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Wochenzeitung „DIE ZEIT“, der Kachelmann-Prozess und der Niedergang des Qualitätsjournalismus

Dr. Alexander von Paleske —- 1.6. 2011 —- Es ist lange her, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) das Wochenblatt „DIE ZEIT“, einst Flaggschiff des liberalen Qualitätsjournalismus, in dieser Form angegriffen hat: Das war vor 26 Jahren, als sie dem seinerzeitigen Leiter des Feuilletons der ZEIT, Fritz J. Raddatz, vorwarf, Scharlatanerie zu betreiben. Dieser hatte in einem Leitartikel geschrieben, daß zur Lebenszeit Goethes (1749-1832) bereits die Eisenbahn fuhr und Frankfurt einen Bahnhof hatte… .
Die Eisenbahn fuhr aber erstmals im Jahre 1835 in Deutschland , also drei Jahre nach Goethes Tod, und der Frankfurter Hauptbahnhof wurde gar erst l888 eingeweiht.

Eine dicke Blamage. Raddatz musste die Leitung des Feuilletons abgeben.

Erneuter Angriff der FAZ
Gestern griff nach langer Zeit die FAZ erneut die ZEIT an.
Der FAZ Medien-Redakteur Michael Hanfeld warf seiner Medien-Kollegin Sabine Rückert von der ZEIT, aber auch Gisela Friedrichsen (Spiegel), und Alice Schwarzer (Bild) distanzlose und einseitige Berichterstattung im Fall Kachelmann vor:

„Parteiischer und einseitiger, als die Berichterstattung der Genannten ausgefallen ist, kann man sich die Arbeit von Vertreterinnen der ‚vierten Gewalt‘ jedenfalls nicht vorstellen. So wie sich vor Gericht Staatsanwaltschaft und Verteidigung gegenüberstehen, haben sich die Reporterinnen aufgestellt: Anklage, Verteidigung und kein Richter dazwischen, als Korrektiv aber sehr wohl die Kollegen anderer Blätter, die sich an das gehalten haben, was im Gerichtssaal zur Sprache kam.“

Die Kritik Hanfelds und anderer Medien insbesondere an Sabine Rückert, weil man von der ZEIT einfach wesentlich Besseres gewohnt war und verlangen durfte, ist leider nur allzu berechtigt.

Wir haben in mehreren Artikeln uns mit dem Niedergang des Qualitätsjournalismus in der Wochenzeitung „Die Zeit“ für welche die Artikel der Journalistin Sabine Rückert zum Fall Kachelmann stellvertretend stehen, beschäftigt

Aber es ist nicht nur sie, auch der Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hatte sich mit der Forderung, den Wissenschaftsbetrüger Baron von und zu und Guttenberg im Amt zu belassen, journalistisch desavouiert.

Den Vogel abgeschossen hat nun Sabine Rückerts online-gestellter gestriger Artikel zum Ausgang des Kachelmann-Prozesses, der wieder einmal jegliche Distanz und nüchterne Bewertung vermissen lässt. Stattdessen beschwört sie dumpf die Angst, die man als unschuldiger Bürger haben müsse, in die Hand solcher (Mannheimer) Staatsanwälte zu geraten. Gerade rechtzeitig habe schließlich das Gericht noch die Kurve gekriegt in Richtung Rechtsstaat.

Lächerlich als Qualitätsmerkmal
Geradezu lächerlich angesichts der Akribie, mit der das Gericht sich bemüht hat, den Sachverhalt aufzuklären, trotz des Dauer–Trommelfeuers aus der norddeutschen Medienhauptstadt .


Scharfe Kritik an einigen Medien und Verteidiger Schwenn:
Landgericht Mannheim – Screenshot: Dr. v. Paleske

Das Gericht hat nach neunmonatiger Verfahrensdauer ein angemessenes Urteil verkündet: Freispruch angesichts der Beweislage „In dubio pro reo“ Im Zweifel für den Angeklagten.


Freigesprochen: Kachelmann – Screenshot: Dr. v. Paleske

Freispruch ist Freispruch
Der Freispruch zweiter Klasse, aus „Mangel an Beweisen“, mit der Folge, dass der Angeklagte trotz Freispruchs seine Anwaltskosten selbst tragen musste, ist seit der Reform des Strafprozessrechts in den 60er Jahren abgeschafft.

Dies heißt für das Gericht aber keineswegs, dass es nicht im Rahmen der Beweiswürdigung erklärt, ob es von der Unschuld des Angeklagten überzeugt ist, oder nicht, ebenso wie von der Glaubwürdigkeit der Aussagen des vermeintlichen Opfers.

In die Kerbe von Frau Rückert haute dann auch der Verteidiger Schwenn, dessen polterndes Auftreten im Prozess zum Entzücken der immer präsenten Mitglieder des „Kachelmann-Fan-Clubs“ gereichte. Ein Anwalt, der aber zur Sachaufklärung nach Auffasung des Gerichts nichts beitrug, was nicht bereits von seinem Vorgänger, dem abgehalfterten Verteidiger Birkenstock, in Form von Beweisanträgen und Gutachterbestellungen eingeführt worden war.

Birkenstock, dem Frau (ZEIT)-Rückert in wenig verhüllter Form vorprozessual Unfähigkeit vorwarf, ein erbärmliches Vorgehen sui generis.

Schwenn nannte nach der Urteilsverkündung das Gericht „befangen“ und verkündete schwadronierend, dass das Verfahren von einer „ Erbärmlichkeit gekennzeichnet sei, die ihresgleichen suche“

Offenbar hat Anwalt Schwenn, anders als der Verfasser, keine Ahnung, was es wirklich bedeutet, mit einer Justiz zu tun zu haben, für die Unabhängigkeit von politischen Einflussnahmen ein Fremdwort ist, und wo es wirklich gerechtfertigt ist, von „Erbärmlichkeit“ zu reden.

Lebendige Demokratie braucht Qualitätsmedien
Die Artikel von Sabine Rückert könnten uns allen gleichgültig sein, wenn sie für die Bild Zeitung, eine Fehlgeburt des Journalismus, und nicht für die ZEIT schreiben würde . BILD-Motto: Forget the facts, push the story , und wo der Appell an die Emotionen zählt, aber nicht die nüchterne Bewertung der Faktenlage.

Eine lebendige Demokratie ist aber auf die inhaltliche Diskussion, angestoßen gerade auch durch verantwortungsvolle Medien, angewiesen, insbesondere zu einer Zeit, in der die Konflikte zunehmen und die nächste Finanzkrise droht.

Die ZEIT wird dieser Rolle, die sie einst über Jahrzehnte verantwortungsvoll ausübte, und für die Namen wie Marion Dönhoff, Theo Sommer, Rudolf Walter Leonhardt und viele andere standen, nicht zuletzt Verleger Gerd Bucerius, immer weniger gerecht, offenbar angetrieben von dem Drang, dem Publikum noch mehr zu gefallen, um so die Verkaufszahlen zu steigern.

Nun rächt sich, dass Verleger Gerd Bucerius, der 1995 als Milliardär verstarb, es nicht für nötig hielt zu verfügen, sein Vermögen, das er in die Gerd und Ebelin Bucerius Stiftung einbrachte, ggf. auch zum Erhalt der ZEIT zu nutzen und diese zum Dauer-Eigentümer des Blattes nach seinem Tode zu machen, und es damit es ggf. auch über Durststrecken flott zu halten.
So wurde dann die ZEIT bereits kurze Zeit nach seinem Tode an die Holtzbrinck-Gruppe verkauft.

Über viele Jahre hinweg, in den 50er und zu Beginn der 60er Jahre, war die ZEIT ein Zuschussbetrieb. Bucerius deckte das finanzielle Defizit durch dicke Überschüsse, welche seine Illustrierte STERN, unter Chefredakteur Henri Nannens Regie, einbrachte, bis die ZEIT Mitte der 60er Jahre schließlich anfing, schwarze Zahlen zu schreiben.

Bucerius konnte sich offenbar nicht vorstellen, dass eines Tages die Printmedien, dank des Internets, so ins Schleudern kommen würden.

Noch hat dieser Trend erst die Tageszeitungen, wie die Frankfurter Rundschau erreicht, aber auch in den Magazinen und Periodika wird mittlerweile kräftig gespart.

Alledings: Zugeständnisse an den Publikumsgeschmack, Kritzelseiten wie die ZEIT der Leser und ähnlicher Popanz, distanzlose Artikel, wie die der Sabine Rückert haben nichts mehr mit dem eigentlichen Anspruch der Wochenzeitung ZEIT zu tun, liberale Meinungsführerschaft im besten Sinne zu repräsentieren. Sie sind vielmehr geeignet, eine ganze Reihe von ernstzunehmenden Lesern zu vertreiben.

Theo Sommer schrieb einst….
Noch einmal sei zitiert, was Ex-ZEIT Herausgeber und jetzt Editor at large der ZEIT Theo Sommer schrieb, als es 1994 beim Spiegel kriselte:

„Soll die gewollte Anspruchslosigkeit des gedruckten Fernsehens auch die bisher noch der Seriosität verhafteten Zeitungen und Zeitschriften in seichte Gewässer zwingen? Eine Kultur-Havarie wäre die Folge. Eine Havarie auch unserer politischen Kultur.

Demokratie ist nach der klassischen Definition „government by discussion“. Sie lebt vom öffentlichen Räsonieren, vom intelligenten Diskurs. Beides setzt Sachinformation , Tiefenanalyse und ernsthaften Richtungsstreit voraus: Aufklärung, nicht Infotainment, publizistische Prinzipien, nicht bloss Marketingstrategien; den Willen, Meinung zu bilden, nicht nur den Drang, das Publikum zu unterhalten
Zitiert nach Karl-Heinz Janssen Die Zeit in der ZEIT 1996, S.348

Fritz J. Raddatz verlor das Feuilleton-Resort seinerzeit wegen eines Fehlers.
Sabine Rückert aber darf weiter erbärmliche Artikel veröffentlichen, die Marion Dönhoff ihr vermutlich um die Ohren gehauen hätte.

Und der ehemalige stellvertretende ZEIT-Chefredakteur und jetzige ZEIT-Reporter Matthias Nass (mit-) organisiert die Bilderberg-Geheim-Konferenz, die in der nächsten Woche vom 9.-12 Juni in St. Moritz/Schweiz stattfindet, und die eine unakzeptable Verhöhnung von Demokratie und Pressefreiheit darstellt.

Wie sagten doch die Römer? Sic transit gloria mundi – genau.

Der Kachelmann-Prozess und seine Verlierer“
Der Fall Kachelmann oder: Wenn Journalismus vor die Hunde geht“

In drei Wochen: Bilderbergkonferenz in St. Moritz/Schweiz
Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit
DIE ZEIT: Liberale Meinungsführerschaft ade? – ein Einwurf
Die ZEIT – eine führende Wochenzeitung auf dem Weg zum „Musikdampfer“?

global player

Glencore, der Börsengang, und der Weg zum Rohstoff-Riesenkraken

Dr. Alexander von Paleske — 30.5. 2011 —
Drei Mal haben wir uns bereits mit den schweizer Multis Glencore und Xstrata beschäftigt:

Thyssen, Glencore und die Rohstoff-Blase

Xstrata und Glencore – Schweizer Konzerne auf dem Weg zum Rohstoffmonopol?

Glencore und Xstrata – Besuch von Demonstranten

Ein Riese bin ich, ein Gigant will ich werden
Der Teil-Börsengang von Glencore in der vergangenen Woche ist Grund genug, erneut einen Blick auf diesem Rohstoff-Riesenkraken und seine Geschäftspraktiken zu werfen, denn die Milliarden aus dem Börsengang werden vermutlich zu noch weiterer Expansion genutzt. Als erstes soll vermutlich die Firma Xstrata, an der Glencore schon 34% besitzt, ganz übernommen werden.


Schweizer Rohstoff-Riesenkrake

Danach soll offenbar auch noch die Minen- und Verarbeitungsfirma Anglo-American einverleibt werden.
Ein Versuch, der letztes Jahr erst einmal fehlgeschlagen war. Aber hier gilt wohl eher: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Welche Konsequenzen?
Welche Konsequenzen das hat und haben wird, insbesondere für die Förderländer, in der Mehrzahl Länder der Dritten Welt, für die dortigen Minenarbeiter, aber auch für die Bauern, deren Land für die Minen reklamiert wird, darauf werden wir noch zu sprechen kommen.

Ein Blick zurück
Glencore wurde 1974 von dem Geschäftsmann Marc Rich als Firma Rich & Co gegründet, einem Mann, der schliesslich wegen seiner kriminellen Aktivitäten auf der Liste der 16 meistgesuchten Verbrecher der USA stand.

Rich ist – nomen est omen – reich geworden, steinreich, vor allem durch seinen Handel mit Ländern, die entweder auf einer UN- oder US- Embargoliste standen, also z.B. Apartheid-Südafrika und der Iran nach 1979, und wo es dehalb riesige Extraprofite zu verdienen gab, „sanctions busting“ auch genannt.

Grober Undank eines geretten Flüchtlings
Gegenüber den USA, die einst seiner aus Nazi-Deutschland geflüchteten Familie Unterschlupf gewährt hatten, schien er nicht das geringste Gefühl der Dankbarkeit für nötig zu halten.
Rich sah sich bestenfalls gegenüber seinem Geld, seinen Geschäften und Israel in der Pflicht.

Der leitende Staatsanwalt von New York und spätere Bürgermeister, Rudolph Giuliani setzte ihm nach, warf ihm Steuerbetrug, Racketeering, Verstoß gegen Embargobestimmungen etc. vor.
Rich setzte sich in die Schweiz ab, die gar nicht daran dachte, ihn auszuliefern.

Offensichtlich „erleichtert“ durch massive Geldzuwendungen seiner von ihm geschiedenen Ehefrau Denise an die Bill Clinton Foundation, erreichte er schliesslich eine Begnadigung durch den US Präsidenten Clinton, Stunden bevor der aus dem Amt schied.

Teil der Begnadigung und Bedingung für eine Rückkehr in die USA war jedoch die Auflage, Steuerschulden in Höhe von 48 Millionen US Dollar zu begleichen.

Rich entschied: er schulde den USA nichts, zahlte nicht, und ließ sich in den USA nie wieder blicken. Und dies, obgleich es sich um einen Betrag handelte, den er spielend aus seinem Vermögen hätte bezahlen können, und zwar ohne anschließend am Hungertuche nagen zu müssen.

Er zog es vor, Israel grosszügig mit Spenden zu unterstützen.

1994 verkaufte er – etwas unter Druck seitens seiner Manager – seine Anteile an der Firma Rich & Co und erhielt dafür in zwei Raten insgesamt 600 Millionen US Dollar, cash to carry.

Ein Management-Buy-out mit einem Pharmariesen
Es war das Management, das ihm seine Firma abkaufte, aber da die nicht genug Geld auf der Kralle hatten – damals jedenfalls – wurde für einige Zeit auch die Schweizer Pharmafirma Roche zu 20% Miteigentümer, ein Engagement, was der Pharmafirma letztlich mehr einbrachte, als manche Pillendreherei..

Aus Rich & Co wird Glencore
Die neuen Eigentümer, an der Spitze der aus Deutschland stammende Willy Strohthotte, nannten die Firma in Glencore um, um den Skandalnamen Rich loszuwerden (Global Energy Commodities and Resources)

.Im Jahre 2002 löste der aus Südafrika stammende Ivan Glasenberg den Chef Strothotte ab.

Was sich nicht änderte war der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg der Firma und die sie begleitenden Skandale

Kleine Skandalschau

– Noch zu Zeiten von Marc Rich wurden arabische Ölbarone den 70er Jahren eine Woche lang mit Pariser Prostituierten und viel Rotwein im Süden Frankreichs zusammengebracht, danach wurde unterschrieben

– Irakisches Öl wurde gegen ein UN Embatgo im Jahre 2000 zum Vorzugspreis von 3 Millionen US-Dollar nach Kroatien geliefert

– Im Jahre 2009 musste die Firma ein Bussgeld in Kolumbien in Höhe von 700.000 US$ blechen, weil beim Betrieb der Prodeco-Mine der Industrie-Abfall einfach ohne Genehmigung und umweltschädlich entsorgt worden war

– In Sambia und in der Demokratischen Republik Kongo gelangten hochgiftige Abwässer in die benachbarten Bäche und Flüsse.

Und – das kann man nur noch als bitterböse Ironie bezeichnen – der Ex-BP-Mann Tony Hayward, bekanntes BP-Vorstands-Gesicht während der Deepwater Horizon Katastrophe vergangenes Jahr im Golf von Mexiko, danach von BP abgetreten, wurde Mitglied des Sicherheits-, Gesundheits,- und Umweltkomitees von Glencore im Range eines Vorstandsmitglieds – man könnte meinen: „ Der Bock wird zum Gärtner“.

Hayward ging seinerzeit auf einen Segeltörn vor der britischen Küste, während im Golf die Katastrophe ihren Lauf nahme, „um sich zu entspannen“

– Im April diesen Jahres beschuldigte eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen Glencore, den sambischen Staat, der ohnehin, mangels Finanzen, gerade im Gesundheitsbereich kaum eine Grundversorgung anbieten kann, um 100 Millionen US Dollar Steuern betrogen zu haben. Die Betriebskosten für die Mopani-Kupfermine seien fälschlich als viel zu hoch angegeben worden.


Mail and Guardian (Südafrika) vom 29.4. 2011

– Auch in China soll Glencore, nach einem Bericht des Handelsblattes, durch Benzinschmuggel einen Steuerbertrag in dreistelliger Millionenhöhe (US $) hinterzogen haben.
.

– Aber auch an frauenverachtenden Äußerungen aus dem Hause Glencore mangelt es offenbar nicht. So erklärte der frischgebackene Non-Executive Chairman und ehemalige Fremdenlegionär Simon Murray in einem Interview mit der britischen Zeitung Sunday Telegraph:

Women are not so ambitious in business as men, they’ve got better things to do. I really do not need them on board,, because I know, they are going to get pregnant and they are going off for nine months.

Das Firmenprofil
Willy Strothotte, CEO Ivan Glasenberg, wie auch 480 weitere Mitarbeiter, sind ist durch Glencore steinreich geworden. Durchschnittlich jeder mit 100 Millionen.
Etwas besser steht Glasenberg, südafrikanischer und israelischer Staatsbürger, da: sein Vermögen wird mittlerweile auf 9 Milliarden Euro geschätzt.


Ivan Glasenberg, reichster Südafrikaner

Über Glencore Niederlassungen in Hongkong und Beijing hatte er sich sich, vom Wohlwollen Willy Strothottes unterstützt, an die Spitze gearbeitet.

Die Firma, die er leitet,

– besitzt Industriebetriebe wie Schmelzen

– besitzt Bergwerke

– besitzt Riesen-Ländereien (insgesamt rund 100.000 Hektar) zur Produktion von Agrarprodukten

Glencore treibt, besser: kontrolliert teilweise international den Handel mit mit:

– Metallen

– Mineralien

– Energie

– Agrarprodukten

Folgende Handels-Marktanteile hat Glencore mittlerweile sich „erkämpft“:

Zink: 80%

Kupfer: 50%

Aluminium: 38%

Kobalt: 16%

Nickel: 14%

Eisen 16%

Blei 45%

Öl 3%

Im Agrarsektor sieht es nicht weniger schlecht aus:

Raps 26%

Sonnenblumen Speiseöl 20%

Soyaöl 9%

Hopfen 11%

Weizen 11%

Getreide (ausser Weizen) 4%

Zucker 1%

Hinzu kommen die eigenen Transport- und Lagerkapazitäten:

130 Öltanker plus etliche Containerschiffe

70 Gross-Getreidesilos

Dazu: Besitzanteile von Eisenbahnlinien


Riesen Multi Glencore

Die Macht von Glencore
Diese schiere Marktmacht der Firma erlaubt es ganze Jahresproduktionen aufzukaufen.

Mittlerweile besitzt die Firma aber auch jede Menge Minen, welche die Lieferfähigkeit – selbst bei Engpässen – noch erhöhen.

Mit anderen Worten: Glencore kontrolliert in seinen Segmenten vertikal die ganze Wertschöpfungskette.

Und – wie schon bei Aufkauf der Produktion – ist der Weiterverkauf ebenfalls zu mehr als 90% gesichert.

Der Konzern beschäftigt mittlerweile direkt und indirekt 57.OOO Mitarbeiter, machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 145 Milliarden US Dollar, und einen Gewinn von 3,8 Milliarden US$.

Und weil man alles im Bereich Rohstoffe, deren Verarbeitung und Transport überblickt, kann man auch noch beim Wettspiel über Futures, Termingeschäfte etc teilnehmen, warum soll man das den Banken überlassen? Kann man selbst doch viel besser.
Unklar ist, wie viel Cash die Firma bei diesen Geschäften einsackt.

Wer die Handelswege kontrolliert, der kann nicht nur Einfluss auf die Rohstoffpreise nehmen, sondern auch die Frachtraten und damit auch die Arbeits-und Lohnbedingungen bis zur Unerträglichkeit drücken, kurzum eine unerträgliche, von keiner politischen Instanz kontrollierte, Macht ausüben, jeden Kontahenden plattmachen, und die Bedingungen nach eigenem Gutdünken diktieren..

Diese Lohndrückerei und Rücksichtslosigkeit bekommen aber gerade auch die Arbeiter in Dritte Welt Ländern zu spüren, zum Beispiel die Kohlearbeiter in Kolumbien, über die gerade in der in der Stuttgarter Zeitung vom 29.5. 2011 ein ausführlicher Bericht erschien:

Beim Geschäft mit der Kohle geht es finster zu

Aber bereits zuvor hatte die Firma den Negativpreis des Public Eye Forums erhalten, wegen unsozialen und umweltschädlichen Machenschaften in den Kohleminen Kolumbiens:

Der schweizer Multi Xstrata, Umsatz 2009: 22,732 Milliarden US-Dollar (Vorjahr 27,952 Milliarden US-Dollar) direkt und indirekt 50.000 Beschäftigte, an dem Glencore 34% hält und der jetzt wohl ganz übernommen werden soll, ist ebenfalls im Minengeschäft engagiert, insbesondere in Südafrika. Es gibt Konflikte und Skandale, von Gewerkschaftsfeindlichkeit in Kolumbien, bis zur Entschädigungsverweigerung in einer südafrikanischen Vanadium-Schmelze

Fazit:
Glencore hat seinen Börsengang gestemmt, die Kassen sind voll, jetzt kann mit dem Geldsack auf Einkaufstour gegangen werden.
Wer glaubt, dass dies dem Wohl der Menschheit und der Verbesserung der sozialen Lage der Beschaftigten dient, der dürfte sich täuschen. Und zwar gewaltig.

Thyssen, Glencore und die Rohstoff-Blase?
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Krieg

Einsatz militärischer Gewalt

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait – Stefan Kornelius entlarvt in seinem jüngsten SZ-Artikel vom 20.5.11 „Strategie gegen das Desinteresse“ seine vollkommene Unfähigkeit, besonnen zu denken, nämlich sachlich zu überlegen, was es in allen seinen Konsequenzen bedeutet, was er offen oder verstellt fordert und fördert: Einsatz militärischer Gewalt.

Wie auch immer die Gründe für einen solchen Einsatz, die die Regierungsmächtigen der deutschen Öffentlichkeit verkaufen, die Lage der Menschen wird in jedem Fall dadurch noch schlimmer. Trotz dieser bewiesenen nüchternen Realität will Stefan Kornelius sein Land als aktiven Teilnehmer an einer Vernichtungsmaschinerie sehen. Sonst sieht er es auf einem „Sonderweg“.

Dieses Buzz-word ist bekannt und wiederholt sich immer wieder, um sich nicht mit der Sache zu befassen, nämlich mit der Frage, worum es beim heutigen Krieg, bei bewaffneten militärischen Konflikten geht, nämlich um den Einsatz einer Vernichtungsmaschinerie, die alle Verhältnismäßigkeit sprengt. Diese Hauptfrage wird durch Buzz-Words und falsche propagandistische Clichés beiseite lassen und bleibt völlig unbeachtet.

Der SZ-Journalist scheint die Rolle seines Landes nur militärisch aggressiv einzuschätzen, weil das „Bündnis“ aggressiv militärisch agiert. Ein solches Bündnis ist verfassungswidrig geworden, seitdem es nicht mehr defensiv, sondern aggressiv handelt. Aber die armselige Logik von Stefan Kornelius lautet: Weil die anderen militärisch ein Land angreifen, soll es Deutschland auch tun. Ob es sich um eine Aggression handelt oder nicht, ob diese Untat dem Völkerrecht und dem Grundgesetz gemäß ist oder ihm zuwiderläuft, interessiert ihn nicht. Wichtig ist, dass sein Land „auch mitmacht“, was zwei oder drei angebliche Alliierte tun. So weit, so dumm.

Der Unsinn im SZ-Leitartikel von Stefan Kornelius „Strategie gegen das Desinteresse“ geht weiter. Völlig aus der Luft gegriffen wird dort erklärt, Deutschland werde künftig gleichzeitig mit mehreren Bedrohungen fertig werden müssen. Auf welche Bedrohungen spielt Stefan Kornelius an? Es scheint, als ob Kornelius in der vergangenen Rhetorik der US-Cheney-Bush-Regierung stecken geblieben wäre und etwas daraus reproduziert, das er zu reproduzieren erhielt. Welche Wahnvorstellung von Feinden will er in die Öffentlichkeit transportieren, um Deutschland zur Kriegsbeteiligung zu bekommen? Die mehrheitlich friedlose Welt existiert nur in seiner kriegerischen Phantasie.

Die Menschen wie die Staaten sind mehrheitlich friedfertig und sehnen sich nach Frieden. Es ist eine Handvoll Staaten, zwei, drei Länder, die Krieg gegen den Willen der Menschheit anzetteln. Anstatt die Angreifer an den Pranger zu stellen, nimmt Kornelius die Friedfertigkeit seines Landes aufs Korn und sieht enttäuscht sein Land als „eine große und bedeutsame Nation“, die nicht im Rang der Größe sei, weil es keinen Krieg führen wolle.

Militärischer Einsatz ist für Kornelius politisches Instrument. Diese Barbarei ist bekannt. Allerdings ist die Ignoranz von Stefan Kornelius unentschuldbar. Heute weiß jeder, was militärische Einsätze, was militärische Mittel bedeuten. Nur Kornelius scheint nichts davon zu wissen, oder es ist ihm gleichgültig.
Militärische Maßnahmen sind gerade deshalb auszuschließen, weil sie heute ein modernes Instrumentarium der Vernichtung darstellen, das keinerlei Maß kennt.

Das Morden unschuldiger Zivilisten darf von verantwortungsvollen Politikern niemals in Kauf genommen werden. Wo sonst ist der Unterschied zu Terroristen? Terror beginnt gerade dort, wo Gewalt ausgeübt wird und dadurch Vernichtung von Menschenleben in Kauf genommen wird. Kein Staat hat das Recht, Menschenleben zu gefährden. Krieg ist Ausübung von Gewalt mit Verachtung von Menschenleben in höchstem Maß. Krieg ist eindeutig bloßer Terror. Nicht weil reiche demokratische Industriestaaten dahinter stecken, verwandelt sich der Krieg, also der Terror, in etwas harmloses hinnehmbares.

Das UN-Friedensgebot gilt für alle Staaten, unabhängig davon, ob sie Demokratien oder Despotien sind. Kurz, es geht darum, einer Kultur des Todes eine Kultur des Lebens entgegenzusetzen.
Die heutigen militärischen Mittel sind vernichtend und ausrottend für alles Leben. Sie sind deshalb von einer menschlichen das Völkerrecht respektierenden Weltgesellschaft zu ächten. Diese Aufklärung im Regierungsmilieu und in der Öffentlichkeit ist dringend erforderlich, um die perverse Ungeheuerlichkeit zu entlarven, den Einsatz von Gewalt als notwendig und sogar als „moralisch“ zu rechtfertigen.

Das Gegenteil ist feststellbar der Fall, wie zu viele NATO-Massaker es beweisen. Zur Anwendung von Gewalt gilt die allgemein gebotene Verhältnismäßigkeit, und zwar für jede Person und für jede zivilisierte Nation. Daher auch die Genfer Konventionen. Das darf Stefan Kornelius als Chef des außenpolitischen Ressorts der Süddeutschen Zeitung nicht ignorieren, sondern muss es reflektieren.

Da er offensichtlich unfähig ist, besonnen und mit objektivem Wissen zu denken und zu schreiben, ist es ratsam, ihn als Leiter des außenpolitischen Ressorts zu entfernen. Stefan Ulrich wäre ein würdevoller und kompetenter Nachfolger, dessen Sachkenntnisse und Bewusstsein in Sachen menschlicher Ethik und Völkerrecht die Süddeutsche Zeitung meisterhaft bereichern und nicht weiter in Misskredit bringen würde.

Die seltsamen Darstellungen von Stefan Kornelius haben lange Schatten. Als der US-Präsident Obama die Abrüstung auf die Tagesordnung setzte, reagierte Kornelius mit der Bemerkung: Niemand, der sich mit der Abrüstung beschäftigt, macht Karriere. Diese auffällige unbedachte Reaktion lässt die Fragen entstehen: Welche Art von Karriere meinte er, wer hat ihn für einen solchen wichtigen Posten als Leiter des außenpolitischen Ressort der Süddeutschen Zeitung gefördert?

Bestimmt nicht die aufgeklärten Kreise von Obama und auch nicht die fortschrittlichen Kreise, die die Außenpolitik Deutschlands richtigstellen wollen, wie Außenminister Westerwelle, der sich für politische Lösungen innerhalb der NATO einsetzt, wie ein ehemaliger US-amerikanischer Diplomat kritisiert. Bezeichnenderweise ist es die kritische US-amerikanische Stellungnahme, die in der SZ-Rubrik Außenansicht eine Plattform bekommt (18.5.), nicht die offizielle Position Deutschlands.

sendenDie Autorin Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist Juristin und Diplomatin a.D.

Medizin

Eculizumab (Soliris) – Das Wundermittel gegen EHEC-HUS?

Dr. Alexander von Paleske — 28.5. 2011 —
Die Medien sind heute voll mit Meldungen über ein neues Mittel im Kampf gegen das Hämolytisch-Urämische Syndrom (HUS), eine nicht selten tödliche Komplikation der Infektion mit enterohämorrhragischen E-Coli –Bakterien und Shigellen-Infektionen. Ein Durchbruch?

Das Medikament Eculizumab, über das wir bereits in anderem Zusammenhang berichteten, ist seit 2007 zugelassen und wurde eigentlich für die zur Behandlung von Krankheiten des rheumatischen Formenkreises entwickelt. Das sind keineswegs seltene, chronisch entzündliche Erkrankungen, hervorgerufen durch Angriffe des fehlgeleiteten Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe, Autoimmunerkrankungen auch genannt.

Dazu gehören beispielsweise die rheumatoide Arthritis, der Lupus erythematodes, die membranöse Glomerulonephritis (eine Autoimmunerkrankung welche die Nieren befällt) usw..

Wie wirkt Eculizumab?
Eculizumab greift in den (hier unerwünschten) Entzündungsprozess ein, und zwar durch Hemmung eines Bausteins der Komplement- Kaskade, C5, indem es sich an ihn bindet und damit den Weiterlauf der Kaskade und damit die Entstehung oder Unterhaltung einer Entzündungsreaktion verhindert.

Diese Kaskade ist aber nur bei Autoimmunerkrankungen ein unerwünschter Weg, er spielt nämlich bei der normalen Infektionsabwehr (Immunabwehr) eine sehr wichtige Rolle. Es ist deshalb auch nicht überraschend, dass der Einsatz dieses Medikaments die Infektionsgefahr erhöht, und bei bestimmten Infektionen erst gar nicht zum Einsatz kommen sollte, wie zum Beispiel bei der bakteriellen Hirnhautentzündung (Meningitis).

Glatter Reinfall und überraschende Wirkung
Das Medikament war jedoch für den geplanten Einsatz bei rheumatischen Erkrankungen ein glatter Reinfall.

Aber: Eculizumab sollte sich überraschender Weise als sehr wirksam bei der seltenen paroxysmalen (anfallsweisen) nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) erweisen. Eine Erkrankung, bei der den roten Blutkörperchen eine Schutzschicht fehlt, die deshalb dem körpereigenen Komplement schutzlos ausgeliefert sind und zerstört werden. Hinzu kommen vermehrt Thrombosen.

Patienten, die an PNH leiden, sind chronisch transfusionsbedürftig, mit all den negativen Folgen, insbesondere der Eisenüberladung des Körpers. Durch die Blockierung der Komplementkaskade mit Eculizumab wird die Zerstörung der roten Blutkörperchen signifikant reduziert.

Eine Riesenüberraschung, allerdings wegen der Seltenheit der Erkrankung kein lukratives Geschäft, deshalb trieb die Herstellerfirma den Tagespreis auf nunmehr 5827 Euro, wir berichteten darüber.

Auch ein Mittel gegen HUS?
Eculizumab hat sich nun in einigen Fällen von HUS als offenbar spektakulär wirksam erwiesen. Es verhindert bzw. stoppt über die Blockade der Komplementaktivierung offenbar HUS .

Allerdings sind einige Zweifel angebracht: Die Patienten leiden an einer akuten bakteriellen Infektion mit EHEC. Auf diese Infektion dürfte sich Eculizumab keineswegs verbessernd auswirken, denn hier ist die Komplementaktivierung ja gerade erwünscht, da Teil der Infektionsabwehr, wie bereits beschrieben.

Möglicherweise wird dann doch parallel der Einsatz von Antibiotika erforderlich, welcher bei der vorhandenen Multiresistenz des Erregers weitere Probleme bereiten würde.

Es könnte sich herausstellen, dass Eculizumab, statt zu einer dramatischen Verbesserung, letztlich zu einer „Verschlimmbesserung“ führt. Zumal wenn Antibiotika eingesetzt werden müssen, um die Infektion zu beherrschen, was bei einem erfolgreichen Einsatz auch eine massenhafte Zerstörung der E-Coli-Bakterien mit massenhafter Freisetzung von Shiga-Toxin, dem Verursacher von HUS,. zur Folge hätte.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob Eculizumab eine wirksame Therapie in diesen verzweifelten Fällen darstellt, was wirklich zu hoffen ist.

E-Mail avpaleske@botsnet.bw

Nachtrag 30.5. 2011
Nach Angaben des „Tagesspiegels“ hat das Unternehmen Alexion Pharma angeboten, die Infusionslösung kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/news/article/656764/ehec-erste-erfolge-neuer-hus-therapie.html

Das ist allerdings wohl keine mildtätige Gabe, sondern damit soll sichergestellt werden, dass möglichst viele Patienten mit der Substanz behandelt werden, und dies nicht an finanziellen Erwägungen scheitert.
Bei nachgewiesenem erfolgreichen Einsatz wäre dann eine weitere indikation für dieses Medikament geschaffen.

Dieser Weg ist allemal billiger, als eine (randomisierte) Studie zu finanzieren, was ohnehin schwierig wäre, angesichts der normalerweise geringen Patientenzahlen.

Zu EHEC und Eculizumab
EHEC- Blame-Game oder: Lärmende Schuldzuweisungen ohne durchgreifende Forderungen nach Konsequenzen
EHEC-Epidemie in Deutschland: Die Finger deuten auf Massentierhaltung und Tiermast
Seltene Krankheiten – Teure Medikamente (oder gar keine)

Zur Antibiotikaresistenz und ihren Gefahren
WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung
Pest-Seuche und Antibiotika-Resistenz

Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Antibiotika oder Massentierhaltung?

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Bittere Pillen für die Dritte Welt

Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</

Medizin

EHEC- Blame-Game oder: Lärmende Schuldzuweisungen ohne durchgreifende Forderungen nach Konsequenzen

Dr. Alexander von Paleske — 27.5. 2010 —

– Kommen die Gurken aus Spanien?

– Oder kommen sie gar aus den putzsauberen Niederlanden?

– Sind sie auf deutschem Staatsgebiet mit dem Erdboden in Berührung gekommen, und zwar massenhaft?

– War also das Deutsche Erdreich verseucht mit EHEC?

Fragen, welche zur Zeit in den Medien aufgeworfen werden. Aber sie sind nur teilweise relevant, zum Teil sind sie angesichts der Lage reichlich unwichtig.

Fest steht, dass offenbar auf spanischen Gurken der Erreger nachgewiesen wurde, der identisch ist mit dem von Kranken isolierten Stamm.

Damit ist noch nicht einmal absolut sicher geklärt, ob dies auch die einzige Infektionsquelle war.

Fest steht weiterhin: Der EHEC-Erreger breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Die Zahl der Infizierten liegt mittlerweile bei mehr als 1000. 276 von ihnen sind an der schwerwiegenden Komplikation des hämolytisch-uramischen Syndroms (HUS) erkrankt, und die Zahl steigt weiter. Acht (28.5. 2011) EHEC-bedingte Todesfälle sind mittlerweile bestätigt.

Normalerweise sind es nicht mehr als 60 HUS-Fälle pro Jahr in Deutschland.

Ein diagnostischer Durchbruch gelang der Münsteraner Arbeitsgruppe von Mikrobiologen unter Leitung von Professor Helge Karch: Sie haben in sehr kurzer Zeit den speziellen EHEC-Stamm identifiziert.. Sein Name: HUSEC 41.


Prof. Helge Karch – ….. diagnostischer Durchbruch in Münster.


EHEC-Bakterienkolonie – Screenshots: Dr. v. Paleske

Er ist zwar seit einigen Jahren unter Wissenschaftlern bekannt, aber bisher war weltweit kein Ausbruch mit diesem Erreger dokumentiert.

Allmacht und Ohnmacht
Die rasche Isolierung und Typisierung des Erregers ist zweifellos eine hervorragende Leistung der Wissenschaft, samt der Aufschlüsselung von genetischen Veränderungen, die das Bakterium – einstmals harmlos – mittlerweile so gefährlich machen.

Aber die Erkenntnis wird bisher nicht als Alarmsignal verstanden.

Die beste Diagnose ist nichts wert, wenn anschließend keine Therapie zur Verfügung steht, und die beste Erkenntnis ist nichts wert, wenn nicht daraus notwendige Konsequenzen gezogen werden.

Bleiben wir zunächst noch bei der Diagnose: Dieser Erreger hat seine Harmlosigkeit entweder durch Spontanmutationen, oder durch Info-Übertragung von Bakterien zu Bakterien eingebüßt, und produziert jetzt Shiga-Toxin, verantwortlich für HUS.

Dieser Erreger – und das wird gerne unterschlagen – ist außerdem noch multiresistent gegen nahezu alle vorhandenen Breitspektrum-Antibiotika dank Extended Spectrum Betalactamasen, also insbesondere gegen die bisher Betalactamase-festen Cefalosporine.

Übrig bleiben dann lediglich die Carbapeneme, gegen die aber mittlerweile ebenfalls Resistenzen durch Carbapenemasen (bei anderen Bakterien) beobachtet wurden.

Liegt im Trend
Damit liegt dieses HUS-auslösende EHEC-Bakterium absolut im Trend der Multiresistenz, welche durch die Verfütterung von Antibiotika bei Tiermast und Massentierhaltung gefördert wird.

Zwar wird die beim Menschen ausgelöste Krankheit nicht mit Antibiotika behandelt, weil das vermehrte Absterben der Bakterien nach Antibiotika-Gabe zu einer vermehrten Freisetzung des Shiga-Toxins führen würde, aber es zeigt deutlich, dass dieses Bakterium, offenbar durch den über Antibiotika ausgelösten Selektionsdruck, sich ungehindert vermehren und verbreiten konnte.

Wie müsste eine durchgreifende Therapie aussehen?
Die beste Therapie ist, wie immer, die Prophylaxe, das Verbot der Massentierhaltung, auch wenn dies zum deutlichen Rückgang und zur Verteuerung der Fleischproduktion führen würde.

Weiter das Unterbinden des ungezügelten Einsatzes von Antibiotika, deren Verbrauch in der Veterinärmedizin zur Zeit weiter rasant ansteigt.

Dann das Verbot der nicht artgerechten Fütterung von Tieren, welche derartigen unheilvollen Bakterien-Selektionen offensichtlich Vorschub leistet, wir berichteten darüber. So wie seinerzeit die Verfütterung von Fleisch und Hirnteilen an Rinder die BSE-Seuche (Rinderwahnsinn) nach sich zog.

Nutztiere müssten im übrigen wesentlich regelmäßiger auf die Entwicklung derartiger Super-Bugs untersucht werden, denn eine lückenlose Überwachung der Lebensmittel kann es gar nicht geben, sondern bestenfalls Stichproben.

Hinzu kommt die strikte Einhaltung des Verbots der Verwendung von Fäkalien als Dünger für Gemüsepflanzen, Salate, bestimmte Früchte wie Erdbeeren etc.

Es bleibt zu hoffen, dass die Politiker endlich handeln, gegen alle zu erwartenden Widerstände.

Oder muss es erst einen Super-GAU geben, so wie bei der Atomkraft?.

EHEC-Epidemie in Deutschland: Die Finger deuten auf Massentierhaltung und Tiermast
WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung
Pest-Seuche und Antibiotika-Resistenz

Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Antibiotika oder Massentierhaltung?

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Bittere Pillen für die Dritte Welt

Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</

USA

Government Seeks CIA Leak Source on Iran Nuclear Sabotage Plan

Steven M. Ellis – The International Press Institute (IPI) today expressed concern at the United States government’s attempt to force a New York Times reporter to disclose his source of information about a Central Intelligence Agency (C.I.A.) effort to sabotage Iran’s nuclear program at the end of the Clinton administration.

The newspaper reported yesterday that prosecutors on Monday served a subpoena on reporter and author James Risen, ordering him to appear in court 12 September to testify at the trial of former C.I.A. officer Jeffrey Sterling.

The government alleges that Sterling provided Risen classified information that appeared in Risen’s 2006 book, “State of War: The Secret History of the C.I.A. and the Bush Administration.” Sterling was charged as part of an Obama administration crackdown on officials accused of disclosing restricted information to journalists.

According to The New York Times, civilian and military prosecutors have charged five people in cases involving leaking information since President Obama took office, more than all previous presidents combined.

Two of those cases – the case against Stirling and a case against former National Security Agency official Thomas Drake, who faces trial in several weeks on charges of providing classified information to The Baltimore Sun about cost overruns and mismanagement at the agency – began under the Bush administration.

Cases brought under the Obama administration include charges against a former Federal Bureau of Intelligence translator who pleaded guilty to leaking classified documents to a blogger, and the case against former soldier Bradley Manning for allegedly leaking a massive trove of classified documents to WikiLeaks.

IPI Director Alison Bethel McKenzie condemned news of the subpoena against Risen.

“It is completely unacceptable that journalists might not be able to protect the source of information they obtain in the process of gathering news,” she said. “The U.S. government, and President Obama, have both a constitutional obligation not to take any steps that infringe upon the freedom of the press, and a moral obligation to fight any attempts – by law, regulation or any other action – that would do so.”

Monday’s subpoena represents the third time the government has tried to compel Risen’s testimony in the Sterling case. A first subpoena, issued in grand jury proceedings, expired while Risen fought a legal battle against it, and the journalist last year managed to convince a judge to quash a second subpoena, also during the grand jury phase.

Risen told The New York Times that he would fight the latest subpoena, commenting that the case was “a fight about the First Amendment and the freedom of the press.”

The newspaper reported that the government has argued that the First Amendment – which bars any law abridging the freedom of the press – does not give Risen the right to avoid testifying about his confidential sources in a criminal proceeding.

Prosecutors said Risen was a witness and should be compelled to provide information to a jury “like any other citizen.” They alleged that there was no basis to conclude that Risen “is being harassed in order to disrupt his relationship with confidential news sources.”

If the latest subpoena is not quashed and Risen declines to answer prosecutors’ questions, he could face jail time for contempt of court.

Bethel McKenzie said the case highlighted the need for the United States to adopt a federal shield law giving reporters protection against being forced to disclose confidential information or sources obtained during the news gathering or dissemination process.

Many individual states in the United States have shield laws, but they vary by degree from state to state depending on the proceedings involved.

This article was published at the International Press Institute

SATIRE

Thilo Sarrazin an Pseudo-Linke, Integrationsfeinde und reuige ehemalige SED-Kader: Tretet in die SPD ein

Dr. Alexander von Paleske — 27.5. 2011 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Dr. Thilo Sarrazin
Deutschlanderneuerungsirrpfad 1
Berlin

Guten Tag Deutschland,
guten Tag potentielle SPD Mitglieder,

Mit den Worten „Kommet zu uns“ hat mein Parteivorsitzender Sigmar Gabriel in der Illustrierten Stern reformorientierte Linke zum Eintritt in die SPD aufgefordert.

Ich möchte an dieser Stelle das Angebot noch etwas erweitern, denn mittlerweile hat sich in der SPD das Grenzenlos-Toleranzprinzip mit voller Macht durchgesetzt. Ab sofort steht die ehemalige Arbeiterpartei auch und gerade Personen offen, die zu früheren Zeiten ein Parteiausschlussverfahren zu gegenwärtigen hätten oder hatten.

Parteiausschlussverfahren nur noch in Ausnahmefällen
Parteiausschlüsse gibt es in Zukunft nur noch wegen sexueller Entgleisungen, nicht aber mehr wegen Abweichen von der Parteilinie, da diese ohnehin kaum noch zu erkennen ist.

Porschefahrer, 4-Sterne- Hotel-Absteiger und Linken-Vorsitzender Klaus Ernst, aber auch der ehemalige SED Mann und Linken–Vize Dietmar Bartsch, sind uns als politische Hochtalente herzlich hochwillkommen.
Privat-Bonusmeilensammler und Doppelverdiener Klaus Ernst bräuchte in Zukunft nicht mehr ein Fahrrad im Kofferraum mitnehmen, mit welchem er normalerweise die letzten hundert Meter zu einem Linken-Veranstaltungsort zurücklegt, sondern kann mit seinem schnittigen Gefährt direkt vorfahren, ohne Gewissensbisse zu haben oder sich schmutzige Bemerkungen von neidischen Genossen anhören zu müssen.

Attraktive Frauen hochwillkommen
Auch attraktive Frauen wie Sahra Wagenknecht sind natürlich hochwillkommen.
Wir haben schon seinerzeit extrem positive Erfahrungen mit ehemaligen Mitgliedern des kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) bzw. seiner Massenorganisationen gemacht. Die brauchten wir noch nicht einmal in einen Umerziehungskurs zu schicken.

Bestes Beispiel: Die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, mittlerweile sehr wertvolles Mitglied auch bei den SPD-Parteirechten, den Kanalarbeitern im Seeheimer Kreis.

Frau Schmidt hatte sich so gut bei uns akklimatisiert, dass sie zum Schluss selbst im Spanien-Urlaub nicht auf ihren Dienst-Daimler verzichten wollte.

SPD braucht frischen Wind, egal woher
Der seinerzeitige SPD Vorsitzende Willy Brandt hatte auf seiner Abschiedsrede als Parteivorsitzender am 14. Juni 1987 uns noch Folgendes auf den Weg gegeben:

Wir brauchen die kritische Sympathie der sogenannten Aussenseiter, wir brauchen auch die Unbequemen, die Querdenker, sogar bunte Vögel, die sich gelegentlich über uns lustig machen.

Ich möchte da hinzufügen: wir brauchen auch die Porschefahrer, auch schräge Vögel, natürlich auch Opportunisten vom Schlage einer Andrea Nahles, und eben gerade auch mich, den unerbittlichen Kämpfer gegen die Deutschlandabschaffung und Immigranten-nach Hause-Schicker.

Die SPD muss sich für die gesamte Bandbreite der Gesellschaft von scharf rechts bis links öffnen, um das gegenwärtige Durchschnittsalter seiner sinkenden Mitgliederzahlen von 66 Jahren auf wenigstens 58 Jahre zu heben, äh, ich meine natürlich senken.
.
Ich werde bei meinen nächsten Anti-Deutschlandabschaffungs-Veranstaltungen jetzt immer einen Stapel von Eintrittsformularen für die SPD dabei haben.

Wenn wir schreiten Seit an Seit —-dann muss es einfach gelingen, denn mit uns marschiert nun auch – dank meiner – die Deutschlandabschaffungsverhinderungsfront in die Neue Zeit.

Vorwärts – mit mehr Mitgliedern – zur Sonne zur Freiheit.

Herzliche Grüsse

Euer

– politisch-kaltduschender Pofi-Aufmischer,

– selbsternannter Integrationsfachmann,

– Sprecher der Obsthändler- und Kopftuch-Crisis Group,

– Hartz IV-Nahrungsmittelspezialist,

– professioneller Armutsleugner

– Unterschicht-Heizungskosten-Spar-Consultant,

– Stammes-Intelligenz-Gen-Erstbeschreiber

– Gendatenbanker,

– Ex-Nebengleis-Bundesbanker,

– Berlin-Kaputtsparer

und überzeugtes,stolzes SPD-Mitglied

Thilo Sarrazin

Satire zu Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt

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Das geistige Entsorgerquartett – Eine neue Show für das ZDF

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Herbert Rechtslastig schreibt an SPD-Andrea Nahles
Thilo Sarrazin muss Bundesbankpräsident werden
Bundesbanker Thilo Sarrazin schreibt an Deutschkbanker Josef Ackermann

USA

Die eigentliche Herausforderung an die große Staatenmehrheit der Welt

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait – Ein Diplomat muss es wissen. Der Kurs der Bundesrepublik ist völlig klar und bei allen Staaten der Weltgemeinschaft bekannt, sowohl im UN-Sicherheitsrat wie auch in der UN-Vollversammlung. Insgesamt 192 Staaten. Deutschland will sich nicht an einer militärischen Intervention gegen Libyen beteiligen und war sogar bereit, mit Nein gegen die verhängnisvolle Libyen-Resolution zu stimmen, die als Vorwand für eine NATO-Operation benutzt wurde.

Genauso wie am Anfang die USA wollte Deutschland keinen Krieg in Libyen anzetteln. Die ursprüngliche USA-Position war auch innerhalb der NATO bekannt, als der Verteidigungsminister Robert Gates explizit sinngemäß sagte: Eine militärische Intervention würde Krieg bedeuten und Amerika wolle das nicht. Deutschland auch nicht. Die Vorstellung von J.D. Bindenangel in seinem SZ-Aufsatz „Deutschlands Dämonen“ (18.5.11), „Menschenwürde mit militärischer Gewalt zu verteidigen“ ist irrsinnig. Nur jemand mit total verkommener Moral kann sich vorstellen, Menschenwürde durch grausame Tötung zu verteidigen mit ununterbrochenem Bombardieren von Städten und Infrastruktur eines Landes.

Allein der Einsatz von militärischer Gewalt verursacht Mord und Vernichtung von Menschenleben bis ins Extrem. Was die USA, Großbritannien und Frankreich in Libyen mit ihren Bombardements tun, sind Akte reinsten Terrors. Paradoxerweise und zum Misskredit dieser Länder sind diese Terror-Akte Entscheidungen von westlichen Demokratien. Ist dies die Anziehungskraft einer Demokratie? Jeder normale Mensch sieht das mit Horror und Abscheu.

Eine Allianz zum Morden, zur Vernichtung und Auslöschung jeder Art von Leben, eine Allianz, die sich mit ununterbrochenen und ausgeweiteten Bombardements eines Landes beschäftigt und sich der Forderung nach Frieden der Vereinten Nationen widersetzt, hat keine Legitimation, weil sie zu einer reinen Komplizenschaft der gemeinsten Verbrecher dieser Erde verkommen ist. Der deutsche Außenminister wiederholt nur die Forderung der Weltstaatengemeinschaft, wenn er innerhalb der NATO darauf besteht, eine politische Lösung in Libyen zu ermöglichen.

Der ehemalige Botschafter übersieht eine der schlimmsten US-Regierungen, die verbrecherische Cheney-Rumsfeld-Bush-Administration, aus deren Schatten der neue Präsident Obama heraustreten will, vielleicht zu spät, um das Unheil zu sanieren.

Allerdings ist es die Pflicht eines heutigen Vizepräsidenten einer amerikanischen Universität, entschieden dazu beizutragen, die Zivilisation zu bewahren, besonders ihre Säule, die Grundsätze von Recht und Gesetz, die nicht zerstört werden dürfen, denn damit zerstört man die Zivilisation. Es ist nicht die Funktion weder der USA noch anderer mächtiger Industriestaaten, sich als Rache- oder Justizengel aufzuführen, sondern bescheiden innerhalb des Rahmens von Recht und Gesetz zu handeln. Jeder Mensch ist verantwortlich für seine Taten so wie jeder Staat. Deutschland kann sich nur für sich selbst verantworten, nicht für die Untaten der USA oder anderer angeblicher Alliierter.

Was kümmert einen ehemaligen amerikanischen Botschafter aus der Zeit der westdeutschen Bundesrepublik so sehr die Stellungnahme Deutschlands, das vorzieht, wie er schreibt, „keine Führungsrolle in außenpolitischen Fragen zu spielen.“ Militärinterventionen haben niemals völkerrechtliche Legitimation gehabt, weil sie keine haben können, solange die UN-Charta und das internationale Recht existieren.

Nicht einmal haben die Vereinten Nationen die EU um militärische Unterstützung gebeten trotz der ungewöhnlichen und deplatzierten Insistenz der EU und der NATO. Gerade weil eine Politik auf Kosten ihrer Prinzipien nicht bestehen kann, ist sie zum Scheitern verurteilt. Der Diplomat liegt bei dieser Erkenntnis richtig. Allerdings ist es die US-Außenpolitik, die ausgerechnet deshalb eklatant gescheitert ist. Das Versagen der US-amerikanischen Außenpolitik stellt ein plakatives abschreckendes Beispiel für Deutschland und Europa dar.

Deutschlands Position dagegen ist im vollen Einklang mit den UN-Grundsätzen und mit dem Grundgesetz, also mit seiner eigenen Verfassung, die mit der UN-Charta in Sachen Gewaltverzicht in den internationalen Beziehungen zusammenfällt. Am Zustandekommen des Grundgesetz waren die USA beteiligt, als sie noch die Werte der Zivilisation glaubwürdig vertraten.

Ein der perfidesten Versuche der heutigen USA besteht darin, das deutsche Grundgesetz pervertieren zu wollen genauso wie der Versuch der USA, die Vereinten Nationen zu korrumpieren und die UN-Charta für ihre Herrschaftsinteressen zu demontieren. Der Gipfel der Perversion ist von humanitärer Intervention zu sprechen und damit militärische Interventionen, nämlich modernes Instrumentarium der Vernichtung und Verwüstung zu meinen.

Regelmäßige grausame Drohnenangriffe sind nicht nur für die Humanität inakzeptabel, sondern sie verstoßen auch frontal gegen die Charta der Vereinten Nationen, gegen das Grundgesetz, gegen internationales Recht und humanitäre Normen. In einem Wort gegen die Zivilisation. Zivilisten und Kinder werden ermordet, wie der jüngste Sohn und Enkelkinder des Staatsoberhaupt Libyens.

Kein anständiger Mann, der sich noch dazu als Freund Deutschlands ausgibt, kann erwarten, dass Berlin sich an solchen Massakern beteiligt. Eine solche Gemeinsamkeit wäre reine gemeine Komplizenschaft mit Schwerverbrechern. Der ehemalige US-Botschafter wie jeder seriöse Diplomat ist aufgerufen, dieser Wahrheit ins Gesicht zu sehen, ohne Vertuschung, ohne rosa Brille.

Die Menschenwürde hat Amerika längst verloren, genauso wie Frankreich und Großbritannien, die sich anmaßen, Europa durch solche kriminellen Akte in den Abgrund zu stürzen. Zum Glück strahlt Deutschland endlich eine Hoffnung für die Menschheit aus – fern von diesem Gräuel. Wenn aus der Vergangenheit dieses Landes etwas positives zu lernen gibt, dann dass niemals diese Gräuel zu wiederholen sind, niemals das internationale Recht gebrochen werden darf, um andere Länder in Tod und Verderben zu treiben.

Die USA sinken immer tiefer mit ihrem irrsinnigen außenpolitischen Kurs. Hätte es nie einen Einmarsch im Irak gegeben, wären nicht etwa eine Million Einwohner dieses Landes getötet und mehr als drei Millionen nicht ins Exil getrieben worden. Der Einmarsch in Afghanistan hätte auch niemals stattfinden dürfen. Dann wären Millionen von Afghanen nie gezwungen worden, ins Exil zu gehen. Billionen von US-Dollar wären nicht in räuberische Herrschaftskriege verpulvert worden, aus denen nur die Rüstungsindustrie ihren Nutzen zieht.

Stattdessen hätte man mit diesen Billionen die nationalen sozialen Netzwerke ausbauen und wirkliche Hilfe in diesen Regionen der Welt und anderswo leisten können. Tausende US-Soldaten wären noch am Leben und Zehntausende Amerikaner wären seelisch und körperlich unversehrt geblieben. Erkennt der Vizepräsident einer amerikanischen Universität kein „Genozid“, keine humanitären Katastrophen, die beschämenderweise auf das Konto seines eigenen Landes gehen? Er hat die Pflicht, sich über seine Befangenheit mit Zivilcourage hinwegzusetzen und sich nüchtern dieser hässlichen Wahrheit zu stellen. Fehler kann man nur korrigieren, nachdem sie eingestanden worden sind.

Wenn der 11.September nicht als billiger politischer Vorwand für Krieg, Invasion und Besetzung genommen worden wäre, dann wäre die Welt einschließlich die USA heute ein wesentlich anderer Ort mit weniger Toten, weniger Vernichtung und Verwüstung, und weniger Katastrophen.

Es ist zu bedauern, dass Präsident Obama sich nicht im Einklang mit seiner Rede in Kairo 2009 verhalten hat, vor allem was den israelisch-palästinensischen Konflikt betrifft. Seine aktuelle Rede in Washington (19.5.2011) stieß deshalb auf Misstrauen. Die Glaubwürdigkeit ist vor allem im Nahen Osten schon zerstört. Die Netanjahu-Regierung fürchtet sich vor den Aufständen und Umwälzungen in der arabischen Welt.

Sie will „die einzige Demokratie in Nahost“ bleiben und an ihrem Herrschaftsprivileg nicht rütteln lassen. Der größte Irrtum des US-Kurses ergibt sich aus seiner Kopplung an die israelische Politik, gegen die sich die Obama-Administration nicht durchzusetzen wusste. Der anti-arabische Konfrontationskurs der Netanjahu-Regierung wird maßgeblich von den Neokonservativen mitgetragen. Darin besteht der gordianische Knoten. Immerhin hat Obamas Nahost-Sonderbeauftragter George Mitchell daraus, wenn auch spät, die Konsequenzen gezogen und ist deshalb am 13.5 zurückgetreten.

Diese extreme fehlgeleitete Politik der USA löst extreme Reaktionen aus. Es anders zu sehen oder mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist grundfalsch und verkehrt. Kein Diplomat darf sich so vernebeln lassen, vor allem nicht, wenn durch die zu langen Irrwege der vielen US-Regierungen sein Land am Abgrund steht. Viele hundert Milliarden Dollar kostete bislang der inszenierte Krieg gegen die islamischen Gespenster. Zwei Kriege wurden in diesem Wahnsinn geführt , in dieser Paranoia, die die USA in den Ruin getrieben haben. Was steckt wirklich hinter den Wahnvorstellungen?

In seiner Abschiedsrede an die Nation (17.1.1961) warnte der US-Präsident Dwight Eisenhower Amerika und die Welt vor dem wachsenden Einfluss des „military-industrial complex“. Dieses Zusammenwirken eines enormen militärischen Establishments und einer riesigen Rüstungsindustrie ist trotzdem neu in der amerikanischen Erfahrung.

Der US-Militär-Industrie-Komplex hat ein noch immer nicht richtig wahrgenommenes ungeheures Zerstörungspotential. Der weiter wachsende Einfluss dieses machtvollen gesellschaftlichen Konglomerats – seit der Zeit Eisenhowers – geht inzwischen so weit, dass die US-Regierung und ihre Satellitenregierungen in Europa und anderswo bedroht sind, von ihm vollständig gesteuert zu werden und die Demokratie ganz zu demontieren.

Neues Geld fließt in die Todesmaschinerie, während die Städte am Boden liegen, Schulen und Krankenhäuser zugrunde gehen und die Medien mit ihren Lügen die Öffentlichkeit schon für die nächsten Kriege vorbereiten.

Das Buch „War ist a Lie“ (Krieg ist eine Lüge) von David Swanson, veröffentlicht in den USA, verbreitet Hoffnung, dass der von Medien, Kongress und Weißem Haus getragene militärisch-industrielle Komplex letztlich zerstört werden kann. Daher ist eine neue, eine bessere Welt herbeizusehnen. Da muss der Vizepräsident einer US-Universität ansetzen.

Wenn es in Washington ein Einsehen gibt, dann sollten die USA ihren Irrweg wenigsten nicht auf Kosten der restlichen Welt weiter verfolgen. Das ist die eigentliche Herausforderung, vor der die große Staatenmehrheit der Welt steht.

sendenDie Autorin Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist Juristin und Diplomatin a.D.

Krieg

Barack Obama Administration Continues US Military Global Dominance

Peter Phillips – The Barack Obama administration is continuing the neo-conservative agenda of US military domination of the world— albeit with perhaps a kinder-gentler face. While overt torture is now forbidden for the CIA and Pentagon, and symbolic gestures like the closing of the Guantanamo prison are in evidence, a unilateral military dominance policy, expanding military budget, and wars of occupation and aggression will likely continue unabated.

The military expansionists from within the Reagan, George H. W. Bush, Clinton, G. W. Bush administrations put into place solid support for increased military spending. Clinton’s model of supporting the US military industrial complex held steady defense spending and increased foreign weapons sales from 16% of global orders to over 63% by the end of his administration.

A doubling of the US military budget to over $700 billion in the last eight years
The neo-conservatives, who dominated the most recent Bush administration, amplified this trend of increased military spending. The neo-cons laid out their agenda for military global dominance in the 2000 Project for a New American Century (PNAC) report Rebuilding America’s Defenses. The report called for the protection of the American Homeland, the ability to wage simultaneous theater wars, to perform global constabulary roles, and to control space and cyberspace.

The report claimed that in order to maintain a Pax Americana, potential rivals — such as China, Iran, Iraq, and North Korea — needed to be held in check. This military global dominance agenda required forward deployment of US forces worldwide and increasing defense/war spending well into the 21st century. The result was a doubling of the US military budget to over $700 billion in the last eight years. The US now spends as much on war/defense as the rest of the world combined, making Americans the highest war-tax payers in the world.

Barack Obama’s election brought a moment of hope for many. However, the Obama administration is not calling for decreased military spending, or a reversal of US military global dominance. Instead, Obama retained Robert Gates, thus making Obama the first president from an opposing party, in US history, to keep in place the outgoing administrations’ Secretary of Defense/War. Additionally, Obama is calling for an expanded war in Afghanistan and only minimal long-range reductions in Iraq.

United Nations’ International Labor Organization estimates that some 50 million workers will lose their jobs worldwide this year
The US military industrial complex is deeply embedded inside the Washington beltway. According to the most recent reports from OpenSecrets.org, 151 members of Congress in 2006 had up to $195.5 million of their personal assets invested in defense companies.

Major defense contractors were seriously involved in the 2008 elections. Lockheed Martin gave $2,612,219 in total political campaign donations, with 49% to Democrats ($1,285,493) and 51% to Republicans ($1,325,159). Boeing gave $2,225,947 in 2008 with 58% going to Democrats, and General Dynamics provided $1,682,595 to both parties. Northrop Grumman spent over $20 million in 2008, hiring lobbyists to influence Congress, and Raytheon spent $6 million on lobbyists in the same period. In a revolving door appointment, Obama nominated Raytheon’s senior vice president for government operations and strategy, William Lynn, for the number two position in the Pentagon. Lynn was formally the Defense Department’s comptroller during the Clinton administration.

The International Monetary Fund’s prediction for global economic growth in 2009 is 0.5 percent—the worst since World War II. The United Nations’ International Labor Organization estimates that some 50 million workers will lose their jobs worldwide this year. There are an estimated 62,000 U.S. companies expected to close in 2009, and while official unemployment is at 7 percent in the US, when you add people no longer looking for jobs and part-time workers, joblessness is closer to 14 percent. The military-industrial-political elite are worried about the potential of increasing global insecurity. The answer inside the Obama Administration is to continue high defense/war spending to insure military control of both domestic and foreign instabilities.

The military, industrial, congressional, and administrative elite profit from defense spending, both financially and ideologically. Insider profit taking from pentagon spending is widespread in Washington. But perhaps more important is the belief that this global military machine is seen as necessary for the protection of US corporate interests and the American upper classes in an increasingly destabilized world. Given that belief, the Obama administration is unlikely to change the defense spending policies of the previous US administrations without significant disruptive pressure from anti-war activists and global empire resisters.

Peter Phillips is a Professor of Sociology at Sonoma State University and Director of Project Censored a media research organization.

Medizin

EHEC-Epidemie in Deutschland: Die Finger deuten auf Massentierhaltung und Tiermast

Dr. Alexander von Paleske— 25.5. 2011 — Die Epidemie mit den Enterohaemorrhagic – E-Coli Bakterien (EHEC), am häufigsten in früheren Ausbrüchen der Stamm O157; H7) sorgt in Deutschland nicht nur für Schlagzeilen, Furcht und Schrecken, sondern mittlerweile sind auch die ersten Todesopfer zu beklagen.

Es sind vor allem sehr junge und sehr alte Menschen, bei denen – neben dem Darm – auch die Nieren betroffen sind, genauer gesagt die kleinen Blutgefäße der Nieren, mit der Folge der mechanischen Zerstörung von Blutkörperchen, dem Verbrauch von Blutplättchen, und der Schädigung der Niere selbst, die bis zum akuten Nierenversagen gehen kann, auch hämolytisch-urämisches Syndrom genannt.

Prozentual liegt dieser Komplikations-Anteil normalerweise weit unter 10% aller Krankheitsfälle, die meisten Erkrankungen bleiben auf den Darm beschränkt.

Es sieht aber so aus, als sei Verursacher der jetzigen Epidemie eine besonders aggressive Variante.
Manchmal, keineswegs jedoch immer, lässt sich ein Erregerreservoir ausmachen, von dem die Epidemie ihren Ursprung nahm.

Das hämolytisch-urämische Syndroms ist als Komplikation von Infektionen mit Shigella-Bakterien (Bakterien-Ruhr), insbesondere bei Kindern, wohlbekannt. Ich habe im Rahmen meiner ärztlichen Tätigkeit zwei Ausbrüche selbst miterlebt.

Shigellen sind in vielen Ländern der Südhalbkugel Epidemieursache, mit fäkal-oralem Verbreitungsweg z.B. durch ungereinigtes Trinkwasser.

Woher kommt die deutliche Zunahme von EHEC?
Während fieberhaft nach dem Erregerreservoir der jetzigen Epidemie gesucht wird, muss dringend ebenfalls gefragt werden: Wie kommt es zu dieser deutlichen Zunahme?

Das keineswegs „natürliche“ Erregerreservoir für diese Bakterien sind wiederkäuende Tiere wie Rinder, Schafe und Ziegen.

Dank der Massentierhaltung sind mittlerweile rund 45% des Bestandes an Rindern mit diesen hochpathogenen E-Coli Stämmen im Magen besiedelt, was für diese Tiere selbst aber folgenlos bleibt..
Der Grund: Diese Tiere werden im Rahmen der Tiermast mit nicht artgerechtem Futter versorgt, nämlich mit Getreide, statt mit Heu und Gras. Diese Fütterung führt dann zu einer Erniedrigung des pH-Wertes im Magen, also zu einer stärkeren Ansäuerung, was wiederum die Besiedlung mit diesen gefährlichen Bakterien begünstigt. Die Massentierhaltung fördert deren rasche Ausbreitung.

Die Übertragung auf den Menschen geschieht dann durch kontaminierte Nahrung (Milch, Gemüse etc) und Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch dann fäkal-oral, z.B. durch mangelnde Hygiene.

Die hochangesehene Wissenschaftszeitung Science publizierte bereits im Jahre 1988 einen Artikel (Science 1988; 281, Seite 166), in welchem dieser Zusammenhang aufgedeckt wurde.

Auch wenn es Kritik an dieser Arbeit gegeben hat, die Erkenntnisse hätten ein Alarmsignal seien müssen, hätten….
Aber die Politiker handeln wie üblich erst, wenn es zu derartigen Epidemien kommt, nicht vorausschauend..

Die Verfütterung von nicht artgerechten Fleisch- und Gehirnbestandteilen an Rinder hatte seinerzeit die BSE-Epidemie (Rinderwahn) zur Folge gehabt.

Die Massentierhaltung fördert die rasche Ausbreitung von pathogenen Erregern, und die folgende Verfütterung von Antibiotika fördert die Antibiotikaresistenz, wir hatten uns bereits mehrfach mit dem Thema beschäftigt.

Der dringende Handlungsbedarf ist in allen Bereichen gegeben. Die Massentierhaltung muss abgeschafft, und die nicht artgerechte Fütterung beendet werden. Und zwar so schnell wie möglich.

WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung
Pest-Seuche und Antibiotika-Resistenz

Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Antibiotika oder Massentierhaltung?

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Bittere Pillen für die Dritte Welt

Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</