medien

Frankfurter Rundschau – ein überregionales Traditionsblatt wird zur Regionalbeilage?

Dr. Alexander von Paleske 6.4. 2011 — Die Frankfurter Rundschau, 1945 gegründet, wurde zu einem führenden überregionalen linksliberalen Blatt, und blieb gleichwohl ein „Frankfurter Gewächs“ mit hervorragendem Lokal- und Regionalteil.

Die FR spielte in der „Bundesliga der überregionalen Presse“ erfolgreich mit, wurde oft in anderen Medien zitiert, aber jetzt droht der Abschied, nicht in die zweite Bundesliga, sondern in die Regionalliga.

Die Frankfurter Rundschau wird offenbar zu einer Art Regionalausgabe des Medienhauses duMont-Schauberg in Köln, dem neben dem Kölner Stadtanzeiger auch die Kölnische Rundschau, die Berliner Zeitung, die Mitteldeutsche Zeitung und eben auch die FR gehört.

Die Frankfurter Rundschau verliert wohl jetzt große Teile der Redaktion. Alles das, was unter „Überregional“ fällt, wird in Zukunft von Berlin aus geschrieben.In Frankfurt bleibt lediglich eine Regional- und Stadtredaktion.

Wir hatten dies in zwei Artikeln bereits prognostiziert, nachdem Alfred Neven duMont die Berliner Zeitung dem Spekulanten Montgomery abgekauft hatte :

Arbeitsplätze werden wegfallen, nationale und internationale Themen werden wohl in Zukunft zentral recherchiert und redegiert. Nur der Lokalteil wird wohl dezentral bleiben. Schließlich kann man von Köln aus nicht berichten, was sich im Berliner Kiez und Politiksumpf abspielt und umgekehrt von Berlin aus nicht sich hautnah mit dem „Kölner Klüngel“ beschäftigen.

Es wird der traurige Teil-Abschied von der traditionsreichen linksliberalen Frankfurter Zeitung, die aus dem Mief der Nachkriegszeit der 50er und Anfang der 60er Jahre herausragte, für die Qualitätsjournalismus selbstverständlich war, und die unter der Regie von Karl Gerold unter anderem auch die 68er Studentenbewegung kritisch-wohlwollend begleitet hatte“.

Nach einer Galgenfrist die brutale Wirklichkeit
Die Situation ist jetzt da, um mit Konrad Adenauer zu sprechen.
Die Auseinandersetzung um die Zukunft des Traditionsblattes wird öffentlich ausgetragen: Die Redakteure wehren sich gegen die angepeilten Maßnahmen und verweisen zu Recht auf ihre Qualitätsarbeit, z.B. im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe in Japan, dem Aufdecken des Skandals um das Mobbing gegen hessische Steuerfahnder, und den hervorragenden Internetauftritt..

Der Eigentümer Alfred Neven duMont verweist kühl auf die Millionenverluste.

Der Chefredakteur und die Geschäftsführung der FR sprechen vom „Bündeln der Kräfte“
.
Im Klartext heißt das aber nichts anderes als dass weitere 44 Mitarbeiter, darunter viele Redakteure ihren Arbeitsplatz verlieren werden.

Ob dies letztlich zum Erhalt oder nur zu einem vorübergehenden Aufschub des Endes eines Printmediums führt, wie in den USA bereits zu beobachten, wird sich zeigen.

Das unverfälschte Gesicht der Frankfurter Rundschau im Politikbereich wird jedenfalls wohl verschwinden.

Plattformen, Musikdampfer und andere Auswege
Andere Verlage haben das bereits vorgemacht, wie z.B. Gruner und Jahr mit den sogenannten Redaktions-Plattformen, die gleichzeitig mehrere Zeitungen bzw. Zeitschriften bedienen.
Auch hier: Wegfall des Redaktionsteams für eine bestimmte Zeitung/Zeitschrift. Statt Vielfalt durch jeweilige eingeschworene Reaktionsteams, jetzt der Einheitsbrei.

Natürlich braucht man z.B. für investigativen Journalismus nicht gleich mehrere Spürhunde, welche die gleiche Fährte aufnehmen, aber der investigative Journalismus fristet in Deutschland eh ein kümmerliches Dasein, nachdem selbst der SPIEGEL seinerzeit unter Stefan Aust in Richtung Lifestyle-Magazin abgedriftet war.

Die Wochenzeitung Die ZEIT versucht jetzt die Leserschaft dadurch zu erfreuen, dass sie immer mehr in Richtung Musikdampfer abdriftet, in dem Versuch, dem angeblichen Publikumsgeschmack hinterherzulaufen, statt liberale Meinungsführerschaft zu reklamieren.

Nachdem die Kritzelseite ZEIT der Leser eingeführt wurde, und die Metaphysik mit der Rubrik Glaube und Zweifel Einzug halten durfte, kann man als neueste Errungenschaft jetzt im Politikteil Lyrisches bestaunen: Gedichte gibt es dort, die ein etwas anderes Bild auf das Politikgeschehen erlauben sollen. Als wenn die Geschehnisse in Libyen, der Elfenbeinküste, in Japan und Afghanistan einer derartigen lyrischen „Sauce“ bedürften, die nun darüber gegossen wird.
Von inakzeptablen Artikeln wie die über den Kachelmann-Prozess und zum Guttenberg-Skandal „der Mann kann Minister bleiben“ ganz zu schweigen.
Dass der bisherige stellvertretende ZEIT– Chefredakteur Matthias Nass die erbärmliche Demokratie-verhöhnende Bilderbergkonferenz mitorganisierte, sollte auch nicht unerwähnt bleiben

Es sieht nicht gut aus in der Presselandschaft
Derweil lässt sich im Internet nach wie vor, auch mit den Apps, nicht genug Geld verdienen, jedenfalls nicht so viel, dass damit ein hochkaratiger Redaktionsstab und investigativer Journalismus finanziert werden kann.

Zukunft hinter sich?
Die Frankfurter Rundschau hat die Zukunft jetzt wohl hinter sich gelassen.
Was bleibt ist ein Kampf gegen den Abstieg aus der Regionalliga. Keine guten Aussichten, nicht für die Frankfurter Rundschau, und nicht für den Journalismus und die Journalisten in Deutschland.

Zu Frankfurter Rundschau und Neven duMont
Frankfurter Rundschau: „Kastration“ als Überlebensprinzip

Nach den Banken nun die Zeitungen?
Krach in der Verlegerfamilie Neven DuMont oder: Ödipale Meuterei auf dem Schauberg?

Zur Bilderberg-Konferenz und ZEIT
linkHallo, ist das der Sonderzug nach Bilderberg? – Da muss ich hin
Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit

DIE ZEIT: Liberale Meinungsführerschaft ade? – ein Einwurf
Die ZEIT – eine führende Wochenzeitung auf dem Weg zum „Musikdampfer“?

Zu den Printmedien
Bodo Hombach und die Zukunft der Tageszeitungen – oder: Lokalteil hat Zukunft, WAZ macht Zukunft?

Umsonst ist nicht angemessen? – oder: Ist das Zeitungssterben aufzuhalten?
Darfs ein bisschen weniger sein? Oder: Neues zum Niedergang des Qualitätsjournalismus
Untergang des Qualitätsjournalismus? – oder: Josef Joffe und seine Albträume
Josef Joffe und das Gespenst des drohenden Todes der Tageszeitungen
Rettet Rupert Murdoch den guten Journalismus?
Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung
Alles frei?– oder: Der Streit um das Urheberrecht und seine Vergütung
Die neue Gruner und Jahr Story oder: Von Gruner und Jahr zu Anzeigen und Spar

spionage

Fliegen Schweizer Business Jets für die CIA?

Stephan Fuchs – Gleich zweimal flogen Business Jets mit den Schweizer Registrationskennzeichen HB heikle Missionen die im Zusammenhang mit dem Krieg in Libyen stehen. Einer der Flüge brachte Mousa Kousa, den ehemaligen libyschen Top Geheimdienstchef nach England.

Die Gulfstream 200 mit der Schweizer Registration HB-JGL hob um 11:45 auf der tunesischen Ferieninsel Djerba ab. An Bord; CIA Agenten und eine besonders wertvolle Fracht: der ehemalige Geheimdienstchef Mousa Kousa. Um 15:00 landete die Maschine auf dem militärisch / zivilen Flugplatz Farnborough in England, nahe London. Seither wird Mousa Kousa offiziell verhört. Wie kommen Schweizer Flugzeuge in den Genuss solcher Aufträge?

Der „Main Owner“ der Maschine ist die G200 Aviation in Georg Town auf den Grand Cayman Inseln. Dubios? Der „Main Operator“ ist die TAG Aviation SA in Genf.

kultur

Stadt Bern: Unsinnige Verhältnisse

Lukas Vogelsang – Stolz hat die Stadt Bern, Abteilung Kulturelles, Anfang Jahr veröffentlicht, dass sie wieder 50’000 Franken für den Bereich «Musik der Jungen» (so definiert die Stadt Bern noch immer alle Musikstile zwischen Rock, Pop, Hip Hop, Techno, Folk usw.) zur Verfügung stellt. Dieses Geld wird für Datenträger-Produktionen reserviert – und erst noch in zwei «Halbjahrestranchen » aufgeteilt. Dass die Gesuche zusätzlich in fünf Exemplaren eingereicht werden müssen zeigt, wie modern diese Strukturen sind.

Ein Blick auf die gesprochenen Beiträge aus dem Jahre 2010 zeigt, dass sich diese Beiträge zwischen 1’000 und 3’000 Franken bewegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei GesuchstellerInnen um DJs mit Plattenspieler oder eine 15-köpfige Band handelt, und Studiomiete und wöchige Aufnahmesessions sind ebenfalls egal. Wer mit diesen Beiträgen eine einigermassen professionelle Produktion machen will, würde den Druck und die Grafik vom Booklet bezahlen können – nicht aber die Musik.

Hier werden keine Löhne gerechnet, keine Proberaummieten, keine Studiomieten, keine Arrangeure, geschweige denn ein anständiger Toningenieur, der die Technik einigermassen so hinkriegt, dass eine CD-Produktion die Chance erhält, von einem nationalen Radiosender gespielt zu werden. Das ist ein trauriger Fakt und zeugt nicht von viel Förderwillen. Zum Schluss: Es erhalten so etwa 20 Gesuchsteller zu wenig, um etwas Anständiges zu machen.

Anders sieht es bei Theater- und Tanzschaffenden aus. Diese erhalten doch meistens etwas mehr Geld. Obwohl nicht ersichtlich ist, warum Theaterschaffende wesentlich mehr Geld aus dem Förderungskässeli erhalten, als Tanzschaffende. Das Spektrum bewegt sich hier von 1’000 Franken (Gastspiele) bis zu 40’000 Franken (hauptsächlich Theaterproduktionen).

Eine Tanzkompanie wird zum Beispiel mit 15’000 Franken für zwei Jahre unterstützt, ein Performance- Festival erhält gleich viel für ein sechstägiges Festival. Eine Theaterkompanie – egal wie viele Leute mitspielen – erhält im Schnitt ca. 20’000 Franken für eine einzige Produktion. Zuzüglich Geldern vom Kanton Bern, der in etwa gleich viel beisteuert, wird ein Theater sicher realisierbarer, da die Technik, Requisiten und Proberäume nicht so teuer sind.

MusikerInnen sind also fast um das 10-fache weniger unterstützt und gefördert, als SchauspielerInnen. Eine unverschämte Wertung. Im direkten Vergleich des Bereiches Tanz mit Zürich muss sich Bern verstecken: Dort erhält eine Tanzkompanie für eine Produktion gute 20 – 25’000 Franken, oft mehr, und mindestens drei Kompanien erhalten Dreijahresverträge zu 150’000 Franken. Das sind paradiesische Zustände. Übertroffen werden diese nur noch vom Kanton Bern: Anna Huber erhielt 360’000 Franken für das Produktionsjahr 2010 ausbezahlt (Anmerk: Das war ein Fehler auf den Listen vom Kanton Bern und das haben wir in der Märzausgabe richtig gestellt: Anna Huber hat für total 3 Jahre vom Kanton Bern, der Stadt Bern und der Pro Helvetia 930’000 Franken erhalten, plus Zusätzlich den Choreografiepreis von 30’000 Franken im Jahr 2010 – Die Zahlen stammen von der Anna Huber Compangnie.

Eine interessante Rechnung ergab sich, als ich den Namen und Produktionen auf den Listen von Stadt und Kanton Bern gefolgt bin, und bei einer kleinen Kinder-Theater-Produktion auf einen Förderbeitrag von mindestens 210’000 Franken gestossen bin. Meine Güte, was ist hier geschehen? Es hat sich herausgestellt, dass die betreffende «Fördergeld-Beschafferin» eine professionelle Marketing- und Fundrising-Frau ist. Alle Ihre Projekte werden mit den maximal möglichen Geldern gefördert.

Das ist insbesondere unfair, da nicht jede Gruppe, jede(r) MusikerIn, jede Tanzkompanie über diese Fachkompetenz verfügen kann. Wer also ein «professionelles» Budget vorweist, erhält mehr Geld. Dazu kommt, dass bei Budgets immer versucht wird, ca. 15 Prozent mehr anzugeben, als wirklich benötigt wird, damit der schlussendlich gesprochene Beitrag einigermassen erträglich ist, und man die FundriserInnen auch noch bezahlen kann. Das ist ein unsinniges System und deklassiert jegliches Kulturschaffen – vor allem aber deklassiert es die Fachkompetenz der jeweiligen Jury.

Natürlich werden jetzt viele sagen, man könne Kulturelles nicht miteinander vergleichen. Stimmt: Es gibt in der Tat keine vernünftigen oder logischen Anhaltspunkte, nach welchen Kriterien Fördergelder verteilt werden, und der Vergleich wird unmöglich. Das betrifft die subventionierten Häuser wie die freie Szene. Das Fazit: Die heutige Kulturförderungspraxis ist unfair, ungerecht, unlogisch, politisch motiviert, und wird sicher nicht inhaltlich und fachkundig geführt.

So wird in jeder Stadt eine andere Praxis angewandt, macht jede Kultursubventionsinstitution, was ihr beliebt. Die Intransparenz, wie und warum Gelder verteilt werden, macht den Erklärungsnotstand noch grösser. Die SteuerzahlerInnen werden nicht informiert, die Politik wird instrumentalisiert. Es erstaunt, dass es im Jahr 2011 keine Gewerkschaft oder Vereinigung gibt, die auf solche Missstände hinweist.

Lukas Vogelsang ist Chefredaktor de Berner Kult- und Kulturmagazins ensuite

Medizin

Pest-Seuche und Antibiotika-Resistenz

Dr. Alexander von Paleske — 4.4. 2011 — Die Pest gilt als eine der großen Seuchen der Menschheitsgeschichte. Es gab drei weltweite Epidemien (Pandemien): eine im sechsten Jahrhundert, die zweite im 14. Jahrhundert – die bekannteste – tötete rund ein Drittel der Bevölkerung Europas. Die dritte startete in China im Jahre 1860, und erreichte Hongkong im Jahre 1894. In Indien forderte die Seuche bis zum Jahr 1919 etwa 1 Million Tote. Die weitere Geschichte der Pest siehe hier.

Eine Seuche verliert ihren Schrecken
Die Krankheit, verursacht durch Bakterien des Typs Yersinia Pestis, die durch Rattenflöhe auf den Menschen übertragen werden können, wurde durch verbesserte Hygiene, und durch den Einsatz von Antibiotika seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, erfolgreich bekämpft.

Die Pest ist jedoch keineswegs ausgerottet. Begrenzte Epidemien gab es beispielsweise in Vietnam während des Vietnamkrieges in den 60er und 70er Jahren mit rund 4000 Fällen pro Jahr.

Lokal begrenzte Ausbrüche in den letzten 20 Jahren gab es in Tansania, Vietnam, Demokratische Republik Kongo, Botswana, Simbabwe, und China, aber auch in den USA gibt es mehrere Fälle jährlich.

Keine Ausrottung der Seuche
Die in Deutschland oftmals anzutreffende Ansicht, die Pest sei ausgerottet, ist daher ein Irrtum.

Allerdings hatte die häufigste Form der Pest, die sogenannte Beulenpest, mit dem schmerzhaften Befall von Lymphknoten, vorwiegend im Leistenbereich, aber auch im Halsbereich, ihren Schrecken mit der Einführung von Antibiotika verloren, während die weit weniger häufige Lungenpest nach wie vor eine extrem hohe Todesrate hat.

60 Pest-Opfer in Madagaskar
Vergangene Woche kam die Meldung, in Madagaskar seien 60 Menschen der Seuche erlegen. Hintergrund: Während der Regenzeit mit Überschwemmungen tauchen Ratten vermehrt in Dörfern auf.

Viele Todesfälle entstehen dadurch, dass die Patienten erst sehr spät Krankenstationen aufsuchen stattdessen zunächst „Traditional Healers“ konsultieren. Auch besteht die Möglichkeit, dass die Krankheit mit der Lymphknoten-Tuberkulose, einer anderen Lymphknotenentzündung, oder aber einem Lymphom verwechselt wird, insbesondere dann, wenn keine ausreichende Labordiagnostik zur Verfügung steht.

Na gut, Madagaskar, mögen manche sagen, was interessiert uns das, die ganze Sache erinnert uns bestenfalls an einen Shanty „Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord“.

Die wirkliche Schreckensmeldung betraf jedoch die Resistenz einiger Erregerstämme gegen Antibiotika, ein Stamm war gegen 8 von 10 normalerweise wirksamen, und von der WHO empfohlenen Medikamente resistent.

Deshalb müssten jetzt alle Alarmglocken schrillen, denn diese allgemeine Resistenzentwicklung, über die wir mehrfach berichtet haben, ist nicht auf Madagaskar begrenzt, sondern mittlerweile eine weltweit sich anbahnende Katastrophe:

Die Antibiotika-Resistenz , welche Krankheiten, wie die Pest und die Tuberkulose, wieder zu hochgefährlichen Seuchen zu machen droht, auch verursacht durch den ungezügelten Einsatz der Antibiotika wie in der Tiermast und Massentierhaltung, ist weltweit auf dem Vormarsch.

Hinzu kommt. der unsinnige bzw. nicht wirksame Einsatz von Antibiotika bei der Behandlung von Patienten, z.B. bei banalen Erkältungen.

Die Resistenzentwicklung setzt dabei keineswegs den Einsatz bei der betreffenden Erkrankung voraus, vielmehr können unterschiedliche bakterielle Krankheitserreger diesen „Überlebensvorteil“ als „Info“ z.B. durch Plasmidtransfer , weiterreichen.

Es ist Eile geboten, oder, um mit Willy Brandt zu sprechen: „Beeilt Euch zu handeln, bevor es zu spät ist, zu bereuen“

Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Antibiotika oder Massentierhaltung?

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Bittere Pillen für die Dritte Welt

Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</

Krieg

Libyen: Zweideutige deutsche Position ein absoluter Flop.

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait – Es ist nicht das erste Mal, dass sich europäische Mächte in einen Bürgerkrieg mit Wucht und Gewalt einmischen. Schon im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) stellten sich faschistische Staaten wie Italien und Deutschland mit militärischer Gewalt an die Seite von Franco.

Damals existierten aber nicht die Vereinten Nationen, die gerade deshalb gegründet wurden, um solche barbarischen Interventionen und Angriffe zu verhindern. Die Vereinten Nationen erleben seit den letzten Jahrzehnten eine gravierende Verdrehung ihrer Grundsätze und Ziele durch neue Aggressoren der Weltgeschichte.

Die westlichen Aggressoren stehen in Libyen nicht an der Seite der friedlichen Demonstranten, sondern sie identifizieren sich mit einer Bürgerkriegspartei. Solcher Unsinn ist nicht zu rechtfertigen und verdreht den Sinn und Zweck der Vereinten Nationen, deren Charta die Gewalt verbietet und erst recht die Intervention in einen Bürgerkrieg. Eine militärische Parteinahme im libyschen Bürgerkrieg wäre auch ohne das Verbot der UN-Charta nach bestem Wissen und Gewissen eines jeden gesunden, zivilisierten Menschen unzulässig. Die Charta der Vereinten Nationen sieht auch keine Maßnahmen zur Erzwingung eines Regime-Wechsels vor. Der Raub von Reichtum und Ressourcen eines Landes ist auch nach jedem zivilisierten Code unzulässig.

Gerade darum geht es in dieser unverschämten Intervention einiger westlicher Staaten gegen ein nordafrikanisches Land, das riesige Erdölvorräte besitzt, über die sich der Westen die Kontrolle sichern will. Frankreich ist dabei aufgrund seines Erdölkonzerns besonders engagiert. Es ist nicht das erste Mal, dass mit Hilfe der UN ein Raubkrieg angezettelt wird.

Das UN-Mandat wurde dazu von interessierten Staaten verdreht und missbraucht. Die USA und einige wichtige EU-Staaten bestimmen, was getan wird. Die libyschen Städte werden aber nicht von UN-Streitkräften bombardiert, sondern von NATO-Staaten!

In der Weltstaatengemeinschaft versuchen die europäischen Aggressoren ihre schwindende Glaubwürdigkeit mit Heuchelei zu retten. Ihre Luftangriffe gegen das libysche Volk gehen mit voller Wucht weiter, während einige naive oder dumme Journalisten wie Stefan Kornelius die Öffentlichkeit glauben lassen wollen, dass dadurch, also durch Bomben und Krieg, Zivilisten zu schützen sind: Eine Beleidigung gegenüber der Intelligenz eines jeden normalen Menschen, denn grotesker und zynischer kann es kaum werden.

Jede Art von Krieg erreicht genau das Gegenteil: Er führt nicht zu weniger, sondern zu mehr Opfern. Der normale Menschenverstand erkennt, dass Krieg am allerwenigsten mit und für Menschlichkeit und Menschenrechten geführt wurde und wird. Dreister kann nicht geheuchelt werden. Jahrelang war Gaddafi ein williges Werkzeug westlicher Politik.

Aber vor der Gewalt der großen Mächte kapituliert der normale Menschenverstand der deutschen Öffentlichkeit. Was bleibt, sind bloße Feigheit und Dummheit, wie die SZ-Redaktion gegenüber der Aggression gegen Libyen zu erkennen gibt. Kriegsverfechter schreiben ohne jeden Sinn für Mitmenschlichkeit, ohne jeden Sinn für das Recht und für Gerechtigkeit. Manche pathologische Figuren eines angeblichen Journalismus zeigen sogar offenen Zynismus gegenüber den Opfern: Eine Abnormität, die in einem zivilisierten Journalismus keinen Platz hat.

Frankreich hat die Aggression gegen Libyen gestartet. Libyen fordert zu Recht erneut eine Waffenruhe und eine Notfallsitzung des UN-Sicherheitsrats (28.3.11). Der UN-Sicherheitsrat ist gerade dann zuständig und verpflichtet zu handeln, wenn ein Angriff gegen einen souveränen Staat zustande kommt. Libyen steht unter einer barbarischen Aggression, die erneut einen unmenschlichen Massenmord verursacht.

Die Aggressoren, Frankreich und Großbritannien, die von Anfang an identifizierbar sind, dürfen nicht straflos ausgehen. Gerade diese Aggressoren haben die Funktion des UN-Sicherheitsrats blockiert und ihn kalkuliert durch eine Resolution in die Irre geführt, die wie die bei dem Irak-Krieg zur beliebigen unzulässigen völkerrechtswidrigen Auslegung führte, denn eine UN-Resolution darf niemals entgegen Wortlaut und Geist der UN-Charta im Sinne barbarischer Gewaltanwendung oder Angriffskrieg interpretiert werden.

Hier liegen das Vakuum und die Ignoranz der meisten Journalisten, die den Irak-Krieg nie richtig analysiert haben, auch nicht die Bomben-Angriffe auf Belgrad und deshalb leicht zu manipulieren sind. Rechtsethik und Völkerrecht gehören endlich in den Lehrplan aller Journalistenschulen in Deutschland. Journalisten, Redakteure, die das Völkerrecht nicht verstehen oder unbeachtet lassen, müssen gegebenenfalls wegen Volksverhetzung belangt werden können und ihren Arbeitsplatz verlieren.

Eine große Enttäuschung für die ganze Welt, nicht nur für die Arabische Welt, ist die widersprüchliche Haltung der USA unter Präsident Barack Obama. Gefangen in einem Lügen-Syndrom will er keinen weiteren Krieg anstiften und keinen Krieg gegen Libyen sehen und nichtsdestotrotz hat Obama den Krieg erlaubt und sogar die NATO-Kriegsmaschinerie dazu eingesetzt, um amerikanische Kosten zu sparen.

Dadurch wurde die NATO noch einmal ein mörderisches Instrument für Aggressionen. Nach Jugoslawien und Afghanistan führt die NATO erneut Krieg, diesmal unter leitender Beteiligung von Frankreich und Großbritannien. Durch ihre Bombardierungen wird Menschenleben vernichtet, die NATO muss sich also für Massaker, Massenmord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.

Der Leiter des Apostolischen Vikariats in Tripolis, Bischof Giovanni Innocenzo Martinelli, ein italienischer Franziskaner, hat sich strikt gegen den Krieg gegen Libyen gewandt und die Bombardierungen mehrfach verurteilt: „Die sogenannten humanitären Angriffe haben Dutzende zivile Opfer in … Tripolis getötet.“ (31.3.11). Der Papst Benedikt XVI darf nicht weiter schweigen, sondern muss sich sofort einschalten, wie schon einmal in einer ähnlicher Lage sein Vorgänger Johannes-Paul II den Angriff der USA unter George W.Bush auf den Irak entschieden und energisch verurteilte.

In diesem Zusammenhang ist die deutsche Position schmerzlich zweideutig und opportunistisch. Anstatt die UN-Resolution im UNO-Sicherheitsrat (17.3.) abzulehnen oder mindestens angesichts des verhängnisvollen Präzedenzfall Irak einen vorherzusehenden Angriff expressis verbis zu verbieten, hat sich Berlin seiner Stimme enthalten (17.3.), aber nicht aus völkerrechtlichen Gründen wie von einer Regierung eines freiheitlichen Rechtsstaates natürlich zu erwarten und wünschenswert gewesen wäre.

Der deutsche Position entlarvte sich zwei Tage nach der UN-Resolutionsannahme als absoluter Flop: Als Frankreich, die USA und Großbritannien ihre barbarische militärische Aggression gegen Libyen begannen (19.3.), begrüßte der Außenminister Guido Westerwelle die Übernahme der Angriffe durch die NATO (24.3.). Auf diese Weise kommt aus Deutschland keine Hoffnung für eine Welt in Stabilität und Frieden, in der kein Volk mehr in Angst vor Krieg und Massenmord leben sollte.

Fast die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung (Gallup-Umfrage: 47%) bleibt bei Sinnen und lehnt die Luftangriffe gegen Libyen ab. Der Kongress in Washington fühlt sich übergegangen, und die Kritik an Obama wird zu Recht immer lauter.

Dieser Präsident hatte eine Wende der internationalen Politik und die Wiederherstellung des Völkerrechts versprochen, eine weltweite notwendige anzustrebende Wende, die mit den vergangenen kriminellen US-Handlungen brechen wollte.

Stattdessen hat sich Präsident Obama für die Aktivitäten von CIA-Agenten in Libyen schon vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten festgelegt, wie die New York Times am 30.3. bestätigt.

Die von Saudi-Arabien angeführten Golfstaaten haben sich für die Militärintervention zugunsten der libyschen Rebellen stark gemacht. Dadurch wurde die Handlungsfähigkeit der Arabischen Liga geopfert. Jedoch blieb der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, mit Würde von der Londoner Libyen Konferenz (22.3.11) fern, genauso wie die Afrikanische Union, als dort die Aggressoren sich anmaßten, über die Zukunft Libyens zu entscheiden und unter sich das Land wie eine Beute zu teilen.

Der Außenminister Guido Westerwelle könnte von der klaren Fernhaltung des Generalsekretärs der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union die Würde arabischer und afrikanischer Politiker lernen, die trotz allem die Falschheit und Bosheit des Westens erkannt haben. Darüber hinaus hatten die Afrikanische Union und das südamerikanische ALBA-Bündnis noch vor Beginn der Kampfhandlungen den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma beziehungsweise den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez als Vermittler vorgeschlagen.

Die libysche Regierung hatte beiden Vorschlägen zugestimmt, aber die Rebellen, von ihren westlichen Unterstützern aufgehetzt, lehnten sie ab. Deutschland hätte sich für eine Vermittlungs- und Verhandlungslösung einsetzen müssen, statt sich an die USA zu hängen.

Ein Bürgerkrieg wie in Libyen kann nicht beendet werden, wenn westliche Staaten zugunsten einer Seite intervenieren. Im Gegenteil wird dadurch die Eskalation des Bürgerkriegs vorprogrammiert und aufgeheizt. Der Sicherheitsrat ist aufgerufen, die Aggression zu beenden.

Zu begrüßen ist die Entscheidung Tripolis, mit Zustimmung der nicaraguanischen Regierung von Präsidenten Daniel Ortega, Miguel D’Escoto als Botschafter von Libyen vor den Vereinten Nationen zu nominieren (22.3.). Miguel D’Escoto war sandinistischer Außenminister Nicaraguas und ein Jahr lang ab September 2008 amtierender Präsident der UN-Vollversammlung. Er kennt die Vereinten Nationen wie seine eigene Hand. Als Präsident der UN-Vollversammlung zeichnete sich Miguel D’Escoto als erhobene Stimme der von den Großmächten meist ignorierten weltweiten Staatenmehrheit aus.

Vor seiner Abreise nach New York sagte er, Nicaraguas Präsident Daniel Ortega habe ihn beauftragt „in effektivster Weise dafür zu kämpfen, damit das Massaker in Libyen gestoppt wird. Dies ist eine Demonstration der Solidarität mit dem großartigen libyschen Volk, damit es über Gerechtigkeit und auf friedlichen Weg den Frieden finden möge.“ US Präsident Barack Obama übertreffe mit seiner imperialen Praxis mittlerweile seinen Amtsvorgänger George W. Bush und sei „zur schlimmsten Bedrohung für den Frieden und die internationale Sicherheit geworden.“

Bemerkenswert ist, dass die Nominierung des neuen Botschafters Libyens vor den Vereinten Nationen mit der Londoner Libyen Konferenz (22.3.) zusammenfällt. Sie wirkt als diplomatische Antwort des betroffenen Landes auf die britischen Anstrengungen, die Regierung in Tripolis zu desintegrieren.

Die Abwesenheit in London des Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, und der Afrikanischen Union sprechen für sich selbst über eine aktive Diplomatie hinter den Kulissen, um die Aggression zu stoppen. Gerade diese wichtige ägyptische Persönlichkeit, Amr Mussa, möglicher zukünftiger Präsident von Ägypten, zeigt London die kalte Schulter.

Gewiss ist er zusammen mit anderen großen ägyptischen politischen Persönlichkeiten wie El Baradei, ehemaliger Generalsekretär der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), überhaupt nicht mit der Aggression gegen sein Nachbarland einverstanden. Dass westliche Medien darüber schweigen, bedeutet nur, dass es nicht zur westlichen Interessenlage und NATO-Aggression passt, über öffentliche Erklärungen und Schritte dieser Politiker zu berichten. Auch über Ägypten ist momentan nichts in deutschen Medien zu vernehmen.

Ebenso zu beachten ist die Spaltung der NATO bei der Unterstützung der Rebellen. Das lässt ahnen, dass die Türkei zusammen mit anderen Ländern mit der kriegerischen Allianz gar nicht einverstanden ist. Es gibt keine westlich-arabische Koalition.

Diese Desinformation ist von interessierten westlichen Medien gezielt lanciert, um das mörderische Vorhaben des Westens vor den arabischen Staaten zu vertuschen. Lediglich ein Paar reaktionäre arabische Monarchien – Saudi-Arabien und die Golf-Emirate – spielen das mörderische Spiel der westlichen Aggressoren. Solche Reaktionäre sind überhaupt nicht repräsentativ für die arabische Welt, sondern leicht zu steuernde Marionetten des Westens.

Es ist an der Zeit, dass die Arabische Liga ihre Unabhängigkeit vom Westen wiedererlangt und ihren Kopf wieder über die reaktionären Staaten erhebt. Die Golfstaaten konnten die friedlichen Protestbewegungen in ihren Ländern brutal niederschlagen, ohne die Intervention aus Washington, Paris, Rom und London fürchten zu müssen.

Russland kritisierte erneut die Luftangriffe auf Libyen als „unerlaubte Militärintervention“. Es wäre aber wünschenswert und konsistenter gewesen, hätten sich Russland und China eindeutig gegen eine zweideutige UN-Resolution gestellt und mit ihrem Veto opponiert, vor allem nach der verhängnisvollen Erfahrung mit dem Irak- und Afghanistan-Krieg, wo UN-Resolutionen ebenso willkürlich und skandalös missbraucht wurden.

Deutschland hätte auch seine richtige Einstellung solider und entschiedener auf Basis des Völkerrechts vor der Weltöffentlichkeit darstellen müssen, vor allem weil es darum geht, sich von zwei europäischen Aggressoren fernzuhalten. Aggressoren müssen isoliert werden. Der französische Kriegspräsident ist eine Schande für das französische Volk, auch für Europa, eine Schande, die weit über die Korruption des inkompetenten Franzosen hinausgeht.

Libyen unterhält derzeit diplomatische Beziehungen mit der Mehrheit der Weltstaatengemeinschaft. Deutschland zählt offiziell zu dieser Mehrheit.

sendenDie Autorin Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist Juristin und Diplomatin a.D.

Katastrophen

Nicht genügend Dosimeter – Die Skandale um Fukushima nehmen kein Ende

Dr. Alexander von Paleske— 2.4. 2011 — In jeder Röntgen- und Strahlenabteilung von Krankenhäusern ist es untersagt, ohne Dosimeter zu arbeiten.

Dosimeter zeigen die Strahlenbelastung an, denen Mitarbeiter im Laufe einer bestimmten Zeit ausgesetzt sind.

Nachdem der Reaktorunfall Fukushima durch die völlig ungenügende Sicherung der Notstromaggregate vor einer Flutwelle ausgelöst worden war, weil mangels Stromversorgung die Pumpen für den Kühlkreislauf ausfielen, stellt sich nun heraus, dass nicht einmal genügend Dosimeter für alle am Kernkraftwerk – oder was davon übrig geblieben ist – unter Extremstbedingungen arbeitenden Nothelfer vorhanden sind.

Mit anderen Worten: es ist unklar, ob sie sich einer gesundheitsschädlichen oder gar potentiell tödlichen Strahlendosis aussetzen oder nicht.

Arbeiter sollen sich angeblich Dosimeter teilen. Wie das funktionieren soll – die Arbeiter marschieren ja nicht als siamesische Zwillinge durch die Ruinen des Atommeilers – bleibt völlig unklar.

Tepco erhielt daraufhin eine Verwarnung der japanischen Atomsichersicherheitsbehörde NISA..

Ausserdem wurde bekannt, dass Tepco offenbar doch nicht verstaatlicht werden soll. Ministerpräsident Kan wies derartige Meldungen als unwahr zurück.

Motto: „Macht euren Dreck alleine“, anstatt dies als nationale Aufgabe zu begreifen, zumal angesichts all der Lügen, die Tepco bisher ausgestreut hat, und Tepco’s grandioser Inkompetenz.

In einem Interview mit der ARD erklärte Tepco-Pressesprecher Yoshimi Hitosugi:

Zur Zeit sind etwa 400 Leute im Einsatz, 80 bis 90 Prozent von ihnen sind Tepco-Angestellte. Die anderen arbeiten bei Tepco-Partnern, der Feuerwehr, der Selbstverteidigungstruppe und Reaktor-Herstellerfirmen. Die Arbeiter tragen Dosimeter und sind Radioaktivitätswerten ausgesetzt, die unter den festgelegten Werten liegen. Sie werden im Schichtsystem eingesetzt. Wenn es nötig ist, übernachten sie in einem Gebäude auf dem AKW-Gelände. Ernähren müssen sie sich leider mit Notfall-Rationen.

Verharmlosungen und glatte Lügen.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass Obdachlose und Jugendliche als „Wegwerfarbeiter“ in Kernkraftwerken in Japan zum Einsatz kamen.

Was sich in alledem zeigt:

– Völlig unzureichende Vorbereitung auf einen derartigen Notfall

– Grenzenlose Menschenverachtung

Der Einsatz der Arbeiter durch die Betreiberfirma Tepco erinnert fatal an den Einsatz von Kamikaze-Fliegern im zweiten Weltkrieg.

Währenddessen hat sich der Chef von Tepco erst einmal krank gemeldet: Hoher Blutdruck und generelles Unwohlsein. Nicht durch Strahlen, sondern durch Stress ausgelöst. Kann man verstehen.

Und der japanische Premier Kan besuchte gestern erstmals die von dem Erdbeben und Tsunami heimgesuchten Gebiete – drei Wochen nach der Katastrophe-.

Mehr Skandale in Verbindung mit dem Reaktorunfall Fukushima

Japan: Hochrisikotechnologie und mangelnde Risikovorsorge, ein hochgefährlicher Cocktail

SATIRE

Thilo Sarrazin: Warmwasserduschen und die Bundesbank-Schrottmillionen

Dr. Alexander von Paleske —- 2.4. 2011 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Thilo Sarrazin
Deutschlanderneuerungsirrpfad 1
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

verschiedene Presseveröffentlichungen veranlassen mich, wieder eine Meldung an das Deutsche Volk abzusetzen, um es gegen Abschaffung und Fehlinformationen zu feien.

Wie aus Schrottgeld Millionen wurden
Diese Woche berichtete die Presse über ein Ganovenstück: Euro- Münzschrott, von der bundeseigenen Verwertungsgesellschaft VEBEG versteigert, landete in China und wurde dort in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammengesetzt. Anschließend kam der verhübschte Schrott als komplette Münzen zurück und wurde bei meinem früheren Arbeitgeber, der Bundesbank, gegen Euro-Scheine eingetauscht. Als Transportmittel von und nach China wurde die Lufthansa bzw. deren Stewards/Stewardessen benutzt.

Wie ich bereits in meinem Schinken „Deutschland schafft sich ab“ ausführte, ist das die logische Konsequenz der Beschäftigung von immer mehr Ausländern bei unseren deutschen Firmen.

Ich bin überzeugt davon, dass die Transporttäter bei der Lufthansa ausschließlich der sogenannten Lufthansa-Beschäftigungs-Globalisierung zugerechnet werden müssen.

Die Süddeutsche Zeitung erdreistete sich nun zu behaupten, ich sei für den Bereich Münzwesen während meiner produktiven Phase bei der Bundesbank zuständig gewesen, sie mir insoweit offenbar versucht, eine Mitverantwortung zuzuschieben.

Ich bin für diesen nicht sehr attraktiven Bereich zwar auch mal zuständig gewesen. Ich muss aber klarstellen, dass ich nicht zum Schalterdienst eingeteilt war.

Außerdem war ich in dieser Zeit voll damit beschäftigt, meine Forschungen im Bereich der Deutschlandabschaffungsverhinderung zu vertiefen, die ich anschließend in meinem Abschaffungsschinken zu Papier brachte.

Meine Feinde behaupten nun, , dass es doch eine Gemeinsamkeit des SZ-Artikels und meiner Forschungsarbeit gebe: Der Artikel in der SZ hat den Titel: Wie aus Schrott Millionen wurden.
Mein Abschaffungsschinken aber hätte auch den Untertitel haben können: Wie ich mit (geistigem) Schrott Millionär werde.

Eine unglaubliche Frechheit.

Kaltduschen abgeschafft
Was mich zur Zeit besonders empört, und was ich als einen weiteren Schritt zur finanziellen Abschaffung Deutschlands sehe, ist die Gewährung von Warmwassergeld für Hartz-IV Empfänger.

Ich habe bereits mehrfach ausgeführt, dass Kaltwasserduschen insbesondere für Hartz IV- Empfänger äußerst gesund ist, und den Körper wieder fit macht für die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

Die Änderung des Hartz IV Gesetzes vom 29.3. 2011 wonach nicht nur für die Zukunft – das ist schon schlimm genug – sondern auch nachträglich Warmwassergeld gewährt werden soll, ist geradezu lächerlich. Für die Vergangenheit kann ja wohl nicht noch geduscht werden.

Ich werde mich bald wieder zu Wort melden, um die politischen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen in Deutschland zu geißeln.

Deutschland, Gute Nacht !

Euer

– politisch-kaltduschender Pofi-Aufmischer,

– selbsternannter Integrationsfachmann,

– Sprecher der Obsthändler- und Kopftuch-Crisis Group,

– Hartz IV-Nahrungsmittelspezialist,

– Unterschicht-Heizungskosten-Spar-Consultant,

– Stammes-Intelligenz-Gen-Erstbeschreiber

– Gendatenbanker,

– Ex-Nebengleis-Bundesbanker,

– Berlin-Kaputtsparer

Thilo Sarrazin

E-Mail avpaleske@botsnet.bw

Mehr Satire zu Sarrazin
Das geistige Entsorgerquartett – Eine neue Show für das ZDF

Sarrazin: Deutschland, mein zweites Buch ist in Arbeit
Thilo Sarrazin: Gute Nacht Deutschland, ich bin wieder da und noch mehr
Sarrazin – Sag zum Abschied leise: EINEN RIESEN MEHR
Herbert Rechtslastig schreibt an BILD-Chefredakteur Kai Diekmann
Buchsensation des Jahres: Sarrazins Weisheiten oder: Deutschland durch die Brille eines politischen Kaltduschers
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin
Herbert Rechtslastig schreibt an SPD-Andrea Nahles
Thilo Sarrazin muss Bundesbankpräsident werden
Bundesbanker Thilo Sarrazin schreibt an Deutschkbanker Josef Ackermann
Post für Thilo Sarrazin

Israel

Geheimdienst Mossad – Bilanz der letzten 20 Monate: Piraterie, Mord, Kidnapping

Dr. Alexander von Paleske — 1.4. 2011 —Für den israelischen Geheimdienst gilt der Grundsatz: Der Zweck heiligt alle Mittel: ALLE.

Dazu gehören Ermordungen. So im Falle des im vergangenen Jahre von einer, mit gefälschten deutschen irischen und britischen Pässen ausgerüsteten, Crew israelischer Agenten in Dubai getöteten Hamas-Funktionärs Mahmoud al-Mabouh.

Oder Kaperungen fremder Schiffe in Hoheitsgewässern anderer Länder, wie das Frachtschiff „Arctic Sea“ im Juli 2009 auf der Ostsee. (Der Überfall auf die Gaza Flottille war nicht eine Mossad-Aktion, sondern von der israelischen Armee ausgeführt)

Gelegentlich trifft es bei den Mossad Aktionen völlig Unbeteiligte, wie die Ermordung des Tunesier Ahmed Bouchiki durch eine Mossad-Todesschwadron 1973 in Lillehammer/Norwegen.

Der Fall Dirar Abu Sisi
Am 19 Februar 2011 hat der Mossad wieder zugeschlagen : Die Entführung eines palästinensischen Zivilingenieurs namens Dirar Abu Sisi aus einem Zug in der Ukraine und Transport in ein israelisches Gefängnis.

Auch die jetzige Entführung traf offenbar einen Unbeteiligten: Abu Sisi ist stellvertretender Chef eines Kraftwerks in Gaza, der sich zu Besuch in der Ukraine aufhielt.

Abu Sisi hatte in der Ukraine studiert und ist mit einer Ukrainerin verheiratet, beide haben sechs Kinder. Er beabsichtigte, jetzt mit seiner Familie in die Ukraine auszuwandern, und kümmerte sich um die Formalien.

Dem Mossad ist offenbar jedes Mittel recht, um an Informationen über die Hamas, und insbesondere über den Aufenthalt des von der Hamas gefangen genommenen israelischen Soldaten Gilad Schalit heranzukommen.

Netanyahu torpediert Abkommen zur Freilassung
Der einfachste Weg, Schalit freizubekommen, ihn nämlich gegen in israelischen Gefängnissen einsitzende Palästinenser auszutauschen, war von einem Vermittler des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND), der zuvor bereits erfolgreich einen derartigen Austausch zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon vermittelt hatte, schon unterschriftsreif ausgehandelt worden.

Das Abkommen wurde jedoch von Israels Premier Netanyahu torpediert. Netanyahus Plan ist es ganz offensichtlich, Schalit durch eine Befreiungsaktion rauszuholen, was gleichzeitig das Image Israels stärken soll.

Motto: Wir erfahren alles, bekommen jeden raus, uns kann keiner.

Dabei hätte schon alleine das immer noch ungeklärte Schicksal des israelischen Flugingenieurs Ron Arad, der 1986 über dem Libanon abgeschossen worden war, und seitdem verschwunden ist, Netanyahu eines Besseren belehren müssen.

Israel hat über den Fall Abu Sisi eine Nachrichtensperre verhängt, die Medien dürfen nicht darüber berichten.
Der Verteidigungsminister Ehud Barak konnte gestern der Presse die Mär von einer „gerechtfertigten Entführung“ berichten, während selbst die israelische Tageszeitung Jerusalem Post, gestützt auf eigene Infos aus Gaza, berichtet, dass Abu Sisi weder dem militanten Flügel der Hamas angehört, noch über den Aufenthaltsort des israelischen Soldaten Schalit etwas weiss.

Gestern nun wurde Abu Sisi unter Ausschluss der Öffentlichkeit einem Richter vorgeführt.Dabei hatte er – gemessen an israelischen Verhältnissen – zeitlich noch Glück gehabt. Andere haben monate- bzw. jahrelang auf Gerichtsverfahren warten müssen.
.
Für Israel geht es jetzt offenbar im Fall Abu Sisi einzig und allein darum, das kriminelle Vorgehen des Mossad , das zu einer Riesenblamage zu werden droht, durch eine zusammengezimmerte Anklage im Nachhinein zu rechtfertigen.

Abu Sisi sollen jetzt Hamas-Kontakte angelastet werden, nur in Israel strafbar, und ein Vorwurf, der nie und nimmer einen Auslieferungsantrag gegenüber der Ukraine gerechtfertigt hätte.

Aber: Israel braucht wohl kein förmliches Auslieferungsabkommen bzw. braucht keinen förmlichen Auslieferungsantrag zu stellen: Wozu die Bürokratie, wir haben doch den Mossad.

E-Mail avpaleske@botsnet.bw

Zum Mossad
Noch ein Mossad Mord?
Eine Visitenkarte und die Mossad-Affäre von Lillehammer

Ein “investigativer“ israelischer Journalist und Geschichten, die der Mossad erzählte

Kaperung des Frachters Arctic Sea im Juli 2009
Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung
Arctic Sea-Kaperung 2009: Entführer ohne hinreichende Sachaufklärung jetzt verurteilt
Kaperung der Arctic Sea – die Indizienkette beginnt sich zu schliessen
Kaperung der Arctic Sea – Mehrfacher Waffenschmuggel?
Arctic Sea: Die Öffentlichkeit wird getäuscht
Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt
Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Arctic Sea – Die Besatzung ist frei, die Fragen bleiben

Israels Waffenlieferungen in den Iran einschliesslich Massenvernichtungswaffen
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran

Konflikt Iran-Israel allgemein
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT
Raketenabwehr am Persischen Golf – Vorbereitung auf Irans Angriff oder Gegenschlag?
Gasmaskenverteilung in Israel: Kriegsvorbereitungen gehen weiter
Nach der Sicherheitskonferenz in München: Mit der iranischen Atombombe leben oder Krieg?
Israel bereitet sich auf einen Vergeltungsschlag des Iran vor
Greift Israel den Iran an ?
Sindbad, der Iranfahrer oder: wie man beim BND einen nutzlos gewordenen „Top-Spion“ los wird

SATIRE

Guttenberg und die Wahrheit – Das Märchen vom ehrlichen Karl

Sonja Wenger – Gutenberg, äh, Guttenberg, Guten Tag», witzelte das SWR3-Radio kürzlich über die Plagiatsaffäre um Deutschlands Verteidigungsminister Baron Karl Theodor von und zu und vielleicht auch nach Guttenberg. Und da Titel heutzutage wieder wichtig zu sein scheinen, titelte das Magazin «Der Spiegel» Ende Februar «(Dr.) Guttenberg und die Wahrheit – Das Märchen vom ehrlichen Karl».

Die «Bild»-Zeitung schlug sich wie immer auf die Seite des Titel-, Verzeihung, Rechtlosen und titelte: «Gut – Guttenberg bleibt». Die «Süddeutsche Zeitung» wiederum titelte zurückhaltender, widmete «Gutti» aber genüsslich viele Seiten mit Berichten, Analysen, Kommentaren. «Es ist eine Verschwörung von Neidern», brüllten deshalb die Anhänger, denn der sonst so gerne benutzte Terminus «Gutmensch» für die
echten und vermeintlichen Feinde hat in diesem Fall einen ungünstigen Beiklang – abgesehen davon, dass sich der Beschuldigte mit untrüglich fehlendem gesellschaftlichen Gespür stets aufs neue selber lächerlich macht.

Nun gut (Ha!), es sind harte Zeiten für Fans. In Windeseile entstanden Dinge wie «GuttenPlag Wiki» und echte Satire: Endlich hat Deutschland wieder etwas, über das es sich echauffieren kann.

Es ist aber auch kein Wunder. Schliesslich werden noch so «bedrückende» Themen wie – Achtung: angepasstes Plagiat! – «der Streit über Hartz IV, die Bildungsarmut vieler Kinder und der Aufruhr zwischen Algerien und Iran» irgendwann irgendwie langweilig – besonders, wenn es zu viele Titel dazu gibt.

Apropos langweilig: Was macht eigentlich Paris Hilton – ausser sich die Geburtstagstorte klauen zu lassen? Das Mädel ist in den einschlägigen Tratschspalten inzwischen unter ferner liefen abgeklatscht. Sie wurde klammheimlich abgelöst von einer Myriade jüngerer Mädels, die – man fasst es kaum – noch uninteressanter sind: Fast erwachsene Töchter aus berühmtem Hause, Model-Frischfleisch, Dauerschwangere, Ewigverlobte und Frischgeschiedene dominieren die bunten Blätter. Und nicht einmal die mit echten Titeln kriegen echte Skandale hin – mal abgesehen davon, dass kaum jemand noch weiss, was ein echter Skandal überhaupt ist. «Diana-Gate» ist schliesslich lange her.

Heutzutage werden hierzulande vom «Medien- Biest» Bagatellen zu Pseudo-Skandalen aufgebauscht, während anderswo die hochgetitelte Revolution schon wieder zusammengeschossen wird. Aber eben: In unserem wattierten und von der Grenzschutztruppe Frontex bewachten Europa können wir es uns leisten, täglich den Hochzeitscountdown von William & Kate auszuzählen, während im Rest der Welt Diktatoren, Wahlfälscher, Könige und Könige der Könige ihre Völker mit Waffen, Hunger und Dummheit im Mittelalter halten. Aber wahrscheinlich glauben sie, dass damals Titel noch was wert waren.

Krieg

Senior Libyan official resigns, new blow to regime

onlineredaktion – A senior Libyan official says he is resigning his post, the second high-profile defection from Muammar Gaddafi’s regime in as many days.

Ali Abdel-Salam al-Treki is a former foreign minister and had been named to represent Libya at the UN after a wave of defections early in the uprising. But he says in a statement posted Thursday on several opposition websites that he’s decided to resign that post. The announcement comes a day after ex-Libyan Foreign Minister Moussa Koussa flew to England and told the British government he was resigning as well.