbares Eigentum und/oder als beleihbares Stimmvieh angesehen.
Kulterer begleitete Haider, auch auf dessen Besuchsreise zu Libyens Staatschef Gadhaffi im Jahre 2000 als Gadhaffi noch zur „Achse des Bösen“ gehörte. Und Kulterer begann seine Visionen umzusetzten.

14 Tage im Jahre 2004
Im Jahre 2004 stieg die Bank in das Geschäft mit SWAPS ein. Etwas, was man besser als Casino-Banking bezeichnet. Binnen 14 Tagen verlor die Bank bei diesem Roulette 328 Millionen Euro. Und wie Weinpanscher versuchten Kulterer und Co angeblich, den Verlust zu strecken. Das ist schon beim Wein verboten, erst recht bei Bankbilanzen. Und es flog auf.

Kulterer musste seinen Platz räumen, durfte aber sofort auf dem Sitz des Aufsichtsratspräsidenten Platz nehmen. Dort sollte er ursprünglich geparkt werden, bis sich die Wogen gelegt hätten, und dann wieder Vorstandschef werden. So belohnt Haider Treue. Aber auf seine weiterlaufenden Vorstandsbezüge verzichtete Kulterer erst nach Protesten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile.

Ein
Koffer voller brisanter Dokumente
Der Schatzmeister der Bank, Christian Rauscher, entwickelte offenbar Schuldgefühle und beschädigte am 17.1.2005 sich selbst, aber als Überfall vorgetäuscht.
Als die Polizei in seine Wohnung kam, stand dort ein Koffer, in dem sich angeblich Belastungsmaterial gegen die Bank en masse befunden haben soll. Die Polizei sah den Koffer, nahm aber weiter keine Notiz.
Bankangestellte, die alarmiert worden waren, rannten in die Wohnung Rauschers und sicherten den Koffer. Der Polizei erklärten sie, der Koffer enthielte Bankgeheimnisse. Die Polizei liess sie ziehen. Gut, solche Kofferträger in einer Bank zu haben.

Ein kroatischer Ex-General
Im vergangenen Monat schliesslich wurde der ehemalige kroatische General Vladimir Zagorek verhaftet. Ihm wird Betrug, Geldwäsche pp. zur Last gelegt. Klar, dieser General war gern gesehener Kunde der Hypo-Alpe, dem man reichlich Kredit gab.

Kulterer und Flick
Der Herr Kulterer schmiedete weiter Pläne während seine Parkuhr lief. Aber zunächst einmal wurde ihm im Hinblick auf seine grossartige Arbeit in der Hypo-Alpe eine neue Aufgabe angetragen. Er wurde Chef der Flick Privatstiftung und der FKF Vermögensverwaltung.

Zur Erinnerung: Friedrich Karl Flick wollte nicht, dass seine Erben die angeblich zu hohen Erbschaftssteuern in Deutschland bezahlen müssen, dort, wo sein Vater, Friedrich Flick zum Milliardär wurde, nachdem er aus dem Kriegsverbrechergefängnis in Nürnberg entlassen worden war. FKF, der Sohn, wanderte vor seinem Tod mit (Geld)sack und Pack in das Erbschaftssteuerparadies Österreich aus.

Während Kulterer geruhsam auf der Parkbank verweilte, konnte die Hypo-Alpe Bank den Betrugsfall General Commerce Bank/Global Capital Partners nicht abschliessen. Dutzende Klagen von geprellten Kunden laufen gegen sie. Der erste, über eine Summe von 600.000 Euro, wurde im Juli 2005 letztinstanzlich wegen falscher Anlageberatung stattgegeben. Und natürlich stehen die Milliardenklagen des Ed Fagan weiterhin im Raum. Ausgang: Ungewiss

Herr Kulterer schmiedet weitere Pläne
Ursprünglich sollte die Skandalpe im Jahre 2007 an die Börse gebracht werden. Daraus wurde angesichts der Skandale nichts. Deshalb streckte Kulterer seine Fühler nach Bayern aus und siehe da, die bayerische Landesbank zeigte grosses Interesse. Sie ist mit ihrem Vorsitzenden Werner Schmidt auf Expansionskurs, aber da Deutschland schon übergebankt ist, gibt es dort nichts mehr zu expandieren. Also: Los in den Süden. Der erste Versuch mit der BAWAG, einer anderen österreichischen Bank in dieser Richtung war kläglich gescheitert, nachdem dort ein Bankangestellter Millionen mit riskanten Finanzgeschäften in den Sand gesetzt hatte. Also: Neuer Versuch. Geld genug hat man ja. Aber Kulterer darf ja auch seinen zweiten Job nicht vergessen, den bei den Flicks..

Herr Berlin kreuzt auf
Und siehe da, rein zufällig taucht auch der Herr Berlin, mit den Flicks geschäftlich verbunden, bei der Hypo Skandalpe auf und kauft sich mit 4,5 Prozent ein. Die Erben Flick haben Herrn Berlin Geld zur Geldvermehrung anvertraut – seid fruchtbar und vermehret Euch. Viele Milliarden sind eben noch nicht genug. Rein zufällig nimmt zu diesem Zeitpunkt auch Herr Kulterer die Kontakte mit der Bayerischen Landesbank auf. Diese verlaufen sehr erfolgreich. Und als sich das abzeichnet kauft Herr Berlin – rein zufällig- noch einmal 10% der Aktien.

Bayern wertet Haider auf
Um die Verkaufsverhandlungen auch politisch erfolgreich zu gestalten, fliegt Herr Haider am 16.5. nach München und trifft dort mit BayernLB Chef Werner Schmidt, aber auch mit Innenminister Beckstein und Finanzminister Faltlhauser zusammen.

Sie machten, was die Europäische Union seinerzeit strikt abgelehnt hat, den Rechtsaußen Haider salonfähig. Und nicht nur über die Hypo-Alpe wurde gesprochen, sondern auch über eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bayern und Kärnten von Landeshauptmann zu Ministerpräsident in spe.

Zur Erinnerung: Als Haiders FPÖ im Jahre 2000 eine Koalition mit der ÖVP einging, da entschied die Europäische Union, die Kontakte zu Österreich als Antwort darauf einzuschränken. Haider erhielt Einreiseverbot nach Israel, Israel zog seinen Botschafter ab. Er hatte durch Bemerkungen wie: ”die österreichische Regierung solle sich Adolf Hitlers ordentliche Beschäftigungspolitik als Vorbild nehmen” auf sich aufmerksam gemacht. Fremdenfeindliche Äusserungen kamen im Wochentakt.

Zuletzt wollte er den noch nicht verurteilten angeblichen Wirtschaftskriminellen Helmut Elsner des Landes (Kärnten) verweisen, getreu dem Motto: „Kärnten muss sauber bleiben“ . Die zweisprachigen Ortsschilder an der Grenze zu Slowenien, dort lebt eine slowenische Minderheit, wollte er entfernen lassen, daran hinderte ihn jedoch ein Gerichtsbeschluss. Asylanten beschimpfte er als Parasiten.

Und jetzt planen Beckstein und Haider an einem Tisch die gemeinsame Zukunft von Bayern und Kärnten im Allgemeinen und der Hypo-Adria Skandalpe im Besonderen.

Herr Berlin verkaufte schnell seine Aktien an der Skandalpe und machte damit 154 Millionen Euro gut. 154 Millionen in fünf Monaten. Die Flicks wirds freuen. Es besteht aber der Verdacht, dass es sich um ein Insidergeschäft handelt. Und während bei seinem ersten Aktienkauf die Skandalpe nur mit 2,6 Milliarden bewertet wurde, sind es jetzt auf einmal 3,2 Milliarden, nächstes Jahr sollen es sogar 4,8 Milliarden sein. Billig einkaufen und teuer verkaufen, einfach durch eine unterschiedliche Bewertung.

Und was wurde aus den WMP -Kriminellen?
Regis Possino ist weiter “geschäftlich” unterwegs, zuletzt vor einem Jahr bei einer “Roadshow” in Asien, wo er 28 Millionen US Dollar „Anlagegelder“ einsammelte für seine Firma “Geneva Equities”. Die Firma Geneva Equities war auch bei dem Verkauf von Aktien einer Luftlinie “L-Air” Belgien-Kanada involviert, einer Fluglinie, deren Flugzeuge nie abhoben, nur das Geld der Investoren flog davon – auf Nimmerwiedersehen

Herr Mazur ist geschäftlich weiter in den USA tätig, zuletzt verkaufte er Wahlmaschinen einer Firma Accu Poll Holdings, in der seine Kinder Aktionäre sind. Die Aktien wurden nach dem Motto „pump and dump“ über Boiler Rooms verscherbelt. Betrügerisches Telemarketing – ein anderes Wort dafür.

Rakesh Saxena hatte nach zehnjähriger anstrengender Betrugstätigkeit unter Hausarrest in Kanada erst einmal eine Ruhepause eingelegt und wartete im Auslieferungsgefängnis von Vancouver/Kanada auf seine Auslieferung nach Thailand. Seit Dezember ist er wieder frei.

Raoul Berthaumieu alias Lee Sanders konnte ebenfalls keine gute Reputation erwerben. Wer den Namen seiner Firma „Pacific Federal S.A.“ .in eine Suchmaschine eingibt, erhaelt jede Menge Warnungen,sich nicht mit dieser Gesellschaft einzulassen, sie reichen von der britischen BBC bis zur belgischen Finanzaufsicht.
Im Rahmen des Skandals um die Air Holland, einer Fluglinie,die am Kokaintropf hing,wurde er im Jahre 2004 in Luxemburg verhaftet.
Im Oktober 2008 wurde er schliesslich in Brüssel wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren verurteilt.

Khashoggi soll sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalten und seinen wohlverdienten Ruhestand geniessen. Die Deutsche Bank hat voriges Jahr 350 Millionen US Dollar für einen Aktienbetrug bezahlt, in den nicht nur sie sondern auch Khashoggi verwickelt war, der Genesis Intermedia Skandal.

linkBayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria – Reicht mir die Hand, meine Skandale
linkJörg Haiders Hypo-Alpe (Skandalpe) auf dem Balkan
Prostituierte, Parties, Pferderennen, Penny Stocks, Deutsche Bank in Toronto und Khashoggi
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
linkInvestmentbank Luxembourg (IBL) und der Air-Holland-Skandal

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Die Foltermethoden der USA und einiger Staaten

Karl Weiss —- 29.5. 2007 —- Die Foltermethoden der USA und einiger Staaten, die es von ihnen gelernt haben, sind aufgrund von Abu Ghraib und Guantánamo ein weithin beachtetes Thema. Sie behaupten, so würden sie Informationen erhalten, die Menschenleben retten. Doch was ist Folter wirklich?

Folter ist noch nie in der Geschichte der Menschheit dazu verwendet worden, um Wahrheit zu ermitteln und wird es auch jetzt nicht. Sie ist auch gar nicht dazu geeignet. Ein Gefolterter wird, wenn er spricht, alles sagen, was seine Peiniger hören wollen oder was er glaubt, dass sie hören wollen. Dabei kann sogar einmal die Wahrheit sein, sie ist aber durchweg aus der Masse der erfundenen Aussagen nicht herauszufinden.

Das liegt hauptsächlich daran, dass Folter ja auch nie dazu dient, an die Wahrheit zu kommen. Folter wurde in der Geschichte der Menschheit millionenfach verwendet. Es gibt kein Land, das sie nicht kennt. Die Gründe für Folter sind im wesentlichen die folgenden:

1. Die Folternden – meistens der Staat und seine Staatsdiener – wollen bestimmte Aussagen haben, meistens Geständnisse oder Beschuldigungen gegen Andere.

Beispiele für 1 sind u.a. erfolterte Geständnisse, die einfach die Fälle schnellstmöglich lösen sollen. Das war z.B. bei der englischen Polizei der Fall, die Sprengstoffanschläge der IRA aufklären sollte. Man griff sich einfach irgendwelche als Sinn-Fein-Anhänger bekannte Personen, die zur fraglichen Zeit in jener Stadt waren und folterte sie solange, bis sie gestanden, die Bomben gelegt zu haben. Peinlich nur, als sich nach vielen Jahren unschuldigem Gefängnisaufenthalt herausstellte, dass nicht einer der Verurteilten beteiligt gewesen war. Die wirklichen Täter konnten nach so vielen Jahren dann auch nicht mehr gefunden werden.

2. Die Folternden wollen Bestätigungen ihrer Thesen oder Theorien

Ein Beispiel dafür waren ein großer Teil der Foltern durch die katholische Kirche im Mittelalter und bis tief ins siebzehnte und achtzehnte (z.T. auch noch neunzehnte) Jahrhundert hinein. Man wollte beweisen, dass es den Teufel gibt und zwar in konkreter, ‚leibhaftiger’ Form, der direkt ins menschliche Leben eingreift und Besitz nimmt von Menschen. So ließ man denn die angeblichen Hexen in aller Ausführlichkeit und mit vielen Details gestehen, wie sie sich mit ihm getroffen und sich an ihn verkauft haben und natürlich – nicht zu vergessen – es mit ihm getrieben haben.

3. Die Folternden wollen Angst und Schrecken unter Gegnern, Regimegegnern und Oppositionellen verbreiten.

Es ist offensichtlich, dass Guantánamo und andere Folterlager ebenso wie die Entführungen und die Transporte von Opfern in Flugzeugen um die ganze Welt durch die US-Regierung vor allem potentielle Täter in Angst versetzen sollen. Ob diese Rechnung aufgeht, lässt sich bezweifeln.

Unter der faschistischen Hitlerdiktatur hatten die meisten der wenig zimperlichen Horden in den Folterkellern einfach diese Aufgabe. Man kann sich kaum an Fälle erinnern, in denen auch nur behauptet wurde, man habe gefoltert, um die Wahrheit herauszukriegen. Das konnte man eben auch nicht. Auch die Foltermethoden waren nicht dazu angetan, denn meistens wurden die Opfer schnell ohnmächtig und waren nach wenigen Stunden oder Tagen bereits ermordet.

4. Die Folternden wollen Macht- und andere Lustgefühle erleben (nicht umsonst ist bei vielen Foltern eine erniedrigende und/oder eine sexuelle Konnotation gegeben).

Beispiele dafür sind speziell die Foltern in Chile durch in den USA ausgebildete Täter und jene in Afghanistan und Abu Ghraib im Irak durch US-amerikanische Täter sowie einige der bekannt gewordenen Foltern durch britische Soldaten.

Man zwingt die Opfer z.B. zur Nacktheit – für die Täter das Gefühl der Überlegenheit und ein sexueller Anreiz. Man lässt Hunde bis wenige Zentimeter vor dem Penis von Opfern schnappen. Man zwingt Männer zu gestellten homosexuellen Szenen. Man baut ganze Haufen aus nackten Körpern, so als ob man eine Gruppensexszene hätte. Man lässt sich eine Frau über den zusammengeschrumpelten Penis eines Mannes lustig machen. All dies beinhaltet das Weiden an Angst und Erniedrigung der Opfer ebenso wie das Erleben von Überlegenheits- und Wichtigkeitsgefühlen.

Das Erleben von Machtgefühlen soll laut Psychologen einer der stärksten psychischen Anreize sein.

Dazu kommt die sexuelle Stimulierung. Es gibt Folterer, die beim Foltern unmittelbar zum Höhepunkt kommen, aber vor allem die Möglichkeit, sich später an die Szenen zu erinnern, wenn man masturbiert. Deshalb ist auch die Verwendung von Fotos, Filmen und Videos bei Foltern so häufig. Die Täter können sich die Szenen später erneut ansehen und die erlebten Gefühle wiederholen bzw. sich beim Ansehen stimulieren.

Das dürfte auch der Grund sein, warum man so häufig die Gefolterten dazu zwingt, sich zu masturbieren oder sich gegenseitig zu masturbieren. Offenbar sind die Videoszenen mit Masturbation oder gegenseitiger Masturbation bis zur Ejakulation beim späteren Ansehen für diese Leute extrem anregend.

Soweit man bei Foltern Stromschläge verwendet, werden die Elektroden bevorzugt an den Geschlechtsteilen angelegt.

Auch das männliche Vergewaltigen, meist „Sodomisieren“ genannt, ist eine häufig angewandte Methode. Offensichtlich handelt es sich da um homosexuelle oder bisexuelle Wärter bzw. Folterknechte, manchmal auch um Mitgefangene oder außenstehende Personen, die extra zu diesen Zwecken herangeholt werden. Typisch ist in diesem Zusammenhang das häufige Erwähnen, Jungen und junge Männer seinen davon betroffen.

Hier der Bericht über die Folter eines Mannes aus Chile, der während der chilenischen Militärdiktatur von Folterern gequält wurde, die in den Vereinigten Staaten ausgebildet worden waren:

„(…) sie rissen mir die Klamotten vom Leib, brachten mich in einen Raum mit metallenen Bettgestellen, fesselten mich an eines davon, machten Kabel und Elektroden mit Haken und Nägeln an meinen Füßen, Händen, der Nase, Ohren, Zahnfleisch, After, Penis und den Hoden fest und begannen mich mit Strom zu foltern, den sie mit einem Kurbelgenerator erzeugten.“

Bild eines nackt angekettetn Gefangenen in Stress-Haltung aus Abu Ghraib

Jetzt ein Auszug aus dem offiziellen US-Bericht, eine Aufzählung der Folterpraktiken durch US-Truppen in Abu Ghraib und Fort Bucca im Irak:

„(…)
* Videoaufzeichnung und Fotografieren von nackten männlichen und weiblichen Gefangenen.

Bild aus Abu Ghraib eines Gefangenen auf einem Hocker mit Kapuze.

* erzwungenes Arrangieren von Gefangenen in verschiedenen sexuell eindeutigen Stellungen für Fotografien;

Sexfolter: Die Soldaten bringen nackte, gefesselte und mit Kapuzen versehene Gefangene in Positionen, die einen sexuellen Verkehr vortäuschen sollen.

* Gefangene zwingen, ihre Kleidung abzulegen und sie über mehrere Tage am Stück nackt sein zu lassen;

Nackte Gefangene in Abu Ghraib, aneinander gekettet

* nackte männliche Gefangenen zwingen, Frauenunterwäsche zu tragen [oder, wie auf dem Foto, dem Gefangenen seine eigene gebrauchte Unterhose über den Kopf ziehen];

Bild eines nackten Gefangenen in "Stress-Haltung"

* Gruppen männlicher Gefangener zwingen, zu masturbieren, während sie fotografiert und gefilmt werden [hier wieder das Masturbieren, dabei soll sowohl die Form verwendet worden sein, die Gefangenen sich selbst masturbieren zu lassen als auch die des gegenseitigen Masturbierens von zwei Gefangenen wie auch jene, in der sie in einen Kreis gestellt werden und gezwungen werden, jeweils den rechts von ihnen Stehenden zu masturbieren. Dabei wird manchmal auch ein Ziel in die Mitte gestellt, auf das das Ejakulat gespritzt werden soll.

Es gibt auch eine Aussage, dass Gefangene gezwungen wurden, sich gegenseitig mit dem Mund den Penis zu stimulieren, um sie dann anschließend mit Fotos ihrer „homosexuellen Aktivitäten“ zu konfrontieren.

In einem anderen Fall hat ein Gefangener berichtet, er habe zwei US-Amerikaner, offensichtlich Homosexuelle, die nicht zu den Wärtern gehörten, mit der Hand und dem Mund am Penis stimulieren müssen, bis sie zur „Klimax“ kamen.]

* nackte männliche Gefangene in einem Haufen zu arrangieren (…)

Bild des "Berges der nackten Gefangenen"

* einen nackten Gefangenen auf eine Kiste zu stellen, mit einer Kapuze über dem Kopf und an seinen Fingern, Zehen und Penis Drähte zu befestigen, um elektrische Folter zu simulieren;

Das bekannte Bild mit einem gefangenen mit Kapuze auf dem Hocker, mit Drähten angebunden.

* „Ich bin ein Vergewaltiger“ auf das Bein eines Gefangenen zu schreiben, (…) und ihn dann nackt zu fotografieren [In diesem Fall behaupteten die Wächter, der Gefangene habe einen anderen vergewaltigt. In Wirklichkeit wurde er wahrscheinlich zu einer homosexuellen Vergewaltigung gezwungen];

Bild aus Abu Ghraib mit Wärterin (Frau England), die auf kleinen Penis zeigt und lacht

(…)
* ein MP-[Militärpolizei]-Wachmann hat Sex mit einer Gefangenen;
[In diesem Fall wurde behauptet, es habe ich um einverständlichen Sex gehandelt, aber im Verhältnis Wachmann-Gefangene gibt es keinen gewaltfreien Sex.]

* Militärhunde (ohne Maulkörbe) zu benutzen, um Gefangene einzuschüchtern und zu ängstigen [Man ließ die Hunde auch] (…)beißen und ernsthaft … verletzen;

Bild eines nackten angeketteten Gefangenen in Abu Ghraib, dem man mit einem Bluthund Angst macht.

Bild aus Abu ghraib einer Hunde-Bisswunde, die man einem angeketteten Gefangenen beibringen liess.

(…)
(…) beschrieb Camp Bucca (Irak) als ‚Folterlager’, wo Soldaten Gefangene schlugen und erniedrigten, indem sie sie z. B. nackt übereinander schichteten oder zwangen, sexuelle Posen einzunehmen (…) er habe gesehen, wie Soldaten Gruppen von nackten Gefangenen aneinander fesselten.“

Ausschnitt aus Sexfolterphoto Abu Ghraib

Auf dem Foto kann man zum Beispiel sehen, wie ein nackter Gefangener gezwungen wird, sich zwischen die geöffneten Beine eines anderen zu legen. Ein dritter Gefangener, der an den Füssen an den zweiten gekettet ist, muss die Gruppe umarmen und einen homosexuellen Sex vortäuschen.

Ebenso ist aus Abu Ghraib bekannt, dass Wärter oder Wärterinnen Männer sexuell stimulierten, um eine Erektion hervorzurufen. Auch im Fall des obigen Fotos kann davon ausgegangen werden, die Männer wurden gezwungen, sich zu masturbieren oder wurden sexuell stimuliert, um eine Erektion zu bekommen. Es muss sich also wahrscheinlich ein Mann mit Erektion zwischen die Beine eines anderen mit Erektion legen und wird von einem dritten mit Erektion umarmt.

Es gibt auch die Version: Man erzählt einem Gefangenen, der andere, der jetzt käme, sei homosexuell und habe deshalb bereits einen ‚Harten‘ in Erwartung der innigen Berührung mit ihm. In Wirklichkeit hat man ihn sexuell stimuliert. Dem anderen erzählt man das gleiche vom Ersten, der ebenso stimuliert wurde und so werden beide in eine enge Umarmung mit einem Mann mit Erektion gezwungen, von dem sie annehmen müssen, er sei homosexuell. Es sollen auch Gefangene in solchen Situationen angewiesen worden sein, ihren Phallus am anderen Mann zu reiben.

Es gibt auch ein Foto von einem Gefangenen mit Erektion.

Bild aus Abu Ghraib von Gefangenem mit (teilweiser) Erektion. Es handelt sich offenbar um die Person im Hintergrund des Bilds mit Frau England.

Die Rolle der Wächterin Frau England, die ja im Vordergrund dieses Bildes steht (siehe oben), ist nicht klar. Es gibt aus anderen Folterhöhlen Berichte von Wächterinnen, die sich einen Sport daraus machten, immer wieder Gefangene mit der Hand bis zum Höhepunkt zu stimulieren.

Zu Abu Ghraib muss vor allem auch noch darauf hingewiesen werden, dass mehrere Gefangene unter Folter starben. Genauere Umstände sind aber nicht an die Öffentlichkeit gekommen.

Abu Ghraib 5-6

Hier ein Bild einer der Leichen von Abu Ghraib

Abu Ghraib 7-35

Auch dieses Bild ist aus Abu Ghraib. Der Gefangene mit der schweren Schädelverletzung soll auch gestorben sein.[Ein Freund hat mich noch darauf aufmerksam gemacht: Auch bei diesem Gefangenen, obwohl schon schwer verletzt, kann man noch eine teilweise Erektion sehen.]

Hier Auszüge aus einem Bericht über Folter in Algerien:

„Die sexuelle Folter ist sehr weit verbreitet. (…) Die Geschlechtsorgane sind, (…) bevorzugte Körperstellen für die Anwendung der Folter mittels Elektroschocks, Aufhängen und Verbrennungen. (…)

Die Sodomisierung ist keineswegs eine seltene Praktik. Davon betroffen sind vor allem Jugendliche, über die sich die Folterer hermachen. Sie kann direkt erfolgen, indem die Folterer die Reihe nach ihr Opfer vergewaltigen, oder indirekt, indem sie den Lauf ihrer Pistole oder einen Besenstiel in den Anus ihres Opfers einführen. (…) zwingen sie ihr Opfer, sich auf eine Flasche zu setzen. (…)

Die Vergewaltigung: Viele Frauen – Ehefrauen, Mütter oder Töchter von Bürgern, die des „Terrorismus“ beschuldigt werden – wurden verhaftet und sexueller Gewalt, u.a. der Vergewaltigung, ausgesetzt. (…)

Das hier erwähnte Sodomisieren muss man sich so vorstellen, dass entsprechend veranlagte Wärter bzw. Folterknechte, manchmal auch Mitgefangene oder außenstehende Männer, die extra dazu herangeholt werden, die Jungen bzw. jungen Männer von hinten nehmen, einer nach dem anderen, so dass die Gequälten vielfache Vergewaltigung über sich ergehen lassen müssen und jeder einzelne Folterer viele Jugendliche ‚abfertigt‘, alles in Anwesenheit aller oder auch einzeln jeweils in ihren Zellen. Oft entstehen dann Pausen, wenn einer der Vergewaltiger zum Höhepunkt gekommen ist. Dann werden die Jungen gezwungen, ihn so lange zu stimulieren – meist mit dem Mund – bis er wieder bereit zur nächsten Vergewaltigung ist. Dabei wird häufig fotografiert oder gefilmt.

Bei Folter von Frauen ist die sexuelle Komponente meistens noch ausgeprägter.

Gefoltert wird fast immer eine nackte Frau. Während der Folter, z.B. mit Elektroschocks, werden oft Frauen zusätzlich noch als Sexobjekt missbraucht, z.B. von Wärtern oder anderen Männern, die an ihren Brüsten lutschen, während sie ’sich einen herunter holen‘, die ihren Phallus an ihnen reiben, die ihn zwischen ihren Brüsten reiben und ähnliches.

Aus Chile existiert ein Foto, das die Folter einer nackten Frau zeigt, offenbar mit Hammerschlägen auf die Fingernägel, während sie auf dem Schoss eines nackten Folterknechts sitzt, der seinen Phallus zwischen ihren Hinterbacken reibt und ihre Brüste mit den Händen umfängt.

Das Einführen von Gegenständen und auch Tieren in die Vagina ist eine häufige Methode. Auch bei Frauen ist das Zwingen zu gestellten homosexuellen Handlungen oft Teil der Folter.

Die wichtigste Foltermethode bei weiblichen Gefangenen ist die Vergewaltigung, manchmal auch Massenvergewaltigung. Über mehrere Hundert Männer, die nacheinander eine Frau vergewaltigten, wurde berichtet.

Häufig müssen gefangene Frauen auch die Peiniger mit dem Mund befriedigen. Im Extremfall wurde in Chile während der Militärdiktatur eine nackte Frau über eine Woche lang angebunden und musste täglich alle Wärter (über 30) mit dem Mund befriedigen, davon eine Anzahl mehrmals am Tag. Das über sie gespritzte und geflossene Sperma sowie jenes, das sie ausgespuckt hatte, blieb an ihr kleben. Sie war danach so völlig mit angetrocknetem Sperma bedeckt, dass man sie kaum noch als menschliches Wesen erkennen konnte. Davon existierte ein Foto.

Ebenso lässt man Frauen vergewaltigen durch andere Gefangenen oder Wärtern, Sex machen mit Tieren und fotografiert und nimmt Videos auf.

Es wird, wenn möglich, auch Inzest erzwungen.

In Chile wurden meist ganze Familien von bekannten Oppositionellen aus den Häusern geholt und in die Folterhöhlen gebracht. Dort wurde dann nicht nur jeweils vor den Augen der anderen Familienmitglieder gefoltert, sondern auch systematisch Sex zwischen den Familienmitgliedern erzwungen, um sie zu demütigen. Der Vater musste es mit seiner Tochter treiben, wenn nicht, wurde die Tochter vor seinen Augen mit Stromstössen in der Vagina gefoltert, die Mutter mit dem Sohn, Geschwister miteinander usw.

Auch die homosexuelle Variante wurde oft erzwungen. Der Vater musste den Sohn von hinten nehmen oder vice versa, die Mutter mit der Tochter den berühmten Oralsex 69 machen.

Die Frau und Tochter eines der bekanntesten Linken in Chile wurden vor seinen Augen zu dieser Form von Sex gezwungen. Dabei war auch er angebunden beim Zusehen. Seine Tochter musste vorher mit dem Mund seinen Penis stimulieren und man machte Fotos von ihm mit Erektion angesichts des Oralsexes von Frau und Tochter. Ebenso hatte man Fotos gemacht, als seine Tochter ihm ‚einen blasen‘ musste. Diese Fotos wurden später vielen Menschen zugänglich gemacht, um ihn allgemein zu desavouieren.

Einem anderen bekannten Politiker, der mit Allende verbunden war, wurde Ähnliches angetan. Man machte einen 16mm-Film von fast 10 Minuten, wie er und sein minderjährigen Sohn sich gegenseitig den Penis mit Lutschen zur Erektion brachten und wie er dann seinen Sohn von hinten nahm, während der sich bis zum Orgasmus masturbierte. Dieser Film wurde ebenfalls während der Herrschaft Pinochets und auch noch danach herumgezeigt, um den Politiker zum Objekt allgemeinen Abscheus zu machen.

Eine besondere Erniedrigung wurde durch das Zwingen zu Sex mit Hunden erreicht. Man hatte man speziell dafür dressierte Schäferhunde, die angebundene und gefesselte nackte Frauen penetrierten. Auf einer Foto-Reihe wird gezeigt, wie drei Frauen mit dem Bauch nach unten liegend jeweils auf einem Stuhl angebunden waren und von zwei Schäferhunden wieder und wieder ‚bestiegen‘ wurden. Neben jedem der drei Stühle stand einer der Folterknechte und sorgte dafür, dass die Hunde mit ihrem langen spitzen roten Phallus auch die richtige Körperöffnung penetrierten. Das Ganze zog sich offenbar über geraume Zeit hin. In manchen Fällen liess man dabei die Familie zusehen, auch darüber hinaus gab es oft viele Zuschauer. Speziell kamen zu solchen Gelegenheiten immer einige Militärs, die sich bei diesem Anblick ‚einen herunter holten‘. Es wurde auch fotografiert und gefilmt.

Als verspäteter Beitrag zum Tode Pinochets seien hier einige Berichte von Frauen und Mädchen in Auszügen zitiert, um deutlich zu machen, wie „zivilisiert“ und geschmackvoll Pinochet und seine Folterknechte waren:

Frau, gefangengenommen im Oktober 1975, im Regiment Arica in La Serena:

„Ich war im fünften Monat schwanger, als ich gefangen genommen wurde. … Stromfolter an Rücken, Vagina und After; (…) auf dem Boden mit gespreizten Beinen festgehalten wurden mir Ratten und Spinnen in Vagina und After eingeführt, ich fühlte, wie sie mich bissen, ich wachte in meinem eigenen Blut auf; sie zwangen zwei Gefangenenärzte, mit mir Sex zu haben, (…) ich wurde an Orte gebracht, wo ich unzählige Male und immer und immer wieder vergewaltigt wurde, manchmal musste ich den Samen der Vergewaltiger schlucken oder ich wurde mit ihrem Ejakulat im Gesicht und auf dem ganzen Körper beschmiert; (…)

Frau, Región Metropolitana, 1974:

Nachdem ich von den Folterern vergewaltigt wurde, wurde ich schwanger (…). Ich erlitt Elektroschocks, (…) und Verbrennungen mit Zigaretten. Sie zwangen mich, Drogen zu nehmen, vergewaltigten mich, ließen einen Hund mit mir Sex haben und führten lebende Ratten in meine Vagina und meinen gesamten Körper ein. Sie zwangen mich, Sex mit meinem Vater und meinem Bruder zu haben, die auch gefangen waren (…)

Mädchen, 14 Jahre, VII. Region, 12 Tage im Gefängnis, 1973:

„… Ich wurde nackt ausgezogen (…) Danach zog sich einer von ihnen die Hosen aus und holte seinen Penis raus und zwang mich, ihn mit meinem Mund steif zu machen. Danach kam der andere und danach der nächste… (…) waren es (…) Militärs, denen ich es mit dem Mund machen musste, (…) kam in meinem Mund (…)“

Von einem Mädchen, ebenfalls minderjährig, in Chile wurde berichtet:

Sie war berühmt für ihre Schönheit, vor allem die großen, festen Brüste und den birnenförmigen Hintern. Es erschien die ganze militärische Hierarchie in dem Foltergefängnis, um sie nackt zu sehen, es sich von ihr mit dem Mund oder den Händen ‚besorgen‘ zu lassen oder sich an oder auf ihrem Körper zu befriedigen.

Wenn die Berichte stimmen, wurde sie täglich vier Stunden nackt in einem speziellen Raum angebunden, wo sie begrabscht wurde, sich an ihr gerieben wurde und man sie zwang, oral oder manuell die Phallen zu „bedienen“. Sie soll immer gleich drei auf einmal ‚abzufertigen‘ gehabt haben, einen mit dem Mund und zwei mit den Händen. Aussen herum standen andere Militärs, die sich bei dem Anblick befriedigten. Alles wurde fotografiert. Auf einem der Fotos, die herumgereicht wurden, sollen 15 erigierte Penisse zu sehen gewesen sein (fünf davon besonders klein). Die Gesichter der Militärs, soweit erkennbar, wurden auf den Fotos abgedeckt.

Ein anderes Bild, wahrscheinlich mit dem gleichen Mädchen, zeigt sie mit einer Schlinge um den Hals, die sie zwingt aufrecht zu stehen, sonst zieht sie sich zu. Hinter ihr steht eine Militär mit heruntergelassener Hose und reibt seine Phallus zwischen ihren Hinterbacken, während er ihre Brüste mit den Händen drückt. Neben ihr stehen zwei Militärs mit offenem Hosenstall, deren Phallen sie reibt und auf einem Stuhl vor ihr steht ein anderer Militär, ebenfalls mit den Phallus sichtbar, den sie lutschen muss.

Sie wurde zwar nicht durch Penetration vergewaltigt, aber alles andere musste sie über ich ergehen lassen. Höhere Dienstgrade durften sie allein für sich haben. Sie legten sich auf sie, lutschten an den großen Brüsten und rieben den Phallus an den Oberschenkeln bis zum Höhepunkt. Andere bevorzugten die Form, dass das Mädchen auf dem Bauch liegend gefesselt wurde und sie sich auf sie legten, die Brüste umfassten und ihren ‚Schwanz‘ zwischen den Hinterbacken des Mädchens rieben. Eine dritte Form des Einzelsex mit hohen Offizieren war die, den Phallus zwischen ihren Brüsten zu reiben. Auch hiervon gibt es jeweils Fotos. Auf einem der Fotos kann man im Hintergrund über einem Stuhl eine chilenische Generalsunform erkennen.

Von dem gleichen Mädchen (eventuell war es auch ein anderes) ist auch bekannt, dass sie wöchentlich in die Residenz eines der Generäle gebracht wurde, wo sie dem Sohn des Generals zur Verfügung gestellt wuerde, der selbst kaum viel älter als sie war. Der Sohn liess sie jeweils „lutschen“ bis er ‚kam‘, wobei er sie zwang, das Ejakulat zu schlucken. Er versuchte auch jeweils, sie durch Lecken und Reiben am Kitzler zum Höhepunkt zu bringen. Auch davon wurden Fotos gemacht.

Ein anderer General hatte offenbar eine bisexuelle Geliebte. Das Mädchen wurde an einen Ort gebracht, wo es stundenlang der Geliebten zu homosexuellem Sex zur Verfügung stehen musste, während der General zusah und sich stimulierte. Die ganze Szene wurde wieder gefilmt, wobei der General nur als Schatten im Vordergrund zu sehen ist.

In einer der Sektionen in Chile war es an der Tagesordnung, dass man gefangene Frauen dazu zwang, miteinander in 69-Stellung Oralsex zu machen. Die Wärter (und eigens eingeladene Personen, hauptsächlich Militärs) standen aussen herum, machten Fotos und befriedigten sich bei dem Anblick.

In einer anderen Sektion machte man sich eine Freude daraus zu versuchen, gefangene Frauen zum Höhepunkt zu bringen und dies zu dokumentieren. Man hatte Gummiphallen und Vibratoren. Besonders bei jungen Frauen und Mädchen, die noch keine oder wenig sexuellen Erfahrungen hatten, aber auch bei anderen Frauen, gelang dies auch öfters. Die Frauen wurden gezwungen sich selbst zu stimulieren. Man machte dann Fotos und Filme von der Frau in Extase mit dem Sex-Werkzeug in der Vagina. Diese Fotos wurden dem Ehemann oder Vater gezeigt. Wenn er nicht bestimmte Angaben machte, würde dies Foto oder dieser Film veröffentlicht.

In Chile wurden nach der Diktatur auch die Filmaufnahmen und Fotos zum Erpressen von Ex-Gefangenen und Angehörigen benutzt. Man drohte mit dem Veröffentlichen, wenn Aussagen gegen die Folterer gemacht würden. Speziell Abbildungen von Sex Vater-Tochter, Mutter-Sohn, Vater-Sohn, von verheirateten Frauen mit anderen Männern, von Sex mit Tieren (die Hunde in einer der Sektionen waren bekannt dafür, dass sie bereits eine Erektion bekamen, wenn sie eine nackte Frau sahen und rochen), von doppelter Penetration von Frauen (von vorn und hinten) und von erzwungenen homosexuellen Handlungen, sowohl unter Männern als auch unter Frauen, wurden dazu verwendet.

Die hier erwähnten Beschreibungen von Fotos aus Chile entstammen einem persönlichen mündlichen Bericht eines Chilenen an den Autor.

Aber auch die Folterknechte anderer Ländern stehen diesen um nichts nach. Auffallend ist, dass es sich oft um engste Verbündete der Vereinigten Staaten handelt, die so viel Freude am Foltern haben (aber nicht nur):

Hier Auszüge aus einem Bericht von Frauen-Folterungen aus der Türkei:

„Während ihr die Augen verbunden waren musste sie sich nackt ausziehen, (…) Einer der Beamten zog sich ebenfalls aus und rieb seine Hände und seinen Penis an ihr. [Gemeint ist, dass er sie von hinten umfasst und die Brüste ergriffen und gedrückt hat, während er den Phallus zwischen ihren Hinterbacken rieb, bis er zum Orgasmus kam.](…) Am letzten Tag ihrer Polizeihaft sei sie wieder nackt ausgezogen und sexuell belästigt worden. [Wiederum die Befriedigung zwischen den Hinterbacken].(…) Die Polizisten hätten versucht ihr den [Wasser-] Schlauch in den Anus einzuführen.

Auch N.C. berichtete, dass sie in ähnlicher Weise wie S.Y. sexueller Folter unterworfen wurde [In ihrem Fall hat der Folterer sich nicht zwischen den Hinterbacken, sondern an ihrem Oberschenkel befriedigt.]. Unter anderem sei sie mit Vergewaltigung bedroht und an ihre eine Vergewaltigung vorgetäuscht worden [gemeint ist, der Folterer hat sich an ihr befriedigt ohne einzudringen], und ihr wäre ein Penis in den Mund eingeführt worden, während ihre Hände auf dem Rücken gefesselt waren.[Auch hier blieb es natürlich nicht beim Einführen in den Mund, sondern sie wude auch gezwungen zu lutschen und den Mann zum Höhepunkt zu bringen. In der Regel wird die Frau dann auch mit dem Sperma beschmiert.]“

Hier ein Auszug eines Berichts über Folter an Frauen in China:

„(…) Wir weiblichen (…) wurden alle nackt ausgezogen und mit gespreizten Beinen 26 Tage lang auf ein Bettbrett gebunden. Wir (…) erlitten sexuelle Übergriffe von Polizisten, Ärzten und männlichen Insassen.“

Dieser Bericht ist eine wenig deutlich Form der Aussage, dass die Frauen 26 Tage ununterbrochen vergewaltigt und sexuell missbraucht wurden.

Hier aus einem Bericht über Übergriffe mit Folter des Militärs in Indonesien:

„Dann legten die Soldaten ein erhöhtes Brett auf den Strand. Die beiden mußten sich auf das Brett legen. Ihr Freund wurde dann gezwungen, J. zu vergewaltigen. Zwei Soldaten hielten ihre Beine fest, zwei andere ihre Arme und der Freund wurde zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Die anderen Soldaten sahen zu, einige machten (…) Fotos.“

Es ist offensichtlich: Photos und Videos dienen in den meisten Fällen dazu, sich später sexuell zu befriedigen.

Es wird aus solchen Berichten in aller Deutlichkeit klar: Folter hat mit vielem zu tun, nur nicht mit dem Finden von Wahrheit.

In der Regel haben die meisten Folterer zu allen Zeiten angegeben, es ginge ihnen um die Wahrheit, aber dies hat lediglich dazu gedient, ihre wahren Intentionen zu verstecken. Das ist heute nicht anders.

deutschland

Dumme G8-Medien

Michael Schulze von Glaßer – In den letzten Monaten wurde in den Mainstream Medien vermehrt über den G8-Gipfel und seine Kritiker berichtet. Umso erstaunlicher, dass diese Presse den Unterschied zwischen Globalisierungsgegnern und Globalisierungskritikern immer noch nicht so recht verstanden hat. So sprechen sogar die öffentlich rechtlichen von Globalisierungsgegnern wenn sie Kritiker des G8-Gipfels meinen.

Globalisierungsgegner?
Es gibt nur eine relativ kleine politische Gruppe die „Globalisierung“ ablehnt und die somit als Globalisierungsgegner bezeichnet werden kann – Rechtsextremisten. Für den 2.Juni 2007 hat die rechtsextreme NPD einen Aufmarsch unter dem Motto „Gib 8 – Es gibt keine gerechte Globalisierung“ in der Mecklenburg-vorpommerischen Landeshauptstadt Schwerin angemeldet. Auf einem kürzlich im SPIEGEL erschienen Foto lichteten sich die Rechtsextremisten mit einem großen Transparent „Globalisierung ist Völkermord“ ab – trotzdem wirft auch der SPIEGEL die Globalisierungskritiker und die rechtsextremen Globalisierungsgegner in einen Topf.

Globalisierungskritiker?
Das gros an Menschen die gegen den G8-Gipfel protestieren werden ist, mit Ausnahme der rechtsextremen Globalisierungsgegner, wohl am besten als Globalisierungskritiker zu bezeichnen. Diese Menschen sehen in „Globalisierung“ etwas positives, kritisieren jedoch die neoliberale Art heutiger Globalisierung. Selbst die wohl bekannteste globalisierungskritische Organisation, attac, wird in den Mainstream Medien oft als „Globalisierungsgegner“ bezeichnet.

Fazit
Es mögen nur wenige Buchstaben sein die Globalisierungsgegner und Globalisierungskritiker unterscheidet doch inhaltlich liegen Welten zwischen den Bezeichnungen. Dieses Phänomen kann als gutes Beispiel für die Qualität von Medien genommen werden – was ein vernichtendes Urteil für die deutschen Massenmedien wäre!

vermischtes

China wächst in beeindruckendem Maß

Karl Weiss – Jedes Jahr erneut werden mit Spannung die offiziellen Zahlen der internationalen Vergleiche der Brutto-Sozialprodukte der Länder erwartet, speziell jetzt, nachdem die neuen Vergleichsmethoden China bereits in der Nähe der USA sehen. Nach den jetzt veröffentlichten ersten Zahlenreihen der CIA hat China aber bisher die USA noch nicht überholt. Die Reihenfolge der ersten vier bleibt unverändert: USA, China, Japan, Indien.

In diesem Artikel wurde bereits der internationale Vergleich der Bruttosozialprodukte (genau gesagt Brutto-Inlandseinkommen, in Englisch: Gross Domestic Product – GDP) für die Zahlen des Jahres 2005 vorgestellt. Ebenso wurde dort über die zwei Methoden gesprochen, mit denen diese Vergleiche angestellt werden können: Die übliche, die von den offiziellen Wechselkursen der Währungen ausgeht und die Methode PPP (Purchasing Power Parity), die versucht, die wirkliche Kaufkraft zwischen den Ländern zu vergleichen, was offenbar weit realistischere Zahlen ergibt.

Es gibt drei Institutionen, die solche Listen mit internationalen Vergleichen des GDP herausgeben: Die CIA (die tut auch einmal etwas Nützliches) veröffentlicht bereits zum Jahresanfang eine Liste, die auf Schätzungen beruht, dann kommt der Internationale Währungsfond (IWF, auf Englisch: International Monetary Found, IMF) und als drittes die Weltbank, die jene Zahlen aufgrund der Angaben der nationalen Institute ausarbeiten. Die beiden letzteren stehen allerdings erst gegen die Jahresmitte zur Verfügung.

Im Moment kann also nur die Schätzung wiedergegeben werden, welche die CIA bereits für die Zahlen von 2006 herausgegeben hat.

Zum Vergleich seien hier noch einmal (aus dem oben verlinkten Dossier) die Zahlen von 2005 berichtet (ebenfalls nach der PPP-Methode, es ergibt keinen Sinn mehr, die Zahlen auf der Basis offizieller Wechselkurse zu vergleichen, die von völlig sachfremden Faktoren wie Spekulation beeinflusst sind):

2005-Zahlen
“Hier die Liste der ersten Zehn 2005, GDP (Brutto-Inlandseinkommen) nach PPP-Methode, mit der absoluten Zahl des IMF (in Milliarden „Internationalen Dollar“ – Billions of Dollar im Englischen -) und den Prozentzahlen von der Gesamtsumme aller Inlandseinkommen weltweit von IMF/CIA:

1. USA // 12 278 // 20,3% / 20,8 %
2. China // 9 412 // 15,4 % / 13,7 %
3. Japan // 3 911 // 6,4% / 6,6%
4. Indien // 3 633 // 5,9% / 6,2%
5. Deutschland // 2 522 // 4,1% / 4,1%
6. UK // 1 833 // 3,0% / 3,1%
7. Frankreich // 1 830 // 3,0% / 3,1%
8. Italien // 1 668 // 2,7% / 2,8%
9. Brasilien // 1 577 // 2,6% / 2,6%
10.Russland // 1 576 // 2,6% / 2,6%

Zum Vergleich:

Welt // 61 078 // 100%
EU // 12 427 // 20,3/20,4%
Summe der ersten 10 // 40 240 // 65,8/65,6%”

„Danach gibt es die Gruppe der Nationen 11 bis 15, die in allen … Aufstellungen, allerdings in verschiedener Reihenfolge, die folgenden Länder umfasst: Kanada, Spanien, Mexiko, Südkorea und Indonesien.“

2006-Zahlen
Die Liste für 2006 (nach CIA) sieht folgendermaßen aus (ebenfalls wieder in Milliarden internationaler Dollars):

1. Vereinigte Staaten // 12 980 // 19,9%
2. China // 10 000 // 15,4%
3. Japan // 4 220 // 6,5%
4. Indien // 4 042 // 6,2%
5. Deutschland // 2 585 // 4,0%
6. UK // 1 903 // 2,9%
7. Frankreich // 1 871 // 2,9%
8. Italien // 1 727 // 2,7%
9. Russland // 1 723 // 2,7%
10. Brasilien // 1 616 // 2,5%

Zum Vergleich:
Welt // 65 000 // 100%
EU // 12 820 // 19,7%
Summe der ersten Zehn: 42 667 // 65,6%

Die folgenden auf der Liste (Plätze 11 bis 15) sind die gleichen wie letztes Jahr, diesmal (bei der CIA) in folgender Reihenfolge: Südkorea, Kanada, Mexiko, Spanien, Indonesien.

Wer mehr und genaueres sowie spezielle Zahlen bestimmter Länder wissen will, kann in das englische Wikipedia (en.wikipedia.org) gehen, dort als Suchbegriff GDP eingeben und dann unten auf der Seite auf „List of countries by GDP (PPP)“ klicken.

Vergleich
Vergleicht man die Zahlen von 2005 und 2006, so sind wesentliche Veränderungen festzustellen:

1. China verweist mit seinem außerordentlichen Wachstum alle anderen Länder auf die Plätze. Es nähert sich mit deutlicher Geschwindigkeit dem GDP der Vereinigten Staaten an und wird diese voraussichtlich bald überholen. Es hat (nach diesen Zahlen der CIA) fast zwei Prozent des Welt-GDP in einem einzigen Jahr zugelegt, das ist fast soviel wie das ganze GDP der Nummer Zehn, Brasilien. Sowohl die USA als auch die EU haben an Anteil des Welt-GDP verloren, obwohl die USA z.B. ein kräftiges Wachstum um die 700 Milliarden Dollar aufweisen konnte. Hier kommt noch dazu, dass die CIA-Zahlen im letzten Jahr China stark unterschätzten im Vergleich zu den Zahlen des WMF und der Weltbank. Wenn dies diesmal wieder so ist, so kann man auf eine Überraschung gefasst sein, wenn deren Zahlen für 2006 veröffentlicht werden. Vielleicht ist China bereits Nummer 1 der Welt oder jedenfalls sehr nahe den USA.

2. Fast alle anderen Länder unter den ersten Zehn haben Anteile am Welt-GDP verloren, mit Ausnahme von Indien, das seinen Anteil etwa halten konnte (also auch kräftig wuchs) und von Russland, das fast ebenso stark wie China wuchs (wenn auch auf weit kleinerer Grundlage) und Brasilien überholte. Russland hält jetzt den 9. Platz auf der Welt und bedroht bereits ernsthaft den 8. Platz Italiens. Das letzte der vier „Emerging Countries“ (BRIC-Countries: Brasilien, Russland, Indien, China), Brasilien, dagegen hat mit einem niedrigen Wachstum von etwa 4% den 9. Platz verloren.

3. Der Anteil der ersten Zehn am Welt-GDP blieb praktisch genau gleich. Abgesehen von den starken Veränderungen, die jene drei Volkswirtschaften China, Indien und Russland verursachen, sind die Zahlen bei generell geringem Wachstum also sehr vergleichbar mit dem Vorjahr. Es gibt kein Aufholen der Entwicklungsländer, aber auch kein Davonlaufen der entwickelten Länder (immer abgesehen von jenen drei Ländern).

4. Das Wachstum der USA um etwa 700 Milliarden Dollar ist praktisch völlig auf die Kriege zurückzuführen, die man führt, den Irak-Krieg, den in Afghanistan und die Hilfe für Israel im Krieg gegen den Libanon im Juni.

Diese 700 Milliarden Dollar repräsentieren ziemlich genau die Ausgaben für diese Kriege im Jahr 2006 (Die Kriegsausgaben gehen in dem Masse in die GDP-Zahlen ein, wie sie Firmen-Einkommen für die Waffenkäufe erzeugen und wie sie persönliche Einkommen für die Soldaten erbringen). Finanziert wurde all diese Militärausgaben durch neue Staatsanleihen, die in großen Teilen von China und Japan gekauft wurden (was auf das Finanzieren dieser Kriege hinausläuft). Auf der anderen Seite heißt dies, die US-Wirtschaft hat (fast) keinerlei Wachstum mehr aufzuweisen, wenn nicht kriegsbedingt.

Das belegt, was bereits wiederholt hier gesagt wurde: Ohne die „Kriege gegen den Terror“ wäre längst eine Weltwirtschaftskrise ausgebrochen, denn die US-Wirtschaft hätte keinerlei Wachstum mehr, was nach bisherigen Erfahrungen auf alle anderen übergreift. Eine der wesentlichen wirklichen Gründe für den Irak-Krieg, wie auch für die aktuelle Ausweitung der Aktionen in Afghanistan, ist der Versuch des Hinauszögerns der Wirtschaftskrise.

Dies hat allerdings alle Spannungen innerhalb des weltweiten Finanzsystems weiter geschürt, was nach aller Logik zu einer weit tieferen Krise führen müsste, wenn sie schließlich doch ausbricht. Man muss davon ausgehen, die Finanz-und Wirtschaftsexperten der US-Regierung suchen in diesem Moment verzweifelt einen Ausweg aus dieser Situation, der die USA nicht in eine abgrundtiefe Krise wirft.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dies zur Wahnsinnstat eines Überfalls auf den Iran führt, um weiter Zeit zu gewinnen.

Doch dann würde den USA eine Rechnung präsentiert, die sie nicht zahlen können: Die Ölrechnung. Würde im Zuge eines Iran-Überfalls der Ölpreis in die Nähe der 100 Dollar pro Barrel steigen oder sogar höher – und das ist extrem wahrscheinlich -, würde die Rechnung für das importierte Öl der USA so ansteigen, dass Japan und China dies nicht mehr finanzieren könnten. Dann wäre die Weltwirtschaftskrise unaufhaltbar – und es wäre abzusehen, die USA könnten am Ende dieser Krise und dieser Kriege ihren Status als alleiniger Herrscher der Welten verloren haben.

zeitgeschichte

Der Kampf der Kulturen, Teil 2

Karl Weiss – In diesem Teil von “Kampf der Kulturen“ wird nun untersucht, wie es denn nun mit der Gefährdung „des Westens“ aussieht. Stehen wir wirklich kurz vor der Übernahme der Regierungen in Europa und den USA durch die Muslims?

Im ersten Teil von „Kampf der Kulturen“hatten wir uns erst einmal klar gemacht, dass es sich um einen Krieg der Religionen handelt, der da gepredigt wird, nicht um einen der Kulturen. Weiterhin wurde uns klar, wie der Kern der „jüdisch-christlichen Werte“ aussieht, die wir angeblich gegen den Ansturm des Islam verteidigen müssen. Beim genaueren Hinsehen stellte sich heraus, sie stellen sich eigentlich nicht so verteidigenswert dar.

In diesem Teil also die Bedrohung. Es wird von interessierten Kreisen so dargestellt, dass wir hier in Europa unter einer Einkreisung durch den Islam leben, der demnächst die Regierungen in Europa und dann wohl auch in den USA übernehmen wird.

Sieht man sich die Länder an, die wesentlich vom Islam geprägt sind, wie z.B. Marokko, Algerien, Ägypten bzw. sogar den Islam als Staatsreligion haben, wie etwa Pakistan, der Iran, aber auch Saudi-Arabien, ebenso wie jene Länder, die zwar eine mehrheitlich islamische Bevölkerung haben, aber eine relativ feste Trennung von Staat und Religion aufweisen, wie etwa Syrien, der Libanon, die Türkei oder Indonesien (früher auch der Irak – man sehe sich an, was der Überfall der USA mit seinen Verbündeten angerichtet hat), so kommen wir schnell zu dem Schluss: Selbst wenn sich diese Länder alle zusammenschließen würden (wofür nicht die geringsten Anzeichen bestehen) und einen Angriff auf Europa oder die USA oder gar auf beide unternehmen würden, bestünde nicht die geringste Gefahr. Sie sind weder militärisch noch von den Kräften her, die wirtschaftlich einen solchen Krieg unterstützen und unterhalten müssten, in der Lage, auch nur eine Bedrohung darzustellen für die modernen militärisch hochgerüsteten Staaten Europas oder gar für die die USA.

Würden diese Länder tatsächlich einen solchen Angriff wagen, wofür nichts spricht, so wäre ein solcher Krieg innerhalb von Wochen beendet und die islamischen Länder hätten eine vollständige Niederlage erlitten. Dies ist so offensichtlich, dass die Apologeten des „Krieges der Kulturen“ dies auch gar nicht behaupten. Was also sagen sie?

Sehen wir uns zu diesem Zweck einen Artikel an, der in der „Welt“ im Internet am 17. April 2007 unter dem Titel „Die dritte Angriffswelle auf Europa rollt“ erschien, von einem US-Ex-Professor, der sich als Experte in Islamfragen vorstellt, einem gewissen Bernard Lewis. Man könnte natürlich auch einen Text von Henryk Broder verwenden, aber damit würde man ihm schon zu viel Ehre erweisen.

Lewis schreibt dort, wie sich diese Leute die Gefährdung durch den Islam vorstellen: „Die dritte Angriffswelle nimmt eine andere Form an: Terror und Einwanderung.“

Vorher hatte er die beiden ersten Angriffswellen vorgestellt: Die erste war jene, die im Mittelalter von Arabern und Mauren geführt wurde und sogar für kurze Zeit zu einer Besetzung des heutigen Spaniens führte. Die zweite sei jene Attacken gewesen, die durch die Türken in der Zeit der Renaissance und kurz danach vorgebracht wurden. 1453 hatte man Konstantinopel erobert, das ab dann zu Istanbul wurde. In der Folge wurde für eine ganze Zeit der Balkan oder jedenfalls bedeutende Teile davon erobert und gehalten. 1528 und 1683 konnte man bis Wien vorstoßen und die Stadt belagern, wurde aber jeweils zurückgeschlagen.

Nun, kommt also die dritte Angriffswelle und sie wird durch Terror und Einwanderung vorgetragen. Der Artikel in der ‚Welt online’ kommt zusammen mit einem Bild ohne erkennbaren Zusammenhang mit dem Artikel, wo allerdings die Worte „Kanak Attack“ zu sehen sind. Man merkt die Absicht an der Auswahl des Bildes. So führt man faschistische Schlagworte in einen Welt-Artikel ein, ohne dies explizit getan zu haben.

Lesen wir einmal, wie sich Lewis das etwa vorstellt:

„In Europa haben die Muslime auch die Freiheit der Meinungsäußerung und der Bildung, die ihnen zu Hause fehlt. (…) Dies ist ein großer Anreiz für Terroristen, die emigrieren. Terroristen haben in Europa – und bis zu einem gewissen Grad in Amerika – eine viel größere Freiheit, Anschläge zu planen und auszuführen als in den meisten islamischen Ländern.

(…)

In Europa wie in den Vereinigten Staaten ist eine häufige Antwort Multikulturalismus und Political Correctness gewesen. In der islamischen Welt erlegt man sich keine solchen Zurückhaltungen auf. Man ist dort sehr identitätsbewusst. Muslime wissen, wer und was sie sind und was sie wollen – eine Eigenschaft, die wir großteils verloren zu haben scheinen. Den radikalen Muslimen ist es gelungen, in Europa Verbündete zu finden. Nach links üben sie eine Anziehungskraft auf die antiamerikanischen Segmente in Europa aus, für die sie sozusagen die Sowjetunion ersetzt haben. Nach rechts üben sie eine Anziehungskraft auf die antijüdischen Segmente in Europa aus, für die sie die Achsenmächte ersetzen. Es ist ihnen gelungen, unter beiden Flaggen beachtliche Unterstützung zu gewinnen. Für einige Leute in Europa ist der Hass offenbar stärker als ihre Loyalität.“

(…)

Einige Türken in Deutschland machen davon [einem angeblichen Schuldgefühl wegen des Holocausts] sehr geschickt Gebrauch, um mit deutschen Schuldgefühlen herumzuspielen, damit effektive Maßnahmen zum Schutz der deutschen Identität verhindert werden – die, wie andere in Europa, mehr und mehr gefährdet wird.

(…)

Ist die dritte Welle erfolgreich? Das ist gar nicht ausgeschlossen. Muslimische Einwanderer haben einige klare Vorteile. Sie haben Glut und Überzeugung, die in den meisten westlichen Ländern entweder schwach sind oder ganz fehlen. Sie sind überzeugt von der Gerechtigkeit ihrer Sache, während wir viel Zeit damit verbringen, uns selbst zu erniedrigen. Sie verfügen über Loyalität und Disziplin und – was vielleicht am wichtigsten ist – sie haben die Demografie auf ihrer Seite.“

Interessant, was wir von diesem Mann aus den USA über Europa lernen, nicht wahr? Haben Sie Europa wiedererkannt? Wenn sie das nicht eindeutig mit einem „Nein“ beantworten können, dann sind Sie auch schon Opfer der „Kampf-der-Kulturen-Propaganda“ geworden.

Waren Anwerbekolonnen der damaligen Bundesregierung etwa Instrumente des extremistischen Islamismus?

Stellen wir uns einige einfache Fragen. Sind die Muslims in Europa wirklich hierher gekommen, um die Macht in Europa zu übernehmen? Oder weil sie Terroranschläge begehen wollen? Die Türken in Deutschland zum Beispiel. Wurden sie nicht in den 50er und 60er-Jahren mit Anwerbekolonnen aus der Türkei geholt? Waren diese Anwerbekolonnen der damaligen Bundesregierung etwa Instrumente des extremistischen Islamismus?

Sind wirklich in Europa (und den USA) weit mehr Terroranschläge islamistischer Extremisten verübt worden als in den Ländern des Norden Afrikas und des Nahen Ostens? Nach offizieller Version wurden drei bei uns ausgeübt, über 40 dort (in dieser Zählung sind die Anschläge in Israel und jene im Irak nicht mitgezählt).

Ist es wirklich so, dass es einen beständigen Antiamerikanismus in Europa gibt (also eine Ablehnung der Vereinigten Staaten als Land und als Volk, nicht der dortigen Regierung), der früher als Sympathie mit der Sowjetunion zum Ausdruck kam und heute als Sympathie mit extremistischen Muslims?

Ist es wirklich so, dass die „Multikulti-Aktivitäten“, also die Versuche, Immigranten zu integrieren, indem man die eigene Kultur öffnet, zur Unterstützung von extremistischen muslimischen Terroristen geführt haben?

Ist es wirklich so, dass die Ablehnung rassistischer Hetze (hier fälschlich und absichtlich mit dem unsinnigen Konzept der ‚political correctness’ bezeichnet) zur Unterstützung von Terroristen führt?

Ist es wirklich so, dass Europa voll von „antijüdischen Elementen“ ist (gemeint sind offenbar Faschisten), die früher die Achsenmächte (also das faschistische Deutschland und das faschistische Italien) unterstützt haben und heute die extremistischen Islamisten unterstützen? Sind die faschistischen Gruppierungen in Europa nicht sogar genau auf Gegenkurs, nämlich jenem, der die Ausweisung der Immigranten und speziell der Muslims fordert (in verdächtiger Nähe zur Position des Professors)?

Nutzen die Türken in Deutschland wirklich „geschickt“ ein angebliches allgemeines Gefühl des Schuld wegen des Holocausts aus, um Vorteile für die Positionen des extremistischen Islamismus zu erlangen? Gibt es überhaupt einen erwähnenswerten extremistischen Islamismus unter den Türken in Deutschland?

Kennen Sie in ihrem Bekannten- und Familienkreis oder sonst in ihrer Umgebung auch nur einen einzigen, der Schuldgefühle wegen des Holocausts hat oder der viel Zeit damit verbringt, sich selbst zu erniedrigen?

Sind jene, die uns solche Schuldgefühle einreden wollen, wie die „Antideutschen“ und Herr Broder, der Spiegel und die Springerpresse, nicht genau jene, welche die Positionen des „Kampfes der Kulturen“ verbreiten, so wie Professor Lewis, der ja nicht umsonst im Springerblatt „Welt“ übersetzt wird. Jene, die uns immer einreden wollen, wir dürften die Regierungen Israels und der USA wegen ihrer Schlächtereien nicht beschuldigen, denn wir hätten ja noch eine Schuld abzutragen und das sei „Antisemitismus“, wenn man die israelischen Terrorüberfälle anklagt?

Brauchen wirklich die extremistischen Islamisten nur weiterhin „in so großer Zahl“ nach Europa zu emigrieren und viele Kinder kriegen, dann haben sie in absehbarer Zeit in Europa die zahlenmäßige Mehrheit (Demographie)? Sind wirklich alle oder fast alle Mohammedaner, die nach Europa kamen und kommen, extremistische Islamisten?

Gibt es wirklich eine stark steigende Zahl solcher Immigranten in letzter Zeit (die Immigration nach Europa ist heute bei etwa einen Zehntel der Zahlen in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts)? Ist es nicht so, dass bei einer Fortführung der heutigen Zahlen von Immigration und Geburtenüberschuss die Mohammedaner (angenommen, es seinen alle extremistische Islamisten) noch etwa 1000 Jahre bräuchten, um zu einer zahlenmäßigen Mehrheit zu kommen in Europa?

Man braucht nur diese Fragen zu stellen, um zu sehen, die Aussagen des Professors sind Unsinn.

Gleichzeitig konnten wir auch noch bemerken, diese Positionen des „Kampfes der Kulturen“ stehen in ideologischer Nähe zum Faschismus, der uns ebenfalls einreden will, wir hätten Schuldkomplexe wegen des Holocausts und die Ausländer in Europa seien unser Untergang, so wie man uns damals einreden wollte, die Juden seien unser Untergang.

Es gibt keine Gefährdung durch islamische Einwanderung. All dies wird von interessierten Kreisen erfunden, um uns auf den Geschmack zu bringen, den Kriegskurs der US-Regierung, der israelischen Regierung und ihrer Vasallen in der NATO, einschließlich Frau Merkel, zu unterstützen.

Allerdings haben wir in diesem zweiten Teil noch nicht den eigentlichen Terrorismus islamistischer Extremisten untersucht. Das wird einem dritten Teil vorbehalten bleiben.

medien

Das jüngste Gericht

Lukas Vogelsang – Die Schweiz ist ein lustiges Land, das haben wir hier schon ein paar Mal erwähnt. Im Frühsommer des Aprils, mit unseren Sennenkäppli und Alphörnern, spielen wir unsere Sandkastenspielchen. Feinstaub und Katzenkot sehen wir natürlich nicht. Zwischendurch zerstören wir des Nachbars Sandburg und dann lachen wieder alle. Nur jener vor dem getrümmerten Sandhaufen rumpelt fünf Minuten vor sich hin, spielt dann aber wieder munter weiter. Der Sandkasten hat einen Namen: «Demokratie». Und jeder und jede, die darin spielen wollen, erhalten genügend Becherchen, Schäufelchen und Kesseli – eben ganz sozialistisch, kommunistisch, kapitalistisch, nationalistisch, violett, dunkelblau und pink… Es ist alles demokratisch und hat bestens Platz im Sandkasten.

Die Schweizer spielen also in der «Demokratie», das Spiel heißt «Neutralität». Und wir müssen uns um nichts sorgen, denn alle wissen: Wenn in der Demokratie mal etwas nicht klar ist, dann gibt’s ein Gericht. Also, nicht ein demokratisches Gericht, sondern eines, das alles weiß, eines, welches über allem steht: das Militärgericht. Und da ein Militärgericht nicht demokratisch ist, muss es sich nicht um Sozialisten, Kommunisten, Kapitalisten und Nationalisten kümmern. Nur um die Journalisten. Dieses Lumpenpack hat nämlich die Eigenschaft, den Schweizern in der «Demokratie» die Spielregeln zu erklären, aber allem Anschein nach die falsche Version. Doch das ist ein alter Sandkastenhut (Schlapphut).

Nun, im ganzen Drama ging’s ja eigentlich um die Frage der Existenz von CIA-Gefängnissen in Europa. Das ominöse Fax, mit den veralteten Infos, das ein paar dreiste Journalisten veröffentlichten, war nur deswegen brisant, weil es zeigte, dass die Schweiz befreundete Regierungsbotschaften überwacht oder abhört. Es ging nicht um unerlaubte CIA-Gefängnisse. Die Journalisten mussten deswegen vor ein Sondergericht, eben dem Militärgericht, weil sie Informationen veröffentlicht hatten. Das macht alles total Sinn. Man fragt sich allmählich, wer hier in der Schweiz das Sagen hat: Das Militär oder das Militär?

In diesem Zusammenhang ist etwas Lustiges mit dem explodierten Tornado in Lauterbrunnen passiert. Eigentlich ist da ein Flugzeug verunglückt, nur war es ein deutsches Kriegsflugzeug auf einem angeblichen Trainingsflug. Nun stellt sich heraus, dass auch andere Kriegsflugzeuge in der Schweiz trainieren – für vielleicht Afghanistan oder so. Also, nicht nur die Flieger, sondern auch am Boden spielen ein paar Soldaten aus anderen Ländern. Das Militär hat damit wieder über den Sandkasten hinweg entschieden. Natürlich sind damit für den Schweizer und die Schweizerin nur ein paar Sandburgen kaputtgegangen – wenn überhaupt. Die Tornadoaffäre klingt wie eine misslungene Geheimoperation, die dummerweise in der Öffentlichkeit explodierte.

Dumm gelaufen, ein fremder Tornado sollte nicht alleine in der Schweiz rumkurven können – schon gar nicht, wenn er seine Flugerlaubnis erst in Emmen in Empfang nimmt. Es war immer nur von einem Flieger die Rede. Gespannt warteten wir also auf die Auswertung des Flugschreibers – mit der Gewissheit, dass uns das Militär sicher nicht erklären wird, was wirklich geschehen ist. Und es ist schwer anzunehmen, dass die Journalisten keine Fragen stellen werden – wenigstens keine elementaren und unangenehmen.

Zum Beispiel wäre da die Erkenntnis, dass der Flugschreiber überhaupt nichts mit der Flugerlaubnis zu tun hatte. Und so warteten alle auf die «Public-Related-Messages», eine durchgeknetete Schönwetternachricht, aufbereitet für die Medien mit dem Inhalt: Alles unter Kontrolle.

Zum Glück haben die SchweizerInnen in den Aprilferien eh nichts mitbekommen und nachträglich Fragen zu stellen, schickt sich nicht, der Alltag stellt uns vor ganz andere Probleme. Und da «20 Minuten» die meistgelesene Zeitung ist, müssen wir uns nicht um unsere demokratische Sandburg bangen. Unser jüngstes Gericht, das Militärgericht, wird’s richten.

Dieser Artikel erschien erstmalig im Berner Kulturmagazin ensuite

Fax Affäre
CIA-Fax-Affäre: Blick Journalisten freigesprochen
Drei Schweizer Journalisten kommen vors Militärgericht
Der Schlapphut
Schweiz: Mann wegen CIA-Fax in Haft
Schweizer Faxaffäre: Regierung verliert die Nerven
VBS Beamte abgeführt
Geheim-Fax lag im Intercity
Militärgericht hebt SonntagsBlick-Urteil auf
Brigade 41 – Sie liefern perfekte Leistungen ab
ONYX – Die langen Ohren der Schweiz
Spionage leicht gemacht
CIA-Agenten im Internet enttarnt
Meisterleistung oder tückische List?
Schweizer Militär am kuschen?
Helvetia schläft mit dem Boss! Und der Boss ist die CIA

Deutscher Tornado abgestürzt
Schweizer Neutralität geopfert?
Flugdatenschreiber des deutschen Tornado gefunden
Schweizer Behörden schuld am Tornado-Absturz?
Verkommt die Schweiz zum Kriegstrainingslager für Afghanistan?
Deutscher Tornado – Mal schnell über den Gletscher ziehen
Kein Witz – Bundeswehr-Tornado bei Lauterbrunnen abgestürzt

deutschland

Das magische Finale – Sind Drogerie-Schlecker und Harry Potter G8-Gegner?

onlineredaktion – Die taz schreibt, Polizei und Verfassungsschutz hätten in Hamburg gezielt die Post mehrerer Stadtteile durchsucht, um noch vor G8-Gegnern und einer Straftat am Tatort sein zu können. Den DHL-Briefkastenentleerern sollen sogar aus dem Kasten heraus Briefe entnommen worden sein – von Kriminalisten. Datenschützer bezweifeln, ob diese Stasi-Methode übereifriger Polizisten wirklich mit dem Paragrafen 129a des Strafgesetzbuches („Bildung einer terroristischen Vereinigung“) gedeckt sind. Der Staatsrechtler und Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, Norman Paech, sagte: „Sollte dies durch einen gerichtlichen Beschluss gedeckt sein, dann haben die Richter jedes Maß für Grundrechtsschutz verloren.“

Hat die Neugier des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA) sowie des Bundeskriminalamtes (BKA), deren Sprecher zu den Aktionen schweigen, als ginge es um den Inhalt des letzten Buches der Harry-Potter-Serie, wirklich mit den G8-Gegnern und G8-Kritikern zu tun? Oder hoffen sie das Manuskript des Buches zum „magischen Finale“ aus der Post zu fischen? Immerhin fanden die Postschnüffeleien in Bezirken wie Altona und Ottensen statt, und in Ottensen hat der Carlsen-Verlag sein Domizil. Aber hat der Carlsen-Verlag das Manuskript nicht längst erhalten, um es dem Übersetzer Klaus Fritz zu überlassen? Gibt es Hinweise, dass Harry Potter ein G8-Gegner ist? Auf die Gefahren seiner Zauberei hatte schließlich schon der Papst erzürnt hingewiesen.

Ein reges Interesse zeigen die beamteten Schnüffler nach Information der taz neuerdings auch für die Drogeriekette Schlecker. Die soll angeblich in Zusammenhang mit G8-Kritikern bzw. mit deren Aktionen stehen. Schlecker, ein Unterstützer der Brandanschläge? Oder ist Schlecker jetzt auch ein Opfer der polizeistaatlichen Methoden des Hamburger Innensenators Nagel, der sich einst von einem seiner Vorgänger, dem Rechtspopulisten Schill, als Polizeichef nach Hamburg holen ließ? Und alle Polizeiaktivität nur deshalb, weil es dort, in den Filialen von Schlecker, viele zauberhafte Waren gibt?

Übrigens: Harry Potter wird am 27. Oktober 2007 auf dem Markt kommen. Die Schweizer Post sucht dafür schon jetzt Freiwillige. Vor zwei Jahren standen 1.500 Mitarbeitende der Post im Einsatz, um in den frühen Morgenstunden 7.000 Exemplare an die ungeduldigen Leseratten auszuliefern. Die Deutsche Post, DHL, wird sicherlich auch zusätzliche Arbeitskräfte brauchen. Wäre das nicht für Herrn Nagel und viele seiner eifrigen Polizisten eine vorzügliche Möglichkeit, um an richtig brisante Informationen zu gelangen?

taz – Die Polizei schnüffelt in der Post
taz – Fahnder in der Drogerie