SATIRE

Ukraines Staatschef Petro Poroschenko schreibt an BK Angela Merkel: Danke, danke für die Entsendung voll armierter Bundeswehr- Kampfjets an unsere Grenzen

Dr. Alexander von Paleske —- 20.9. 2015 —– Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Petro Poroschenko
Schoko-Klepto-Oligarch
Staatspräsident der Ukraine
Maidan 1
Kiew
Ukraine

An
Angela Merkel
Bundeskanzlerin der Bundesrepublik
Deutschland
Im Regierungsviertel 1
Berlin
Bundesrepublik Deutschland

Nachrichtlich:
Dr. Ursula von der Leyen
Vorwärtsverteidigungsministerin
Im Regierungsviertel 6
Berlin

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Angela,

ganz, ganz herzlichen Dank, dass Du trotz der Flüchtlingskrise in Europa Zeit gefunden hast, eine politisch äusserst bedeutsame Entscheidung mit Deiner hochverehrten Ministerkollegin Dr. von der Leyen zu treffen:

Die Verlegung von Bundeswehr-Kampfjets an die Grenzen unseres Vaterlandes. Nicht nur unbewaffnete Aufklärungsjets, sondern voll bewaffnete Kampfflugzeuge.

Ganz hervorragend!

Das wird diesem Polit-Barbaren Putin signalisieren: Bis hierher und nicht weiter, sonst knallt es.
So muss in Zukunft der Hase laufen. Es ist die einzige Sprache, die dieser Wladimir versteht.

Grosse Sorge
Seit einiger Zeit beobachten wir mit grosser Sorge, dass es zu einer Art Annäherung der USA mit Putins Russland kommt:

– erst der Iran-Atom- Deal,

– dann dass sich der US-Aussenminister John Kerry und sein Barbaren-Kollege Lawrov duzen, und offenbar ein herzliches Verhältnis entwickelt haben, das sich jetzt auch noch in Sachen Syrien fortzusetzen droht.

In den Hintergrund
Da rücken natürlich unsere Probleme mit dem aggressiven russischen Bären in den Hintergrund, und unsere wohlverstandenen Interessen drohen voll unter den Tisch zu fallen.

In dieser Situation ist es besonders wohltuend zu wissen: Deutschland rasselt mit dem Säbel und zeigt Wladimir die rote Karte, Syrien hin, Flüchtlinge her.

Nicht untätig geblieben
Ich bin in der Zwischenzeit auch nicht untätig geblieben und habe eine Liste herausgebracht, auf der alle russophilen Barbaren-Freunde festgehalten sind:

– Freunde Russlands auserhalb der Staatsgrenzen der Ukraine bekommen Einreiseverbote

– Firmen mit russlandfreundlicher Einstellung dürfen nicht mehr Waren in unser Heimatland exportieren.

– Im Innern gehen wir noch schärfer vor, da haben wir Personen, insbesondere Journalisten aufgelistet, die nicht stramm unsere Linie vertreten.

Für unsere rechtsradikalen Kämpfer bedeutet das: Diese Personen sind vogelfrei, zum Abschuss freigegeben.

Im April 2015 haben Dmytro Jaroschs Männer bereits drei Russophile beseitigt:

– den Journalisten und Publizisten Oles Busina.

– den früheren Parlamentsabgeordneten Oleg Kalaschnikow und

– den Journalisten Serhiy Sukhobok .

Unsere Liste wird helfen, diese Entsorgung russophiler Störenfriede zielgerichtet fortzusetzen.

Ganz, ganz herzliche Grüsse aus der demokratischen Ukraine

Dein

Petro Poroschenko

Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt“
Ukraines Premier Arsenij Jazenjuk: „Wir bauen mit EU-Geldern einen Europa-Schutzwall gegen die Putin-Barbaren“
Ukrainisches Regierungsmitglied und rechtsradikaler Anführer Dmytro Jarosch stellt sich vor: „Deutschland, das bin ich“
Danke, danke Bundespräsident Joachim Gauck für Ihren Besuch zum Maidan-Gedenktag in der Ukraine
Ukraine-Konflikt: Putin nahe am Ziel, Merkel und EU vor den Trümmern ihrer Politik
Die Ukraine beginnt den Grossen „vaterländischen“ Krieg
Ukraine: Die Rekrutierung von Söldnern geht weiter, westliche Befürworter von Sanktionen bekommen kalte Füsse
Ukraine: Parlamentseröffnung, Milizen, und die Sanktionen gegen Russland
Ober-Grüner und „Steuerspar-Fachmann“ Anton Hofreiter, Blackwater (Academi)-Söldner in der Ukraine, Günter Wallraff und ein Nachrichtenmagazin namens SPIEGEL
Die Ukraine, der Maidan und der Katzenjammer der Aktivisten – ein Jahr danach
Die Ukraine rüstet auf, Europa zahlt, Poroschenko droht – und die Gefahr eines grossen Krieges wächst
Ukraine: der Krieg rückt näher
Genscher und Fischer – zwei ehemalige Aussenminister zum Neuen Kalten Krieg mit Russland
Schoko-Klepto-Oligarch und Ukraine-Präsident Petro Poroschenko: „Nach dem Wahltag ist Zahltag für die EU“
Futtertrog- Grüne und MdB Tatjana Bussner zum Einsatz von Streubomben durch die ukrainische Armee

syrien

Flüchtlingslawine und westliche Chaospolitiker

Dr. Alexander von Paleske —— 19.9.2015 ——
„Wir schaffen das“ – Worte von Kanzlerin Angela Merkel, die noch lange nachhallen werden.

Fehlen jeglicher Planung
Mittlerweile stellt sich mit aller Deutlichkeit heraus, dass es an jeglicher Planung fehlte und fehlt, die Flüchtlinge durch die Balkanländer zu schleusen, die ja nur Transitländer sind.


Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland – vorerst gestrandet

Fast alle wollen ja nach Deutschland. Dabei war angesichts der in Griechenland angekommenen Flüchtlinge und Migranten völlig klar, mit welchen Zahlen gerechnet werden musste. Dazu brauchte es nicht einmal besonderer Kenntnisse und Fertigkeiten, wohl aber Absprachen mit der griechischen Regierung.

Nunmehr werden die Flüchtlinge, das „Strandgut“ des vom Westen tüchtig angeheizten Krieges in Syrien, zwischen den Balkanländern und Ungarn hin- und hergeschoben.
Gleichzeitig verschärfen sich die Spannungen zwischen Ungarn, Kroatien, Slowenien und Serbien. Alte Konflikte und Animositäten aus den Balkankriegen in den 90er Jahren kehren zurück.

Hoffnungen von Chaos-Politikern
Offenbar hoffen Chaos-Politiker in Berlin: solange die Migranten und Flüchtlinge hin- und hergeschoben werden, sie noch nicht in Massen in Deutschland eintreffen – statt in Zusammenarbeit mit den Balkanländern und Ungarn für einen reibungslosen Transport nach Deutschland zu sorgen. Denn kommen werden sie letzten Endes ja doch.

Wer immer von den diversen Nachrichtenagenturen angesprochen wird, gibt als Zielland Deutschland an. Die Phantastereien von der „Verteilung auf andere Länder Europas“, die sogenannte Quotenregelung , da braucht man kein Prophet zu sein, wird nicht funktionieren. Endstation ist und bleibt weitgehend Deutschland.

Elend ignoriert
Das ist nun keine Überraschung, nachdem Angela Merkel ihre „herzliche Einladung“ ausgesprochen hat.
Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, soweit sie aus Syrien kommen, in der Tat Migranten, also bereits in der Türkei, Jordanien, oder dem Libanon zuvor in Flüchtlingslagern untergekommen.

Das Elend dieser Flüchtlinge wurde jedoch von Europas Regierungen weitgehend ignoriert, stattdessen noch mehr Öl ins Feuer des Syrienkrieges gegossen – nicht aber das getan, was sich erst jetzt unter dem Druck der drohenden Übernahme Syriens durch die Religionsfaschisten des IS und al-Nusra anbahnt: Eine Absprache mit Russland, das seine militärische Präsenz in Syrien nun massiv ausbaut und wohl auch Bodentruppen dorthin schicken will.

Geordnete Migration verschlafen
Eine geordnete Migration hat die Bundesregierung verschlafen. Sie hätte so aussehen können, dass einerseits die Flüchtlinge aus Syrien mit westlicher Hilfe in der Türkei besser untergebracht würden, andererseits dort an Ort und Stelle Migrationsbüros hätten eröffnet werden können, die eine sichere Migration – wenn gerechtfertigt – nach Deutschland sicherstellen können.
Alles Schnee von gestern.

Aber bei dem Ansturm der Flüchtlinge auf der Balkanroute hätte die Bundesregierung wenigstens gut daran getan, für eine rasche Weiterfahrt in Absprache mit den Transitländern zu sorgen.

Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Erst wurde Ungarn angegriffen, weil es seine Grenzen dichtmachte. Mittlerweile haben Slowenien und Kroatien ebenfalls zu diesem Mittel gegriffen.

Die Bundesregierung wurde bereits im Frühjahr vor der anrollenden Flüchtlings- und Migrantenlawine gewarnt – und unternahm nichts.

Probleme beginnen erst
Wenn die Flüchtlinge in Deutschland schliesslich ankommen, gehen die Probleme erst richtig los, die Probleme der menschenwürdigen Unterbringung, und dann der Integration.

Das Verteilen von Teddybären, Getränken und Windeln an den Bahnhöfen ist ermutigend, die Konflikte und die falschen Erwartungen der Flüchtlinge und Migranten werden in den folgenden Monaten und Jahren jedoch mit voller Schärfe ausbrechen, wenn die Chaospolitik nicht ein alsbaldiges Ende findet.

Die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten (Alawiten) werden durch den Umzug nach Deutschland nicht aufgehoben, und die falschen Vorstellungen der Flüchtlinge und Migranten werden sich, angesichts der Realitäten in Deutschland, alsbald in Luft auflösen, und der Frustration mit möglichen Gewaltausbrüchen Platz machen. Ganz besonders noch – wenn in der Türkei bereits in Sicherheit – das Leben riskiert wurde, um das vielversprechende Europa zu erreichen, nur um festzustellen, dass auch Deutschland für viele Migranten zwar Sicherheit, aber keineswegs die erträumte Zukunft bieten kann.

1 Million syrische Flüchtlinge in Jordanien bald auf dem Weg nach Deutschland?
Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt
Ein Kampf um Damaskus, eine Flüchtlings- und Migrantenlawine auf dem Weg nach Europa, und ein Totalversagen der westlichen Politiker
Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?
Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

Krieg

1 Million syrische Flüchtlinge in Jordanien bald auf dem Weg nach Deutschland?

Dr. Alexander von Paleske —- 13.8. 2015 —- Von 4 Millionen syrischen Flüchtlingen sind rund 1 Million in Jordanien untergekommen – vorübergehend, wie sich wohl alsbald zeigen wird.

Gelder gestrichen
Der Grund: Der UN-Flüchtlings-Hilfs-Organisation UNHCR sind die Gelder knapp geworden. Die finanzielle Unterstützung durch die Geberländer reicht angesichts des weltweiten Flüchtlingselends nicht mehr aus.


UNHCR-Zentrale in Genf

Die Folge: für 250.000 Flüchtlinge in Jordanien musste die Unterstützung ganz gestrichen werden, für weitere 250.000 wurde sie halbiert.

Bald auf dem Weg
Viele Flüchtlinge werden deshalb alsbald gezwungen sein, die risikoreiche Reise nach Europa antreten. So auch die Familie des Syrers Mounib Zakiya, die in der jordanischen Hauptstadt Amman untergekommen ist.

Seine fünfköpfige Familie hat weniger als 1 Dollar pro Tag zur Verfügung.

Der Reporterin der britischen BBC erklärte er, dass die einzige Alternative zum Verhungern die Flucht nach Europa, nach Deutschland sei. Er habe bisher nicht vorgehabt, diese risikoreiche Reise anzutreten. Der Hunger zwinge ihn jetzt dazu. Und dies, obgleich die Nachbarfamilie bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, ertrunken sei.

Während Deutschland unter den anströmenden Flüchtlingsmassen stöhnt, verschärft die Verweigerung zusätzlicher Mittel für die UNHCR das Flüchtlingsproblem.

Russland schafft Fakten
Viel geredet wird zu Zeit stattdessen, wie der Krise in Syrien beizukommen sei, um einen weiteren Flüchtlingsstrom zu stoppen.

Derweil schafft Russland mit dem Transport von Waffen und Militärpersonal dorthin Fakten. Die gebetsmühlenhafte Forderung des Westens nach der Beseitigung Assads, dessen Armee im Kampf gegen die Religionsfaschisten von IS, Nusra & Co mittlerweile rund 80.000 Tote zu beklagen hat, erscheint angesichts der Lage wenig überzeugend.

Rückt die Lösung der Ukraine-Krise näher?

Der Ukraine-Konflikt rückt einer Lösung damit möglicherweise näher. Russland hat sicher kein Interesse an einem Zwei-Frontenkrieg.

Der Westen hat umgekehrt angesichts anderer Probleme das Interesse an einer Ostexpansion zur Zeit verloren. Längst ist die Euphorie über die Assoziierung der Ukraine, die mittlerweile finanziell am Tropf des Westens hängt, verflogen, wie die Blätter im Herbst – eine der vielen Dummheiten westlicher Politiker.

Mehr zu Syrien
Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt
Ein Kampf um Damaskus, eine Flüchtlings- und Migrantenlawine auf dem Weg nach Europa, und ein Totalversagen der westlichen Politiker
Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?
Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

Zur Ukraine-Krise
Ukraines Premier Arsenij Jazenjuk: „Wir bauen mit EU-Geldern einen Europa-Schutzwall gegen die Putin-Barbaren“
Ukrainisches Regierungsmitglied und rechtsradikaler Anführer Dmytro Jarosch stellt sich vor: „Deutschland, das bin ich“
Danke, danke Bundespräsident Joachim Gauck für Ihren Besuch zum Maidan-Gedenktag in der Ukraine
Ukraine-Konflikt: Putin nahe am Ziel, Merkel und EU vor den Trümmern ihrer Politik
Die Ukraine beginnt den Grossen „vaterländischen“ Krieg
Ukraine: Die Rekrutierung von Söldnern geht weiter, westliche Befürworter von Sanktionen bekommen kalte Füsse
Ukraine: Parlamentseröffnung, Milizen, und die Sanktionen gegen Russland
Ober-Grüner und „Steuerspar-Fachmann“ Anton Hofreiter, Blackwater (Academi)-Söldner in der Ukraine, Günter Wallraff und ein Nachrichtenmagazin namens SPIEGEL
Die Ukraine, der Maidan und der Katzenjammer der Aktivisten – ein Jahr danach
Die Ukraine rüstet auf, Europa zahlt, Poroschenko droht – und die Gefahr eines grossen Krieges wächst
Ukraine: der Krieg rückt näher
Genscher und Fischer – zwei ehemalige Aussenminister zum Neuen Kalten Krieg mit Russland
Schoko-Klepto-Oligarch und Ukraine-Präsident Petro Poroschenko: „Nach dem Wahltag ist Zahltag für die EU“
Futtertrog- Grüne und MdB Tatjana Bussner zum Einsatz von Streubomben durch die ukrainische Armee

SATIRE

Joseph Martin (Joschka) Fischer: Meine Polizeiakte, oder: Von hier aus bis unendlich (weit weg)

Dr. Alexander von Paleske —– 12.9. 2015 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Joseph Martin (Joschka) Fischer
Industrie-Klinkenputzer und Ex-GröDAAZ
Prominentenallee 68
Villenviertel Grunewald
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

ich bin‘s wieder, der Industrie-Klinkenputzer und Ex-Grösste Deutsche Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ).

Wieder in der BILD
Gestern war ich wieder in den Schlagzeilen: In einem angeblich herrenlosen Koffer wurde auf dem Frankfurter Flughafen meine Polizeiakte aus dem Jahre 1976 gefunden. Die BILD wünschte eine „Erklärung“ von mir. Die wimmelte ich erst einmal ab, und sagte denen:

„Danke für die Information, dass die Akte wieder da ist. Aber was soll ich dazu sagen? Erinnerung? Das ist ja alles so unendlich weit weg?…“

Will Geheimnis lüften
Ich will jetzt das Geheimnis lüften: Ich habe den Koffer selbst dort stehenlassen, samt meiner Akte.
Die Akte wurde vor 39 Jahren angelegt, als ich noch schlanker, ranker, und auf dem linken Spektrum anzutreffen war, wo ich die Rolle des Vorzeige-Proletariers spielte.


Das bin ich …damals schlanker und ranker

Die Studenten hatten ja damals einen Heidenrespekt vor der einzigen fortschrittlichen Klasse, dem Proletariat. Und da so gut wie keine Arbeiter bei den Spontis zu finden waren, habe ich diese Rolle als Einzelkämpfer stellvertretend für das gesamte deutsche Proletariat ausgeübt.

Hilfreiche Reibeisenstimme
Hilfreich war mir dabei meine Reibeisenstimme, mein schnoddriger Ton, und meine jederzeitige Bereitschaft zum Faustkampf, nicht nur mit der Polizei. So wie die Studenten sich damals das Proletariat vorstellten.

Gelegentlich im Blaumann

Selbst heute trete ich gelegentlich noch im Blaumann auf Bitten der Industrie-Bosse auf Betriebsversammlungen auf, um zu zeigen:


“ Ich war mal einer von Euch, und selbst mit abgebrochener Schulausbildung kann man es in Deutschland bis ganz nach oben schaffen.“

Nach dem Tode Ulrike Meinhofs
Meine Polizeiakte war 1976, nach der gewalttätigen Demonstration aus Anlass der Selbsttötung von Ulrike Meinhof, bei der auch ein Polizist schwer verletzt wurde, angelegt worden.

Damals verbrachte ich zwei Tage im Knast, konnte aber nach meiner Entlassung sofort wieder die Wortführerschaft gegen die repressive Clique der BRD übernehmen, deren Mitglied ich einst werden sollte.

Ausserdem die Freiheit von unserem Gerard (Gerhard Strecker) fordern, der damals ebenfalls zu Unrecht verhaftet worden war.

Dunkler Fleck
Diese Polizeiakte, die nach meiner Ernennung zum hessischen Minister spurlos verschwand, war immer noch ein dunkler Fleck in meiner Vergangenheit.

Damals, als ich Umweltminister Hessens wurde, wäre der Inhalt bei meiner Aufnahme in den Staatsdienst eher hinderlich gewesen, weil sie belegen könnte, dass ich nicht 150%ig auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stand – damals.

Heute belanglos
Heute spielt das alles keine Rolle mehr, weil ich ja mittlerweile Staatspensionär bin, und ausserdem noch ein schönes Zubrot als Industrie-Klinkenputzer und Vortragsredner verdiene.

Ich habe deshalb jetzt die Akte wieder auftauchen lassen, in einem Koffer, mit dem ich seinerzeit von WG zu WG umgezogen bin.

Die Akte wird belegen, dass ich nur halb so schlimm war, wie es von der Springer-Presse immer behauptet wurde.

Noch wichtiger: dass ich in meinem opportunistischen Drang mittlerweile mental alles entsorgt habe, was ich damals lauthals vertrat.

Der Flughafen als Ablageort bot sich an, weil dort niemand herrenlose Koffer stiehlt , es könnte sich ja auch eine Bombe darin befinden. So war ich sicher, dass sie in den Händen der Polizei landet.

So viel für heute.

Gute Nacht Deutschland

Joseph Martin Fischer
Industrie-Klinkenputzer
Ex- Sponti-Putzgruppler,
Ex-professioneller Steinewerfer,
Ex-Taxifahrer
Ex-Turnschuhminister,
Ex- Radauparlamentarier,
Ex-Grösster Deutscher Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ)


Mehr zu Fischer

Aus Freude am Joseph Martin (Joschka) Fischer – BMW
Joseph Martin (Joschka) Fischer: Hurra, ich bin 65, habe alles erreicht, und bereue nichts
Joschka und Herr Fischer, Regie: Pepe Danquart – Ein deutsches Film-Märchen
Finanzminister Wolfgang Schäuble dankt Industrie-„Klinkenputzer“ Joseph Martin Fischer für den Aufruf zum „Ja“ in Griechenland

Keine Satire
Genscher und Fischer – zwei ehemalige Aussenminister zum Neuen Kalten Krieg mit Russland
K(l)eine Dosis Geschichte oder: Joseph (Joschka) Fischers Märchenstunde
Joseph (Joschka) Fischer – ein Entnazifizierungsheld im Auswärtigen Amt
Trauert Ex-Aussenminister Joseph Martin (Joschka) Fischer um Gaddafi?
Schweigen um die Morde an vier Deutschen in Djibouti
Der Vater eines im Auftrag Gaddafis ermordeten deutschen Nachwuchswissenschaftlers im Interview

Medizin

Schlangengift-Antiseren herzustellen lohnt sich nicht – also weg damit

Dr. Alexander von Paleske —— 10.9.2015 —- Nach Schätzungen der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) werden jährlich 5 Millionen Menschen Opfer des Bisses einer Giftschlange, die Mehrheit in Afrika. 100.000 sterben daran, 400.000 tragen dauernde Schäden davon, wie notwendige Amputationen von Gliedmassen.


Giftschlangen – Jährlich 100.000 Tote durch Bisse

Erst die Behringwerke…..
In den 90er Jahren kaufte ich regelmässig in Deutschland Schlangengift -Antiserum ein. Hersteller damals: Die Behringwerke in Marburg. Diese Firma, seinerzeit zum Hoechst-Konzern gehörend, stellte jedoch diese Produktion ein.
Der Hintergrund: Aus dem Pharmabereich der Firma Hoechst wurde zunächst Aventis, und Aventis schliesslich von dem französischen Pharmariesen Sanofi übernommen.

Die Traditionsfirma Behringwerke wurde zerlegt und in Einzelteilen verkauft, die Produktion von afrikanischem Schlangengift-Antiserum 1996 eingestellt. Das war damals immerhin der Wochenzeitung DIE ZEIT einen Artikel wert.

„Die aufwändige Produktion des Serums erfordere einen hohen Preis“

hiess es von den neuen Herren in Marburg, die auf Biotechnologie setzten,

„und der lasse sich durch die Einnahmen nicht decken“.

Also weg damit.

…..dann Sanofi
Blieb in Europa nur noch eine hochqualitative Produktionsstätte: das Institut Merieux, zum Sanofi-Konzern in Frankreich gehörend, eine der grössten Pharmafirmen in Europa.

Aufwendige Herstellung.
Die Herstellung des Schlangengift-Antiserums ist in der Tat aufwendig, insbesondere Personalaufwendig:

– Ein Pferdegestüt und eine Schlangenfarm müssen unterhalten werden.

– Die Giftschlangen müssen regelmässig „abgemolken“ werden. Die Prozedur bedeutet das Festhalten der Schlange von mindestens zwei Hilfpersonen. Die Schlange muss dann ich ein Tuch beissen und ihre Giftdrüse entleeren.


Abmelken“ einer Giftschlange

– Das Substrat wird in einem Gefäss aufgefangen, und nach Verdünnung Pferden gespritzt, die dann Antikörper dagegen entwickeln. Das verarbeitete Pferdeserum mit den Antikörpern ist dann das Gegengift.

Vor einem Jahr eingestellt
Voriges Jahr hat nun auch das Institut Merieux die Produktion eingestellt.. Die noch vorhandenen Chargen dürften alsbald aufgebraucht sein, bzw. das Verfallsdatum überschritten haben.

Der Grund für die Aufgabe der Produktion: Kein Profit damit zu erzielen.

Zum Verkauf gestellt
Wer will, kann die Produktionsstätten, die Schlangenfarm und das Pferdegestüt von Sanofi übernehmen. Einen Käufer gibt es dafür jedoch (noch) nicht, denn mit dem Schlangengift-Antiseren lassen sich zwar viele Menschenleben retten, nicht jedoch Geld verdienen. Wozu also die Produktionsstätten kaufen?

Die Zeiten, als zum Beispiel in den Behringwerken die Produktion weitergeführt wurde, obwohl sich damit kein Geld verdienen liess, sind in der Pharmabranche offenbar längst vorbei. Hier regiert Shareholder-Value, auch bei Sanofi, ein Konzern mit Milliardenumsätzen Jahr für Jahr.

Die Strategie der Konzerne offenbar: alles wird auf den Prüfstand gestellt, Und wo kein Geld rausspringt: weg damit. Zumal es ohnehin arme Gegenden der Welt sind, die besonders von Schlangenbissen heimgesucht werden.

Humanität und Profit vertragen sich schlecht, nicht nur bei den Behringwerken und Sanofi.

SATIRE

Russlands Präsident Wladimir Putin im Interview zur Lage in Syrien

Dr. Alexander von Paleske — 6.9. 2015 — Folgendes Interview landete heute in meiner Mailbox

Interviewer
Dobroje utro Gospodin President

Wladimir Putin
Zdravstvujte

Interviewer:
Herr Präsident, in der deutschen Presse
heisst es heute

„Putins eiskaltes Kalkül in Syrien“

Können Sie bitte ihre Politik in Syrien näher erläutern und erklären, ob und wie eiskalt Ihr Kalkül tatsächlich ist .

Wladimir Putin
Nitschevo Kalkül. Wir sind Verbündete und Freunde Syriens seit mehr als 50 Jahren. Es für uns selbstverständlich, dass wir unseren syrischen Freunden helfen, die jetzt in grosse Bedrängnis durch die Religionsfaschisten des IS geraten sind. Diese sind mittlerweile 6km vom Stadtzentrum der Hauptstadt Damaskus in Stellung gegangen. Wir werden nicht zulassen, dass dort ein neofaschistisches Kalifat entsteht. Es sind ja nicht einmal Syrer, die mittlerweile bei dem IS den Hauptanteil der Kämpfer stellen, sondern bärtige Terroristen aus der ganzen Welt, auch aus dem Kaukasus. Sie stellen dort die drittstärkste Formation nach den Tunesiern und den Saudis. Mit harter Hand haben wir diese Bande in Russland bekämpft, jetzt sind die nach Syrien ausgewichen, um dort einen Terror-Gottesstaat aufzubauen, und dann hierher mit ihren kruden Ideen zurückzukehren und uns Probleme zu machen.

Geraten Sie da nicht in eine Konfrontation mit den USA? Deren Aussenminister Kerry hat Ihren Aussenminister Lawrov gestern angerufen, ihn am Telefon beschimpft, und ihn vor weiterer Militärhilfe für Syrien gewarnt.

Wenn die USA die Konfrontation mit uns in Syrien suchen, dann können sie die haben.
Wir haben zugeschaut, wie die USA völkerrechtswidrig ihre Luftangriffe über Syrien geflogen haben, und haben stillgehalten, weil sie ja dem IS galten. Wir haben zugewartet, obgleich wir der Überzeugung waren, dass sich diese Kamikaze-Kämpfer von der IS mit Luftangriffen nicht besiegen lassen. Ganz im Gegenteil. Diese internationalen Faschisten-Brigaden haben ihren Vormarsch unvermindert fortgesetzt, dabei unersetzliche Kulturgüter zerstört und bedrohen jetzt die Hauptstadt Damaskus. Da haben wir uns entschlossen, nicht weiter zuzuschauen, sondern zu handeln.

Hätte man nicht eine Internationale Eingreiftruppe aufstellen können, die mit Bodentruppen den IS verjagt, denn auch im Irak geht es ja kaum noch voran
.
Das habe ich ja vorgeschlagen, aber die USA und ihre Verbündeten wollen nicht nur den IS bekämpfen, sondern ausserdem den syrischen Präsidenten Assad loswerden, und eine Regierung mit der syrischen Opposition installieren. Für diese politische Narretei können sie nicht mit unserer Unterstützung rechnen. Ausser dem IS und al-Nusra gibt es aber keine bewaffnete Opposition in Syrien mehr. Die Syrer haben sich mittlerweile in Scharen auf den Weg nach Europa gemacht . All das hätte sich vermeiden lassen, wenn vor vier Jahren eine Verhandlungslösung gesucht worden wäre. Stattdessen glaubten die USA und ihre Verbündeten, mit Hilfe der Freien Syrischen Armee (FSA) Assad stürzen zu können. Das versuchen vielmehr jetzt der IS und der al-Qaida Ableger al-Nusra. Die USA haben aus den Ereignissen in Libyen nichts gelernt. Auch dort machten sich nach dem Sturz Gaddafis die Terror-Salafisten breit. Welch ein Erfolg! Wir hingegen haben dafür gesorgt, dass die syrische Regierung sich einverstanden erklärte, dass die in ihrem Besitz befindlichen Chemiewaffen vernichtet werden.

Wie wird es jetzt in Syrien weitergehen?

Wir werden modernste Waffen vor allem Panzer und Flugzeuge nach Syrien liefern, ebenfalls Hunderte von Ausbildern. Sollte die syrische Armee gleichwohl nicht die IS-Terroristen vertreiben können, werden wir notfalls auf Bitten der syrischen Regierung auch Bodentruppen dorthin schicken.

Spassibo für dieses klärende Interview

Mehr zu Syrien
Ein Kampf um Damaskus, eine Flüchtlings- und Migrantenlawine auf dem Weg nach Europa, und ein Totalversagen der westlichen Politiker
Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt
Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?
Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

Stellungnahmen von Wladimir Putin
Wladimir Putin im Interview: „Es hat sich ausgegauckt“
Russlands Präsident Putin an Angela Merkel: Hüten Sie sich vor einem Atomkrieg
Putin-Memo an Angela Merkel vor dem WM-Finale in Rio“

Unkategorisiert

Ein Kampf um Damaskus, eine Flüchtlings- und Migrantenlawine auf dem Weg nach Europa, und ein Totalversagen der westlichen Politiker

Dr. Alexander von Paleske — 4.9. 2015 —– Der verstorbene Nahost-Kenner Peter Scholl-Latour nannte sein letztes Buch

„Der Fluch der bösen Tat“.

Er zielte damit auf die westliche Politik im arabischen Raum. Eine Politik die wenig von dem verstand, welche Konflikte es nicht nur vordergründig gab, wie sie entstanden, vor allem aber, wie sich das Eingreifen westlicher Länder dort kurz- mittel- und langfristig auswirken würde.

„Idioten“ nannte er diese westlichen Politiker bei passender Gelegenheit.

Weg mit Gaddafi – und die Folgen
Libyen unter Gaddafi war keine Demokratie, sondern eine Diktatur, in der allerdings Radikalislamisten verfolgt wurden, Immigranten aus dem arabischen und afrikanischen Raum Arbeit fanden, und der lebensgefährliche Exodus nach Europa von der Küstenwacht weitgehend unterbunden wurde.

Jetzt ist Libyen ein „failed state“ in dem sich die Religionsfaschisten der IS ausbreiten konnten, und den Nachbarstatt Tunesien gleich noch mit destabilisieren.

In den Küstenstädten haben sich die Schlepperbanden breit gemacht, und je mehr Flüchtlingen die Überfahrt gelingt, umso noch mehr – noch viel mehr – werden es ebenfalls versuchen.

Der Flüchtlingsstrom wird nicht abebben, sondern weiter drastisch zunehmen. Millionen Menschen allein in Afrika wollen der Armut, Perspektivlosigkeit und Bürgerkriegen entfliehen. Hinzu kommen Länder wie Pakistan, Bangladesch, Myanmar . Auch dort sind es viele Millionen.

4 Jahre syrischer Bürgerkrieg und die Folgen
In Syrien tobt seit 4 Jahren der Bürgerkrieg. Ganze Städte bzw. Stadtteile sind jetzt unbewohnbar, und die syrische Armee hat schwere Niederlagen einstecken müssen. Der Vormarsch der Religionsfaschisten von Islamischer Staat (IS) und dem al-Qaida-Affiliat al- Nusra scheint unaufhaltsam.

Das Resultat: 4 Millionen syrische Flüchtlinge, davon 2 Millionen in der Türkei, rund 1 Million im Libanon und rund 1 Million in Jordanien.

Je mehr Syrien zu einer Trümmerwüste wurde und wird, umso weniger besteht bei den Flüchtlingen irgendeine Hoffnung, jemals wieder zurückkehren zu können. So richtet sich ihr Blick auf Europa.


Flüchtlinge in Ungarn …..Zwischenstation auf dem Weg nach Deutschland

In der Pflicht
Dass westliche Länder – ganz besonders auch die USA – hier in der Pflicht zur Hilfeleistung stehen, nicht nur für syrische und irakische Flüchtlinge, sondern auch für Flüchtlinge aus Afghanistan – und zwar keineswegs nur aus humanitären Gründen – versteht sich alleine schon daraus, dass es die westlichen Länder waren:

– die mit dem von Lügen gepflasterten Einmarsch in den Irak 2003 das Chaos kreiert haben, aus dem IS aufsteigen konnte .

Wie Gaddafi so bekämpfte auch der irakische Diktator Saddam Hussein die Radikalislamisten, die bei ihm kein Bein auf den Boden brachten.

– die den Syrienkonflikt angeheizt haben, statt sich von Anfang an mit Russland um eine politische Lösung zu bemühen. Vor vier Jahren von 14 Tagen faselten, die es dauern würde, bis Assad weggefegt sei, und die davon träumten, eine Freie Syrische Armee auszurüsten. Mittlerweile weitgehend eine Geisterarmee. Ganze 50 ausgebildete Rekruten verliessen vor einigen Wochen ihr Ausbildungscamp und wurden prompt von IS und al-Nusra aufgerieben.

– die mittlerweile zu Hunderttausenden fliehenden syrischen Flüchtlinge der Türkei als Problem überlassen zu haben, statt aktiv mitzuhelfen, menschenwürdige Unterkünfte zu schaffen, und denjenigen, welche die Voraussetzungen erfüllen, eine Aufnahme in Europa zu ermöglichen – ohne lebensgefährliche Reisen über See.

– Die in Afghanistan, statt an die lokalen Gegebenheiten anknüpfend, die unvorstellbare Summe von mehr als 800 Milliarden US-Dollar in den Krieg gegen die Taliban pumpten, die Zivilbevölkerung aber der Armut überliessen, und jetzt als Nachlass einen Bürgerkrieg hinterlassen, der weitere Menschen dort zu internen und externen Flüchtlingen machen wird.

Abtritt Assads rückt näher
Mittlerweile droht Damaskus überrannt zu werden, nachdem der IS sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt Position bezogen hat, und die syrische Armee offenbar zunehmend demoralisiert ist.

Mit einer grossen Zahl weiterer Flüchtlinge, diesmal vornehmlich Alawiten, muss deshalb gerechnet werden

Das Hauptziel westlicher Länder, Assad zu beseitigen, dürfte damit in grosse Nähe gerückt sein, aber etwas anders, als westliche Länder es sich in ihrer scheinbar grenzenlosen politischen Blindheit vorgestellt hatten.

Feuer unterm Dach
Nun ist Feuer unterm Dach: Anfang Juli trafen sich die Aussenminister der USA, Russlands und Saudi-Arabiens in Katar – wegen der sich zuspitzenden Lage in Syrien.

Letzte Woche machten der jordanische König Abdullah, der emiratische Kronprinz bin Zayed al-Nahyan sowie der saudi-arabische Thonfolger bin Nayef Russlands Präsident Wladimir Putin ihre Aufwartung.

Von ihm, Putin, dem engsten Verbündeten der syrischen Regierung erhoffen sie sich wohl am ehesten einen massiven militärischen Einsatz, nachdem klar ist, dass die Luftangriffe der USA die Religionsfaschisten nicht daran hindern, weiter vorzurücken. Über Damaskus selbst können sie ohnehin nicht zum Einsatz kommen.

Kein Appetit auf giftige Früchte
Saudi Arabien hat offenbar keinen Appetit, die giftigen Früchte zu ernten, die es mit der Missionierung seines Wahabismus gesät hat.

Klar ist: der IS will natürlich die Scharia, wie sie strikt in Saudi-Arabien gehandhabt wird, aber mit einem erwählten Führer, einem Kalifen, nicht aber das saudische Königshaus mit seiner rund 8000 Personen starken parasitären Prinzenfamilie.

Und natürlich nicht die Überlebens-Freundschaft mit dem „Grossen Satan“, den USA.

Deutschland als neue Heimat für alle?
Aber es sind nicht nur die Syrer, Iraker und Afghanen, die nach Europa, vor allem nach England und Deutschland wollen.

Millionen allein in Afrika allein wollen der Armut, Perspektivlosigkeit und Bürgerkriegen entfliehen.

Hinzu kommen Länder wie z.B. Pakistan, Bangladesch, Myanmar

Es versteht sich von selbst, dass Europa nicht zur Heimat all dieser Menschen werden kann. Klare Vorgaben kann nur ein Einwanderungsgesetz schaffen, das es bis heute nicht gibt.

Und so geht das Chaos seinen Weg, abgemildert allerdings durch die enorme Hilfsbereitschaft, auf welche die Flüchtlinge gerade auch in Deutschland treffen. Ein Zeichen der Menschlichkeit in den Zeiten politischer Dummheiten und Gewalt

Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt

Zu IS
Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?
Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

Medizin

Ein Krebsmedikament kann nicht geliefert werden – oder: das Elend mit den Lieferengpässen bei Medikamenten

Dr. Alexander von Paleske —- 30.8. 2015 —–
Vorgestern ging die Meldung über den Ticker: das Krebsmedikament Melphalan (Alkeran)könne zur Zeit nicht geliefert werden.

Zur Behandlung des Multiplen Myeloms
Melphalan ist ein Medikament, das vornehmlich in der Behandlung des Multiplen Myeloms zum Einsatz kommt, einer ungebremsten Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark, die Zytokine sezernieren, welche die Knochenzellen zum Knochenabbau anregen.

Das Resultat sind ausgedehnte Knochendestruktionen. Hinzu kommt noch die hohe Produktion eines Immunoglobulins, das unter anderem zu Nierenschäden führen kann.


Multiples Myelom – ausgedehnte Knochendestruktion

Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, in der Regel jenseits des 50. Lebensjahres auftretend.

Krankheitsfreie Lebensverlängerung – Keine Heilung
Die bisher eingesetzten Medikamente, auch das Melphalan, können nur eine zeitlich begrenzte Zurückdrängung der Krankheit erreichen, und damit das Wohlbefinden des Patienten steigern, der insbesondere von Knochenschmerzen geplagt wird.

Der krankheitsfreie Zeitraum lässt sich noch einmal durch eine Hochdosisbehandlung mit Intravenös verabreichten Melphalan und anschliessender Rescue des Knochenmarks durch vorher dem Patienten entnommene Stammzellen deutlich steigern Eine Behandlungsmethode, die vor allem bei Patienten unter 70 Jahren in gutem Allgemeinzustand zum Einsatz kommt.

Zur Zeit nicht erhältlich
Melphalan ist zur Zeit jedoch nicht erhältlich, die Stammzelltransplantation kann deshalb nicht zum Einsatz kommen. Das Medikament, in den 50er Jahren entwickelt, ist längst aus der Patentliste verschwunden. Mit dem Melphalan lässt sich also nicht gross Kasse machen, anders als mit den neuen Krebsmedikamenten, den sogenannten Blockbustern, wir haben jüngst ausführlich darüber berichtet.

Nur eine Herstellerfirma
So ist es kaum überraschend, dass nur eine Firma das Medikament herstellt: die südafrikanische Firma Aspen Pharma

Wenn es bei der Herstellung Probleme gibt, dann bricht sofort die Versorgung mit diesem Medikament zusammen.

Weit umfassenderes Problem
Zwar taugt die jetzige Meldung für die Sensationspresse, das Problem der Versorgungsengpässe betrifft nicht nur Melphalan, sondern eine ganze Reihe weiterer, auch essentieller Medikamente, und nicht nur in Deutschland.

Bereits im März 2012 berichtete die internationale Medizinzeitung THE LANCET über Medikamentenengpässe in den USA
„US drug shortages could continue for years“

In dem Artikel heisst es:

“Severe shortages of drugs such as sterile injectables have forced physicians in the USA to practice medicine from crisis to crisis”

Und weiter:

“Around 280 drugs, almost all manufactured in the USA, remain in short supply, because of factors including dwindling numbers of makers, deteriorating conditions in factories and low prices for generics, leading to a lack of investment to upgrade plants”.

Die Zahl der nicht lieferbaren Medikamente stieg: von 70 im Jahre 2006 auf 267 im Jahre 2011.

US Präsident Obama erliess bereits im Oktober 2011 eine Anordnung, wonach Pharmafirmen verpflichtet wurden, der Regulierungsbehörde FDA mitzuteilen, wenn ein Lieferengpass unmittelbar drohe.

Eine weitere Anordnung, welche die Pharma-Firmen verpflichtete, bereits im Vorfeld mitzuteilen, wenn es zu einem Lieferengpass kommen könnte, z.B. wenn Rohstoffe zur Herstellung nicht ausreichend angeliefert wurden, oder Schwierigkeiten im Produktionsprozess auftreten, blieb erst einmal im Gesetzgebungsverfahren hängen.

Auch in Deutschland keine Seltenheit

Es dauerte nicht lange, bis auch in Deutschland Lieferengpässe bekannt wurden. Die Medien berichteten im Juni 2012 darüber. So hiess es in einem Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 11.6. 2012 „Den Kliniken gehen die Pillen aus“:

Was sich wie die Geschichte aus einem Entwicklungsland anhört, kennen inzwischen Krankenhäuser im gesamten Bundesgebiet. Sie kämpfen darum, lebensnotwendige Arzneimittel noch in ausreichender Menge zu bekommen.Von 1900 Medikamenten, die eingesetzt werden, sind ständig 10 bis 20 nicht, oder nur in kontigentierter Menge lieferbar.

Einige Medikamente lassen sich austauschen, andere wiederum nicht, so auch nicht das Melphalan bei der Behandlung des Multiplen Myeloms.

Die Patienten wissen, selbst bei den austauschbaren Medikamenten, in der Regel nichts von den Lieferengpässen, auch dann nicht, wenn das eingesetzte Medikament 2. Wahl ist, also nicht die gleiche Effektivität besitzt. Und die Ärzte hüten sich verständlicherweise, die Patienten darüber aufzuklären.

Wahlkampfgetöse
Vor der Wahl im Jahre 2013 hiess es dann in den Medien:
„SPD holt den Prügel raus“

„Die SPD Fraktion will den Behörden drastische Instrumente an die Hand geben, um auf Engpässe bei der Versorgung mit Arzneimitteln zu reagieren. Das vergleichsweise mildeste Mittel im SPD-Antrag solle eine Meldepflicht für Hersteller im Falle von Lieferengpässen sein. Ausserdem sollte eine Liste der als lebensnotwendig betrachteten Arzneimittel angelegt werde.

Heute, die SPD sitzt mittlerweile mit in der Regierung, ist selbst von einer Meldepflicht keine Rede mehr. Die Meldung ist freiwillig. Die Liste der zur Zeit von einem Lieferengpass betroffenen Medikamente findet sich hier.

Melphalan ist jedoch nicht darunter. Es wird ja auch nicht in Deutschland hergestellt.

Die CDU/CSU / FDPBundesregierung berichtete 2013 fröhlich:

„Die Versorgung mit Arzneimitteln kann als gut bezeichnet werden. Bei einem Versorgungsmangel können vorübergehend aus anderen Ländern alternative Arzneimittel zur Behandlung eingeführt werden.“

Welch eine Narretei angesichts der damals bereits vorhandenen Engpässe, und insbesondere dann, wenn der Lieferengpass
bereits aus dem Ausland kommt, wie jetzt beim Melphalan..

Preisexplosion bei Krebsmedikamenten – Bleibt die Behandlung bezahlbar?
Weltkrebstag 2013 – Die Hälfte der Krebspatienten kann auf Heilung hoffen?
Improvising Medicine: An African Oncology Ward in an Emerging Cancer Epidemic – eine Buchbesprechung

Ein Tag wie jeder andere – In einem Krankenhaus in Simbabwe
Dumela Ngaka – 8 Jahre als Krebsarzt in Botswana – Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Diagnose: Krebs
Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana</b

SATIRE

Hamburger Bordellbesitzer zur Adam & Eva-RTL- Sendung

Dr. Alexander von Paleske —– 25.8. 2015 —– Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Otto Anschaffer
Grosse Freiheit 6
Hamburg

An

Programmdirektor RTL
– Serie Adam und Eva-
Strasse des Unterschichten-Fernsehens 1
Köln

Sehr geehrte Damen und Herren,

darf ich mich zunächst vorstellen:Ich heisse Otto Anschaffer Ich bin Besitzer mehrerer Etablissements im Hamburger Rotlichtviertel.

Herzlichen Dank
Meinen ganz, ganz herzlichen Dank für Ihre Kuppelshow-Serie Adam sucht Eva – gestrandet im Paradies. die dafür sorgt, dass Pornografie einen festen Platz im deutschen Fernsehen hat.

Etwas Etikettenschwindel
Natürlich muss noch ein wenig Etikettenschwindel getrieben werden. Die Sendung firmiert unter der Flagge „Adam und Eva Dating Show“, also klarer Bibel-Bezug. Aber in Wirklichkeit ist das natürlich wunderbare Pornografie.

Zum Glück wurden solche Sendungen, wie die mit der Paula LambertIm Bett mit Paula“ eingestellt. Dort ging es ja nur um Verbalerotik, während es in den Porno-Shows nicht mehr nur um Gefasele, sondern richtig zur Sache geht, genauso wie in meinen Etablissements auch. Sehr erfreulich.


Weg mit Paula……….


………….her mit der neuen Porno-Show

Guter Kommentar der Rheinischen Post
Wie die Rheinische Post im Zusammenhang mit der Telefonsex-Premiere im Big Brother Schwachsinnscontainer, so könnte man jetzt die Frage stellen,

ob Deutschland solche Dinge wirklich sehen muss“.

Und die Rheinische Post beantwortet diese Frage sofort sehr tiefschürfend:

„Aber eigentlich ist diese Frage überflüssig. Denn Deutschland tut es einfach“
.
Konsequente Weiterentwicklung
Dabei ist die Adam und Eva-Porno-Serie ja nur die konsequente Fortsetzung der anderen Shows wie Bauer sucht Frau, nur eben mehr bibelmässig „wie Gott sie schuf“ , was bei den Zuschauern dann keine Fragen mehr offen lässt. Also ein alles beantwortender Rundum-Entertainment-Service sozusagen, und dazu noch auf einer herrlichen Südseeinsel…

Und natürlich auch eine konsequente Weiterentwicklung des Dschungelcamps. Während es dort noch viele Ekeleinlagen gibt, ist bei Adam und Eva dieser Faktor eliminiert, was sicher vielen Zuschauern gefallen dürfte.

Nackt und Sex mit Tieren
Ich schlage daher vor, In Zukunft auch die Teilnehmer des Dschungel-Camps nackt auftreten zu lassen, soweit es die Aussentemperaturen erlauben. Vielleicht verbunden noch mit einer Lesereise der Charlotte Roche dorthin, wo sie die Teilnehmer mit Auszügen aus ihrem Büchlein „Stossgebiete“ erfreuen könnte.

Auch sollte ernsthaft erwogen werden, von den Teilnehmern Sex mit Tieren zu fordern. Eine solche Einlage würde sicher noch mehr Zuschauer anlocken.

Bogen zum Bordellbetrieb
Von der Adam und Eva Show ist es ja nicht weit bis zum Bordellbetrieb, also meinem Geschäft. Auch hier präsentieren sich meine Damen nackt, auch hier müssen sich die Herren entkleiden, bevor sie sich an die Bar zur Auswahl begeben dürfen – und meine Damen verfügen über eine weit, weit grössere Erfahrung in diesem Metier, als diese Amateure auf der Südseeinsel. Insofern sind meine Betriebe eine professionelle Weiterentwicklung der Fernseh-Porno-Sendungen, weil hier der Zuschauer selbst zum Akteur wird.

Ich rechne also mit einer deutlichen Steigerung meiner Kundenzahlen.

Gewinner, Verlierer und die Integration der Migranten
Natürlich werden diese neuen Sendungen zu Umsatzeinbussen beim Absatz pornografischen Materials führen, weil dies ja bereits im Fernsehen zu haben ist. Aber wie überall im Leben gibt es bei Einführung einer Neuheit Gewinner und Verlierer.

Ein ganz wichtiger Aspekt dieser Sendungen sollte nicht unerwähnt bleiben: Die Hilfe zur Integration von Migranten, die gerade in grosser Zahl zu uns kommen. Die sollten rasch mit unserem Kulturkreis vertraut gemacht werden, also wie bei uns „der Hase läuft“.

Insofern wäre es gar nicht abwegig, Mittel aus dem Integrationsfond für die Produktion dieser Sendungen zu beantragen.

Nochmals herzlichen Dank für Ihre hervorragenden Unterhaltungssendungen!

Ihr

Otto Anschaffer

Mehr zu den kulturellen Anspruchslosangeboten aus Deutschen Landen
Big Brother- Erfinder John de Mol an das Deutsche Volk: „So läuft mein Billig-Serien-Hase“

Hamburger Bordellbesitzer schreibt an ZDF-Programmdirektor zur Bett-Kultursendung mit Paula Lambert

Mehr von Otto Anschaffer
Hamburger Bordellbesitzer schreibt an BILD-Diekmann zur Hurenserie

;Mehr zur Top-Literatin Charlotte Roche
Charlotte Roche: Ohne Geld habe ich Angst, Geld ist richtig sexy

Hamburger Bordellbesitzer gratuliert Charlotte Roche zur Verfilmung des Buchs „Stossgebiete“
Stefan Raab schreibt an Charlotte Roche: Sauber gemacht
Grimme-Preise für Dschungel-Quark und Schamlos-Charlotte
Charlotte Roche schreibt an NRW-MdL Piratin Birgit Rydlewski: Wunderbar, Du mutige Entschämerin
Hamburger Bordellbesitzer schreibt an Constantin Film: „Stelle mein Bordell als Drehort für Verfilmung von Schossgebete zur Verfügung“

Mehr zu anderen Entertainern
Top-Nachricht der Woche: Stefan Raab stärkt Abteilung Unterschichtenfernsehen / Klamaukfernsehen / TV Witzchen

Kai Diekmann: Deutschland vor der Schicksalswahl
Stefan Raab, Schadenfreude und die fehlende Zivilcourage

Medizin

Preisexplosion bei Krebsmedikamenten – Bleibt die Behandlung bezahlbar?

Dr. Alexander von Paleske — 23.8. 2015 —-
Die Preise für neue onkologische Medikamente sind nicht nur kräftig angestiegen, sie sind geradezu explodiert. In den letzten 15 Jahren haben sich die Preise für Krebsmedikamente um das fünf- bis zehnfache verteuert.

Alle 2014 zugelassenen Medikamente werden zu mehr als 120.000 US Dollar (rund 110.000 Euro) pro Patient pro Therapie angeboten. Die Krankenversicherungen in den USA haben daraufhin die Selbstbeteiligung für diese Medikamente auf 20-30% erhöht, und dies bei einem Jahres-Haushalts-Durchschnittseinkommen von 52.0000 US Dollar.

Selbst die Schauspielerin Shannen Doherty aus der Serie „Beverly Hills 90210″ verzögerte die Brustkrebsbehandlung aus finanziellen Gründen – sie war nicht krankenversichert.

Onkologen in den USA protestieren
Rund ein Drittel der Brustkrebspatienten benötigt das Medikament Trastuzumab (Herceptin). Therapiekosten: 150.000 Euro.

Am 23 Juli 2015 unterschrieben nun 118 US-Onkologen eine Erklärung worin sie eine deutliche Reduzierung der Preise fordern:

In support of a Patient –Driven Initiative and Petition to Lower the High Price of Cancer Drugs

Neu, teuer – und besser?
Steht der Preis für die die Innovation und den therapeutischen Gewinn und Lebenszeit?
Wissenschaftler des nationalen Krebsinstituts der USA haben alle im Zeitraum von 2009 bis 2013 in den USA neu zugelassenen Krebsmedikamente auf Wirksamkeit und Preis untersucht:.

– Von 51 neu zugelassenen hatten 21 (41%) tatsächlich einen neuen Wirkungsmechanismus, 30 (59%) waren hingegen lediglich Nachfolgepräparate

– Die Jahrestherapiekosten mit diesen Medikamenten bewegten sich um die 120.000 US Dollar – gleichermassen für Neuentwicklungen wie auch Nachfolgepräparate, wo die Entwicklungskosten regelhaft erheblich niedriger liegen.

– Auch bestehe keine Korrelation zwischen der Lebensverlängerung einerseits und den Medikamentenkosten andererseits.

Der pharmakritische Arzneimittelbrief (Ausgabe Mai 2015) sieht hier ein abgekartetes Spiel am Werk mit dem Ziel, ein kollektives Monopol aufrechtzuerhalten.

Nur Wochen und Monate gewonnen
Oftmals lässt sich der therapeutische Zugewinn durch neue Krebsmedikamente nur in Wochen und Monaten – nicht hingegen in Jahren – messen, von Heilung gar nicht zu reden, was gleichwohl in der Onkologie und den onkologischen Fachzeitschriften als „grosser Fortschritt“ gefeiert wird, obwohl es sich bestenfalls um gar keinen wirklichen Fortschritt, oder nur um einen sehr bescheidenen Fortschritt handelt. Zumal viele dieser Medikamente nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben, welche in der gewonnen Zeit die Lebensqualität nicht unerheblich beeinträchtigen können.

Verzweiflung führt zu Akzeptanz
Dass von Seiten der Patienten dies akzeptiert wird, ist verständlich: die Verzweiflung des Patienten nach Diagnosestellung lässt viele zum therapeutischen Strohhalm greifen.

Manche Onkologen verabreichen Medikamente sogar „bis zum letzten Atemzug“ zur Lebensverlängerung, dabei würde diesen Patienten eine palliative Behandlung weit besser helfen.

Jetzt wurde in einer Studie an einer New Yorker Klinik nachgewiesen, dass diese „Bis zum Letzten-Atemzug-Therapie“ bei sehr kranken Krebspatienten nicht hilft, bei Krebskranken im Endstadium mit in etwas besserer physischer Verfassung jedoch eindeutig schadet, weil dadurch die Lebensqualität nicht unerheblich beeinträchtigt wird.

So ist es keine Überraschung: Bei einer Befragung unter Krebsärzten lehnte es die Mehrheit ab, sich einer Chemotherapie selbst in einem früheren Stadium zu unterziehen, wenn die Heilungschance Null und die Überlebenswahrscheinlichkeit zeitlich in Monaten, und nicht in Jahren gemessen werden muss.

Auch der international bekannte britische Hämato-Onkologe Professor John Goldman machte da keine Ausnahme: er litt an Gallengangskrebs, eine bösartige Erkrankung, die nur höchst ungenügend auf Chemotherapie anspricht, und wählte den Freitod.

John Goldman war es, der das Management der Firma Novartis überzeugte, das Krebsmedikament Imatinib zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie weiterzuentwickeln und verfügbar zu machen. Eine der nicht gerade zahlreichen Neuentwicklungen, die tatsächlich einen Riesenfortschritt darstellen
Therapiekosten allerdings: 41.000 Euro pro Patient pro Jahr. Es muss aber angemerkt werden, dass Novartis das Medikament in Low Income Countries kostenlos über die Max Foundation zur Verfügung stellt.

Viele neue Medikamente auch zur Behandlung des Melanoms
Für des maligne Melanom, ein besonders bösartiger Hautkrebs mit hohem Metastasierungs-Potential kamen und kommen in kurzer Folge neue Medikamente auf den Markt, allesamt das Resultat der rasanten Fortschritte in der Entschlüsselung der Krebsentwicklung, und der Möglichkeiten in diesen Ablauf therapeutisch einzugreifen. Nicht mehr das ungezielte Flächenbombardement mit zytostatischen Substanzen, sondern die gezielte Kugel. Und allesamt sehr teuer. Therapiefortschritt beim Melanom: bisher bescheiden zumindest was das Gesamtüberleben angeht.

Schwer verständliche Logik der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Für Low Income Countries, in denen mit einer starken Zunahme der Krebserkrankungen gerechnet werden muss, der hat die Weltgesundheitsorganisation jetzt eine Liste mit unverzichtbaren (essentiellen) Medikamenten zusammengestellt.
Darunter auch das 150.000 Dollar teure Trastuzumab (Herceptin), das zur einer landesweiten Behandlung des Brustkrebses in diesen Ländern, wegen des exorbitanten Preises, völlig ausser Reichweite ist.

Hinzu kommt, dass es oft – viel zu oft – an Histologie-Laboratorien mangelt in denen festgestellt werden kann, ob der Patient von einer derartigen Therapie überhaupt profitieren würde.

Es stellen sich erneut Fragen an die WHO – diesmal über die Logik derartiger Empfehlungen, insbesondere wenn die preiswerten Standard-Medikamente zur Brustkrebsbehandlung vielfach bereits unerschwinglich sind, und es zudem noch an Onkologen mangelt.

Mehr noch: sehr viele Patientinnen befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, wenn sie zur Behandlung kommen, eine kurative Behandlung damit ohnehin ausgeschlossen ist.

Weltkrebstag 2013 – Die Hälfte der Krebspatienten kann auf Heilung hoffen?
Improvising Medicine: An African Oncology Ward in an Emerging Cancer Epidemic – eine Buchbesprechung

Ein Tag wie jeder andere – In einem Krankenhaus in Simbabwe
Dumela Ngaka – 8 Jahre als Krebsarzt in Botswana – Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Diagnose: Krebs
Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana</b

Zur WHO
MERS breitet sich jetzt in Korea aus. Erneutes Versagen auch der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Welt-Gesundheitsversammlung in Genf: Der „zahnlose Tiger“ WHO verspricht viel und will mehr Geld
Ebola Epidemie in Westafrika: Wie krank ist die Weltgesundheitsorganisation WHO?
Ebola, Malaria, Medikamentenresistenz und die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Ebola-Epidemie und die Krise im Gesundheitswesen in Westafrika
Antibiotikaresistenz – eine Warnung vom „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO)
WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

Medikamente ohne Wirkstoffe – ein hochlukratives Geschäft mit tödlichen Folgen
Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ein teurer, bisher zahnloser Tiger im Kampf gegen gefälschte Medikamente