Medizin

Weiter bergab im europäischen Gesundheitswesen

Dr. Alexander von Paleske — 6.10.2012 — In der hochangesehenen Medizinzeitung Lancet finden sich im Septemberheft ( Lancet 15 September 2012, Vol 330) gleich mehrere Beiträge zum Gesundheitswesen in Europa. Allerdings keine erfreulichen.

Zentraler Artikel ist eine Bestandsaufnahme aller europäischen Länder im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO:

WHO European review of social determinants of health and health divide.

Durchgeführt wurde sie von einem Team um Prof. Sir Michael Marmot vom University College London (UCL).Die Arbeitsgruppe weist auf die enormen Unterschiede innerhalb Europas hin – so gehört z.B. Portugal zur Gruppe der drittschlechtesten Länder und wird dazu auch noch von den aufgezwungenen Sparmassnahmen weiter schwer getroffen.

Nicht nur Bestandsaufnahme
Aber es handelt sich nicht nur um eine Bestandsaufnahme, sondern gleichzeitig werden detaillierte Änderungsvorschläge zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und deren Determinanten insgesamt gemacht, insbesondere die Sicherstellung eines allgemeinen und ungehinderten Zugangs zum Gesundheitswesen, Abbau der innerstaatlichen Disparitäten und Bekämpfung der Armut.

Einleitend heisst es in der Bestandsaufnahme:

„The results of this review are clear: With the right choice of policies progress can be made across all countries including those with low income. Action is needed – on the social determinants of health across the life course and in wider social and economic spheres – to achieve greater health equity and protect future generations.

In einem Kommentar dazu in der gleichen Ausgabe des Lancet wird nicht zu Unrecht festgestellt und bitter beklagt:

Europe’s policy makers have lost sight of the health and humanitarian disaster unfolding across the region”.

Magere Bemühungen
Die mageren bisherigen Bemühungen der Staatsmänner, so fährt der Kommentator fort, haben wenig bewirkt, um die Lage der europäischen Bürger zu verbessern, einschliesslich der 150.000 Immigranten in Spanien, die jetzt keinen freien Zugang zum Gesundheitswesen mehr haben.

Sie haben sicherlich auch nicht dem 77 jährigen griechischen Rentner geholfen, der sich in seiner Verzweiflung vor dem Parlamentsgebäude im April erschoss, oder die vielen anderen Menschen, die sich wegen ihrer verzweifelten finanziellen Lage und dem Verlust jeglicher Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Griechenland Irland und Italien das Leben nahmen.

Humanitäre Krise
Der Kommentar weist auf einen Report von Save the Children Titel:- It should not happen here“ darauf hin, dass bereits jetzt 3,5 Millionen Kinder in Grossbritannien in Armut leben, eine Zahl die bis zum Jahre 2015 auf vermutlich knapp 4 Millionen ansteigen wird.

Jedes 8. Kind in dieser Gruppe hat keine warme Mahlzeit pro Tag und die Eltern essen vielfach weniger, damit die Kinder wenigstens satt werden.

Der Kommentar schliesst: Europa steckt tief in einer Krise, einer humanitären Krise.

Politische Entscheidungen verschärfen die Lage
Dass die politischen Entscheidungen in eine ganz andere Richtung gehen, zeigt der Bericht auf Seite 1 der britischen Tageszeitung Guardian vom 5.10. 2012 über die Lage in Grossbritannien:

Cancer and health experts face the axe

Hunderte von Onkologen, Kardiologen und Internisten mit Schwerpunkt der Schlaganfallbehandlung, sollen entlassen, bestehende hocheffektive Arbeitsgruppen aufgelöst werden. Und dies, obgleich Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Schlaganfälle – wie auch in Deutschland – zu den Top-Todesursachen gehören.

Die britische Regierung hat sich der Verantwortung für derartige Massnahmen entledigt, indem sogenannte Konsortien jetzt die Entscheidung fällen, der Minister sich also aus der Schusslinie begeben hat.

Gleichzeitig stehen diesen Konsortien vergleichsweise weniger Mittel zur Verfügung, als zuvor in diesen Bereichen bereitgestellt wurden. Wir berichteten mehrfach darüber.

Empfehlungen werden ignoriert
Die Empfehlungen der von der WHO eingesetzten Arbeitsgruppe dürften unter diesen Umständen weitgehend ignoriert werden. Wer glaubt, dass Deutschland von dieser Negativentwicklung ausgespart bleibt, der dürfte sich täuschen.
Beginnen wird es mit den zu erwartenden Krankenhausschliessungen.
Parallel zur Wirtschafts-und Finanzkrise geht es in Europa mit dem Gesundheitswesen bergab.

Sparmassnahmen schicken Europas Gesundheitswesen auf die Krankenstation
Berichte aus Griechenland, die keine Schlagzeilen mehr machen
Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

Unkategorisiert

Griechenland und die Folgen der Sparmassnahmen: Die Faschisten steigen zur „Ordnungsmacht“ auf

Dr. Alexander von Paleske — 3.10. 2012 — Die von Griechenland verlangten und teilweise durchgeführten Sparmassnamen, haben neben Wirtschaftsabschwung, zunehmender Arbeitslosigkeit und Verarmung auch zu einer Art politischen Vakuum geführt, das zügig von den Faschisten ausgefüllt wird.

Die rechtsradikale Partei Chrysi Avgi (Goldener Morgen)““, die bei den letzten Wahlen immerhin 12 Prozent der Stimmen bekam, tritt nicht nur mit Suppenküchen – ausschliesslich für Griechen und nicht für Fremde versteht sich – in Erscheinung,

Finsterer Morgen
Nun treten sie mit Schlägertrupps auch als „Ordnungsmacht“ auf, und zwar dann, wenn Ausländer in Auseinandersetzungen involviert sind.

Wer z.B.in Athen die Polizei anruft, und in dem Anruf sich herausstellt, das Ausländer in Auseinandersetzungen verwickelt sind, der wird von der Polizei sogleich an die Schlägertrupps des Goldenen Morgen verwiesen.

Die Polizei ist unterbesetzt, und die griechischen Faschisten geniessen grosse Sympathie unter der Polizei.

Die Schlägertrupps reagieren auf Anrufe sofort, anders als die Polizei, und schlagen zu, ohne lange zu fackeln.

Der Goldener Morgen – besser sollte man sagen „Finsterer Morgen“ – vermittelt ein (falsches) Gefühl von Sicherheit – rechtsradikaler Sicherheit, dies berichtet die seriöse britische Tageszeitung Guardian am 27.9. 2012 aus Griechenland.

Der Einzug ins griechische Parlament hat das Selbst- und Sendungsbewusstsein noch gestärkt.

In den Umfragen steigen die Faschisten, deren Parteizeichen stark dem Hakenkreuz ähnelt, bereits auf 22%.


Dem Hakenkreuz ähnlich – Logo des Goldenen Morgen

Überraschen kann das alles kaum.
Allerdings sitzen die Verantwortlichen für diese Entwicklung nicht nur in Athen…..

Berichte aus Griechenland, die keine Schlagzeilen mehr machen
Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

SATIRE

Ursula Sarrazin: Morgen werde ich zur Bestsellerautorin im Aufmischerbereich

Dr. Alexander von Paleske — 30.9. 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Ursula Sarrazin
Deutschlanderneuerungsirrpfad 1
Berlin

Guten Morgen Deutsche,

guten Morgen Mitglieder der Sarrazin-Fan-Bewegung.

Ich bin Usula Sarrazin, die Ehefrau des Bestsellerautors, politischen Metzgermeisters, nimmermüden Deutschland-Abschaffungs-Verhinderungs-Forschers, Ex Bundesbankers, Gendatenbankers, Entdeckers des Intelligenz-Sarrazin-Gens, Unterschicht-Heizungskosten-Spar-Consultants, Hartz IV- Nahrungsmittelspezialisten, politisch-kaltduschenden Pofi-Aufmischers, selbsternannten Integrationsfachmanns und Sprecher der Obsthändler- und Kopftuch-Crisis- Group, Dr. Thilo Sarrazin.


Das bin ich

Morgen findet ein historischer Moment in Deutschland statt:

Morgen werde ich mein Buch

„Deutschland braucht die Hexen nicht“

äh, ich meine

„Deutschland schafft die Hexen ab“

nein, wie komme ich bloss darauf

Deutschland Deine Hexen“

stimmt auch wieder nicht, vielmehr:

Hexenjagd“

Untertitel:

Ursula Sarrazins Leidensweg im Schulterrorbereich

vorstellen und auf den Markt werfen.


Werde bald tingeln gehen

Anschliessend werde ich – wie mein lieber Gatte – durch die diversen Talkshows tingeln und auf Deutschland-weite Lesereise gehen.

Rechne mit ungeheurem Anklang
Ich rechne mit ungeheurem Anklang, enormen Verkaufszahlen, die es mir und meinem Thilo ermöglichen alsbald in den warmen Tessin umzuziehen.

Ich trete mit der Veröffentlichung meines hochaktuellen Buches nicht nur in den Kreis der Bestsellerautoren ein, sondern ebenso in den Kreis der professionellen Aufmischer.

Zukünftig im Doppelpack
Wir Sarrazins stehen in Zukunft in den Bestsellerlisten quasi im Doppelpack. Und das ist jetzt keineswegs das Ende, nein, wir haben gerade erst so richtig angefangen.

Aber, anders als mein lieber Thilo, werde ich mich nicht aufs Aufmischen beschränken. Nein, ich werde vielmehr darstellen, welche einschneidenden Reformen wir im Schulbereich dringend brauchen.
Eigentlich keine Reformen, sondern Rückkehr zu dem, was ich während meiner eigenen Volksschulzeit selbst hochpositiv erlebt habe:

– Frontalunterricht

– Rohrstock

– Nachsitzen

– Abschreiben der Schulordnung und Strafen wie 60-100 mal an die Tafel schreiben: ich darf im Unterricht nicht stören

Aufstehen der Schüler, wenn der Herr Lehrer / die Frau Lehrerin den Klassenraum betritt

– Auswendiglernen ganzer Buchseiten zwecks Gedächtnistraining

– Beschneidung der Elternrechte im Schulbereich auf ein bedeutungsloses Minimum

Verteufelung der 68er-Bewegung im Geschichtsunterricht, einschliesslich der Kinderläden als anarchistische Auswüchse einer viel zu liberalen Gesellschaft.

Mein Motto
Mein Motto ist: Unterricht muss zwar nicht den Schülern, aber den Lehrern wieder Freude bereiten, gerade dann, wenn sie nur ungenügende pädagogische Fähigkeiten besitzen.


Genau so habe ich es den BILD-Qualitätsjournalisten erklärt

Deutschland, morgen wird ein wahrlich historischer Tag.

Deutsche, Ihr dürft Euch auf mein aufrüttelndes und zukunftweisendes Mach-Werk freuen

Gute Nacht Deutschland!

Seid ganz herzlich gegrüsst

Ursula Sarrazin
Volksschullehrerin i.R.
Bestsellerautorin in spe
Ehefrau des kaltduschenden Profiaufmischers, Bestsellerautors und Herolds der Deutschlandabschaffungsverhinderungsfront, Thilo Sarrazin

.Satire zu den Sarrazins
Thilo Sarrazin: Deutsche Volksgemeinschaft, nur noch zwei Tage bis zum Buch2-Day
Ursula Sarrazin: Deutschland, jetzt schreibe ich!
Neues vom politischen Schlachtermeister Thilo Sarrazin</b
Mein neues wissenschaftliches Werk steht vor der Veröffentlichung

Sarrazin: Deutschland, mein zweites Buch ist in Arbeit
Thilo Sarrazin – Gentest beweist: Ich bin nicht verwandt mit dem Zwickauer Mörder-Trio
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin: Wunderbar diesen Wowereit abgewatscht
Elfriede Schalom an Thilo Sarrazin: Du wunderbarer Spaltpilz
Hurra, ich habe gewonnen und bleibe (in der SPD)
Thilo Sarrazin: Warmwasserduschen und die Bundesbank-Schrottmillionen
Das geistige Entsorgerquartett – Eine neue Show für das ZDF

Thilo Sarrazin: Gute Nacht Deutschland, ich bin wieder da und noch mehr
Sarrazin – Sag zum Abschied leise: EINEN RIESEN MEHR
Herbert Rechtslastig schreibt an BILD-Chefredakteur Kai Diekmann
Buchsensation des Jahres: Sarrazins Weisheiten oder: Deutschland durch die Brille eines politischen Kaltduschers
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin
Herbert Rechtslastig schreibt an SPD-Andrea Nahles
Thilo Sarrazin muss Bundesbankpräsident werden
Bundesbanker Thilo Sarrazin schreibt an Deutschkbanker Josef Ackermann
Post für Thilo Sarrazin

SATIRE

Peer Steinbrück: Ich kann es, ich werde Bundeskanzler

Dr. Alexander von Paleske 28.9.2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Peer Bilderberg-Steinbrück MdB
Ex Bundesfinanzminister
Karl Schiller Gedächtnisallee 66
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

Endlich ist die Entscheidung gefallen: ich, der Bilderberger und Schachspieler Peer Bilderberg-Steinbrück werde der nächste Bundeskanzler (-kandidat´) der SPD, nachdem meine Mitbewerber Steinmeier und Gabriel das Handtuch geworfen haben.


Ich kann es
Foto: Peter Schmelzle

Werde Merkel vertreiben
Ich werde diese Angela Merkel aus dem Bundeskanzleramt vertreiben, denn ich habe in der Vergangenheit mit Worten und Taten unter Beweis gestellt, dass ich der beste Vertreter der Neuen SPD bin, die mit der alten Arbeitnehmer-orientierten SPD eigentlich nur noch den Namen gemeinsam hat.

Nachdem gerade auch das Orakel aus Hamburg-Langenhorn, Helmut Schmidt, festgestellt hatte, dass ich es kann (nicht nur das Schachspielen), stand meiner Inthronisierung nun wirklich nichts mehr im Wege.

Letzte Weihen durch Bilderberg
Die letzten internationalen Weihen erfuhr ich, als ich im vergangenen Jahr in den schönen Schweizer Alpen die Ehre hatte, an der Bilderberg-Verschwörerkonferenz teilzunehmen.

Dort konnte ich zu meiner grössten Zufriedenheit feststellen, dass mein Akzeptanzgrad bei den versammelten Militärs, Adeligen, Politikern und Bankenbossen extrem hoch war – keine Überraschung für mich.

Zwei Entscheidungen
Es waren insbesondere zwei Entscheidungen als Bundesminister, die das grosse Wohlwollen der Versammlung gefunden und schliesslich zu meiner Bilderberg-Einladung geführt hatten:

– Mein unermüdlicher Einsatz für die Deregulierung (Entfesselung) des Bankensektors

– Mein Eintreten für die Orientierung der SPD in Richtung Banken-und Industrieinteressen, statt eine Partei der Barmherzigkeit für sozialbedürftige und sonstige Arbeitnehmer zu werden. Hier hatte ich mich ausserordentlich erfolgreich gegen den Sigmar Gabriel durchgesetzt, der offenbar extrem nostalgisch an die Herausforderungen unserer Zeit herangeht.

Zwar habe ich bis zum Eintritt der globalen Finanzkrise im September 2008 öffentlich die Auffassung vertreten, dass eine derartige Krise mitnichten drohe, auch die Warnungen des Dampfplauderers Jochen Sanio von der BaFin, der auf die massive Schieflage der späteren Pleitebank Hypo Real Estate bereits im Januar 2008 hinwies, schlug ich in den Wind.

Aber: erstens bin ich auch als Minister kein Hellseher, und zweitens habe ich einen ungebrochenen Optimismus, den ich mir auch von notorischen Schwarzsehern und Berufspessimisten nicht vermiesen lasse.

Nicht aus Arbeiterhaushalt
Ich bin zum Glück nicht in einem Arbeiterhaushalt aufgewachsen, sodass mir deren Probleme und Sorgen naturgemäss extrem fernliegen.

Trotz miserabler Schulleistungen, trotz mehrfachen Sitzenbleibens konnte ich dank meines Aufwuchses in einem gutbürgerlichen Haushalt – trotz consiliums abeundi – durch mehrfachen Schulwechsel es dann zu einer Art „Notabitur“ schaffen.

Als Arbeiterkind hätten mir diese Wege natürlich nicht so einfach offengestanden. Deren Interessen sind deshalb auch nicht die meinen.

Immer verloren
Zutreffend ist: Ich habe, immer wenn ich mich zur Wahl stellte, verloren, sowohl in der Landtagswahl in NRW, als auch bei der Direktwahl zum Bundestag 2009 im Wahlkreis Mettmann I.
Aber ich bin – obgleich mit 65 bereits im Rentenalter – das zweifellos beste Pferd im Stall der Neuen SPD.

Nur böswillige Zungen behaupten es gebe nichts, was ich substantiell als Erfolg im politischen Leben – abgesehen von meiner Körperfülle – auftischen könne. So ein Quatsch.

Und was mein Alter angeht, so war Konrad Adenauer bereits 73 Jahre alt, als er 1949 er zum Bundeskanzler gewählt wurde, und Winston Churchill war ebenfalls Mitte 60, als er britischer Premier wurde.

Mobilisierte Zivilgesellschaft
Dass ich die Zivilgesellschaft zu mobilisieren weiss, habe ich durch Einwerben (sanftes Erzwingen) von Spendengeldern für ein privates Schachturnier unter Beweis gestellt.

Schöne Spendengelder kamen von der Deutschen Post und der Deutschen Telekom, deren Aktien zum Teil dem Bund gehören, deren Finanzminister ich seinerzeit war.. Aber auch sozial orientierte Firmen wie Eon, Porsche und Deutsche Bahn liessen sich nicht lumpen, und so kam ein schönes Sümmchen zusammen.

Nur böswillige Neider, wie diese penetrante Website abgeordnetenwatch warfen mir meine ausserordentlich hohen Nebeneinkünfte vor, anstatt Verständnis zu äussern, dass ich schliesslich nicht von Abgeordneten-Diäten-Peanuts meinen grossbürgerlichen Lebensstil bestreiten kann.
Interviews gebe ich deshalb gelegentlich gegen Bares im Rahmern meiner finanziell nicht uneinträglichen Selbstvermarktungsstrategie.

75 Vorträge – mindestens
Auch insgesamt 75 Vorträge von Oktober 2009 bis 2012 zu jeweils 7000 Euro habe ich vor renommierten Firmen und Verbänden gehalten, wo ich nicht nur politische Plattituden von mir gab, sondern auch immer wieder kleine Witzchen zur Erheiterung der Zuhörer einzuflechten wusste – volksnah sozusagen.

Dass ich dadurch gelegentlich an Sitzungen des Bundestages nicht teilnehmen konnte, ist ein unvermeidlicher Kollateralschaden. Hier müssen einfach die Prioritäten richtig gesetzt werden.
Schliesslich hat der Prozess des hochverehrten Ex Ministers und Parteifreundes Hans Eichel doch gezeigt, dass wir unterbezahlte Politiker vor dem Bundesverwaltungsgericht keine höheren Pensionsansprüche erklagen können.

Deutschland, ich komme – und wie!

Herzlichst
Peer Bilderberg-Steinbrück

Peer Bilderberg-Steinbrück: Ich antworte Thilo Sarrazin

Bravo Helmut Schmidt: Ein Bilderberger namens Peer muss Deutscher Kanzler werden
linkSPD-Ulla Schmidt schreibt an SPD-Hoffnungsträger Peer Steinbrück

Danke Giovanni di Lorenzo von der ZEIT für die Guttenberg-Raushole

link Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz in Virginia / USA

Zum Pensionsfall Hans Eichel
Hans Eichel schreibt an das Bundesverwaltungsgericht: „Pensionserhöhung mehr als gerechtfertigt“

Keine Satire zur Bilderberg-Konferenz
linkDie Bilderbergkonferenzen, Wikipedia und eine persönliche Erfahrung
linkDie Bilderberg Konferenz 2012 tagt – oder: Alles verkommen
link Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit
linkDie Bilderbergkonferenzen, Wikipedia und eine persönliche Erfahrung
https://avp.s.nis.za/wp-content/uploads/2018/05/link.gifa, und so kam ein sch

Medizin

Eine unzureichende Entschuldigung und ein unzureichender Artikel

Dr. Alexander von Paleske — 24.9. 2012 —
Auf dem 115. Deutschen Ärztetag in Nürnberg im Mai dieses Jahres entschuldigte sich die deutsche Ärzteschaft für die von Medizinern begangenen Verbrechen in der Nazi-Zeit.

Am gleichen Ort waren vor 65 Jahren im Nürnberger Ärzteprozess deutsche Mediziner wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden.

Nicht etwa nur die seinerzeit verurteilten 20 Ärzte, sondern ein nicht geringer Teil der deutschen Ärzteschaft hatte die Vertreibung jüdischer Kollegen geduldet und betrieben.

Eine Reihe von Ärzten hat ausserdem systematisch Tötungen und unfassbar qualvolle und sinnlose Versuche an ihnen ausgelieferten Menschen unternommen.

Viele dieser Verbrecher und ihrer Helfer in weissen Kitteln haben nach dem Ende der NS Herrschaft Karriere gemacht, oder blieben zumindest lange Zeit unentdeckt, bzw. entzogen sich der Verhaftung durch Flucht ins Ausland, wie die KZ Ärzte Josef Mengele und Aribert Heim.

Ein Mann namens Sewering
Das ehemalige SS Mitglied und offenbar in die Tötungsmaschinerie verstrickte Arzt Hans-Joachim Sewering brachte es sogar bis zum Präsident der Bayerischen Landesärztekammer in der Zeit von 1955 bis 1991.

Er war ausserdem Mitglied des Vorstands der Bundesärztekammer, obwohl er nachweislich 9 behinderte Patienten in die „Klinik“ Eglfing-Haar überwiesen hatte, wo dann mindestens 5 der überwiesenen Patienten entsprechend der nationalsozialistischen Ideologie ermordet wurden.

Mit Orden überschüttet
Sewering wurde mit Orden und Auszeichnungen nach dem Ende der NS Herrschaft förmlich überschüttet, und bestritt, jemals geahnt zu haben, was mit den von ihm überwiesenen Patienten geschah – was ihm kaum abzunehmen war, ihn zumindest aber für die Übernahme derartiger Ämter eindeutig disqualifizierte.

Das Schweigen, die Kumpanei der Ärzteschaft nach dem Kriege, statt die Aufklärung der ungeheuren Verbrechen als Akt einer Selbstreinigung des Berufsstandes energisch anzupacken, ist ein weiteres trübes Zeugnis deutscher „Vergangenheitsbewältigung“.

Ein schwacher Versuch
Nun haben drei deutsche Historiker und Mediziner, Stephan Kolb, Volker Roelcke und Horst Seithe aus Nürnberg bzw. Oxford einen längeren Artikel in der hochangesehenen Medizinzeitung Lancet untergebracht:

Apologising for Nazi medicine: a constructive starting point. –
(The Lancet, August 25, 2012 p. 722f.)

der einen Rückblick auf diese Zeit erlauben soll, und die Entschuldigung der Ärzteschaft würdigt.

Die Entschuldigung, wie die Schreiber feststellen, komme spät, aber nicht zu spät.

Zu wenig und sehr spät
Das ist allerdings nicht ganz zutreffend: sie kommt für fast alle seinerzeit überlebenden Opfer zu spät, und sie beinhaltet ausserdem nicht die Entschuldigung für die Vertuschung bzw. Unwilligkeit der Aufklärung seitens der deutschen Ärzteschaft danach.

Nicht weniger kritikwürdig: Die Aufarbeitung der Verbrechen der Ärzte unter dem Hakenkreuz und ihre Karrieren nach dem Ende der NS-Herrschaft wurden führend von dem investigativen Journalisten Ernst Klee betrieben und dokumentiert, und zwar bereits in den 70er und 80er Jahren.


Ernst Klee …….. federführend, aber nicht genannt.

In dem Artikel wird Klee jedoch mit keinem Wort erwähnt.
Wir schrieben im März vergangenen Jahres:

Der NS-Euthanasie fielen zwischen 1939 und 1945 fast 300.000 Menschen zum Opfer. Außerdem wurden 400.000 „erblich minderwertige Menschen“ zwangssterilisiert.

Nicht zufällig erhielt Klee 1976 ein Hausverbot für die psychiatrische Universitätsklinik von dem Frankfurter Psychiater Professor Bochnik. Ein Mediziner, der mir aus meiner Studienzeit in Frankfurt noch durch seinen offenbaren Mangel an Empathie, und durch süffisante Bemerkungen nach den Patientenvorstellungen, in denkbar schlechter Erinnerung geblieben ist.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Nichtnennung des Journalisten Klee nicht nur ein blosses Versehen ist.

Medizin unter dem Hakenkreuz – späte Aufarbeitung – oder: Die Mörder waren lange unter uns
Joseph (Joschka) Fischer – ein Entnazifizierungsheld im Auswärtigen Amt

Medizin

Ärzte und Medizinzeitschriften als „Prostituierte“ der Pharmaindustrie?

Dr. Alexander von Paleske — 21.09. 2012 —-
„Begeben Sie sich niemals in die Fänge der Pharmaindustrie, die lassen Sie nie wieder los“, das waren die Worte meines damaligen Chefs, Prof. D.K. Hossfeld, seinerzeit Direktor der Abteilung Hämatologie/Onkologie des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf.

Zwei Ereignisse
An diese Worte fühlte ich mich in den letzten Monaten wieder erinnert, durch zwei Ereignisse:

1. Der Freispruch einer Pharma-„Klinkenputzerin“ vom Vorwurf der aktiven Bestechung gegenüber Kassenärzten. Diese waren mit grösseren Geld-Geschenken versorgt bzw. für die Verschreibung von bestimmten Medikamenten finanziell „entlohnt“ worden, offenbar frei nach dem Motto: „Wer gut schmiert, der gut fährt“.

Freispruch
Der Bundesgrerichtshof urteilte, dass eine Verurteilung wegen Bestechung mangels Straftatbestand nicht in Frage komme: Kassenärzte seinen keine Angestellten der Krankenkassen und keine öffentlichen Amtsträger und auch nicht diesen gleichzustellen.
Im einzelnen begründete der BGH seinen Beschluss mit dem besonderen Verhältnis zwischen Arzt und Patient:

„In diesem Verhältnis steht der Gesichtspunkt der individuell geprägten, auf Vertrauen sowie freier Auswahl und Gestaltung beruhenden persönlichen Beziehung in einem solchen Maß im Vordergrund, dass weder aus der subjektiven Sicht der Beteiligten noch nach objektiven Gesichtspunkten (…) die vertragsärztliche Tätigkeit den Charakter einer hoheitlich gesteuerten Verwaltungsausübung gewinnt.“


Bundesgerichtshof ……keine Bestechung

Wie schön.

2. Ein Aufsatz in der unabhängigen Monatszeitung für Ärzte, der Arzneimittelbrief (August 2012 Seite 59)

„Wissenschaftliche Irreführung durch Publikationsplanung (Ghost Management ) und Ghostwriting.“

Bestellung von „wissenschaftlichen“ Artikeln
Der Artikel im Arzneimittelbrief zeigt auf, in welch erschreckendem Ausmass die Pharmaindustrie zur Produktpromotion Artikel „bestellt“, die ihre Produkte in einem äussert positiven Licht erscheinen lassen. Artikel, die zur Veröffentlichung in medizinischen Zeitschriften vorgesehen sind, abgefasst von bezahlten Schreiberlingen, aber dann veröffentlicht unter dem Namen von bekannten Medizinerpersönlichkeiten, sogenannten „Opinion Leaders“, in aller Regel Universitätsprofessoren.


Eigener Geschäftszweig

Ein eigener Geschäftszweig hat sich um diesen „Schwindel“ gebildet, allen voran die Firma DesignWrite Inc. Internetauftritt siehe hier.

Bis zum Jahre 2010 veröffentlichte diese Firma ihre „Erfolgsbilanz“ im Internet. Nun nicht mehr, und das hat einen
Grund:

Herausgekommen ist nämlich diese erbärmliche Praxis durch einen Prozess in den USA, den mehr als 10.000 Betroffenene als Sammelklage gegen die mittlerweile vom Pharmagiganten Pfizer geschluckte Pharmafirma Wyeth angestrengt haben.

Hormone mit Nebenwirkungen
Die Firma Wyeth stellte die Hormonpräparate Prempo und Premarin her, die als Hormonersatztheapie (Hormone Replacement Therapy, HRT) für Frauen in der Menopause zum Einsatz kamen. Bis sich dann herausstellte, dass diese Therapie das Risiko für Brustkrebs und Thrombosen erhöhte.

Die Firma Wyeth verdiente prächtig an diesen Präparaten, 2 Milliarden US Dollar bis zum Jahre 2002. Und damit das so blieb,musste gegen die negative wissenschaftliche Berichterstattung offenbar „angearbeitet“ werden.

Zwischen 1997 und 2005 wurden rund 50 Artikel zur „Harmlosigkeit“ von HRT von „Medizinjournalisten“ fabriziert, als wissenschaftliche Exponate verkleidet, und – gegen viel Bares – von medizinischen „Opinion leaders“ unterschrieben.

Alles aufgeflogen
Das flog alles auf, als in dem Prozess gegen Wyeth das angerufene Gericht im US Bundesstaat Arkansas die Veröffentlichung aller Dokumente im Zusammenhang mit HRT anordnete.

Beeindruckender Leistungsnachweis
Der „Leistungsnachweis“ dieser Firma DesignWrite im Zeitraum von 1997 – 2010 ist durchaus beeindruckend:

– Management von Hunderten von sog. Advisory Boards

– Tausende von Abstracts für medizinische Kongresse

– 500 Publikationen zu medizinischen Themen

– 200 Satelliten-Symposien zu medizinischen Kongressen

– Mehr als 10.000 sog. „Speakers Bureau“ Programme, also Vortragsreisen von bezahlten „Halbgöttern in Weiss“.

Das letztere ist mir aus eigener Erfahrung hinreichend bekannt:. Einige Medizin-Professoren und deren Oberärzte reisen zu Vorträgen in kleine Krankenhäuser und loben dort, oftmals kaum versteckt, die Produkte der jeweiligen Firma – gegen ordentlich Bares – über den grünen Klee, oder lassen zumindest Probleme mit dem Medikament unter den Tisch fallen.

Für derartige Korrumpierbarkeit gibt es keine Entschuldigung, denn Hunger braucht wohl keiner der Weisskittel zu schieben. Hier macht sich vielmehr der Gierfaktor breit – allzu erbärmlich.

Bittere Pillen für die Dritte Welt
Nicht auf Twitter und nicht auf Facebook – ein persönlicher Bericht aus London

afrika

Der Minenarbeiter-Streik in Südafrika – ein politisches Erdbeben mit Folgen

Dr. Alexander von Paleske — 19.9. 2012 —
Der Streik in der Marikana-Mine, der 42 Tage dauerte und auch auf andere Minen übergriff, ist vorbei.

45 Menschen haben ihr Leben verloren, die Regierung Zuma hat ihr Gesicht verloren, und die 1982 von Anti-Apartheidaktivisten gegründete Bergarbeitergewerkschaft NUM (National Union of Mineworkers) hat ihre Mitglieder verloren.

Auswirkungen
Die Auswirkungen des Streiks dürften noch lange nachwirken, und auch die diesjährige Konferenz der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) im Dezember nachhaltig beeinflussen.

Ob es allerdings zum Sturz des Staatspräsidenten Jacob Zuma vom Sitz des ANC-Parteichefs kommt, ist mehr als fraglich. Denn anders als bei der Konferenz im Jahre 2008 in Polokwane steht – zur Zeit jedenfalls – kein Herausforderer bereit.

Die Ausgangslage
Noch einmal muss die Ausgangslage vor dem Streik in Erinnerung gerufen werden:

– Die klägliche Bezahlung der schwerstarbeitenden Minenarbeiter (umgerechnet 400 Euro pro Monat)

– Die erbärmlichen Unterkünfte der Minenarbeiter, die besser in einen Slum als in eine halbwegs akzeptable Arbeitersiedlung passen.


Arbeiterbehausungen in Marikana. Screenshots: Dr. v. Paleske

– Die Inaktivität der Bergarbeiter-Gewerkschaft NUM sich um ihre Mitglieder zu kümmern, stattdessen mit dem Management zu kungeln.

– Das Aufkommen der neuen Gewerkschaft Associated Mineworker and Construction Union (AMCU)

Die Regierung antworte auf den teilweise gewaltsamen Streik in polizeilich völlig unakzeptabler Weise.

Die Polizisten konnten sich gegen die mit Macheten und Speeren bewaffneten Arbeiter und Township-Bewohner nicht mit Distanzwaffen wie Wasserwerfern und Gummigeschossen schützen, da sie die nicht Verfügung hatten, sondern nur durch den Einsatz des total unangemessenen gezielten Schusswaffengebrauchs, was in einem Massaker endete.


Bewaffnete Streikende. Screenshot: Dr. v. Paleske


Schiesswütige Polizei. Screenshot: Dr. v. Paleske

Damit handelte die Polizei wie eine Armeeeinheit im Bürgerkrieg.

Nicht überraschend: Schliesslich wurde auch dann noch die Armee zum Einsatz gebracht.

Die Leitung der Mine musste schliesslich erhebliche finanzielle Zugeständnisse machen. Der Monatslohn stieg im Durchschnitt um 23%. Für die am schwersten arbeitenden Driller um knapp 100%.

Als nächstes wollen die Minenarbeiter die Gewerkschaft NUM rauswerfen.

Falsche Freunde
Nach dem Ausbruch des Streik traten auch noch falsche Freunde der Streikenden auf den Plan: An der Spitze der abgehalfterte ANC-Jugendliga-Boss Julius Malema, der durch betrügerisch erlangte, und völlig unzureichend ausgeführte öffentliche Aufträge ein Vermögen zusammengerafft hat. Wir berichteten darüber.

Er tauchte – wie ein Präsident – abwechselnd im Mercedes und Range Rover auf, und entzückte die Streikenden mit seinen demagogischen Reden, seinem Verlangen nach dem Sturz des Präsidenten Jacob Zuma, und generell nach der Verstaatlichung der Minen als Beginn einer Revolution der Arbeiter, mit ihm als Revolutionsführer versteht sich.


Julius Malema. Screenshot: Dr. v. Paleske

Änderung fraglich
Ob allerdings der Streik der Minenarbeiter zu einer Änderung der Politik, insbesondere der energischen Bekämpfung der sich ungehindert ausbreitenden Korruption, der Aufgabe von sinnlosen Multimilliarden-Projekten wie Zumaville, einer komplett neuen Stadt in der Nähe von Zumas Geburtsort, führen wird, ist jedoch zweifelhaft.

Stattdessen sollte in Infrastruktur und nachhaltige Verbesserung der Wohnverhältnisse in den Townships investiert werden.
Damit ist aber wohl gegenwärtig nicht zu rechnen.

Das nächste politische Erdbeben ist somit vorprogrammiert.

Südafrika geht einer unruhigen Zukunft entgegen.

Südafrika: Das Massaker an Minenarbeitern und seine Hintergründe

Nelson Mandela wird 94 – in Südafrika Korruption und Gefahr für die Pressefreiheit

Zum Waffen-Korruptions-Skandal
Deutsche Firma Ferrostaal, Waffenexporte nach Südafrika und steuerabzugsfähige Millionen- Schmiergeldzahlungen
Deutschland, Südafrika und ein Waffenskandal ohne Ende
Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?
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Zu Julius Malema
Südafrika: Jugendliga Chef Julius Malema verliert Machtkampf gegen Präsident Jacob Zuma – vorläufig
Machtkampf in Südafrika: Präsident Jacob Zuma gegen Jugendliga-Boss Julius Malema
Südafrika: Jugendführer Julius Malema “ Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los“

Krieg

Gewaltsame Demonstrationen wegen des blasphemischen Film-Hetzwerks: nur ein Vorspiel

Dr. Alexander von Paleske — 15.9. 2012 —
Fünf Millionen US-Dollar kostete der Film, künstlerischer Wert gleich Null, der Inhalt nichts als ein plumpes Hetzwerk gegen den moslemischen Glauben, indem es den Propheten Mohammed als vertrottelten Lüstling darstellt.

Finanziert wurde dieser Streifen angeblich von 100 jüdischen Sponsoren.

Folgen beabsichtigt
Die Folgen waren offenbar nicht nur einkalkuliert, sondern beabsichtigt: Aufruhr und gewaltsame Demonstrationen in den arabischen Ländern gegen den Herstellungsort des blasphemischen Streifens: Die USA.

Aber auch die deutsche Botschaft im Sudan wurde angegriffen.

Nach den Reaktionen auf die seinerzeitigen Moslemkarikaturen Kurt Westergaards überrascht dies allerdings kaum.
Vielmehr zeigt es nur allzu deutlich, welches Hasspotential gegen westliche Länder im arabischen Raum – trotz des Eingreifens in Libyen – nach wie vor vorhanden ist.
Ein Hasspotential, das selbst durch relativ geringfügige Vorkommnisse – der Streifen ist ja, anders als der Irakkrieg, nicht ein Produkt der Regierung der USA, auch nicht von ihr in irgendeiner Form gebilligt, vielmehr missbilligt – zu derartigen Gewaltausbrüchen getriggert werden kann.

Sie sind vor allem das Resultat der Politik der USA gegenüber Israel, das nicht daran gehindert wird, seine Gewalt- und Annexionspolitik gegenüber den Palästinensern fortzusetzen.

Nur ein Vorspiel
Aber diese Demonstrationen sind nur ein Vorspiel dazu, was sich abspielen würde, wenn Israel die Atomanlagen des Iran angreift – mit oder ohne Unterstützung der USA.

Mögen Schiiten und Sunniten sich spinnefeind sein, mag der Iran dem bei den Sunnis verhassten Assad-Regime in Syrien auch Unterstützung gewähren: der gemeinsame Feind heisst Israel.

An dieses Pulverfass würde Israel mit seinem geplanten Angriff auf den Iran die Lunte legen.

Nur ein Narr kann glauben, dass dies keine weitreichenden Folgen hätte.

Israels Angriffsplan gegen den Iran: 30 Tage Krieg, 500 Tote in Israel, und Kriegsbeginn vor der US Präsidentenwahl
Im Schatten der Nahostkonflikte: Tägliche Attacken israelischer Siedler auf Palästinenser und deren Eigentum in den besetzten Gebieten
Günter Grass, ein Gedicht und das Jerusalem-Syndrom

Medizin

Will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner uns für dumm verkaufen? – Ein Kommentar zur geplanten Reform des Tierarzneirechts

Dr. Alexander von Paleske — 15.9. 2012 —- Heute kam die folgende Meldung über den Ticker:

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will den Missbrauch von Arzneien in der Tierhaltung stoppen.

„Wir müssen alles daran setzen, dem übermäßigen Einsatz von Tierarzneimitteln (Antiinfektiva) Einhalt zu gebieten

sagte die Ministerin am Rande einer Konferenz der Verbraucherminister von Bund und Ländern am vergangenen Freitag in Hamburg.

Und weiter:

Es handelt sich um eine der tiefgreifendsten und ehrgeizigsten Reformen der Tierarzneimittel-Gesetzgebung“

Weitere Details der geplanten Reform siehe hier.
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Heisse Luft
Bereits am Mittwoch kommender Woche soll das Bundeskabinett die Novelle des Arzneimittelgesetzes beschließen.

Bei näherem Hinsehen entpuppt sich die diese „tiefgreifende und ehrgeizige Reform“ jedoch als heisse Luft.

Der Antibiotika-(Antiinfektiva-)Einsatz soll nämlich nur insoweit verboten bzw. eingeschränkt werden, als diese zur Heilung von Menschen „besonders bedeutend“ sind, soll wohl heissen „lebensrettend“ sind, also wohl im Wesentlichen um Breitspektrum-Antibiotika wie Cefalosporine der dritten Generation, Beta-laktamasefeste Breitspektrum-Penicilline und Chinolone.

Erklärtes Ziel: Die Resistenzentwicklung der Bakterien gegen potente Antibiotika zu verhindern.

Der Gesetzentwurf verfolge das Ziel, „das Risiko der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu begrenzen

sagte Aigner der Rheinischen Post.

Jedoch: Nur dem mit der Materie nicht Vertrauten kann dieses geplante Gesetzesvorhaben als „Meilenstein“ imponieren.

Resistenz der Bakterien kann und wird durch Info-Transfer (z.B. durch Plasmide) zwischen Bakterien übertragen. Diese Resistenz kann nicht nur eine Medikamentengruppe betreffen, sondern auch andere.

Mehr noch: Nur wenn Tiermäster mit ihrem Antibiotika-Verbrauch den gesamtdeutschen Durchschnittswert übertreffen, müssen sie überhaupt Pläne zur Verminderung dieser Medikamentenflut vorlegen – nur dann.

Ausserdem: Sollten die noch bei der Tiermast erlaubterweise eingesetzten Medikamente unwirksam werden, dann wird ohnehin wieder auf die wirksameren Medikamente umgestellt.

Viel zu schwammig
Der Begriff „zur Heilung von Menschen besonders bedeutend“ ist ausserdem schwammig, und die Züchterlobby wird alles tun, um die Gruppe der auzuschliessenden Medikamente so klein wie möglich zu halten, mit dem zutreffenden Argument, dass die zum Einsatz verbleibenden Medikamente bereits heute in der Tiermast unwirksam sind.

Mit scheinbar drohendem Unterton erklärte die Ministerin:

„Ich will ausdrücklich klarstellen, dass der Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung ebenso verboten ist wie der präventive Einsatz – und zwar bereits seit Jahren.“

Was die Ministerin entweder nicht versteht, oder nicht verstehen will: Massentierhaltung und Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung gehören notwendigerweise zusammen, weil die Tiere, insbesondere das Federvieh, es ohne sie gar nicht bis zum Schlachttag schaffen.


Brutstätten der Antibiotikaresistenz: Tierfabriken – Screenshot: Dr. v. Paleske

Das eine geht ohne das andere nicht
400 Millionen Hühner pro Jahr allein in Niedersachen bekommen während ihres kurzen Lebens statistisch gesehen 2,5 mal Antibiotika. Anders schaffen sie es gar nicht bis zum Schlachttag.

Das im Jahre 2006 verhängte Verbot der prophylaktischen Verfütterung von Antibiotika (Antiinfektiva) stiess deshalb auch völlig ins Leere, denn irgendwelche Tiere sind bei dieser artwidrigen Aufzucht immer krank. Und so stieg der Verbrauch – seit 2006 – weiter signifikant an, statt abzunehmen. Im vergangenen waren es 1734 Tonnen – 40 mal so viel wie in Krankenhäusern und 7 mal mehr als in der gesamten Humanmedizin.
Wer den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung beseitigen will – das ist längst überfällig – kann dies nur auf dem Wege der Beseitigung der Massentierhaltung selbst tun, und das will Ministerin Aigner – und mit ihr die Züchterlobby – natürlich auf gar keinen Fall.

Was Frau Aigner vorschlägt, beseitigt keineswegs die Resistenzprobleme. Von tiefgreifender Reform kann deshalb keine Rede sein, es handelt sich vielmehr um blosse Augenwischerei.

Neue schlechte Nachrichten zur bakteriellen Resistenz gegen Antibiotika
Putenlaster-Unfall, kranke Puten und grüne Stellungnahmen zu schwarzer Zukunft
Erst Bremen, jetzt Leipzig – Die Antibiotikaresistenz breitet sich aus

Zwei Schreckensmeldungen zur Antibiotika-Verfütterung in der Massentierhaltung
Frühchentod und Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz: Nach Pest, Tripper, MRSA, NDM-1, TB, Campylobacter nun die Salmonellen
Bleibt die Gonorrhoe (Tripper) behandelbar?
Antibiotika-Resistenz: Spätes Erwachen. Oder: Minister Bahrs Wort zum Sonntag
WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung
Pest-Seuche und Antibiotika-Resistenz

Antibiotika oder Massentierhaltung?

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Bittere Pillen für die Dritte Welt

Mehr zur Ministerin Ilse Aigner
Verband zur Förderung der Massentierhaltung Deutschlands (VEFMAD) dankt der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner

SATIRE

Stefan Raab: Im November geht’s los – mit einer Polit-Klamaukshow

Dr. Alexander von Paleske — 14.9. 2012 —-
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Stefan Raab
Metzgermeister & Entertainer
Abt. Unterschichtenfernsehen,
Klamaukfernsehen, TV- Witzchen
Fa. Hirnvoll
Köln Mülheim

14.9. 2012

Guten Morgen Deutschland,

am 11. November startet meine nächste Anspruchslos-Klamaukshow:
„Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“.


Schamlosigkeit, Schadenfreude, Verwurstung und mehr – Deutschlands einzig wahre Hoffnung, das bin ich: Quotenkönig Stefan der Erste

Vor geraumer Zeit hatte ich ja eine andere Show geplant, ähnlich der völlig anspruchslosen, von Heidi Klum gemangten Show „Germanys Next Top Model (GNTM)“ , allerdings von mir gewürzt mit jeder Menge von Herrenwitzen über die einlaufenden Models. Klamauk im besten Sinne des Wortes.

Diese Idee haben wir aber fallengelassen, weil wir befürchteten, einen Sturm der Empörung von diesen Feministinnen, allen voran dieser Alice Schwarzer zu bekommen. Das war uns zu anstrengend.


Alice Schwarzer ……..hatten Bedenken wegen dieser Frau

Kochten neue Idee aus
Dehalb kochten wir die Idee aus: Wir machen eine Polit-Klamauk-Show, welche zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt:

1. Die Politik unterschichten-näher und damit noch anspruchsloser und wesentlich (schein-)lebendiger zu machen.

2. Die Schadenfreude, für die ich ja seit Beginn der Sendung TV-Total anerkannter Spezialist bin, soll auch in der neuen Sendung gross rauskommen, denn ich werde Politiker und Bürger aus dem Volk, die sich in meine Politshow drängeln je nach Bedarf verwursten und der Lächerlichkeit preisgeben.

Wie in der Schlag den Raab Show, werde ich zwar nicht immer der Sieger, aber immer der Gewinner sein.

Kein Mangel an Bewerbungen
Wie ich bereits bei der Schlag-Raab-Polit-Klamauk-Pressekonferenz vorgestern in Hamburg mitteilte, gibt es angesichts der anstehenden Bundestagswahl im nächsten Jahr keinen Mangel an Politikern, die sich bereits jetzt in diese Show drängeln: „uns wird die Bude eingerannt“.

Täglich erhalte ich Anrufe, der Guido Westerwelle hat mich schon dutzendmal angerufen und mir gesagt, wie sehr er sich auf meine Show freue, und wie sehr gerne er daran teilnehmen würde.

Da sprach die volle Verzweiflung aus dem Munde dieses Ex-Spasspolitikers, der versucht die FDP in den Meinungsumfragen wieder nach oben zu bringen .

Andere Politiker werden sich diesem Sog, dieser antizipierten Quote, nicht entziehen können.

Keine Langeweile bei mir

Anders als in diesen langweiligen Talkshows wie „Menschen bei Maischberger“ oder diesem Millionärspiel-Jauch, wird es bei mir richtig rund gehen: Wie in einer Jerry Springer Show lasse ich die Teilnehmer aufeinander losgehen , und damit um die Gunst der völkischen Mehrheit buhlen. Die 100.000 Euro Preisgeld sind schliesslich kein Pappenstiel und eine Anstrengung wert.

Als erste Teilnehmer stelle ich mir Thilo Sarrazin, Günter Wallraff und den ehemaligen Putzgruppler und Ex Aussenminister und jetzigen Industrie-Klinkenputzer Joseph Martin (Joschka) Fischer, sowie einen Hartz IV Empfänger als „Mensch aus dem Volk“ vor.
Als Prominenter käme der Ex-Mann von Heidi Klum in Frage.
Allerdings glaube ich nicht, dass Günter Wallraff die Einladung annehmen wird.

Es wäre doch geraabt, äh, ich meine gelacht, wenn die Politik und die Diskussion darüber nicht zu einer Klamauk-Veranstaltung gemacht werden könnte.

Deutschland, Du darfst Dich auf die neue Raab-Sendung freuen.

Gute Nacht Deutschland

Stefan Raab,
Metzgermeister, Anspruchslos-Entertainer

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