Krieg

Ukraine: Die Rekrutierung von Söldnern geht weiter, westliche Befürworter von Sanktionen bekommen kalte Füsse

Dr. Alexander von Paleske —- 4.1. 2015 ——
Beim Einchecken vor drei Tagen kam ich mit einem südafrikanischen Passagier ins Gespräch, der mir nach einigen Belanglosigkeiten erzählte er sei auf dem Weg in die Ukraine. Dort habe er nach längerer Arbeitslosigkeit schliesslich eine lukrative Beschäftigung gefunden.

Aus seinen Andeutungen entnahm ich, er wolle dort für eine Sicherheitsfirma arbeiten, also als Söldner sein Geld verdienen.
Er war vorsichtig genug, nicht die volle Wahrheit herauszulassen, denn in Südafrika ist die Tätigkeit als Söldner im Ausland unter Strafe gestellt, nachdem etliche ehemalige Soldaten Apartheid-Südafrikas bei Söldnerfirmen wie Executive Outcomes, Aegis, Triple Canopy, Blackwater, Dyncorp etc . untergekommen waren.

Insbesondere die Blutspur, die Executive Outcomes in Afrika hinterlassen hatte, führte zu den Verboten.

Söldner kämpfen in der Ukraine
Über das Anheuern von Söldnern durch die ukrainische Regierung in Kiew wurde im Mai vergangenen Jahres erstmals breit berichtet: Die US Söldnerfirma Academi, (früher: Backwater), die durch das Abknallen von Zivilisten im Irak traurige Berühmtheit erlangte, soll 400 Söldner in der Ukraine im Einsatz haben.

Die Frage ist daher nicht mehr, ob die ukrainische Regierung in ihrem Kampf gegen die Rebellen im Osten auf Söldner zurückgreift, sondern warum:
.
Die Antwort darauf:

– Der Widerstand gegen die Zwangsrekrutierung in der Ukraine hatte bereits im Juli 2014 zu Protest-Demonstrationen geführt

– Die Ostukraine wird von der ukrainischen Regierung nach wie vor als Teil ihres Staates angesehen. Die dort befindlichen Bewohner, gegen die gekämpft wird, sind jedoch nicht Ausländer bzw. ausländische Truppen, sondern Staatsbürger des eigenen Staates. Das hat immer wieder auch zu Verbrüderungen an der Front geführt. Eine hochgefährliche Lage für die Regierung in Kiew.

– Die Regierung will unter allen Umständen grössere Proteste verhindern, während sie mit aller Kraft und Brutalität gegen die Separatisten vorgeht, selbst unter Inkaufnahme grosser Opfern unter der Zivilbevölkerung, und Zerstörung von Wohn- und Krankenhäusern. Bisher hat es die ukrainische Regierung deshalb vermieden, Studenten und Akademiker zwangsweise zu rekrutieren, weil sie von diesen am ehesten Proteste befürchtet.

Ausweg auf ukrainische Art
Der Ausweg daher:

– Ukrainische Faschisten, organisiert in den Azov-Brigaden und andere nationalistische Milizen, die Russen – auch im eigenen Lande – als Feinde und Untermenschen ansehen.
Ausserdem versprechen sich viele der Milizangehörigen, nach dem Ende der Kampfhandlungen als reguläre Soldaten bzw. Polizisten übernommen zu werden.

Turkmenische Islam-Terroristen, die gegen die Russen kämpfen, weil Russlands Präsident Putin, der die Russen in der Ostukraine unterstützt, durch seine Hilfe für den syrischen Präsidenten Assad zu deren Todfeind wurde, ebenso natürlich Putins Kampf gegen Islam-Terroristen im Kaukasus und Tschetschenien.

– Schliesslich die Söldner, die ohne jegliche Skrupel gegen Geld auf alles ballern, was ihnen als Ziel vorgegeben wird.

Toxische Mischung
Eine toxische Mischung von Kämpfern hat sich da als Waffenbrüder zusammengefunden, neben der nicht gerade sehr kampfesfreudigen ukrainischen Armee.

Gefährlicher Traum vom Endsieg
Staatspräsident und Schokoladen-Klepto-Oligarch Petro Poroschenko hat in seiner Neujahrsansprache eine „Kanonen statt Butter-Politik“ für das kommende Jahr angekündigt: Die Waffenproduktion und der Import hochtechnischen Kriegsmaterials sollen zu Lasten der Sozialausgaben hochgefahren werden. Das bankrotte Land fordert ausserdem weitere Kredite vom IMF und westlichen Ländern.

Bereits jetzt hat die ukrainische Regierung sämtliche Sozialausgaben für die Ostukraine gestrichen, einschliesslich Pensionszahlungen und Gehältern für öffentliche Bedienstete also auch Krankenhausangestellte.

Poroschenko träumt in seinem Wahnwitz nach wie vor davon, der Atommacht Russland, das die russischen Rebellen im Osten massiv unterstützt, eine Schlappe beibringen zu können, sowohl militärisch, als auch durch weitere Verschärfung der Sanktionen des Westens.

Kalte Füsse
Dort jedoch bekommen die Politiker – zumindest in Europa – sehr kalte Füsse. So erklärte Wirtschaftsminmister Gabriel heute in einem Presse-Interview:

„Diejenigen, die Russland jetzt wirtschaftlich und politisch noch mehr destabilisieren wollen, verfolgen ganz andere Interessen. In Europa wie in den USA gibt es Kräfte, die den anderen Supermacht-Rivalen endgültig am Boden sehen wollten. Das könne aber nicht im deutschen und europäischen Interesse sein. Wenn Russland zudem als Partner zur Lösung von Konflikten ausfalle, ist das für die ganze Welt brandgefährlich“.

Ziel der beschlossenen Strafmaßnahmen gegen Russland ist, das Land zurück an den Verhandlungstisch zu bringen, um zu einer friedlichen Lösung der Ukraine-Krise zu kommen. Wir wollen helfen, den Konflikt in der Ukraine zu lösen. Aber nicht, Russland in die Knie zu zwingen.

Kalter Kaffee: Die drohende internationale Finanzkrise, die mit dem Ausfall der russischen Zinszahlungen an die internationalen Banken auf dem Fusse folgen würde, sowie die bereits eingetretenen Exportrückgänge in den russischen Raum haben Wirtschaftsminister Gabriel offenbar zur Vernunft gebracht.

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umwelt

Ein versandeter Fluss und eine Beerdigung in Simbabwe

Dr. Alexander von Paleske —- 1.1. 2015 —– Vor drei Wochen in Birchenough Bridge, am Save Fluss im Osten Simbabwes gelegen:
Eine langjährige Mitarbeiterin in Umweltorganisationen wie IUCN und World Fish, Tabeth Chiuta, wurde in ihrem Geburtsort zu Grabe getragen.


Tabeth Chiuta


Trauerfeier in Birchenough Bridge – Foto: Dr. v. Paleske

Dort, wo die Birchenough Bridge den afrikanischen Strom Save überspannt. Ein Fluss, der in Simbabwe in der Nähe von Wedza, 80 km östlich der Hauptstadt Harare, entspringt, und in dem Nachbarstaat Mozambique in den Indischen Ozean mündet.

Die Brücke über die Save, 1935 fertiggestellt, das Modell für die Sydney Harbour Bridge, ein imposantes Bauwerk, und damals ein Meisterstück der Ingenieurkunst.


Birchenough Bridge

Zerstörung durch Menschenhand
Weniger imposant allerdings, was Menschenhand in den letzten Jahrzehnten mit dem Save Fluss angerichtet hat: der Fluss ist versandet, und kann nur noch in der Regenzeit als Strom bezeichnet werden. Zur Trockenzeit ist der Strom eine Ansammlung von Sandbänken, unterbrochen von Rinnsalen fliessenden Wassers.

Ein Traum von der Rehabilitierung
Der Traum der Verstorbenen war es, mitzuhelfen, den Save Fluss zu rehabilitieren.

Ein Fluss, der während ihrer Jugend in den späten Fünfziger und Anfang der 60er Jahre noch das ganze Jahr über grosse Mengen von Wasser führte, also auch in der Trockenzeit in den Monaten Mai bis Oktober. Damals reichte dichter Busch bis zum Ufer, die nahegelegenen Hügel waren bewaldet, in dem fischreichen Fluss tummelten sich Nilpferde und Krokodile.

Wer heute zur Trockenzeit von der Brücke auf den Fluss herunterblickt, der schaut eher auf ein Rinnsal mit riesigen Sandbänken ohne Leben im Fluss. Mühelos lässt sich der Fluss zu Fuss überqueren, weder Nilpferde noch Krokodile sind zu sehen.


Save-Fluss in der Nähe von Birchenough Bridge ……..flach und voller Sandbänke, in der Trockenzeit wesentlich ausgeprägter


Weiter flussabeärts in der Trochkenzeit: ein Rinnsal. Foto: Dr. v. Paleske

In der Regenzeit wird der Fluss dann zum reissenden Strom, dann kommen auch die Krokodile zurück – für eine begrenzte Zeit.

Schicksal vieler afrikanischer Flüsse
Der Save Fluss teilt damit das Schicksal vieler afrikanischer Flüsse: Hochgradige Versandung, und grössere Mengen Wasser Wasser nur noch in der Regenzeit, mit der Gefahr von Überschwemmungen.
So auch im Falle des weltberühmten Mara Flusses in Kenia, den die Wildtiere bei ihrem Weg über Hunderte Kilometer von den südlichen Weidegründen der Serengeti hinauf in den Norden und die angrenzende Masai Mara überqueren.


Die ZEIT vom 19.12. 2014

Der Fluss ist ihre einzige Wasserquelle auf dem langen Weg. Er entspringt in den Wäldern des Hochlandes im kenianischen Mau-Regenwald, auf rund 3000 Metern Höhe.

In den Ursprungsgebieten der afrikanischen Flüsse und seiner Nebenarme pufferte Wald den Regen, und gab ihn verzögert über das Jahr wieder frei.

Die Wälder sind grösstenteils verschwunden, abgeholzt. Erst kamen die Holzfäller, um afrikanisches Hartholz nach Europa abzutransportieren, dann kam die Brandrodung zur Landgewinnung, der Rest wird als Feuerholz verwendet.

Während der Regenzeit werden dann regelhaft Teile des Ackerlandes fortgespült mit der Folge der Versandung der Flüsse .
Soweit die Abholzung noch nicht vollständig ist, wie im Falle des Mara-Quellgebiets und das seiner Nebenflüsse, erteilen korrupte Politiker Lizenzen zur Abholzung. Gier treibt sie an, die Folgen sind ihnen gleichgültig.

Die Verstorbene fand auf dem Friedhof in Birchenough Bridge ihre letzte Ruhe.
Die Umweltgefahren, die sie zu Lebzeiten umtrieben, dürfen uns jedoch keine Ruhe lassen.

Krieg

Afghanistan: der Krieg ist zu Ende – der Krieg geht weiter

Dr. Alexander von Paleske —– 29.12. 2014 —
In drei Tagen ist der Krieg in Afghanistan offiziell vorbei – jedenfalls für die ISAF, die International Security Assistance Force.

Mission accomplished?
„Mission accomplished“ erklärte der US Präsident George W. Bush nach der Invasion des Irak. Davon konnte bekanntermassen keine Rede sein: der Krieg im Irak dauert bereits 11 Jahre, nunmehr als Bürgerkrieg, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Auch in Sachen Afghanistan soll der Weltöffentlichkeit vorgegaukelt werden: „Mission accomplished“, eine Mission, die rund 3500 ausländischen Truppen das Leben kostete davon 2224 US-Soldaten und 54 der Bundeswehr..

Tausende weitere wurden zum Teil schwer verletzt, viele können wegen eines Posttraumatischen Stress Disorders den Weg in die Zivilgesellschaft nicht mehr finden.

Die Verluste der Bundeswehr erscheinen vergleichsweise gering, weniger als hundert Tote, jedoch kein Trost für die Familien, die Angehörige verloren haben – in einem sinnlosen Krieg.

Krieg geht weiter
Die Invasionstruppen ziehen ab, der Krieg geht jedoch weiter, genau so wie nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan 1989, und dem Abzug der US Truppen aus Vietnam vor 41 Jahren im Jahre 1973.

Noch vor vier Jahren standen 140.000 ausländische Soldaten in Afghanistan, dazu kamen zahlreiche Söldner.
US-Päsident Obama hatte damals befohlen, die Taliban aus strategisch wichtigen Gebieten zu vertreiben. Das gelang in Helmland, der Unruhe-Provinz mit starker Taliban-Präsenz, die an Pakistan grenzt, nur unter hohen Verlusten, und auch nur vorübergehend.

Die dortige Basis Camp Bastion, ein Riesen-Militärlager, das im Oktober von britischen und US-Soldateb Truppen geräumt, und an die afghanischen Truppen übergeben wurde, ist bereits mehrfach von den Taliban angegriffen worden. Auf Dauer wird es von den schlecht ausgebildeten und miserabel bezahlten afghanischen Soldaten kaum gehalten werden können.

Provinzen unter Taliban-Kontrolle
In den meisten Provinzen haben die Taliban längst das Kommando übernommen. Dort haben sie eigene Verwaltungsstrukturen, eigene Gerichtsbarkeit, und eigene Gouverneure eingesetzt.

Die Kämpfe zwischen den Taliban und den Truppen der Regierung in Kabul sind blutiger denn je, von Sicherheit kann selbst in der Hauptstadt Kabul keine Rede sein, und der Nachschub an Selbstmordattentätern scheint ungebrochen.

Leiden der Zivilbevölkerung
Die Zivilbevölkerung leidet jämmerlich: das vergangene Jahr war für sie das blutigste: rund 10.000 Zivilisten verloren ihr Leben, die bisher höchste Zahl.

Die Kriegskosten nähern sich der Marke von 1 Billion US-Dollar, Lediglich 100 Millionen US-Dollar wurden zur Verbesserung der Infrastruktur ausgegeben, wobei ein erklecklicher Teil davon in den tiefen Taschen der korrupten Politiker unter dem Staatspräsiodenten Kasai versickerten.

An der Armut der Bevölkerung in weiten Teilen des Landes hat sich nichts geändert. Nur politische Narren können hier von einem Erfolg sprechen.

Kein Totalabzug
Der Abzug der ausländischen Truppen ist keineswegs ein Totalabzug: 13.500 Soldaten bleiben zurück, sie sollen die Ausbildung der afghanischen Armee und Polizei sicherstellen, und natürlich Luftangriffe fliegen.

Dabei sind auch 800 Bundeswehrsoldaten.Weitere Zinksärge werden daher auch nach Deutschland zurückkehren.

Mitwirkung an gezielten Tötungen
Nun stellt sich auch noch heraus, dass die Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst offenbar an gezielten Tötungen mitbeteiligt war: durch Weiterleitung von Telefondaten, die mittels Drohnen erlangt worden waren, und Erstellung einer Prioritätenliste zu tötender Personen.

300 der US-Special Forces mit dem Namen Task Force 373, die für diese Tötungs-Drecksarbeit zuständig waren, operierten offenbar auch vom Bundeswehr-Feldlager Mazar-i-Sharif aus und waren dort untergebracht – wie praktisch.

Fakten zurechtgebogen
Unbeschreiblich, in welchem Masse selbst von einst pazifistischen Parteien wie den Grünen die Fakten zurechtgebogen wurden, um das wiederholte Abnicken des afghanischen Kriegsabenteuers zu rechtfertigen.

Unglaublich auch, wie noch im Jahre 2009 Chefredakteure deutscher Zeitungen sich zu Kriegsbefürwortern hochstilisierten.

Selbst der Herausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT, Josef Joffe, verstieg sich 2009 zum dem Unfug, wir müssten zu unserem eigenen Schutz in Afghanistan bleiben, mit anderen Worten: Berlin würde in Kabul verteidigt, und konkrete Vorschläge machte, wie dieser Krieg „besser“ geführt werden könnte.

Es war wieder der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Zurückhaltung anmahnte.

Afghanistan – noch lang noch nicht Schluss, mit dem Krieg und mit dem Leid.

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SATIRE

BuPrä Joachim Gauck: 2.Teil meiner Weihnachtsansprache

Dr. Alexander von Paleske — 26.12. 2014 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Der Bundespräsident
Joachim Gauck
Schloss Schöne Aussicht
Berlin

Guten Tag Deutschland,

nachdem die Freude über meine inhaltsschwere Volksansprache zum Weihnachtsfest sich mittlerweile gelegt hat, möchte ich nun noch etwas nachlegen, auch um meine eigenen Verdienste im vergangenen Jahr angemessen zu würdigen.


Weihnachten und Bundespräsident Gauck

Ich begann meine Fernseh-Weihnachtsansprache mit den folgenden Worten:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir stehen am Ende eines Jahres, das uns viel Grund zur Freude bietet: Deutschland hat mehr Arbeit als je zuvor, es ist im Ausland beliebt wie nie, und Fußball-Weltmeister sind wir auch.“

Ich vergass dabei zu erwähnen:

– wir haben mehr Suppenküchen,

– mehr Tafeln

– mehr Hartz-IV Empfänger

– mehr Kinderarmut

– mehr Altersarmut

als je zuvor.

Ausserdem weigern sich bestimmte Länder wie Russland, uns für beliebt zu halten, etwas was wir jedoch ändern können und müssen.

Weiter sagte ich:

Ich denke auch an Menschen, die in den Ebola-Gebieten Afrikas tätig sind. An die vielen Entwicklungshelferinnen, an Soldaten, an Ärztinnen – an alle, die aus dieser Welt und aus unserem Land einen besseren Ort machen. Wir können einen Beitrag leisten, damit der Wärmestrom lebendig bleibt, ohne den die Welt kalt und friedlos wäre“.

Lächerlicher Beitrag
Dabei vergass ich zu erwähnen, dass Deutschland nur einen vergleichsweise lächerlichen Beitrag zur Eindämmung der Ebola-Epidemie in Westafrika geleistet hat und leistet, was ich allerdings nicht kritisieren möchte, zumal viele der Bundeswehr-Gerätschaften nicht einsatzbereit sind.

Aber immerhin haben wir eine Lufthansa-Maschine umbauen lassen, um einzelne ausgewählte Personen ausfliegen zu können.

Schliesslich wollen wir uns nicht die Ebola Epidemie durch Rückkehrer ins eigene Haus holen.

Krieg statt Freiheitsschalmei
Wie vielleicht nicht unbemerkt geblieben ist: ich nehme nicht mehr so oft den Freiheitsbegriff in meinen Mund, vielmehr rede ich jetzt immer öfter von der Bundeswehr, und der notwendigen Beteiligung an Kriegsabenteuern, was einfach zeitgemässer ist.

Die Freiheit im Gauckschen Sinne haben wir ja seit 25 Jahren, wie ich in meinem 4-Jahreszeiten-Buch Frühjahr im Winter, Sommer im Herbst bereits ausführlich dargelegt habe.


Mein hervorragendes 4-Jahreszeiten-Buch

Export mit Waffengewalt
Jetzt geht es darum, diese Freiheit notfalls auch mit Waffengewalt in andere Länder zu exportieren, auf jeden Fall aber Waffen gerade auch in Spannungsgebiete.

Bereits auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Januar habe ich in einer Grundsatzrede ja dargelegt: wir können angesichts der von uns bzw. unseren Verbündeten, den USA, verschuldeten Kriegen (Ukraine, Irak, Libyen, Syrien) nicht mehr abseits stehen. Wir können und dürfen nicht länger die Drückeberger der Nationen sein bzw. bleiben.

Zunächst natürlich in der Ukraine. Ich habe ja bereits mit meiner Besuchsabsage zur Olympiade in Sotschi, und mit meiner Rede in Polen zum 75. Jahrestag des Ausbruchs des 2. Weltkriegs, dem Kriegstreiber Wladimir Putin signalisiert, dass er als Aussätziger der Freiheits-Export-Gemeinschaft angesehen und entsprechend behandelt werden muss.

Nicht nur Worte
Aber bei Worten kann es nicht bleiben, jetzt müssen Taten folgen. Zuerst werde ich auch mich stark machen für den NATO Eintritt der Ukraine.
Russland und Putin werden wir eine Lektion erteilen, die ich mit meinem Freiheitsgebimmele lautstark unterstützen werde.

Besonders gefreut hat mich natürlich, dass die Grünen, meine Präsidentschafts-Promoter, voll auf die Vorwärtsverteidigungs- und Freiheits-Export-Offensive eingeschwenkt sind, insbesondere diese verhinderte Pfäffin Katrin Göring-Eckardt.

Anders sieht es hingegen mit der Linkspartei aus, die permanenten Störenfriede demokratischer Eintracht. Die habe ich ausgegrenzt.

Ich halte die für besessen – von politischem Teufelswerk. Gerne würde ich denen die politischen Teufelsaustreiber ins Haus schicken.

So viel als Teil 2 meiner Weihnachtsansprache aus dem Schloss Schöne Aussicht

Fröhliche Weihnachten

Joachim Gauck
Bundespräsident

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vermischtes

Grüsse zum Fest und Jahreswechsel

Dr. Alexander von Paleske —- 23.12. 2014 —–
Grüsse zum Fest und Jahreswechsel allen Besuchern unserer Website.

Ausserdem Dank an die Nachrichtensammler und Verbreiter, allen voran Net News Express und Net News Global.

Die Themen werden uns auch im nächsten Jahr sicherlich nicht ausgehen. Dafür sorgen schon Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung – und natürlich Heucheleien, Lügen und Dummheiten der Politiker.

Dr. Alexander von Paleske
Bulawayo / Simbabwe

SATIRE

Grünin Tatjana Bussner, MdB: Hervorragender Verriss des Friedensaufrufs „Nicht in unserem Namen“ durch Obergrünin Katrin Göring-Eckardt

Dr. Alexander von Paleske —- 15.12. 2014 —-
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Tatjana Bussner MdB
Sprecherin des Arbeitskreises „Grüne Rückkehr an die Regierungs-Futtertröge“
Reichstagsgebäude
Berlin

Liebes grünes Völkchen,

Ich möchte Euch auf einen hervorragenden Artikel unserer Obergrünin, Fraktionsvorsitzenden und abgebrochenen Theologiestudentin Katrin Göring-Eckardt hinweisen.

In diesem Artikel, auf ZEIT online veröffentlicht, hat unsere Spezialistin in Sachen grüner Krieg und Frieden, den Friedensaufruf zum Russlandkonflikt

„Nicht in unserem Namen“

nach allen Regeln grüner Politikerkunst verrisssen:

Kein deutscher Sonderweg zu Putin“

In den vergangenen Monaten hatte unsere Katrin ja nicht nur einen vermehrten Auslandeinsatz der Bundeswehr gefordert, sondern auch – ein klein wenig wahrheitswidrig – abgestritten, die Grünen seien jemals eine pazifistische Partei gewesen.

In dem ZEIT-Artikel heisst es sehr emotional:

Nach dem Ende der kommunistischen Vorherrschaft in Osteuropa träumten wir alle von einer europäischen Friedens-und Sicherheitsgemeinschaft“.

Schöne Träume
Auch ich träumte – ziemlich heftig – damals, obgleich wir Grüne ja gleichzeitig handfeste Politik ohne Träumereien gemacht haben.

So haben wir Grüne, um unsere Regierungsfähigkeit herzustellen, erst einmal die Forderungen „Raus aus der NATO“ und „Ende der Militärbündnisse“ elegant entsorgt, wobei an vorderster Front der „entsorgende Realo- Müllmann“ und jetzige Industrie-„Klinkenputzer“ Joseph Martin (Joschka) Fischer stand, der auch von einem nach ihm geworfenen Farbbeutel sich nicht von seiner konsequenten Linie abbringen liess.


„Müllmann“ Fischer ………..nicht von konsequenter (Kriegs-)Linie abgebracht

Auschwitz-Zitat macht kriegsfähig
Damit hatte er uns Grüne nicht nur regierungsfähig, sondern mit seinem Auschwitz-Zitat auch gleich noch kriegsfähig gemacht: Auf dem Balkan und später in Afghanistan.

Dort tobten die Sezessionskriege. Bundeswehr- Kampfjets durften mit grünem Abnicken ihre Bombenlast über Serbien abladen – etwas mehr als 50 Jahre, nachdem die Rote Armee, zusammen mit Titos Partisanen, Hitlers Wehrmacht aus dem Balkan vertrieben hatte.

Zwar zogen wir zusammen mit den USA ohne UN-Mandat in den Krieg, und der damalige Herausgeber des SPIEGEL, Rudolf Augstein – und nicht nur der – waren ausser sich und fragten, in welche kriegerischen Rattenlöcher unser Obergrüner Fischer uns noch führen würde. Aber das konnte uns nicht davon abhalten, diesen Kriegskurs abzusegnen, und es sollte nicht der letzte Krieg sein, den wir als grüne Patrioten abnickten.

Sukzessive Ausbreitung nach Osten
In den Folgejahren hat die NATO, nach dem Zerfall der UdSSR sich sukzessive nach Osten ausgebreitet. Gut so, sagen wir Grüne dazu. Dient ja alles der friedenssichernden Vorwärtsverteidigung.

Parallel dazu wurde die EU erweitert. Es waren die Jahre der Schwäche Russlands. Eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen konnten, die Grenzen unseres Wirtschafts- und Vorwärtsverteidigungsraums weit nach Osten zu verschieben.

Russischer Bär meldet sich
Mit dem Aufstieg Putins änderte sich die Politik Russlands, der russische Bär fing an zu grummeln. Sehr unerfreulich.
Aber gerade mit diesem Putin rechnet unsere Obergrünin Katrin ordentlich ab:

Die Verantwortlichen für das Scheitern dieses Traums sind jedoch nicht, wie die Autoren des Appells „Nicht in unserem Namen“ suggerieren, auf dem Maidan, und den Hauptstädten Westeuropas und der USA auszumachen (sondern in Moskau)……. Es sind Russlands Präsident Putin und die europäischen Rechtspopulisten, die zurück wollen in eine Welt starker Nationalstaaten, in der die Grossen die Kleinen beherrschen,und Unterdrückung der eigenen Bevölkerung zu „inneren Angelegenheiten erklärt“ wird. Die Freiheit und das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine sind in dieser Welt blosse Verhandlungsmasse.

Wer die Chancen dieses historischen Moments vor 25 Jahren beschwört, muss vielmehr auch sagen, dass mit dem Ende des kalten Krieges die Zeit zu Ende ging, in der in Moskau und Washington definiert wurde, was die Menschen in Kiew, Warschau oder Tallinin zu tun oder zu denken hatten.

Das stimmt vollkommen, und ich finde gut, dass Katrin nicht Belgrad und Pristina hier mitgenannt hat. Das hätte nämlich sonst nur Verwirrung geschaffen.

Allerdings hätte die Katrin hier noch viel stärker die Unantastbarkeit der Grenzen, insbesondere der Ukraine, herausarbeiten müssen, weil sonst irgendwelche Idioten auf die Idee kommen könnten, der Bevölkerung der Krim und des Ostens der Ukraine ein Selbstbestimmungsrecht einzuräumen. Das gilt auf dem Balkan, nicht aber in der Ukraine.

Die Unterdrückung der russischen Bevölkerung in der Ukraine, die Bombardierung der Städte wie Donezk durch die ukrainische Armee wodurch Hunderte von Zivilisten getötet wurden, das alles sind innere Angelegenheiten der Ukraine, die uns nichts angehen.

Gleiches gilt für die faschistischen und radikalislamistischen Banden, solange sie den russischen Feind bekämpfen.
Auch die ungebrochene politische Macht der ukrainschen Klepto-Oligarchen interessiert uns nicht weiter, solange sie gegen den gemeinsamen Feind Putin Front machen.

Wir definieren Europa

„Nicht Putin definiert Europa, sondern wir“

heisst es im nächsten Abschnitt des Katrin-Traktats.
Völlig richtig. Wir bestimmen, wo Europa anfängt und aufhört, wo die EU anfängt und aufhört, wo die NATO anfängt und aufhört, und welche Kriege gerecht, und welche ungerecht sind.

Zutreffend führt Katrin aus:

Freiheit und Demokratie sind und bleiben Voraussetzung für eine stabile und dauerhafte Lebens- und Friedensordnung. Das Eintreten für diese Werte ist daher Aufgabe einer nachhaltigen Friedenspolitik, die ihren Namen verdient.

Gerade die NATO -Supermacht USA zeigt ja, wie nachhaltiges Hochhalten des Friedens und der Menschenrechte auszusehen haben, wo die Folter (ausserhalb des CIA) längst abgeschafft ist, und diese Ordnung dann in Länder wie Afghanistan oder den Irak notfalls durch Krieg exportiert werden kann.

Wir sind Leuchtturm
Unsere westliche Welt ist der Leuchtturm, der tief in das Putin-Russland hineinstrahlt, die eigene Bevölkerung aushorcht und aufrechte Demokraten, wo immer sie zu finden sind, unterstützt.

Dieser nichtkommerzielle Export westlicher Werte hat sich ja insbesondere in Libyen, Ägypten, Syrien und Afghanistan bewährt , auch wenn die endgültigen positiven Ergebnisse auch noch eine Weile auf sich warten lassen.

Sanktionen Mittel der Diplomatie
Schliesslich hat Katrin auch klargestellt, dass Sanktionen ein wichtiges Mittel der Diplomatie sind.

Hier hätte sie allerdings noch etwas deutlicher werden können: Die Sanktionen müssen Russland wirtschaftlich in die Knie zwingen, müssen Russland gleichzeitig demokratisieren, wobei erfreulicherweise jetzt auch noch der Absturz des Ölpreises sich segensreich auswirken wird.

Dem Putin wird alsbald die Puste ausgehen.
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Friedensverhandlungen stehen nach unserer grünen Auffassung jedenfalls nicht an, solange auch nur ein russischer Panzer in der Ostukraine steht.

Da Putin nicht freiwillig sich von der Krim und aus der Ukraine zurückziehen will, werden entweder die von uns unterstützten russischen Demokraten Putin davonjagen, oder wir werden ihn mit Gewalt aus dem Amt entfernen, Vorwärtsverteidigung demokratischer Werte, wie wir das auch nennen, um das Wort Krieg zu vermeiden..

Katrins Artikel hat hier erfreulich Klarheit geschaffen und erneut gezeigt, was für eine wertvolle Grüne unsere Katrin ist.


Katrin Göring-Eckardt ………. Prädikat: besonders wertvoll.

Zum Friedensaufruf
Konflikt mit Russland: Aufruf, Interview und Stellungnahmen

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Krieg

Die Osteuropaexperten machen mobil – gegen den Friedensaufruf im Konflikt mit Russland

Dr. Alexander von Paleske —- 13.12. 2014 —- Der Aufruf gegen einen Krieg mit Russland ist noch nicht eine Woche alt, da haben sich nun die universitären „Osteuropaexperten“ zu Wort gemeldet: Mit einem Gegenaufruf.

Friedenssicherung statt Expansionsbelohnung: Aufruf von über 100 deutschsprachigen Osteuropa-ExpertInnen zu einer realitätsbasierten statt illusionsgeleiteten Russlandpolitik

Die überwiegende Zahl der Experten lehrte oder lehrt an Universitäten, und soll so diesem Aufruf ein besonderes Gewicht verleihen.

In dem Aufruf heisst es:

Obwohl es in diesem Text um die deutsche Russland- und Ukrainepolitik geht, nimmt kaum eine/r der UnterzeichnerInnen an der aktuellen Osteuropaforschung oder Ukraineberichterstattung teil. Vielmehr haben die meisten der Unterzeichnenden nur geringe Expertise zum postsowjetischen Raum, wenig relevante Rechercheerfahrung und offenbar keine Spezialkenntnisse zur Ukraine sowie den jüngsten Ereignissen dort. Dies ist kein Zufall.

Hier soll also den Unterzeichnern des Friedensaufrufs mehr oder weniger Unwissenheit oder gar Dummheit vorgeworfen werden, weil sie nicht in der Osteuropa-Forschung tätig sind.

Das ist allerdings kompletter Unfug. Viele der Unterzeichner und Initiatoren des Friedensaufrufs sind jahrelang in der Osteuropapolitik, in der Entspannungspolitik tätig gewesen, und haben eine reichhaltige Erfahrung, mit der kaum einer der Damen und Herren aus dem Elfenbeinturm mithalten kann.

Akademische Arroganz
Akademische Arroganz spricht aus deren Formulierungen, nichts weiter, zumal an die erste Stelle die inhaltliche Auseinandersetzung gehört, und dann erst die Bewertung, nicht jedoch umgekehrt.

Weiter heisst es in dem Aufruf

Die überwältigende Mehrheit der sich aus wissenschaftlicher, zivilgesellschaftlicher oder journalistischer Perspektive mit dem heutigen Ukrainekonflikt auseinandersetzenden deutschen Forscherinnen, Aktivisten und Reporterinnen sind sich in ihrem Urteil einig: es gibt in diesem Krieg einen eindeutigen Aggressor, und es gibt ein klar identifizierbares Opfer.

Da sich die Osteuropa-Forscher einig sind – die einzigen die ja angeblich von der Materie wirklich und ausschliesslich etwas verstehen – ist Russland der Aggressor.

Wie im Polizeirecht
Hier wird wie im Polizeirecht nach der Devise vorgegangen: Wer ist der Störer? Und wer Störer ist, gegen den muss das Sicherheits- und Ordnungsrecht einschreiten, notfalls mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.

Das ist allerdings eine Kindergarten-Auffassung von Politik, ihren Möglichkeiten, und ihren Grenzen.

Selbst wenn Russland der Aggressor ist, so liegt dem ein Konflikt zugrunde, der wesentlich tiefer geht, als die Autoren des Aufrufs uns Glauben machen wollen.

Der Konflikt beginnt bereits damit, dass Geschäftsgrundlage der Verträge zur Wiedervereinigung, und des Abzugs der roten Armee aus dem Gebiet der DDR, die Nicht-Ausdehnung der NATO nach Osten war. Es war sogar anfangs umstritten, ob die Bundeswehr und NATO auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR stationiert werden dürften.

Es war das zwischen Michail Gorbatschow und Helmut Kohl bestehende Vertrauensverhältnis, das schliesslich auch die Stationierung der Bundeswehr auf DDR-Gebiet zuliess.

Schwäche Russlands zur Erweiterung genutzt

Der Zerfall der Sowjetunion und die Regierung des „Staatstrunkenbolds“ Boris Jelzin, verbunden mit wirtschaftlicher Schwäche Russlands, haben dann ein Machtvakuum geschaffen, das die NATO Staaten, allen voran die USA, zielgerichtet nutzten, um die Osterweiterung der NATO voranzutreiben. Sogar so weit, dass auch noch Georgien in die NATO aufgenommen werden soll.

Dass dies mit dem erneuten Erstarken Russlands auf massiven Widerstand stossen musste, war zu erwarten. Nur politische Narren hätten mit etwas anderem rechnen können.

Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt bemerkte dazu im Mai 2014: „Die EU (und die NATO) haben in Georgien nichts zu suchen, diese Erweiterung ist Grössenwahn“.

Weiter im Aufruf:

So wie die Defekte anderer einst okkupierter Staaten nicht den verbrecherischen Charakter ihrer Besetzungen relativieren, können die Unzulänglichkeiten des ukrainischen politischen Systems nicht gegen die russische Annexion der Krim und notdürftig verschleierte Intervention in der Ostukraine aufgerechnet werden.

Die massive Präsenz von offen faschistischen, und ebenso radikalislamistischen Banden, die auf Seiten der ukrainischen Regierung kämpfen, wird ebenso heruntergespielt, wie die nach wie vor bestehende politische Macht der Klepto-Oligarchen, darunter der neue Staatspräsident Poroschenko, die ihr Vermögen in den 90er Jahren durch brutale Erpressung, Bestechung und Betrug zusammengeraubt hatten. Stattdessen wird von „Unzulänglichkeiten des politischen Systems“ gesprochen. Sehr unzulänglich in der Tat!

Weiter im Aufruf:

Wenn sich Moskau von der EU und/oder NATO bedroht fühlt, sollte es diesen Streit mit Brüssel austragen. Die Ukraine ist weder Mitglied dieser Organisationen, noch führt sie Beitrittsverhandlungen mit ihnen. Nichtsdestoweniger führt Russland mit Hinweis auf eine angebliche Gefahr aus dem Westen einen bereits tausende Todesopfer, Verstümmelte, Traumatisierte und Vertriebene fordernden „hybriden Krieg“ im Donezbecken.

Der ukrainische Aussenminister Pawlo Klimkin erklärte in einem Interview mit der ZEIT am 17.7. 2014 „Deutschland ist für uns da“ auf die Frage:

„Warum wurde Russland nicht rechtzeitig eingebunden, sind Sie damals auf taube Ohren gestossen?“

folgendes:

Eigentlich nicht. Die EU hätte mit Russland über dessen Befürchtungen sprechen müssen, aber man hat das tabuisiert.“

Und Helmut Schmidt bemerkte dazu:
„Es war falsch, die Ukraine vor die Alternative gestellt zu haben: Entweder EU oder Russland“.


Weiter im Aufruf

Die 60 Persönlichkeiten schreiben in ihrem Aufruf: „Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden.“ Außenpolitisch versierte Journalisten werden sich erinnern, dass damals circa 3% der Bevölkerung der Russischen Föderation, einen NATO-Beitritt der Ukraine und Georgiens als Hauptgefahr für ihr Land ansahen. Die NATO lehnte – auf Drängen vor allem Deutschlands und mit Blick auf Warnungen Russlands – auf ihrem 20. Bukarester Gipfel Anfang April 2008 die Mitgliedsanträge Georgiens und der Ukraine zunächst ab. Beiden Staaten ist seither von Moskau die territoriale Integrität aberkannt worden. Die ebenfalls von den Kremlmedien diffamierten ehemaligen Sowjetrepubliken Estland und Lettland haben ihre großen russischsprachigen Minderheiten restriktiver als die Ukraine behandelt. Die baltischen Staaten sind jedoch seit 2004 NATO-Mitglieder und haben daher ihre territoriale Integrität sowie friedliche Entwicklung bewahren können.

Mit anderen Worten: Rein in die NATO, dann seid ihr sicher. Eine grenzenlose Naivität. Als wenn dadurch Konflikte mit Kriegspotential entschärft werden könnten.

Die Autoren wollen suggerieren, die Osterweiterung der NATO habe den Frieden stabiler gemacht. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Sie hat vielmehr, wie sich jetzt zeigt, die Kriegsgefahr erhöht. Und auf diese drohende Kriegsgefahr (eines grossen Krieges), die treibende Kraft für den Friedensaufruf, gehen die Autoren des Gegenaufrufs ein keiner ernstzunehmenden Weise ein.

Weiter im Aufruf

Deutsche Osteuropapolitik sollte auf Erfahrungswerten, Faktenwissen und Analyseergebnissen und nicht auf Pathos, Geschichtsvergessenheit und Pauschalurteilen basieren. Niemand ist auf militärische Konfrontation mit Russland aus oder möchte den Dialog mit dem Kreml abbrechen. Die territoriale Integrität der Ukraine, Georgiens und Moldaus kann jedoch nicht der „Besonnenheit“ deutscher (und österreichischer) Russlandpolitik geopfert werden.

Frieden sollte ohne Waffen, und nicht durch die Legitimation ihres offensiven Einsatzes geschaffen werden. Dem Export der illiberalen Gesellschaftsvorstellungen des Kremls in die EU sollte in unserem eigenen Interesse entgegengewirkt werden. Eine wichtige Säule des weltweiten Nichtverbreitungsregimes für Atomwaffen, das Budapester Memorandum, sollte im Namen unserer Kinder und Kindeskinder aufrechterhalten werden.

Das ist nichts als konsequenzloses Pathos. Als es um die Zerschlagung des Vielvölkerstaates Jugoslawien ging, da spielten derartige Überlegungen nicht die geringste Rolle, da ging es nur um den Volkswillen des jeweiligen Teilstaates ohne Rücksicht auf das Völkerrecht.

Völkerrechtsbruch in Jugoslawien
Wer durch sein politisches Handeln sich aber dermassen in Widerspruch zum Völkerrecht setzt, der muss damit rechnen, dass andere diesem Beispiel folgen: Siehe Krim, siehe Ost-Ukraine.

Die Bevölkerung in der Ostukraine und auf der Krim ist mehrheitlich russisch, sie würde sich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch bei einer international überwachten Volksabstimmung gegen ein Verbleiben in der Ukraine aussprechen, so wie auch die Bevölkerung im Kosovo nicht länger im Staatsverbund mit Serbien bleiben wollte.

Weiter im Aufruf
Die Ukrainische Sowjetrepublik verlor zwischen 1941 und 1944 mindestens fünf Millionen Menschen. Über zwei Millionen Ukrainer wurden als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt. Etwa vier Millionen ukrainische Rotarmisten nahmen an der Niederschlagung des Dritten Reiches teil. Gerade wir Deutschen können nicht abermals die Augen verschließen, wenn es um die Souveränität einer postsowjetischen Republik, ja um das Überleben des ukrainischen Staates geht.

20 Millionen insgesamt
Die Sowjetunion verlor im Zweiten Weltkrieg rund 20 Millionen Menschen. Es ist lächerlich und müssig aufzuzählen, aus welchen Teilrepubliken die Toten jeweils stammten, und daraus dann moralische Forderungen: „der Ukraine müsse deshalb geholfen werden, wir könnten vor der Ukraine nicht die Augen verschliessen“, abzuleiten.

Was wir daraus ableiten müssen:

„Nie wieder Krieg. Wir sind dem Frieden verpflichtet“.

Das ist es, was die Autoren des Friedensaufrufs wollen.

Dass insgesamt 100 Osteuropa-Wissenschaftler den Gegen-Aufruf unterzeichnet haben, verleiht ihren Argumenten trotzdem nicht viel Gewicht.

Zu der Lösung der drängenden Fragen: Wie der Kriegsgefahr wirksam zu begegnen, und eine dauerhafte Friedenslösung zu ermöglichen, tragen sie nichts bei.

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Folter

USA: Folter-Bericht veröffentlicht – Ex Präsident G.W. Bush lobt die CIA-Folterknechte

Dr. Alexander von Paleske —– 9.12. 2014 —-
US-Aussenminister Kerry wollte die Veröffentlichung verschieben lassen – vergeblich. Die US Missionen weltweit haben aus Angst vor Protesten und Anschlägen verschärfte Sicherheitsmassnahmen getroffen: Vor knapp zwei Stunden wurde der CIA-Folterbericht von der US-Senatorin Dianne Feinstein dann verlesen.


Senatorin Feinstein bei der Verlesung des Berichts — Screenshot: Dr. v. Paleske

Etwas Licht in das brutale Schattenreich
Obgleich der Bericht letztlich nur eine Zusammenfassung der Folter-Aktivitäten des US-Geheimdienstes CIA nach 2001 ist, so reicht das vollkommen, um etwas Licht in das brutale Schattenreich dieses barbarischen US-Geheimdienstes zu werfen.

Folgende Eckpunkte schälen sich dabei heraus:

– der US-Geheimdienst ging wesentlich brutaler mit seinen Folteropfern um, als bisher bekannt war. Neben der körperlichen Gewalt gehörte z.B. auch tagelanger Schlafentzug dazu, bis zu einer Woche (180 Stunden). Die Folteropfer mussten stehen oder wurden in eine extrem unbequeme Sitzhaltung gezwungen.

– CIA-Mitarbeiter, bereits als gewalttätig bekannt bzw. einschlägig vorbestraft, waren durchaus willkommen.

– Teilweise wurden diese Folterei auch noch gegen Bezahlung an Privatfirmen übertragen – rechtswidrig versteht sich.

– Die Aussagen, die durch die Folter aus den Opfern herausgequetscht wurden, waren in aller Regel nutzlos. Es gab praktisch nichts, was wirklich verwertbar war. Die Folteropfer sagten, was der Folterknechte hören wollten, meisten fernab von der Wahrheit, nur um ein Ende der Folter zu erreichen.

– US-Abgeordnetenhaus und Senat wurden von der CIA systematisch über den Umfang der Folterei und deren Ergebnisse belogen.

– Folter wurde von der Zentrale selbst dann angeordnet, wenn die unmittelbaren Folterknechte selbst davon nichts hielten.

– Die Eskalationsstufen der Folter wurden – vorschriftswidrig – oft genug gleich übersprungen und mit der schwersten Folter begonnen – Time is precious.

.- Die Folterorte lagen ausserhalb der USA: In Afghanistan, Polen, Litauen, Rumänien, Marokko, Syrien, Ägypten u.s.w. Die Folteropfer wussten meistens gar nicht, wo sie sich befanden,

Alles verfassungswidrig
Alles rechts- und verfassungswidrig, wie selbst der nicht gerade zimperliche republikanische US- Senator McCain heute abend zutreffend feststellte. Er selbst war einst in Nordvietnam Folteropfer, nachdem sein Flugzeug im Vietnamkrieg abgeschossen worden war.

Lob für die Folterknechte vom Ex-US-Präsidenten
Anders der Ex-Präsident G.W. Bush heute in einem Interview mit CNN:

‚Wir können uns glücklich schätzen, Männer und Frauen zu haben, die bei der CIA hart für uns arbeiten. Sie sind Patrioten, und was immer der Bericht sagt: Wenn er ihre Beiträge für unser Land herabwürdigt, dann liegt das völlig daneben.

Auswirkungen noch nicht abzusehen
Die Auswirkungen dieses Berichts auf die bestehenden Konflikte in der Welt sind noch gar nicht abzusehen. Denn alles wird mit dem Fingerzeig enden: Ihr seid ja auch nicht besser.

BND fein raus

Beim deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) dürften hingegen die Sektkorken knallen, denn wie der Hehler, der den Dieb das dreckige Geschäft machen lässt, so zapften die BND-Leute einfach die durch Folter erzielen Ergebnisse ab, abmelken könnte man das auch nennen:

– Diese „Hehler der Folterwirtschaft“ tauchten in Samarkand, der Hauptstadt Usbekistans auf, um Folterergebnisse“ des brutalen usbekischen Geheimdienstes zu studieren.,

– -Sie tauchten im berüchtigten Abu-Salim Gefängnis in Tripolis/Libyen auf, um Gaddafis Folteropfer zu vernehmen,

– und natürlich in Guantanamo.

Britischer Mi6 nicht besser
Der britische Geheimdienst Mi6 war keinen Deut besser: Auch er war in Samarkand, ausserdem z.B. in Pakistan. Der dortige Geheimdienst scheut sich nicht, mit Bohrmaschinen in das Gesäss der Folteropfer zu bohren. Gelegentlich stirbt dann auch mal ein Folteropfer „auf der Flucht“.

Gerne entführte der Mi6 auch mal Personen, und lud die Entführten bei einem „befreundeten Staat“ zum Zwecke des Folterns ab, Details siehe hier.

Aber beide Geheimdienste, BND und Mi6, tauchen in dem US-Folterbericht nicht auf. Wie schön.

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Unkategorisiert

Konflikt mit Russland: Aufruf, Interview und Stellungnahmen

Dr. Alexander von Paleske —- 8.12. 2014 ——

Der Aufruf kam überraschend:

„Wieder Krieg in Europa,? Nicht in unserem Namen!“

Die Liste prominenter Unterzeichner lang, und sie kommen aus unterschiedlichsten Gruppen der Gesellschaft.

Sorge um Entspannungspolitik
Was sie umtreibt ist die Sorge, dass die in Jahrzehnten erzielten Resultate der Entspannungspolitik mit der Sowjetunion und dann Russland – ein kostbares Gut – über Bord geworfen werden und stattdessen auf EU- und NATO Expansion gesetzt wird. Mehr noch: es Russland zu zeigen, dass es im Chor der Mächtigen nichts mehr zu suchen hat.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen

heisst es in dem Aufruf,

das wäre unhistorisch , unvernünftig und gefährlich für den Frieden“

Es sind gerade auch die alten „Fahrensleute“ aus der Zeit des Ost-West Konflikts, der durch die Entspannungspolitik entschärft wurde. Politiker, die damals diese Entspannungspolitik mitgetragen haben, wie Erhard Eppler und Hans Jochen Vogel sind unter den Unterzeichnern.

Initiator Horst Teltschik
Auch insoweit keine Überraschung: Einer der Initiatoren des Aufrufs ist Horst Teltschik, seinerzeitiger Berater Helmut Kohls und Verhandlungsführer bei der Aushandlung der Verträge zur Deutschen Einheit, und dem Abzug der Roten Armee aus der ehemaligen DDR.

Bereits seit 1982 stand Teltschik über einen Back-Channel, den er von dem SPD-Politiker Egon Bahr „geerbt“ hatte, mit der sowjetischen Regierung in ständigem Kontakt.

Zu lang, um ignoriert zu werden
Die Liste der Unterzeichner des Aufrufs ist zu lang, die Persönlichkeiten zu bedeutend, um sie zu ignorieren.

Auch eine alte grüne Fahrensfrau, die ehemalige Vizepräsidentin des Bundestages Antje Vollmer, gehört ebenfalls zu den Initiatoren. Eine Politikerin, aus der seinerzeitigen Friedensbewegung stammend.

Merkel ohne Einsicht
BK Angela Merkel hält an entspannungsfeindlicher Politik fest.
In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ machte sie erneut klar, dass sie an ihrer unerbittlichen und friedensfeindlichen Politik gegenüber Russland festhalten werde, komme was da wolle.

„Ich bin überzeugt, dass die gemeinsame europäische Antwort auf Russlands Handlungen richtig ist“.

Nicht besser: Die Grünen
Kaum anders die Reaktionen der „Neuen Grünen“ auf diesen Aufruf.

So erklärte die Obergrüne Marieluise Beck

„Die Unterzeichner des Aufrufs sind von einer erschreckenden Geschichtsvergessenheit, wenn sie die deutsch-russische Achse beschwören und dabei über die Interessen und das Schicksal der Länder zwischen Berlin und Moskau hinweggehen“.

In diesem Zusammenhang erinnert sie auch noch an den Hitler-Stalin Pakt.

Auch der Obergrüne, Flugmeilen-Bonusspezialist und Hanfwässerer Cem Özdemir äusserte sich ablehnend:

„Die Autoren haben sich „im Adressaten getäuscht“. Es ist Russlands autoritärer Herrscher Putin, der ein neues Wettrüsten auslöst“.

Der Fraktionschefin der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms reichte das offenbar noch nicht, sie teilte noch schärfer aus:

„Ich halte den Aufruf für eine politisch intellektuelle Zumutung. Der Text enthält Null Empathie für die Bewohner der Ukraine. ich bin entsetzt, über die Mischung von Undifferenziertheit und Voreingenommenheit der Autoren“

Es zeigt sich erneut mit aller Deutlichkeit: Friedenspolitik ist für die Grünen längst zu einem Fremdwort geworden: Wiederholtes Abnicken des Afghanistanfeldzugs, und jetzt die Göring-Eckardt-Forderung nach mehr Auslandseinsätzen der Bundeswehr, sowie ihr Bestreiten der pazifistischen Vergangenheit der Grünen, sprechen da eine klare Sprache.

Die Regierungsparteien hüllen sich ansonsten weitgehend in Schweigen.

Der Aufruf, trotz all seiner Unzulänglichkeiten, ist ein wichtiges Dokument der Gegnerschaft zu dem gefährlichen Weg, den westliche Länder gegenüber Russland eingeschlagen haben.

Auch angesichts des Terrors der Islamisten in Nigeria, im Maghreb, in Somalia, im Yemen, In Syrien, im Irak und in Libyen hätte es nahegelegen nicht noch einen weiteren Konflikt heraufzubeschwören, bzw. nichts unternommen zu haben, diesen Konflikt zu entschärfen

Der Konflikt kann nur diplomatisch beigelegt werden, etwa dadurch, dass alle Konfliktparteien an einen Tisch gebracht werden, z.B. durch eine Zwei plus Vier Konferenz: die Regierung der Ukraine, die Rebellen im Osten, sowie drei europäische Länder neben Russland.

Es geht um eine endgültige Lösung, und nicht um einen immer wieder neuen und dann gebrochenen Waffenstillstand.

Es geht um Kompromisse, nicht um die Durchsetzung von Maximalforderungen.

Es geht vor allem um den Frieden.

Zur Zeit ist aber aus den europäischen Hauptstädten und aus Russland nur Säbelrasseln zu hören: Neue Flottenmanöver auf der Ostsee, Verlegung von NATO-Truppen nach Polen und in die baltischen Länder, und umgekehrt Auftauchen von russischen Kampfflugzeugen über der Ostsee und an den Grenzen zu NATO-Staaten.

Der Aufruf im Wortlaut
Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen, tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen. Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht. In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.
In diesem Moment großer Gefahr für den Kontinent trägt Deutschland besondere Verantwortung für die Bewahrung des Friedens. Ohne die Versöhnungsbereitschaft der Menschen Russlands, ohne die Weitsicht von Michael Gorbatschow, ohne die Unterstützung unserer westlichen Verbündeten und ohne das umsichtige Handeln der damaligen Bundesregierung wäre die Spaltung Europas nicht überwunden worden. Die deutsche Einheit friedlich zu ermöglichen, war eine große, von Vernunft geprägte Geste der Siegermächte. Eine Entscheidung von historischer Dimension. Aus der überwundenen Teilung sollte eine tragfähige europäische Friedens- und Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok erwachsen, wie sie von allen 35 Staats- und Regierungschefs der KSZE-Mitgliedsstaaten im November 1990 in der „Pariser Charta für ein neues Europa“ vereinbart worden war. Auf der Grundlage gemeinsam festgelegter Prinzipien und erster konkreter Maßnahmen sollte ein „Gemeinsames Europäisches Haus“ errichtet werden, in dem alle beteiligten Staaten gleiche Sicherheit erfahren sollten. Dieses Ziel der Nachkriegspolitik ist bis heute nicht eingelöst. Die Menschen in Europa müssen wieder Angst haben.

Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu ändern, sind blutig gescheitert – zuletzt das größenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, als vom Volk beauftragte Politiker, dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.

Am 3. Oktober 1990, am Tag der Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker: „Der Kalte Krieg ist überwunden. Freiheit und Demokratie haben sich bald in allen Staaten durchgesetzt. … Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell absichern, dass daraus erstmals eine gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann. Für die Völker Europas beginnt damit ein grundlegend neues Kapitel in ihrer Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist ein gewaltiges Ziel. Wir können es erreichen, aber wir können es auch verfehlen. Wir stehen vor der klaren Alternative, Europa zu einigen oder gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische Gegensätze zurückzufallen.“

Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.

Die Unterzeichner

Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize – Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Dr. Klaus von Dohnanyi (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg)
Alexander van Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)

Die Online Unterschriftensammlung findet sich hier

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Der SPIEGEL: Zwei Abgänge schaffen alleine noch keine Wende

Dr. Alexander von Paleske — 5.12. 2014 ——–
SPIEGEL-Chefredakteur Wolfgang Büchner ist abserviert, Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe, der Büchner geholt, und sein Schicksal mit dem Büchners verbunden hatte, geht. Nikolaus Blome dürfte folgen.

Nach nur 15 Monaten
Der Abgang Büchners kam ziemlich rasch, nach nur 15 Monaten im Amt. Aber er war von Anfang an die falsche Wahl. Nach dem destruktiv gegeneinander kämpfenden Chefredakteurs- Duo Mascolo / Müller von Blumencron hätte es wohl einer Person wie der des seinerzeitigen Chefredakteurs Erich Böhme bedurft, um den schlingernden Kahn Spiegel wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, statt einem Mann von der Statur eines Büchner, dessen Meriten vor allem darin bestanden hatten, bei der Nachrichtenagentur dpa ein radikales Umstrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm durchgesetzt zu haben.

Viele Gegner
Büchner hatte – noch vor seinem Amtsantritt – die Print-Redaktion gegen sich aufgebracht: mit der Wahl Nikolaus Blomes von der BILD-Zeitung zu seinem Stellvertreter. Das hatte bisher noch keiner der Chefredakteure des SPIEGEL geschafft. Aber das war nicht das Ende, sondern erst der Anfang.

Büchner provozierte weiter, wollte die Ressortleiterstellen neu ausschreiben, um offenbar einige von ihnen auf diese Weise loszuwerden, zwei Ressortleiter gleich ohne diese Prozedur rausdrängen. Sein Programm: die Verzahnung von Print und online – das war‘s.

Büchner stand gewiss nicht für eine inhaltliche Neuausrichtung.

Die Nase voll
Schliesslich hatten die Print-Redakteure die Nase restlos voll von diesem Herrn, der auch auf keinerlei substantielle Erfahrung als leitender Journalist in einem anspruchvollen Journal verweisen konnte.

Die Redaktion des SPIEGEL hat Stärke demonstriert, ein Programm für die Zukunft ist das jedoch noch lange nicht.

Der SPIEGEL – dessen Auflage wie die anderer Printmedien gefallen – ist aber immer noch die Cash Cow des SPIEGEL-Verlags und kann immer noch mit einigen Pfunden wuchern: Manpower und glorreiche Vergangenheit, als investigatives „Sturmgeschütz der Demokratie“, in den letzten Jahren allerdings immer weniger.

Hinzu kommt die starke Stellung der SPIEGEL-Redakteure, denen 50% der Verlagsanteile über eine Mitarbeiter KG gehören. SPIEGEL-Gründer und jahrzehntelanger Herausgeber Rudolf Augstein hatte sie seinerzeit verschenkt.

Diese Stellung verhindert auch sinnloses Kaputtsparen, wie in vielen anderen Verlagen zu beobachten, so auch bei Gruner und Jahr, 25,1 %Teilhaber am SPIEGEL-Verlag.

Nicht zur Nachahmung empfohlen
Gruner und Jahr-Chefin, die „Tweakerin“ Julia Jäkel, ist gerade voll mit der „Kannibaliserung“ der Printmedien beschäftigt. 400 Stellen sollen gestrichen werden.

So hat Gruner und Jahr – seit kurzem 100%ige Tochter des Bertelsmann-Verlags – allen Textredakteurinnen der Frauenzeitschrift Brigitte gekündigt.

Die Brigitte hatte sich in den letzten fünf Jahrzehnten als die Instanz in Frauenfragen etabliert. Nicht nur irgendeine Frauenzeitschrift, sondern rundum anerkannt und glaubwürdig bis ins letzte Detail.

In einer Pressenotiz heisst es jetzt:

Brigitte“-Redakteuren sowie zwei weiteren Mitarbeitern sei betriebsbedingt gekündigt worden, sechs weitere würden in die Ressort- oder Redaktionsleitungen aufsteigen. Sie sollen in einem Kompetenzteam mit weiteren Führungskräften um die Chefredaktion unter anderem Textangebote bei freien Journalisten in Auftrag geben, und neben dem Themenmanagement die Vielfalt im Heft gestalten. Das Kompetenzteam sei maßgeblich dafür verantwortlich, die Qualität der Magazine zu sichern“.

Kompetenzteam statt Redaktion, (vogel-) freie Mitarbeiter, statt einem eingearbeitetem Team und einer Stammredaktion, einst unter engagierten Chefredakteurinnen wie Anne Volk es eine war.

Es bestehen erhebliche Zweifel, dass diese „Instanz“ in Frauenfragen diese Stellung behaupten kann, und nicht stattdessen zu einem Anzeigenblättchen für Kosmetika und Mode verkommt.
Wenn die Auflage sinkt, wie bei der Brigitte, dann sind Ideenmacher und innovative Rezepte gefragt, nicht der Rauswurf erfahrener Redakteurinnen.

Auch der STERN aus dem Hause Gruner und Jahr schlingert, und hat bisher keine klare Linie gefunden. Chefredakteure kommen und gehen, die Probleme jedoch bleiben.

Auf Twitter wird jetzt unter Gruner und Spar Dampf abgelassen.

SPIEGEL Manpower noch vorhanden
Der SPIEGEL hat die Manpower – noch – um exzellente Hintergrundinformationen, interessante Reportagen und den investigativen Journalismus zu bieten, der ihn in der Vergangenheit so stark machten. Allerdings braucht der SPIEGEL weit mehr, als nur den Abgang zweier leitender Mitarbeiter.
SPIEGEL-Titel wie „Stoppt Putin“ dürften kaum geeignet sein, potentielle Leser an den Kiosk zu locken.


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