Wirtschaftskrise

Verlustbank BayernLB zahlt weiter: Noch eine Milliarde Euro an die Hypo- Alpe

Dr. Alexander von Paleske – — 13.11.2009 — Während Unternehmen wie Quelle mit Tausenden von Beschäftigten in die Insolvenz müssen, und anschliesssend dicht gemacht werden, gilt dies für Banken nicht. Nunmehr nicht einmal für ausländische Töchter deutscher Banken, wie z.B. die österreichische Hypo-Group Alpe Adria, besser als Skandalpe zu bezeichnen oder „Fass ohne Boden Bank“.

Nachdem die Staatsanwaltschaft im vergangenen Monat Hausbesuche in beiden Banken vornahm – es besteht der Verdacht der Untreue – kamen in dieser Woche neue rote Zahlen auf den Tisch: Die Hypo-Alpe hat einen erneuten massiven Verlust eingefahren, mehr als je zuvor: Diesmal deutlich mehr als als eine Milliarde Euro.

Aber anders als das Versandhaus Quelle, gibt es keine Insolvenz, sondern die BayernLB spielt den unerschütterlichen Zahlmeister – dank Steuergeldern.

Zur Erinnerung:
Im Jahre 2007 kaufte die Bayern LB die Mehrheit der Aktien der damals bereits skandalumwitterten Hypo Alpe Adria Bank für 1,6 Milliarden Euro.

Im Dezember gleichen Jahres waren weitere 441 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung und im Dezember 2008 weitere 699 Millionen fällig..

Nun ist eine weitere Kapitalerhöhung von „deutlich“ mehr als einer Milliarde Euro anstehend, um die Verluste in Südeuropa auszugleichen. Zahltag: 10. Dezember 2009.
.
Dabei handelt es sich um Kapitalerhöhungen der besonderen Art: Sie bringen nämlich auf absehbare Zeit keinerlei nennenswerte Dividende.
Der Grund: Die österreichische Hypo Alpe hatte eine so geringe Kapitaldecke, dass sie Im Dezember 2008 unter den Bankenrettungsschirm des austrischen Staates schlüpfen musste. Der österreichische Staat überwies 950 Millionen Euro, verlangte aber im Gegenzug die Ueberweisung von Dividendenzahlungen an sich, sofern überhaupt welche anfallen.

Und in vier Jahren muss die Hypo-Alpe und damit die BayernLB den Betrag voll zurückzahlen.

Keine schwarzen Zahlen in Sicht
.Aber vorläufig stehen ohnehin keine schwarzen Zahlen auf der Tagesordnung.
Der Vorstand der BayernLB, Michael Kemmer, erklärte gestern, man werde mit den anderen Anteilseignern reden, also, mit dem Land Kärnten und der Grazer Wechselseitigen Versicherung. Die sollen sich nach dem Willen der Bayern LB an der Kapitalerhöhung zu beteiligen.

Aber die denken selbstverständlich gar nicht daran. Hatte doch der seinerzeitige bayerische Finanzminister Faltlhauser bei den Verkaufsverhandlungen im Jahre 2007 sich schriftlich ausbedungen, dass die BayernLB jegliche Kapitalerhöhung alleine schultert. Man wollte so Zug um Zug die Bank ganz übernehmen.

Dieses Ziel dürfte nun bald erreicht sein, aber wohl anders, als man sich das von Seiten der Bayern LB seinerzeit vorgestellt hatte: vor allem einschliesslich der Schuldenlast.

In den Büchern der Bayern LB steht die Hypo-Alpe als Aktivposten mit einem Wert von 2 Milliarden Euro.
Dieser Fiktivwert passt gut in die gerade angelaufene Faschingssaison.

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Krieg

Vom britischen Südafrika-Botschafter zum Söldnerfirma-Direktor

Dr. Alexander von Paleske — 8.11. 2009 — In den 80er Jahren war er ein feuriger Linker. Auf einem Labour-Ticket kam er ins britische Unterhaus.

Sein Name: Paul Boateng.

Im Jahre 2005 legte er sein Mandat nieder, um Botschafter Ihrer Majestät in Südafrika zu werden.

Diplomatenkampf gegen das Anti-Söldnergesetz
Dort repräsentierte er nicht nur das Vereinigte Königreich, sondern bekämpfte mit allen diplomatischen Mitteln das südafrikanische Anti-Söldnergesetz, das einen ausgesprochen unerwünschten südafrikanischen Exportartikel zum Erliegen bringen sollte: Söldner.


Paul Boateng: Der Botschafter Großbritanniens versuchte Südafrikas Anti-Söldner-Gesetz zu verhindern oder zumindest im Wesentlichen abzuschwächen.

Söldnertätigkeiten von Südafrikanern sollten nun unter Strafe gestellt werden.Bereits rund 20.000 Südafrikaner kämpfen, im Irak und Afghanistan, angeheuert von Söldnerfirmen wie Aegis, Blackwater (jetzt: XE) Dyncorp, Erinys, MPRI und vielen anderen.
Zuletzt berichteten wir über eine Orgie, die Söldner in Kabul auf dem Gelände der US-Botschaft veranstalteten, sehr zur Freude von Al Qaeda und den Taliban.

Die Südafrikaner stammen grösstenteils aus Apartheid -Südafrikas Terror-und Mörder- und Zerstörungs-Kommandos, wie dem 32. Buffalo Battalion, der 44 Parachute Brigade, den Reconnaissance Commandos (Recce) , Koevoet und der Todesschwadron Civil Cooperation Bureau (CCB)
Ausserdem tun noch etwa 800 Südafrikaner Dienst in der britischen Armee.

Boateng brachte „richtigen Einsatz“, um das Anti-Söldnergesetz zu Fall zu bringen. Wir berichteten in einem ausführlichen Artikel seinerzeit darüber. Gleichwohl, der Einsatz war vergeblich. Nicht jedoch ganz umsonst, jedenfalls für Boateng, wie sich zeigen wird.

Tim Spicers Kollege
Im Mai diesen Jahres schied er aus dem diplomatischen Dienst aus. Seit Anfang des Monats ist er Direktor bei dem Obersöldner Tim Spicer und seiner Firma AEGIS. Ein Dankeschön für seinen Einsatz in Südafrika?
Er trifft bei AEGIS auf weitere illustre Persönlichkeiten, wie den Enkel von Sir Winston Churchill namens Nicholas Soames.
Zwar behauptet Boateng nun, mit AEGIS zum ersten Mal im September diesen Jahres in Kontakt gekommen zu sein. Das darf man wohl getrost als Baron-Münchhausen-Geschichte ansehen.
Vom feurigen Linken, zum Söldner-Direktor – welch eine Karriere. Da kann selbst Herr Joseph alias Joschka Fischer nicht mithalten, der brachte es vom Linken „nur“ zum Klinkenputzer für BMW und Siemens.

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afrika

Dumela Ngaka 2. Folge: Meine Freunde, die Botschafter der Bundesrepublik

Dr. Alexander von Paleske — 6.11. 2009 — – Bevor ich weiter über die Gesundheitsversorgung in Botswana berichte, will ich etwas abschweifen und meine Erfahrungen mit deutschen Auslandsvertretungen mitteilen. Nicht immer positive Erfahrungen.
Als Deutscher in einem Land der Dritten Welt kommt man zwangsläufig mit den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik in Berührung. Sei es, dass man einen neuen Pass braucht oder eine amtliche Bescheinigung zum Beispiel über einen deutschen Führerschein.
Oder die jährliche Einladung zum deutschen Nationalfeiertag am 3.10.

Nicht zu vergessen die Einladung zum Bankett, sollte der Bundespräsident mal zur Staatsvisite kommen und man zu dem ausgewählten Personenkreis gehört, der eine Einladung „verdient“.

Ein Arzt als Info-Quelle
Meine erste unerfreuliche Auseinandersetzung mit einer deutschen Botschaft datiert bereits auf das Jahr 1987, kurz nach meiner Ankunft in Simbabwe.

Ich brauchte von der Botschaft in Harare eine Stellungnahme zu einem Antrag für eine Förderung duch eine Unterorganisation der GTZ (Gesellschaft für wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit).
Ein Botschaftsmitarbeiter des gehobenen Dientes, namens Aidnik, sagte mir eine rasche Bearbeitung zu, wollte aber im Gegenzug Informationen aus dem Krankenhaus bekommen, die er auf offiziellem Weg nicht erhalten konnte. Es ging um die mysteriöse Erschiessung von zwei Deutschen auf dem Weg nach Victoria Falls im Jahre 1987.

Die polizeilich angeordnete Sektion hatte in meiner zukünftigen Arbeitsstelle, dem Mpilo-Hospital in Bulawayo, stattgefunden. Das simbabwesche Aussenministerium gab, trotz mehrfacher Anfragen, keine für die deutsche Botschaft ausreichenden Auskünfte, aus welchen Gründen auch immer.

Ich fand dieses Anliegen empörend, weil es praktisch auf Aufforderung zum Ausspionieren hinauslief. Der Botschaftsmitarbeiter wollte nämlich, dass ich mir eine Kopie des Sektionsprotokolls besorge und ausserdem mehr über den Vorfall an meiner neuen Arbeitsstelle in Erfahrung bringe, insbesondere welche weiteren Feststellungen der sezierende Arzt sonst noch gemacht hatte.

Um meinen Antrag nicht zu gefährden, liess ich mich zum Schein darauf ein. Nachdem der Antrag durch war, beschwerte ich mich offiziell. Der Beschwerdebrief schlug wie eine Bombe in der deutschen Botschaft ein.

Ein windelweicher Antwortbrief, in dem ausgeführt wurde, ich sei doch nur gebeten worden, mich aus allgemein zugänglichen Quellen zu informieren, war die Antwort. Allgemein zugängliche Quellen? Welche die Botschaft, da offenbar allgemein zugänglich, nicht selbst anzapfen konnte?

Aber es gibt auch lobenswerte Beispiele: die Botschafter Flimm und Kilian, beide waren in den 90er Jahren Botschafter in Harare

Besuche, die nicht stattfanden
Man sollte eigentlich erwarten, dass die deutschen Auslandvertretungen ein Interesse daran haben, zu erfahren, was Deutsche, zumal in leitender Position, dort eigentlich tun, ggf. sie auf iher Arbeitsstelle im Laufe ihrer normalerweise dreijährigen Dienstzeit als Botschafter zu besuchen. Denn auch wir stellen ja eine Art „Botschafter“ für Deutschland dar. Also eine Begegnung von Botschafter zu Botschafter sozusagen.

Insbesondere dann, wenn die Residenz des deutschen Botschafters in Botswana, wie in meinem Falle, schlappe 800 Meter von meiner Arbeitsstelle, dem Princess Marina Zentralkrankenhaus, entfernt liegt, wo noch ein weiter deutscher Kollege, führend in der AIDS Forschung, arbeitet..

Die Realität sieht allerdings völlig anders aus. Ein wirkliches Interesse aller deutschen Botschafter während meiner immerhin achtjährigen Dienstzeit in Botswana, war nicht erkennbar.

In Botswana habe ich mittlerweile deren drei erlebt. Einzige Besuchs-Ausnahme: Eine deutsche Parlamentarierdelegation, die 2005 nach Botswana kam und auch dem Princess Marina Krankenhaus einen Besuch abstattete. Da musste der deutsche Botschafter zwangsläufig mitkommen.

Bemerkung meinerseits zu dem MdB Hartwig Fischer: „ Jetzt hat der Botschafter wenigstens auch mal Gelegenheit, die onkologische Abteilung zu besuchen“ Antwort Fischer: „Was, der war noch nie hier?“

MdB Fischer war regelrecht empört und wollte dem Botschafter gleich mal ordentlich Bescheid sagen, wovon ich ihn jedoch abhielt, wegen Hoffnungslosigkeit der Aktion.

Dem jetzigen Botschafter schlug ich nach seiner Amtsübernahme vor 2 1/2 Jahren einen Besuch vor .
Ja, Ja, er habe grosses Interesse und würde bald mal vorbeischauen. Er kam nie.
Er geht nun bald in den hochverdienten Ruhestand und meine Arbeit in Botswana ist zum Abschluss gekommen.

Die Botschafter, die sich immer gerne noch als Gesandte und nicht als Geschickte, also nicht als Teil eines Dienstleitungsbetriebes ansehen, tingeln offenbar von einem Botschaftsempfang zum nächsten. Sehr anstrengend.

Haben sie es erst einmal zum Botschafter geschafft , manche im höheren Dienst des AA schaffen selbst das nicht, dann haben sie ihr Lebensziel erreicht.

Allerdings ist eine Botschaft in einem relativ, aus deutscher Sicht gesehen, unbedeutendem Land wie Botswana, ohne politische Spannungen, entsprechend „schlecht“ in der Besoldungsgruppe eingestuft: A16, und oftmals für die nicht so grossen „Leuchten“ im AA dann auch gleichzeitig die berufliche Endtsation. Das Motto dann offenbar entprechend: Warum sich vor dem beruflichen Ende noch gross anstrengen, wenn es auch anders geht? Meine Pension bekomme ich doch so oder so.

Webseite zum Amüsieren
Die Website des AA seinerzeit unter dem J. Fischer war seinerzeit auch eine Quelle des Humors – unfreiwilligen Humors, Humor unter meinen Kollegen.
Dort fand sich ein Bild J. Fischers, mittlerweile als „Klinkenputzer“ für Siemens und BMW unterwegs, und darunter sein Lebenslauf: Nach seinem Geburtsjahr 1948 folgte dann als nächster Eintrag das Jahr 1982: Der Eintritt bei den Grünen. 34 Jahre fehlten. Ich zeigte es meinen Kollegen.


Auswärtiges Amt – Lebenslauf des Joseph Martin (Joschka)Fischer mit 34 leeren Lebens-Jahren

Als ich ihnen erklärte, dass der Herr Aussenminister Fischer seine Vergangenheit wie das Ungeheuer von Loch Ness habe verschwinden lassen, brachen sie in schallendes Gelächter aus.

Wird fortgesetzt

Medizin

Dumela Ngaka – 8 Jahre als Krebsarzt in Botswana – Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Dr. Alexander von Paleske — 3.11. 2009 —
Dumela Ngaka, was etwas frei übersetzt so viel heisst wie „Hallo Doktor“ mit diesen Worten begrüssete mich am 8. Oktober 2001 die leitende Stationsschwester Motshegwa auf der leeren 20-Betten Station, die nun alsbald als Krebsstation eröffnet werden sollte.

Das Gesundheitsministerium Botswanas hatte mir den Aufbau einer Abteilung fuer Onkologie übertragen. Bis dato gab es keine eigene Onkologie-Abteilung im Princess Marina Hospital. dem Zentralkrankenhaus des Landes Botswana in der Hauptstadt Gaborone.

Botswana , ein Land grösser als die Bundesrepublik Deutschland aber mit einer Einwohnerzahl von knapp 1,8 Millionen.

Eröffnung ohne Zeremonie
Die Eröffnung fand ohne jeden Pomp in der darauffolgenden Woche statt.


Eingang zur Abteilung Onkologie, wartende Patienten. Foto: Dr. v. Paleske

Der damalige ärztliche Direktor, Dr. Howard Moffat, eine Seele von Mensch, nebenher auch noch Pfarrer und Leibarzt des damaligen Präsidenten Festus Mogae, sicherte mir jede mögliche Unterstützung zu, und so starteten wir die die Abteilung bestehend aus der Station und einer Onkologie Ambulanz.
Stellenplan: Zwei Aerzte, zwölf Schwestern.


Verfasser und einige der Mitarbeiter. Foto: MMEGI


Pflegepersonal der Krebsstation. Foto: Dr. v. Paleske

Dramatischer Anstieg der Krebserkrankungen
Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte: Bereits nach 4 Jahren verdreifachte sich die Zahl der Ambulanzbesuche. Der Grund: Die HIV-Epidemie.

Das Kaposi-Sarkom, ein Hautkrebs, der auch innere Organe befallen kann, wurde zum häufigsten Krebs bei Männern und Frauen. Eine Katastrophe.


Kaposi-Sarkom, Hautbefall


Kaposi-Sarkom – exzessiver tumoröser Befall des linken Beins


Kaposi-Sarkom, Lungenbefall im Röntgenbild dargestellt


Kaposi-Sarkom, Befall des harten Gaumens

Mittlerweile sind mehr als 60% der Krebspatienten HIV-infiziert, mehr als die Hälfte davon leidet an Krebserkrankungen, die eindeutig HIV-assoziiert sind, also neben dem Kaposi-Sarkom vor allem das hochgradig maligne Non Hodgkin-Lymphom.


Hochgradig malignes Lymphom, Halsbefall


Hochgradig malignes Lymphom mit Befall des harten Gaumens

Aber auch der Krebs der Augen-Bindehaut, vor der HIV-Epidemie nahezu unbekannt, wird jetzt häufiger gesehen. Die Patienten sind jung, zwischen 20 und 40 Jahren alt.


Krebs der Bindehaut
Fotos: Dr. v. Paleske

Mit einer Durchseuchungsrate von etwa 17% müssen wir daher mit weiterer Zunahme der Krebserkrankungen rechnen. Denn durch das Programm der Regierung, alle HIV-infizierten mit antiretroviralen Medikamenten zu versorgen, wenn die HIV verursachte Immunsuppression ein bestimtes Stadium unterschritten hat, werden die Patienten wesentlich länger leben, und deshalb ein nicht zu unterschätzendes Risiko haben, an Krebs zu erkranken.

Dies gilt insbesondere für das Kaposi-Sarkom, das in jedem Stadium der HIV-Krankheit auftreten kann, während hingegen das hochgradig maligne Non-Hodgkin Lymphom fast ganz überwiegend erst im Stadium der sehr ausgeprägten Immunsuppression auftritt.

Aber auch Patienten, die mit dem HIV-Virus infiziert sind, haben bei nicht-HIV- assoziierten Krebserkrankungen einen wesentlich aggressiveren Verlauf und eine deutlich schlechtere Prognose. Das sahen wir vor allem beim Brustkrebs.

In den darauffolgenden Jahren gelang es meinen Mitarbeitern und mir, die Krebsabteilung zu einem zentralen Bestandteil der Krankenversorgung zu machen und die Feinnadelpunktionen als diagnostische Massnahme fest zu etablieren. Oft genug konnten wir so nichtinvasiv rasche Diagnosen stellen und die Pathologen, die leider, bedingt durch den Arbeitsanfall, oftmals Wochen benötigen, nicht nur zeitlich schlagen, sondern gelegentlich auch deren Diagnosen korrigieren.

In Afrika gelernt
Während die im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf unter dem damaligen Leiter der Abteilung Hämatologie/Onkologie, Prof. Dieter K. Hossfeld, erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten mir eine deutliche Verbesserung der bisherigen Krankenversorgung ermöglichten, habe ich selbst sowohl in Simbabwe als auch gerade in Botswana in in Sachen „Human Relationships“ dazulernen können.
Respekt, der nicht durch irgendwelche Leistungen, wie in Europa, erst „verdient“ werden muss und gerade auch Respekt vor älteren und alten Menschen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Ein alter Mensch sieht im Sitzen mehr als ein junger im Stehen.

Und in Sachen Familienzusammenhalt: Ohne die Fürsorge der Angehörigen, die in grosser Zahl zu den Besuchszeiten kamen und den Patienten nicht nur emotional intererstützten, sondern auch wuschen und fütterten, wäre die adäquate Krankenversorgung gar nicht möglich gewesen.

Auch bestehen die Angehörigen auf „Counselling“ also genaue Erklärung, wie es um den Zustand des Patienten steht. Respekt ja, aber Demut oder Unterwürfigkeit habe ich kaum feststellen können. Hier macht sich bemerkbar, dass Botswana niemals Kolonie im eigentlichen Sinne war, sondern Protektorat und dank seiner Diamantenfunde kurz nach der Unabhängigkeit im Jahre 1966 zu Wohlstand gelangte, ein Wohlstand, der dazu diente, vor allem die Infrastruktur zu entwickeln.

Der Stolz ueber die Errungenschaften war in vielen Gesprächen festzustellen.

Rassismus, schwarzen oder weissen Rassismus, habe ich, anders als in Südafrika, ebenfalls kaum feststellen können, bestenfalls weissen Rassismus bei denjenigen, die in Südafrika aufgewachsen sind.

Dazu trug sicher bei, dass der erste Präsident, Sir Seretse Khama, mit einer weissen Engländerin verheiratet war, ein Umstand, der die britische Regierung veranlasste, auf Druck von Apartheid -Südafrika Seretse Khama für 5 Jahre von 1951 bis 1956 in Grossbritannien mit seiner Familie zu internieren.


Abschied: Verfasser und Gesundheitsministerin Lesego Motsumi

Diagnose: Krebs
Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana
Bittere Pillen für die Dritte Welt

kriminalitaet

Aequatorial Guinea begnadigt britischen Söldner Simon Mann

Dr. Alexander von Paleske—- 3.11. 2009 — Der Chefarchitekt des fehlgeschlagenen Putsches in Aequatorial Guinea im Jahre 2004, Simon Mann, sowie weitere Söldner aus Südafrika wurden heute begnadigt und aus der Haft in Malabo entlassen, wie der Generalstaatsanwalt des ölreichen afrikanischen Landes, Olo Obono, heute mitteilte.
Simon Mann und der südafrikanische Chef-Söldner Nick du Toit waren jeweils zu 34 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

In den Putsch waren auch ein Deutscher namens Gerhard Eugen Merz und eine Offenbacher Luftfrachtfirma verwickelt, wir berichteten mehrfach darüber.

Ebenfalls in den Putschversuch verwickelt: Sir Mark Thatcher, der missratene Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher.
Der war bereits im Jahre 2005 in Südafrika zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer saftigen Geldstrafe verurteilt worden.

Der Deutsche Gerhard Eugen Merz starb am 17.3. 2004 im berüchtigten Black Beach Gefängnis von Malabo, vermutlich als Folge dort erlittener Folter.

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und ihr folgend die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt stellten sämtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der Luftfrachtfirma in Offenbach ein, trotz erdrückender Beweise.

Der Wonga Coup
Ein Putschversuch in Afrika und ein juristisches Nachspiel in Hessen
Justiz in der Krise oder Krisenjustiz?

Unkategorisiert

Post für BILD-Diekmann

Dr. Alexander von Paleske — 30.10.2009— Heute landete eine Mail in meinem elektronischen Postkasten, die gar nicht an mich adressiert war, sondern an den BILD- Chefredakteur Kai Diekmann. Absender: eine Elfriede Schalom aus Sylt.

Neugierig wie ich nun mal bin, begann ich die Mail zu lesen, und da ich den Inhalt interessant fand, will ich ihn auch gleich veröffentlichen

30.10.2009

Elfriede Schalom
Auf dem Blendergut 1
Kampen/Sylt

Lieber Kai,

da ich Anfang der Woche keine Zeit hatte, mir Deinen neuen Blog anzusehen, habe ich das heute nachgeholt.

Bevor ich aber dazu Stellung nehme, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu den gelungenen Fotos von meiner Freundin Angela Merkel, früher – heute. Da sieht man doch, dass sie auch schon besser ausgesehen hat vor einigen Jahren, und wie sehr die Bürde des Amtes, die sie so tapfer trägt, ihre Spuren hinterlassen hat. Da wird so manchem Spötter über ihr Aussehen das Wort bzw. das Lachen im Halse steckenbleiben.

Nun zu Deinem Blog http://www.kaidiekmann.de

Also, Deinen Blog finde ich ganz ausgezeichnet. Besonders freut mich, wie Du die linke Szene dort ordentlich durch den Kakao ziehst. Dieser schwarze Humor wird diese vaterlandslosen Gesellen mehr demoralisieren als manche Auseinandersetzung mit der Polizei . Weiter so!

Wir dürfen aber dabei die eigentlichen Ziele des Blogs nicht aus dem Auge verlieren, nämlich die deutliche Steigerung der Auflage und die Senkung der Kosten.

Also, wir müssen erreichen, dass unsere Leser nicht nur unser Blättchen kaufen, sondern selbst Teil der Produktion werden – als kostenlose Mitarbeiter – und sich gleichzeitig in dem falschen Gefühl wiegen, Teil einer grossen Gemeinschaft zu sein. Denn wir sind ja schliesslich zum Geldverdienen da und nicht für Gefühlsduseleien.

Früher haben sich die Leute ja überschlagen, uns mit Nachrichten zu versorgen, weil sie in uns das „Bundesgericht der kleinen Leute“ sahen.

Das hat durch das Internet leider stark nachgelassen, die bloggen jetzt einfach, statt darauf zu warten , ob die BILD Redaktion ihren Beitrag für „Revolver-mässig“ als ausreichend erachtet. Deswegen fand ich Deinen heutigen Blogbeitrag so hilfreich.

Jeder Bild-Leser ein Reporter
Wir müssen es schaffen, dass jeder BILD-Leser mit einer kleinen Videokamera in der Tasche unterwegs ist, um bei einer Explosion, einer Massenkarambolage auf der Autobahn, einem Al Qaeda Angriff in der Märkischen Heide, einer Sechslingsgeburt auf einem Bürgersteig, einer Massenschlägerei am Strand sofort nicht nur einen Videoclip erstellen, sondern durch das in der Kamera eingebaute Programm ihn sofort an uns weiterleiten kann. Die interessantesten Dinge passieren ja nun leider nicht 100 Meter von der Redaktion entfernt.

Und wenn nichts passiert, dann müssen wir unsere Leserschaft ermutigen, etwas passieren zu lassen.

Wobei wir besonders darauf achten müssen, dass unsere Konkurrenz nicht Hacker engagiert, die eine Umleitungsschiene installieren, sodass diese Clips dann im Nirwana, bei der Morgenpost oder dem Express statt am Axel Springerplatz 1 landen.

Damit sind wir dann auch endlich die professionellen Fotojournalisten los, die zuletzt immer mehr Geld für ein paar lumpige Bilder verlangten. Damit muss einfach Schluss sein.

Ausserdem erfahren wir so indirekt, was unsere Lesergemeinde für mitteilungsbedürftig hält. Richtig gut fand ich, wie Du in Deinem heutigen Blogbeitrag es geschafft hast

– für die Vado-BILD-Bürgerkameras zu werben

– für die kostenlose Versendung der Clips an unser Presshaus

– und noch das Buch des Mannes anzupreisen, den Du als Propheten bezeichnet hast, ich meine Jeff Jarvis.

Das finde ich richtig anständig, denn in Wirklichkeit bist Du ja schon lange mit dieser Idee schwanger gewesen, aber mit Deiner grenzenlosen Bescheidenheit hast du diesem Propheten den Kredit gegeben.

Was mich allerdings gestört hat, ist das etwas ausgemergelte Aussehen dieses Herrn. Da müsst ihr nächstes Mal einfach mehr zur Retusche greifen.

Was mich natürlich besonders freut, dass wir dank dieser BILD-Leserschaft-Vado-Videozuträger ein paar von unseren „Tintenkulis“ rauswerfen können und statt dessen Praktikanten einstellen. Denn zur Sichtung von Bildmaterial braucht man nur Praktikanten, keine Journalisten, ein wichtiger Beitrag zur Kostensenkung.

Auch finde ich es grossartig, wie Dein Blog es geschafft hat, die ganzen unberechtigten Vorurteile über die BILD im allgemeinen und Dich im besonderen wegzufegen. Eine ganze Reihe von Besuchern des Blogs, die noch nicht BILD lesen, werden das dank Deiner Beiträge in Zukunft sicherlich tun.

Besonders hat mich gefreut, wie Du diesem arroganten ZEIT-Editor-at- Large (was immer das auch heissen mag) Dr. Theo Sommer, ein Falschschreiben Deines Namens nachweisen konntest. Ausserdem auch seine ganze Heuchelei zum Ende der „DDR“ Zeit, als die BILD und andere Blätter des Hauses Springer die Gänsefüsschen bei der Nennung der „DDR“ abgeschafft hatten, weil sie wussten, dass es mit der „DDR“ ohnehin bald zu Ende geht.

Aber wir wollten die Bevölkerung der „DDR“ nicht mit Fragen: Staat oder nicht behelligen, sondern riefen sie Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche und Tag für Tag zum Sturze der Regierung Honecker auf, bis sie dann endlich mit den Montagsdemonstrationen anfingen.

Wir standen auf der richtigen Seite, nicht diese ZEIT-Schreiberlinge.

Immer wieder frage ich mich, was wohl Axel heute sagen würde. Ich bin sicher, auch er würde der Meinung sein, dass du ein würdiger Nachfolger von Hagen, Boenisch, Prinz, Tiedje und Larass bist und Deine Beiträge in der Tradition von Hans Zehrer stehen.

Es grüsst Dich ganz herzlich

Deine Elfriede

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global player

Globale Milliardenschäden – Rakesh Saxena wird ausgeliefert

Dr. Alexander von Paleske — 29.10. 2009 Heute ist der letzte Tag des angeblichen internationalen Mega-Betrügers Rakesh Saxena auf kanadischem Boden.

Der Supreme Court of Canada entschied heute engültig über die Auslieferung nach Thailand. Ein thailändisches Team, bestehend aus Vertretern des Aussenministeriums, der Generalstaatsanwaltschaft und der Polizei ist bereits in Kanada eingetroffen, um Saxena auf seiner wohl letzten Flugreise zu begleiten, die morgen im thailändischen Knast enden soll


Rakesh Saxena
.
Was interessiert uns das in Deutschland?
Saxenas angebliche Betrügereien umspannen den Globus. Sie reichen nach Oesterreich, nach Südafrika, selbst hierher nach Botswana und vor allem nach Grossbritannien.

Die Zahl der durch ihn Geschädigten dürfte in die Tausende gehen .

Die Auslieferung ist das Ende einer zweifelhaften Karriere, die den gebürtigen Inder, als Student Kommunist, zunächst nach Thailand zur Bangkok Bank of Commerce führte, wo er durch angebliche Betrügereien mit dem damaligen Chef, Krirkiat Jalichandra, Milliardenschäden anrichtete – von 3,1 Milliarden US Dollar ist die Rede. Es war der Auftakt zur asiatischen Bankenkrise Mitte der 90er Jahre.

Zu dem „B- Team“ Team in Thailand gehörten angeblich auch:

– der internationale Waffenhändler und Grossbetrüger
Adnan Khashoggi

– die Russen Andre Agapov und Oleg Boiko

– der australische Diplomat Matthew Hyndes

– und der australische Staatsbürger Tim Gatland, der
angeblich auch mit Plutonium handelte und
vermutlich in Thailand ermordet wurde. Seine Leiche
wurde nie gefunden.

Wir berichteten ausführlich über diese Crew und die ihnen vorgeworfenen Missetaten.

Krirkiat Jalichandra ist mittlerweile in Thailand zu 50 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Rakesh Saxena flüchtete 1996 nach Kanada, angeblich mit 88 Millionen US Dollar „Taschengeld“, und setzte von dort aus – obgleich sein Auslieferungsverfahren lief – in grossem Umfang seine „geschäftlichen Aktivitäten“ fort.

Rakesh und Tim Spicer
Saxena schloss ausserdem Bekanntschaft mit dem britischen Ex-Oberst Tim Spicer, damals für die Söldnerfirma Sandline des Tony Buckingham unterwegs, nun Obersöldner mit seiner eigenen Firma AEGIS im Irak.

Saxena finanzierte Spicer 1998 einen Putsch im afrikanischen Sierra Leone, der später als „Arms to Africa Affair“ fast die Regierung Tony Blairs zum Absturz brachte.

Wiener Gschichten
Im Jahre 2001 war Saxena – per Telefon – bei der General Commerce Bank in Wien aktiv, zusammen mit mehreren vorbestraften Betrügern aus den USA und einem Belgier. Wiederum mit dabei: Adnan Khashoggi.
Auch über diese Mannschaft haben wir mehrfach berichtet.

Nun ist es also vorbei. Alsbald soll ihm der Prozess gemacht werden, endlich.

13 lange Jahre
Das Auslieferungsverfahren dauerte sage und schreibe 13 Jahre, drei Jahre länger als das nicht gerade kurze Verfahren gegen den deutschen Waffenhändler Schreiber.

Schwerste Vorwürfe treffen die kanadische Regierung, die ihm erlaubte, statt in Auslieferungshaft zu sitzen, in einer feudalen Resizenz mit selbstbezahlter Bewachung zu wohnen, und von dort aus seine angeblichen Betrügereien per Computer und Internet global munter fortzusetzen.

Schwere Vorwürfe treffen auch die österreichische Regierung, die es bis heute nicht geschafft hat, aus den angeblichen Betrügereien bei der General Commerce Bank, Schaden: 1 Milliarde US Dollar, die notwendigen strafrechtlichen Konsequenzen zu ziehen. Aber bei der Masse von Finanzskandalen in Oesterreich sollte man dafür doch Verständnis aufbringen.

Ganoven, Goldgräber, Geheimdienste und Diplomaten
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terror

The way forward

Hamid Mir —- 29.10. 2009 — Many Pakistanis still remember the prediction of a US military advisor, David Kalcullin, in March this year. He claimed that Pakistan may collapse in the next six months and Taliban will take over Islamabad. Six months passed in September 2009.

Pakistan is not only intact but Pakistani security forces defeated Taliban in Swat. Now Pakistan Army has started a new operation in South Waziristan but misunderstandings about Pakistan are still visible in Washington. This time US policy makers fear a military coup against Zardari-led government in Pakistan.

They think that a successful operation in South Waziristan will give more credibility and popularity to Pakistan Army, which will further undermine the authority of Zardari government in Pakistan. Very few people in Washington realise that tension between Pakistan Army and President Zardari were actually created by Kerry-Lugar Bill.

US Congressman John F Tierney is the one who led the efforts to include several controversial provisions in the Kerry-Lugar Bill. He is the chairman of the Subcommittee on National Security and Foreign Affairs in the US Congress. He tried his level best to defend the Kerry-Lugar Bill in a conference on US-Pakistan relations in Harvard University the other day. Harvard Extension International Relations Club organised the Conference.

The US ambassador of Pakistan, Mr Hussain Haqqani, PML-N secretary information Ahsan Iqbal, myself and some other experts were also invited to speak there. This conference provided an excellent opportunity to the students and academia of Harvard to listen the arguments from both sides but unfortunately there was no consensus that how to move forward jointly in the right direction. Ambassador Haqqani rightly said that the only way forward is democracy. US must support democracy in Pakistan. When I raised a question why the US is not listening to the voice of democracy in Pakistan coming through an elected parliament? There was no answer from US side.

No doubt that the US is the most controversial country in Pakistan and Pakistan is the most misunderstood country in the US. There is a huge mistrust on both sides but even then both countries need cooperation of each other because they are facing some common threats. Pakistan lies in one of the world’s most important geopolitical regions surrounded by Afghanistan, Iran, China and India.

One must admit that many international players want to turn Afghanistan into another Vietnam for US. These international players will take advantage of the mistrust created by Kerry-Lugar Bill between Pakistani military and US. I don’t doubt the intensions of Senator John Kerry because he really wanted to help Pakistan but weak public diplomacy of Obama administration became a big problem for Senator Kerry. US Congress tried to remove misunderstandings through an explanation but many questions are still there.

Many Pakistani legislatures felt that once again the US Congress ignored the concerns raised about the Kerry-Lugar Bill in their parliament. The Pakistani parliament has adopted unanimous resolution against US drone attacks in the past but US just ignored the voice of Pakistani parliament and increased the drone attacks. Increase in drone attacks has increased suicide bombings in Pakistan. Today US and Pakistan need a joint strategy to defeat terrorism. How can we form a joint strategy to defeat terrorism in the region?

First of all US must stop its drone attacks in Pakistan. US is using drone with a justification that Taliban and Al Qaeda militants are using Pakistani tribal areas as a base to attack NATO forces in Afghanistan. If this is the case then why is the US not interested in securing the 2,500-kilometres-long border between Pakistan and Afghanistan? Why is there no fencing and no proper border check posts? There are more than 350 illegal entry points on the Pak-Afghan border. Every day more than 20,000 vehicles and 45,000 people cross the border without proper documents. How can we stop the cross-border movement of militants if the border is not properly secured?

Secondly the US must give a roadmap for the withdrawal of its troops from Afghanistan. Remember that US President Obama won his election in the name of peace. He opposed the adventurous policies of Bush administration but today he is just following the policies of Bush by sending more and more troops to Afghanistan.

Does Obama have any substitute of US troops in Afghanistan? Yes, Obama can give a strong role to UN in Afghanistan. UN peacekeeping forces from countries like Turkey, Bangladesh, Indonesia, Malaysia, Saudi Arabia and Egypt should replace US and NATO troops. People of Afghanistan and Pakistan will have more trust in the neutral peacekeeping forces of UN.

Replacement of Western troops with Asian troops will weaken Taliban and Al Qaeda. They will lose justification that they are fighting against crusaders.

Thirdly, international community must start immediate efforts to turn Afghanistan into a neutral country like Switzerland. All the neighbouring countries of Afghanistan are interfering there. They are fighting their proxy wars in Afghanistan. A contact group of countries like Pakistan, Iran, Russia, China, Tajikistan, Uzbekistan, Turkey, India, US, Saudi Arabia, Germany and Japan should be created under UN umbrella.

This group must chalk out a plan to stop foreign interference not only in Afghanistan but also in the whole region. US must realise that its presence in the region is the root cause of the problem. Nobody can deny the fact that Pakistan and Afghanistan have become unsafe after the arrival of US troops in the region.

Many people ask the question why there was no insurgency in FATA and Balochistan province before 2002? Many people rightly or wrongly say that the Baloch insurgents are getting training and arms from Afghanistan, which is actually controlled by the US. The US is always concerned by the alleged presence of Taliban in Quetta, but why has the US administration not expressed any concern about the terrorist activities of Baloch insurgents around Quetta?

Congressman Tierney told his audience in Harvard that „I am a friend of Pakistan and I will always be honest with Pakistan. I expect the same thing from my counterpart.“ Honesty demands that US administration must listen to the majority of Pakistanis and answer their valid questions. Honesty demands that if the Supreme Court of Pakistan has given a verdict against a dictator on July 31, 2009, the dictator must be tried in Pakistan and if someone is claiming that Musharraf could not be tried because some „foreign powers“ don’t want his trail then the US must clarify that at least Washington is not trying to protect the dictator.

It is a fact that the Bush administration brokered a deal between some political players and Pervez Musharraf through infamous „National Reconciliation Ordinance“ in 2007. This NRO legitimised corruption in Pakistan. Zardari government has tabled NRO in the parliament. Majority of Pakistanis want their parliament to reject NRO. Honesty demands that Obama administration should stay away from protecting NRO. Majority of Pakistanis believe in democracy but they want a neat and clean democracy. They hate corrupt democracy.

They hate any Pakistani Karzai who is more powerful than the elected parliament. Only a powerful parliament, independent judiciary and free media can stop a military coup in Pakistan. No, Karzai can stop a military coup because Karzai always lacks support from his own public. People like David Kalcullin have always created misconceived panic in Washington about Pakistan. Washington needs to understand and respect the will of the common man in Pakistan. They want to become friends but not slave of US. This is the only way forward.

sendenHamid Mir, the author of this article, is a top Pakistani reporter, head of the Geo TV Bureau in Islamabad. He has won a world-wide acclaim for his interviews with Osama bin Laden and Dr. Ayman al-Zawahiri, before and following 9/11. His new book about OBL is due to appear in Britain, later this year.

SATIRE

Kai Diekmann und seine Menschelei

Dr. Alexander von Paleske — 28.10. 2009 — In einer Hamburger Zeitung des Springer Konzerns gibt es eine regelmässige Kolumne „Menschlich gesehen“ Daran muss wohl der Kai Diekmann, das “ Herrchen“ von Axel Springers „Kettenhund“ wie der Autor Michael Juergs in seinem Buch „Der Fall Axel Springer“die BILD bezeichnete, gedacht haben, als er beschloss, Blogger zu werden. Wenn auch vorerst nur für 100 Tage.

Mit der Internet-Welt auf Du und Du
Da konnte ich einfach nicht widerstehen und musste ebenfalls einen Blick auf diesen Diekmann Blog werfen

http://www.Kaidiekmann.de

Motto Diekmanns: „Ich bin doch gar nicht so schlimm, wie die Schlagzeilen meiner Bild-Postille vermuten lassen“.

Er nimmt sich im Blog etwas auf den Arm, menschelt also richtig und wettert mit schwarzem Humor gegen alles, was links ist oder wie Links aussieht, also die TAZ.

Lobende Worte gab es in der Presse über diese Internet-Menschelei aber nicht nur.

Da aber eine Kommentarspalte eingeräumt war, wollte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, ein paar warme Worte an den Bannerträger des deutschen Qualitätsjournalismus zu richten. Hier eine etwas erweiterte Fassung meiner Diekmann -Nachricht

Sehr geehrter Herr Diekmann,

das ist eine richtig grossartige Idee. Sich selbst nicht ganz ernst nehmen, die anderen, insbesondere die vom linken Spektrum auf den Arm nehmen, und sich als absolut menschlich darstellen, so als wären Sie selbst ein bloggender BILD-Leser und nicht ein gnadenloser BILD-Macher.

Vielleicht haben Sie nach diesem Rollenwechsel auch schon so viele blaue Flecken wie Ihr Gründervater Axel Springer sie haben musste, nachdem er morgens im Bett lag und die BILD las und daraufhin immer wieder mal aus dem Bett fiel, wie Ben Witter seinerzeit in der ZEIT berichtete.
Aber vermutlich kann Ihnen das nicht passieren, weil Sie , wie ich vermute, jetzt für 100 Tage vorsichtshalber auf einer Matratze ohne Bett schlafen.

Richtig beeindruckt hat mich der BILD-Volks-Beirat, der ja kürzlich wieder bei Ihnen zum grossen Palaver und gutem Essen angetreten war. Das vermittelt doch dem Leser ein richtiges Gefühl von Pressedemokratie der BILD-Lesergemeinde und man kann als BILD-Macher ohne Meinungsforscher hören, was dem BILD-Leser an der Bild so richtig gefällt, und was er noch aufregender dargestellt wissen möchte.. Glückwunsch !

Afrika ohne BILD
Ich bedaure sehr, dass wir hier in Afrika keine BILD-Zeitung kaufen können. Dann würde der Tag so richtig mit einer „Das gibts doch gar nicht“ Schlagzeile beginnen. Gibts ja oft genug auch nicht. Aber was ist schon ein neuer Tag ohne einen richtigen BILD-Aufmacher.
Afrika muss Ihr Firmengründer Axel der Erste glatt vergessen haben.

Bloggen gegen die Auflagen-Depression
Schlimme Zeiten sind das. Die Auflage sinkt, das Internet breitet sich aus, die Anzeigen nehmen ab, da muss man einfach gegensteuern.

Wenn schon die blutrünstigen Schlagzeilen einfach nicht mehr zu steigern sind, die journalistische Qualität nicht weiter gesenkt werden kann, Appelle an die Emotionen, „Presse-Scheindemokratie“, Draufhauen, offensives Kämpfen gegen das Unrecht u.s.w nicht mehr helfen, den Leser an den Kiosk zu locken, darf man als BILD-Macher sich eben nicht scheuen, auch zu unkonventionellen Massnahmern zu greifen. Das ist man den potenziellen BILD-Lesern einfach schuldig.

Früher begab sich Axel der Erste unter das Volk und verkaufte kleine Anstecker mit dem Brandenburger Tor, was ihm später den Spitznamen eines „Brandenburger Toren“ einbrachte.

So etwas kann man von ihnen nicht verlangen. Nicht nur weil das Tor ja mittlerweile offen ist. Wozu haben wir denn jetzt virtuelle Marktplätze die auch noch den Vorteil haben, dass man dort nur verbal aber nicht physisch von links angepöbelt werden kann. Und solche Pöbeleien kann man mit der Löschtaste einfach wegdrücken.
Daher kann ich Ihren Bloggerstart gut nachvollziehen.

Und mit dem Bürgerjournalismus, der die Qualität des BILD-Journalismus nur schwerlich unterbieten kann, hat die Zahl der BILD-Nachrichten-Zuträger offenbar schlagartig nachgelassen. Statt an Sie und Ihre vortreffliche Meinungs-Mannschaft schreiben die jetzt einfach auf Blogs. Unerhört.

Z.B. Arctic Sea
Nehmen wir doch mal die Arctic Sea Kaperung . Leider aus Ihrer Zeitung verschwunden, weil nun klar ist, dass dies nicht böse Piraten waren, sondern der Mossad. Erst vorgestern hat ein Herr Ruehle in der Welt, Ihrer Schwesterzeitung, das zugestanden.

Sie wussten das ja sicher längst, weil sie einen Draht zu den Geheimdiensten haben, und die Ihnen das ja wohl alles natürlich längst gesteckt hatten.. Aber offenbar wollten Sie diese Nachricht nur in der Form der BILD-Null-Reportage bringen. Viel besser verkauft sich doch eine richtig gruselige Piraten-Karibik-Story ganz in der Nähe nach dem Motto „Forget the facts, push the story“ oder irre ich?

Ein altes Gedicht
Immer wenn ich an Ihre Zeitung denke, fällt mir im übrigen das alte Gedicht ein:

—– Willst Du das Zeitgeschehen erfassen,
—– Dich irgendwie unterrichten lassen
—– Dann kauf Dir statt ner Chesterfield
—– viel lieber doch die Bild
—– Massenmord im Schneegestöber
—– Rattengift in Gänseleber
——14 Tote, Zug entgleist
—– Bundeskanzler abgereist
——Gattenmord im Ehebett
——Verbrennungen mit Speisefett
—— Vater Mutter Greis und Knabe
—— warten auf die Bildausgabe
—— für jeden gibt es was zu lesen
—– Totschlag mit dem Küchenbesen

Schliesslich:

——Von der Zeitung tropft das Blut
——Doch die Bild ist g…

Nein natürlich nicht gut sondern schlecht. Menschlich hin Menschlich her. Wie sagte doch der Journalist des Jahrhunderts, Rudolf Augstein, über BILD: Eine Zeitung, die von 5 Millionen Deutschen gelesen wird , muss schlecht sein. Vielleicht wird sie mit weiter fallender Auflage ja besser?

Egal, weiterhin viel diabolischen Spass beim Menscheln, beim Bloggen, beim Draufhauen, beim Schlagzeilen-Erfinden, beim Kampf gegen die fallende Auflage und bei der Verteidigung des Bild-eigenen Qualitätsjournalismus..

MfG

Dr. Alexander von Paleske
Leitender Arzt
Gaborone/Botswana
Ex Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)

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Frankreich

Angolagate in Frankreich – Lange Freiheitsstrafen für geldgierige Waffenhändler

Dr. Alexander von Paleske – 27.10. 2009 — Es war ein Strafprozess der Superlative. 42 Angeklagte, darunter

Der älteste Sohn des verstorbenen Präsidenten Mitterand, Jean Christophe

Ein ehemaliger französischer Innenminister namens Charles Pasqua

Der Kollege von Pasqua namens Jean-Charles Marchiani

Der jetzige Präsidentenberater Sarkozys, Jaques Attali

Pierre Falcone, ein windiger französischer Geschäftsmann, Inhaber der Firma Brenco- International, jetzt Angolas Vertreter bei der UNESCO

Jean-Didier Maille, ehemalsTop-Banker bei Paribas (jetzt BNP-Paribas)

Und Arcady Gaydamak, Waffenhändler, von Frankreich per Haftbefehl gesucht, der aber nicht von Israel bzw. Russland nach Frankreich ausgeliefert wird.

Sieben Jahre ermittelte die Staatsanwaltschaft und produzierte eine 486 Seiten lange Anklageschrift.

Es ging um dreckige Geschäfte im Umfang von 526 Millionen Euro, die einen der längsten Bürgerkriege in Angola/Afrika am Laufen hielten, wir berichteten ausführlich darüber.

Aus den Arsenalen des ehemaligen Warschauer Paktes wurden unter Verstoss gegen ein UN Waffenembargo geliefert:

– 420 Panzer

– 12 Hubschauber

– 6 Kriegsschiffe

– 150.000 Granaten

– 170.000 Minen

Heute ist Angola das Land mit der höchsten Dichte an Landminen und der grössten Zahl Beinamputierter in der Welt.

Die Gier der an den Waffengeschäften Beteiligten war offenbar grenzen- und rücksichtslos.

Urteilsverkündung in Paris
Heute wurden die Urteile in Paris verkündet.

Der Sohn des verstorbenen Präsidenten Mitterand, der als Afrikaberater für den Elyseepalast gearbeitet und die angolanische Regierung mit dem Waffenhändler Pierre Falcone bekannt gemacht und für diese tödliche Vermittlungsarbeit 1,7 Millionen Euro eingesteckt hatte, erhielt zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung.. Dazu eine Geldstrafe von 375.000 Euro.

.Der ehemalige Innenminister Pasqua, der sich gegen Schmiergeld zum Anwalt der angolanischen Regierung machen liess, erhielt ein Jahr Freiheitsstrafe, allerdings für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Multipler Präsidentenberater Jaques Attali wurde freigesprochen.

Die eigentlichen Waffenhändler, der Israeli Arcadi Gaydamak, und Pierre Falcone erhielten jeweils 6 Jahre Freiheitsstrafe.

Einige der Angeklagten haben bereits Rechtsmittel gegen die Urteile angekündigt.

Nur Falcone wird seine Strafe antreten müssen, Gaydamak befindet sich mal in Israel und mal in Russland. Beide Länder liefern ihn aber nicht nach Frankreich aus.

Angolagate in Frankreich – Geldgier, Geschütze und Granaten