afrika

Angola: Reichtum, Armut und Demonstrationen

Dr. Alexander von Paleske — 30.6. 2012 —
Angola, frühere portugiesische Kolonie in Afrika, feierte vor zwei Monaten ein 10-jähriges Jubiläum: Ein Friedensjubiläum. 27 Jahre hatte der Bürgerkrieg nach Erlangung der Unabhängigkeit 1975 getobt, und das Land weitgehend zerstört.


Angola

Ein Land, das zu den potentiell reichsten Ländern Afrikas gehört:.

– Zweitgrösster Erdölexporteur Afrikas

– Grossproduzent von Diamanten

– Ein enormes landwirtschaftliches Potential dank des Klimas und der Regenfälle.

Nach Ende des Bürgerkrieges 2002 stieg das jährliche Wirtschaftswachstum auf über 10%.

Wenig zu feiern
Der Masse der Bevölkerung ist aber wenig nach Feiern zumute. In der Hauptstadt Luanda finden Demonstrationen gegen den seit 32 Jahren das Land regierenden Präsidenten Eduardo dos Santos statt.


Mail & Guardian (Südafrika) vom 22.6. 2012

Die Demonstranten, die sich Bewegung 7311 nennen, nach dem Tag der ersten Demonstration am 7.3. 2011, fordern den Rücktritt des Präsidenten, dessen (Familien-) Privatvermögen angeblich 31 Milliarden US Dollar betragen soll.

Die Regierung organisiert gegen die Protestbewegung Schlägertrupps unter dem Namen Cidado Pela Paz – Bürger für den Frieden..

Einem prominenten Mitglied der Bewegung 7311, dem Rapper Luaty Beirao, auch als Brigadeiro Mata Frakus bzw. Ikonoklasta bekannt, wurden offenbar 1,7 kg Kokain in Angola ins Fluggepäck geschmuggelt, und er daraufhin prompt auf dem Flughafen in Lissabon, aus Luanda kommend, verhaftet wurde.
Es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass sich der Rapper, der weder trinkt noch raucht und nie mit Drogen etwas zu tun hatte, sich als Drogenkurier oder Drogenhändler betätigte.

Auch Kriegsveteranen demonstrieren
Aber es ist nicht nur die Bewegung 7311, die demonstriert, auch Kriegsveteranen aus dem Bürgerkrieg demonstrierten vor zwei Wochen wegen der kümmerlichen Versorgungsrenten. Schwer bewaffnete Polizei trieb sie auseinander

Offensichtliche Gründe für Unmut
Die Gründe für diese Protestwelle sind offensichtlich:
Der Reichtum des Landes aus den Erdöleinnahmen wurde während des Bürgerkrieges nahezu vollständig für Waffeneinkäufe und zum Anheuern von Söldnern verwendet.

Nun wird zwar langsam die Infrastruktur wieder aufgebaut, die Eisenbahnstrecken – zum grossen Teil mit chinesischer Hilfe – repariert, und die Strassen erneuert.
Angola ist aber weit von einem ausreichendem Gesundheitswesen und der Versorgung mit sauberem Trinkwasser entfernt. Die heruntergekommenen Slums in der Hauptstadt Angolas, Luanda, mit den regelmässig ausbrechenden Choleraepidemien, stehen im krassen Gegensatz zu den Enklaven der dünnen Oberschicht, in deren tiefen Taschen rund 40% der Einnahmen aus den Rohstoffverkäufen verschwindet.

Weniger als 1 Dollar pro Tag
Zwei Drittel der angolanischen Bevölkerung leben von weniger als umgerechnet einem US Dollar pro Tag, und nur 25% der Kinder besuchen eine Schule (Zahlen von 2008).


Mail & Guardian (Südafrika) 23.3. 2012

Mehr noch:
Nun sollen nach dem Willen der Regierung Dos Santos die Einnahmen aus dem Ölgeschäft nicht etwa allein dazu dienen, das Land im möglichen und erforderlichen Umfang weiter zu entwickeln, die soziale Lage der Masse der Bevölkerung zu verbessern, sondern Anteile in den zur Privatisierung anstehenden Staatsbetrieben Portugals gekauft werden.

Einkaufen in Portugal statt Investieren in Angola
Angolas Präsident Dos Santos erklärte sich bereit, Portugal aus seiner akuten Finanznot zu befreien, und Teile seines Tafelsilbers zu kaufen.
Portugal muss mit dem Verkauf eine Auflage des IMF, verbunden mit der Gewährung eines 113 Milliarden US Dollar Kredits, erfüllen.
Dos Santos erklärte:

We are aware of the difficulties the Portuguese people have faced recently, and in such difficulties we must use our trump cards”.

Gemeint waren die Petrodollars.

Folgende Staatsbetriebe Portugals stehen zum Verkauf an:

– Energias de Portugal (Energieversorgung)

– REN, (Stromleitungen)

– TAP – Air Portugal (Nationale Fluglinie)

Schon früher dort Petrodollars investiert
Bereits jetzt besitzt Angola Anteile in:

– Portugals grösster Bank, Millenium BCP (12%)

– ESCOM, einer Minenfirma und Tochterunternehmen von Portugals Multi Grupo Espirito Santo

– Banco Portugues Negocios

Diese Bank ging zu einem Discountpreis von 40 Millionen Euro an die angolanische Banco BIC of Angola , die zum Teil der Tochter des Präsidenten Angolas, Isabel dos Santos (32), gehört.

Diese Dame ist bereits in jungen Jahren nicht nur zur reichsten Frau Angolas, sondern ganz Afrikas aufgestiegen.

Kaum durch harte Arbeit.

– Sie nennt bereits knapp 10% von Portugals Banco Português de Investimento (BPI) ihr eigen, die wiederum Angolas Banco Fomento de Angola (BFA) managt.

– Sie kaufte sich weiterhin in den portugiesischen Kabel-Fernsehsender ZON Multimedia ein.

– Auch die angolanische Supermarktfirma Condis darf sie ihr Eigen nennen.

Weitere Details siehe hier.

Kontrastprogramm
Dagegen steht:

– In den Slums der Hauptstadt Luanda gibt es keine durchgehende Versorgung mit sauberem Trinkwasser, das Resultat sind jährliche Ausbrüche der Cholera.

– Angola befindet sich auf Platz 148 von 187 des UN Human Development Index.

– Selbst nach der Statistik der Regierung Angolas leben 90% der Bevölkerung unter unangemessenen Bedingungen.

– Die Kindersterblichkeit ist eine der höchsten in der Welt, 20% aller Neugeborenen sterben vor Erreichen des 5. Lebensjahres.

– Die Korruption durchzieht die Staatsbürokratie wie der Gestank die Slums.

Nun stehen Wahlen an, welche die regierende MPLA wieder haushoch gewinnen wird. Das wird kaum die Unzufriedenheit der Masse der Angolaner vermindern, die vielmehr darauf warten, dass der Reichtum des Landes endlich zu einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensumstände führt.

Portugals Finanzkrise: Angola als Retter?

Willkommen in Afrika, Frau Merkel – Sie haben aber nichts im Gepäck und kommen außerdem noch zu spät

Angolagate in Frankreich – Geldgier, Geschütze und Granaten

medien

Die TAZ und Sarrazin – oder: Wenn ein Herrenwitz versucht als Satire daherzukommen

Dr. Alexander von Paleske 29.6. 2012


Am 18. Juni 2012 schrieb die TAZ auf ihrer Satireseite, die sie als die „einzige Satireseite einer Tageszeitung in der Welt“ bezeichnet, folgendes:

THILO SARRAZIN: SÜDLÄNDER ALS UNTERMENSCHEN
Thilo Sarrazin wird inzwischen von Journalisten benutzt wie eine alte Hure, die zwar billig ist, aber für ihre Zwecke immer noch ganz brauchbar, wenn man sie auch etwas aufhübschen muss

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=wa&dig=2012%2F06%2F18%2Fa0104&cHash=8cf4221b39

Hintergrund war eine Glosse in der Frankfurter Allgemeinen am Sonntag (FAS), worin Sarrazin sich wieder einmal über die Abwertungsnotwendigkeit der Währungen südeuropäischer Länder auslässt, aber nur von „Abwertung der Südländer spricht“.

Diese Äusserung in die Zange zu nehmen ist sicherlich richtig und notwendig, auch gegen eine Satire spricht gar nichts, wenn damit Sarrazin der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Wir selbst haben hier viele satirische Artikel gegen den „Herold der Deutschlandabschaffungsverhinderungsfront“ geschrieben.

Doppelschlag, der in die Hose geht
Aber die TAZ will einen Doppelschlag landen: einmal gegen Sarrazin und seine Thesen, und dann gegen Redakteure, die ihm immer wieder ihre Medien für die Verbreitung seiner kruden Thesen öffnen.

Zitat:

: „Fragt sich nur,wer da Hure und wer Drübersteiger ist?“

Die Zusammenarbeit mit Sarrazin wird mit der Benutzung einer alten Hure verglichen. Dies soll wohl witzig sein, hat aber wenig, wenn gar nichts mehr mit Satire zu tun, sondern ist billige Polemik auf der Ebene eines primitiven Herrenwitzes. Guter Journalismus sieht gewiss anders aus.

Hinzu kommt noch, dass gleichzeitig hier die Verachtung für „alte“ Huren dokumentiert wird, junge Huren würden offensichtlich nicht unter dieses Verdikt fallen. Verachtenswert ist also nicht, eine Hure zu benutzen, sondern eine „alte“.

Teilt aus, kann aber nicht einstecken
Sarrazin hat nun seine Anwälte in der Form der Promi-Sozietät Schertz in Gang gesetzt. Die TAZ soll eine Unterlassungserklärung unterzeichen.

Der Herr Sarrazin kann offenbar austeilen, aber nicht einstecken. Das allein ist eine Satire wert, denn er entlarvt nicht etwa die Diktion der TAZ, sondern regt sich offenbar über den Vergleich mit einer „alten“ Hure auf.

Daraus hätte die TAZ in der Tat eine Satire machen können.

Satire ist Kunst, dadurch fällt sie unter den gegenüber blossen Meinungsäusserungen erhöhten Schutz.

Dass es sich bei dem Hurenvergleichsartikel um Kunst handelt, das glaubt vermutlich nur die TAZ.

Satire zu den Sarrazins
Thilo Sarrazin: Deutsche Volksgemeinschaft, nur noch zwei Tage bis zum Buch2-Day
Ursula Sarrazin: Deutschland, jetzt schreibe ich!
Neues vom politischen Schlachtermeister Thilo Sarrazin</b
Mein neues wissenschaftliches Werk steht vor der Veröffentlichung

Sarrazin: Deutschland, mein zweites Buch ist in Arbeit
Thilo Sarrazin – Gentest beweist: Ich bin nicht verwandt mit dem Zwickauer Mörder-Trio
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin: Wunderbar diesen Wowereit abgewatscht
Elfriede Schalom an Thilo Sarrazin: Du wunderbarer Spaltpilz
Hurra, ich habe gewonnen und bleibe (in der SPD)
Thilo Sarrazin: Warmwasserduschen und die Bundesbank-Schrottmillionen
Das geistige Entsorgerquartett – Eine neue Show für das ZDF

Thilo Sarrazin: Gute Nacht Deutschland, ich bin wieder da und noch mehr
Sarrazin – Sag zum Abschied leise: EINEN RIESEN MEHR
Herbert Rechtslastig schreibt an BILD-Chefredakteur Kai Diekmann
Buchsensation des Jahres: Sarrazins Weisheiten oder: Deutschland durch die Brille eines politischen Kaltduschers
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin
Herbert Rechtslastig schreibt an SPD-Andrea Nahles
Thilo Sarrazin muss Bundesbankpräsident werden
Bundesbanker Thilo Sarrazin schreibt an Deutschkbanker Josef Ackermann
Post für Thilo Sarrazin

afrika

Der vergessene Krieg im Osten des Kongo

Dr. Alexander von Paleske — 28.6. 2012 —
Das menschliche Leid im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) findet kaum noch Beachtung in den Medien.


DRC

Dabei spielt sich hier eine Tragödie mit Zehntausenden bis zu Hunderttausenden Flüchtlingen ab. Eine Tragödie, die trotz der Beendigung des Kongokriegs, der von 1998 bis 2003 dauerte, anhält.


Guardian, 31.5. 2012

Kriegsende ohne Frieden
Dieser Krieg, in den mehrere afrikanische Länder, darunter Namibia, die Zentralafrikanische Republik, Angola, Simbabwe, Ruanda und Uganda eingriffen, kostete direkt und indirekt rund 4 Millionen Menschen das Leben, bis es schliesslich im Jahre 2003 zum Friedenschluss in Sun City / Südafrika kam.

Vermittler war der Ex-Präsident Botswanas, Sir Ketumile Masire, den wir 2008 dazu interviewten.


Sir Ketumile Joni Masire Photo: Dr. v. Paleske

Die ausländischen Truppen zogen ab, doch trotz des Friedensschlusses kam und kommt der Osten der DRC nicht zu Ruhe.

Rohstoffe und ethnische Konflikte
Hintergrund: Die Rohstoffe und ethnische Konflikte.

Vordergründig handelt es sich diesmal bei den Kämpfen um Auseinanderstzungen zwischen der kongolesischen Armee FARDC und Meuterern unter Anführung des wegen Kriegverbrechen gesuchten Bosco Ntaganda.


Kongolesische Armee im Ost-Kongo. Screenshot: Dr. v. Paleske

Aber hinzu kommen Auseinandersetzungen mit bewaffneten Gruppen der Hutu-Rebellenarmee FDLR, und schliesslich Kämpfe mit eingesickerten Milizionären. Die UN beschuldigt Ruanda, diese Söldner auszubilden, und dann in den benachbarten Kongo zu schicken.
Auch dem Anführer der Meuterer, Bosco Ntaganda, soll Ruanda Unterstützung gewährt haben.
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Schwerpunkt der Kämpfe sind die Provinzen Nord-Kivu, aber auch Süd Kivu, die die an Ruanda bzw. Uganda grenzen.


Provinzen der DRC. 9: Nord Kivu, 11: Süd Kivu

Kämpfe trotz UN-Truppen
Die Kämpfe finden statt, trotz der Anwesenheit von UN-Blauhelmen, die zwar ein robustes Mandat haben, aber angesichts der sich bekämpfenden Gruppen zahlenmässig völlig unzureichend sind.


Zu wenige: UN-Soldat im Ostkongo. Screenshot: Dr. v. Paleske

Im Hintergrund geht es aber um handfeste wirtschaftliche Interessen. Die DRC besitzt geschätzte Rohstoffreserven im Wert von geschätzten 27 Billionen US Dollar. Darunter Uran, Cobalt, Gold, Diamanten, Kupfer, Erdöl und Coltan.

Der Osten des Kongo ist reich an Coltan (Columbo-Tantalite) das in jedem Laptop und Mobiltelefon unersetzlicher Bestandteil ist, aber auch Gold, Diamanten, Erdöl und Edelhölzern.

Während des Kongo-Krieges von 1998 bis 2003 plünderten Ruanda und Uganda die Bodenschätze des Kongo mit ihrer Soldateska, mal miteinander, mal gegeneinander.

Ruanda raffte eine Fünfjahresproduktion von Coltan, und exportierte sie gegen harte Währung ins Ausland.

Auch deutsche Firmen
Ein UN Report aus dem Jahre 2002 beschuldigt auch deutsche Firmen Abnehmer gewesen zu sein, vermutlich wohl wissend, woher das Coltan stammte; unter anderem auch die Goslarer Firma H.C. Starck.

Nach Ende des Kongokrieges ging und geht die Plünderung der Rohstoffe weiter. Diesmal über sogenannte Proxies, also bewaffnete Auftrags-Banden.

Unvermindert werden grosse Mengen von Rohstoffen, aus dem Kongo stammend, nach Uganda und vor allem Ruanda, das selbst kaum über Rohstoffe verfügt, verbracht.

Die verarmte und terrorisierte Bevölkerung des Ostkongo fördert die Bodenschätze (ausser Erdöl) in kaum abgesicherten Stollen, am Ausgang warten dann die Milizionäre.


Kongolesische Minenarbeiter im Ostkongo. Screenshot: Dr. v. Paleske

Die lokale Bevölkerung gerät immer wieder zwischen die Fronten, und wird ausserdem noch Opfer von Vergewaltigungen und willkürlichen Tötungen.

Frieden kein Thema
Ruanda hat offenbar keinerlei Interesse, dass sich an der Lage etwas ändert, im Gegenteil! Es könnte zum Versiegen des Rohstoffnachschubs und damit einer wichtigen Einnahmequelle führen.

Und dessen Präsident Paul Kagame hat vermutlich auch die Hoffnung nicht aufgegeben, sich eines Tages einen Teil des rohstoffreichen Ost-Kongo einverleiben zu können. .
Uganda wiederum hat keinerlei Interesse an eine Stabilisierung, weil es das Erdölfeld, hart an der Grenze zum Kongo, alleine ausbeuten will.

Und so kam es zum Aufflackern der Kämpfe, und jetzt zu einer Explosion der Aktivität von bewaffneten Gruppen.

Nur bewaffneter Friede durch die UN möglich
Als offenbar einziger Ausweg böte sich an, eine wirklich starke UN-Truppe dort zu stationieren, welche die Milizionäre entwaffnet und Ruanda in die Schranken weist.

Aber zur Zeit tendiert das Interesse der Weltgemeinschaft an den Ereignissen im Kongo eher gegen Null.

Und so geht das menschliche Leid unvermindert weiter.

Kampf um Kongos Ostprovinzen
Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo – 50 Jahre Unabhängigkeit. Grund zum Feiern?
Im Interview: Sir Ketumile Masire zur Lage im Kongo
Kongo: Warlord Laurent Nkunda benennt „Kriegsziele“

Zu den Ölfunden in Uganda
Tony Buckingham: Afrika-Söldner, Ölsucher und nun ugandischer Steuerbetrüger?
Tony Buckingham – Ein britischer Afrika-Söldner wird Milliardär
linkUgandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.

europa

Die Europameisterschaft – von Afrika aus gesehen – Ein Kurzbeitrag

Dr. Alexander von Paleske —- 27.6.2012 —

Nein, das wird kein Bericht über den Maulwurf im deutschen Team, und wie er zu fangen ist, auch kein Kommentar oder eine Fussball-Philosophie. Da halte ich es mit der Weisheit eines Sepp Herberger, ehemaliger Bundestrainer: Der Ball ist rund und muss ins Tor.

Ich stelle einfach drei Bilder rein, die keiner Kommentierung bedürfen. Das erste stammt von dem berühmten südafrikanischen Cartoonisten Zapiro.

Das zweite habe ich während des Spiels Deutschland gegen Griechenland aufgenommen. Und das Dritte ein Zeitungsausschnitt.

medien

Günter Wallraff als Paketzusteller – eine persönliche Anmerkung

Dr. Alexander von Paleske — 25-6- 2012 —- Vergangene Woche fiel mir das Buch Drum – The Making of a Magazine wieder in die Hände. Es berichtet über die Entstehung der ersten Zeitschrift für Schwarze im Apartheid-Südafrika in den 50er Jahren.
Und es handelt von einer Gruppe ganz ausserodentlicher schwarzer Journalisten, allen voran Henry Nxumalo.


DRUM – Redaktion. Links (mit Pfeife) Henry Nxumalo

Die Zustände stanken damals zum Himmel: Misshandlungen der Schwarzen in den Gefängnissen, brutalste Ausbeutung auf den Farmen, das rechtswidrige Kontrakt-System, die Rassentrennung selbst in den Kirchen, die Brutalität der Polizei usw.

Viel liess sich von aussen aus berichten: durch Befragung der Betroffenen, aber das war letztlich alles aus „zweiter Hand“., Authentizität war gefragt. Und so liess Henry Nxumalo sich erstmals 1952 als Farmarbeiter anheuern, und später noch einmal auf einer Farm, wo zuvor ein schwarzer Arbeiter von einem weissen Farmer zu Tode geprügelt worden war.

Auch eine Reportage über die Zustände in den Gefängnissen folgte, nachdem Nxumalo wegen einer strafbaren Lappalie, die er zu diesem Zweck begangen hatte, verhaftet worden war.

Die Auflage des Magazins Drum schoss in die Höhe. Die authentischen Reportagen „Ich war dabei, ich habe es selbst erlebt“ machten die Zeitschrift zu einem Sprachrohr derer, die sonst kein Gehör fanden, deren Leiden und Unterdrückung in den Apartheid-Medien keine Beachtung fand.

Das wäre eigentlich keinen neuen Artikel wert, denn schon früher hatten wir in anderem Zusammenhang darüber berichtet.

Günter Wallraff und seine Reportagen
Anlass war vielmehr die neueste Reportage von Günter Wallraff, der diese Art des investigativen Journalismus mit seinen Reportagen auch in Deutschland, 15 Jahre später, etablierte und praktizierte: „Ich habe es selbst erlebt“, und dadurch seine zahlreichen Reportagen so authentisch gemacht hat.

Mehr noch: der die schmutzigen Ecken unserer Gesellschaft immer wieder ausleuchtete, die so gerne übersehen werden:

– die Ausbeutungsbedingungen türkischer Arbeiter , indem er selbst sich als Türke verkleidete und anheuern liess

– sich als Afrikaner verkleidete, um den gewöhnlichen Rassismus in unserer Gesellschaft zu dokumentieren

– der sich bei BILD –Hannover einstellen liess, um in der Höhle der „Fehlgeburt des Journalismus“ zu erleben, wie Nachrichten manipuliert wurden.

– der sich bei der sich in der Hauptverwaltung der Gerling-Versicherung als Bote einstellen liess, um das merkwürdige Gehabe leitender Angestellter zu beobachten

– der sich unter die Obdachlosen mischte, um zu zeigen, wie es wirklich am äussersten Rand der Gesellschaft aussieht

– der vom Axel Springer Konzern, der immer das Hohelied der Pressefreiheit und der Freiheit der westlichen Welt anstimmte, gnadenlos mit einer Prozesslawine überzogen wurde, die der Axel Springer-Verlag jedoch schliesslich weitestgehend mit Pauken und Trompeten verlor.

Gegen das Weggucken
Wallraff ist unbequem, weil wir so gerne weggucken und Wallraff ist bitter nötig, um diese Misstände anzuprangern, und Abhilfe einzufordern. Er hat öffentlich gemacht, was das Licht der Öffentlichkeit scheute.

Wallraff fing und fängt dort an zu arbeiten, wo viele – zu viele- Journalisten regelmässig aufhören.

So ist es auch mit seiner neuesten Reportage aus der Welt der Paketzusteller, mit dem Hauptthema: Die unerträglichen Arbeitsbedingungen der Paketboten bei der Firma GLS:

– wo Arbeitskräfte aber auch Subunternehmer, derer sich die GLS bedient, offenbar wie Zitronen „ausgequetscht“ werden

– wo offenbar Arbeits-Schutzbestimmungen missachtet werden

– wo offenbar täglich unbezahlte Überstunden Teil des Arbeitsplans sind, weil das Arbeitspensum innerhalb der regulären Arbeitszeit gar nicht geschafft werden kann.

Die Reportage, sowohl als Fernsehbericht im Privatsender RTL, als auch im ZEIT-Magazin in gedruckter Form, fand grossen Widerhall. Angezweifelt wurde der Bericht nur von GLS, nicht aber in den Medien.


Wallraff (r) berichtet im ZEIT-Magazin

Wallraff und ein SPIEGEL-Artikel
Eigentlich kein Grund, eine aufgewärmte Version zu bringen.
Der Grund, warum wir hier eine Stellungnahme abgeben, ist ein Artikel bei SPIEGEL-Online zum Thema:
.
Wallraff bei RTL – Einer trage des anderen Päckchen

verfasst von einem Christian Buss.

Der Verfasser zweifelt zwar den Wahrheitsgehalt der Reportage nicht an, ergeht er sich aber in Kritteleien über die Form der Reportage, und versucht in doch recht kläglicher Form Wallraff Selbstdarstellung nachzuweisen. Näheres hier.

Zum Schluss des Artikels heisst es:

Im Anschluss an die Reportage sitzt er dann bei „stern TV“, um dort noch mal effizient gegen die Versandindustrie zu wettern. Das aktuelle „Zeit-Magazin“, das er wohl in die Kamera halten wollte, liegt da nur vor gerechter Wut und mit schwitzigen Händen zerknittert auf seinem Schoß.
Wer bei der großen volksaufklärerischen Markenkooperation eigentlich von wem profitiert? Die Bildungsbürgerpostille vom Boulevard bestimmt nicht. Aber Günter Wallraff von allen anderen Beteiligten.“

Man glaubt Neid zu spüren und Bedauern, dass dieser Bericht nicht bei SPIEGEL-TV gesendet oder im SPIEGEL gedruckt wurde.

Kein Zufall
Das ist jedoch kein Zufall. Der SPIEGEL wurde von seinem 2002 verstorbenen Gründer und Herausgeber Rudolf Augstein seinerzeit zu Recht als das „Sturmgeschütz der Demokratie“ bezeichnet.

Der SPIEGEL, das war investigativer Journalismus „at it’s best“.

Wir haben mehrfach ausgeführt, dass der SPIEGEL sich mehr und mehr zu einem harmlosen Lifestyle Magazin entwickelt hat, beginnend mit dem Chefredakteur Stefan Aust, der gerade eine Art „Festschrift“ zum 60. Geburtstag der BILD für dieses „Drecksblatt“ (Hans Leyendecker von der SZ über BILD) verfasst hat, man möchte es kaum glauben.

Originalton Aust:

Die „BILD“ ist eine große Kanone, die man verantwortungsvoll handhaben muss.

Ist der Aust jetzt zum kleinen Ballermann geworden?

Schwache Nachfolger
Aber auch Austs SPIEGEL-Chefredakteurs-Nachfolger ergehen sich in Hahnenkämpfen, entblöden sich nicht, Themen wie „Schlaflosigkeit“ zum Aufmacher zu machen, oder gar dem Thilo Sarrazin den Vorabdruck (auch noch gegen Bezahlung) seines Deutschlandabschaffungsschinkens (ging dann zur BILD) anzubieten.

Kehrt vor Eurer Tür, möchte man diesem SPIEGEL-Schreiber zurufen, statt an stocksolidem Enthüllungsjournalismus anderer herumzukritteln. Kehrt anständig, denn Ihr habt es bitter nötig.

Neues SPIEGEL-Domizil in Hamburgs Hafencity, oder: Umzug in den „Palazzo Prozzi“
Zensur bei Spiegel-Online – ein persönlicher Erfahrungsbericht

SATIRE

Start der „Aktion Zukunft“: 30 Millionen BILD-Leser täglich – mindestens

Dr. Alexander von Paleske 23.6. 2012 Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox.

Kai Diekmann
BILD-Chefredakteur
z.Zt. im bezahlten Forschungsurlaub
Silicon Valley
Kalifornien
USA

Guten Morgen Deutsche BILD-Volksgemeinschaft,

ich melde mich heute aus der Hauptstadt der Internet-Startup-Garagen in Kalifornien/USA.


Bild-Kai …..forsche in Silicon Valley. Screenshot: Dr. v. Paleske

Unser ganz hervorragender Vorstandschef, Mathias Döpfner, hat mich für 6 Monate hier hergeschickt, weil er es leid war, ständig die sinkenden Absatzzahlen der Printausgaben von BILD und BILD am Sonntag morgens auf seinem Schreibtisch zu finden, und dann die bohrenden Fragen von Elfriede Schalom beantworten zu müssen.
Die BILD-Auflage von einst 5 Millionen Exemplaren – nur im Westen – ist ja mittlerweile auf 2,7 Millionen – trotz Wiedervereinigung – zusammengeschmolzen. Und BILD am Sonntag hat im vergangenen Quartal noch einmal 10% eingebüsst. Das kann und darf nicht so weitergehen.


Auflage von BILD und BILD am Sonntag …..Unerträglicher Kurvenverlauf, darf so nicht weitergehen.

Zwar haben wir in den letzten Jahren durchaus einige mutige Innovationen bewerkstelligt, z.B. die Benutzung unserer Leser als kostenlose Medien-Zuträger.

Tausende, nein, Zehntausende unserer Leser gehen täglich mit ihren völkischen Vado-BILD-Bürger-Kameras gemäss dem Wikipedia- Prinzip (ehrenamtliche Mitarbeit) auf Objektsuche, und senden dann diese Schnappschüsse zur Begutachtung auf Sensations-Tauglichkeit an uns.

Dadurch konnten wir darauf verzichten, diese gierigen und eingebildeten Fotojournalisten weiterhin zu alimentieren.

Offensive angesagt
Aber nun geht es um eine Offensive, die BILD in fast jedes Haus bringen soll, so wie wir es anlässlich des 100. Geburtstags unseres Gründer-Väterchens, des Presse-Königs Axel I. gemacht haben. Allerdings diesmal nicht mehr als Printausgabe, sondern über das Internet.

Ein enorm wichtiger Schritt gerade rechtzeitig zum morgigen 60. Geburtstag der BILD, dem „Kettenhund“ des Axel Springer Verlags, den ich seit nunmehr 11 Jahren ausführen darf. Was auch meinen Neigungen entspricht, denn ich erzähle gerne Märchen.

BILD für Multimillionen, Geld für Multimillionäre
Unser vorwärts gerichteter Plan heisst: BILD für 30 Millionen Deutsche – mindestens.

Das können wir natürlich mit unserem bisherigen Internetauftritt Bild.de nicht erreichen. Wir brauchen deshalb einen Multiplikator, eine Art Huckepackverfahren. Und da kommt eigentlich nur Facebook in Frage.

Ich werde daher mit Facebook-Zuckerberg verhandeln und ihm klarmachen, dass ein derartiger intellektueller Auftritt, dem nach dem Börsengang angeschlagenen Image von Facebook nur guttun kann.

Und ich werde ein finanzielles Angebot machen, dass Zuckerberg nicht ausschlagen kann: Das Projekt heisst: Facebook-Bild.

Sofort nach Aufschlagen der individuellen Facebook-Seite, werden Facebooker exklusiv auf einen Aufmacher stossen, der sie verleiten wird, sofort Bild.de anzuklicken.

Als Beispiel sei der hervorragende BILD-Artikel dieser Woche genannt:

Sexologin Ann Marlene Henning: „Männer vergesst das rein-raus“.

Es sind diese Art von Artikeln, die den Leser zur BILD greifen lassen, wie den Süchtigen nach dem „Stoff“. Ja, BILD muss süchtig machen, wie ich gerade in einem Interview mit der WELT erklärt habe

BILD wird Baustelle
Um das Suchtpotential deutlich zu erhöhen werden wir unsere Redaktion umbauen, um unsere Sensationsnachrichten noch sensationeller zu machen.

Wir werden vier Abteilungen einrichten bzw. personell aufstocken:

– die BILD-Promi–Fahrstuhlabteilung,

– die BILD-Investigativabteilung (Schnüffelabteilung)

– die Prangerabteilung und

– die „BILD kämpft für Sie“ Abteilung.

Die BILDPromi-Fahrstuhlabteilung beschäftigt sich vorwiegend damit, wer jeweils durch BILD in der öffentlichen Meinung nach oben, bzw. nach unten zu befördern ist. Das betrifft nicht nur Celebrities (Personalities), sondern auch und gerade Politiker.

In wöchentlichen Konferenzen werden wir bestimmen, wer mit BILD runter, und wer rauffährt. Das wird dann kampagnenmässig umgesetzt.

Als Mittel der Darstellung: Entweder werden Geschichtchen übertrieben dargestellt, oder in der BILD-Volksgemeinschaft Zweifel an der Person gesät, etwa in der Weise:
Ist diese(r)m Mann / Frau noch zu trauen? Wobei diese Fragen nach dem Studium der BILD eigentlich recht einfach mit ja oder nein zu beantworten sind.

Schnüffelteam
Parallel dazu schaffen wir ein Team von „investigativen“ Journalisten, die in der Abteilung „Schnüffel“ zusammengefasst sind.
Dort geht es darum, insbesondere Fehlverhalten von Politikern, Amtsträgern und Personen öffentlichen Interesses aufzudecken, notfalls unter Einsatz aller verfügbaren Mittel. Ganz genau so, wie wir es mit dem Grafen Schnorr von Wulff zu Münchhausen gemacht haben, den wir schliesslich zu Fall brachten.

Hervorragend haben unsere Schnüffler da gearbeitet, die schliesslich mit dem angesehenen „Henri-Nannen-Preis“ geehrt wurden. Unser Team hat sogar diese „sklerotischen“ Journalisten vom SPIEGEL glatt ausgestochen, die wochenlang einer falschen Fährte nachliefen.

Aber das ist ja keine Überraschung, da die sich vor allem in ihrem neuen Palazzo Prozzi über ihre neuen Büros freuen und Hahnenkämpfe austragen: SPIEGEL-Online gegen Printausgabe SPIEGEL.

Dann die Prangerabteilung. Die schlägt vor, welche Person(en), bzw. welche Angelegenheit in der jeweiligen Ausgabe an den Pranger gestellt werden sollten, mit dem Ziel, die Bild-Leser-Volksgemeinschaft emotional so richtig aufzumischen, und damit noch süchtiger nach der nächsten BILD-Ausgabe zu machen. Gerade diese Abteilung wird eng mit dem von mir erfundenen (pseudo-)demokratischen BILD-Leserbeirat zusammenarbeiten.

Schliesslich die kämpfenden Rechts-Ritter von „BILD kämpft für Sie“, welche den Lesern den (falschen) Eindruck vermitteln, bei dieser Truppe handele es sich um die „Bundesanwaltschaft der Kleinen Leute“

Ebenfalls Franz Josef Post von Wagner
Auch die Kolumne des Fäkalienwort-Starkolumnisten Franz Josef Post von Wagner gehört als Aufmacher auf die Facebook-Seite.


Franz Josef Post von Wagner ….. muss auf jede Facebook-Seite

Parallel zu meinen Verhandlungen mit Facebook-Zuckerberg werde ich einen Blick in die Internet-Startup-Garagen werfen, und mich ideenmässig inspirieren zu lassen.

Deutsche Volksgemeinschaft, Ihr dürft Euch auf die neue Facebook-BILD schon heute freuen.
Wir gehen goldenen Zeiten entgegen.

Es grüsst Euch alle aus dem Garagen-Innovativ-Zentrum

Euer Bild Kai.

Nachtrag:
Ich wollte noch darauf hinweisen, dass wir aus Anlass des 60. Geburtstags von BILD auch eine Sammlung der besten Franz Josef Post von Wagner-Sprüche veröffentlicht haben.

Seine Sätze sind Ohrfeigen und Streicheleinheiten. Seit 11 Jahren schreibt Franz Josef Post von Wagner, der berühmteste Briefeschreiber Deutschlands, in BILD an Menschen, Tiere, Pflanzen, Benzin, Harley Davidsons etc, also über Themen, die uns bewegen.

Leider vergassen wir den Spruch aus seiner Vor-BILD-Ära zu erwähnen:

Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen. Er protzte mit seinem BMW herum, beschimpfte seine Mitarbeiter als doofe Ossis. ganz Bernau ist glücklich, dass er weg ist.

Ich bitte, das Versäumnis zu entschuldigen.

K.D.

Mehr Satire zu BILD-Kai
Hamburger Bordellbesitzer schreibt an BILD-Diekmann zur Hurenserie
BILD-Kai (Diekmann): Kampagnenstart „Junge komm bald wieder“

Das geistige Entsorgerquartett – Eine neue Show für das ZDF

An BILD-Diekmann Betr.: „Franziska (26) Ich lebe mit zwei Männern“

Kai Diekmann Betreff: Serie “So war mein bester Sex”
Kai Diekmann: Deutschland vor der Schicksalswahl
BILD-Diekmanns Glückwunschmail an Boris Becker
Kai Diekmann und seine Menschelei
Post für BILD-Diekmann

Zum SPIEGEL – keine Satire
Neues SPIEGEL-Domizil in Hamburgs Hafencity, oder: Umzug in den „Palazzo Prozzi“
Zensur bei Spiegel-Online – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Zum Axel Springer Verlag
Grosse Feier beim Axel Springer-Verlag: Blatt- Plattmachers 100. Geburtstag

Zu Franz-Josef Post von Wagner
(Fäkalworte-) Starkolumnist Post von Wagner an SPD-Sigmar Gabriel: Sind Sie verrückt geworden?

Kommentare
An Kai:
Ich musste leider den Kommentar entfernen – Bitte nicht den Bild-Zeitungs-Stil hier verwenden.

Danke

Dr.v.P

kriminalitaet

In der Schweiz sind Cyber-Dschihadisten aktiv

SF – Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat 2011 seinen Kampf gegen extremistische Internetseiten verstärkt. Resultate zeigen: Auch die Schweiz ist Tummelplatz von sogenannten Cyber-Dschihadisten. Aber nicht nur religiöse Fanatiker bedienen sich des Internets – auch der Menschenhandel ist vermehrt vertreten.

Das Fedpol hat zur Bekämpfung extremistischer Internetseiten gar eine eigene Abteilung geschaffen. Wie das Fedpol in seinem Jahresbericht schreibt, kümmern sich seit Anfang 2011 sechs Experten um dieses spezielle Internet-Monitoring, darunter Islamwissenschafter, Orientalisten, Informatik-Spezialisten und Polizisten.

Ziel ist es, auf den Webseiten allfällige in der Schweiz verübte oder geplante strafbare Handlungen zu entdecken, etwa Gewaltdarstellungen, Drohungen, das Herstellen, Verbergen oder Weitergeben von Sprengstoffen und giftigen Gasen oder auch die öffentliche Aufforderung zur Gewalt.

Fedpol hält sich bedeckt
Die Internet-Überwachung habe auch schon zu Ergebnissen geführt, heisst es in dem Bericht. Das Fedpol habe mehrere Vorermittlungen gegen einschlägige Internetseiten respektive deren Betreiber eingeleitet. Die Ermittlungserfolge zeigten, dass auch in der Schweiz so genannte Cyber-Dschihadisten aktiv seien.
Die Überwachung der Internetaktivitäten von radikalen, meist dschihadistischen Webseiten wurde mit einer neu geschaffenen Abteilung verstärkt.

Detailliertere Angaben zu Anzahl und Art der Fahndungserfolge enthält der Bericht keine. Erwähnt wird lediglich der Fall eines zum Islam konvertierten Schweizers, der im Internet mit einem Gesinnungsgenossen einen Anschlag auf eine US-Einrichtung in einem Nachbarstaat erörtert haben soll. Eine Hausdurchsuchung und die Einvernahme konnten den Verdacht auf Vorbereitungshandlungen für Sprengstoffdelikte jedoch nicht erhärten.

Mafia als Herausforderung
Bei ihren Ermittlungen arbeitet die neue Abteilung auch eng mit dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zusammen, der sein Monitoring ebenfalls ausgebaut hat. Die Überwachung im Internet bezeichnet das Fedpol als «zentrale Herausforderung» für die Polizeiarbeit. Die technische Entwicklung verlaufe rasant und biete immer ausgefeiltere Möglichkeiten zur Verschleierung und Beweisvereitelung.

Dieses Problem stellt sich auch in anderen Gebieten der Kriminalitätsbekämpfung, etwa der Pädokriminalität oder der herkömmlichen Internetkriminalität. Hier sei eine Professionalisierung mit zunehmender Arbeitsteilung festzustellen, schreibt das Fedpol.

Als grosse Herausforderung bezeichnet das Bundesamt auch den Kampf gegen die organisierte Kriminalität, mit einer verstärkten Präsenz italienischer Mafiaorganisationen wie der ‚Ndrangheta, oder den Menschenschmuggel und Menschenhandel.

Menschenschmuggel vermehrt über Balkan
Nach einem starken Anstieg im Jahr 2010 hat sich die Lage beim Menschenhandel und -schmuggel stabilisiert. Insgesamt gingen letztes Jahr 3860 Meldungen ein (Vorjahr 4281), die in 626 Falldossiers zusammengeführt wurden. 274 Fallgruppen betrafen Menschenschmuggel und 222 Menschenhandel.

Im Vordergrund stehen beim Menschenhandel vor allem Frauen, die zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in die Schweiz gebracht werden. Beim Gros dieser Opfer handelt es sich um Roma-Frauen, die aus Bulgarien und Rumänien kommen.

Beim Menschenschmuggel ist laut Fedpol-Angaben im letzten Jahr eine Verlagerung der Schleuseraktivitäten auf die Balkanroute festgestellt worden. Auch habe die Schleusung über den Luftweg zugenommen, insbesondere über Flüge aus den griechischen Städten Athen und Thessaloniki.

Allein die Swiss habe aufgrund ihrer Kontrollen an griechischen Flughäfen im Berichtsjahr 1300 Personen den Abflug verweigert, weil gefälschte Reisedokumente präsentiert wurden. Solche Dokumente werden von kriminellen Organisationen angeboten.

SATIRE

Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Flaschenpfand-Trittin schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck

Dr. Alexander von Paleske — 18-6- 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Jürgen Flaschenpfand-Trittin
MdB, Fraktionsvorsitzener der Grünen
Reichstag
Berlin

An
Seine Exzellenz
Bundespräsident Joachim Gauck
Schloss Schöne Aussicht
Berlin

Hochverehrter Herr Bundespräsident, lieber Joachim,

ich sehe mich veranlasst, Dir zu Deiner hervorragenden Rede vor der Führungsakademie der Bundeswehr „Mutbürger in Uniform“ in Hamburg meine aufrichtige Anerkennung auszudrücken.

Ich, der ich mich sozusagen als „Präsidentenmacher“ ansehe, wenn ich das mal so sagen darf, bin hochzufrieden mit Deinem Auftreten. Du hast mich bisher in keiner Weise enttäuscht, ganz im Gegenteil!.

Früh positiv geäussert
Bereits vor Deiner spektakulären Wahl hattest Du Dich ja zu zum Afghanistan-Feldzug sehr, sehr überzeugend geäussert , und nicht Dich an dieses Gebot „Du sollst nicht töten“ geklammert, indem Du sagtest:

„Um es klar zu sagen, ich finde den Einsatz nicht gut, aber erträglich und gerechtfertigt“


Gauck bei der Bundeswehr —— melde dem Bundespräsidenten: Bundeswehr angetreten zum weltweiten Einsatz

Und im Nachsatz hast Du dann in erfreulicher Frische diesen flügellahmen Friedenstauben, wie meinem berufsnörgelden Kollegen Ströbele, auch noch eins übergebraten:

„Es ist schon sehr merkwürdig, dass eine politische Richtung, die Jahrzehnte lang den bewaffneten Befreiungskampf in Afrika und anderswo bejubelt hat, nun einen Radikalpazifismus pflegt. Das ist ein taktischer, aber kein ethischer Pazifismus”.

Hans-Christian Ströbele besass nun sogar noch die Frechheit nach Deiner wegweisenden Ansprache in Hamburg zu sagen:

“Ich habe Herrn Gauck diesmal (bei der Wahl zum Bundespräsidenten) nicht meine Stimme gegeben und fühle mich bestätigt.”

Lächerlich.

Besonders beeindruckende Redeauszüge
Ich möchte Teile Deiner Grossen Rede, wenn Du erlaubst, hier noch einmal wiedergeben. Teile, die mich ganz besonders beeindruckt haben:

„Die Bundeswehr als Parlamentsarmee im demokratischen, wiedervereinten Deutschland ist keine Begrenzung der Freiheit, sondern eine Stütze der Freiheit”.

Und weiter:

“Unsere glücksüchtige Gesellschaft” könne es nur schwer ertragen, dass es wieder deutsche Gefallene und Kriegsversehrte gebe und ziehe daher ein Nicht-Wissen-Wollen vor..“

Und in Verbindung damit hast Du völlig zu Recht den bundesdeutschen Glückssuchtverseuchten auch noch „Hedonismus“, also das „Verlangen nach Sinneslust“ aufs Butterbrot geschmiert.

Hervorragend.

Dulce et decorum
Auch beeindruckend, wie Du zu den Fragen des Heldentodes Stellung genommen hast:

Eine funktionierende Demokratie erfordert auch Einsatz, Aufmerksamkeit, Mut, und manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben.

Da hättest Du eigentlich auch den Spruch aus dem Lateinischen rezitieren können:

Dulce et decorum est pro patria mori“

Übersetzt:

Süss und ehrenhaft ist es, für das Vaterland zu sterben.

Zum Glück keine Bergpredigt
Gut auch, dass Du trotz Deiner Vergangenheit als Pfaffe keine Bergpredigt dort gehalten hast, vielmehr Dir die Jacke eines (Pseudo-) Realisten angezogen hast, der (angeblich) die Welt kennt und weiß, dass die Ultima ratio regis nun einmal die Kanone, und nicht die Friedenspfeife ist.

Gerade auch, um die Demokratie – mit Waffengewalt – z.B . nach Afghanistan zu exportieren.

Richtig den Nagel auf den Kopf getroffen hast Du mit Deiner Feststellung:

Die Welt ist nun einmal nicht geheilt, sondern tief gespalten, daher könne Gewalt notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden”.

Pazifismus längst über Bord
Wir Grüne haben den blinden Pazifismus ja längst über Bord geworfen, wobei unser seinerzeitiger Grosser Steuermann Joseph Martin Fischer, auch Joschka genannt, sich Schrittmacherverdienste gerade auch mit seinem (dort völlig unangebrachten ) Auschwitzzitat erworben hatte.

Nachdem wir Grüne unsere pazifistische Vergangenheit elegant entsorgt hatten, konnten wir frohen Mutes dem Bundeswehreinsatz gegen Serbien und später dann in Afghanistan ohne jegliche Bauchschmerzen zustimmen.

An vielen Brennpunkten präsent
Nun ist das Afghanistanabenteuer (ohne messbare Ergebnisse) ja bald vorbei, aber wir sind an vielen anderen Brennpunkten präsent, wie z. B. am Horn von Afrika.

Die Welt um uns herum verändert sich rasant, und wir Grüne verändern uns mit ihr, wie Du das so treffend ausgeführt hast:


„Wir übernehmen jetzt Verantwortung für Dinge, über die wir früher nicht einmal nachgedacht hätten, so hat es kürzlich General Carl-Hubertus von Butler ausgedrückt, bis vor kurzem Chef des Heeresführungskommandos. Vor wenigen Tagen ging durch die Presse, wie sich die Bundeswehr für den sogenannten Cyberkrieg rüstet. Und während wir hier sitzen, stehen Tausende von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf drei Kontinenten in Einsätzen ihren Mann und ihre Frau.

Unser Grünen- Bundeswehr-Motto, das darf ich Dir verraten, wird in Zukunft lauten:

Gestern waren wir nur in Deutschland,
jetzt sind wir überall wo es brennt auf der Welt.

Ja, wir können auf Deutschland stolz sein, in der Zukunft sogar noch mehr.


Jaaaa, das kann ich als Obergrüner nur unterstreichen

Zur Bilderbergkonferenz
Lieber Joachim, ich möchte gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, um kurz noch über die Bilderberg-Geheimkonferenz in den USA zu berichten, an der ich die Ehre hatte, teilzunehmen.

Gleich vorweg, viele Teilnehmer haben mir ihr Bedauern ausgedrückt, dass Du bisher noch nicht teilnehmen konntest.

Sowohl Dein (neoliberaler) Freiheitsbegriff, und Dein ständiges (gebetsmühlenartiges) Wiederholen desselben, wurden ausserordentlich lobend erwähnt.

Mit-Organisator und ZEIT-Chefkorrespondent Matthias Nass hat mir aber fest zugesagt, Dich nächstes Jahr auf die Einladungsliste zu setzen.

Auch mit Bilderberger Josef „Feldherr“ Ackermann hatte ich hochinteressante Gespräche.

Gleichzeitig nutzte ich die Gelegenheit, ihm auch namens der Grünen für seine unermüdliche Arbeit zur Wohlstandsvermehrung als Chef der Deutschen Bank zu danken.

Gemeinden und Zinsswaps
Insbesondere erklärte Josef mir, wie er und sein Institut es geschafft haben, den Städten und Gemeinden durch das Aufschwatzen von Zinsswaps hilfreich unter die Arme zu greifen, jedenfalls für die ersten Monate nach Vertragsabschluss, während später – erwartungsgemäss – aus diesen Verträgen wunderbare Geldflüsse an die Deutsche Bank wurden.

Dass vielen dieser Städte und Gemeinden jetzt finanziell das Wasser bis zum Halse steht, sei eben ein zu akzeptierender Kollateralschaden in einer freien Marktwirtschaft.

Ich habe Josef für seinen weiteren Weg in der Schweiz alles nur erdenklich Gute gewünscht.

Gerade heute las ich, dass angeblich ganz Deutschland auf Deine erste Grosse Rede wartet. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass Du die in der Führungsakademie der Bundeswehr zum Thema Krieg und Frieden bereits gehalten hast.


Jürgen Trittin ……ganz untertänigst

Ganz untertänigst

Dein

Jürgen Flaschenpfand-Trittin
Obergrüner und Bilderberger

Mehr Satire zu Flaschenpfand-Trittin
link Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz in Virginia / USA
Jürgen Flaschenpfand-Trittin zur Kandidatur von Joachim Gauck

Mehr Satire zu Gauck
Ansprache des neuen Präsidenten Gauck: Ich bin der richtige Mann (zur falschen Zeit)
Joachim Gauck: Jetzt rede ich und stelle klar

Keine Satire zur Bilderberg-Konferenz
linkDie Bilderbergkonferenzen, Wikipedia und eine persönliche Erfahrung
linkDie Bilderberg Konferenz 2012 tagt – oder: Alles verkommen
link Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit

Zur Deutschen Bank und Zinsswaps
Deutsche Bank: „Raubtierkapitalismus“, Staatsknete und rechtswidriges Vorgehen als Geschäftsidee?

Deutsche Bank und CDO’s oder: wie man Schrottpapiere losschlägt und dabei noch einen Riesen-Reibach macht. Drei Beispiele
Deutsche Bank, Anlagemüll und die Zinswetten mit hochverschuldeten Kommunen

Zum Ex-Grossen Grünen-Steuermann und nun Industrie-Klinkenputzer Joseph Martin Fischer
Joschka und Herr Fischer, Regie: Pepe Danquart – Ein deutsches Film-Märchen
Professor J. Fischer: Jetzt rechne ich mit Gasprom Schröder ab
Professor J. Fischers Vorlesung – oder: politischer Opportunismus führt zum Erfolg
Joschka Fischer schreibt an ZEIT-Editor Dr. Theo Sommer

europa

Vor der Wahl: Berichte aus Griechenland, die keine Schlagzeilen mehr machen

Dr. Alexander von Paleske — 16.6.2012 —
Morgen wird in Griechenland gewählt. Fest steht bereits – unabhängig davon, wer die Wahl gewinnt – dass sich die soziale Lage in Griechenland weiter dramatisch verschlechtern wird.

Armut allenthalben
Schon jetzt wissen viele Griechen nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen, und der erhebliche Rückgang der Touristen in diesem Sommer – geschätzt mindestens 25% – wird die Lage weiter verschlimmern.

Keine Schlagzeilen mehr
Aber es sind Berichte, die keine Schlagzeilen machen, die gleichwohl demonstrieren, was das aufgezwungene Kürzungspaket bereits jetzt konkret bedeutet:

Antonis Perris, arbeitsloser Musiker, 60 Jahre alt, kümmerte sich um seine Mutter, die an Alzheimer-Demenz erkrankt war. Sie in ein Pflegeheim zu bringen, kam für ihn nicht in Frage, und das wollte vor allem auch seine Mutter nicht. Die massive Kürzung der Rente seiner Mutter und der Sozialunterstützung reichte nach Abzug der Miete nicht einmal für den Kauf von Lebensmitteln.

Verzweifelt schrieb er in einem Chatroom:

„Ich habe kein Geld auf meinem Konto, der Kreditrahmen meiner Kreditkarte ist erschöpft, wir haben nicht genug zu Essen. Ich erlebe ein Drama ohne Ende. Hat jemand eine Lösung? Welt-Staatsmänner, ihr habt uns das eingebrockt, ihr gehört aufgehängt.“

Niemand konnte eine Lösung anbieten.

Mittelschicht und Suppenküche
Ähnlich wie Perris geht es mittlerweile vielen Griechen, selbst Mitgliedern der Mittelschicht.

Z.B. Helen Papoutsi, 49 , Krankenschwester, Professorentochter, die jetzt zum Essen in einer Suppenküche ansteht.

Sie haben meinen Lohn drastisch gekürzt, ich muss jetzt Überstunden machen, und trotzdem kann ich die Rechnungen für Miete, Strom und Wasser nicht mehr bezahlen“.

Antonis Perris sah keine Lösung mehr für sich und seine Mutter: Er sprang zusammen mit ihr vom Dach eines fünfstöckigen Apartmentblocks in den Tod.

Kinder in SOS Kinderdörfer
Familien brechen auseianander, Kinder, deren Eltern sie nicht mehr ernähren können, landen in Kinderheimen und SOS-Kinderdörfern. Dort, wo sonst nur Kinder aus zerrütteten Familien, von drogenabhängigen oder alkoholkranken Eltern hinkommen, wie CNN heute in einer Reportage berichtete.

Krankenhäuser vor dem Kollaps
Parallel dazu kommen Berichte, wonach die staatlichen Krankenhäuser praktisch vor dem Kollaps stehen:.

– Gips ist teilweise nicht mehr vorhanden.

– Operationen werden abgesagt.

– Arzneien fehlen, ebenso wie Katheter und Verbandsstoffe. Was fehlt müssen Angehörigen in Apotheken kaufen.

-Teilweise fehlt den Krankenhäusern selbst das Geld, um Essen für die Patienten zu kaufen. So müssen die Angehörigen das Essen ins Krankenhaus bringen

Da viele Patienten über keinerlei Barmittel verfügen, bleibt ihnen auch der Weg in die privaten Krankenhäuser versperrt.


Wie in einem Dritte Welt Land: Eine Nichtregierungsorganisation behandelt mittellose Patienten in einer Behelfsklinik.
Screenshot: Dr. v. Paleske

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Verantwortung durch Erinnerung
Nobelpreisträger Günter Grass hat gerade in einem Gedicht die Deutschen daran erinnert, dass Hitlers Armeen nicht nur Griechenland im 2. Weltkrieg überfallen hatten, sondern die Deutsche Bundesregierung seinerzeit auch mit dem faschistischen Obristen-Regime Papadopoulos / Pattakos zusammengearbeitet hat, das 1967 durch einen Putsch die Macht an sich riss, und erst 1974, nach einem Aufstand der Studenten in Athen, schliesslich abtreten musste.

BK Merkel zu Griechenland vor der Wahl
Bundeskanzlerin Merkel rührt das alles herzlich wenig. Sie lehnt unmittelbar vor der Wahl in Griechenland jegliche Änderungen am Sparpaket rigoros ab.

Originalton auf einer CDU-Konferenz in Hessen zum Thema Griechenland heute:

„Versprochen, gebrochen, nix passiert – so geht das in Europa nicht“.

Während der „Profi-Aufmischer“ Thilo Sarrazin durch Deutschland tourt, um sein neuestes Machwerk unters Volk zu bringen, „Europa braucht den Euro nicht“ stünde es in der Tat an, den Deutschen klarzumachen, dass wir noch viel mehr in der Pflicht stehen, als es Frau Merkel und Co aber auch Sarrazin uns glauben machen wollen: Nicht nur, aber auch moralisch und geschichtlich.

Europa könnte wegen der eingeforderten drastischen Sparmassnahmen auseinanderfallen – mit unabsehbaren Folgen.

Der Hass auf die deutsche Regierung, und damit schliesslich auch auf die Deutschen, und der rechte Populismus wachsen in südlichen Euro-Ländern.

Das ist in Wirklichkeit die grösste Gefahr für Europa.

Zu Griechenland
Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

Zu Sarrazin
Thilo Sarrazin: Deutsche Volksgemeinschaft, nur noch zwei Tage bis zum Buch2-Day

kriminalitaet

Schweiz: Keine Cabaret Tänzerinnen aus Drittstaaten

SF – Frauen aus Staaten ausserhalb der EU und der EFTA sollen in der Schweiz nicht mehr als Cabaret-Tänzerinnen arbeiten dürfen. Dies schlägt der Bundesrat vor. Er hat die Vernehmlassung zu einer Verordnungsänderung eröffnet.

Die Zulassung ausländischer Cabaret-Tänzerinnen wird seit über 40 Jahren mit Arbeitsbewilligungen geregelt. In den 1990er-Jahren wurde ein spezielles Statut.

Dieses erlaubt es Personen aus Drittstaaten, in die Schweiz einzureisen, um als Cabaret-Tänzerinnen zu arbeiten. Zu ihrem Schutz ist es ihnen aber ausdrücklich untersagt, Gäste zu Alkoholkonsum zu animieren oder der Prostitution nachzugehen.

Nun will der Bundesrat das Cabaret-Tänzerinnen-Statut für Personen aus Drittstaaten aufheben, wie das Bundesamt für Migration (BFM) mitteilte. Bei der periodischen Überprüfung sei er zum Schluss gelangt, dass «die Schutzwirkung nicht mehr gewährleistet» sei. Dies heisst wohl, dass die Cabaret-Tänzerinnen trotz des Verbots als Prostituierte oder Animierdamen arbeiten.

Prostitutionsverbot nicht überprüfbar
Etwa die Hälfte der Kantone wende das Statut nicht mehr an – unter anderem deshalb, weil das Verbot der Prostitution oder der Mindestanforderungen beim Lohn nicht überprüfbar sei, schreibt das BFM. Auch werde das Risiko für Menschenhandel als gross angesehen. Deshalb wolle der Bundesrat das Statut aufheben.

Die Zulassung von Cabaret-Tänzerinnen entspricht auch nicht dem dualen Zulassungssystem, das die Schweiz beschlossen hat. Gemäss diesem System erhalten Erwerbstätige aus den EU- und EFTA-Staaten einen einfachen Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt, während jene aus Drittstaaten grundsätzlich nur in Kontingenten und bei guter Qualifikation zugelassen werden.

Runder Tisch gegen Menschenhandel
Die Abschaffung des Statuts soll durch flankierende Massnahmen begleitet werden. Der Bundesrat möchte laut BFM insbesondere den Opferschutz stärken. Die Kantone werden dazu aufgefordert, die Runden Tische zur Bekämpfung des Menschenhandels weiter zu entwickeln. Die betroffenen Akteure sollen vermehrt für die Thematik sensibilisiert werden.

Parteien, Verbände und andere interessierte Kreise können zum Vorschlag des Bundesrates bis zum 2. November Stellung nehmen. Geändert werden soll die Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit.hrend jene aus Drittstaaten grunds