global player

Trans Pacific Trade Pact (TPP) – Gefahr für preiswerte Medikamente vom Zwillingsbruder des TTIP

Dr. Alexander von Paleske —- 9.7. 2015 —- Während in Europa die Auseinandersetzungen um das transatlantische Handelsabkommen (TTIP)weitergehen, massive Kritik daran geäussert wird, weil es offenbar Vorteile nur für wenige multinationale Unternehmen, aber erhebliche Nachteile für Viele, gerade auch im Bereich Umweltschutz, Versorgung mit gesunder Nahrung , aber auch Einschränkung der Souveränität und der Judikative mit sich bringt – hinzu kommt, dass die Verhandlungen intransparent sind – finden parallel dazu die Verhandlungen über ein ähnliches Abkommen für den pazifischen Raum statt: der Trans Pacific Trade Pact TPP.

Paktteilnehmer werden bzw. überlegen zu werden: neben den USA Kanada und Japan: Australien, Peru, Malaysia, Mexiko, Vietnam, Südkorea und Indien.

Auch gegen TPP regt sich mittlerweile Widerstand:

– weil im Geheimen verhandelt wird, und die jeweiligen Parlamente zum Schluss nur ja oder nein sagen können, die Details kamen erst durch Wikileaks ans Tageslicht und sind offenbar Grund genug zur Beunruhigung:
.
– weil nicht nur die nationale Gesetzgebungshoheit der Parlamente, sondern auch die jeweilige nationale Gerichtsbarkeit in Streitfällen ausgehebelt wird: es entscheidet in Streitfällen ein Investor State Dispute Settlement System, ein undurchsichtiges Gremium bei dem Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit in keiner Weise gesichert sind.

– weil die nationalen Gesetze zugunsten übernationaler Regelungen nach Ratifizierung des TPP durch die jeweiligen Parlamente ohne weitere nationale Parlamentsbeschlüsse ausgehebelt werden.

Motto: TPP-Vertragsrecht bricht Landesrecht.

M.a.W. Regelungen in den USA können plötzlich auch in anderen Staaten verbindlich sein.

– weil die Vorteile für die Bevölkerungen – ausserhalb der USA – offenbar insignifikant sind, die Nachteile jedoch erheblich, und die eigentlichen Profiteure die multinationalen Konzerne.

Alles bestens bereits im Zusammenhang mit den Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP bekannt.

Medizinzeitung schlägt Alarm
Nun schlägt die hochangesehene Medizinzeitung THE LANCET in einem längeren Artikel vom 30.6. 2015 Alarm wegen der Probleme, die durch das TPP-Abkommen im Bereich der Versorgung mit preiswerten Medikamenten erzeugt werden.

Trans pacific trade pact triggers fears over drug prices

Zitiert im Artikel wird der US-Rechtsanwalt Sherwin Siy:

“If you talk to the people, who are doing the trade negotiations, they perceive their mandate to get the best possible deal for US-companies and US-industry.”

Für Medikamente bedeutet das:

-Patente sollen länger als bisher (20 Jahre) – am besten auf ewig – evergreens genannt – dauern

– preiswerte Generika sollen so vom Markt vertrieben bzw. gar nicht erst zugelassen werden.

Probleme bereits benannt
Dazu schreibt der Arzneimittelbrief am 8.8. 2013:

Pharmazeutische Unternehmer von häufig verordneten umsatzstarken Wirkstoffen versuchen seit langem, durch unterschiedliche Strategien die negativen ökonomischen Auswirkungen der Beendigung des Patentschutzes für ihre Medikamente zu umgehen. Hierzu zählen vor allem die – Verlängerung des Patentschutzes durch Evergreening-Strategien wie:

– Beantragung neuer Anwendungsgebiete, z.B. das Medikament Alemtuzumab, zur Behandlung der chronisch lymphatischen Leukämie zugelassen, bis sich herausstellte, dass dieses Medikament auch bei der Multiplen Sklerose wirksam ist. Prompt erhielt das Medikament einen neuen Namen, eine neue Indikationsstellung – und einen neuen Preis.

– Beantragung neuer Patente für Nachfolgesubstanzen mit nur geringfügig veränderten chemischen Eigenschaften, ein Vorgehen, das aus dem Streit von Novartis mit Herstellern in Indien über erweiterten Patentschutz für das Medikament Imatinib nur allzu bekannt ist.

– Eine Retard-Form eines bereits zugelassenen Medikaments als „neues“ Arzneimittel .

– Scheininnovation durch Nachfolgepräparate mit gleichem Angriffspunkt ohne Zusatznutzen für die Patienten.

MSF warnt
So warnt dann auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) dass es sich bei TPP um den versteckten Versuch der USA handele, die Patentdauer auf ewig festzuzurren, und damit zu deutlich überhöhten Preisen Medikamente verkaufen zu können, vornehmlich zum Wohle von US-Pharmariesen.

Das Nachsehen hätten vor allem Patienten, die an chronischen Erkrankungen wie HIV/AIDS oder Hepatitis C leiden, und deswegen auf Dauermedikation bzw. längerfristige Medikation angewiesen sind.

In der Vergangenheit war es gelungen, durch Generika den Preis für Erstlinien-Antiretrovitale Medikamente zu 99% zu drücken: einst 10.000 US Dollar pro Jahr nun 120 Doallar, damit erschwinglich auch in armen Ländern.


Fazit:

Gerade im Bereich von preiswerten Medikamenten schafft der TPP massive Probleme. Das allein ist Grund genug den TPP nicht abzuschliessen.

Medizin

Untersuchung legt den drohenden Ethikverfall im Deutschen Gesundheitswesen bloss

Dr. Alexander von Paleske —- 5.7.2015 —— Mehrfach haben wir bereits über die katastrophalen Auswirkungen der bereits verabschiedeten bzw. geplanten Gesundheitsreformen berichtet, die sich zusammenfassen lassen als das „Primat der Kostensenkung“ über die Gesundheitsversorgung.

Im April hatte der Medizinethiker Prof. Maio in einem Vortrag auf dem Internistenkongress in Mannheim schwere Kritik an den sich jetzt entwickelnden Strukturen geäussert:

Die Umgestaltung des Gesundheitswesens nach Prinzipien, die der Industrie entlehnt sind, ist ein Irrweg. Wer Patienten optimal versorgen soll, muss von medizinfremden Anreizsystemen und überbordenden Kontrollen verschont bleiben.“

Prof. Wehkamp legt nach
Nun legte der Bremer Medizinethiker Prof. Karl Heinz Wehkamp mit einer eigenen Untersuchung nach:

Aufgrund von zahlreichen Interviews mit Ärzten und Geschäftsführern verschiedener Krankenhäuser kommt Prof. Wehkamp zu folgenden Schlüssen, die er in einem Interview mit der Ärztezeitung benennt:

– Fast alle befragten Ärzte erleben den ökonomischen Druck seitens der Krankenhausverwaltungen als eine Bedrohung ihrer ethischen Grundsätze.

– Insbesondere der Druck zu Indikationsausweitungen für bestimmte lukrative Untersuchungen wie Herzkatheter, die nur unter strenger Indikationsstellung zu rechtfertigen sind, ebenso Operationen bzw. Eingriffe, die weniger oder gar nicht dem Wohl des Patienten, dafür umso mehr den Finanzen des Krankenhauses dienlich sind.

– Die Einschränkung von erforderlichen aber kostenintensiven Therapien 1. Wahl, stattdessen Ausweichen auf billigere Therapien 2. Und 3. Wahl.

– Völlig unzureichender Personalschlüssel. Ein Krankenhaus-Geschäftsführer sagte sogar, er würde das Personal so lange reduzieren, bis die übriggebliebenen „quietschen“, dann wisse er, dass er den Boden des absolut Zumutbaren erreicht habe.

Wozu das führt zeigte jüngst der Pflegestreik an der Charite in Berlin.

Die Folgen
Die vorhersehbaren Folgen sind:

– Frust am Arbeitsplatz

– Ständiger Stress

– Massive Einengung des Entscheidungsspielraums und der Entscheidungskompetenz zugunsten rein ökonomischer Überlegungen. Nicht wenige Ärzte bereuen deshalb mittlerweile, Medizin studiert zu haben.

Diese Entwicklungen sind begleitet von einer Gleichgültigkeit der verantwortlichen Politiker gegenüber diesen Zuständen. In der Politik haben vor allem die Gesundheitsökonomen das Sagen.

Entscheidungsträger ohne Sachkompetenz

Gesundheitsminister wie die Sozialdemokratin Ulla Schmidt, von Beruf Lehrerin war niemals selbst dem Arbeitsablauf eines Krankenhauses ausgesetzt,

Sie zeichnet verantwortlich als damalige Dienstwagenaffäre- Gesundheitsministerin für die Einführung der Fallpauschale, die als das Grundübel für die jetzigen Zustände angesehen werden muss.

Bejubelt von Gesundheitsökonomen, und hart angegriffen von den praktizierenden Ärzten, treibt diese Fallpauschale die bürgernahem Krankenhäuser der Grund-und Regelversorgung ins Defizit, führt zu einer massiven Verschlechterung der Behandlung multimorbider älterer und alter Patienten, und treibt andererseits die Zahl bestimmter, oftmals überflüssiger, Eingriffe in die Höhe, wir berichteten mehrfach darüber.

Festhalten an der Fehlentwicklung
Die Koalitionsparteien halten an diesen Fehlentwicklungen fest. Die Oppositionspartei Die Grünen hat keinerlei überzeugende Konzepte, diese Fehlentwicklung zu korrigieren. Nach deren Vorstellungen sollen auch noch die Krankenkassen den Investitionsrückstau der Krankenhäuser mit beseitigen, m.a.W. die Versicherten sollen die Krankenhäuser mitfinanzieren, und nicht nur die Behandlung der Patienten. Eine Aufgabe, die mit den Krankenkassen nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, sondern klar in den Aufgabenbereich der öffentlichen Daseinsvorsorge fällt, und deshalb aus den öffentlichen Haushalten finanziert werden muss.

So besteht wenig Aussicht auf eine Korrektur dieser katastrophalen Fehlentwicklungen.

Die Folgen sind nicht nur frustrierte Ärzte, schlecht behandelte Patienten, sondern auch ein sich entwickelndes tiefes Misstrauen seitens der Patienten, wem die Entscheidungen der Ärzte letztlich dienen: der Kasse des Krankenhauses – oder seinem Wohl.

Gute Nacht Deutschland kann man dazu nur noch sagen.


Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erläutert seinen Gesundheitsfahrplan für Deutschland: „Weniger ist mehr“


Kürzen und Schliessen – das Programm der Gross(artig)en Koalition im Gesundheitswesen


Deutscher Ärztetag, die Bundesregierung, und das Versagen der Antibiotika

Siehe auch die informativen ZEIT-Artikel:

Klappe halten und wegsehen ZEIT vom 20.9. 2012 S. 32

Das Ende der Schweigepflicht ZEIT vom 15.5. 2012

Zu Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben
linkSPD-Ulla Schmidt schreibt an SPD-Hoffnungsträger Peer Steinbrück

SATIRE

Finanzminister Wolfgang Schäuble dankt Industrie-„Klinkenputzer“ Joseph Martin Fischer für den Aufruf zum „Ja“ in Griechenland

Dr. Alexander von Paleske — 4.7. 2015 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Wolfgang Schäuble
Bundesfinanzminister
Im Regierungsviertel 2
Berlin

An Herrn
Industrie-Klinkenputzer und Ex Aussenminister
Joseph Martin (Joschka) Fischer
Prominentenallee 68
Berlin-Grunewald

Sehr geehrter Herr Fischer,

ganz, ganz herzlichen Dank für Ihren heutigen Aufruf an das griechische Volk, mit „Ja“ für Europa und dessen Ausblutungs-Politik gegenüber Griechenland zu stimmen.

In dieser Situation, wo der Ausgang der Abstimmung noch unentschieden ist, kommt es gerade darauf an, dass Personen von besonderer Vertrauenswürdigkeit dem griechischen Volk helfen, die für uns richtige Entscheidung zu treffen.

Vertrauensperson der Griechen
Sie haben das Vertrauen des griechischen Volkes, weil Sie seinerzeit auf jeder Demonstration gegen die damalige faschistische Obristen-Junta (1967-1974) in Griechenland nicht nur zu finden waren, sondern auch das Wort für die sozialistische Zukunft Griechenlands ergriffen haben.

Und zu Hause lauschten Sie auf Ihrer Stereo- Anlage dem Song des Liedermachers Franz-Josef Degenhardt

„Roter Tag der Freiheit in Athen“

und der Musik von Mikis Theodorakis, der damals im KZ auf der Kykladen-Insel Jaros einsass.


KZ auf Jaros (Gyaros)

Keine Probleme mit Obristen
Wir von der CDU hatten natürlich keine grösseren Probleme mit den Obristen, sondern gute Wirtschaftsbeziehungen.

Erfreuliche Metamorphose
Wie Sie, Herr Fischer, von einem Sozialisten zu einem rechten Politiker wurden, dem mittlerweile Ruß aus der Hose rieselt, wenn man ihm auf die Schulter klopft, das ist schon beachtlich.

Glückwunsch!


Joseph Martin Fischer beim Treffen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), 1968 ….roter Tag der Freiheit in Athen


J.M. Fischer heute ….Ruß aus der Hose

Details des Schäuble-Katalogs:
Hier noch einmal mein Schäuble-Katalog für die Gesundung Griechenlands, den ich bereits in einem offenen Brief an das griechische Volk als Grundlage für das JA-Votum gestern veröffentlicht habe:

– Ja zu Europa

– Ja zu höheren Steuern insbesondere der Mehrwertsteuer

– Ja zur weiteren drastischen Absenkung der Renten

– Ja zur drastischen Erhöhung des Rentenalters

– Ja zur Fortsetzung der Einkäufe von Panzern und anderem Kriegswaffen aus Deutschland

– Ja zum Ende der Forderung für jegliche Reparationen als Ausgleich für die Milliardenschäden, welche die Deutsche Wehrmacht in Griechenland während des 2. Weltkriegs angerichtet hat.

– Ja zur Beseitigung von vielen Soziallleistungen

– Ja zum weiteren Gürtel-Engerschnallen

– Ja zur weiteren drastischen Verschlechterung des Gesundheitswesens

– Ja zum Verkauf selbst der kleinsten Insel

– Ja zur Privatisierung der öffentlichen Verkehrsmittel

Eine teilweise oder vollständige Streichung der angelaufenen Schulden kommt auf gar keinen Fall in Frage, obwohl Griechenland niemals in der Lage sein wird, diese Schulden zurückzuzahlen.

Nochmals ganz, ganz herzlichen Dank für Ihren Aufruf

Wolfgang Schäuble
Finanzminister

Finanzminister Wolfgang Schäuble an das griechische Volk: Wir werden Euch die Faulheit austreiben und Bescheidenheit lehren


Mehr zu Fischer

Aus Freude am Joseph Martin (Joschka) Fischer – BMW
Joseph Martin (Joschka) Fischer: Hurra, ich bin 65, habe alles erreicht, und bereue nichts
Joschka und Herr Fischer, Regie: Pepe Danquart – Ein deutsches Film-Märchen

Keine Satire
Berichte aus Griechenland, die keine Schlagzeilen mehr machen
Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

SATIRE

Finanzminister Wolfgang Schäuble an das griechische Volk: Wir werden Euch die Faulheit austreiben und Bescheidenheit lehren

Dr. Alexander von Paleske —- 3.7. 2015 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Wolfgang Schäuble
Bundesfinanzminister
Im Regierungsviertel 2
Berlin

Guten Tag Griechenland

Nachdem ich heute in den Nachrichten sah, dass die Neinsager für die Volksbefragung am kommenden Sonntag mein Konterfei benutzen, um die griechische Bevölkerung gegen Deutschland im allgemeinen und mich im besonderen aufzuwiegeln, wende ich mich direkt an das griechische Volk über die sozialen Netzwerke, um es zu motivieren, am Sonntag für Ja und nicht für Nein zu stimmen.


Hetze gegen mich

– Ja zu Europa

– Ja zu höheren Steuern insbesondere der Mehrwertsteuer

– Ja zur weiteren drastischen Absenkung der Renten

– Ja zur drastischen Erhöhung des Rentenalters

– Ja zur Fortsetzung der Einkäufe von Panzern und anderem Kriegswaffen aus Deutschland

– Ja zum Ende der Forderung für jegliche Reparationen als Ausgleich für die Milliardenschäden, welche die Deutsche Wehrmacht in Griechenland während des 2. Weltkriegs angerichtet hat.

– Ja zur Beseitigung von vielen Soziallleistungen

– Ja zum weiteren Gürtel-Engerschnallen

– Ja zur weiteren drastischen Verschlechterung des Gesundheitswesens

– Ja zum Verkauf selbst der kleinsten Insel

– Ja zur Privatisierung der öffentlichen Verkehrsmittel

Kann niemals zahlen
Natürlich wissen wir ganz genau, dass Griechenland seine aufgelaufenen Schulden niemals bezahlen kann, denn die bisherigen Schulden betragen bereits 325 Milliarden Euro.

Mehr noch: Bis zum Jahre 2018 braucht Griechenland weitere 50 Milliarden Euro, um über die Runden zu kommen, und selbst bei einer Frist von 20 Jahren ohne Rückzahlung würde die Schuldenlast immer noch 150% des Bruttosozialprodukts ausmachen, also m.a.W. unbezahlbar.

Kein Schuldenerlass
Trotzdem kommt eine teilweise oder vollständige Streichung der angelaufenen Schulden auf gar keinen Fall in Frage.

Mit unseren geplanten humanen Massnahmen setzen wir Signale:

1. Wir halten uns an die griechische Sage über Sisyphos der von Hermes für seine Sünden zur Strafe einen Felsblock auf ewig einen Berg hinaufwälzen muss, der, fast am Gipfel, jedes Mal wieder ins Tal rollt. .

2. Wir schicken ein klares Signal an alle Schuldenländer: Schuldenstreichungen gibt es nur ausnahmsweise für willfährige Ost-Frontstaaten, welche die Freiheit Europas verteidigen, wie die Ukraine. Aber nicht für Nicht-Front-Staaten, deren Regierungen die Frechheit besitzen, obgleich Bettler, hier auch noch arrogant und selbstherrlich aufzutreten, als würde noch das Alte Athen mit seinen Göttern Zeus und Apollo weiterexistieren.

Zwang zur Bescheidenheit
Wir werden die Griechen zur Bescheidenheit zwingen, sich notfalls von Olivenöl und Schafskäse allein zu ernähren, den Arbeitstag von 8 auf 10 Stunden verlängern, und die 6-Tage-Woche zur Selbstverständlichkeit machen.

Damit soll erreicht werden, dass die Griechen nicht noch weitere Schulden machen. Selbst wenn Griechenland auf den Status eines armen Entwicklungslandes absinkt, so sei es denn.

Ein wenig Geld gibt es nur für Demut, nicht hingegen für Frechheit und Faulheit.

Für den Fall der Mehrheit für NEIN wird es schrecklich werden für Griechenland. Ganz, ganz schrecklich.

Gute Nacht Griechenland

Wolfgang Schäuble
Deutscher Finanzminister

Keine Satire
Berichte aus Griechenland, die keine Schlagzeilen mehr machen
Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

Krieg

Erinnerungsjahr für Winston Churchill

Dr. Alexander von Paleske —- 2.7. 2015 — Winston Churchill (1874-1965) Kriegspremier Englands während des zweiten Weltkriegs, ist zweifellos eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.

Jahrestage
In das Jahr 2015 fällt der:

– 75. Jahrestag der Wahl Winston Churchills zum Kriegs-Premier (1940)

– 70. Jahrestag von VE Europe (Sieg in Europa, Kapitulation Hitler-Deutschlands) 8. Mai 1945

– 70. Jahrestag seiner Abwahl (Juli 1945)

– 60. Jahrestag seines Rücktritts als Premier nach seiner zweiten Amtszeit (1951-1955)

– 50. Jahrestag seines Todes (24. Januar 1965)


Sir Winston Churchill

Weichen gestellt
Als britischer Kriegs-Premier von 1940-1945 stellte Churchill die Weichen, sich dem Expansionsstreben Hitler-Deutschlands in den Weg zu stellen.
Hitler wollte ja seinerzeit durchaus das britische Empire erhalten, und in England gab es nach den grossen Niederlagen von 1940 einflussreiche Politiker, welche die Chancen, gegen Hitler siegreich einen Krieg zu führen, als gering ansahen, stattdessen einer Appeasement-Politik den Vorzug geben wollten.

Damit war nach dem Rücktritt des britischen Premiers Chamberlain, dessen Appeasement Politik in Trümmern lag, und mit der Wahl Winston Churchills zum Premier, sofort Schluss.

Entschlossen betrieb Churchill die Aufrüstung. Nach der Evakuierung aus Dünkirchen war die britische Armee weitgehend waffenlos: die Soldaten hatten alles zurücklassen müssen.

Konsequente Aufrüstungspolitik und tödliche Entschlossenheit

Als Resultat von Churchills Aufrüstungs-Politik standen am Ende des Jahres 1940 29 fast voll bewaffnete Divisionen im Land, und in den Häfen und Flugplätzen gab es mehr Kriegsschiffe und Flugzeuge als vor den verlustreichen Schlachten des Jahres 1940.

Es war die tödliche Entschlossenheit Churchills, die der britischen Öffentlichkeit den Glauben an den Sieg gab, und den USA die Überzeugung, dass England keineswegs verloren war, und deshalb weiter nach Kräften materiell unterstützt werden musste.

Blut, Schweiss und Tränen
Vor dem Unterhaus am 13.5.1940, nach seiner Wahl zum Premier, erklärte Churchill:

I would say to the House, as I said to those, who have joined this Government: I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat. You ask, what is our aim? I can answer in one word: Victory – Victory at all cost, victory in spite of all terror, victory, however long and hard the road may be, but without victory there is no survival


Churchills Allparteien-Kriegskabinett ….nichts als Blut Schweiss und Tränen

Und am 4.6. 1940:

We shall defend our island, whatever the cost may be, we shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall never surrender

Die Angriffe der Nazi-Luftwaffe auf England konnten in der „Battle of Britain“ abgewehrt werden, und das fand seine Würdigung in Churchills berühmter Unterhausrede am 20.8. 1940:

Never in the field of human conflict was so much owed by so many to so few.

12 Monate allein
Für 12 Monate kämpfte England allein – bis zum Angriff Hitlers auf die Sowjetunion im Juni 1941.

Schliesslich, im Dezember 1941, der japanische Angriff auf Pearl Harbour und die Kriegserklärung auch Hitler-Deutschlands gegen die USA. Damit war die Dreier-Kriegskoalition gebildet. Für Churchill stand damit endgültig fest, dass Hitler den Krieg verlieren würde.


Dreier-Kriegs-Koalitionäre: Churchill (r) Roosevelt (m) Stalin (li) in Teheran 1943

Aber zunächst musste England eine Niederlage nach der anderen einstecken. Auch das Vertrauen in den Kriegspremier drohte zu schwinden. Der Sieg in El-Alamein – noch vor Stalingrad – brachte die Wende.

4 Dinge
Sebastian Haffner schreibt in seiner Churchill-Biografie:
Entscheidend in dem Jahr 1940/1941 waren vier Dinge:

– Die rücksichtslos vorangetriebene industrielle Mobilisierung

– Die Ausschaltung der britischen Appeasement Politiker

– Der „Staatsstreich“ mit dem Churchill sich selbst zum Generalissimus machte, und zum Chef aller Waffengattungen

– Die Privatkorrespondenz mit US-Präsident Roosevelt unter Ausschaltung diplomatischer Kanäle, die schliesslich vor dem Kriegseintritt der USA zu „Pacht- und Leihverträgen“ führte: Kriegsmaterial wurde „leihweise“ zur Verfügung gestellt, denn kaufen konnte England es nicht: es war durch umfangreiche Waffenkäufe bereits bankrott.

Ohne den Churchill der Jahre 1940 und 1941 wäre die Weltgeschichte möglicherweise anders verlaufen.

Dank Churchill hat sich England 1940 im entscheidenden Moment dem fast schon gelungenem Durchbruch in den Weg geworfen.


Churchill am 8.5. 1945 – VE-Ansprache
,
Kein Zufall
Zufällig war allerdings weder die Wahl Churchills zum Premier – er hatte immer wieder vor der Aufrüstung Hitler-Deutschlands gewarnt – noch seine Abwahl 1945.
Gesucht nach Kriegsende wurde nicht mehr ein Kriegspremier, sondern ein Friedenspremier der auch das Gesundheitswesen demokratisierte: Da erschien der Labour Politiker Clement Attlee weitaus geeigneter.

Gleichwohl: Wer heute z.B. die Bilder von der Befreiung des KZ Bergen-Belsen durch britische Truppen 1945 sieht, der sollte sich mit Dankbarkeit auch der Rolle Churchills erinnern, sich Hitler mit tödlicher Entschlossenheit in den Weg gestellt zu haben.

Dünkirchen vor 70 Jahren – Eine Niederlage, die zum Triumph wurde
De Gaulles Ansprache und Luftschlacht um England

SATIRE

Bundespräsident Joachim Gauck zu den Erlebnissen in der abgelaufenen Woche

Dr. Alexander von Paleske —- 27.6. 2015 —– Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Joachim Gauck
Bundespräsident
Schloss Schöne Aussicht
Berlin

Guten Tag Deutschland,

die vergangene Woche ist so richtig nach meinem Geschmack gewesen. Alles lief prima, vor allem der Besuch der britischen Monarchin.

Ich durfte der britischen Königin einen würdigeren Rahmen verschaffen, als seinerzeit der trottelige Präsident Heinrich Lübke beim ersten Staatsbesuch im Jahre 1965.

Damals versuchte sich Lübke auf Englisch zu unterhalten, eine Fremdsprache, die er kaum beherrschte, und dann Merkwürdigkeiten wie „Equal goes ist loose“ als Übersetzung von „gleich geht’s los“. Als Lübke-Englisch in die Geschichte eingegangen.


Heinrich Lübke und die Queen ……..equal goes it loose

So etwas gab und gibt es mit mir nicht.

KZ-Baumeister und das Potenzmittel
Schon vorher war dieser Bundespräsident Lübke, der auch am Bau von Konzentrationslagern beteiligt war, durch merkwürdige Verwirrtheit ausgefallen. So soll er Osaka / Japan mit dem damaligen Potenzmittel Okasa verwechselt haben. Alles sehr, sehr peinlich. Aber Geschichte.

Das blaue Pferd und die ungehörige britische Presse
Allerdings hat die britische Presse versucht, sich in völlig unangemessener Weise über mein Gastgeschenk lustig zu machen: Das Gemälde „Das blaue Pferdchen und die junge Elizabeth“

Ein herrliches Gemälde, irgendwo zwischen Impressionismus und Expressionismus anzusiedeln, obgleich es ja ein Auftragsgemälde aus diesen Tagen ist, vergeben an die hochbegabte Malerin Nicole Leidenfrost.

Ausgehend von einem schwarz/weiss Foto von 1930 hat es diese hervorragende Künsterin aus dem Hamburger Vorort Wedel geschafft, die herrliche royale Atmosphäre von damals auf eine heutige Leinwand zu bannen, als ihr Vater, König Georg VI, sie in die Kunst des Reitens einführte.

Nur ein paar britsche Dummköpfe haben sich anschliessend über die blaue Pferdefarbe lustig gemacht, aber dazu hat Frau Leidenfrost zutreffend festgestellt:

Und weshalb das Pferd blau geworden ist und warum ich diese Farbe gewählt habe. Für mich war es wichtig, auch noch was Royales zusätzlich reinzubringen. Und das Blau ist Königsblau, Royalblau, damit wollte ich auch noch mal die Bedeutung der Queen unterstreichen.“

Ganz hervorragend.

Keine Ähnlichkeit festgestellt
Leider konnte die Monarchin keine Ähnlichkeit zwischen dem Herrn in Knickerbockern und ihrem Vater feststellen, aber das sehe ich ihr gerne nach, denn Georg VI starb ja bereits 1952.Da verblasst die Erinnerung


Pferd in Blau

Die britische Presse in unverschämter Weise versuchte daraus eine Szene der Peinlichkeit zu machen.

The awkwardness of the presentation only increased when, pointing to the king, she asked: “Is that supposed to be my father?” Gauck, unable to hide the disappointment in his voice, replied: “Don’t you recognise him?” to which the Queen answered sternly: “No.”

Die Monarchin wird sich sicherlich an dieses Bild gewöhnen, bei meinem nächsten Besuch in London werde ich sie danach befragen.

Ich habe dann noch den Einfall gehabt, etwas Marzipan dazuzulegen, ich wurde ja über die Vorliebe der Monarchin für süsse Schleckereien rechtzeitig informiert. So konnte ich der Monarchin noch stecken:

Falls Sie das Bild nicht mögen, hier ist noch Marzipan“ .

Ich glaube, das hat ihr gut gefalllen.

Gute Nacht Deutschland

Joachim Gauck
Bundespräsident


Mehr Gauckeleien

Bundespräsident Gauck an FIFA-Präsident Sepp Blatter: Danke, danke für die Schmiergeld-Steilvorlage
Danke, danke Bundespräsident Joachim Gauck für Ihren Besuch zum Maidan-Gedenktag in der Ukraine
Ein Jahrestag und eine Rede: Bundespräsident Gauck zum Holocaust-Gedenktag im Bundestag
Bundespräsident Gauck zu Zweifeln an den Linken: „Diese Freiheit nehm ich mir“
Wladimir Putin im Interview: „Es hat sich ausgegauckt“
Bundespräsident Gauck, die Bundeswehr und das Koppelschloss
Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Neues Jahr, andauernde Konflikte – oder was BuPrä Gauck und BuKa Merkel in ihren salbungsvollen Ansprachen „vergassen“
Mandela, Malema und Gauck – Anmerkungen zu einer Trauerfeier
Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Flaschenpfand-Trittin schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck
Ex-Minister Otto Schily schreibt an Bundespräsident Gauck zur Paranoia um die Abhöraffäre
Ex BND-Chef Ernst Uhrlau schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck zum US-Abhörskandal
Ansprache des neuen Präsidenten Gauck: Ich bin der richtige Mann (zur falschen Zeit)
Joachim Gauck: Jetzt rede ich und stelle klar
Jürgen Flaschenpfand-Trittin zur Kandidatur von Joachim Gauck

terror

Internationaler Tag des IS Terrors – damit musste gerechnet werden

Dr. Alexander von Paleske —– 26.6. 2015 —-In vier verschiedenen Ländern schlug die Religions-Terrororganisation Islamischer Staat (IS ) zu:

– In Sousse/Tunesien, dort tötete(n) IS Terrorist(en) mindestens 39, und verletzte(n) weitere 39 Menschen, grösstenteils Touristen, darunter auch Deutsche.

– In Kuwait ein Bombensanschlag auf eine schiitische Moschee während des Freitagsgebets, 26 Tote, mehr als 200 Verletzte

– in Kobane/Syrien die Tötung von mehr als 100 kurdischen Zivilisten

– Schliesslich der Anschlag gegen eine Flüssiggasfabrik in der Nähe von Lyon (Südfrankreich), bei der „lediglich“ ein Mensch getötet wurde.

„Ungläubige“ einschliesslich Schiiten töten, Stärke demonstrieren, neue Kämpfer rekrutieren, Angst und Schrecken verbreiten
IS will seine Stärke demonstrieren: gleichzeitig an mehreren Orten, tausende Kilometer voneinander entfernt, zuschlagen zu können, vor allem will die Terrororganisationes mit diesen spektakulären und blutigen Aktionen noch mehr Kämpfer für den Jihad gewinnen, aber auch noch mehr Jihadisten zu Anschlägen in Europa zu ermutigen.

Daneben geht es in Tunesien natürlich auch darum, das Land zu destabilisieren und „reif fürs Kalifat“ zu machen.

Entwicklungen absehbar
Die Entwicklungen waren absehbar: die Touristen nicht vor den Terrorgefahren zu warnen, und vor Reisen dorthin dringend abzuraten, ist verantwortungslos, zumal bereits am 18.3. 2015 ein weiterer Terror-Anschlag auf ein Museum in Tunis stattfand, das ebenfalls von Touristen besucht wird.

Wir schrieben bereits im September 2014, also noch vor den ersten IS-Anschlägen:

Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

Mit dem Eingreifen westlicher Länder (in dem Kampf gegen IS) hat diese „Verteidigung“ eine neue Wendung genommen: Verteidigung nicht nur vor Ort, sondern auch durch Angriffe auf Bürger jener Staaten, die das Kalifat angreifen.
Motto: jeder Angriff auf irgendeinen dieser Bürger ist bereits eine Verteidigung des Kalifats. Schliesslich werden sich diese Länder dann zurückziehen.
Das ist es, was diese Gruppe ungleich gefährlicher macht, als Al Qaida.

Nicht von ungefähr
Diese Terroristen kommen jedoch nicht aus dem luftleeren Raum, sie sind das Ergebnis einer langen Entwicklung, die der Westen selbst in erheblichem Masse mit zu verantworten hat: Die USA vor allem durch ihren mit plumpen Lügen gerechtfertigten Einmarsch in den Irak im Jahre 2003. Dort bereiteten sie Al Qaida, welche unter Saddam Hussein dort nicht existent war, das Bett.

Von Al Qaida nabelte sich ISIS (jetzt: IS) ab, mit noch radikaleren Thesen, und noch grösserer Brutalität.

Ideologischer Wegbereiter
Saudi Arabien hat mit seiner Missionierung des Wahabismus, dem Sunni-Radikal-Islamismus ideologisch den Weg bereitet.

Der Wahabismus ist, was Saudi Arabien im Innern bereits praktiziert: Scharia, weitgehende Rechtlosigkeit der Frauen (Verschleierungszwang, kein Führerschein und kein Verreisen ohne männliche Begleitung), und natürlich die Religionspolizei, die für die Einhaltung dieser strikten mittelalterlichen Regeln sorgt und bei Nichteinhaltung körperliche Strafen verhängen darf.

Ebenso verbreitet der Wahabismus den Hass auf die Schiiten, die nicht nur als Ungläubige, sondern schlimmer noch: als Gotteslästerer angesehen werden.

Nur in zwei Punkten unterscheidet sich Saudi Arabien von den Salafi-Terroristen – abgesehen von der Brutalität:

1. Dem Königshaus mit Hunderten parasitärer Prinzen samt Gefolge statt einem Kalifen, also einem religiösen Führer der nicht gewählt sondern erwählt ist.

2. In dem Verhältnis zu den USA, von den Islamisten als „Grosser Satan“ bezeichnet, vom saudischen Königshaus jedoch als Freund.

Perfekt ignoriert
Die USA haben über Jahrzehnte den demokratieverachtenden Verhältnissen und der eifrigen Missionierungstätigkeit ungerührt zugeschaut. Saudi Arabien war nicht nur bedeutendster Öllieferant – das zeigte sich insbesondere während des Yom Kippur-Krieges 1973, als Saudi Arabien den Ölhahn zudrehte- sondern auch Grossabnehmer von westlichen Waren einschliesslich Kriegsgerät.

Mit dem Irakkrieg 2003 haben die USA die Pandorabüchse geöffnet, mit dem Eingreifen in Libyen einen neuen „failed State“ geholfen zu schaffen, in dem sich die IS-Terroristen prächtig ausbreiten können.

Mit weiteren Anschlägen muss daher gerechnet werden.

Anders als Riesenattentate, lassen sich Ein-Mann-Kamikaze-Aktionen aber nur schwer unterbinden.

Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?

Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?

Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen
ISIS-Salafi-Terror-Chef Abu Bakr al-Baghdadi (alias Ibrahim Awwad Ibrahim): „So ein Tag, so wunderschön wie heute“
Irak, der Bürgerkrieg und seine Sponsoren
Bombenanschläge im Irak – was sind die Ziele der Terror-Salafisten?

Medizin

Wissenschaftsbetrug auch in China

Dr. Alexander von Paleske —– 26.6. 2015 ——China ist mittlerweile zur Nummer 2 der Wissenschaftspublikationen verfasst in englischer Spreche aufgestiegen – nach den USA.
Im Jahre 2019 wird China die USA, Europa und Japan überrundet haben, und zur international führenden Forschungs- und Entwicklungsnation aufsteigen.

Wie im Westen…
Wie im Westen auch mehren sich allerdings parallel dazu die Fälle von Wissenschaftsbetrug, der auch in Deutschland keineswegs unbekannt ist.

Die Uniklinik Freiburg stieg dabei zu einer Art „Zentrum des Wissenschaftsbetrugs“ auf.

Aber z.B. auch an der Uni Düsseldorf sorgte der ehemalige Chef der Kardiologie, Prof. B.E. Strauer, für Aufsehen der negativen Art.

Artikel zurückgezogen
In der letzten Märzwoche zog das Journal BioMedCentral alleine 42 Veröffentlichungen zurück, allesamt aus China.


BioMedCentral ……….Artikel zurückgezogen

Wissenschaftliche Gutachter, die von den Verfassern angeblich ausgesucht waren, waren entweder unter den angegebenen E-Mail Adressen nicht zu erreichen, oder es handelte sich schlicht um Phantomgutachter.

Die international hoch angesehene Medizinzeitung The Lancet, welche diesen Skandal einer breiteren Medizinischen Öffentlichkeit bekannt machte, (LANCET vom 11.4. 2015 p. 1365)

„Chinas medical research integrity questioned“

spekuliert, dass es sich wohl nicht nur um einzelne Individuen handelt – immerhin entstanden die Papers in hoch angesehenen chinesischen Instituten – , sondern die Wissenschaftskultur in China insgesamt zu wünschen übrig lässt.
Im Klartext: mit betrügerischen Ideen infiziert sei.


Arzt in China …nun auch Wissenschaftsbetrug?

Publish or perish
Gleichzeitig versucht der LANCET zu ergründen, auf welchem Boden dieser Wissenschaftsbetrug gedeihen konnte,und liefert gleich eine Erklärung mit:
Der Zwang zum grösstmöglichen Output an Publikationen.

Die Karriere als Mediziner – nicht nur als Forscher – hängt von dem Output ab, also der Zahl der Veröffentlichungen. Der Druck hat sich in den letzten Jahren offenbar massiv verschärft, denn Forschungsgelder richten sich ebenfalls nach dem bisherigen Output und dem sog. „Impact Factor“, also wie oft diese wissenschaftlichen Arbeiten in anderen Veröffentlichungen zitiert wurden.

China hat damit kopiert, was den Wissenschaftsbetrieb anderswo in der Welt antreibt – nicht unbedingt zum Wohle der Patientenversorgung und der Forschung.

Dabei hat die Zahl der Veröffentlichungen nur herzlich wenig mit effektiver Krankenversorgung zu tun, hier sind regelhaft andere Qualitäten gefragt.

Chefarzt in Deutschland: Habilitation erwünscht
Gleichwohl werden Chefarztstellen selbst in mittleren Krankenhäusern in Deutschland mittlerweile fast ausschliesslich mit Personen besetzt, die sich wissenschaftlich qualifiziert haben, also den Professorentitel tragen, oder zumindest eine Habilitation vorweisen können, und dies, obgleich die wissenschaftliche Tätigkeit in Institutionen dieser Art bestenfalls eine Nebenrolle spielt.

Was gesucht wird ist der Professorentitel, der Kompetenz signalisieren soll – Kompetenz bei der Krankenversorgung.

Gewalttätigkeiten gegen Ärzte in China – keine Überraschung
Vor dem Hintergrund gnadenlosen wissenschaftlichen Wettbewerbs in China überraschen dann auch weder die Gewalttätigkeiten gegen Ärzte, über die wir mehrfach berichtet haben, noch der Versuch einiger Ärzte, den Weg in die internationale Fachliteratur durch Plagiate, Fälschungen und sonstige Betrugshandlungen abzukürzen..

Die Zahl chinesischer Ärzte wird sich bis zum Jahre 2020 verdoppelt haben. Es bleibt zu hoffen, dass für sie mehr die Patientenversorgung im Vordergrund steht, und wissenschaftlich tätige Ärzte von der Patientenversorgung freigestellt werden, um so beiden Bereichen gerecht zu werden: Der Forschung wie der Krankenversorgung. Vor allem aber: Dass hohe Qualität der Krankenversorgung nicht weniger karrierefördernd ist, als die Zahl der Publikationen.

Volksrepublik China: Prostitution, Gewalt gegen Ärzte und 120. Geburtstag Maos
Ärzte in China – in Zukunft mehr Respekt?
Arzt in China – ein gefährlicher Beruf?
Rückblick: Hans Müller – Arzt im kommunistischen China
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit

Aussitzen, Ausschwitzen, kein Drang zur Aufklärung: die Skandal-Uniklinik Freiburg/Breisgau
<a

medien

Der Abgang eines Metzgergesellen namens Raab, der für das Unterschichten- und Klamaukfernsehen wie kein zweiter stand

Dr. Alexander von Paleske —- 23.6. 2015 —– Es hat sich ausgeraabt – fürs erste jedenfalls. Seit 1999 hat er das Fernsehen um ein Genre „bereichert“, das es so im Fernsehen noch nicht gab: Die Non-Stop Schadenfreude, umrahmt von ein paar showartigen Einlagen und Gags

An niedere Instinkte appelliert
In seinen TV-Total Sendungen wurde an niedere Instinkte appelliert, nicht selten mit Gossensprache umrahmt („Schwule Sau“), und den Bundesbürgern etwas ausgetrieben, was ohnehin nicht gerade reichlich vorhanden ist: Die Empathie.

Gnadenlos wurden raabmässig Menschen vorgeführt, und der Lächerlichkeit preisgegen („Maschendrahtzaun“), das machte selbst beim Namen nicht halt.

Schadenersatzforderungen Betroffener – so gerichtlich erfolgreich – bezahlte Raab aus der Portokasse.

Alles hat ein Ende…
Aber irgendwann kommt auch diese Zumutung nicht mehr an, weil es sich wie eine tibetanische Gebetsmühle wiederholt, zumal noch vom Wochen- auf Tagesformat umgesetzt wurde.

So tritt Quotenkönig Stefan der Erste erst einmal ab. Mit ihm verlieren gleich 80 Mitarbeiter der Herstellerfirma Brainpool ihre Jobs.

Dass Raab sich offenbar weder für seine Zuschauer interessiert, oder es für nötig hält, die Entlassung seinen Mitarbeitern, die ihm jahrelang zugearbeitet haben, selbst anzukündigen, rundet das Bild ab.
Diese Mitarbeiter haben für ihn in allen Fernsehkanälen und You Tube eifrig danach gescannt, wo sich etwas findet, was sich zur Verwurstung eignet.
Wer ständig andere in seinen Sendungen verwurstet, dem muss wohl alles Menschliche ohnehin herzlich gleichgültig sein oder werden.

Ein Herr wird wettkampfuntauglich
Schlag den Raab konnte auch nicht weiterlaufen: der Herr kommt schliesslich in die Jahre (49), und wird wettkampfuntauglich, es sei denn, er tritt gegen Bewohner aus Altenheimen an.

Der Abgang ein Verlust? Mit Big Brother- Newtopia – Dschungelcamp-DSDS-GNTM und anderen Vertretern dieses Unterhaltungs-„Schrott“ -Genre, gibt es reichlichst Ersatz.

Allerdings: was nicht so leicht zu ersetzen sein wird, ist die Raabsche schadenfreudige Visage, die zu seinen Klamauk-Veranstaltungen wie die Faust aufs Auge passte – da ist noch kein Ersatz in Sicht. Wie schrecklich.


Stefan Raab ……..schadenfreudige Visage nicht so leicht zu ersetzen

Lebewohl Du Raab, Du hast Dir Deine Auszeit redlich verdient.

Stefan Raab, Schadenfreude und die fehlende Zivilcourage

Top-Nachricht der Woche: Stefan Raab stärkt Abteilung Unterschichtenfernsehen / Klamaukfernsehen / TV Witzchen

Stefan Raab schreibt an Charlotte Roche: Sauber gemacht

Big Brother- Erfinder John de Mol an das Deutsche Volk: „So läuft mein Billig-Serien-Hase“

Medizin

MIddle East Respiratory Syndrome (MERS)-Epidemie: Mehr Tote in Südkorea, Erkrankung in Deutschland verheimlicht, WHO-Delegation reiste nicht zum Ursprung der Epidemie

Dr. Alexander von Paleske — 16.6. 2015 —-
Die MERS-Epidemie in Südkorea forderte bisher 19 Tote, 153 Personen sind infiziert. Eingeschleppt wurde die Epidemie aus dem Staat Bahrein am Persischen Golf von einem südkoreanischen Besucher, der sich dort infizierte.

Grosses Getöse der WHO
Mit grossem Getöse reiste in der vergangenen Woche eine Delegation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Südkorea, um dort folgende Binsenweisheiten zu verkünden:

– Die Ausbreitung der Krankheit ist noch nicht voll unter Kontrolle

– Die Ausbreitung ist komplex.


WHO-Delegation in Südkorea …..Binsenweisheiten verkündet. Screenshot: Dr. v. Paleske

Ansonsten konnten sie ohnehin nichts ausrichten, denn Südkorea hatte bereits das volle Programm zur Seuchenbekämpfung anlaufen lassen:

– Schliessung von Schulen

– Desinfektion öffentlicher Verkehrsmittel
,
– Schliessung des Krankenhauses, in dem sich die meisten der ;MERS-Patienten angesteckt hatten

– Testung und Überwachung der Kontaktpersonen


Schutzmassnahmen in Korea ……längst angelaufen

Besser an den Golf
Statt nach Südkorea hätte die WHO-Dlegation besser nach Saudi Arabien und in die Golfstaaten reisen sollen, um zu klären, wie dort die MERS-Seuche endlich unter Kontrolle gebracht werden kann, denn von dort wurde sie nicht nur in Südkorea eingeschleppt, sondern auch nach Deutschland, wie sich jetzt herausstellt..

Erkrankung wurde verheimlicht
Im Februar 2015 kam ein Deutscher von einem Besuch in Abu Dhabi zurück. Er erkrankte nach der Rückkehr an MERS und starb an den Spätfolgen am 6. Juni.

Offenbar wurde die Erkrankung nicht öffentlich gemacht, vermutlich um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen.

Die Bevölkerung hat nicht nur ein Recht darauf, derartige Informationen zu bekommen, sondern vor allem eine deutliche Warnung: Reisen nach Saudi-Arabien und die Golfstaaten nur wenn unvermeidbar zu unternehmen, insbesondere auch die Umsteigeflughäfen in Dubai, Katar, und Abu Dhabi zu meiden, und schon gar nicht zum Urlaub in die Golfstaaten zu reisen.

Zur Zeit muss – bis zum Beweis des Gegenteils – damit gerechnet werden, dass es Mutationen des Virus gegeben hat, die offenbar zur leichteren Übertragbarkeit, wie jetzt in Südkorea, geführt haben.

Die Ausrottung der Seuche auf der arabischen Halbinsel steht daher mehr denn je auf der Tagesordnung.

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen muss bezweifelt werden, dass die WHO dazu einen signifikanten Beitrag liefern kann.

NACHTRAG 25.6. 2015
Mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer auf 29 gestiegen, die Zahl der insgesamt Infizierten auf 180.

MERS breitet sich jetzt in Korea aus. Erneutes Versagen auch der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Wie gefährlich ist das MERS-Virus wirklich?

Wie gefährlich ist das neue Corona-Virus NCoV?

Vogelgrippe H7N9 in China: Eine neue gefährliche Epidemie?

Zur WHO
Welt-Gesundheitsversammlung in Genf: Der „zahnlose Tiger“ WHO verspricht viel und will mehr Geld
Ebola Epidemie in Westafrika: Wie krank ist die Weltgesundheitsorganisation WHO?
Ebola, Malaria, Medikamentenresistenz und die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Ebola-Epidemie und die Krise im Gesundheitswesen in Westafrika
Antibiotikaresistenz – eine Warnung vom „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO)
WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung

Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

Medikamente ohne Wirkstoffe – ein hochlukratives Geschäft mit tödlichen Folgen
Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ein teurer, bisher zahnloser Tiger im Kampf gegen gefälschte Medikamente