SATIRE

Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Dr. Alexander von Paleske 1.02. 2014 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Katrin Göring Eckardt, MdB
Obergrüne, Fraktionsvorsitzende
Reichstagsgebäude
Berlin-Mitte

An
Seine Exzellenz
Der Bundespräsident
der Bundesrepublik Deutschland
Joachim Gauck
Schloss Schöne Aussicht
Berlin

Wunderschönen guten Morgen Herr Bundespräsident Gauck,
lieber Joachim

ich wollte Dir meine Hochachtung, meine Bewunderung und meinen Dank auch im Namen der Grünen für Deine aufrüttelnde Rede gestern auf der Münchener Sicherheitskonferenz aussprechen.

Es ist schön, wenn gleich zu Beginn eines neuen Jahres der deutsche Bundespräsident aufzeigt, wo in Zukunft die Reise des Deutschen Volkes im Allgemeinen, und der Bundeswehr im Besonderen, hingehen sollte.

Deutschland engagiere Dich

Deutschland engagiere Dich“

lautete Deine frohe Botschaft an das Deutsche Volk, nein, an die ganze Welt. Deutschland muss kommen, kommt, und wie!

Nicht nur mit verbal aggressiverer Aussenpolitik, sondern auch mit seiner Bundeswehr, die schon Jugendsoldaten im zarten Alter von 17 Jahren ihre Kriegshandwerks-Pforten öffnet.

Besonders gefallen haben mir folgende Worthülsen:

„Deutschland wird nie rein militärische Lösungen unterstützen (wie zuletzt in Afghanistan), sondern besonnen vorgehen, und alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen.
Aber wenn schliesslich der äusserte Fall diskutiert wird, der Einsatz der Bundeswehr, dann gilt:
Deutschland darf weder aus Prinzip nein noch ja sagen!“.

Ende der Schlappschwanz-Politik
Damit hast Du gleichzeitig der defensiven (Schlappschwanz-) Diplomatie des Guido Westerwelle ein Ende bereitet, der versuchte, Deutschland aus den Konflikten in Libyen und Syrien militärisch herauszuhalten.

Das ging so einfach nicht weiter. Wir können nicht länger, wie Du das zutreffend ausgedrückt hast, die „Drückeberger der Weltgemeinschaft“ sein.

Die Ultima ratio regis ((Gauckis) ist nun einmal die Kanone und nicht die Friedenspfeife.


Ultima Ratio Regis (Gauckis et Grueniis)

Bereits früher stelltest Du in einer Grundsatzrede vor der Führungsakademie der Bundeswehr klar:

„Unsere glücksüchtige Gesellschaft kann es nur schwer ertragen, dass es wieder deutsche Gefallene und Kriegsversehrte gibt, und ziehe daher ein Nicht-Wissen-Wollen vor.
Eine funktionierende Demokratie erfordert auch Einsatz, Aufmerksamkeit, Mut, und manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben.
.“


Gauck bei der Bundeswehr —— melde dem Bundespräsidenten: Bundeswehr angetreten zum weltweiten Einsatz

Und in Verbindung damit hast Du völlig zu Recht den bundesdeutschen Glückssuchtverseuchten auch noch „Hedonismus“, also das „Verlangen nach Sinneslust“ aufs Butterbrot geschmiert.

Breits vor Deiner Wahl zum Bundespräsidenten hast Du Dich erfreulich klar geäussert:

„Es ist schon sehr merkwürdig, dass eine politische Richtung, die Jahrzehnte lang den bewaffneten Befreiungskampf in Afrika und anderswo bejubelt hat, nun einen Radikalpazifismus pflegt. Das ist ein taktischer, aber kein ethischer Pazifismus”.

und zum Afghanistan-Krieg:

„Um es klar zu sagen, ich finde den Einsatz nicht gut, aber erträglich und gerechtfertigt“

Gerade auf Grund dieser letztgenannten Äusserungen schlugen wir Dich zum Amt des Bundespräsidenten vor, und ich erklärte im Jahre 2010:

Gauck ist ja jemand, der auch weit ins konservative Lager hinein eine wichtige Persönlichkeit ist, und zwar nicht nur wegen seines Einsatzes bei der Stasi-Unterlagen-Behörde, sondern auch in vielen, vielen Gesprächen, mit vielen Aktivitäten nach dieser Zeit, während dieser Zeit, wo es tatsächlich um Demokratie ging, wo es auch um die Frage ging, wie sich Deutschland weiterentwickelt als freiheitliches Land. Ich weiß, dass er sehr, sehr viel Anerkennung auch im konservativen, auch im liberalen Lager hat,“

Und unser Flugzeug-Bonusmeilen-Spezialist Cem Özdemir tutete ins gleiche grüne Horn:

“ Gauck steht für eine schöne Tradition in der deutschen Geschichte wie kein anderer.“


Deutsche Tradition: Kaiser Wilhelm II ( 1.v.l.) & Söhne —– mit Lachen und Pickelhaube in den 1. Weltkrieg..

Noch wichtiger: Du hast das biblische Tötungsverbot und die Bergpredigt trotz Deiner Pfaffen-Vergangenheit weit hinter Dir gelassen, so wie das Amt des deutschen Bundespräsidenten es eben erfordert.

Ich habe es da etwas einfacher, weil ich mein Theologie-Studium nie zu Ende gebracht habe, und auch sonst keine abgeschlossene Berufsausbildung besitze.

Grüne Kriegsabnicker
Gerade wir Grüninnen und Grüne haben ja durch das wiederholte freudige Abnicken des sinnlosen und blutigen Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan unter Beweis gestellt, dass wir keine vaterlandslosen Lumpen, sondern Offensiv-Patrioten sind.

Insbesondere jetzt, wo das Kriegsabenteuer (mit einem totalen Desaster) in Afghanistan zu Ende geht, haben wir ja truppenmässig wieder grösseren Spielraum.

Auch Steinmeier und von der Leyen auf Linie
Besonders erfreut sind wir Obergrüne natürlich, dass auch der neue aussenpolitische Kraftmeier (Steinmeier) ganz auf dieser Linie operiert, indem er davor warnt, die Kultur der militärischen Zurückhaltung mit der Kultur des Heraushaltens zu verwechseln.

Wörtlich:

Angesichts der Bedeutung der Bundesrepublik ist es nicht genug Weltpolitik (nur) zu kommentieren

Und schuf damit eine erfreuliche Distanz zu seinem Vorgänger, dem „Weichei“ Westerwelle.

Dass Frau von der Leyen in das gleiche Horn tutet, versteht sich von selbst.

Es ist insoweit auch keine Überraschung, dass gerade die 1. Weltkrieg- Kriegsschuldlüge Deutschlands gleich in mehreren Publikationen dahin befördert wird, wo sie hingehört: in den historischen Mülleimer-
Natürlich können wir Grünen uns noch nicht so ganz aus der Deckung wagen, und so hat unser Militär(Kriegs-)fachmann Omid Nouripour zu Deiner Rede angemerkt:

„Wir haben in diesem Land auch eine historisch gewachsene Kultur militärischer Zurückhaltung», Ich bin sehr dafür, dass wir diese Kultur nicht einfach in kürzester Zeit, ohne, dass es dafür wirklich einen Grund gibt, beiseiteschieben.“

Um dann aber gleich staatsmännisch und aggressiv-patriotisch einzuschränken:


Die Anwendung militärischer Gewalt könne allenfalls Zeitfenster öffnen, damit Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Zusammenarbeit eine Chance hätten.

Solche Zeitfenster können dann gut und gerne auch mal 13 Jahre betragen – ohne messbaren Erfolg, aber mit vielen Toten und 500 Milliarden Dollar Kriegskosten, wie das Afghanistan-Kriegsabenteuer.

Lieber Joachim, bitte weiter so!

Herzlichst

Deine

Katrin Göring-Eckardt

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Medizin

Wie viele tausend Tote durch ärztliche Behandlungsfehler? – oder: Ein sinnloser Streit um Zahlen statt um Ursachen.

Dr. Alexander von Paleske …. 28.1. 2014 — Die AOK hat in ihrem Krankenhausreport Horrorzahlen veröffentlicht, wonach angeblich rund 19.000 Patienten pro Jahr in deutschen Krankenhäusern durch ärztliche Behandlungsfehler starben.

Es handelt sich natürlich nicht um genaue Zahlen, sondern um Schätzungen, Hochrechnungen aus internationalen Studien. Und schon entbrennt ein Streit um diese Zahlen .

Die deutsche Krankenhausgesellschaft, Interessenvertretung der Krankenhäuser, macht eine andere Rechnung auf, die sich vorwiegend auf die Schadensbank der Haftpflichtversicherer stützt, maximal 1200 Tote durch Behandlungsfehler.

Der ärztliche Dienst der Krankenkassen geht von 8500 Behandlungsfehlern mit Todesfolge aus, bei insgesamt 190.000 Behandlungsfehlern mit Gesundheitsschäden.

In Nordrhein Westfalen schlossen die Gutachterkommissionen der Ärztekammern im vergangenen Jahr mehr als 3000 Verfahren ab, in 14,5% der Fälle wurden Behandlungsfehler mit Gesundheitsschäden festgestellt.

Wenig aussagekräftig
Da längst nicht jeder Fall von Ärztepfusch mit Todesfolge in einem Verfahren endet, sind letztlich all diese Zahlen bestenfalls grobe Schätzungen, und nur zum Teil überhaupt aussagekräftig.

Wenn Patienten durch Behandlungsfehler sterben, seien es

– Diagnosefehler

– Indikationsfehler

– Behandlungsfehler einschliesslich Operationsfehler:

wer sich nicht mit den Ursachen beschäftigt, der wird an auch den Zuständen nichts ändern.

Aber auf die Ursachen für die nicht geringen Behandlungsfehler – mit und ohne Todesfolge – und vor allem deren Vermeidung, gehen die Kontrahenden nur am Rande ein.

Immerhin benennt der AOK-Report eine der Ursachen: Operationen durch Ärzte und in Krankenhäusern, denen die notwenige Erfahrung fehlt, denn die Mehrheit der Behandlungsfehler geschehe im Zusammenhang mit Operationen.

Wie konnte es dazu kommen?
Komplizierte Operationen durch unerfahrene Ärzteteams, und überhaupt der Drang zu Operationen, waren in der Vergangenheit bestenfalls die Folge übertriebenen Ehrgeizes einiger Ärzte, nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.

Operationen ohne klare Indikation, also überflüssige Operationen gab es zudem in weit geringerem Umfang als heute.

Mit der Einführung der Fallpauschale durch die rot-grüne Koalition, unter Federführung der Affären-Ministerin und jetzigen Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt, hat sich das alles geändert:Heute ist dieser finanzielle Aspekt, der bei der zuvor gängigen Tagespauschale nur eine untergeordnete Rolle spielte, zum entscheidenden Faktor geworden.

Blosse Liegezeit im Krankenhaus bringst nichts ein, mehr noch, ist ein Verlustgeschäft, wenn nicht gleichzeitig diese Liegezeit durch Eingriffe „vergoldet“ wird. Uns so hat sich die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus von rund 20 Tagen in der 90er Jahren auf jetzt 7,7 Tage im Durchschnitt verringert, zusammen mit der der drastischen Reduzierung der Bettenzahl.

Operationen, die mit einer hohen Fallpauschale gesegnet sind, bei gleichzeitig kurzer Liegezeit , darunter gehören z.B. der Kniegelenkersatz, und Operationen an der Wirbelsäule, sowie stabile Herzinfarkte, die angiografiert und dann ggf. „gestentet“ werden, bringen ordentlich Geld in die Kasse der ums Überleben kämpfenden mittleren und kleineren Krankenhäuser, die dank der Fallpauschale massiv ins Minus gerutscht sind.

Und so sind – kaum überraschend – insbesondere Kniegelenkersatz, Hüftgelenkersatz und Operationen an der Wirbelsäule explosionsartig in die Höhe geschossen, auch wenn sich an den jeweiligen Leiden, die derartige Eingriffe notwendig machen, in der Gesamtstatistik kaum etwas geändert hat. Mehr Operationen und natürlich auch mehr Komplikationen.

Haben Sie Herzschmerzen? – Dann ab zum Herzkatheter-Labor.
Und dort, wo früher Kniegelenkbeschwerden erst einmal konservativ behandelt wurden, nicht selten mit gutem bzw. befriedigendem Ergebnis , wird jetzt oft – zu oft – der Skalpell gezückt, manchmal mit völlig unbefriedigendem Ergebnis.

Unter Rechtfertigungsdruck
Ärzte stehen unter Rechtfertigungsdruck, nicht nur beim Einsatz teurer Medikamente, auch die Therapiedauer und z.B. die Dauer von intravenöser Verabreichung von Medikamenten, statt möglicher oraler, wird mittlerweile vorwiegend durch finanzielle Erwägungen beeinflusst.

Der Arzt, der Anwalt des Patienten sein sollte, wird so zum Vollstrecker, zum Büttel von Vorgaben seitens der Krankenhausverwaltung degradiert, die wiederum nur die jeweiligen Fallpauschalen im Auge hat.

Das alles findet sich natürlich nicht in dem AOK-Bericht, und auch nicht in der der Stellungnahme der Krankenhausgesellschaft.

Hinzu kommt, dass immer weniger Zeit für die Patienten seitens der Ärzte und des Pflegepersonals zur Verfügung steht. Auch Folge der Verbürokratisierung des Ablaufs: Bereits bis zu 50% der Arbeitszeit verbringen viele Krankenhausärzte damit, Daten in den Computer einzugeben. Eine Aufgabe, die früher von Stationssekretärinnen verrichtet wurde, die es nicht mehr gibt, eine Tätigkeit, für die kein sechsjähriges Medizinstudium erforderlich ist.

Dann die Privatisierung von einstmals staatlichen bzw. kommunalen Krankenhäusern mit der folgenden Streichung von Stellen, Verdichtung des Arbeitstages, um sie so profitabler zu machen.

Statt diese Mißsstände zu benennen, wird noch mehr Spezialisierung gefordert, also ab in die Grosskrankenhäuser, auch wenn sie weit weg liegen, und fort mit den kleinen und mittleren Krankenhäusern. Dabei könnten sie gerade als erste Krankenhaus-Anlaufstelle die notwendigen Voruntersuchungen durchführen und dann ggf. verlegen, aber damit wären sie gleichzeitig vom goldenen Topf der Fallpauschale abgekoppelt, und so gibt es für sie keine Überlebenschance. Da schliesst sich der Teufelskreis.

So beschäftigen sich viele Presseberichte auch gar nicht ernsthaft mit diesem Thema, sondern machen Vorschläge, wie Patienten gegen die Ärzte vorgehen können – sofern sie noch am Leben sind – sonst eben die Angehörigen.

Ärztemangel und Verständigungsprobleme
Hinzu kommt zu dieser krassen Fehlentwicklung der Ärztemangel: in vielen Krankenhäusern gefolgt von der zunehmenden Beschäftigung von Ärzten, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, und die selbst bei guter Ausbildung deshalb keine vernünftige Anamnese erheben können, der erste wichtige Schritt zu einer korrekten Diagnose.

So sind die Horror-Zahlen der AOK nichts als Sensationsmache, bestenfalls geeignet das Misstrauen in die Ärzte und Krankenhäuser zu schüren, nicht aber in die Politiker, die mit ihren erbärmlichen „Reform“-Gesetzen dafür die Rahmenbedingungen erst geschaffen haben.


Kürzen und Schliessen – das Programm der Gross(artig)en Koalition im Gesundheitswesen

Arzt zu Schmerzensgeld wegen Verletzung der Aufklärungspflicht verurteilt – richtiges Urteil?

Ärzte und Medizinzeitschriften als „Prostituierte“ der Pharmaindustrie?

Sinkende Bereitschaft zur Organspende und Vertrauensverlust: Die Folgen der Ärzteskandale in Deutschland

Siehe auch die informativen ZEIT-Artikel:

Klappe halten und wegsehen ZEIT vom 20.9. 2012 S. 32

Das Ende der Schweigepflicht ZEIT vom 15.5. 2012

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Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt

Medizin

Tuberkulose, Südafrika und deutscher Journalismus

Dr. Alexander von Paleske —– 24.1. 2014 —– Die Tuberkulose grassiert im Afrika südlich der Sahara ganz besonders.
Nun wurden in der vergangenen Woche Berichte in der deutschen Presse veröffentlicht :

In Südafrika werden viele ohne Heilung entlassen.


Tageszeitung Die Welt vom 18.1. 2014

Weiter hiess es:

In Südafrika werden regelmäßig Patienten mit einer gegen Antibiotika höchst resistenten Tuberkulose aus der Klinik entlassen, obwohl sie nicht geheilt sind. Das stelle eine tödliche Gefahr für die Menschen im Umfeld der Kranken dar.

Bezug genommen wird auf eine Langzeit-Studie in der Medizinzeitschrift LANCET, veröffentlicht von einem südafrikanischen Forscherteam, das untersuchte, in welchem Umfang an teil- oder voll-medikamentenresistenter Tuberkulose- Erkrankte geheilt, bzw. krank nach Hause entlassen werden, in welchem Umfang sie eine Gefahr für andere darstellen, und wie es mit der Lebenserwartung nach der Entlassung aussieht.

Drei Fragen
Es stellen sich in diesem Zusammenhang zunächst drei Fragen die völlig unzureichend in den Artikeln behandelt werden::

1.Welche Tuberkulose ist heilbar, und in welchem Umfang?

2. Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr, und für wen?

3. Welche Massnahmen können / sollten getroffen werden, um die Ansteckungsgefahr zu verhindern bzw. zu vermindern?

Ein Blick zurück
Zur Klärung zunächst ein Blick zurück:
Nerlson Mandela sagte in seiner grossartigen Verteidigungsrede im Rivonia-Prozess, der mit seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft endete:

Poverty goes hand in hand with malnutrition and disease. TB and other diseases bring death and destruction of health . According to the Medical Officer of Health for Pretoria, Tuberculosis kills 40 people a day.

Zur Zeit, als Nelson Madelas dieses Statement abgab, begannen die antituberkulösen Medikamente INH, Ethambutol und Rifampicin, in Kombination gegeben, ihren Siegeszug im Kampf gegen die Schwindsucht anzutreten.

Rückblickend lässt sich diese Zeit der 60er bis zum Ende der 80er Jahr als das „goldene Zeitalter“ im Kampf gegen die Tuberkulose bezeichnen.


…unter dem Mikroskop: Tuberkelbakterien (rot). Foto: Dr. v. Paleske

In Europa war die Tuberkulosekrankheit massiv zurückgedrängt worden, die TB-Sanatorien schlossen, Universitätskrankenhäuser hatten oftmals Mühe, den Studenten Patienten vorzustellen, die an TB erkrankt waren.

Auch in Afrika und Asien, wo weltweit die meisten an TB Erkrankten leben, konnte ein deutlicher Abfall der Erkrankungsfälle erreicht werden..

Die Chancen, wieder dahin zurückzukehren, stehen aber zur Zeit ausserordentlich schlecht, denn mittlerweile ist die Zahl der Tuberkulosekranken weltweit wieder massiv angestiegen: 8,6 Millionen Neuerkrankungen im Jahre 2012 allein (WHO) – bei hoher Dunkelziffer.

Das ambitionierte Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Tuberkulose bis zum Jahre 2050 nahezu auszurotten, kann unter den gegenwärtigen Umständen nur als höchst ungesunder Optimismus bezeichnet werden, ein Ziel das – jedenfalls mit den zur Zeit herkömmlichen Mitteln – unerreichbar ist
.
Gründe dafür sind :

– Die weiterbestehende Armut und Unterernährung in vielen Teilen der 3. Welt

– Kriege und Flüchtlingselend mit dem Zusammenpferchen in Flüchtlingslagern

– Die HIV Krankheit

– Die ständige Zunahme der Medikamentenreistenz:

Formen der Medikamentenresistenz
Die Medikamentenresistenz der TB- Erreger hat sich, wie bei anderen Infektionen auch, in den vergangenen 15 Jahren deutlich und stetig ausgebreitet

– Zunächst die Multidrug Resistant TB (MDR-TB), bei der die Tuberkelbakterien gegen zwei Medikamente der Erstlinientherapie resistent sind,

– dann die extensiv resistente Tuberkulose (XDR), bei der die Erreger zusätzlich gegen zwei weitere Medikamente resistent sind.

– Mittlerweile gibt es auch erste Berichte über Tuberkelbakterien, die gegen sämtliche verfügbaren Medikamente resistent sind (TDR).


Resistenzen Inzwischen weltweit

Zwischen 2001 und 2006 gab es in 81 Ländern MDR–TB, im Jahre 2012 waren es bereits 450.000 Fälle weltweit.

Die Todesrate bei MDR TB liegt bei rund 37% (bei der unkomplizierten TB normalerweise unter 10%).

Von 1,3 Millionen Menschen, die jährlich an TB sterben, litten 170.000 an MDR-TB (13%). Die Todesrate bei MDR-TB liegt bei rund 37%

Am stärksten von MDR-TB betroffen ist zur Zeit Russland, wo der Prozentsatz von MDR-TB bei bereits 17 % liegt, in den Haftanstalten bei bis zu 50 %.
7% dieser MDR-TB-Patienten leiden aber tatsächlich bereits an der extensiv resistenten TB (XDR-TB), bei der die Todesrate von 35% bei der MDR auf mehr als 70-90% ansteigt

Die Behandlungskosten pro Patient pro Jahr sehen so aus:

– Behandlung der unkomplizierten Tuberkulose, das ist immer (noch) die weit überwiegende Mehrheit: 72 US Dollar

– Behandlung der MDR-TB: 1200 US Dollar

– Behandlung der XDR-TB : 7200 US Dollar

Die Behandlung der XDR-TB ist letztendlich meistens erfolglos: die weit überwiegende Mehrzahl der Patienten verstirbt innerhalb eines Jahres an der Krankheit.

Krankenhausentlassung logische Konsequenz
Insofern ist die Entlassung nach Fehlschlag der Behandlung, angesichts der Knappheit von Krankenhausbetten, eine logische Konsequenz, anders als es die Artikel in der deutschen Presse zu suggerieren versuchen, und damit nicht anders als beispielsweise bei austherapierten Krebspatienten.

Nur: die entlassenen Patienten, wenn sie weiter eine offene TB haben, und das trifft gerade für die häufigste Form mit Befall der Lunge zu, gefährden ihre Umwelt: Sie können andere anstecken, und diese Patienten erkranken dann sofort an einer medikamentenresistenten TB.

Enger Kontakt als Risiko
Insbesondere steigt die Übertragungsrate, wenn Menschen auf engem Raum zusammenleben. Aber auch in Verkehrsmitteln, wie den Massentaxis, wo die Fahrgäste auf engem Raum zusammensitzen, ist die Ansteckungsgefahr erhöht.

Nicht jeder Mensch, der Tuberkelbakterien einatmet, erkrankt
daran, bzw. erkrankt so daran, dass er behandelt werden muss.
Aber gerade die armen, oftmals nicht ausreichend ernährten Teile der Bevölkerung, die oft genug auch noch auf engem Raum zusammen wohnen, sind besonders gefährdet. Und natürlich Menschen, die auch an der HIV-AIDS Krankheit leiden, welche die natürliche Abwehr auch gegen Tuberkelbakterien deutlich einschränkt, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der HIV-Erkrankung.

Und so können die Kliniken gar nicht anders, als diese Patienten zu entlassen, die vielfach schon im Krankenhaus nicht isoliert werden können, sondern zunächst auf Allgemeinstationen liegen, wo sie eine Gefahr für andere Patienten, Ärzte und Pflegepersonal, aber auch für Besucher darstellen.

Notwendige Isolierung
Diese Patienten müssten unverzüglich strikt isoliert werden, und zwar solange sie andere Menschen anstecken können, also noch an offener Tuberkulose leiden, d.h. im Lungenauswurf unter Therapie weiterhin Tuberkelbakterien nachgewiesen werden können.

Die setzt jedoch zweierlei voraus:

– Einmal entsprechende medizinische Einrichtungen zu schaffen, wo die Patienten – bei XDR-TB notfalls für den Rest ihres Lebens – betreut werden können.

– Und zweitens die gesetzliche Grundlage zu schaffen, uneinsichtige Patienten notfalls auch gegen ihren Willen dort unterzubringen.

Für beides fehlen der politische Wille und die notwendigen Ressourcen – keineswegs nur in Südafrika.
Und deshalb kann sich die Medikamenten-resistente Tuberkulose weiter ausbreiten. Nicht nur in Südafrika.

Zur Tuberkulose
Tuberkulose – nicht nur am 24.3., dem Welt-Tuberkulosetag
Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a study of 156 patients
linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a second study of 545 patients
linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates – Results of a second study

Zur Medikamentenresistenz als drohende Apokalypse
linkNeue Hiobsbotschaften zur Antibiotika-Resistenz – Massnahmen dagegen nicht in Sicht
linkGrossbritannien: Gefahr der Antibiotikaresistenz vergleichbar mit Terrorismusgefahr und Gefahr der Klimaveränderung
Deutsche Spitzenforscher: Späte Warnung vor Antibiotikaresistenz und unzureichende Vorschläge
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner uns für dumm verkaufen? – Ein Kommentar zur geplanten Reform des Tierarzneirechts
Verband zur Förderung der Massentierhaltung Deutschlands (VEFMAD) dankt der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner

SATIRE

Tabea Rössner: Wir Futtertrog-Grüne sind voll angekommen in der VVIP-Lounge

Dr. Alexander von Paleske —- 17.1. 2014 —

Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Tabea Rössner
MdB, Grüne
Member of the VVIP Club
Reichstagsgebäude
Berlin

Guten Morgen Deutschland,
guten Morgen Anhänger der grünen Futtertrog-Bewegung

Gestern wurden eine Reihe von Falschmeldungen in der Presse veröffentlicht, die ich hier richtigstellen möchte:
.
Die Presse behauptet, ich hätte ein Flugzeug beim Startvorgang angehalten. Totaler Blödsinn.
Richtig ist, dass in dem Lufthansaflugzeug von Frankfurt nach Berlin die Türen bereits geschlossen waren, der Flieger startklar, ich in der Businessclass sass, aber das Flugzeug sich noch nicht in Bewegung gesetzt hatte.

Von Anhalten keine Rede
Von Anhalten kann also keine Rede sein, weil man ja nur etwas anhalten kann, was sich bereits in Bewegung befindet.

Weiter berichtete die Presse, ich hätte um Hilfe gerufen, weil ich meinen IPAD im Terminal liegengelassen hatte.

Auch das ist falsch
Richtig ist, dass ich Krach schlug, als ich feststellte, dass ich meine Handtasche mit meinem IPAD am Abflugschalter vergessen hatte.

Da sich auf dem IPAD Staatsgeheimnisse der Bundesrepublik Deutschland, und Betriebsgeheimnisse der Grünen über die neue Futtertrog-Rückkehrstrategie befanden, bin ich aufgesprungen und habe der Stewardess klargemacht, dass meine Handtasche samt IPAD sofort in meinen Gewahrsam zurückgebracht werden müsse.

Diese Lufthansa-Dame kannte mich leider noch gar nicht aus Funk und Fernsehen, daraufhin habe ich ihr nicht nur meinen Bundestags-Abgeordneten-Ausweis unter die Nase gehalten, sondern mich auf den daraus resultierenden VVIP -Staus berufen:

Very Very Important Person


Das bin ich: grüne VVIP und MdB Tabea Rössner. Screenshot: Dr. v. Paleske

Ausserdem verlangte ich, den Piloten zu sprechen und gab ihm den Befehl:

„Der IPAD muss an Bord“

Der hat auch gespurt, den Starvorgang erst einmal abgeblasen, und eine Hebebühne für Essen heranschaffen lassen, sodass der IPAD an Bord gehievt werden konnte.

In VVIP-Lounge angekommen
Das zeigt doch,, wie sehr wir Grünen in der VVIP Lounge mittlerweile angekommen sind, und unsere daraus resultierenden Privilegien durchzusetzen und zu verteidigen wissen.

Sehr erfreulich.

Dass dadurch Verspätungen eintraten ist völlig unerheblich, insbesondere für diejenigen, die keine Privilegien geniessen.

Deshalb ist die in der Presse aufgeworfene Frage, ob Otto Normalverbraucher, der seine Aktentasche vergessen hat, ebenfalls eine Extrawurst gebraten bekommt, völlig daneben.

Äpfel sind nicht Birnen
Erstens lassen sich Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, und zweitens gilt der alte lateinische Spruch:

Quod licet iovi, non licet bovi

längst auch für uns Grüne.

Natürlich benutzen wir nicht die Bahn für solche Kurzstrecken, diese Zeiten sind längst vorbei. Und dass wir Businessclass selbst auf solchen Kurzstrecken fliegen, versteht sich von selbst. Schliesslich soll niemand in unsere geheimen Papiere schielen, und ausserdem wollen wir ein anständiges Frühstück serviert bekommen – „neue grüne Bescheidenheit“, wie wir das nennen.

Wieder an die Futtertröge
Wir Grüne wollen und können uns natürlich nicht mit einem VVIP-Status begnügen, vielmehr ist es unser Ziel, wieder an die Regierungsfuttertröge zu kommen, „Regierungsverantwortung“ ein anderes Wort dafür.

Ich denke, dass die Grünen in Hessen den realistischen Weg vorgezeichnet haben. Wir müssen dann auch nicht mehr mit dem ordinären Volk in einem Flugzeug zusammensitzen, sondern können stattdessen die Flugbereitschaft ordern.

Natürlich mussten unsere grünen Kameraden in Hessen noch einigen grünen Ballast abwerfen, und ein paar vor der Wahl gemachte Versprechungen brechen, insbesondere was den Fluglärm in Frankfurt angeht, bevor sie „Regierungs-Mitverantwortung“ zusammen mit den Schwarzen übernehmen durften.

Aber der Bruch von Versprechungen gehört auch bei anderen Parteien längst zum Geschäft, da wollen auch wir Grüne nicht zurückstehen..


Demonstration gegen den Fluglärm am 13.1. 2014 im Frankfurter Flughafen – Foto: Dr. v. Paleske

Ich sage erst einmal :

„Danke, danke Lufthansa für die VVIP-freund… äh ich meine Kundenfreundlichkeit.“

Den Grünen in Hessen wünsche ich eine herzhafte Regierungs-Brotzeit

Eure

Tabea Rössner, MdB
V V I P – Grüne

Mehr über meine Erklärungsversuche findet sich hier
Auch einen Anwalt habe ich bereits eingeschaltet.

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afrika

„Mützenkrieg“ in Südafrika als Wahlkampfvorbereitung

Dr. Alexander von Paleske —— 10.1. 2014 —— Der Bericht über die Wahlkampfvorbereitungen in Südafrika soll mit der Geschichte einer begabten Schülerin beginnen, die ich gestern in dem vorwiegend von Schwarzen gelesenen Massenblatt „Sowetan“ fand:
Eine 19-jährige aus der Provinz Mpumalanga, behindert durch eine angeborene Kiefer- und Lippenspalte, hat ein hervorragendes Abschlussexamen nach dem Besuch einer High School hingelegt: in 6 Fächern mit „Distinction“ vergleichbar der Note 1, darunter Mathematik und Physik.


Hochbegabt und arm

Hochbegabt, aber kein Studium
Ihre Familie ist bitterarm, die Mutter schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Die Schülerin lernte nachts, während die Familie schlief. Nun möchte sie Chemie studieren, aber für die Universitätsgebühren fehlt das Geld, und die Aussichten, ein Stipendium zu bekommen, stehen angesichts des Riesenandrangs nicht gut.

Es würde anstehen, dass die ANC-Regierung Südafrikas sich gerade um diese benachteiligte Bevölkerungsgruppe besonders kümmert, und das in ihrem Wahlkampfprogramm manifestiert.
Aber davon kann keine Rede sein. Stattdessen lässt sie sich auf einen „Mützenkrieg“ ein.


Sowetan vom 9.1. 2014

Malema und sein Outfit
Nachdem Julius Malema, der Chef der neugegründeten Economic Freedom Fighters mit seiner „Freiheitskämpfertruppe“ im roten Outfit und roten Kappen, die eine quasimilitärisches Bild vermitteln, auftritt, hat die Regierungspartei ANC nun nachgezogen: tausende Kappen wurden mittlerweile an ihre Anhänger verteilt.


Julius Malema als „Freiheitskämpfer“ …..das Original


ANC-Mitglieder mit roter Kappe ….die Kopie

Der ANC hat offensichtlich mittlerweile realisiert, welch politische Gefahr ihm von der Malema-Truppe droht.

Scheinalternative Malema
Malema, der mit Korruption und Ausschreibungsbetrug reich geworden war, bevor er dann in Ungnade fiel, wir berichteten darüber, präsentiert sich den vom ANC enttäuschten Massen als Retter in der Not, mit Programmen aus der politischen Mottenkiste, vor allem mit Verstaatlichungsprogrammen als Allheilmittel. Aber er findet Resonanz, wenn er mit seiner Flotte von Off Road Cars in den Townships aufkreuzt.

Statt diesen politischen Rattenfängern inhaltlich offensiv entgegenzutreten, nun also die Kappenkopie, um die Wähler zu verwirren. Das Ganze grenzt an Lächerlichkeit. Aber wie soll der ANC diesen Pseudo-Freiheitskämpfern auch entgegentreten, wenn er selbst von Korruptionsaffären und schamloser Bereicherung geschüttelt wird, wenn selbst der Präsident Jacob Zuama sich grosse Teile seiner Privatresidenz in seinem Heimatort Nkandla aus Steuergeldern finanzieren lässt?


Zumas Privatresidenz ……mit Staatsgeldern erbaut.

Nun forderte Zuma seine Partei auf, für eine Zwei-Drittel Mehrheit bei den Wahlen zu kämpfen. Warum, das liess er im Dunkeln.

Weg mit der Kontrolle
Es bedarf wenig Phantasie, um sich vorzustellen, was dann beabsichtigt ist: Die Kontrolle der Judikative über die Exekutive durch Verfassungsänderung einzuschränken, und der Presse und den Medien, die immer wieder die Skandale der ANC-Regierung aufdeckten, einen Maulkorb umzuhängen.

Was würde Mandela dazu sagen?
Was würde wohl der kürzlich verstorbene Nelson Mandela dazu sagen?.In Sachen Presse sagte er einst:

„Wenn immer ich mich über die Presse geärgert habe, dann hatte sie meistens recht“.

Nelson Mandela ist offenbar für die die meisten Führungsfiguren des ANC kein Vorbild mehr, jedenfalls wenn man sie an ihren Taten misst, und nicht nur ihren Lippenbekenntnissen lauscht. Und so darf Malema hoffen, nicht aber die arme Bevölkerung in den Townships.

Zu Julius Malema
Mandela, Malema und Gauck – Anmerkungen zu einer Trauerfeier
Südafrika: Jugendliga Chef Julius Malema verliert Machtkampf gegen Präsident Jacob Zuma – vorläufig
Machtkampf in Südafrika: Präsident Jacob Zuma gegen Jugendliga-Boss Julius Malema
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afrika

Vom Freiheitskämpfer und bewunderten Staatsmann zum Staatsterroristen: Ruandas Präsident Paul Kagame lässt seine Opponenten ermorden

Dr. Alexander von Paleske— 5.1. 2014 —-
Ex US-Präsident Bill Clinton nannte ihn:

„One of he greatest leaders of our times”

Der britische Ex- Premier Tony Blair nannte ihn:

„A visionary leader“

und lieh sich von diesem „Visionär“ die äusserst komfortable Präsidentenmaschine gerne aus.

Auch deutsche Besucher willkommen
Der ehemalige deutsche Aussenminister Joseph Martin (Joschka) Fischer liess es sich nicht nehmen, auf dem Rückweg von Südafrika im Jahre 2004 dort Station zu machen, und mit dem Präsidenten Kagame Menschenaffen im Nationalpark zu besuchen, von denen ein Teil auch noch aus dem Virunga Nationalpark im Kongo stammte, gestohlen von ruandischen Truppen während des 2. Kongokrieges von 1998-2003.

Aber auch der ehemalige Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel besuchte ganz selbstverständlich diesen „Vorzeigestaat“ und dessen Präsidenten..

Nichts von alledem
Aber Paul Kagame ist nichts von alledem, weder Visionär noch Weltstaatsmann, war es auch nie, er ist vielmehr einer der schlimmsten Staatsterroristen Afrikas, der sich für lange Zeit erfolgreich das Mäntelchen eines Freiheitskämpfers umhängen konnte, weil er mit seiner Tutsi-Truppe im Jahre 2004 den furchtbaren Völkermord in Ruanda beendete.


Paul Kagame – Staatsterrorist und Darling des WestensScreenshot: Dr. v. Paleske

Kagame lässt vielmehr systematisch seine Opponenten, innerhalb und ausserhalb Ruandas ermorden.

Das vorläufig letzte Opfer ist der ehemalige Geheimdienstchef (1994-2004) Ruandas , Patrick Karegeya (53), der nach seiner Ablösung als Geheimdienstchef zunächst 2004 zum Armeesprecher degradiert, und 2006 von Kagame entlassen worden war.


Ermordet: Patrick Karegeya

Karegeya ging 2010 ins südafrikanische Exil. Am 2. Januar 2014 wurde er in einem Hotelzimmer in Johannesburg tot aufgefunden, erdrosselt. Er hatte in dem Michelangelo-Towers Hotel eingecheckt, um sich mit einem ruandischen Geschäftsmann und angeblichen Opponenten Kagames zu treffen. Stattdessen traf er – allen Umständen nach zu urteilen – auf einen Auftragsmörder Kagames.


STAR (Südafrika) vom 3.1. 2014

Einstmals Freunde
Karegeya und Kagame gingen zusammen zur Schule in Uganda, beide dienten in der ugandischen Armee, bevor sie zusammen den bewaffneten Kampf gegen die damalige Regierung Ruandas aufnahmen. Der blieb jedoch stecken, und kam erst richtig in Gang, als die Maschine mit den Präsidenten Ruandas und Burundis von einer Boden-Luft-Rakete beim Landeanflug auf Kigali abgeschossen worden war. Das Signal zum Massenmord, dem rund 800.000 Tutsis und gemässigte Hutus zum Opfer fielen.

Während es zunächst hiess, dieser Anschlag sei radikalen Hutus zuzuschreiben, gibt es mittlerweile angeblich Hinweise, dass die Präsidentenmaschine, die von zwei französischen Piloten gesteuert wurde, tatsächlich auf Befehl Kagames abgeschossen worden war.

Der französische Richter Marc Trevedic hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eröffnet, und Karegeya hatte – unaufgefordert – sich als Zeuge zur Verfügung gestellt.

Mehr noch: er war angeblich im Besitz von Dokumenten, die seine Angaben unterfüttern sollten. Im Juli 2013 hatte er in einem Interview mit Radio France International die Anschuldigungen gegen Paul Kagame erhoben.

Karegeya müsste es gewusst haben, was sich 1994 wirklich abgespielt hatte, denn er war ja ruandischer Geheimdienstchef von 1994 – 2004.

Gründung einer Oppositionspartei als Straftatbestand
Im Jahre 2006 gründete er mit anderen hochrangigen Armeeoffizieren , darunter auch der ehemalige Generalstabschef Generalleutnant Kayumba Nyamwasa, die Oppositionspartei Ruandischer Nationalkongress.

Alle Parteigründer wurden daraufhin verhaftet und zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Im Jahre 2010 gingen Karegeya und Nyamwasa ins südafrikanische Exil, und erhielten dort politisches Asyl.

Im Jahre 2011 wurden beide in Abwesenheit wegen „Förderung ethnischer Auseinandersetzungen und Ungehorsam“ in Abwesenheit zu langen Gefängnisstrafen verurteilt..

Reichte nicht
Aber das reichte Kagame offensichtlich nicht:
Auf Nyamwasa wurden 2010 zwei Mordanschläge in Südafrika verübt, die er nur knapp überlebte. Die Polizei verhaftete 10 Verdächtige, darunter ruandische und tansanische Agenten.

Daraufhin begab sich im Jahre 2011 der damalige südafrikanische Geheimdienstchef Moe Shaik mehrere Male zu Gesprächen nach Ruanda, um die Regierung von weiteren Attentaten und Drohungen gegen Exil-Ruander abzuhalten – vergeblich wie sich jetzt wieder zeigt.

Lange Liste von Terrorakten
Aber die Liste des ruandischen Staatsterrorismus ist weit länger und reicht weiter zurück:

Der ehemalige Innenminister Seth Sedashonga, auch er ein Kritiker Kagames, ging ins Exil nach Kenia, wurde dort 1998 ermordet. Zwei Jahre zuvor war ein Mordanschlag gegen ihn gescheitert: Der Auftragsmörder wurde gefasst, es handelte sich um einen Angestellten der ruandischen Botschaft in Kenia.

Das gleiche Schicksal ereilte einen tansanischen Rechtsprofessor, der in einem Prozess wegen des Genozids sich engagiert hatte..

Die Ermordung des ruandischen regierungskritischen Journalisten Leonard Rugambage im Jahre 2011 in Kigali

Die Ermordung des Chefs der oppositionellen Green Party Andre Kagwa Rwisereka am 14.Juli . 2010. Er war mitt einer Machete hingerichtet worden..

Die versuchte Ermordung des Mitglieds der ruandischen Oppositionspartei Ruandischer Nationalkongress, Frank Ntwali in Südafrika, er wurde von einem Auftragsmörder, der sich als Polizist verkleidet hatte, mit 9 Messerstichen schwer verletzt.

Die Ermordung von Charles Ingabire, regimekritischer ruandischer Journalist, mit einem Kopfschuss getötet am 30.11. 2011 in Kampala / Uganda, nachdem er zuvor mehrfach bedroht und zum Schliessen seiner regierungskritischen Online-Plattform aufgefordert worden war.

Die Ermordung von Théogène Turatsinze, ehemaliger Chef der Ruandischen Entwicklungsbank , die offenbar von Mitgliedern der ruandischen Regierungspartei Rwandan Patriotic Front recht unpatriotisch geplündert worden war, und Turatsinze nicht nur davon wusste, sondern das offenbar öffentlich machen wollte. Er wurde im Oktober 2012 in Mozambique ermordet aufgefunden.

2011 förderte eine Untersuchung von Scotland Yard zutage, dass ein ruandischer Auftragsmörder versuchte, nach Grossbritannien einzureisen. Zwei in England lebende Exilruander erhielten daraufhin Warnungen von Scotland Yard, während britische Parlamentarier die britische Regierung aufforderten, die Beziehungen, und damit auch die reichlich fliessende Entwicklungshilfe für Ruanda zu überprüfen.

Schweden und Belgien wiesen 2012 ruandische Diplomaten aus, die Exilrunader ausspionierten, eine Tätigkeit unvereinbar mit ihrem diplomatischen Status.

Ehemalige Leibwächter Kagames berichteten, dass er bereits als Rebellenführer vor 1994 in seiner Rebellentruppe Kritiker an seinem Führungsstils bzw. seinen militärischen Entscheidungen ohne viel Federlesens einen Kopf kürzer machte

Hinzu kommen die Beteiligung Ruandas am zweiten Kongokrieg (1998-2003), der direkt und indirekt rund 5 Millionen Menschen das Leben kostete.

Dann die Aufstellung und logistische Unterstützung von Tutsi Guerillaarmeen, wie die CNDP unter Laurent Nkunda, und die M-23 unter Bosco Ntaganda und dann Sultani Makenga, die Hunderttausende im benachbarten Kongo zu Flüchtlingen machte, um das Ziel Kagames umzusetzen, die Demokratische Republik Kongo (DRC) zu zerschlagen, und den Ostkongo mit seinen reichen Bodenschätzen zu annektieren.

Erst die afrikanische Friedenstruppe mit robustem UN-Mandat und bestens ausgerüstet mit südafrikanischen Angriffs-Hubschaubern, bereitete dem M-23-Spuk kürzlich ein Ende.

Dass der ruandische Präsident nun seine Annexions-Pläne aufgegeben hat, das glauben wohl nur unverbesserliche Optimisten.

Kagame und eine deutsche Tageszeitung
Die deutsche Tageszeitung TAZ mit dem Chef der Auslandsredaktion Dominic Johnson und der Reporterin Schlindwein haben sich mittlerweile als ziemlich kritiklose Unterstützer Kagames entpuppt, insbesondere was die Berichterstattung über Kagames Terror im Ostkongo mit Hilfe seiner Proxy-Rebellentruppe M23 angeht.

Johnson und Schlindwein haben mit ihrer Berichterstattung insoweit keineswegs ein Beispiel für seriösen Journalismus abgeliefert.

Deutschland sollte dringend seine Zahlungen an Ruanda überprüfen.

Zu Ruanda
linkDemokratie bleibt ein Fremdwort in Ruanda.

Zum Ostkongo
Krieg im Ostkongo: Tutsi-Rebellengruppe verjagt – Schlappe für Ruandas Präsident Paul Kagame
Ostkongo: Ruandas M23-Söldner wieder auf dem Kriegspfad, zehntausende Zivilisten auf der Flucht
Rebellenführer Bosco Ntaganda in Den Haag – Das „Bauernopfer“ des ruandischen Präsidenten Paul Kagame
Frieden im Ost-Kongo?
Ostkongo (DRC): Vorübergehende Waffenruhe im langen Krieg
Ruandas Paul Kagame greift nach dem Ost-Kongo – Der Dritte Kongokrieg hat begonnen
Der Krieg im Ost-Kongo, Ruanda und die USA
Der vergessene Krieg im Osten des Kongo
Kampf um Kongos Ostprovinzen
Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo – 50 Jahre Unabhängigkeit. Grund zum Feiern?
Im Interview: Sir Ketumile Masire zur Lage im Kongo
Kongo: Warlord Laurent Nkunda benennt „Kriegsziele“
Wohin treibt der Ost-Kongo oder: Krieg ohne Frieden

Medizin

Volksrepublik China: Prostitution, Gewalt gegen Ärzte und 120. Geburtstag Maos

Dr. Alexander von Paleske — 3.1. 2014 —- Als Mao Zedong (1893-1976) mit seiner Volksbefreiungsarmee 1949 in Beijing einmarschierte, und die Macht übernahm, da begann für die Prostituierten das Ende ihrer Sex-Arbeit.


1949 – Mao proklamiert die Volksrepublik China

Der Arzt George Hatem schloss innerhalb von 48 Stunden 244 Bordelle in Beijing, und behandelte danach die Geschlechtskrankheiten der dort arbeitenden Prostituierten. Fortan war die Prostitution in China verboten, und zwar nicht nur auf dem Papier.


George Hatem …..244 Bordelle in 48 Stunden

Keine Rede mehr
Davon kann heute keine Rede mehr sein. Zwar ist die Prostitution in China nach wie vor verboten, aber längst hat sie sich wieder ausgebreitet. Insbesondere in den Großstädten – und in den von Ausländern frequentierten Hotels ist sie allgegenwärtig, wie ein investigativer Bericht der BBC vor zwei Monaten dokumentierte: Als „Massagesalons“ notdürftig getarnt, die mit offenbar heimlicher Billigung der Hotelbetreiber dort Sexdienste anbieten.

Nach Schätzungen bieten rund 6 Millionen Chinesinnen Sex-Dienste an

Parallel dazu breiten sich die Geschlechtskrankheiten wieder aus.

George Hatem war damals einer der wenigen Ärzte in der jungen Volksrepublik China, und dieser Berufsstand genoss ausserordentlich hohes Ansehen unter der Bevölkerung.

Auch das hat sich mittlerweile geändert, denn die Berichte von gewalttätigen Übergriffen unzufriedener Patienten bzw. deren Angehörigen gegen Ärzte und Krankenhauspersonal häufen sich, wir berichteten bereits darüber.

Am 25 Oktober kam die Meldung über den Nachrichtenticker, dass ein chinesischer Arzt von einem Angehörigen eines Patienten erstochen worden war. Es ist offenbar nur die Spitze eines Eisbergs, denn nun wandten sich fünf Ärzte des 2. Militär-Krankenhauses der Universität von Schanghai, Tian Yang, Han Zhang, Feng Shen, Jie-Wei Li und Meng-Chao Wu, mit einem Brandbrief an die hochangesehene Medizinzeitung LANCET, die diesen Brief am 23.11.2013 veröffentlichte (Lancet Vol. 382 23. November 2013)
Sie schrieben:

Within only 10 days in October, seven consecutive incidents of violence against medical personnel took place in Chinese hospitals, three doctors were killed and ten medical staff injured……Chinese doctors are under tremendous stress.


Arzt in China …….gefährlicher Beruf.

Bereits zuvor hatten im September 2013 die Ärztin An Jingang vom 2. Affiliated Hospital, School of Medicine Xi’an Jiatong und Cai-Yue Liu, Xin-Yao Wang und Hua Jiang vom Changzengh Hospital der 2. Armee-Universität in Schanghai mit ähnlichen Beschwerden in Briefen sich an den LANCET gewandt (Lancet Vol. 382, 14.9. 2013).

Und davor im August 2012 Xue-Qiang Wang, Xiao-Tong Wang und Jie-Jiao Zheng vom Huandong Hospital der Fundan Universität in Schanghai (Lancet 18.August 2012 Vol 380).

Schliesslich nahmen Jie Zeng, Xing X zeng und Qi Tu von der Central South Universität, Medical College, Changsha/Hunan im LANCET vom 7.12. 2013 Stellung:


„A gloomy future for medical students in China“

Sie berichten von:

– insgesamt 17.243 tätlichen Angriffen gegen Ärzte und Pflegepersonal in China im Jahre 2010.

– dass von den 600.000 Absolventen des Medizinstudium in den letzten 5 Jahren lediglich 1/6 auch den Beruf des Arztes ergriffen hätte..

Bessere Sicherheitsvorkehrungen gefordert
Die Ärzte fordern bessere Sicherheitsvorkehrungen, um sich und das Krankenhauspersonal zu schützen, dazu eine verbesserte Gesetzgebung, und härtere Strafen.

Allerdings stellt sich die Frage,, wie es zu dieser Umkehr von Respekt , nicht nur in totale Respektlosigkeit , sondern Gewaltausübung kommen konnte.

Die Antwort findet sich zwanglos in dem ungebremsten Kapitalismus, der nichts mehr mit den Vorstellungen Mao Zedongs zu tun hat, dessen 120. Geburtstag gerade mit Pomp gefeiert wurde.

In China ist mittlerweile alles käuflich, einschliesslich der Benutzung eines Frauenkörpers zum Zwecke der sexuellen Befriedigung.

Offenbar sind einige Patienten, bzw.deren Angehörige, der Ansicht, dass auch Gesundheit – unter welchen Umständen auch immer – in vollem Umfang käuflich, bzw. nur eine Frage des Geldes ist.

Der Katzenjammer, wenn Ärzte auch noch bestochen wurden, was offenbar auch nicht allzu selten ist, wie mir chinesische Ärzte berichteten, mit denen ich in Botswana zusammenarbeitete .zeigt sich spätestens dann, wenn die gekauften Hoffnungen sich nicht realisieren, bzw. objektiv gar nicht realisieren konnten.

Hinzu kommt, dass es offenbar kulturell nicht gerade einfach ist, schon nach der Diagnosestellung, bzw. zu Beginn der Behandlung, mit aller Deutlichkeit den Patienten klar zu machen, wohin die Reise geht, welche Risiken bestehen, und was realistisch von einer bestimmten Heilbehandlung erwartet werden kann.

Differenzierte Antwort erforderlich
Die Antwort auf die gegen Ärzte und Krankenhauspersonal gerichtete Gewalt kann sicherlich nicht nur darin bestehen,, die Gesetze zu verschärfen und die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern, ggf. Polizei in den Krankenhäusern zu stationieren.

Vielmehr muss der Kulturverwahrlosung, bedingt durch zügellosen Kapitalismus, Einhalt geboten werden, und Sozialverhalten wieder reaktiviert werden. Vor allem aber muss mit der weitverbreiteten Vorstellung gebrochen werden, dass mit Geld alles gekauft werden kann, einschliesslich der Gesundung von einer unheilbaren Erkrankung.

Ärzte in China – in Zukunft mehr Respekt?
Arzt in China – ein gefährlicher Beruf?
Rückblick: Hans Müller – Arzt im kommunistischen China
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit

Krieg

Neues Jahr, andauernde Konflikte – oder was BuPrä Gauck und BuKa Merkel in ihren salbungsvollen Ansprachen „vergassen“

Dr. Alexander von Paleske — 31.12. 2013 —-
Das alte Jahr geht zu Ende, aber die gewaltreichen internationalen Konflikte werden auch im neuen Jahr nicht weniger werden, möglicherweise noch mehr, als bereits im Jahr 2013, und eine dauerhafte Lösung auch nur eines der Konflikte im kommenden Jahr ist nicht in Sicht.

Abzug aus Afghanistan ….aber
Zwar ziehen die ISAF Truppen in 2014 weitgehend aus Afghanistan ab, darunter das Bundeswehr-Kontingent, aber auch dieser Konflikt wird weitergehen – mit und ohne ISAF.

Vorgestern tauchte ein Geheimdienstbericht auf, der nur bestätigt, was längst die Spatzen in Kabul von den Dächern pfeifen: letztlich werden die Taliban und die mit ihnen verbündeten Warlords die Macht übernehmen. Bis dahin werden die blutigen Auseinandersetzungen andauern.

Mit anderen Worten: der gesamte Einsatz kostete nicht nur 500 Milliarden US Dollar, die grösstenteils in die Kriegsführung gepumpt wurden, sondern vor allem viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Er hat an deren sozialer Lage jedoch nichts geändert, was als ein Schritt aus ihrer bitteren Armut hätte bezeichnet werden können.

Kurzum: es war nichts als ein teurer (blutiger) Schlag ins Wasser.

Auch kostete er bisher mehr als 60 deutschen Soldaten das Leben, dazu Dutzende von Verletzen und Traumatisierten.

Sie trugen ihre Haut zu Markte für eine verantwortungslose Politik, auch deutscher Politiker, abgenickt von fast allen Fraktionen im Bundestag, einschliesslich der Grünen, und vehement und kritiklos verteidigt selbst in der liberalen bürgerlichen Presse wie der ZEIT, allen voran durch deren Herausgeber Josef Joffe und die Allerweltsredakteurin Andrea Böhm.

Konflikte in Afrika
Hinzugekommen (bzw. verschärft) im vergangenen Jahr sind zwei Konflikte in Afrika: die Auseinandersetzungen in der jungen Republik Süd-Sudan, und in der der Zentralafrikanischen Republik.
Daneben ging der Konflikt im Ostkongo weiter.

Während der Konflikt in der Zentralafrikanische Republik – nicht nur aber auch – das Resultat kolonialer Versäumnisse und gewissenloser postkolonialer Ausbeutung seitens Frankreichs ist, und nunmehr in einen Krieg zwischen Einwohnern christlicher und moslemischer Glaubenszugehörigkeit mündete, wir berichteten ausführlich darüber, ist der Konflikt im Süd-Sudan von etwas anderem Schrot und Korn.

Süd-Sudan ist das erste Land in Afrika, wo nach dem Ende der Kolonialzeit die Grenzen nicht nur neu gezogen, sondern aus einem Staat zwei – und damit eine Pandora-Büchse geöffnet wurde.

Es gibt kaum ein Land in Afrika, in dem es nicht ethnische Konflikte klein oder gross gibt: das Resultat der willkürlichen Grenzziehung mit dem Lineal bei der Aufteilung Afrikas unter den Kolonialmächten – unter klarer Missachtung ethnischer Siedlungsgebiete.

Tragendes Prinzip missachtet
Es war daher ein tragendes Prinzip der Organisation Afrikanischer Staaten (OAU, jetzt AU), nach Erlangung der Unabhängigkeit, an der kolonialen Grenzziehung – trotz deren Willkürlichkeit – nicht zu rütteln, weil dies zu einem Konflikt nach dem anderen führen würde, mit immer neuen Forderungen nach weiterer Zerschlagung von Staatengebilden und Gründung von neuen Staaten. Ein blutiges Drama ohne Ende
.
So sagte der ehemalige Staatspräsident Botswanas, Sir Ketumile Masire in einem Interview, das ich im Jahre 2008 mit ihm führte:

I have said, that there are two good things, that the colonialism has done. One is to parcel us into viable entities. Doesn’t matter whether they cut the tribe, two tribes, a tribe into half one called Kenyans, the other Tanzanians but at least there is a group of people, who feel, they belong together who can administer and plan their affairs together instead of just a marauding unidentifiable mass of people.
So that, as I personally feel, is a good thing. The second is the language question . It’s a pity, that Africa was not colonized by one colonial power, because we would be speaking one language. We would be having the same system of doing things. And that thing, I would say, it is good, that the OAU, that was the first thing, they endorsed, that the colonial boundaries must not be tampered with.


Sir Ketumile Masire Photo: Dr. v. Paleske

Nach der Aufteilung des Sudans in Nord und Süd, gibt es – kaum überraschend – keinen Frieden, sondern nun kämpfen Angehörige verschiedener Ethnien Südsudans, die seinerzeit geschlosssen gegen den gemeinsamen Feind im Norden gekämpft hatten, gegeneinander, angeführt von skrupellosen Politikern, an der Spitze der machthungrige Staatspräsident Salva Kiir Mayardit.

Aber natürlich geht es auch um die Verteilung der Erdöleinnahmen, der einzigen nennenswerten Einnahmequelle und Reichtum des Landes.

Auch in Mali
Auch der Konflikt in Mali wird weitergehen; dort ist auch die Bundeswehr engagiert. Die Franzosen sind keineswegs, wie ursprünglich bereits für Ende März 2013 geplant, vollständig abgezogen. Zwar könnte den von Saudi Arabien gezüchteten und nun zum Terrorismus konvertierten Salafi(Wahabi-)sten eine militärische Niederlage bereitet werden, besiegt sind sie jedoch keineswegs, wie die andauernden Bombenanschläge nur allzu deutlich zeigen.

Mehr noch: eine Einbeziehung der im Norden sesshaften Tuareg, die zeitweise mit den Islam-Terroristen im Maghreb gemeinsame Sache machten, in einer Regierung der nationalen Einheit, steht offenbar nicht zur Debatte. Und so haben die Tuareg den Waffenstillstand aufgekündigt, und das Kriegsbeil ausgegraben. Ein erneutes Zusammengehen mit den Salafi-Terroristen, die sich vorwiegend vom Drogenschmuggel und Entführungen finanzieren, dürfte damit nur noch eine Frage der Zeit sein.

Konflikte in Libyen und Ägypten
Aber auch die Lage in den nordfarikanischen Staaten Libyen, und Ägypten lässt den arabischen Frühling als ferne Vergangenheit erscheinen.

In Libyen haben sie die Terror-Salafisten vom Schlage al Qaida das Machtvakuum nach dem Ende Gaddhafis genutzt, sich fest dort eingenistet, und sich aus den reichlichen Waffenarsenalen Gaddafis bedient. Von einer respektierten demokratisch gewählten Zentralregierung ist das Land weit entfernt.

In Ägypten gibt es statt Demokratie nun wieder, wie unter Mubarak, eine Militärdiktatur, mit dem Unterschied, das jetzt der Ausnahmezustand nach dem Verbot der Moslembruderschaft herrscht.

Viele Moslembrüder werden sich wohl jetzt den Terror-Salafisten anschliessen, es droht die Irakisierung Ägyptens mit täglichen Bombenattentaten.

Nicht zu vergessen die Aktivitäten der Terror-Salafisten von Nord-Nigeria über Kenia, Pakistan und Russland bis nach China, die zwar spektakuläre blutige Anschläge verüben, aber keine echte Bedrohung für die betroffenen Staaten darstellen.

Konflikt in Syrien
In Syrien geht der Bürgerkrieg weiter, ein Krieg, der in dümmlicher Einschätzung westlicher Politiker zunächst lauthals als Fortsetzung des arabischen Frühlings begrüsst, mit der Perspektive, den ungeliebten Diktator Bashar al-Assad endlich loszuwerden.

Inzwischen ist klar, dass es sich hier nicht um einen Freiheitskrieg handelt, sondern mittlerweile um einen Glaubenskrieg: Sunniten gegen Schiiten, Christen und Kurden, wobei auf Seiten der Sunniten die al-Qaida nahestehenden Radikal-Islamisten (Salafisten) mittlerweile eindeutig das Sagen haben, deren Ziel alles andere als die Herbeiführung demokratischer Zustände ist, vielmehr die Errichtung eines sunnitischen Kalifats verbunden mit der Vertreibung von Schiiten, Kurden und Christen.
Auch auf den Nachbarstaat Libanon hat der Konflikt übergegriffen.

Wer Merkel und Gauck hört, der dürfte sich mehr an den Kindersong erinnern::

Heile heile Gänschen.
Es wird schon widder gut

Wenig wird gut, und schon gar nicht von selbst.


Ganz in Gold – Angela Merkel bei ihrer frohen Botschaft


Ein präsidialer Weihnachtsmann?

Erinnerung an Willy Brandt
Wie sagte doch Willy Brandt vor seinem Tode 1992 in einer Grussbotschaft an die Sozialistische Internationale:

„Wo immer schweres Leid über die Menschen gebracht wird, geht es uns alle an. Vergesst nicht:
Wer Unrecht lange geschehen lässt, bahnt dem nächsten den Weg.
Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will, und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“

Das sollten sich gerade auch die SPD-Politiker – nicht nur sie – die jetzt mit grossem Getöse den 100. Geburtstag Willy Brandts feierten, für 2014 hinter die Ohren schreiben. Der Koalitionsvertrag bietet nicht allzu viel Hoffnung in dieser Richtung.

Die Ansprachen von Gauck und Merkel schon gar nicht.

Mehr zum Terror-Salafismus
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
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Ägypten vor dem Bürgerkrieg?
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?

Zur Zentralafrikanischen Republik
Zentralafrikanische Republik – ein weiteres Land wird Einfallstor für Terror-Salafisten
Zentralafrikanische Republik: Diktatoren, Rohstoffe, Plünderer und Putsche

Zu Afghanistan
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Nach der Afghanistankonferenz – Dr. Werner Kilian im Interview
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vermischtes

Frohe Weihnachten

Dr. Alexander von Paleske — 25.12. 2013 Frohe Weihnachten und einen guten Start in das nächste Jahr wünsche ich allen Besuchern unserer Website.

Mein Dank gilt einmal den Besuchern unserer Website Nachrichten Heute, deren Zahl mich immer wieder ermutigt, aber auch den Nachrichtensammlern und Verbreitern, allen voran Net News Express und Net News Global.

Die Themen werden uns auch im nächsten Jahr sicherlich nicht ausgehen. Dafür sorgen schon Krieg, Armut, Ausbeutung und Umweltzerstörung – und natürlich Heuchelei und Lügen der Politiker.

Herzliche Grüsse
Dr. Alexander von Paleske
Bulawayo / Simbabwe

SATIRE

Ex Klepto-Oligarch Michail Chodorkowski schreibt an Bild-Spitzenjournalist Franz Josef Post von Wagner

Dr. Alexander von Paleske — 23.12. 2013 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Michail Chodorkowski
z.Zt. Hotel Adlon
Unter den Linden 1
Berlin

An
Herrn
Spitzen- und Qualitätsjournalist Franz Josef Post von Wagner
c/o BILD-Zeitung
Axel Spinger Haus
Axel Springer Gedächtnisplatz 1
Hamburg 36

Hochverehrter Gospodin Franz Josef Post von Wagner,

ganz, ganz herzlichen Dank für Ihre hervorragende und tiefschürfende Kolumne in der BILD gestern.
Völlig zutreffend haben Sie herausgestellt, dass ich 10 Jahre hinter Gittern sitzen musste, weil Putin Angst vor mir hatte. Erst nach 10 Jahren hatte sich dessen Angstgefühl gelegt, so dass er mich aus dem Knast entlassen konnte.


Spitzen- Qualitätsjournalist Franz Josef Post von Wagner

Grund für Putins Angstzustände
Er hatte ja seinerzeit auch allen Grund zur Angst, denn, wie ich seinerzeit sagte, konnte ich mit meinem Geld mir jederzeit parlamentarische Mehrheiten beschaffen, und diesen Putin wollte ich so bald wie möglich loswerden.

Wie man Mehrheiten beschafft, dass hatte ich zusammen mit meinen Towarischtsch-Klepto-Oligarch-Freunden

Roman Abramowitsch,

Boris Beresovski,

Alexander Lebedew & Co

in den anfangs schier aussichtslosen Wahlkämpfen für unseren geliebten Freund Boris (Jelzin) unter Einsatz unseres Geldes immer wieder gezeigt.


Oligarch trifft Staatstrunkenbold – Beresovski (l) bei Jelzin (r). Screenshot: Dr. v. Paleske.

Diese Mehrheitsbeschaffung für Boris geschah natürlich auch aus dem Gefühl der Dankbarkeit heraus, weil wir ja unsere ungehinderten Milliarden-„Raubzüge“ mit Plünderung der Reichtümer Russlands, unserem Boris (Jelzin) verdankten.

Wodkamässig gut abgefüllt
Der war ja wodkamässig häufig gut abgefüllt, und wenn der so richtig voll war, dann legten wir ihm die Plünderungsverträge zur Unterschrift vor.

Nicht mit Putin
Mit Putin wollte das einfach nicht mehr so richtig laufen, der war sperrig, und forderte sogar einige der nunmehr uns gehörenden Reichtümer in unverschämter Weise zurück.

Da ist mir schliesslich der Kragen geplatzt und ich habe ihm den Fehdehandschuh hingeworfen, so wie auch der mittlerweile verstorbene Beresovski.

Das ist uns – und unserem Milliardenvermögen – leider ziemlich schlecht bekommen, obgleich ich ja mehrere Parteien einschliesslich der Kommunisten mit Millionenbeträgen alimentiert hatte, vorausgesetzt: Auch sie wollten Wladimir loswerden.

Nicht kleinzukriegen
Aber Wladimir war einfach nicht kleinzukriegen, stattdessen musste ich zehn Jahre im Knast schmoren, bis schliesslich dieser Ex Aussenminister Genscher den Putin überzeugen konnte, dass ich mittlerweile völlig harmlos bin.

Nun habe ich auf einer Pressekonferenz den Putin geschont. Nicht weil sich meine Einstellung gegenüber diesem Politiker geändert hätte, sondern weil ich wenigstens einen Teil meiner Klepto-oligarchisch erworbenen Reichtümer zurück haben will.

Zwar habe ich einige Millionen vor meiner Verhaftung ins Ausland schaffen können, aber das ist gar nichts verglichen mit den Milliarden des Abramovitsch.

Gerne würde ich mir auch einen Fussballclub kaufen, wie es Abramowitsch mit dem FC Chelsea gemacht hat, oder eine britische Tageszeitung wie dieser Lebedew. Und natürlich auch gerne wieder in einem mir gehörenden Privatjet in der Welt herumreisen, um in Vorträgen über Demokratie mich zu verbreitern, und meine klepto-oligarchische Vergangenheit vergessen zu machen.

Insbesondere wie ich damals mithalf, die Weltbank-Milliarden – für die agrarische Entwicklung Russlands bereitgestellt und überwiesen – wie die Donau versickern zu lassen, bis sie in der Schweiz und Zypern auf Privatkonten des Jelzin-Clans wieder auftauchten.

Insofern ist Ihr Vergleich, Gospodin Franz Josef Post von Wagner, mit dem Grafen von Monte Christo gutgemeint, aber ziemlich schief.

Eher bin ich die russische Variante des Räubers Hotzenplotz.

Ich rufe Ihnen ein ganz herzliches „Na sdarowje“ zu.

Empfehlungen bitte auch an Ihren Chef, Kai Diekmann, und an die Eigentümerin Elfriede Schalom.

Bis zum nächsten Mal sage ich: „do swidanja“.

Michail Chodorkowski
Freigelassener Ex-Klepto-Oligarch

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