spionage

Anonymous plans defense for Bradley Manning – promises a media war

Steve Ragan – Given his treatment while in confinement, as well as the list of new charges against him, Bradley Manning has gained another set of champions to his dilemma. Anonymous has promised to avenge Manning, and wage a media war with the U.S. military.

The Tech Herald has spoken to one of those involved for a rundown of current events.

„Manning is an absolute hero. If this means me going to fucking prison, then that’s fine,“ said Barrett Brown earlier today in an interview.

Brown, best described as a self-styled spokesperson for Anonymous, who enjoys some support from the loosely associative group, but some detraction as well, is well-known to us in the media.

He comes from a military family, and has a deep respect for the fighting troops he said. Yet, Mannings treatment while in custody at the Quantico Brig has Brown and others working with him outraged.

Earlier today, Brown said that Manning must be given clothes, sheets, blankets, and access to books within the week, adding that Anonymous plans for those responsible for his conditions will play out in the public soon.

On the evenings of March 2 and March 3, Bradley Manning was forced to strip naked, remaining under observation in this condition within his cell for seven hours each night. The following mornings, still without any clothing, Manning was forced to stand at attention outside his cell as the Duty Brig Supervisor (DBS) arrived. Manning was later given his clothes.

This type of degrading treatment is inexcusable and without justification. It is an embarrassment to our military justice system and should not be tolerated No other detainee at the Brig is forced to endure this type of isolation and humiliation, commented David Coombs, the lawyer representing Manning, who was once a Lieutenant Colonel in the U.S. Army.

The type of treatment given Manning is something that is a bit of an open secret. Its used to break the will of the detainee and make them dependent on the interrogator, or the persons holding them. While an effective means of non-lethal coercion, it is frowned upon due to the damaging impact on a detainees mental health.

Such acts of isolation and embarrassment, or personal humiliation, have led to suicide attempts and extreme depression. Examples of this type of treatment were well established, as events at Guantanamo Bay prison were made public.

Anonymous outrage started after it was learned that Manning was to be charged with 22 additional counts, one of which could carry the death penalty. However, the military has said that the death penalty is off the table.

Manning was initially charged with 12 counts of illegally downloading and sharing a military operations video, as well as diplomatic documents and cables.

The new charges against him, added this week, include aiding the enemy, theft of public property or records, computer fraud, transmitting defense information in violation of the Espionage Act, and wrongfully causing intelligence to be published on the internet knowing it would be accessible to the enemy.

Read all @ The Tech Harald

afrika

China und Afrika – wohin geht die Reise?

Dr. Alexander von Paleske 28.3. 2011 — Im Dezember des Jahres 1963 bereiste der damalige chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai Afrika und verkündete „Afrika ist reif für die Revolution“.
Die Schockwellen der damaligen Ankündigung waren aber eher bescheiden.

Die Volksrepublik China war damals selbst noch Entwicklungsland, und der Kolonialismus war dabei, wie sich am Beispiel Zaires, des ehemaligen Belgisch- Kongo (jetzt Demokratische Republik Kongo )am deutlichsten zeigte, zum Neokolonialismus zu werden, mit Stellvertreterkriegen, Söldnern und der Stützung von Diktatoren wie Mobuto Sese Seko in Zaire, und der Zusammenarbeit mit Apartheid-Südafrika.

Der im Jahre 1971 von dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger angeforderte Tar-Baby-Report prophezeite noch eine lange Phase der weißen Vorherrschaft im südlichen Afrika, also in Angola, Mozambique, Namibia, Simbabwe und Südafrika.

Eine glatte Fehleinschätzung wie sich alsbald herausstellen sollte.

China hingegen unterstützte alle Befreiungsbewegungen, soweit es konnte, mit Waffen und Ausbildung von Freiheitskämpfern, darunter die drei Befreiungsbewegungen von Angola, die Befreiungsbewegungen Simbabwes, ZANU und ZAPU, während die Sowjetunion nur diejenigen unterstützte, die sie für „fortschrittlich“ hielt, was im Wesentlichen bedeutete: die am ehesten nach ihrer Pfeife tanzen würde, den Warschauer-Pakt-Einmarsch in der Tschechoslowakei 1968 rechtfertigten, bzw. ihn nicht in Frage stellten und am besten in ihr strategisches Konzept passten

So hatten sie der ZANU erklärt, sie sei keine richtige Befreiungsbewegung , sie sollten „zur Hölle fahren“ und gaben zunächst keine Hilfe. Sie setzten auf die ZAPU.
Das chinesische Prinzip der Nichteinmischung in die internen Angelegenheiten anderer Länder sollte sich wie ein roter Faden in der chinesischen Außenpolitik fortsetzen, bis zum heutigen Tage.

Großprojekte mit China
Aber die Hilfe für Afrika war umfangreicher.
Als imJahre 1964 Sambia und Tansania, um von den Transportwegen durch das damalige Rhodesien und Südafrika unabhängig zu werden, bei der Weltbank um einen Kredit zur Finanzierung einer Eisenbahnlinie von Sambia an den Indischen Ozean, nach Dar-es-Salaam, nachfragten, wurden sie abschlägig beschieden.

China, obgleich selbst damals Entwicklungsland, sprang ein, schickte 25.000 Arbeiter und Ingenieure und baute die 1850 Kilometer lange Uhuru- (jetzte Tanzania-Zambia Railway oder kurz Tazara) in extrem schwierigen Terrain in einer Rekordzeit..

Anschließend kehrten die Chinesen wieder in ihre Heimat zurück.

The times they are changing
China 2011 ist nicht mehr das China von 1963 oder 1975, weder wirtschaftlich, noch politisch..

Als zweitgrößte Wirtschaftsmacht geht es heute für die Volksrepublik nicht mehr um die Unterstützung für Befreiungsbewegungen oder selbstlose Hilfe, sondern um den Nachschub von Rohstoffen für die eigene Produktion und um Absatzmärkte für die eigenen Produkte.

China ist nicht nur im Kapitalismus voll angekommen. sondern auch in der internationalen globalen Konkurrenz, in jeder Hinsicht.

Rohstoffe, an erster Stelle rangieren Erdöl, aber auch Kupfer, Coltan, Uran, Nickel und Gold werden knapper, und sie sind in vielen Fällen gerade für die Industrienationen (noch) unverzichtbar.

Gemeinsam ist allen industrialisierten Ländern, dass ihre Rohstoffbasis entweder sehr begrenzt ist (Beispiel China und USA), oder aber so gut wie gar nicht gar nicht vorhanden ist, wie im Falle Westeuropas.
China, das bis zum Jahre 1992 noch Erdöl exportierte, ist selbst mittlerweile zum zweitgrößten Ölimporteur nach den USA aufgestiegen.

Rohstoffbonanza in Afrika
Afrika ist der Kontinent mit den wohl noch größten Rohstoffreserven, ob es Erdöl ist, wie im Falle Libyens und Westafrikas (Nigeria, Angola, Gabun, Äquatorial Guinea um nur die größten zu nennen) oder Uran in der DRC, Niger und Namibia.
Kupfer im Kongo, Sambia und Simbabwe, Coltan im Kongo, Diamanten in Botswana, Südafrika, Angola, DRC und jetzt auch in Simbabwe. Kohlevorkommen in Südafrika und Simbabwe, Platin in Südafrika und Simbabwe. Die Liste ließe sich noch um einiges fortsetzen.
Allein die DR Kongo sitzt auf (bisher bekannten) Rohstoffreserven im Wert von schätzungsweise 27 Billionen US Dollar.

Und die Rohstoffpreise zeigen seit einiger Zeit nur in eine Richtung: Nach oben.

Während in der Vergangenheit die Verkäufer von Rohstoffen sich gegenseitig unterboten, statt Verkaufskartelle wie die OPEC zu gründen, überbieten sich jetzt die Käufer.

Bei der Jagd nach, und bilateralen Verträgen zur Ausbeutung von Rohstoffen, hat die Volksrepublik China in Afrika einen unbestrittenen Vorteil: anders als alle anderen industrialisierten Länder hat China weder eine koloniale, noch eine (wie die USA) neokoloniale Vergangenheit.
Und darum hat China exzellente Beziehungen zu allen Ländern Afrikas, insbesondere natürlich denen, deren Befreiungsbewegungen es einst unterstützt hatte, das trifft vor allem auf das südliche Afrika zu.

So ist es kaum überraschend, dass Angola mittlerweile mehr Erdöl nach China liefert, als einst Saudi-Arabien.
China kann daher problemlos mittlerweile den Westen ausstechen, zumal es mehr Entwicklungshilfe nach Afrika leistet, als Westeuropa verbunden mit dem nach wie vor geltenden strikten Prinzip der Nichteinmischung.

Im Jahr 2000 wurde in Beijing das dreijährlich stattfindende China-Africa Cooperation Forum (CAAF) ins Leben gerufen, begleitet von einem Schuldenerlass in Höhe von 1,2 Mrd. US-Dollar. Beim Folgegipfel 2003 in Addis Abeba versprach die Volksrepublik Zollerleichterungen.

Auf dem CAAF-Gipfel in Beijing im Jahre 2006 erfreute China die 43 anwesenden afrikanischen Staatschefs mit der Auflage eines Investitionsfonds in Höhe von fünf Mrd. US-Dollar, der chinesischen Firmen günstige Kredite für Infrastrukturprojekte in Afrika zur Verfügung stellt.

2009 wurden in Sharm-el-Sheikh Mittel in Höhe von zehn Mrd. US-Dollar für Niedrigzinskredite an afrikanische Staaten vereinbart. Ein Drittel des Volumens soll abgeschrieben werden. Nach erfolgter Rückzahlung verpflichtet sich China zur Umsetzung von Infrastrukturprojekten in Afrika, mit denen im Gegenzug bevorzugt chinesische Firmen beauftragt

Nichteinmischung als Prinzip
An das Prinzip der Nichteinmischung hat sich China immer gehalten, ob es nach dem Militärputsch in Chile 1973 war, wo es als eines der ersten Länder den Diktator Pinochet diplomatisch anerkannte, oder wenn es sich um afrikanische Diktatoren handelte. Die Einhaltung oder Nichteinhaltung der Menschenrechte in den jeweiligen afrikanischen Ländern ist für die chinesische Regierung kein Thema.

Früher verkündete die chinesische Regierung das geschichtliche „Prinzip“, demzufolge Staaten die Unabhängigkeit wollen, Nationen die Befreiung und Völker die Revolution.

Mit anderen Worten: Nach dem Ende von Kolonialismus und Neokolonialismus werden die Völker – wie in Ägypten Libyen Syrien – die Diktatoren eines Tages abschütteln und zur (proletarischen) Revolution schreiten.

Statt Revolution blendende Geschäfte
Heute ist das von dieser proletarischen Revolution keine Rede mehr. Geblieben ist das Prinzip der Nichteinmischung, und das hilft natürlich enorm bei der Anbahnung bzw. Vertiefung von Wirtschaftsbeziehungen, auch wenn ein Land einen Regierungschef hat, dem man eigentlich nicht die Hand schütteln, sondern den man lieber mit der Kneifzange anfassen möchte.

Keine Wohltäter sondern Geschäftsleute
Aber: China kommt nicht mehr als Wohltäter daher, sondern als knallharter Geschäftsmann, und darauf sind offenbar einige Länder Afrikas nicht sonderlich gut vorbereitet.

Im Einzelnen hat das mittlerweile zu folgenden Konflikten geführt:

Unterbieten der lokalen Anbieter durch Dumpingpreise bei Ausschreibungen, vorwiegend Infrastrukturprojekten. In der Folge dann Nichteinhalten der Mindestlöhne, keine Zurverfügungstellung von Arbeitsschutzkleidung etc.


Probleme in Botswana – Mail and Guardian 7.2. 2011


Probleme in Namibia, Sunday Times South Africa 27.3. 2011

Überschwemmen der lokalen Märkte mit chinesischen (teilweise minderwertigen) Billigprodukten, gegen welche die lokale Konkurrenz nicht ankommen kann, mit der Folge, dass lokale Firmen schließen müssen, mangels Bestellungen.

Eröffnung von chinesischen Billigläden, in Botswana habe ich sie in fast jedem Dorf gesehen, gegen welche lokale Ladenbesitzer, dank des Fehlens weitverzweigter Geschäftsbeziehungen, ebenfalls nicht ankommen können.

Ausnahmen der chinesischen Firmen von der sogenannten „Black Economic Empowerment-Gesetzgebung“ (BEE), die Schwarzen einen erheblichen Anteil an ausländischen Firmen ermöglicht.

Kredite ja…aber
China räumt Kredite ein, im Falle Simbabwes sind es jetzt 700 Millionen US Dollar, im Gegenzug müssen jedoch chinesische Unternehmen von jeglichem Black Economic Empowerment freigehalten werden.
Mugabe hat das zugesagt, obwohl es der geplanten und gegenwärtigen Gesetzgebung Simbabwes ins Gesicht schlägt.


Kein BEE für chinesische Firmen in Simbabwe, SundayTimes South Africa 27.3. 2011
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Beschäftigen einer großen Zahl chinesischer Vorarbeiter und Ingenieure, statt der lokalen Bevölkerung eine Beschäftigungschance zu geben.

Eines der großen Probleme ist zweifellos das Auftauchen von immer mehr chinesischen Geschäftsleuten, die oftmals über Verwandte als „Investoren“ in das jeweilige afrikanische Land kommen, und dann in direkte Konkurrenz zu lokalen Geschäftsleuten treten, ohne einen irgendwie gearteten Gewinn für die lokale Bevölkerung darzustellen.

Dabei gibt es eigentlich einen guten Weg für die Länder der Dritten Welt für ihre Rohstoff-Verkäufe: zum bestmöglichen Preis, und das Geld anschliessend nicht in die Taschen von korrupten Politikern wandert.


Ausverkauf der Platin-Schürfrechte in Simbabwe? – Zimbabwe Independent 3.2. 2011.

Der Weg dahin führt über öffentliche Auktionen von Schürfrechten, und Preisabsprachen über internationale Kartelle wie die OPEC, was gleichzeitig ein Schlag gegen die Rohstoffspekulanten wäre, die zur Zeit große Mengen Rohstoffe aufkaufen, um über eine weitere Verknappung die Preise weiter hochzutreiben.

Der hässliche Chinese – oder: wie China in Afrika neuerdings agiert

Chinesische Scanner und ein Korruptionsskandal in Namibia
Europa Addio? – EU-Afrika-Gipfel in Lissabon

Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo

Katastrophen

Wer sind die ExpertInnen, die uns die Lage um die havarierten Atomreaktoren in Japan erklären?

Onlineredaktion – Die Schweiz und die Atomlobby – Kaum eine Interessengruppe ist so gut vertreten im schweizerischen Politzirkus wie jene der Atomlobby. Aber nicht nur die Politiker im Bundeshaus Bern vermögen zu strahlen. Wer sind eigentlich jene, die uns die Katastrophe in Fukushima erklären? Die Woz hat recherchiert.

Doris Leuthard, Bundesrätin (CVP)
Führt das Energiedepartement, war bis vor Jahresfrist Mitglied der Lobbyorganisation Nuklearforum und sass im Verwaltungsrat der damaligen Leibstadt-Betreiberin EGL. Leuthard sistierte jetzt die Rahmenbewilligungsgesuche für neue AKWs.

Hans Wanner
Hans Wanner ist Direktor des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi). Seine Stellungnahmen zur Katastrophe in Japan sind oft schwammig, was wohl damit zusammenhängt, dass er ein Endlager- und kein Kraftwerkfachmann ist.

Georg Schwarz
Georg Schwarz, Hans Wanners Stellvertreter als Ensi-Direktor, arbeitet seit bald zwanzig Jahren bei der Atomsicherheitsbehörde. Meint wie Wanner, dass die Frage, ob die Schweiz das Atomrisiko tragen könne, eine politische sei, zu der er sich nicht äussern will.

Horst-Michael Prasser
Der Inhaber des einzigen universitären Lehrstuhls für Atomtechnik ist in fast allen Medien anzutreffen. Sein Lehrstuhl an der ETH Zürich wird von Swissnuclear finanziert, der Atomfachgruppe der Schweizer Elektrizitätswirtschaft. Prasser ist Mitglied des Nuklearforums, überzeugter Atomkraftbefürworter und eifriger Leserbriefschreiber. Allerdings scheinen ihn die Ereignisse in Japan zu erschüttern. Noch 2007 lobte er die japanischen AKW-Bauer, sie hätten bewiesen, dass man AKWs gegen schwere Erdbeben auslegen könne. Nun sagt er, was jetzt geschehe, sei «mehr als ein Super-GAU».

Wolfgang Kröger
Leitet an der ETH Zürich das Laboratorium für Sicherheitsanalytik. Er habilitierte sich über Kernreaktorsicherheit. Bevor er an die ETH wechselte, leitete er am Paul-Scherrer-Institut den Bereich Nukleare Sicherheit. Zurzeit wird er regelmässig in den Medien interviewt, hat anfänglich beschönigt, ist inzwischen aber selbst schockiert über das Ausmass der Katastrophe. Die Schweizer Atomwirtschaft verteitigt er noch beharrlich.

Krieg

Arctic Sea-Kaperung 2009: Entführer ohne hinreichende Sachaufklärung jetzt verurteilt

Dr. Alexander von Paleske — 25.3. 2011 — Gestern wurden sechs der acht Männer, die im Juli 2009 den unter maltesischer Flagge fahrenden Frachter Arctic Sea auf der Ostsee gekapert hatten, von einem Gericht im nordrussischen Archangelsk zu Freiheitsstrafen zwischen 7 und 12 Jahren verurteilt.

Zwei weitere weitere Entführer waren bereits im vergangenen Jahr in Russland zu Freiheitsstrafen von fünf bzw. sieben Jahren verurteilt worden

Eine Sachaufklärung, wer die Männer angeheuert hatte, welchen Auftrag sie an Bord ausführten bzw. was sie an Bord vorfanden, fand nicht statt. Aus guten Gründen: denn es spricht alles dafür, dass das Schiff nicht nur Holz für Algerien geladen hatte, sondern russische Flugabwehrraketen des Typs S-300 für den Iran.

Wir hatten bereits zu einem Zeitpunkt, als das Schiff noch „verschwunden“ war, aufgrund der bis dato vorliegenden Indizien geschlossen, dass das Schiff Waffen für den Iran geladen hatte, und der Auftragggeber für den Piratenakt der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad war.

Die weiteren Ereignisse nach dem Wiederauftauchen des Frachters im August 2009 stützten diese Annahme im Wesentlichen.

Man darf wohl getrost davon ausgehen, dass die Entführer ihre Strafe nicht voll absitzen müssen, sondern der Mossad versuchen wird, sie in absehbarer Zeit freizubekommen. Denn unter dem Strich war die Aktion ein voller Erfolg – für Israel.

Raketenlieferungen des Typs S 300 an den Iran hätten einen möglichen israelischen Angriff auf dessen Atomanlagen sehr verlustreich gestaltet.

Die Presse ging den ausgestreuten Gerüchten über die Piraterie und Lösegeldforderungen voll auf den Leim. Die ganze Affäre wirft daher auch ein denkbar schlechtes Licht auf den Journalismus und die Presse in Deutschland, die zwar sensationell von der dreisten kriminellen Entführung des Schiffes in schwedischen Hoheitsgewässern berichtete, aber – und das trifft auch für den einstmals hochinvestigativen SPIEGEL zu – nicht recherchieren wollten oder konnten, wer bzw. was wirklich hinter der Entführung steckte.

Kaperung des Frachters Arctic Sea im Juli 2009
Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung
Kaperung der Arctic Sea – die Indizienkette beginnt sich zu schliessen
Kaperung der Arctic Sea – Mehrfacher Waffenschmuggel?
Arctic Sea: Die Öffentlichkeit wird getäuscht
Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt
Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Arctic Sea – Die Besatzung ist frei, die Fragen bleiben

Israels Waffenlieferungen in den Iran einschliesslich Massenvernichtungswaffen
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran

Konflikt Iran-Israel allgemein
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT
Raketenabwehr am Persischen Golf – Vorbereitung auf Irans Angriff oder Gegenschlag?
Gasmaskenverteilung in Israel: Kriegsvorbereitungen gehen weiter
Nach der Sicherheitskonferenz in München: Mit der iranischen Atombombe leben oder Krieg?
Israel bereitet sich auf einen Vergeltungsschlag des Iran vor
Greift Israel den Iran an ?
Sindbad, der Iranfahrer oder: wie man beim BND einen nutzlos gewordenen „Top-Spion“ los wird

Medizin

Welt-Tuberkulosetag – Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden

Dr. Alexander von Paleske — 24. 3. 2011 —
Heute, am Welttuberkulosetag, waren es drei Patienten, bei denen ich eine Lymphknoten-Tuberkulose durch Feinnadelaspiration diagnostizierte. Oftmals sind es noch mehr neu diagnostizierte TB-Patienten in meiner Ambulanz pro Tag.


Kalter Abszess. Lymphknotentuberkulose mit ausgeprägter Eiterbildung im Halsbereich

Eiter unter dem Mikroskop: Übersät mit Tuberkelbakterien (rot) Fotos: Dr. v. Paleske

Schwindsucht wurde die Tuberkulose früher in Deutschland im Volksmund genannt, weil die Patienten abmagerten, dahinschwanden.
Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, also vor rund 50 Jahren, verlor die Tuberkulose weltweit ihren Schrecken, schien besiegbar geworden zu sein.
Sanatoriums-Aufenthalte und Liegekuren wurden überflüssig, die Behandlung geschah nun durch ambulante Tablettenverschreibung.

Auch hier in Afrika gab es enorme Fortschritte in der Behandlung der TB.

.Möglich gemacht hatte es die Kombination von drei Medikamenten, Isoniazid (INH), Rifampicin und Ethambutol, nachdem Monotherapien mit Substanzen wie Streptomycin, das als erstes Medikament Anfang der 50er Jahre auf den Markt kam, und Wirksamkeit gegen die TB zeigte, alleine keine Heilung, sondern nur eine vorübergehende Besserung bringen konnten.

Optimismus verflogen
Der Optimismus von damals hat nun einer gehörigen Portion Pessimismus Platz gemacht, auch wenn die Sensationspresse heute eine Rückläufigkeit der Todesfälle für Deutschland meldet.

Die Zahl der Tuberkulose-Toten ist z.B. in Niedersachsen weiter gesunken. Für 2009 seien noch 34 Todesfälle gemeldet worden, teilte der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie (LSKN) am Donnerstag zum Welttuberkulosetag mit.
Seit 1998 (85 Todesfälle) nehme die Zahl der Toten tendenziell ab.

Falsches Bild
Die Meldung gibt jedoch ein falsches Bild
Zum einen steigt die Tuberkulose in Deutschland bei Kindern an, und zum anderen hat sich der Rückgang bei den TB-Todesfällen eindeutig verlangsamt.

So ist es dann nicht überraschend, wenn das Robert Koch Institut eine Warnung ausspricht , dass die angepeilte Halbierung der Tuberkulose-Fälle in Deutschland bis 2015 nicht erreicht werden kann.

Das Gegenteil dürfte vielmehr der Fall sein.

Resistenzentwicklung zerstört Optimismus
Der Grund: Die Resistenzentwicklung gegen die bisher hochwirksamen Medikamente, welche weltweit in einem stetigen Anstieg begriffen ist.

Zum einen handelt es sich um die Multidrug- Resistant TB (MDR-TB), eine Resistenz der TB-Bakterien gegen mindestens zwei der Standardmedikamente, INH und Rifampicin, und die Extensive Resistant TB ( XDR-TB), die ausserdem mindestens noch eine Resistenz gegen Chinolone, ein orales Medikament der 2. Wahl, und ein injizierbares Tuberkulostatikum wie Streptomycin, zeigt.

Beide, sowohl die MDR, wie auch die XDR sind in einem Steigflug begriffen. Die XDR-Behandlung ist nicht nur teuer, sondern oftmals wirkungslos.

Zwischen 2001 und 2006 meldeten 81 Länder MDR –TB


Anteil der MDR-TB an neu diagnostizierten TB-Fällen

Weltweit 480.000 Fälle im Jahr 2008

Am stärksten betroffen Russland, 17% aller gemeldeten TB Fälle sind MDR-TB

7% der MDR-Fälle sind in Russland keine MDR-TB sondern bereits XDR-TB

In russischen Gefängnissen liegt der Anteil der MDR-TB noch höher, bei rund 50%.

Nur 7% aller MDR-TB Fälle in der Dritten Welt werden, wegen fehlender Laboreinrichtungen, in denen die TB-Bazillen auf Resistenz untersucht werden können, rechtzeitig diagnostiziert.
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Die Folge: Die Patienten mit MDR werden daher eine Zeit lang mit wirkungslosen Medikamenten behandelt und scheiden weiter im Falle der offenen TB – und das ist die Mehrzahl – TB-Bakterien aus, und stellen daher für ihre Umgebung eine große Infektionsgefahr dar. Abgesehen davon, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht bessert.


Labore wie dieses hier in Bulawayo/Simbabwe sind zur effektiven Diagnose und Behandlung der TB unverzichtbar. Dieses Labor wird mit Global Fund Geldern unterstützt. Foto: Dr. v. Paleske

Mittlerweile steigt weltweit die Zahl der Tuberkulosekranken dramatisch an:
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Jährlich erkranken 9 Millionen Menschen neu , 1,8 Millionen sterben an TB.

Die Masse der Erkrankungen ist in den Ländern der Dritten Welt.


WHO: Inzidenz der Tuberkulose pro 100.000

Viele TB-Patienten leiden ebenfalls an der HIV-Krankheit. Die HIV Krankheit begünstigt nicht nur die Neuinfektion bzw. Reaktivierung einer alten TB, sondern auch die ungehinderte Vermehrung der TB-Bazillen im Körper, der Krankheitsverlauf ist daher schwerer.

24% aller 2,4 Millionen HIV-Toten pro Jahr sterben an einer Tuberkulose

Auch in Großbritannien – anders als noch in Deutschland – steigt die Zahl der Tuberkulosekranken deutlich an.an.

Ein Blick zurück
Im Jahre 1660 betrug die Häufigkeit der Tuberkulose in London 1000 per 100.000 Einwohner.

25% aller Todesfälle im 19.Jahrhundert waren der Tuberkulose anzulasten. Es war damit die häufigste Todesursache in dieser Zeit.

Die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen, die mit der Einführung der Tuberkulostatika dramatisch zurückgegangen waren, beträgt in London, einer Stadt mit hohem Migrantenanteil, mittlerweile wieder 14.6 Patienten pro 100.000 Einwohner.In absoluten Zahlen: Anstieg von 2309 im Jahre 1999 auf 3450 im Jahre 2009.

172 Fälle von INH-resistenter Tuberkulose wurden im gleichen Jahr gemeldet.

Dabei unterstützend wirken Faktoren wie Leben einer großen Familie auf engem Raum, mangelnde Hygiene und schlechte Ernährung.

Die einzig wirksame Waffe gegen die Tuberkulose ist jedoch die überwachte Behandlung.

Die Behandlung der unkomplizierten TB ist dabei noch relativ billig: 72 US Dollar pro Patient pro Jahr.
Bei der MDR-TB sind es bereits 1200 US Dollar, und bei der XDR-TB 7200 US Dollar pro Patient pro Jahr.

Länder der Dritten Welt können daher, wenn überhaupt, nur die Behandlung der unkomplizierten TB finanzieren. Zur Behandlung der MDR und XDR-TB sind sie auf Unterstützung angewiesen.

Wichtige Hilfsgelder hat hierzu der Global Fund bereitgestellt, mit dessen laxer Überwachungspolitik wir uns bereits in zwei Artikeln beschäftigt haben.

Verhinderung des Missbrauchs der Mittel
Die sich häufenden Fälle von Mißbrauch der Hilfsgelder hat nun dazu geführt, dass Bundesminister Dirk Niebel die deutschen Zuschüsse zum Global Fund die bei etwas über 200 Millionen Euro pro Jahr liegen, erst einmal gestrichen hat..

Derartige Maßnahmen machen sich gut beim Wähler, aber sind gleichzeitig katastrophal für Empfängerländer, weil sie unterschiedslos gerade auch effektive Behandlungsprogramme gefährden bzw. unmöglich machen.

Minister Niebel hätte stattdessen auf wesentlich straffere Kontrolle der gesponserten Programme drängen müssen, und gleichzeitig mit der Drohung der Mittelkürzung winken können.

Fazit
Die Tuberkulose droht weltweit aus dem Ruder zu laufen. Neben der konsequenten Diagnose und Behandlung müssen dringend neue Medikamente entwickelt werden, um der zunehmenden Zahl von MDR-TB und XDR-TB Herr zu werden.

Global Fund – oder: Warum Aushändigen von Geld nicht reicht

Global Fund: Erreichen alle Gelder der Geldgeber die richtigen Empfänger?

Antibiotika oder Massentierhaltung?

Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
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Bittere Pillen für die Dritte Welt

Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</

Krieg

Lebanese nationals detained in Bahrain for links with Hezbollah

Onlineredaktion – Five Lebanese nationals have been detained by Bahraini authorities for alleged contacts with Lebanese Shiite armed group Hezbollah.

The men were arrested on Monday night from a restaurant, where they were working as waiters.

„They were arrested from the restaurant and we do not have any more information,“ a waiter at the Lebanese restaurant in Manama told Xinhua on Wednesday.

Bahrain on Tuesday warned its citizens from travelling to Lebanon citing threat to their lives by outlawed groups.

„Due to threats and blatant interference in Bahrain’s internal affairs from terror parties, citizens are warned and advised against travelling to Lebanon, as their safety would be endangered, “ Bahrain’s Foreign Ministry said in a statement.

Bahrain’s national carrier Gulf Air has suspended its flights to Beirut starting from Wednesday until Friday.

The move took place after the leader of Hezbollah Hassan Nasrallah openly criticized troops from neighboring Gulf countries for helping quell anti-government protests in Bahrain, a close U.S. ally.

afrika

Uganda: Torture, Extortion, Killings by Police Unit

HRW – The Ugandan police Rapid Response Unit frequently operates outside the law, carrying out torture, extortion, and in some cases, extrajudicial killings, Human Rights Watch said in a report released today. Ugandan authorities should urgently open an independent investigation into the unit’s conduct and activities and hold accountable anyone responsible for human rights violations, Human Rights Watch said.

The 59-page report, „Violence Instead of Vigilance: Torture and Illegal Detention by Uganda’s Rapid Response Unit,“ documents the unit’s illegal methods of investigation and serious violations of the rights of the people it arrests and detains. The unit has a history of violent and unlawful operations since it was formed by President Yoweri Museveni in 2002 as Operation Wembley, an ad-hoc security entity commanded by an active member of the Ugandan military. Later, the unit became the Violent Crime Crack Unit and was formally taken under police command. In 2007, it was renamed the Rapid Response Unit.

„Changing the unit’s name, leadership, and command makes no difference to the people this unit tortures, detains, or in some cases kills,“ said Daniel Bekele, Africa director at Human Rights Watch. „The authorities and the donors who fund the police need to get serious about holding abusive officers of this unit accountable.“

The Human Rights Watch investigation spanned the period from November 2009 to January 2011 and included over 100 interviews with people arrested and formerly detained by the unit, widely known as RRU, as well as former detainees‘ family members, current and former employees of the unit, other police officials, intelligence officers, lawyers, journalists, and civil society members.

Outside the Law
The unit’s mandate is to investigate „violent crime,“ but officers and affiliated personnel have made arrests for a wide range of alleged crimes, from petty offenses to terrorism. The unit’s personnel typically operate in unmarked cars, wear civilian clothing with no identifying insignia, and carry a variety of guns, from pistols to larger assault rifles. The unit’s members have on some occasions transported suspects in the trunks of unmarked cars.

Human Rights Watch also found that the unit routinely uses torture to extract confessions. Sixty of 77 interviewees who had been arrested by RRU told Human Rights Watch that they had been severely beaten at some point during their detention and interrogations. In 2010, at least two people died of injuries from beatings during interrogations, and four people were shot and killed in the course of an arrest. Several former detainees told Human Rights Watch that they had witnessed co-detainees die from beatings during interrogations, but did not know the names of the individuals.

Scores of victims across Uganda cited nearly identical treatment during interrogations by the unit’s officers. Detainees were beaten on the joints with batons over the course of several days while handcuffed in stress positions with their hands under their legs. Human Rights Watch also found that RRU personnel regularly beat detainees with batons, sticks, glass bottles, bats, metal pipes, padlocks, table legs, and other objects. In rare instances, the unit’s officers inserted pins under detainees‘ fingernails or used electric shock torture. The Ugandan authorities at all levels have a responsibility both to end these practices and to prosecute those responsible, Human Rights Watch said.

One former detainee of the unit told Human Rights Watch about his arrest and interrogation for allegedly having a gun:

They handcuffed me and beat me with a [glass] Coke bottle. They beat my friend too. They hit him in the ears a lot. As they were talking they would slap me, saying „tell us where the gun is,“ hitting me in the ankles, face, ears and elbows. We went to the RRU office. They took my money from me – about 70,000 shillings [about US$30]. They took us back to our home – searched the house and started torturing me again.“

Theft of money during investigations is a common complaint by former detainees. Some were also told they would be released if family members would bring cash to the officers. In several instances, victims of robberies told Human Rights Watch that RRU officers told them money had been recovered during investigations, but then the officers kept part or all of the money.

Forced Confessions and Illegal Prosecutions
Several former detainees told Human Rights Watch that RRU personnel forced them to sign statements under duress, while the detainees were being beaten or threatened with further violence. None of those whom Human Rights Watch interviewed had been brought before a court within the constitutionally mandated 48 hours. In most cases, they were denied access to family or lawyers, in breach of the law.

People arrested by RRU are most often held in the unit’s headquarters in Kireka, Kampala. They are usually then handed over to the military authorities to face trial before military courts. In 2009, the country’s constitutional court held that military courts do not have jurisdiction over civilians. The African Commission has also prohibited the trial of civilians in military courts. But Ugandan authorities ignore these rulings and continue these illegal prosecutions.

The military court martial judges, despite hearing testimony detailing torture, have taken no known steps to address the abuses. Human Rights Watch observed trials in which confessions extracted through torture were held as admissible evidence by the court martial without proper scrutiny of the source and methods by which the evidence was obtained.

Extrajudicial Killings
There are no precise figures about how many people may have died in RRU custody or as a result of abuses by the unit. But Human Rights Watch research documented at least six extrajudicial killings in 2010. RRU officers shot and killed four people in Kyengera in January. In May, Henry Bakasamba died while officers were questioning him about a robbery of a foreign exchange bureau. In August, RRU officers severely beat Frank Ssekanjako, a 22-year-old robbery suspect, and he died shortly thereafter. In a positive step, three officers have been arrested and charged with Ssekanjako’s murder, but they were not charged for the severe beatings of Ssekanjako’s co-accused.

The case of these three officers provides an important opportunity for the authorities to show they are serious about tackling RRU’s abusive culture. However, Human Rights Watch remains concerned about the quality of the police investigation into Ssekanjako’s killing, and the actions of the police investigators seriously call into question whether the authorities are committed to pursuing the case with the best evidence. For example, investigators have failed to collect statements from key witnesses, to determine the precise cause of Ssekanjako’s death, or to document the full range of violence he and his co-accused were subjected to by the unit’s officers.

Involvement in Terrorism Investigations
The unit has had a high profile since the Kampala bombings in July 2010 in which 79 people were killed. Several suspects were brought to the unit, interrogated, held incommunicado and beyond the statutory time limits. In some instances, individuals who had been charged for the bombing were brought from the prison back to the unit headquarters in Kireka to face further questioning. There is evidence that in some cases, members of the US Federal Bureau of Investigation questioned suspects at the Kireka unit, apparently to seek out individuals willing to work as informants in ongoing counterterrorism operations in the region.

International investigators working on law enforcement operations or supporting Uganda’s efforts to bring those responsible for the Kampala bombings to justice should not work alongside or with abusive units, Human Rights Watch said.

New Leadership
In November 2010, the inspector general of police appointed a new RRU commander. He has since told Human Rights Watch that he had instituted numerous changes, including establishing a complaints desk and a toll-free phone line for the public to communicate with the unit. He said he is open to criticism and hoped to work closely with civil society to address complaints.

„It is significant that the new leadership declared a commitment to improving RRU.  However, actions speak louder than words,“ Bekele said. „People who have been tortured and are behind bars facing charges will not be able to call a phone number or report to a complaints desk. Lawyers need to be present during interrogations, action needs to be taken against known abusers and torturers, and the culture of impunity needs rooting out.“

Government’s Legal Obligations

Uganda has a responsibility under international law to investigate allegations of abuses by its police and security forces and to hold those responsible to account. The authorities should take an active role in curtailing those abuses and ensure that allegations of torture and illegal detention are properly investigated and prosecuted. Within the Ugandan system of criminal administration, both the judiciary and the prosecution should challenge the legality of RRU’s investigative methods and exclude from evidence any confessions obtained by torture or in any other coercive way. The Ugandan Parliament also has a responsibility to act urgently, for example by enacting long-overdue legislation to criminalize torture in Uganda.

„No police force is going to be respected and trusted by the people it exists to protect if it flouts the law, tortures detainees, and disregards due process,“ Bekele said. „Officials at any level of the Ugandan state that tolerate or encourage RRU’s behavior may be held accountable for the consequences.“

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Medizin unter dem Hakenkreuz – späte Aufarbeitung – oder: Die Mörder waren lange unter uns

Dr. Alexander von Paleske — 23.3.2011 — Heute stellte der Präsident der Bundesärtzekammer, Jörg Dietrich Hoppe, den Expertenbericht „Medizin und Nationalsozialismus“ vor. Eine sehr späte Aufarbeitung und Zusammenfassung der bisherigen Forschungsergebnisse.

Hoppe bemerkte:

Die Studie leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung eines der dunkelsten Kapitel deutscher Medizingeschichte. Die Wahrheit ist: Arzte haben in der Zeit des Nationalsozialismus Tod und Leiden von Menschen herbeigeführt, angeordnet oder gnadenlos verwaltet. Eine vollständige Aufarbeitung der Gräuel stehe aber noch aus.

Der Bericht zeichnet auf, wie in den Jahren 1940/1941 in sechs zentralen Anstalten für psychisch Kranke und Behinderte mit Hilfe von Pflegern und Ärzten mehr als 70.000 Menschen im Rahmen der Aktion T4, – benannt nach dem Sitz der Programm-Zentrale in der Berliner Tiergartenstrasse 4 – vergast oder anderweitig getötet wurden. Es war das Vorspiel zum systematischen Judenmord.

Der NS-Euthanasie fielen zwischen 1939 und 1945 fast 300.000 Menschen zum Opfer. Außerdem wurden 400.000 „erblich minderwertige Menschen“ zwangssterilisiert.

Hoppe weiter:

Die Ärzteschaft habe sich nach dem Krieg erst spät – zu spät – zu der Schuld der Ärzte im Nationalsozialismus bekannt.

Niemals zur Rechenschaft gezogen
Das ist leider eine glatte Untertreibung, denn viele der damals für die Ermordungen Verantwortlichen wurden niemals zur Rechenschaft gezogen, und konnten nach dem Ende der Naziherrschaft weiter ungestört ihren Beruf ausüben.

Es waren nicht die Ärzte, die dies als einen Akt der Selbstreinigung aufdeckten, sondern der investigative Journalist Ernst Klee , der dieses finstere Kapitel mit Personendaten, Fallbeschreibungen und aufrüttelnden Artikeln immer wieder in das öffentliche Bewußtsein hob.

Nicht zufällig erhielt Klee 1976 ein Hausverbot für die psychiatrische Universitätsklinik von dem Frankfurter Psychiater Professor Bochnik. Ein Mediziner, der mir aus meiner Studienzeit in Frankfurt noch durch seinen offenbaren Mangel an Empathie, und durch süffisante Bemerkungen nach den Patientenvorstellungen, in denkbar schlechter Erinnerung geblieben ist.

Ein Blick zurück
An den sogenannten Gnadentötungen waren fast 400 Personen beteiligt. Orte des Verbrechens waren unter anderem Hadamar bei Limburg und Schloss Hartheim in Österreich.

Den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen folgte der Ärzteprozess, in welchem das Euthanasieprogramm ausführlich zur Sprache kam. Die beiden Leiter des Vernichtungsprogramms wurden zum Tode verurteilt. Der Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich berichtete in einem Buch Wissenschaft ohne Menschlichkeit“ darüber und nannte Namen. . Die Auflage wurde von interessierter Seite angeblich aufgekauft.

Aber das war nur die Spitze des Eisbergs bzw. der Verbrecherpyramide.

Fritz Bauer ermittelte
Der Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der nicht nur den Auschwitzprozess gegen einigen Widerstand in Gang gebracht hatte, sondern auch den sogenannten Diplomatenprozess, begann ebenfalls mit den Ermittlungen gegen die Schreibtischtäter der Euthanasie.

Die Ermittlungen wurden nach seinem Tode im Jahre 1968 jedoch nicht weitergeführt. Die Verantwortlichen konnten so der Strafe entgehen, bzw. kamen nach Jahrzehnten mit lächerlichen Strafen davon . Ein übler Vorgang in der Justizgeschichte Nachkriegsdeutschlands.

Der Korpsgeist der Ärzteschaft funktionierte ebenfalls prächtig. Wer aus der Reihe tanzte musste damit rechnen, als Nestbeschmutzer diffamiert zu werden.
Für eine justizielle Aufarbeitung ist es heute zu spät. Die Täter, die lange unter uns lebten und arbeiteten sind wohl mittlerweile verstorben.

Joseph (Joschka) Fischer – ein Entnazifizierungsheld im Auswärtigen Amt

Krieg

Iranisches Frachtfugzeug zur Landung gezwungen

Onlineredaktion – Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist ein iranisches Frachtflugzeug in der Türkei zur Landung gezwungen worden. Hintergrund war erneut der Verdacht, die Maschine könnte illegale Rüstungsgüter an Bord haben. Das Flugzeug habe auf dem Weg nach Syrien in Diyarbakir im Südosten der Türkei landen müssen, hieß es aus Militärkreisen. Am Mittwoch hatte eine Maschine auf dem Flug von Teheran in die syrische Stadt Aleppo in der Türkei zwischenlanden müssen.

SATIRE

Blick: «Die Angst vor dem Katzenmörder»

Sonja Wenger – «Geld ist mir wichtig. Geld bedeutet Schuhe», sagte – etwas verkürzt – «Deutschlands berühmteste TV-Blondine» Sonya Kraus kürzlich im grossen «Blick»-Interview. Welche universelle Wahrheit hier aus dem Munde der Moderatorin von «Talk,Talk,Talk» spricht! Obwohl bei näherem hinsehen, Pardon: nachdenken, durchaus Zweifel angebracht sind, ob Kraus mit ihrer Aussage dasselbe gemeint haben könnte, wie wenn eine Markthändlerin in Somalia diese Worte gesprochen hätte.

Aber egal. Denn sie hätte das natürlich nie so gesagt, die Markthändlerin. Ihre Worte währen gewesen: «Geld ist mir wichtig. Geld bedeutet, ich kann meine Kinder ernähren». Aber eben. Alles nur eine Frage des Standpunktes.

Apropos Standpunkt. Der «Spiegel» liebt es, aber auch andere Revolverblätter üben sich in der simplen Kunst der Diffamierungskampagnen. Und wirklich: einfacher geht es nicht, das beweist uns mit schöner Regelmässigkeit der «Blick». So begann es Ende Januar mit einer simplen Schlagzeile: «Im Aargau fressen sie Büssis». Mehr brauchte es nicht, um eine Lawine empörter, schockierter, ja besorgter Bürger- Innen auf den Plan zu rufen.

Schon Tags darauf ging es deshalb weiter mit dem Titel «die Angst vor dem Katzenmörder» und O-Tönen aus der Bevölkerung wie: «Büssis essen klingt für mich einfach krank.

Die Tiere können sich nicht wehren». Aha. Was auf dieses Niveau folgte, darf sich dann jeder selbst ausdenken: Die lokalen chinesischen Restaurants wurden aufgelistet, eine Facebook- Gruppe «Jagt-die-Büssi-Fresser-und-geht-ihnen- an-die-Gurgel» gegründet, der «Blick»- Chef rieb sich darauf hämisch grinsend die blutbesudelten Hände und trieb seine Schreiberlinge zu immer mehr an, bis diese erschöpft aufgaben und sich fortan dem Schreiben von Kindermärchen widmen. Oder waren es Drehbücher für Splatter-Filme? Egal. Auch das wieder nur eine Frage des Standpunktes.

Oh, und nicht zu vergessen: In den Nachwehen der Affäre Büssimörder lancierte die SVP erfolgreich eine Initiative, die für Katzenfresser lebenslanges Exil auf dem französischen Mururoa-Atoll fordern – denn mit der extremen Rechten Frankreichs verstehen sie sich gerade so gut. Und da die Rechten sowieso bei den nächsten Wahlen das Weichei Nicolas Sarkozy ablösen, wird die Umsetzung der Deportationen ein Klacks.

Das alles wegen einer simplen Schlagzeile! Deshalb gilt «Quidquid agis, prudenter agas et respice finem» – «Was auch immer du tust, handle klug und bedenke das Ende». Oder wie es Peter Schmid aus Obernau in der «Blick»- Debatte so schön ausdrückte: «Sollte meiner Katze etwas passieren, gibt es Selbstjustiz!»