Medizin

Welt AIDS-Tag – Ein Tag wie jeder andere

Dr. Alexander von Paleske —– 3.12. 2014 —— Vorgestern war Welt-AIDS–Tag. Im Mpilo-Krankenhaus in Bulawayo/Simbabwe, meiner Arbeitsstelle ein Tag mit vielen HIV-positiven Patienten in der Ambulanz – wie an jedem anderen Tag.

Wenig Notiz genommen
Vom Welt AIDS-Tag wird mittlerweile hier nur noch wenig Notiz genommen. Die Information über die HIV-Krankheit ist inzwischen weit verbreitet. In praktisch jeder Familie ist bereits jemand an der Krankheit verstorben, bzw. wird mit antiretroviralen Medikamenten behandelt..

Die Behandlung der HIV-Kranken mit antiretroviralen Medikamenten ist etabliert, auch wenn insgesamt in Afrika nur rund 37% der HIV-Patienten die erforderlichen Medikamente bekommen.

Auch die Testung der Schwangeren ist Routine, sofern sie eine Klinik aufsuchen, gefolgt von der Verabreichung antiretroviraler Medikamente an HIV-positive Schwangere, unabhängig vom Immunstatus, um die Transmission des HIV-Virus an das Neugeborene während des Geburtsvorgangs zu verhindern.

So gelang es, die Transmissionsraten, durch die „Prevention of Mother to Child Transmission (PMTCT)“, die ohne diese Massnahme bei rund 40% liegen, auf unter 10% zu drücken.

Verbesserung der Diagnostik
Auch die Diagnostik hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, insbesondere die Bestimmung nicht nur der Zahl der CD4-positiven Lymphozyten, wichtiger Teil der Immunabwehr, die im Laufe der HIV-Krankheit kontinuierlich abnimmt, ist mittlerweile in den grossen Provinzkrankenhäusern möglich, sondern ebenfalls die Viruslast-Bestimmung.

Allerdings hapert weiter die Behandlung von Patienten weitab der Städte. Hinzu kommt der Diebstahl von antiretroviralen Medikamenten durch Krankenhauspersonal, was jüngst in einem auf Al-Jazeera ausgestrahlten investigativen Bericht dokumentiert wurde.

Afrika am stärksten betroffen
Nach wie vor leben 2/3 aller HIV-Infizierten in im Afrika südlich der Sahara. Hier ist – auf hohem Niveau – ein Rückgang der Zahl der Neuinfektionen zu verzeichnen.

Anderswo steigen jedoch die Zahlen deutlich: so in Russland, wo täglich 200 Menschen neu infiziert werden..

Aber auch in Deutschland steigen die Zahlen – auf niedrigem Niveau – kontinuierlich an. Zwar wird den HIV-AIDS-Leugnern, angeführt von dem Kieler Internisten Claus Köhnlein kaum noch Beachtung bei dem Versuch der Verbreitung ihres Unsinn geschenkt.

Gleichwohl hat die Möglichkeit, die Krankheit medikamentös für lange Jahre unter Kontrolle halten zu können zu einer gewissen Sorglosigkeit geführt insbesondere dort, wo Drogen wie Crystal Meth konsumiert werden, wir berichteten darüber.

Das gilt im übrigen mittlerweile auch für China, wie das chinesische Fernsehen heute berichtete.

Aggressivität abgenommen
Interessante Nachrichten gab es: so hat die Aggressivität de Virus durch Mutationen offenbar um 10% abgenommen mit der Folge, dass die Zeit zwischen Infektion und dem Vollbild von AIDS – unbehandelt – von 10 auf 12 Jahre angestiegen ist, wie eine Studie aus Botswana in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford zeigen konnte.


Tuberkulose und Krebs

Jedoch: Im Gefolge der HIV Krankheit hat sich die Tuberkulose drastisch ausgebreitet und mit ihr die medikamentenresistente Tuberkulose, deren Behandlung wesentlich teurer ist, und wesentlich länger dauert, 12-18 Monate, statt der sonst erforderlichen 6 Monate.


Lymphknotentuberkulose. Zusammengebrochene Immunabwehr. Statt käsigem Material werden grosse Mengen an Eiter aspiriert, unter dem Mikroskop übersät mit Tuberkelbakterien (rot)
Fotos: Dr. v. Paleske

Was oft vergessen wird, auch die Zahl der Krebspatienten nimmt im Gefolge der HIV-Krankheit zu, insbesondere das Kaposi-Sarkom und das hochgradig maligne Lymphom.


Kaposi-Sarkom, Hautbefall


Hochgradig malignes Lymphom, Halsbefall

Vielfach scheitert die Behandlung daran, dass die Patienten nicht das Geld für die Krebsmedikamente aufbringen können.

Ein Tag wie jeder andere – In einem Krankenhaus in Simbabwe
Dumela Ngaka – 8 Jahre als Krebsarzt in Botswana – Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Diagnose: Krebs
Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana

Zur Tuberkulose
Tuberkulose, Südafrika und deutscher Journalismus
Tuberkulose – nicht nur am 24.3., dem Welt-Tuberkulosetag
Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

Krieg

Ukraine: Parlamentseröffnung, Milizen, und die Sanktionen gegen Russland

Dr. Alexander von Paleske —– 30.9. 2014 —– Vergangene Woche trat das ukrainische Parlament, die RADA zu seiner ersten Sitzung nach den Parlamentswahlen zusammen.

Parlamentarier in Uniform
Dutzende Parlamentarier traten im Kampfanzug an, darunter die Kommandeure von paramilitärischen Einheiten, so auch der Anführer der faschistischen Azov-Truppe, Andrej Biletzky.

Weitere rechtsgerichtete Figuren waren zu sehen, darunter Dimitri Jarosch.


Die Rada in Kiew ….Kampfanzüge und angedrohte
Faustkämpfe. Screenshot. Dr. v. Paleske

Revolver unter der Bettdecke
Ukraines Präsident, Petro Poroschenko, erklärte anlässlich der Parlamentseröffnung, das Parlament müsse immer mit einem Revolver unter der Bettdecke schlafen. Gleichzeitig versuchte er die Rivalität zwischen ihm und dem „Robespierre der Ukraine“, dem Scharfmacher Arsenij Jazenjuk, zu überspielen.

Wenn es nach Jazenjuk ginge, dann würde alsbald der totale Krieg mit Russland ausgerufen werden. Das Wort Kompromiss existiert in diesem Zusammenhang für ihn nicht, während Präsident Poroschenko, als Klepto-Oligarch, auch seine eigenen wirtschaftlichen Interessen im Auge behält.


Jazenruk (r) und Poroschenko (m) Screenshot: Dr. v. Paleske

Jazenjuk ist im übrigen der Überzeugung, er, und nicht Poroschenko, müsste ukrainischer Präsident sein.

Milizen patrouillieren
Ausserhalb des Parlamentsgebäudes patrouillierten nicht etwa Militär und Polizei, sondern Mitglieder der Freiwilligenmilizen.

Mann zu Mann
Mit gewalttätigen Parlamentsdebatten, an denen schon in der Vergangenheit kein Mangel herrschte , dürfte auch in der Zukunft zu rechnen sein: Die Kommandeure von zwei Freiwilligenverbänden erklärten bereits, sie würden Differenzen „Mann zu Mann“ im Parlament austragen, also mit Fäusten.

Islamisten kein Problem
Offenbar schert sich auch die neue Regierung unter dem alten wie neuen Premier Jazenjuk nicht darum, wie sich diese Milizen zusammensetzen, solange sie den Feind im Osten, gemeint sind die Separatisten und Russland, bekämpfen.

Was sich dort an Gesocks zusammengefunden hat, das zeigte jüngst ein ARD-Bericht: Nicht etwa nur die Faschisten der AZOV-Bande kämpfen dort, das allein ist schon schlimm genug, sondern auch Islamisten unter der schwarzen Fahne des Terror-Islamismus, angeführt von einem islamistischen Kommandeur, der bis vor kurzem seine mörderischen Fertigkeiten in den Dienst der IS in Syrien stellte.

Das Islamisten-Bataillon setzt sich aus Turkmenen zusammen, einer islamischen Minderheit auf der Krim, die Russland bekämpfen, weil Russland umgekehrt Syrien im Kampf gegen die Islamisten unterstützt, und damit bisher verhinderte, dass Syrien ganz in die Hände der Islam-Terroristen fiel.


islamistischer Kämpfer des Turkmenen Bataillons Screenshot: Dr. v. Paleske


Islamisten-Banner in der Ukraine – Screenshot: Dr. v. Paleske

Für die Regierung in Kiew gilt offenbar das Motto. Meines Feindes Feinde sind meine Freunde

Eigentlich sollten im Westen alle Alarmglocken klingen angesichts dieser toxischen Komposition von sogenannten Freiheitskämpfern. Stattdessen werden weiter Milliarden in die Ukraine gepumpt.
Und jetzt soll das Land auch noch in die NATO, sofern eine Volksabstimmung positiv ausfällt.

Ein Boxer und seine Forderungen
Der Boxer und Bürgermeister Kiews, Vitali Klitschko, fordert noch schärfere Sanktionen gegen Russland. Gegenüber der Bild am Sonntag erklärte er:

„Ich finde es unglaublich, dass einigen Wirtschaftsführern in Deutschland Geld offenbar wichtiger ist, als Menschenleben. Wir brauchen noch schärfere Sanktionen. Der Westen hat viel zu spät verstanden dies ist nicht nur ein lokaler Konflikt zwischen der Ukraine und Russland ist, sondern dieser Konflikt geht die ganze Welt an.“

Hier spricht ein Boxer, der einen K.O. Sieg gegen Russland fordert, notfalls unter Welt-Beteiligung. Dass dieser Konflikt nur nach Verhandlungen, unter Beteiligung aller Konfliktparteien, mit einem Kompromiss enden kann, versteht dieser Herr nicht. Und die Gefahren eines Weltkriegs scheinen ihn auch kalt zu lassen.

Es ist höchste Zeit, dass die Konfliktparteien, und zwar alle, sich endlich an einen Tisch setzen, um nach einer Lösung zu suchen.

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Krieg

Die Ukraine, der Maidan und der Katzenjammer der Aktivisten – ein Jahr danach

Dr. Alexander von Paleske ——- 27.11. 2014 ——
Grosse Hoffnungen, die einige der Aktivisten des Maidan vor einem Jahr noch gehegt haben, sind mittlerweile verflogen.

Während im Osten die militärischen Auseinandersetzungen unvermindert weitergehen – mehr als 3600 Tote sind mittlerweile zu beklagen – die Regierung Waffen einkauft, und von einem (utopischen) Sieg redet, statt mit den Rebellen zu verhandeln, stellen Maidan-Aktivisten heute ernüchtert fest: es hat sich wenig geändert.

Unverändert: die Oligarchen
Die Oligarchen füllen sich weiter ungestört und ungeniert die Taschen, offenbar nun auch noch mit EU-Geldern, und das Krebsgeschwür Korruption wuchert unvermindert weiter, beklagte die ehemalige Maidan-Aktivistin Bogdana Babych gestern in einem Interview mit der britischen BBC.

Die wirtschaftliche Lage zeigt derweil keinerlei Anzeichen der Besserung, im Gegenteil! Die ukrainische Währung hat 80% ihres Wertes verloren, die Goldreserven der Nationalbank werden verkauft, auch um Waffeneinkäufe zu finanzieren.

Die Ukraine hängt zunehmend am Tropf der EU. Es stellt sich die Frage, wie lange die EU bereit ist, diesen Augiasstall zu finanzieren, während sie gleichzeitig die von Russland als Antwort auf die von der EU verhängten Sanktionen zu spüren bekommt .


Kaum überraschend

Diese Negativ-Entwicklung kommt allerdings kaum überraschend. Die Maidan-Aktivisten hatten gefordert, die ukrainischen Klepto-Oligarchen aus der Politik auf Dauer zu verbannen, und ihr geraubtes Vermögen einzuziehen.

Die erste Forderung wurde bereits mit der Kandidatur des Klepto-Oligarchen Petro Poroschenko ad absurdum geführt, die letztere Forderung hat sich mit dessen Wahl zum Präsidenten erledigt.
Von ihm zu verlangen, diese Forderungen des Maidan umzusetzen, hiesse, den Bock zum Gärtner zu machen.

Liste der Oligarchen
Folgende Klepto-Oligarchen sind es, die das wirtschaftliche und politische Leben in der Ukraine nach wie vor bestimmen:

1. Rinat Akhmetov geschätztes Vermögen aus den 90er „Raubzügen“: 12,6 Milliarden US Dollar, dazu gehören Bergwerke, Elektrizitätserzeugung und Medien.


Rinat Akhmetov

2. Dimytro Firtash, Tycoon in Sachen Handel mit Erdgas. Geschätztes („geraubtes“) Vermögen: 2,3 Milliarden US Dollar.


Dimytro Firtash

3. Viktor Pinchuk geschätztes Vermögen: 3 Milliarden US Dollar, Hersteller von Röhren zum Gastransport und Medienbesitzer.


Viktor Pinchuk

4. Oleksandr Yaroslavskyi ebenfalls „Raubzugs“-Multimilliardär und in Gas, Chemie, Banken und Immobilien engagiert.


Oleksandr Yaroslavskyi

5. Schliesslich Schoko-Poro, Petro Poroschenko, mittlerweile Präsident der Ukraine, Inhaber der Schokoladenfirma Roshen. Vermögen: Rund 1 Milliarde US Dollar.

Oligarchen fest im Sattel
Diese Klepto-Oligarchen sitzen fest im Sattel und haben, soweit sie Medien besitzen, diese nicht nur benutzt, um seinerzeit zum Sturz der Regierung Yanukovitsch beizutragen, sondern um auch die gerade zurückliegende Parlamentswahl in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Unzureichende Argumente
Insoweit war die gestrige Auseinandersetzung in Bundestag mit dem Vorwurf von Sahra Wagenknecht, die Bundeskanzlerin betreibe Kriegstreiberei und habe den kalten Krieg mit Russland wiederbelebt, zwar zutreffend, aber zu kurz gegriffen.

Darauf, dass sich im Innern der Ukraine im Prinzip nicht geändert hat, die alten Machtstrukturen weiterbestehen, die EU und Deutschland deshalb keine Veranlassung haben, diese Revolution, die keine ist, zu preisen und ihr Milliardenbeträge in den Rachen zu werfen, wurde überhaupt nicht eingegangen.

Die Grünen, in schöner „Selbstbeschränkung,“ konzentrierten sich auf das Thema Klimawandel. Deren Frontmann Hofreiter griff die Klimapolitik der Regierung an – das war‘s. Zu den brandaktuellen Themen Ukraine, Russland, und kalter Krieg fiel ihm offenbar nichts ein.

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medien

ZEIT-Mitherausgeber Josef Joffe und die Satire: im Zweifel verbieten lassen

Dr. Alexander von Paleske ——24.11. 2014 —-


Am 24.3. 2010 veröffentlichten wir einen fiktiven, satirischen Brief des israelischem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an den Mit-Herausgebers der ZEIT, Josef Joffe.

Der fiktive Brief, dessen Inhalt nach wie vor leider hochaktuell ist, hatte folgenden Wortlaut

Lieber Josef,

während meines Aufenthalts in den USA wollte die Gelegenheit nutzen, um Dir zunächst einmal für Deine unermüdliche Israel- Lobbyarbeit zu danken. Eine Kiste Grapefruits als Dankeschön ist unterwegs. Gleichzeitig wollte ich Dir ein Update unserer Politik zukommen lassen.
Mein Besuch in den USA ist, wie Du sicherlich gesehen hast, bisher sehr erfolgreich verlaufen. Insbesondere mein Auftritt vor der AIPAC. Grossen Beifall erhielt ich für meine Schlussbemerkung
,”Wir haben Jerusalem vor 3000 Jahren aufgebaut, wir werden auch jetzt Jerusalem wieder aufbauen”.
Zur Vollständigkeit hätte ich allerdings hinzufügen können,
„Nachdem wir die minderwertigen Palästinenserhäuser abgerissen haben, bzw. deren”Slum- Siedlungen” mit neuen israelischen Upmarket-Stadtteilen umkreist haben bzw.umkreisen werden.“

Palästinenser in Homelands
Unser Plan ist es, die Palästinenser in sehr eng umgrenzte Homelands in der Westbank umzusiedeln.
Als Vorbild für unsere gegenwärtige und zukünftige Politik dient uns dabei die Homelandpolitik des seinerzeitigen Apartheidstaates Südafrika.
Wie ich Dir in unserem letzten Gespräch sagte, wollen wir aber nicht den Fehler der seinerzeitigen Apartheidregierung Südafrikas wiederholen, die Palästinenser einfach von Ost-Jerusalem in diese Westbank- Homelands abzuschieben.
Die Apartheid-Südafrikaner hatten es nämlich seinerzeit verabsäumt, den Ueberschuss, der nicht als Arbeitskräfte Verwendung finden konnte, in die schwarzafrikanischen Nachbarländer wie Angola, Mozambique, Simbabwe, Botswana, Sambia und Lesotho abzuschieben bzw. zu verjagen und so loszuwerden, wo sie dann jeden Tag ihre politischen Parolen hätten rausposaunen können, ohne Schaden anzurichten.
Dieses Versäumnis sollte sich später bitter rächen.


Von Apartheid-Südafrika lernen heisst siegen lernen

Wir haben deshalb aus den taktischen Fehlern Apartheid- Südafrikas gelernt und werden entsprechend unseren bisher geheimgehaltenen Plänen die Palästinenser letztlich zur Abwanderung zwingen.
Nur so wird es uns, verbunden mit einer aggressiven Einwanderungspolitik und Starthilfen für neue jüdische Mitbürger, gelingen, zahlenmässig die Oberhand zu behalten bzw. zu gewinnen.
Die schreckliche Alternative wäre nämlich sonst ein gemeinsamer Staat für Juden und Palästinenser, in dem die nichtjüdische Bevölkerung in der Mehrheit wäre. Ein Alptraum. Das kommt auf gar keinen Fall in Frage.


Wegnahme von Land als Waffe

Als Hebel zur Durchsetzung unserer Politik dient uns die Wegnahme – pardon Zurücknahme – von Ackerland in der Westbank.

Bereits jetzt haben ja die progressiven jüdischen Mitbürger von Gusch Emunim“ schon 50% des Westjordanlandes wieder in Besitz genommen und die arabischen Siedler dort verjagt.
Dann die sukzsessive Verschlechterung der Lebensbedingungen in diesen Homelands/Flüchtlingslagern durch eine konsequente Abschnürungspolitik , wie wir sie bereits gegenüber dem Homeland “Gazastreifen” praktizieren.
Später eventuell verbunden mit der Zusammenfassung (Umsiedlung)der Westbank-Palästinenser in einem Gebietsstreifen ähnlich Gaza, den wir dann, sollte sich die Notwendigkeit ergeben, jederzeit bombardieren könnten.
Dies wird mittel- und langfristig dazu führen, dass die Homelandbewohner für sich und ihre Kinder keine Zukunft mehr sehen, und es vorziehen werden, in benachbarte arabische Länder abzuwandern.

Unser seit biblischen Zeiten
Wer sich über diese Politik aufregt, der versteht offenbar nicht, dass sowohl Israel in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg im Juni 1967, als auch die Westbank und natürlich Ost-Jerusalem seit biblischen Zeiten unser unveräusserbares jüdisches Eigentum sind .
Wer immer danach kam, konnte sich ja an den fünf Fingern ausrechnen, dass wir dieses Land eines Tages zurückfordern würden.
Ersitzung mit der Folge des Eigentumsübergangs von jüdischem Land gibt es nicht, höchstens temporäre Nutzung, die wir jederzeit beenden können, wie wir das bei ca. 50% des Westjordanlandes bereits praktiziert haben.
Insofern ist die Lage völlig anders als bei den Ureinwohnern in Australien oder den Indianern in Nordamerika, die zu Recht von ihrem Land vertrieben wurden, weil sie völlig rückständig waren.

Eine Landrückgabe bei diesen Völkern ist deshalb selbstverständlich ausgeschlossen, auch wenn deren Vertreibung wesentlich kürzer zurückliegt, als die weit über 1000 Jahre der unsrigen.
Ausserdem haben diese Primitiv-Völker, anders als wir, nichts Schriftliches in der Hand, das ihnen die Rückkehr verspricht bzw. prophezeit.

Und die Bibel hat doch recht
Wir hingegen können uns auf die Bibel berufen,, bei deren extensivst-alttestatamentarischer (Falsch)-Interpretation, sich ein solcher Rückgabeanspruch zwingend herleiten lässt.
Wir, als Repräsentanten einer Hochkultur, geniessen eben andere, weitergehende Rechte, als solche Primitivkulturen, das leuchtet eigentlich zwangslos ein.
Nur besonders Böswillige nennen uns deshalb Rassisten oder werfen uns Herrenrasse-Mentalität vor.

Keine Probleme mit US-Präsident Obama
Mit Präsident Obama werden wir wegen dieser Politik keine wirklich ernsthaften Schwierigkeiten haben. Natürlich hatten wir es mit einem Mann wie G.W. Bush wesentlich einfacher, weil der unsere raumgreifende (unsere Gegner nennen es fälschlicherweise aggressive) Politik bedingungslos unterstützte, und ausserdem in jedem Muslim ein potentielles Al Qaida-Mitglied sah.

Obama ist zwar nicht mit Bush vergleichbar, aber er ist auf die Stimmen der Freunde Israels im Kongress und Senat absolut angewiesen, wie sich bei der gerade verabschiedeten Gesundheitsreform deutlich genug gezeigt hat. Er wird sich deshalb hüten, gegenüber uns einen rüden Ton anzuschlagen, oder uns Verhandlungen mit den Palästinensern aufzuzwingen unter deren unakzeptablen Bedingungen.

Die amerikanischen Dollars werden daher weiterhin nach Israel – bedingungslos – rollen.

Hinzu kommt, dass der Angriff gegen den Iran keineswegs ausser Sichtweite ist, mag Obama noch so viele Schalmeientöne in Richtung Iran schicken. Und dann werden wir wieder zusammen Schulter an Schulter stehen.
Deswegen konnte ich bei meinem Besuch in Washington auch so selbstbewusst auftreten und brauchte keinen Jota unserer Politik zur Disposition stellen.


Die Mossad-Pleite von Dubai

Die einzig wirkliche Pleite haben wir eigentlich nur mit dem Mossad erlebt, einstmals ein Juwel von einem Geheimdienst.
Auch im vergangenen Jahr liess sich das zunächst gut an mit der Kaperung der Arctic Sea, die S-300 Abwehrraketen für den Iran geladen hatte. Die vom Mossad angeheuerte und beaufsichtigte Kapercrew aus den baltischen Ländern schaffte es, die Raketen ins Meer zu werfen.

Dank unserer guten Zusammenarbeit mit den westlichen Geheimdiensten hielten deren Regierungen nach der Kaperung still und liessen uns mit der russischen Regierung in der Zwischenzeit verhandeln.

Vielen Dank noch einmal, dass Ihr bei der ZEIT der Sache nicht weiter auf den Grund gegangen seid, sondern die ganze Affäre still beerdigt habt.

Aber in Dubai haben unsere Leute einen Riesenbock geschossen. Alle Miglieder der Mossad-Truppe wurden gefilmt und sind jetzt bei Interpol auf der Fahndungsliste. So eine Blamage. Ich werde in den nächsten Wochen bei diesem Sauhaufen ordentlich aufräumen. Köpfe werden rollen.
Leider wird es immer schwieriger, wirklich intelligente Leute für diesen Dienst zu gewinnen, weil anderswo viel mehr Geld zu verdienen ist, und so bekommen wir oftmals nur 2. Oder 3. Wahl.

So viel erst einmal für heute.

Schalom

Dein Bibi


Josef Joffe …….bis auf die Knochen blamiert

Anwälte Joffes melden sich
10 Tage später erhielten wir folgenden Brief der von Josef Joffe eingeschalteten Anwälte:

Die Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG und deren Herausgeber Dr. Josef Joffe haben uns gebeten, Ihnen wegen der Veröffentlichung unter
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/6256364/
tätig zu werden.

Sie haben hier behauptet, es gäbe den dort veröffentlichten Leserbrief von Benjamin Netanjahu an Zeit-Herausgeber Josef Joffe. Diese Behauptung ist falsch. Nach Deutschem und nach Schweizer Recht sind solche Falschbehauptungen unzulässig. Wir werden unserer Mandantschaft empfehlen, zivil- und strafrechtliche Schritte einzuleiten, falls die entsprechende Publikation nicht spätestens bis zum

6. April 2010

aus dem Internet entfernt ist.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg Nabert
Rechtsanwalt

RAe Senfft Kersten Nabert & Maier

Schlüterstr. 6
2146 Hamburg
Tel. 0049-40-450 24 121
Fax: 0049-40-450 24 141

Unsere Antwort
Wir antworteten darauf wie folgt:

Sehr geehrter Herr Kollege,

Herr Fuchs hat mir Ihre E-Mail weitergeleitet .
Um es kurz zu machen, der Artikel bleibt. Es handelt sich ganz offensichtlich um eine Satire, die kaum als Behauptung aufgefasst werden kann, dieser Artikel sei tatsächlich von Benjamin Netanjahu an Josef Joffe geschrieben worden.. Jeder vernünftige Mensch dürfte das wohl eigentlich schon aus der ganzen Diktion schliessen.

Darüberhinaus heisst es am Ende des Artikels als Verweis: „Mehr Satire zum Thema“

Ausserdem ist der Artikel in dem Online-Magazin unter der Abteilung Satire abgelegt.

Wir beide wissen als Juristen ja, dass Satire unter den Kunstbegriff fällt. Damit geniesst er einen wesentlich grösseren Schutz.

Vielleicht sollten Sie sich der Mühe unterziehen, auch meine anderen satirischen Artikel zu lesen, die fast alle in einer fiktiven Briefform abgefasst sind.

Ich bitte ich um zügige Rückantwort ob Ihre Mandantschaft den Rechtsweg einschlagen will. Ich werde einer juristischen Auseinandersetzung auf gar keinen Fall aus dem Wege gehen, sondern sie notfalls durch alle Instanzen führen.
Nebenbei gebe ich noch folgendes zu bedenken: Sollten Sie tatsächlich den Rechtsweg einschlagen, dann müssen Sie sich auch mit den Folgen negativer Publizität auseinandersetzen.

DIE ZEIT, ein Bollwerk des liberalen Journalismus, will einen satirischen Artikel verbieten? Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass Ihre Mandantschaft das wirklich will.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Alexander von Paleske
Arzt für Innere Medizin, Hämatologie
Leitender Abteilungsarzt
Mpilo-Hospital
Bulawayo/Simbabwe
Ex Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)

Danach hörten wir nichts mehr von diesen Herrschaften, der Artikel blieb selbstverständlich online.

Joffes erneuter Versuch
Nun stellt sich heraus, dass Josef Joffe wieder gegen eine Satire vorgegangen ist:

In einer ZDF-Sendung am 29. April hatten die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner einer Reihe einflussreicher Journalisten, darunter auch Josef Joffe, enge Verbindungen zu transatlantischen Lobby-Organisationen vorgeworfen. Sie verwendeten ein Schaubild, um diese Verbindungen zu belegen.

Der „ZEIT„-Mitherausgeber Josef Joffe warf dem ZDF daraufhin vor, er sei fälschlicherweise mit acht transatlantischen Organisationen in Verbindung gebracht worden. Es waren offenbar „nur“ sieben.

Eine juristische Ohrfeige
Das Landgericht Hamburg hat jetzt das Begehren Joffes auf Unterlassung der Verbreitung zurückgewiesen, Joffe damit eine Art „juristischer Ohrfeige“ verpasst. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht ist zu dem Schluss gekommen, es sei für den Betrachter nicht entscheidend, ob auf dem Bild sieben oder acht Verbindungen aufgezeigt wurden. Darüber hinaus müsse auch der satirische Charakter der Sendung berücksichtigt werden.

Kunstbegriff nicht verstanden?
Es ist schon erbärmlich, dass der Mitherausgeber von Deutschlands führender Wochenzeitung sich derartige verfassungsrechtliche Selbstverständlichkeiten sagen lassen muss, die sich ohne viel Nachdenkens aus der Meinungs-und Pressfreiheit einerseits, und aus der verfassungsrechtlich ebenfalls geschützten Kunst andererseits, ergeben.

Satire fällt unter Kunst, sie lebt von der Übertreibung, das wissen die Leser bzw. Zuhörer. Dort wird und kann nicht mit der strengen Elle der absoluten Genauigkeit gemessen, die für die Pressefreiheit gilt bzw. gelten sollte.

Auch wir bedienen uns des Mittels der Satire in vielen Artikeln, lassen Politiker das sagen, was sie zwar sagen könnten aber lieber nicht sagen, stecken ihnen Formulierungen in den Mund, die sie dann als Heuchler entlarven. Ein wichtiger Beitrag auch zur politischen Meinungsbildung.

Natürlich gibt es auch hier Grenzen, aber die waren zu keinem Zeitpunkt überschritten, weder bei der Satiresendung des ZDF, noch bei unserer Satire.
Josef Joffe hat sich mit seinen fehlgeschlagenen Versuchen, Satire zu verbieten, blamiert – bis auf die Knochen.

Israels Premier Benjamin Netanjahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe

…. und die Antwort von Josef Joffe und der ZEIT
IDeutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire</

SATIRE

Simone Peter vom Parteitag: Mit uns Grünen grenzenlose Freiheit, in den Krieg mit der Bundeswehr, ein wenig gesünderes Essen

Dr. Alexander von Paleske —- 23.11. 2014 ——-
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Simone Peter
Bundesvorsitzende
Bündnis 90 / Die Grünen
z.Zt. Hamburg

Guten Morgen Deutschland,

ich grüsse Euch ganz, ganz herzlich vom Bundesparteitag der Grünen in Hamburg, wo wir schwerwiegende und zukunftsweisende Entscheidungen nach intensiven Beratungen getroffen haben.

Zunächst einmal sind wir sind unter der (nichtssagenden) Formel „mehr Biss“ angetreten. Hiermit ist allerdings nicht die argumentative Wadenbeisserei einer noch so kleinen Oppositionspartei gemeint, solche Zeiten einer Fundamentalopposition aus der Anfangszeit der Grünen Bewegung sind längst Geschichte.


Grüne Parteitags-Leerformel


Bissbereit: Ministerpräsident Kretschmann 21


Bissbereit: Politiker Cem Özdemir

Konstruktive Opposition
Vielmehr sind wir die hochkonstruktive Opposition, ständig hufescharrend bereit, Regierungsmitverantwortung zu übernehmen.

Das erbärmliche Obstruktionsgeschäft, das ständige Nein, z.B. zum (sinnlosen) Afghanistankrieg überlassen wir den Linken.

Wir robben uns in die Mitte, arbeiten darauf hin, nicht nur wie jetzt in sieben Landtagen in die Regierungsbrote zu beissen, sondern gerade auch im Bund.

Entsorgung vor Mitverantwortung
Natürlich müssen wir, so wie die Grünen in Hessen, unsere Grün-Vorstellungen weitgehend entsorgen, bevor wir ins Regierungsboot steigen, was sich am deutlichsten im Koalitionsvertrag zeigt, beispielsweise in Sachen Massentierhaltung, wo eigentlich nur bla bala dazu drinnen steht.


Koalitionsvertrag: zum Thema Massentierhaltung nur Bla Bla

Beispielhaft auch unser tüchtiger Kretschmann in Stuttgart, für den Stuttgart 21 natürlich längst kein Thema mehr ist, vielmehr das Schulterreiben mit den Vorständen der Grossfirmen absolute Priorität hat.

Benebelung per Freiheitsbegriff
Ein Weg zur Aufpeppung unserer Wahlergebnisse dorthin ist es, die deutsche Volksgemeinschaft mit unserem Neuen Freiheitsbegriff zu benebeln. Die Wähler sollen glauben, aus der grünen Verbotspartei hätte sich einen neue Freiheitspartei entwickelt.


In Memoriam: Unser Freiheitskongress im September 2014 in Berlin“ ……. im Wilden Westen muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…..

Während früher der Eindruck war, bei den Grünen ist alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, so ist es jetzt genau umgekehrt.

Natürlich war das ja schon für die Vergangenheit falsch, denn in Sachen Pädophilie hatten wir ja schon seinerzeit die Meinung vertreten, es ist alles erlaubt. Wir haben dann eine Kommission zur Vergangenheitsaufarbeitung eingesetzt, die jetzt ihren Bericht vorgelegt hat.

Allerdings hat sich unser Bilderberger Jürgen Flaschenpfand -Trittin, einst Unterzeichner eines Papieres, das den Sex mit Kindern absegnete, natürlich nicht bereit erklärt, auf dem Parteitag dazu sich selbstkritisch zu äussern. Diese unerfreuliche Arbeit hat er mir überlassen. Mir gegenüber erklärte er, dass dies ja schon so lange her sei, also verjährt, und ausserdem sei die neue Politik der Grünen:

„Wer über die Vergangenheit zu Gericht sitzt, der verliert die Zukunft“

Richtig!

Frieden durch Krieg
In Sachen Friedenspolitik hatten meine Kollegin, die abgebrochene Theologiestudentin Katrin Göring-Eckardt, aber auch unser Flugmeilen-Bonusspezialist Cem Özdemir, bereits hervorragende Vorarbeit geleistet.

So hatte die Katrin frech und unwidersprochen behauptet, die Grünen seien noch nie eine Heimat für Pazifisten gewesen, und dabei glatt unterschlagen, dass die Grünen aus der Friedensbewegung hervorgegangen sind, also auf die Vergesslichkeit bzw. Unwissenheit unserer grünen Freunde spekuliert.

Cem Özdemir wiederum hat sich für Waffentransporte in das Spannungsgebiet Irak stark gemacht, ganz auf der Linie der Grossen Koalition.

Selbstverständlich fehlte jegliche Aufarbeitung, wie es überhaupt zu der Eskalation in Syrien und im Irak kommen konnte, und wer dafür die Verantwortung trägt:

– wie der Westen vor drei Jahren im Syrienkonflikt kräftig Öl ins Feuer goss, und die Absetzung Assads binnen Wochenfrist in Aussicht stellte, statt zusammen mit Assads Verbündetem Russland gemeinsam über eine Konfliktlösung zu reden.

– Dass der Bürgerkrieg im Irak eine Folge des Einmarsches der USA im Jahre 2003 unter Lügen war, und nach dem Abzug die brutale Unterdrückung der sunnitischen Minderheit durch die schiitische Regierung unter Malaki weiter das Feld für ISIS bereitete.

– Deutschland deshalb nicht die geringste Veranlassung hat, mit der Bundeswehr diese Suppe auszulöffeln die die USA und die Koalition der Willigen sich dort eingebrockt haben.

– wie der Westen kräftig mithalf, in Libyen Gaddafi zu verjagen, und als Folge einen permanenten Bürgerkrieg ermöglicht hat, in dem die al Qaida- und IS-Radikalislamisten langsam die Oberhand gewinnen

Solche Diskussionen haben auf unseren Parteitagen nichts zu suchen, sie stören nur die Harmonie.

Klare Kante im Ukraine-Konflikt
Im Ukraine-Konflikt haben wir eine klare Meinung, sie entspricht der „Hau den Lukas“-Politik der Bundesregierung.

Thesen, wie sie der Altkanzler Helmut Schmidt oder der ehemalige Aussenminister Hans-Dietrich Genscher vertreten
, werden bei uns in der Rubrik „Greisengerede“ abgehakt.

Unser Aussenpolitik-Fachmann Sarrazin hat dazu treffend festgestellt, dass der Ex-Kanzler Schmidt nicht nur seine Lunge durch Zigaretten ruiniert, sondern mit seinem Gerede zum Ukraine-Konflikt auch noch seinen Ruf.

Richtig!

Radikale Worthülsen zur Massentierhaltung
Was die Massentierhaltung angeht, da lassen wir uns in unserem Wortradikalismus von keiner Partei überbieten, jedenfalls solange wir keine Regierungsmitverantwortung tragen. Dort wo wir sie tragen, wie im Eldorado der Massentierhaltung, ich meine Niedersachsen, bleibt natürlich entweder alles beim alten, oder die Massentierhaltung wird noch ausgeweitet.

Alles in allem war das ein herrlicher, harmonischer, erfolgreicher zukunftsweisender Bundesparteitag.

Ganz herzliche Grüsse

Gute Nacht Deutschland

Eure Grünen-Frontfrau
Simone Peter

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Unkategorisiert

Fäkaliensprache, Aggressivität, Schmutzkampagne: Uber unter allem

Dr. Alexander von Paleske —– 19.11. 2014 —-
Vom „Arschloch Taxi“ in der Beschreibung der Konkurrenten, bis zur Erwägung einer Schmutzkampagne gegen Uber-kritische Journalisten und Blogger: Uber hat vieles zu bieten, aber kein wirklich innovatives Geschäftsmodell, das – abgesehen von Uber – der Gesellschaft nützt.


Uber ……..Fäkaliensprache und Schmutzkampagne

Vom Autobesitzer zum Kleinstunternehmer, dank Uber
Uber ist als sogenannte Start-up Firma aus den USA auch nach Europa geschwappt. Aber anders als mit vielen anderen Start-up Firmen, die eine Innovation zu bieten hatten, ist Uber einfach der Versuch, Autobesitzer zu Kleinstunternehmern zu machen, die im Personenbeförderungsgewerbe den Taxis und Mini-Cab-Unternehmern massive Konkurrenz machen. Unternehmen, die in Deutschland Steuern zahlen und den Angestellten die gesetzliche vorgeschriebenen Mindestlöhne zahlen.

Uber tritt bei diesem neuen Geschäftsmodell als Vermittler auf, ohne grösseres Unternehmerrisiko, und die Unternehmenszentrale für Europa ist in den Niederlanden angesiedelt, einem Steuersparparadies für Unternehmenssteuern, wie schön..

Das Geschäftsmodell, das bei Uber ordentlich die Ladenkasse klingeln lässt – 20% für jede Vermittlung – lebt von der Deregulierung, und von den Kleinstunternehmern, welche die gesamten Vorhaltekosten tragen. Ein Geschäftsmodell namens Selbstausbeutung, das von US-Multi-Level-Marketing Firmen wie Herbalife, Amway und anderen nur allzu bekannt ist.

Gleichzeitig versucht die Firma, die ihnen entgegenstehenden Gesetze, wie in Deutschland das Personenbeförderungsgesetz, als antiquiert, als überholungsbedürftig darzustellen, und sich und seinen Kleinstunternehmer eine Art „uneigennützigen Heiligenschein“ aufzusetzen.

Aussteigen ohne zu bezahlen
Motto: „Man kann aussteigen ohne zu bezahlen“, wie der Uber-Deutschland-Chef Fabien Nestmann in einem Interview mit ZEIT-online kürzlich erklärte.

Weiter führte er auf Vorhalt, es handele sich bei seinen Fahrern um nichts anderes als Personenbeförderungsgewerbe, folgendes aus:

In den vergangenen Jahren haben sich die Grenzen verschoben. Es gibt nicht nur Arbeit und Freizeit. Neue Technologien ermöglichen es uns, auch in unserer Freizeit und mit unseren Freizeitbeschäftigungen Geld zu verdienen. Ich erziele einen eigenen Nutzen, gebe anderen aber auch etwas. Wir stellen die notwendige Plattform bereit, damit beide Seiten zueinander finden“.

Natürlich wirft der Uber-Mann hier mit Nebelkerzen. Es handelt sich bei den Uber-Fahrern um Freizeit, die dank Uber in Arbeitszeit verwandelt werden kann, nichts anderes.

Personenbeförderung von A nach B, nicht zu vergessen die Wartezeiten, auch die lassen sich kaum als angenehme Freizeitbeschäftigung bezeichnen.

Die Uber Fahrer sind auch keineswegs betuchte Personen, die sich darauf freuen, mit dem Fahrgast ein nettes Erlebnis-Gespräch zu führen, sondern oft genug Personen, die auf diese Nebeneinkünfte dringend angewiesen sind. Nicht anders als beim Multi-Level-Marketing auch. Nebeneinkünfte, die – nach Abzug der Vorhaltekosten – nicht selten kaum an den Mindestlohn heranreichen.

Nach den Fäkalienworten die Schmutzkampagne?
Nachdem der Uber Chef die Fäkaliensprache zur ungerechtfertigten Diskreditierung seiner Taxi-Konkurrenten benutzte, hat nun der Uber-Top-Manager Emil Michael mit der Spitzelkelle nachgelangt. Er dachte laut darüber nach, Spezialisten anzuheuern, um das Privatleben missliebiger Kritiker, also Journalisten und Blogger, ausforschen zu lassen und dann mit Schmutz zu werfen.

Es zeigt sich mit aller Deutlichkeit: Diese Firma schreckt offenbar vor gar nichts zurück.

Nein, das Personenbeförderungsgesetz muss nicht an die hufescharrenden Uber-Tausendsassas angepasst werden, sondern das Gesetz sollte umgekehrt strikt eingehalten und voll angewendet werden. Mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

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Krieg

Die Ukraine rüstet auf, Europa zahlt, Poroschenko droht – und die Gefahr eines grossen Krieges wächst

Dr. Alexander von Paleske — 17.11. 2014 —– In der Presse war am 14.11. 2014 die folgende Meldung zu lesen:

Mit einer Militärreform will die ukrainische Führung dem Kampf gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes neue Impulse verleihen. Moderne Waffen und ein neues Führungssystem der Streitkräfte kündigte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk am Freitag Agenturen zufolge in Kiew an. Allein in der vergangenen Woche hatte die Ukraine nach Angaben aus dem Innenministerium 65 Millionen Dollar für Waffen ausgegeben.

Was der Artikel nicht sagt: Die Mittel zur Aufrüstung stammen aus den umfangreichen Krediten, welche die EU ihrem frisch assoziiertem Mitglied gewährt hat.

Hoher dreistelliger Millionenbetrag
Die Aufrüstung alleine dürfte in den nächsten Wochen und Monaten das ukrainische Staatsbudget im hohen dreistelligen Millionenbereich belasten.

Eine Aufrüstung betrieben von einem Land, das technisch bankrott ist, und nur am Tropf der EU überlebt.

Die EU-Überweisungen an die Ukraine dürften sich in den nächsten 12 Monaten insgesamt im zweistelligen Milliardenbereich bewegen.

Schlimmer noch: Das Duo Poroschenko / Jazenjuk betreibt die Aufrüstung, um die Rebellen im Osten der Ukraine zu besiegen. Dort stehen mittlerweile aber auch russische Panzer, schwere russische Artillerie und Flugabwehrraketen. Ausserdem liess Putin in einem Interview mit der ARD verlauten, Russland werde nicht ruhig zusehen, sollte die Ukrainische Regierung ihre Angriffe im Osten verstärken.


Russische Panzer in Donezk. Screenshot: Dr. v. Paleske

Gegner: Russland
Mit anderen Worten: Die Gegner dort sind nicht mehr allein die Separatisten, sondern Russland. Der ukrainische Präsident Poroschenko erklärte vollmundig, er habe vor einem Krieg mit Russland keine Angst.

Unsere Armee ist in einem wesentlich besseren Zustand, als noch vor fünf Monaten, und wir haben die Unterstützung aus der ganzen Welt. Unsere Soldaten zeigen, dass sie unser Land verteidigen können.“

Poroschenkos Kalkül
Nur ein Narr kann glauben, die Ukraine – selbst nach der Aufrüstung der ukrainischen Armee – könnte Russland dort, bzw. auf der Krim, eine Niederlage beibringen.

Das Kalkül des ukrainischen Regierungs-Duos ist zweierlei: Durch die Eskalierung des Konflikts die EU zu weiteren massiven Hilfszahlungen zu veranlassen, und letztlich die NATO in den Konflikt mit hineinzuziehen.

Ermutigt fühlen dürfte sich das ukrainische Regierungs-Zweiergespann in diesem Vorgehen durch die Ankündigung grosser NATO Manöver, an denen Zehntausende Soldaten teilnehmen sollen.

Dass die NATO offenbar glaubt, mit derartigen Truppenmanövern die russische Regierung beeindrucken zu können, ist eine grobe Fehleinschätzung. Es besteht gleichwohl die Gefahr, dass der Konflikt eine Eigendynamik entwickelt, die schliesslich an den Rand eines Atomkriegs führen könnte.
Daher ist es allerhöchste Zeit, die Regierung in Kiew notfalls mit finanziellem Druck an den Verhandlungstisch zu zwingen, statt noch mehr Öl ins Feuer zu kippen.

Bundeskanzlerin Merkel hat sich am Rande des G-20-Gipfels in Brisbane/Australien mit Russlands Präsidenten Putin zu einem mehrstündigen Gespräch getroffen. Solange sie jedoch nicht zur Kenntnis nehmen will, dass Russland – selbst mit schärferen Sanktionen – nicht gezwungen werden kann, sich der Ostukraine zurückzuziehen, bzw. die Unterstützung der Rebellen aufzugeben, sondern nur eine umfassende, alle Seiten befriedigende Verhandlungslösung den Konflikt lösen kann, so lange können solche Treffen keine Resultate erbringen.


Putin in Brisbane ….keine Einigung mit Angela Merkel
Screenshot: Dr. v. Paleske

Derweil läuft die Zeit ab, eine vernünftige Lösung in diesem Konflikt zu finden.

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Medizin

Aussitzen, Ausschwitzen, kein Drang zur Aufklärung: die Skandal-Uniklinik Freiburg/Breisgau

Dr. Alexander von Paleske —- 13.11. 2014 —
Die Universitätsklinik Freiburg/Breisgau braucht sich über etwas nicht zu beklagen: Einen Mangel an Skandalen. Was aber noch viel schwerer wiegt: Die Unwilligkeit oder Unfähigkeit, diese Skandale angemessen aufzuarbeiten, vor allem die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Wie sich zeigt, sitzen die Verantwortlichen für die Aufarbeitung, besser gesagt: die fehlende Aufarbeitung offenbar nicht allein in der Verwaltung der Uniklinik Freiburg selbst.

Siegel der Skandal-Uniklinik

Die Chronique scandaleuse – soweit Skandale dort überhaupt das Licht der Öffentlichkeit erblickten – ist lang, und sie spielten sich fast alle während der letzten 15 Jahre ab:

Der Skandal in der Hämatologie/Onkologie
Die umfangreichen Wissenschaftsfälschungen in der Abteilung Hämatologie / Onkologie durch den Oberarzt und Professor Friedhelm Herrmann. Es handelte sich um den bis dato grössten bekannt gewordenen Wissenschafts-Betrugs-Skandal in Deutschland.

Damaliger Chef der Abteilung: Professor Dr. med. Roland Mertelsmann.

Eine Untersuchungskommission unter dem Juristen Prof. Albin Eser kam zu dem Ergebnis:

„schwere Versäumnisse, Leichtfertigkeit, grob fahrlässige Verletzung von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, fehlende Glaubwürdigkeit“.

,Ein Disziplinarverfahren gegen Mertelsmann wurde gar nicht erst eingeleitet. Trotz dieser unglaublichen Wissenschaftsbetrügereien in seiner Abteilung durfte er bis zu seiner Pensionierung unbehelligt im Amt bleiben.

Der Friedl-Skandal
Der Skandal um den Unfallchirurgen Professor Hans Peter Friedl, Inhaber einer extrem langen Publikationsliste, die mit offenbar dünner klinischer und operativer Erfahrung korrelierte.

Der Uniklinik Hamburg kam diese lange Publikationsliste verdächtig vor, und sie lehnte deshalb seine Berufung auf einen Lehrstuhl für Unfallchirurgie ab. Die Uni-Klinik Freiburg empfing ihn jedoch mit offenen Armen, eine krasse Fehlentscheidung, wie sich alsbald zeigen sollte.

Zu der langen Publikationsliste gesellte sich nach Amtsantritt dann eine lange Liste von angeblichen und nachgewiesenen Behandlungsfehlern, bis schliesslich die Klinik ihn vom Operationstisch verbannte und ein Rattenschwanz von Prozessen folgte.

Im Strafprozess zur Last gelegt wurden ihm rund 90 angebliche Verfehlungen, dazu auch noch angebliche Anweisungen an Mitarbeiter, Operationsberichte zu fälschen.

Mildes Urteil auch dank verschwundener Akten
Im Februar 2003 verurteilte ihn das Landgericht Freiburg wegen einer vorsätzlichen und drei fahrlässigen Körperverletzungen zu einer Geldstrafe von 24.300 Euro (270 Tagessätze). Die Staatsanwaltschaft hatte ein dreijähriges Berufsverbot und zwei Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung, gefordert. Strafmildernd hatten die Richter unter anderem gewertet, dass wesentliche Akten der Klinik zu den gravierendsten Anschuldigungen verschwunden waren.

Es sollten nicht die letzten Akten sein, die in der Uni auf „unerklärliche Weise“ verschwanden, sei es dauernd, sei es vorübergehend.

Statt Disziplinarverfahren: Goldener Handschlag
Zwar wurde gegen Friedl nun die Einleitung eines Disziplinarverfahrens geprüft, das seine zwangsweise Entfernung aus dem Beamtendienst ohne Bezüge zum Ziel haben sollte. Ein hierzu als Untersuchungsführer eingesetzter Richter eines anderen Gerichts kam aber nach sechsjährigen (!) Ermittlungen zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass, aufgrund des milden Landgerichtsurteils, und der hohen Hürden des baden-württembergischen Disziplinarrechts, es der angestrebten disziplinarischen Entlassung an Erfolgsaussicht mangele.

Anfang 2009 schloss die Landesregierung als Dienstherr einen Vergleich: Dem zufolge schied Friedl auf eigenen Antrag gegen Zahlung einer Abfindung von 1,98 Millionen Euro und Einstellung aller anhängigen Verfahren aus dem Beamtenverhältnis aus. Mit der Abfindung durch die Uniklinik seien entgangene Einkünfte aus der Behandlung von Privatpatienten und Pensionsansprüche abgegolten.

Bei so vielen angeblichen Verfehlungen schliesslich ein „goldener Handschlag“ – ein disziplinarrechtlicher Handkantenschlag hätte wohl eher angestanden. Um die Auszahlung des Geldes wird immer noch vor den Gerichten gerungen.

Plagiat-Dickhuth
Aber auch gegen den prominenten Freiburger Sportmediziner Professor Hans-Hermann Dickhuth hagelte es Plagiatsvorwürfe.
Die Plagiatsvorwürfe, die schliesslich zur Aberkennung der Habilitation Dickhuths führten, wurden von einer Dame namens Letizia Paoli erhoben, die in einem weit grösseren Skandal ermittelte, dem sogenannten Doping-Skandal, auch der – wie sollte es anders sein – in der Uniklinik Freiburg angesiedelt.

Der Doping Skandal
Angefangen hatte es mit dem Skandal um das Doping rund um das Team Telekom/T-mobile, .
Nachdem dieser Skandal durch Recherchen des SPIEGEL im Jahre 2007 aufflog, versuchte die Uni ihren eigenen Augiasstall mit zwei Kommissionen zu säubern, aber, wie aus bisherigen Erfahrungen nicht anders zu erwarten, legte diese einen ersten, absolut dürftigen Abschlussbericht vor, der alle Verantwortlichen an der Klinik exkulpierte.
.
Eine Mafia-Spezialistin ermittelt
Das änderte sich jedoch, als ein krankheitsbedingter Wechsel des Kommissionsvorsitzes anstand: nunmehr übernahm die Kriminologin an der Universität Leuven und Mafia-Spezialistin Prof. Letizia Paoli den Vorsitz, und ermittelte sofort und gründlich in alle Richtungen.

Das war bitter nötig, denn die Abteilung Sportmedizin der Uniklinik Freiburg war unter dem Professor Joseph Keul offenbar zu einem Doping-Eldorado degeneriert.

Keul spielte den Doping- Ideologen, den Doping-Verharmloser, den Herold gegen schärfere Anti-Doping Gesetze, und den ärztlichen Betreuer deutscher Olympiamannschaften. So war er bestens mit dem NOK vernetzt, und mit vielen Politikern des Landes und des Bundes..


Joseph Keul ……..Doping Ideologe und Verharmloser des Dopings

Ein Doping-Duo infernale
Alles in trauter Zusammenarbeit mit dem Freiburger Professor Armin Klümper, seines Zeichens Sport-Traumatologe.

Was im Sport Rang und Namen hatte, kam zu ihm in die Sprechstunde .
Beide zusammen Keul und Klümper, spielten offenbar die Rolle eines Doping-Duo-Infernale.
Das Aushändigen dieses Doping Teufelszeugs besorgten offenbar deren „Büttel“, die Klinikärzte Schmidt, Heinrich und Huber.

Joseph Keul, der Grossmeister der Doping-Verharmlosung, verstarb hochgeehrt im Jahre 2000.

Auch nach der Pensionierung Keuls, dopte Klümper in Freiburg weiter. Die auch von ihm „betreute“ Spitzensportlerin Birgit Dressel , vollgepumpt mit Medikamenten, (101 Medikamente, 400 Injektionen) verstarb 1987, aber auch das hinderte Klümper nicht daran, weiterzumachen.


Spitzensportlerin Birgit Dressel …. „betreut“ von Prof. Klümper. Tod nach 101 Medikamenten und 400 Injektionen.


SPIEGEL 37/1987

Auch der Kugelstosser Ralf Reichenbach war gedopt und starb vermutlich an den Spätfolgen


Erst 1997 war Schluss , nachdem die Spitzensportlerin Birgit Hamann mit ihren Enthüllungen, sie sei von Klümper ohne ihr Wissen vollgedopt worden, Klümper als rücksichtslosen Doper entlarvte.

Kommentar des Sprinters Manfred Ommer: Klümper war der grösste Doper dieses Planeten.

Klümper verliess die Skandalklinik, und zog sich – unbehelligt versteht sich – nach Südafrika zurück, wo er sich dem Bücherschreiben widmete. Wie schön.

Die Aufarbeitung
Weit gewichtiger allerdings: Wie gingen die Universität, die Universitätsklinik und das Ministerium in Stuttgart mit den Skandalen um?

Und da zeigt sich mit erschreckender Deutlichkeit – wie auch in den anderen beschriebenen Fällen – die Tendenz: Offenbar kein Interesse an umfassender Aufklärung. Motto offenbar: Augen zu und durch.

Paoli will das Handtuch werfen
Die Kriminologin Paoli als Leiterin der Kommission war dabei, in mühevoller Kleinarbeit ein ganzes Mediziner-„Rattennest“, einen „Doping-Saustall“ auszumisten, wobei einige der angeblichen Übeltäter aber nicht mehr leben, bzw. schon die Uniklinik verlassen hatten. Jedoch: Die Querverbindungen der Freiburger Doping-Crew sollen nicht nur bis in die seinerzeitige Landesregierung gereicht haben, sondern auch weit hinein in den Deutschen Sport und dessen Verbände.


Prof. Letizia Paoli ……..mit Rücktritt gedroht

Wie nicht anders zu erwarten, ging das alles offenbar der Uniklinik Freiburg viel zu weit, jedenfalls hatte die Justiziarin der Uni, eine Ursula Seelhorst, kartonweise wichtige Akten für mehrere Jahre bei sich zu Hause „gebunkert“, Schreiben der hartnäckigen Aufklärerin Paoli an die Klinikleitung bzw. das Rektorat der Universität wurden offenbar entweder gar nicht, oder erst mit deutlicher Verzögerung beantwortet.

Und nun verlangte der Rektor der Uni Freiburg, Hans-Jochen Schiewer, auch noch unverzüglich einen Abschlussbericht, während Paoli mitten in der „Ausmistung“ steckte. Entnervt drohte sie mit Rücktritt.

Nachdem SPIEGEL, ZEIT und Badische Zeitung erneut über diesen nicht enden wollenden Skandal berichtet hatten, griff die Landesregierung in Stuttgart ein. Paoli bleibt – vorerst jedenfalls.

Pikanterweise wurde auch von Dritter Seite gegen den ebenfalls drängelnden Medizin-Dekan Prof. Jörg Rüdiger Siewert der Verdacht geäussert, er habe ebenfalls in seiner Habilitationsschrift „plagiatiert“.

Rechtsaufsicht statt Schlichtung
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat die Kriminologin Paoli und Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer zu einem erneuten Schlichtungsgespräch eingeladen. Zur Debatte stehen Termine am 1. oder 15. Dezember. Für die Ressortchefin sei „zielführend, dass dieses Gespräch ohne Vorbedingungen und mit allen Beteiligten gemeinsam stattfindet“.

Hier gibt es wohl nichts zu schlichten, sondern die Landesregierung sollte im Rahmen der Rechtsaufsicht endlich hart durchgreifen, und dafür sorgen, dass dort die Mafiaexpertin Paoli ihre Arbeit ungestört zu Ende führen kann.

Mehr noch: dass aus dem Bericht die nötigen Konsequenzen gezogen werden, ohne Ansehen von Personen, und nicht wieder alles ausgesessen und ausgeschwitzt wird.

Der Verfasser ist Internist/Hämatologe und leitender Arzt, ausserdem ehemaliger Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M).

Sinkende Bereitschaft zur Organspende und Vertrauensverlust: Die Folgen der Ärzteskandale in Deutschland

Zur Lage im deutschen Gesundheitswesen:

Kürzen und Schliessen – das Programm der Gross(artig)en Koalition im Gesundheitswesen

Arzt zu Schmerzensgeld wegen Verletzung der Aufklärungspflicht verurteilt – richtiges Urteil?
Ärzte und Medizinzeitschriften als „Prostituierte“ der Pharmaindustrie?

Siehe auch die informativen ZEIT-Artikel:

Klappe halten und wegsehen ZEIT vom 20.9. 2012 S. 32

Das Ende der Schweigepflicht ZEIT vom 15.5. 2012

medien

Die SPIEGEL-Krise steuert ihrem Höhepunkt entgegen

Dr. Alexander von Paleske —– 9.11. 2014 —-
In der vergangenen Woche hielt der SPIEGEL Chefredakteur Wolfgang Büchner eine Rede auf der Feier zum 20-jährigen Bestehen von SPIEGEL-online .


Wolfgang Büchner …………. Ablösung gefordert

Letzte Rede als SPIEGEL Chefredakteur?
Es könnte seine letzte Rede dort gewesen sein, auch wenn Jakob Augstein, Sohn des SPIEGEL– Gründers Rudolf Augstein, sie auf TWITTER eine „kluge Rede“ nannte, denn mittlerweile haben 91% der Redakteure von SPIEGEL-Print ihrem Chefredakteur das Misstrauen ausgesprochen, im Klartext: Seine Ablösung gefordert.

Der Text :

Die Redakteurinnen und Redakteure des SPIEGEL sind in großer Sorge um die Zukunft des Verlages. Das wirtschaftliche Umfeld, die Umstellung auf den Erscheinungstermin Samstag sowie die Suche nach einem schlüssigen Konzept zur digitalen Zukunft des SPIEGEL und zur Kooperation der Redaktionen von SPIEGEL, SPIEGEL Online und SPIEGEL TV stellen das Haus vor große Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund können die Redakteurinnen und Redakteure des SPIEGEL ihre Aufgaben nur dann erfüllen, wenn sie von einem Chefredakteur geführt werden, der das Vertrauen aller Gesellschafter sowie der Redaktion in seine journalistische und strategische Führungskompetenz genießt. Nun aber gibt es beim SPIEGEL ein offensichtliches Führungsvakuum, nicht zuletzt nachdem öffentlich geworden ist, dass die Gesellschafter bereits Gespräche zur Nachfolge Wolfgang Büchners geführt haben. Das lähmt die redaktionelle Arbeit und verhindert dringend notwendige Entscheidungen. Die Redakteurinnen und Redakteure des SPIEGEL rufen die Gesellschafter daher auf, diesen Schwebezustand unverzüglich zu beenden.“

Cash Cow und ihre Probleme
SPIEGEL-Print ist nach wie vor die Cash Cow des SPIEGEL-Verlags, die Einnahmen aus SPIEGEL-Online sind demgegenüber vergleichsweise gering. das könnte sich nur signifikant ändern, wenn über SPIEGEL-Online auch Hundefutter und Dampferfahrten verkauft werden.

Gegen die Mehrheit der Print-Redakteure kann der SPIEGEL nicht handlungsfähig bleiben, deshalb gibt es kurzfristig wohl nur einen Ausweg: Büchner den Laufpass zu geben.

Büchner hatte sich seine Meriten vor allem durch die Re-Organisierung der Deutschen Presse Agentur (dpa) erworben, ein Nachrichtensammler. Ihm fehlte jedoch die langjährige journalistische Erfahrung in einem Medium wie SPIEGEL-Print
.

Das wäre vielleicht in einer geruhsamen Phase der Medienlandschaft noch gut gegangen, nicht jedoch in der Zeit des Umbruchs, in der alle Printmedien unter Druck stehen, und teils massive Auflagenrückgänge zu verzeichnen haben, der SPIEGEL davon nicht ausgenommen.

Aber Büchners Konzept war nicht die inhaltliche Neuausrichtung des schlingernden Dampfers SPIEGEL, also die Neuausrichtung auf die Gebiete investigativer Journalismus und tiefschürfende Hintergrund-Informationen, sondern die Reorganisation zwischen Print und Online.


Gut für DPA – nicht ausreichend für SPIEGEL

Das, was für einen Nachrichtensammler wie DPA adäquat war, das war für den SPIEGEL-Print in diesen schwierigen Zeiten offenbar völlig ungenügend.

Und dann machte Büchner noch drei Fehler:

– Er berief den Leiter der Hauptstadtredaktion des „Drecksblattes“ BILD, Nikolaus Blome, zu seinem Stellvertreter.

– Er wollte die Ressortleiter-Stellen ausschreiben lassen, offenbar um ihm unbequeme Ressortleiter loszuwerden. Wirtschaftschef Armin Mahler und Kulturchef Lothar Gorris wollte er unverzüglich aus dem Hause drängen – ohne Begründung versteht sich.

– Dann holte er auch noch einen weiteren BILD-Mann namens Torsten Beeck in die Chefetage,

Vertrauen zerstört
Damit hatte Büchner erfolgreich das Vertrauen der Redaktion in ihn zerstört. Mittlerweile schiesst sich auch der Betriebsrat auf ihn ein.

Die Abberufung Büchners dürfte damit kaum noch aufzuhalten sein, der Niedergang des SPIEGEL jedoch nur, wenn ein Chefredakteur berufen wird, der mehr zu bieten hat als eine Neuorganisation der Zusammenarbeit bzw. Verzahnung zwischen SPIEGEL-Print und SPIEGEL Online unter der griffigen Bezeichnung SPIEGEL 3.0.

Wird die BILD-Zeitung zur Journalistenschmiede? – Noch ein BILD-Mann zum SPIEGEL
SPIEGEL-Chefredaktion: der nächste bitte?
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Günter Wallraff als Paketzusteller – eine persönliche Anmerkung
Zensur bei Spiegel-Online – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Unkategorisiert

Der Mauerfall 1989, Wolf Biermann und Michail Gorbatschow, eine Spendensammlung die nicht stattfand, und neue Mauern

Dr. Alexander von Paleske —– 8.11. 2014 ——
Wolf Biermann, eingeladen zur Feierstunde im Bundestag anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls, liess eine Spendendose, nein, einen Spendenkübel im Bundestag herumreichen: Spenden für die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). Eine Organisation, die an vorderster Front in Westafrika gegen die Ausbreitung der Ebola-Epidemie kämpft.

Gleichzeitig ein Aufruf, die Mauern des Desinteresse an der Tragödie dort und in anderen Teilen Afrikas, wie dem Südsudan, niederzureissen.

Schliesslich ein Aufruf an die Politiker, endlich mehr medizinisches Personal und Hilfsleistungen bereitzustellen, gerade auch im Hinblick auf die lächerliche Hilfe, die Deutschland bisher geleistet hat.

Keine Spendensammlung
Die Spendensammlung fand natürlich nicht statt, Wolf Biermann sang auch kein Lied über die von der Ebola-Epidemie betroffenen Familien, und die vielen Tragödien, die sich dort abspielen. Er rechnete stattdessen mit der Partei Die Linke ab.

Es war die „Rache des kleinen Mannes“, mit der Biermann der Nachfolgeorganisation der SED, die ihn 1976 aus der DDR ausgebürgert hatte, eins auswischen wollte..


Wolf Biermann …Eklat im Bundestag.
Screenshot: Dr. v. Paleske

Einen Eklat hat er damit herbeigeführt, ein folgenloser Eklat allerdings, der vor allem Schadenfreude bei den Abgeordneten der anderen Parteien hervorrief.
.
Wolf Biermann hat einstmals gute aufklärerische Lieder gesungen, aber er ist mittlerweile ein Relikt aus einer anderen Zeit, das sich bestenfalls noch zu einem Eklat eignet, nicht mehr. So begrüsste er auch den Einmarsch der USA in den Irak im Jahre 2003 und kritisierte, dass Deutschland und Frankreich nicht zur „Koalition der Willigen“ seinerzeit gehörten. .

Auch Gorbatschow in Berlin
Michail Gorbatschow, der 1989 die sowjetischen Truppen in den Kasernen der DDR hielt, und die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglichte, ist auch ein Mann aus einer vergangenen Zeit, noch einige Jahre älter als Biermann, auch er kam nach Berlin zu den Feiern.


Michail Gorbatschow heute ……Abrechnung mit der Politik des Westens. Screenshot: Dr. v.Paleske

Der ehemalige Chef der KPdSU labte sich nicht an den Sympathien, die er in Deutschland nach wie vor geniesst, sondern er rechnete mit der Politik des Westens gegenüber Russland ab. Nein, er rechnete nicht nur mit dieser Politik ab, sondern er forderte dazu auf, baldmöglichst an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Er sagte:

„Europa und die internationale Politik haben den Test der Erneuerung nicht bestanden. Die Welt steht am Rande eines neuen Kalten Krieges. Einige sagen, er hat bereits begonnen, In den letzten Monaten hat sich ein „Zusammenbruch des Vertrauens“ vollzogen.
Der Westen und insbesondere die USA haben ihre Versprechen nach der Wende von 1989 nicht eingehalten. Stattdessen habe man sich zum Sieger des Kalten Krieges erklärt. Den Politikern im Westen sind Euphorie und Triumphalismus zu Kopfe gestiegen. Sie haben Russlands Schwäche ausgenutzt und das Monopol auf Führung in der Welt erhoben.

Bereits in den 1990er Jahren hat der Westen begonnen, im Verhältnis zu Russland das Vertrauen zu untergraben, das die friedliche Revolution in Deutschland und in Mittel-Osteuropa möglich gemacht hat: Die Nato-Erweiterung, Jugoslawien und vor allem das Kosovo, Raketenabwehrpläne, Irak, Libyen, Syrien“Und wer leidet am meisten unter der Entwicklung? Es ist Europa, unser gemeinsames Haus.
Die Ereignisse der vergangenen Monate sind die Konsequenzen aus einer kurzsichtigen Politik, die darauf abzielt, vollendete Tatsachen zu schaffen und die Interessen des Partners zu ignorieren“

Der ehemalige Bundesaussenminister Hans Dietrich Genscher, der aus Gesundheitsgründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, forderte ebenfalls zu Verhandlungen auf.

Neue Mauer hochgezogen
Die westlichen Politiker haben eine neue Mauer in den Köpfen hochgezogen: an der Westgrenze Russlands gelegen.

Die ukrainische Regierung will eine Mauer ähnlich der Berliner Mauer dort errichten.

25 Jahre nach dem Mauerfall werden neue Mauern hochgezogen.

Während ein neuer Kalter Krieg bereits Realität ist, droht daraus ein weit grösserer Konflikt zu werden.

Alte Männer mit aktuellen Botschaften
Es sind die alten Fahrensmänner der Zeit des Umbruchs wie Gorbatschow, Genscher und Helmut Schmidt, die immer noch eine hochaktuelle Botschaft haben, die zur Vernunft mahnen. Dass sie Gehör finden, ist eher zweifelhaft.

Biermanns Balladen jedenfalls haben keine positiven, in die Zukunft gerichtete Botschaften mehr, auch nicht die Forderung der Grünen, vermehrt die Bundeswehr zu Kriegseinsätzen ins Ausland zu schicken.

Ukraine: der Krieg rückt näher
Genscher und Fischer – zwei ehemalige Aussenminister zum Neuen Kalten Krieg mit Russland