deutschland

Der Steuerfahnder-Skandal in Hessen, die Deutsche Bank, und ein folgenreicher Anruf

Dr. Alexander von Paleske — 20.12.2012 —
Vor 11 Jahren begann in Hessen ein Skandal, der auf Jahre das Parlament, die Medien, und einen Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags beschäftigen sollte, und der jetzt bei den Zivilgerichten angekommen ist: Der Steuerfahnder-Skandal.

Der Hintergrund
Seinerzeit ermittelte eine Steuerfahnder-Crew wegen angeblicher Steuerhinterziehung gegen vermögende Herrschaften und die beteiligten Banken. In etlichen Verdachtsfällen drohte Verjährung, also war Eile geboten.

Aber die Eile der hessischen Finanzbehörden entwickelte sich in eine ganz andere Richtung: statt die hochmotivierte Ermittlergruppe nach Kräften zu unterstützen, wurde sie aufgelöst, und deren Mitglieder auf verschiedene Finanzämter verteilt, um dort kleineren Steuerbetrugs-Fischen nachzuspüren, offenbar getreu dem Motto „Die Kleinen soll man hängen und die Grossen laufen lassen“. Weitere Details siehe hier.

Das war der Skandal Nummer 1

Dass hier Telefonate seitens der „Verfolgten“, der Banken mit den hessischen Finanzbehörden bzw. dem damaligen CDU- Minister Weimar oder Ministerpräsident Koch stattfanden, wurde vermutet, beweisen liess es sich natürlich nicht.

Es war die Zeit des damaligen Deutsche Bank-Chefs Josef Ackermann, der direkten Draht zur Kanzlerin Merkel hatte, und deren Ratgeber in globalfinanziellen Fragen wurde.

Beamte leisten Widerstand
Die Auflösung der hocheffektiven hessischen Fahnder-Gruppe stiess jedoch auf den Widerstand einiger der betroffenen Finanzbeamten, die zum Mittel der Beschwerde griffen und nicht locker liessen.

Daraufhin wurden die Beamten schliesslich als „paranoide Querulanten“ eingestuft und aufgrund eines „gezinkten“ Gutachtens des von der Finanzbehörde beauftragten „Winkelmediziners“ Dr. Thomas Holzmann für „verrückt“ und damit dienstuntauglich erklärt, und in den Ruhestand versetzt.

Weitere Details siehe hier.

Das war der Skandal Nummer zwei.

Das hessische Berufsgericht für Ärzte verurteilte später diesen „Winkelmediziner“ wegen der Erstellung dieser Gefälligkeits-Gutachten, die bestenfalls als „Schlechtachten“ zu bezeichnen sind, rechtskräftig zu einer Geldbusse.

Der Skandal ist mittlerweile in der Form einer Schadenersatzklage der betroffenen Beamten in Millionenhöhe gegen die hessische Landesregierung gemündet.

Alle kerngesund
Auf Anforderung des Landgerichts Frankfurt (M) hat jetzt der renommierte Münchner Psychiatrie-Professor Norbert Nedopil mit seinen Mitarbeitern an der forensischen Psychiatrie des Universitätsklinikums die Kläger untersucht. Danach sind Dr. Thomas H.s Diagnosen zum Teil „nicht nachvollziehbar, und mit dem derzeitigen Wissen nicht schlüssig vereinbar“.

Aus psychiatrischer Sicht habe in allen vier Fällen keine medizinische Voraussetzung für eine anhaltende Dienst- oder Teildienstunfähigkeit bestanden, urteilt Nedopil. Alle vier Ex-Fahnder waren getrennt jeweils einen Tag lang in München gründlich untersucht worden.

Weiter: dass alle absolut normal, mit stabiler Psyche, und mit einer ordentlichen Portion Gerechtigkeitsgefühl ausgestattet sind. Kurzum so, wie man sich einen ordentlichen Beamten vorstellt und wünscht. Eigenschaften, die oft genug bei Politikern gerade nicht anzutreffen sind.

Das Gutachten wurde in der vergangenen Woche bekannt. Damit steht einem vernichtenden Urteil gegen die hessische Landesregierung nichts mehr im Wege.

Der hessische Finanzminister heisst nicht mehr Karlheinz Weimar, der Regierungschef nicht mehr Roland Koch, der wechselte mittlerweile auf den Chefsessel der Baufirma Bilfinger& Berger. Der Schaden jedoch blieb: Das Vertrauen der Bevölkerung in die hessische Landesregierung dürfte enorm gelitten haben.

Auswirkungen des Skandals
Dass derartige Skandal- Vorkommnisse auch Auswirkungen auf Politiker (gelegentlich jedenfalls) haben, das hatte wohl der neue Mitvorstand der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, nicht begriffen. Als Hunderte Polizisten in der vergangenen Woche anrückten, um die scheinbar „uneinnehmbare Festung“ Deutsche Bank zu durchsuchen, da nahm er einfach mal den Hörer ab und wählte die Nummer der hessischen Staatskanzlei, um sich massiv zu beschweren.

Aber diese Chose lief nicht mehr: Nicht nur liess Koch-Nachfolger Volker Bouffier ihn abblitzen, auch das Telefonat selbst wurde bekannt und der nächste Skandal war perfekt.

Nicht der erste Skandal der Deutschen Bank: Wer die Key Words Skandal und Deutsche Bank eingibt, der bekommt mehr 700.000 Websites bei Google ausgeworfen.


……….Skandale ohne Ende

Auch wir haben regelmässig über die Skandale der Deutschen Bank berichtet, beginnend im Jahre 2005 mit dem Genesis Intermedia Skandal, Betrügereien, in welche die Deutsche Bank, der Waffenhändler Khashoggi und einige zwielichtige Broker in den USA verwickelt waren.

350 Millionen US Dollar blechte die Deutsche Bank schliesslich an die Geschädigten, um aus dem Schlamassel drohender Verurteilung zu Milliarden-Dollar-Strafzahlungen, „punitive Damages“ genannt, herauszukommen. Unsere investigative Arbeit landete bei der mittlerweile eingestellten Financial Times Deutschland, die im Dezember 2005 darüber auf Seite 1 berichtete.

Weiterhin berichteten wir über Deutsche-Bank- Skandale, die vielfach nicht Eingang in die Standard-Medien fanden, aber das extrem negative Bild der Deutschen Bank vervollständigten, so dass die Bank sich mittlerweile mit Fug und Recht als „Betrügerbank“ bezeichnen könnte, wie wir bereits vor einem Jahr schrieben.

Kleine Skandalübersicht in Stichworten

Der Skandal um die Auction Rate Securities

Das Andrehen von Zins-Swaps an hochverschuldete deutsche Städte und Gemeinden bzw. deren Versorgungsbetriebe, welche die Schuldenlast der Kommunen meistens erhöhten, statt sie zu erniedrigen

Das Andrehen von Swaps an die Österreichischen Bundesbahnen (612 Millionen Euro Schaden)

Das Abladen von Schrottpapieren bei der IKB und der Sachsen LB, erstere eine Tochter der Staatsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW

Das Andrehen von US-staatsgesicherten Hypotheken an kreditunwürdige Kunden

Das gnadenlose und teilweise rechtswidrige Vertreiben von Häuslebesitzern in den USA, die mit Hypothekenzahlungen in Verzug geraten waren

Die angebliche Mitbeteiligung am Libor Skandal (Zinsraten Manipulation)

Die angebliche Mitbeteiligung am Parmalat-Skandal

Der Skandal um die Leo-Kirch-Milliarden-Pleite, welche die Deutsche Bank offenbar nicht nur beschleunigt hat, sondern nach dem Urteil des OLG München dabei auch ein Eigeninteresse verfolgte, sodass Schadenersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung nach Auffassung des Gerichts an die Kirch Erben zu leisten ist

Der Schadensersatzprozess der Schickedanz-Erbin (einstmals Karstadt-Quelle) gegen die mittlerweile zur Deutschen Bank gehörende Bank Sal. Oppenheim und einen Finanzinvestor namens Esch. Der geltend gemachte Anspruch: Über eine Milliarde Euro.
Auch wenn das Landgericht Köln der Klage geringe Chancen gibt, das bedeutet gar nichts, denn auch das Landgericht München wies die Klage Kirchs seinerzeit ab.

The times they are changing
Bei einer derartigen Unsicherheit, und dem bereits jetzt feststellbaren Vertrauensverlust, ist der Abstieg der Deutschen Bank von der internationalen Champions-League in die Europa League oder sogar die Landesliga keineswegs ausgeschlossen.

Von der Arroganz der Deutschbanker, und den vollmundigen Renditeversprechen des Josef Ackermann, ist so gut wie nichts übrig geblieben.
Übrig geblieben ist hingegen der Finanzmüll, der Schutt, den er seinen Nachfolgern hinterlassen hat.
Als Trost: Notfalls wird der Steuerzahler die Bank retten, komme es hart auf hart, denn als unverzichtbar wird diese Bank immer noch angesehen – trotz aller Skandale. Wie schön.

Da bleibt nur noch zu wünschen: Fröhliche Weihnachten!

Zur Deutschen Bank
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Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Deutsche Bank, Anlagemüll und die Zinswetten mit hochverschuldeten Kommunen
Deutsche Bank: „Raubtierkapitalismus“, Staatsknete und rechtswidriges Vorgehen als Geschäftsidee?

Deutsche Bank und CDO’s oder: wie man Schrottpapiere losschlägt und dabei noch einen Riesen-Reibach macht. Drei Beispiele
linkDeutsche Bank-Swapsen in Würzburg oder: Wir zocken – Ihr zahlt


Zu den Österreichischen Bundesbahnen

Deutschbanker Ackermann schreibt an CSU-Seehofer


Zur IKB

Noch mehr Milliarden Euro Bürgschaften oder: Vorwärts mit der IKB
Der IKB-Prozess in Düsseldorf – oder: hat die Staatsanwaltschaft kapituliert ?
Goldman Sachs, Industriekreditbank (IKB) und Schrottpapiere

Zu den Auction Rate Securities
linkDie Grossbanken und der Staatsanwalt

SATIRE

Franz Josef Post von Wagner schreibt an das Christkind

Dr. Alexander von Paleske — 17.12. 2012 Folgenden Franz Josef Post von Wagner-Beitrag fand ich heute in der BILD:

Liebes Christkind,

in einer Woche feiern wir Deinen 2012 Geburtstag.
Wir feiern, dass Du uns den Frieden versprochen hast zu bringen (Friede auf Erden), auf den wir immer noch warten.

Heute hat sich unser Bundespräsident Gauck mit seiner Zweitfrau Daniela Schadt nach Afghanistan aufgemacht.


Gauck in Afghanistan …..Schokoladen-Weihnachtsmänner und Marzipanschweinchen.

Frieden nicht im Gepäck
Den Frieden hatte er nicht im Gepäck, stattdessen Schokoladenweihnachtsmänner, Marzipanschweinchen, Lebkuchen und Krippenspiele.

Natürlich dankt er den Bundeswehrsoldaten für ihren (sinnlosen) mutigen Einsatz. Auch das Wort Freiheit perlte – wie schon zuvor so oft – wieder von seinen Lippen.

Gerade gestern sind bei einer Minenexplosion wieder viele junge Menschen gestorben.

Nein liebes Christkind, das ist nicht der Friede, den Du uns versprochen hast, und von dem wir träumen.

Keine Vernunft
Liebes Christkind, Dein Erscheinen hätte auch Vernunft in die Hirne der Politiker bringen sollen, endlich mit dem Krieg-Spielen aufzuhören. Stattdessen haben auch die Grünen, die SPD, die FDP – die CDU sowieso – wieder und wieder für die Fortsetzung des Krieges gestimmt, den sie Friedensbringer nennen.

Früher hiess es: Maikäfer flieg, in Vietnam ist Krieg.
Heute heisst es: Joachim und Daniela fliegt, in Afghanistan ist friedlicher Krieg.

Liebes Christkind, ich hoffe, dass irgendwann auch die Politiker verstehen, was der Unterschied zwischen Krieg und Frieden ist.

Herzlichst

Franz Josef Post von Wagner


Franz Josef Post von Wagner…… „Ich bin Deutschland“

Sie können Franz Josef Post von Wagner auch eine E-mail schreiben:fjwagner@bild.de. Jedoch: Nur positive Kommentare erwünscht.

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Grossbritannien

Grossbritannien: Zahltag für eine entführte Familie, die zur Folter freigegeben worden war

Dr. Alexander von Paleske —- 13.12. 2012 —
Es handelt sich um finsterstes Mittelalter, aber das staatliche Verbrechen der Entführung und Auslieferung einer gesamten Familie zur „Folter frei“ fand nach der Jahrtausendwende statt.

Sami al Saadi, libyscher Oppositionspolitiker
Der war nach Hongkong geflüchtet, um den Häschern Gaddafis zu entkommen.


Sami al-Saadi – Screenshot: Dr. v. Paleske

Die britische Regierung unter Tony Blair sah in ihm offenbar keinen politischen Flüchtling, der schutzbedürftig war, sondern ein überaus nützliches „Geschenk“ für Gaddafi, um die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Wüstenzeltbewohner zu verbessern.

Entführung und Millionengeschäfte
In einem FAX des US Geheimdienstes CIA an die Libyer, gefunden nach dem Sturz Gaddafis im Gebäude des ehemaligen Geheimdienstchefs Moussa Koussa, wird grosses Interesse bekundet, an der offenbar bereits geplanten Entführung al-Saadis beteiligt zu werden.

Zwei Tage nach dem Absetzen des Faxes reiste Tony Blair im März 2004 nach Libyen, um Gaddafi seine Aufwartung zu machen.

Die Libyer gaben während des Blair-Besuches die erfreuliche Nachricht bekannt, dass ein Explorationsdeal zur Gasausbeutung im Werte von 550 Millionen Dollar mit der britisch-holländischen Firma Shell perfekt gemacht worden sei.

Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: Gas gegen Geld. Zusätzlich zur „Geschäftsklimaverbesserung“ auch noch Menschenhandel: Wir liefern Dir, Gaddafi, Oppositionelle samt Familie zum Einkerkern und Foltern..

Zwei Tage später wurde al-Saadi samt Ehefrau und vier Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren in Hongkong von Agenten des britischen Auslandsgeheimdienstes Mi6 und des CIA, in Zusammenarbeit mit den Behörden Hongkongs in ein Flugzeug gepackt, und nach Libyen verfrachtet. Das Flugzeug war in den Malediven gechartert worden. Weitere Details siehe hier

Unterwegs, in Bangkok während einer Zwischenlandung, stiegen libysche Agenten dazu.

Endstation: Gaddafis Foltergefängnis Abu Salim
Die gesamte Familie landete im berüchtigten Abu Salim Gefängnis nahe Tripolis, wo im Juni 1996 insgesamt 1270 Oppositionelle auf Gaddafis Befehl ermordet worden waren.
Unter den Getöteten waren auch die Brüder al-Saadis, Mohammed und Adel.

Al-Saadi verbrachte die nächsten 6 Jahre im Abu Salim Gefängnis, immer wieder mit Elektroschocks gefoltert. Seine Frau und die Kinder wurden nach zwei Monaten entlassen.

Der Sturz Gaddafis brachte auch al-Saadi die Freiheit, auch die Freiheit, die für die seinerzeitige Entführung Verantwortlichen, also den britischen Auslandsgeheimdienst Mi6, den Inlandsgeheimdienst Mi5 und das britische Innenministerium zu verklagen.

Klage in London
Al Saadi zögerte nicht lange und klagte vor dem High Court in London auf Schadenersatz . Ein Prozess, in dem peinliche Details ausgebreitet worden wären.

Tony Blair, und sein damaliger Aussenminister Jack Straw, behaupteten bereits im Vorfeld, von nichts gewusst zu haben.
Eine ganz offensichtliche Lüge, denn der seinerzeitige Mi6-Chef, Sir Richard Dearlove, hatte sofort klargestellt, dass derartige Entscheidungen nicht selbstherrlich von den Geheimdiensten getroffen werden können, sondern auf höchster politischer Ebene abgesegnet werden müssen.

Ein Unterwerfungsvergleich
Nun wurde der Prozess durch einen Vergleich beendet: Die britische Regierung zahlt, ohne Anerkennung einer Verantwortlichkeit, umgerechnet 2,72 Millionen Euro plus Gerichts- und Anwaltskosten..

In Deutschland nennt man so etwas einen Unterwerfungsvergleich, wenn nämlich die Verurteilung gewiss ist, also de facto doch ein Schuldanerkenntnis.

Ein besonders finsteres Kapitel kriminellen britischen Regierungshandelns wird durch einen Scheck im Fall al-Saadis zum Abschluss gebracht.

Ein weiterer Prozess läuft noch: der des libyschen Gaddafi-Opponenten Abdel Hakim Belhaj.
Auch der war entführt und an Gaddafi ausgeliefert worden. An den Folterbefragungen im berüchtigten Abu Salim Gefängnis beteiligte sich offenbar auch der Bundesnachrichtendienst, wir berichteten darüber.
Es ist zu erwarten, dass auch in diesem Fall die britische Regierung einen Scheck anbieten wird – ohne Anerkennung einer Verantwortlichkeit versteht sich..

Tony Blairs und Muammar Gaddafis Menschenhandel geht vor Gericht
Libyen: Rebellenkommandeur beschuldigt Bundesnachrichtendeinst (BND) an Folterbefragungen beteiligt gewesen zu sein
Auslieferung und Folter: Wie Mi6 und CIA mit Gaddafi zusammenarbeiteten

Folter wird zum “Normalfall” oder: Zurück ins Mittelalter
Schweigen um die Morde an vier Deutschen in Djibouti
Libyen: Gaddafi lässt schiessen – die Ausbildung besorgte auch Deutschland
Heimkehr eines Attentäters, Libyens Staatschef Gaddafi und das deutsche Auswärtige Amt

SATIRE

Peer Bilderberg-Steinbrück: Super Echo auf meine Vorstellungsshow

Dr. Alexander von Paleske —- 12.12. 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Peer Bilderberg-Steinbrück, MdB
Ex Bundesminister, Einkommensmillionär
SPD Kanzlerkandidat
Karl Schiller Gedächtnisallee 66
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

drei Tage ist es nun her, dass ich meine Kandidatenrede gehalten habe. Nicht nur die stehenden Ovationen auf dem Parteitag waren überwältigend, auch das positive Echo in der deutschen Medienlandschaft war ganz, ganz grossartig: „Endlich ein echter Sozialdemokrat“.

Tenor: „Er kann es“ und das glaube ich mittlerweile selbst.

Keine Überraschung
Aber das ist keineswegs eine Überraschung:
Wochenlang hatte ich an der Vorbereitung dieser entscheidenden Rede gearbeitet, zwei Psychologen und zwei Politologen engagiert, finanziert mit den Euros aus meinen lukrativen Plauderrunden .

Vier Vorgaben für die Durchbruchsrede hatte ich mir und meinem Braintrust gegeben:

1. Das Herz meiner Parteifreunde zu erwärmen durch das Umhängen eines sozialen Mäntelchens

2. Meine von finanzieller Gier angetriebenen Plauderreisen vergessen zu machen, oder zumindest zu verharmlosen, und mich gleichzeitig etwas in Büsserhaltung zu präsentieren

3. Ein wenig aus meiner familiären Vergangenheit zu plaudern und mich sozusagen als „Steinbrück zum Anfassen“ darzustellen, als der „gute Mensch Peer von nebenan“

4. Ordentlich auf die Merkel einzudreschen-

Hervorragend gelungen
Ich kann jetzt mit grosser Zufriedenheit feststellen: Das ist hervorragend gelungen.


Ich auf dem Jubelparteitag
……….Blumen für den Super-Showmaster. Screenshot: Dr. v. Paleske

Ich habe meine(n) Parteifreunde(n)

– mit meinem sozialen Bla Bla odentlich eingeseift

– mich als der natürliche Verbündete für Rentner, untere Lohngruppen, Leiharbeiter etc dargestellt

– das Blaue vom Himmel versprochen, falls mein Klimmzug ins Kanzleramt erfolgreich sein sollte

– mit meinen Familiengeschichtchen zu Tränen gerührt

– versprochen, Menschlichkeit von Banken und Finanzmärkten einzufordern, und dabei natürlich unterschlagen, dass ich es war, der vor der grossen Wirtschafts- und Finanzkrise diesem Sektor als Minister durch Entfesselung quasi als Turbolader gedient hatte.

– versprochen, an den rot-grünen Reformen festzuhalten, und den Eindruck erweckt, diese Reformen hätten den sozialen Rechtsstaat positiv weiterentwickelt und nicht ausgehebelt durch fehlgesteuerte Gesundheitsreform, Hartz IV, Ich-AG, Ein Euro Jobs etc.

– wissen lassen, wie dankbar ich bin, dass sie die Wackersteine meiner Skandale geschultert haben, während ich mich an meinen eingesackten Euros erfreuen konnte.

Und natürlich der Merkel eins auf die Mütze gegeben:
„Wenn ich schwarz sehe, dann sehe ich rot“.

Hilfreiches Orakel
Besonders hilfreich, dass der Raucher Helmut Schmidt, das „Orakel von Hamburg-Langenhorn“, mit seinem blauen Dunst aus Menthol-Zigaretten mir paffend seine Unterstützung signalisierte: „Der kann es“.

Zwar brauchen wir für seine Pafferei jedes Mal eine Sondergenehmigung, aber der Respekt, den er in der deutschen Volksgemeinschaft geniesst ist so gross, dass es diesen Aufwand rechtfertigt.

Hinzu kommt, dass wir für den bevorstehenden Wahlkampf mit grosszügigen Spenden seitens der Zigarettenindustrie rechnen können..

Deutschland, ich bin angekommen, in der Partei, in den Medien und bald auch im Kanzleramt.

Seid alle in Stadt und Land ganz herzulich gegrüsst von Eurem
zukünftigen Bundeskanzler

Peer Bilderberg-Steinbrück

Keine Satire zu Peer Steinbrück
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, rot-grüne Reformen, und die Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen

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Peer Bilderberg-Steinbrück: Ich bin politisch groggy, aber ich mache trotzdem weiter
Granate-Renate Künast an Bilderberg-Steinbrück: „Tritt ab, Peer, Du hast fertig“
Peer Bilderberg-Steinbrück: Warum sollte ich spenden, wenn die Banken auch abkassieren?
Peer Bilderberg-Steinbrück: Habe gut verdient – na und?
Jürgen Flaschenpfand–Trittin an Bilderberg-Kollegen Peer Steinbrück: Nicht Knecht des Kapitals, sondern dessen Weihnachtsmann
Peer Steinbrück: Ich kann es, ich werde Bundeskanzler
Peer Bilderberg-Steinbrück: Ich antworte Thilo Sarrazin
Bravo Helmut Schmidt: Ein Bilderberger namens Peer muss Deutscher Kanzler werden
linkSPD-Ulla Schmidt schreibt an SPD-Hoffnungsträger Peer Steinbrück

Danke Giovanni di Lorenzo von der ZEIT für die Guttenberg-Raushole

Keine Satire zur Bilderberg-Konferenz
linkDie Bilderberg Konferenz 2012 tagt – oder: Alles verkommen
link Alle Jahre wieder die Bilderberg- Konferenz – oder: Verhöhnung von Demokratie und Öffentlichkeit
linkDie Bilderbergkonferenzen, Wikipedia und eine persönliche Erfahrung

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SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, rot-grüne Reformen, und die Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen

Dr. Alexander von Paleske — 9.12. 2012 — In seiner heutigen Rede auf dem SPD-Parteitag, wo seine SPD-Genossen seine Kanzlerkandidatur – trotz seiner Affären um nur scheibchenweise zugegebene hochdotierte Plauderstunden – absegneten, verteidigte der Bilderberger Peer Steinbrück die Reformen der rot grünen Koalition, und bekannte sich gleichzeitig zum deutschen Wohlfahrtsstaat, der die „materielle Einlösung des Solidaritätsversprechens sei“.


Peer Steinbrück ……inhaltsleere Tiraden

Ein Blick genügt
Ein Blick auf das Gesundheitswesen genügt, um zu erkennen, was von derartigen rot-grünen Reformen zu halten ist, die Steinbrück jetzt preist und fortzusetzen ankündigt, sofern er den Klimmzug schafft, trotz seiner Selbstbereicherungs-Vortragsreisen ins Kanzleramt zu kommen.

Kernstück der seinerzeitigen Reformen im Gesundheitswesen unter der (Dienstwagen-)Affären- SPD-Ministerin Ulla Schmidt war im Jahre 2003 die Einführung der Krankenhaus-Fallpauschale statt der bis dato über Jahrzehnte gültigen Tagespauschale.

Die „segensreichen“ Wirkungen dieser Massnahme sind:

Steigerung der Operationen und invasiven Eingriffe, die eine hohe Fallpauschale bei relativ kurzer Verweildauer bieten, also ordentlich Geld in die Kasse der Krankenhäuser spülen, wie z.B. Kniegelenkersatz, auch wenn die Indikationen dazu nicht selten zweifelhaft bzw. höchst zweifelhaft sind. Gleiches gilt für Herzkatheter.

Kürzere Liegezeiten, auch wenn medizinisch oft nicht vertretbar

Entlassung von halbkranken Patienten, um innerhalb des Kostenrahmens zu bleiben

Schliessung von „nichtrentablen“ Krankenhäusern, also vor allem Krankenhäuser der bürgernahen Grundversorgung, wo oftmals multimorbide Patienten eingewiesen werden, die aber zu „Defizitfällen“ wegen der nur geringen Fallpauschale, und der oftmals längeren Behandlungsdauer werden . Auch hier wächst dann der Druck, eine „schnelle Lösung“ herbeizuführen – aus Kostengründen und zur Sicherung der Überlebensfähigkeit des Krankenhauses.

Zwei Fliegen mit einer Klappe
Mit dieser Massnahme (Einführung der Fallpauschale) wurden schliesslich auch noch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

1. Diejenigen Krankenhäuser, soweit sie fit für hochdotierte Operationen waren, wurden attraktiv für die Übernahme durch private Firmen wie Asklepios, Vivantes, Rhön, Helios.

2. Städte, Kommunen und Kreise schafften sich die Verantwortung für die stationäre Krankenversorgung vom Halse.

Die unattraktiven Häuser, also vor allem viele Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung stehen nun entweder vor der Schliessung oder vor dem Bankrott mit nachfolgendem Verkauf oder Schliessung.

In den „attraktiven“ Kranhäusern wurde unter privater Trägerschaft Kurs genommen auf:

Lukrative Operationen und gutdotierte nichtoperative Behandlungen

Steigerung dieser lukrativen Behandlungen durch Vorgabe von Zielzahlen

Kostendrückerei durch:

— neue Personalverträge

— Reduzierung des Personals

Besichtigung der Folgen
Die negativen Folgen lassen sich jetzt besichtigen:
In der vergangenen Woche hiess es in der Presse:

Deutschlands Kliniken haben im vergangenen Jahr so viele Patienten behandelt wie noch nie . 18,3 Millionen stationäre Behandlungen verzeichnet der AOK-Krankenhausreport. Die Zahl lag fünf Jahre zuvor noch bei 16,8 Millionen und ist seitdem kontinuierlich gestiegen.
Allein 2011 kamen 300.000 Behandlungen dazu. Die Hälfte des Zuwachses entfällt auf Leiden des Muskel-Skelett-Systems und des Herz-Kreislauf-Systems: Von 2007 bis 2011 gab es in diesen Bereichen 532.000 Behandlungen mehr.
Durch das Älterwerden der Gesellschaft sei nur ein Drittel des Anstiegs erklärbar.
„Den ökonomischen Fehlanreizen kommt eine ganz gewichtige Rolle zu“ kritisierte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Fritz Uwe Niethard.

Weiter so, so oder so
Da Steinbrück in seiner Rede vor den Delegierten der SPD die (Fehl-) Reformpolitik der früheren rot-grünen-Koalition unter Altkanzler Gerhard Schröder vehement verteidigte, wird auch unter Steinbrück die Devise im Gesundheitsbereich heissen: „Weiter so“.

SPD-Genossin Ulla Schmidt kann ihm da sicherlich behilflich sein, sollte es zum Personenwechsel im Kanzleramt kommen.

Auch Antibiotika-Resistenz Riesenproblem
Die Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen betreffen nicht weniger die zunehmende Resistenz der Krankheitserreger gegen Antibiotika, zum erheblichen Teil durch die Massentierhaltung verursacht, die sich unter der rot-grünen Regierung (1998 – 2005) weiter ausgebreitet hat, und deren Probleme weder für die SPD noch die Grünen die nötige Lösungs-Dringlichkeit haben, die sie haben sollten.

Grünen-Frontmann und Bilderberger Jürgen (Flaschenpfand-)Trittin erklärte zum Wahlkampfauftakt, „man wolle die Massentierhaltung zurückdrängen“. Vor konkreten Aussagen drückte er sich.

Mit blossem Wischi-Waschi-„Zurückdrängen“ ist das Problem jedoch nicht zu lösen.

Die jüngsten Stellungnahmen der Ärzteschaft lassen leider auch nicht die nötige Klarheit und Dringlichkeit erkennen: So äusserten sich Politiker und Ärztevertreter in einer Podiumsdiskussion zum Abschluss des 6. Nationalen Qualitätskongresses am 30.11. 2012 in Berlin:
„Der Antibiotikaverbrauch müsse in der Tiermast aber auch in den Verordnungen niedergelassener Ärzte sinken“.

In der Massentierhaltung ist dies frommes Wunschdenken, denn Massentierhaltung (der Begriff wurde in der Podiumsdiskussion tunlichst vermieden), und Antibiotika gehören zusammen wie Boris Becker und der Tennisschläger.

Wie alarmierend die Entwicklung ist, zeigen die neuesten Zahlen .
Auf Krankenhaus-Allgemeinstationen sind durchschnittlich 3,5 % der Patienten von Infektionen mit multiresistenten Keimen betroffen, auf den Intensivstationen bereits 15 %. Infektionen, die Patienten sich im Krankenhaus „holen“.

Anders als noch vor 15 Jahren, kommen auch immer mehr Patienten bereits mit multiresistenten Keimen ins Krankenhaus, auch Besucher schleppen sie ein.

Nicht wenige ausserhalb des Krankenhauses erworbene Infektionen, wie z.B. Lungenentzündungen, sind mittlerweile von Erregern verursacht, die multiresistent gegen bisher wirksame Antibiotika sind. Eine Entwicklung, die vor allem auf den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Tiermast, und auch auf unnötige Verschreibungen durch niedergelassene Ärzte hinweist.

Steinbrücks leere Tiraden
Aber Ansätze für die Lösung derartig gravierender Probleme sucht man vergeblich in der Rede Steinbrücks.
Stattdessen bedankt er sich für die Nibelungentreue seiner SPD-Genossen, die mithalfen, die Wackersteine seiner Affären zu Vortragseinkünften solidarisch mit zu tragen. Wie schön.

Vielleicht sollte am Rande vermerkt werden, dass die Opelwerke in Bochum spätestens im Jahre 2016 dichtgemacht werden, in einer Stadt, wo die Arbeitslosigkeit bereits jetzt über 9% liegt, und die Steinbrück mit einer Plauderstunde um 25.000 Euro „erleichterte“.

Gelegentlich ist es erfrischend, zu lesen, was Willy Brandt am 14.7. 1987 in seiner Abschiedsrede als SPD-Vorsitzender seinen Genossen mit auf den Weg gab:

Wir brauchen die kritische Sympathie der sogenannten Aussenseiter, wir brauchen auch die Unbequemen, die Querdenker, sogar bunte Vögel, die sich gelegentlich über uns lustig machen.

An Leute vom Schlage eines Steinbrück dürfte er dabei wohl kaum gedacht haben.

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afrika

Ostkongo (DRC): Vorübergehende Waffenruhe im langen Krieg

Dr. Alexander von Paleske — 7.12. 2012 —
Die Tutsi M-23 Rebellen haben – nach massivem internationalen Druck – sich vorübergehend aus der ostkongolesischen Provinzhauptstadt Goma zurückgezogen. Jetzt sollen Gespräche mit der Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DRC) über eine Konfliktlösung im Nachbarland Uganda stattfinden.

Paul Kagame, Präsident Ruandas, unter dessen Kommando praktisch diese Tutsi Rebellen im Ostkongo stehen, hatte offenbar den Zeitpunkt des Angriffs Israel auf Gaza genutzt, um die Provinzhauptstadt Goma einzunehmen.


M-23 Rebellen ….. Paul Kagame hat das Sagen


Eimarsch in Goma Screenshots: Dr. v. Paleske

Kagame hatte sich allerdings verrechnet: israels Krieg gegen Gaza dauerte kürzer als er erwartet hatte, stattdessen rückte der Konflikt im Ostkongo wieder in die Berichterstattung der Medien.

Am Dienstag dieser Woche kündigte die britische Regierung an, Ruanda gemachte Entwicklungshilfezusagen in Höhe von 40 Millionen Dollar vorläufig einzufrieren.

Hinter den Kulissen hat vermutlich auch die Obama-Administration, Kagames wichtigster Verbündeter, Druck ausgeübt.

Hilfszusage erneuert
Währenddessen hat Angola sein 1998 der Regierung der DRC gegebenes, seinerzeit kriegsentscheidendes Beistandsversprechen, angeblich erneuert. Damals hatten angolanische Truppen die 20 km vor den Toren der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa stehenden Truppen Ruandas und Ugandas zurückgeschlagen. Jetzt standen angolanische Truppen offenbar kurz davor, wieder in das Kriegsgeschehen einzugreifen.
Diese Cracktruppen, kriegserfahren aus dem angolanischen Bürgerkrieg, sind von Kagame gefürchtet, und so trat er den vorübergehenden taktischen Rückzug an.

In der Zwischenzeit sind Angola und die DRC offenbar dabei, ihren Streit um die Offshore Öl-Fördergrenzen beizulegen.

Angola wurden seitens der Regierung des Kongo ausserdem ungehinderte Durchgangrechte zu der seiner ölreichen Enklave Cabinda eingeräumt, wie die südafrikanische Wochenzeitung Mail & Guardian berichtete.

Keine Konfliktlösung
Ruandas Präsident Kagame verfolgt jedoch nach wie vor den Plan, grosse Teile des rohstoffreichen Ostkongo zu annektieren.

Bereits jetzt plündern seine Tutsi-Rebellen der M-23 die dort geförderten Rohstoffe, und schaffen sie zum Weitertransport nach Ruanda.

Nach der Einnahme von Goma kassierten offenbar die M-23-Tutsis auch gleich auch noch die Barreserven der dortigen Zweigstelle der Banque Centrale du Congo, kongolesischen Zentralbank:, umgerechnet 17 Millionen US Dollar sollen ihnen dabei in die Hände gefallen sein, wie die Wochenzeitung Mail & Guardian zu berichten wusste.

Die Krankenhäuser Gomas sind überfüllt mit Verletzten und das Flüchtlingselend findet kein Ende.

Bestenfalls taktischer Rückzug
Der Rückzug der M-23 aus Goma ist jedoch bestenfalls taktischer Natur. Die Rebellen stehen wenige Kilometer vor der Stadt und können jederzeit wieder zurückkehren. Die in Goma befindlichen UN- Soldaten haben kein Mandat, die Rebellen zu verjagen, und die kongolesischen Regierungssoldaten, miserabel bezahlt und disziplinlos, ergreifen schleunigst die Flucht wenn der Feind sich nähert..

Warten auf geeigneten Zeitpunkt
So wird der Konflikt weitergehen. Paul Kagame wartet auf den nächsten geeigneten Zeitpunkt, um dann auch die südlich gelegene Provinzhauptstadt Bukavu einzunehmen.

Das alles spielt sich vor dem Hintergrund des zunehmenden Verteilungskampfes um Schürfrechte zwischen den USA und anderen westlichen Ländern einerseits, und China, das sich bereits grosse Schürfrechte in der kongolesischen Provinz Katanga gesichert hat, andererseits ab.

Die Unterstützung, die DRC-Präsident Kabila im Westen noch geniesst, trotz des Vorwurf massiven Wahlbetrugs bei den letzten Wahlen, leitet sich aus der Befürchtung noch grösseren Einflusses Chinas unter einem potentiellen Nachfolger ab.

Paul Kagame, der Scheindemokrat
Ruandas Präsident Kagame hat mit Demokratie so wenig am Hut, wie der Teufel mit dem Weihwasser…

Ruandische Oppositionspolitiker wie der General Nyamwasa wurden selbst im südafrikanischen Exil Ziel eines von Ruanda in Auftrag gegebenen Mordanschlags.

Bei den letzten Wahlen im Jahre 2010, wurden gleich mehrere Oppositionsparteien von den Wahlen ausgeschlossen und ein regierungskritischer Journalist ermordet, wir berichteten darüber.

Der damalige südafrikanische Geheimdienstchef Moe Shaik reiste mehrfach im Jahre 2011 zu Kagame, um ihn von weiteren Mordanschlägen in Südafrika abzuhalten.


Dokument des Verfolgungsterrors durch Kagame.
Mail & Guardian (Südafrika) 30.11. 2012 Seite 17

Nun hat Kagame zu einem weiteren Schlag ausgeholt, und allen im Exil lebenden Oppositionspolitikern einschliesslich deren Familien die Pässe annuliert und sie damit de facto staatenlos gemacht.

Für die Bevölkerung des Ostkongo wird das Leid vorläufig kein Ende nehmen, und die Bevölkerung Ruandas wird weiter auf die Einführung der Demokratie warten müssen. Gleiches gilt für die DRC .

NACHTRAG
Wer Freude an einseitiger, teilweise geradezu chauvinistischer Kriegsberichterstattung zugunsten der M23-Rebellen hat, dem seien die Artikel des Dominic Johnson in der Tageszeitung TAZ zum Thema empfohlen.

Zum Ostkongo
Ruandas Paul Kagame greift nach dem Ost-Kongo – Der Dritte Kongokrieg hat begonnen
Der Krieg im Ost-Kongo, Ruanda und die USA
Der vergessene Krieg im Osten des Kongo
Kampf um Kongos Ostprovinzen
Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo – 50 Jahre Unabhängigkeit. Grund zum Feiern?
Im Interview: Sir Ketumile Masire zur Lage im Kongo
Kongo: Warlord Laurent Nkunda benennt „Kriegsziele“
Wohin treibt der Ost-Kongo oder: Krieg ohne Frieden

Zu Ruanda
linkDemokratie bleibt ein Fremdwort in Ruanda.

Zu Uganda
linkUgandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.

SATIRE

Israelischer Premier Benjamin Netanyahu zur Lage in Israel und seinen neuen (alten) Provinzen

Dr. Alexander von Paleske — 5.12. 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Benjamin Netanjahu
– Premierminister –
Regierungspalais
Jerusalem
Israel

Guten Morgen Deutschland,
Guten Morgen alle hartnäckigen Freunde nah und fern der israelischen Land-Rückhol- Araber-Vertreibungspolitik in der Westba….äh ich meine in Judäa und Samaria.

Gute Botschaften
Während meines Staatsbesuchs in Deutschland und darüber hinaus rede ich zur Abwechslung mal Klartext und lasse die Katze aus dem Sack.

Ich habe ausserordentlich gute Botschaften betreffend unsere weitere Politik der Landrücknahme von diesen palästinensischen Siedlern.


Benjamin Netanyahu …….habe gute Nachrichten. Screenshot: Dr. v. Paleske

Unsere Rücknahme (Vertreibungs-)Politik im Ostteil unserer unteilbaren Hauptstadt Jerusalem macht weiter grosse und grossartige Fortschritte.

Viele Häuser, die diese in Jerusalem noch lebenden Palästinenser besetzt halten, haben wir schon unter fadenscheinigen Begründungen („illegal errichtet“ u.s.w.) zwangsenteignet und abgerissen, um dort komfortable Wohnungen für unsere jüdischen Zuwanderer aus aller Welt zu schaffen.


Zerstörung palästinensischer Häuser. Screenshot: Dr. v. Paleske

Araberfreies Jerusalem
Der Tag ist nicht mehr fern, an dem wir den Ostteil Jerusalems „araberfrei“ erklären können.

Aber wir sind von Natur aus Humanisten, und setzen nicht nur die Vertreibungspeitsche, sondern zwischendurch auch mal das Zuckerbrot des Abkaufs ein, indem wir weit über dem Marktpreis liegende Angebote für diese minderwertigen, nach unserer Auffassung ohnehin abbruchreifen Behausungen anbieten, und zwar dann, wenn unsere an den Haaren herbeigezogenen Zwangsräumungs-Begründungen nicht ausreichen, d.h. von unseren Gerichten nicht akzeptiert würden.

Umgreifender Schlag
Im Zuge unserer raumgreifenden Politik gegenüber den illegalen palästinensischen Siedlungen in den uns seit Jahrtausenden angestammten Gebieten, die von unvernünftigen westlichen Politikern immer noch als „Westbank“, oder sogar als „besetzte Westbank“ bezeichnet werden, holen wir jetzt zu einem umgreifenden Schlag mit der Errichtung von 3000 neuen Wohnungen aus: Wir expandieren von Jerusalem nach Osten und treiben gleichzeitig einen Keil in das von palästinensischen Siedlern noch gehaltene Gebiet hinein.


Neues Siedlungsgebiet (gelb) …..Keil in die Westbank
Screenshot: Dr. v. Paleske

Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: einerseits versperren wir dem Siedlerregime des Mahmoud Abbas in Ramallah den Zugang zum Ostteil Jerusalems, und zum anderen trennen wir damit dieses Westbankgebilde in zwei Hälften, zwei Homelands, die Araber des südlichen Teils können nicht mehr in den nördlichen Teil reisen und umgekehrt. Hervorragend.
Das bringt uns der Totalannexion einen bedeutenden Schritt näher.

Scheinbegründung
Natürlich hat die Begründung, der Siedlungsbau sei eine Antwort auf den angenommenen UN-Antrag, dem Phantasiegebilde Palästina einen „Beobachterstatus“ einzuräumen, nichts mit der Realität zu tun. Hier handelt es sich von unserer Seite um Propaganda und pure Scheinbegründungen.

Wir hatten die Pläne natürlich längst in der Schublade und warteten nur auf einen geeigneten Zeitpunkt, um loszulegen. Den sahen wir jetzt für gekommen, und schon rückten unsere Bagger aus. Das alles geht ja gar nicht ohne zeitaufwendige vorherige Planung.


Baustelle Neusiedlungsgebiet


Bagger bereits angerückt. Screenshots: Dr. v. Paleske

Während das Gejaule der westlichen Gutmenschen und unserer arabischen Feinde noch nicht verstummt ist, sind wir längst damit beschäftigt, weitere Landrücknahmen und weiteren Siedlungsbau in Angriff zu nehmen.

Idealer Zeitpunkt
Der Zeitpunkt ist auch aus anderen Gründen ideal: In Syrien tobt der Bürgerkrieg, ein Ende ist nicht in Sicht, die sind voll damit beschäftigt, sich gegenseitig an die Gurgel zu fahren, und interessieren sich zur Zeit in keiner Weise dafür, was wir hier so treiben.

In Ägypten steigt der neue Präsident völlig erwatungsgemäss zum vollen Mubarak-Nachfolger auf – im negativen Sinne versteht sich. Auf Diktatur folgt Diktatur.

Diese Muslimbrüder hatten sich ja zunächst gar nicht an dem Aufstand gegen Mubarak beteiligt, und sind auf den Zug gesprungen, als der schon in voller Fahrt war.

Die wollen jetzt die ganze Macht und einen islamischen Gottessstaat errichten, was natürlich die koptischen Christen, aber auch die Liberalen und die Linken unter den Moslems, die eigentlichen arabischen Frühlings-Revolutionäre wieder auf die Barrikaden treibt.
So sind auch die Ägypter zur Zeit voll mit sich selbst beschäftigt, und das wird auch noch eine ganze Weile so weitergehen. Von Zeit zu Zeit werden wir über unseren Mossad noch ein wenig Öl in dieses Feuer giessen.

Verschärfung von Schikanen
In der nächsten Zeit werden wir die Personenkontrollen und Schikane gegenüber den Arabern in Judäa und Samaria verschärfen, sodass die sich schliesslich wie in einem Gefängnis fühlen, und nur noch eine Idee haben: raus.

Das wird zu einer wahren Abwanderungswelle führen, und so werden wir Judäa und Samaria zum grossen Teil araberfrei machen. Den unbelehrbaren Rest pferchen wir dann in Homelands und Flüchtlingslager, wie dieses Gaza, und bombardieren es von Zeit zu Zeit, wenn die dort sich nicht benehmen können.

Vorbild für die Errichtung dieser Homelands ist Apartheid-Südafrika.

Klare Rechtspositionen
Wir haben klare Rechtspositionen, die unser Vorgehen rechtfertigen. Wer sich über diese Politik aufregt, der versteht offenbar nicht, dass sowohl Israel in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg im Juni 1967, als auch Judäa und Samaria und natürlich Ost-Jerusalem seit biblischen Zeiten unser unveräusserbares jüdisches Eigentum sind. Wer immer danach kam, konnte sich ja an den fünf Fingern ausrechnen, dass wir dieses Land eines Tages zurückfordern würden.

Ersitzung mit der Folge des Eigentumsübergangs von jüdischem Land gibt es nicht, höchstens temporäre Nutzung, die wir jederzeit beenden können, wie wir das bei ca. 50% des Westjordanlandes bereits praktiziert haben.

Insofern ist die Lage völlig anders als bei den Ureinwohnern in Australien oder den Indianern in Nordamerika, die zu Recht von ihrem Land vertrieben wurden, weil sie völlig rückständig waren.

Eine Landrückgabe bei diesen Völkern ist deshalb selbstverständlich ausgeschlossen, auch wenn deren Vertreibung wesentlich kürzer zurückliegt, als die weit über 2000 Jahre der unsrigen.

Ausserdem haben diese Primitiv-Völker, anders als wir, nichts Schriftliches in der Hand, das ihnen die Rückkehr verspricht bzw. prophezeit.

Und die Bibel hat doch recht
Wir hingegen können uns auf die Bibel berufen,, bei deren extensivst-alttestatamentarischer (Falsch)-Interpretation, sich ein solcher Rückgabeanspruch zwingend herleiten lässt.Als Repräsentanten einer Hochkultur geniessen wir eben wesentlich weitergehende Rechte, als solche Primitivkulturen, das leuchtet eigentlich zwangslos ein.

Nur besonders Böswillige nennen uns deshalb Rassisten oder werfen uns Herrenrasse-Mentalität vor.

.


Besetzte Westbank – An Häuserwände gesprühte Siedlerparolen. Screenshots: Dr. v. Paleske

Freunde der jüdischen Land-Rückholpolitik, wir machen weiter auf dem biblisch vorgezeichneten Wege, und lassen uns nicht beirren.

Schalom

Euer Benjamin (Bibi) Netanyahu
Premier Israels

NACHTRAG
Interview der tagesschau mit der israelischen Historikerin Amar-Dahl:

http://tagesschau.de/inland/interview-deutschland-israel100.html

Eine Zwei-Staaten-Löung steht nicht auf der Tagesordnung

Amar-Dahl: …… Das zionistische Israel versteht sich so, dass das Land Israel (einschliesslich besetzter Westbank und Ost-Jerusalem) dem jüdischen Volk gehört, und damit auch dem jüdischen Staat. Das ist seine grundsätzliche ideologische Überzeugung. Deswegen hält es Regierungschef Benjamin Netanjahu auch für ein Gebot, diese Gebiete weiter jüdisch zu besiedeln. Eine Zwei-Staaten-Lösung steht gar nicht auf der Tagesordnung. Das ist eine Sache, die Israel nicht nur nicht will, sondern auch bekämpft. Und diese Politik kann Deutschland wahrscheinlich auf Dauer nicht unterstützen.

tagesschau.de: Israel will gar keine Zwei-Staaten-Lösung?

Amar-Dahl: Israel kann es nicht. Es ist auch im Land kein Thema. Auch nicht im Wahlkampf. Auch die Opposition spricht nicht davon. Netanjahu redet zwar mit dem Ausland über eine Zwei-Staaten-Lösung, aber nur aufgrund des außenpolitischen Drucks.

tagesschau.de: Also führt Israel die anderen Länder an der Nase herum?

Amar-Dahl: Das kann man so interpretieren.

Keine Satire
Im Schatten der Nahostkonflikte: Tägliche Attacken israelischer Siedler auf Palästinenser und deren Eigentum in den besetzten Gebieten
Günter Grass, ein Gedicht und das Jerusalem-Syndrom

medien

Tod auf Raten – das Ende der Frankfurter Rundschau und anderer Printmedien

Dr. Alexander von Paleske — 2.12. 2012 —
Während eines Besuchs in Frankfurt im Juli 2012 fand ich auf Seite 2 und 3 einer Frankfurter Rundschau – das waren einstmals die Politik-Seiten, Seite 3 für politische Hintergrundartikel – einen Riesen-Artikel über „Amseln in der Grosstadt“.

Man brauchte kein Prophet zu sein, um zu konstatieren: das kann nicht gutgehen. Es ging auch nicht gut.

Die Frankfurter Rundschau war zu diesem Zeitpunkt journalistisch bereits kannibalisiert: die überregionalen Nachrichten und Analysen lieferte eine Zentralredaktion in Berlin, welche auch die anderen zum Kölner Verlag duMont-Schauberg gehörenden Blätter (Berliner Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau, Mitteldeutsche Zeitung) journalistisch versorgte.

Jetzt also das vorläufige Ende einer grossen Nachkriegszeitung, linksliberal, ein Blatt, das auch die 68er Studentenbewegung und die Hausbesetzer kritisch, aber im Grundton wohlwollend begleitete. Und für diese Periode steht der Name Karl Gerold, der zusammen mit Arno Rudert (gestorben 1954) in Frankfurt Zeitungsgeschichte schrieb. Mit einem Blatt, das weit über Frankfurt hinaus hohes Ansehen genoss.

Einstmals Lizenz zum Gelddrucken
Drucklizenzen, nach dem Kriege von den Alliierten vergeben, waren de facto wie eine Lizenz zum Gelddrucken, das galt für alle Tageszeitungen, aber auch für Zeitschriften.

Der Hunger nach Informationen brachte die Käufer an die Kioske. Der Wirtschaftsaufschwung mit dem expandierenden Anzeigenmarkt spülte Geld in die Kassen der Verlage.. Und gerade der lokale ausserordentlich lukrative Anzeigenmarkt, den die Frankfurter Rundschau über Jahrzehnte dominierte, war ihre Haupteinnahmequelle.

Damit ist es vorbei. Viele Anzeigen sind mittlerweile ins Internet abgewandert, aber nur zu geringem Teil auf die Online-Auftritte der Tageszeitungen. Die neuesten Nachrichten sind ebenfalls im Internet zu finden, schneller als es die Tageszeitungen vermögen, sodass die Nachrichtenseiten in den Tageszeitungen mehr oder weniger den Schnee von gestern bringen.

Kein zwangsläufiges Ende
Das hätte keineswegs das Ende bedeuten müssen, denn es bleibt nach wie vor der Lokalteil, die tiefschürfenden Hintergrundanalysen, und der investigative Journalismus.

Allerdings braucht es dafür kompetente Journalisten, keine Content-Manager. Die Redaktion der FR wurde jedoch kannibalisiert, sodass zwar investigativ noch etwas ans Tageslicht gezerrt wurde, wie der Skandal um die hessischen Steuerfahnder, aber das alleine reichte nicht mehr.
Neben der Kannibalisierung auch das Fehlen von Konzepten und offenbares Missmanagement .

Auch Auflagen von Zeitschriften fallen
Auch Zeitschriften wie Stern und Brigitte hatten in den vergangenen Jahren deutliche Auflagenrückgänge hinzunehmen. Rückgänge, welche die jeweiligen Verlagen oftmals durch Einrichtung von Zentralredaktionen, also Personalkürzungen, beantworteten. Wir haben uns mehrfach damit beschäftigt.

Parallel dazu fingen Verlage wie Gruner und Jahr an, Firmenzeitschriften zu produzieren, deren Interessen zwangsläufig irgendwann auch mit investigativen journalistischen Recherchen anderer Printmedien kollidieren könnten, kollidieren müssen.

Nicht nur Frankfurter Rundschau
Mit der Nachricht über die Insolvenz der FR dann auch noch die Nachricht über das Ende der vor 12 Jahren gestarteten Financial Times Deutschland (FTD) . Eine Wirtschafts-Tageszeitung, journalistisch deutlich besser als das Handelsblatt, die aber eben keine Gewinne einfuhr sondern Jahr für Jahr Verluste machte. Also weg damit.

Guter Journalismus, der aber keine Gewinne einfährt, hat in einem Verlag wie Gruner und Jahr, der jährlich grosse Gewinne einfährt, mehrheitsmässig zur Betelsmann-Gruppe gehörend, nichts zu suchen.

Das war noch anders zu Zeiten von Gerd Bucerius, einst Mitbegründer des Verlages Gruner und Jahr, der den damaligen Spitzenjournalismus in der ZEIT jahrelang mit Gewinnen aus der Cash-Cow Stern finanzierte.

Nun ist die Presse durch die Schliessung von FR und FTD aufgescheucht, die ZEIT vom 22.11. hat nicht nur ihren Leitartikel, sondern gleich auch noch vier Seiten im Wirtschaftsteil und eine Seite in Feuilleton dem Thema gewidmet.
Bereits in der Woche zuvor war der Gruner und Jahr Verlag im Wirtschaftsteil „Gruner ist gar“ einer Analyse unterzogen worden.

Irreführende Überschrift
Gleichwohl: Der Titel „Wie guter Journalismus überleben kann“ ist völlig irreführend. Denn es geht in dem Artikel nicht um das Überleben des guten Journalismus, sondern um das lukrative Überleben von Verlagen.


ZEIT vom 22.11.2012 ……irreführende Überschrift

Auch Axel Springer-Vorstand Döpfner und BILD-Chef Kai Diekmann wurden befragt, ein Verlag, der – jedenfalls mit seiner BILD und BILD am Sonntag – wohl kaum etwas mit gutem Journalismus zu tun hat.

Es wird zudem mit dem Titel impliziert, dass guter Journalismus nur in Verlagen, nicht jedoch anderswo, zu Hause sein kann. Das gilt aber nur für Printmedien mit dem dazugehörigen Aufwand in der Herstellung, nicht hingegen für das Internet, wo guter Journalismus – angesichts der minimalen Verbreitungskosten – mittlerweile auch in Blogs angetroffen werden kann.

Auch die notwendigen Werkzeuge, wie ein umfangreiches Archiv, sind dank Wikipedia und Google längst für jedermann verfügbar.

Andersherum: Es geht in dem genannten ZEIT-Artikel in Wahrheit schlicht und einfach darum: Wie können Verlage, die bisher mit Printausgaben märchenhafte Gewinne einfuhren, mit Print und Internet weiter Geld scheffeln.

Klar ist:

ein kostenloses Internet bringt den Verlagen nicht genug ein, denn die Anzeigen haben sich grösstenteils von den Medien getrennt, und sind auf andere Plattformen abgewandert, z.B.Immobilienanzeigen.

Die Herstellungs- und Verbreitungskosten im Internet – Hauptkostenfaktoren der Printmedien – sind ins nahezu Bodenlose gefallen, also fallen auch die Preise für Anzeigen drastisch, so sie überhaupt noch bei den Medienhäusern landen.

Nur bei extrem hohen Klickzahlen, wie Google und Facebook sie vorweisen, können hohe Anzeigenpreise durchgesetzt und Milliarden gescheffelt werden. Kein Wunder also, wenn einerseits das Anzeigenaufkommen für alle Printmedien drastisch gefallen ist, andererseits das Einkommen von deren Onlineauftritten aber insgesamt nur rund 200 Millionen Euro pro Jahr ausmachte, bei weitem kein Ausgleich!

Google verdient jährlich allein in Deutschland das Zehnfache: rund zwei Milliarden Euro.

Fieberhafte Suche
Also wird fieberhaft seitens der Medienhäuser nach Auswegen gesucht. Da die Werbekunden nicht gezwungen werden können zu inserieren, werden drei (Zwangs-)Massnahmen nun diskutiert, welche den Verlagen ihre Gewinne sichern sollen:

1. Der Staat soll die Medienhäuser bezuschussen, subventionieren, jedenfalls deren Tageszeitungen, wie z. B. in Österreich, also letztlich der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.

2. Der Internet-User soll direkt zahlen:

a) Entweder pro Anklicken oder über Abonnements,

b) Oder über seinen Serviceprovider, der ihm bestimmte Medien freischaltet und an die Medienhäuser im Gegenzug zahlt, letztendlich wieder der User über die dann erhöhte Flatrate.

3. Google soll zahlen.
Google macht Milliardengewinne mit Werbung dank der extrem hohen Verbreitung (Klickzahlen).
Google, so sehen es die Verleger, soll den Verlagen im Prinzip das erstatten, was es den Medienhäusern an Werbung „abgenommen“ hat.

Verpackt wird das Ganze in ein Leistungsschutzrecht, das zur Zeit im Bundestag beraten wird. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um eine verkappte Umverteilungssteuer, da Google selbst nur auf die jeweiligen Medien verweist, aber selbst die Artikel gar nicht bringt.

Was wird sich ändern?
Variante 1: Umsetzung extrem unwahrscheinlich, da zur Zeit der Appetit auf weitere Subventionszahlungen nicht existiert.

Variante 2a: Ist bereits teilweise umgesetzt mit nur sehr, sehr mässigem Erfolg. Solange eine ausreichende Zahl an frei verfügbaren kostenlosen Internetangeboten besteht, wird sich daran auch nichts ändern. Deswegen drängt Springer-Chef Döpfner auf ein gemeinsames Vorgehen der Medienhäuser.

Variante 2b: Im Prinzip handelt es sich um eine Gebühr wie sie die GEZ für den öffentlich rechtlichen Rundfunk eintreibt. Dafür gibt es – zur Zeit jedenfalls – keine Mehrheiten.

Variante 3: Google will freiwillig nicht zahlen. Wenn das Gesetz, wie geplant, Google dazu zwingen sollte, dann könnte Google versucht sein, auf eigene Artikel oder auf Nachrichtenagenturen zu verweisen, wie AFP, dpa, dapd, Reuters, und mit denen Verträge abschliessen. Der Schuss könnte für etliche Medienhäuser dann auch noch nach hinten losgehen, weil kein Verweis auf ihre Produkte bei Google mehr zu finden ist.

Fazit:
Unterm Strich wird sich vorläufig wohl wenig ändern. Weitere Zeitungen werden dichtmachen, neue Internetangebote mit gutem Journalismus werden entstehen. Allerdings ist das alles für die von Schliessungen betroffenen Journalisten vorläufig noch keine ermutigende Nachricht.
Und das „Lex Google?“ – Könnte scheitern

Noch Zukunft für unabhängigen Qualitätsjournalismus der Printmedien?

Frankfurter Rundschau – ein überregionales Traditionsblatt wird zur Regionalbeilage?
Frankfurter Rundschau: „Kastration“ als Überlebensprinzip

Krach in der Verlegerfamilie Neven DuMont oder: Ödipale Meuterei auf dem Schauberg?

Bodo Hombach und die Zukunft der Tageszeitungen – oder: Lokalteil hat Zukunft, WAZ macht Zukunft?
Umsonst ist nicht angemessen? – oder: Ist das Zeitungssterben aufzuhalten?
Nach den Banken nun die Zeitungen?
Gruner und Jahr Verlag: Trübe Aussichten, finanziell und journalistisch
Die neue Gruner und Jahr Story oder: Von Gruner und Jahr zu Anzeigen und Spar
Der Fall Hypo Alpe-Adria (Skandalpe) – Eine Abschlussbetrachtung
Darfs ein bisschen weniger sein? Oder: Neues zum Niedergang des Qualitätsjournalismus
Josef Joffe und das Gespenst des drohenden Todes der Tageszeitungen
Alles frei?– oder: Der Streit um das Urheberrecht und seine Vergütung

Medizin

Anmerkungen zum Welt-AIDS-Tag

Dr. Alexander von Paleske — 30.11. 2012 —-
Morgen (1.12.) ist Welt AIDS Tag. Für uns Ärzte in Afrika ein Tag wie jeder andere, denn tagtäglich haben wir in der Mehrzahl mit Patienten zu tun, die an HIV-Aids erkrankt sind.

Ein Tag wie jder andere
Heute z.B. warteten in der hämatologischen Ambulanz des Mpilo-Zentralkrankenhaus in Bulawayo/Simbabwe 15 Patienten darauf, von mir punktiert zu werden. Sie sind von Kliniken und Krankenhäusern zur Diagnostik von vergrösserten Lymphknoten überwiesen worden, oder zur Knochenmarkpunktion bei Verdacht auf disseminierte Tuberkulose..

Die Mehrzahl dieser Patienten leidet an Lymphknotentuberkulose, fast alle befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium der HIV-Krankheit mit zusammengebrochenem Immunsystem.


Lymphknotentuberkulose. Zusammengebrochene Immunabwehr. Statt käsigem Material werden grosse Mengen an Eiter aspiriert, unter dem Mikroskop übersät mit Tuberkelbakterien (rot)
Fotos: Dr. v. Paleske

Einige leiden an einem hochgradig malignen Non Hodgkin Lymphom, eine Krebserkrankung, die – neben dem Kaposi-Sarkom – mit dem Aufkommen der HIV-Epidemie ebenfalls dramatisch zugenommen hat.


Kaposi-Sarkom, Hautbefall


Kaposi-Sarkom – exzessiver tumoröser Befall des linken Beins


Kaposi-Sarkom, Lungenbefall im Röntgenbild dargestellt


Kaposi-Sarkom, Befall des harten Gaumens


Hochgradig malignes Lymphom, Halsbefall


Hochgradig malignes Lymphom mit Befall des harten Gaumens Fotos: Dr. v. Paleske

Ungesicherte Versorgung mit Medikamenten
Noch immer ist die rechtzeitige und ausreichende Versorgung mit antiretroviralen (Anti-HIV) Medikamenten (ARV’s) unzureichend, und daran wird sich angesichts der Mittelkürzungen für Hilfsprojekte wie den Global Fund wenig ändern, ganz im Gegenteil!

Abgesehen davon, dass antiretrovirale Medikamente der zweiten, dritten oder vierten Wahl aus Kostengründen meist nicht verfügbar sind. Medikamente die dann zum Einsatz kommen sollten, wenn das HIV-Virus Resistenz gegen Medikamente der ersten Wahl entwickelt hat.

Kaum zur Kenntnis genommen
In Europa kaum zur Kenntnis genommen: die Tuberkulose breitet sich – gerade auch dank der HIV-Krankheit – in den vergangenen 20 Jahren wieder dramatisch aus, nachdem in den Jahren von 1964-1985 dank der Tuberkulostatika ein stetiger Rückgang zu verzeichnen war. Und es breitet sich die medikamentenresistente Tuberkulose aus, sowohl die teilresistente (Multidrug ResistantTB, MDR), als auch extensiv-medikamentenresistente Tuberkulose, XDR, deren Behandlung sehr teuer, schwierig und meistens erfolglos ist. Wir berichteten mehrfach darüber.

HIV-AIDS-Leugner und die Folgen
Im Nachbarstaat Südafrika ist die Ausbreitung sowohl der HIV-Krankheit, als auch der resistenten Tuberkulose besonders alarmierend. Dort sind rund 5 Millionen Menschen mit dem HIV Virus infiziert, das sind 10% der Bevölkerung.

In einigen Ortschaften der Provinz KwaZulu-Natal liegt der Anteil von XDR an den Tuberkulosefallen bereits bei über 20%.

Beides, sowohl die Ausbreitung der HIV-Seuche und die parallel damit einhergehende Zunahme der Tuberkulose wurden, das sollte gerade am Welt-AIDS-Tag nicht vergessen werden, in Südafrika massiv erleichtert durch eine Politik der Verharmlosung und Verleugnung in der Regierungszeit des Präsidenten Thabo Mbeki (1999 – 2008).

Nach seiner Auffassung verursacht das HIV-Virus nicht AIDS sondern andere Faktoren wie Mangelernährung etc. Derartige Patienten brauchen demnach besseres Essen aber keine Medikamente.

Diese absurde, allen serösen wissenschaftlichen Erkenntnissen ins Gesicht schlagende Quacksalber- Theorie, kam jedoch nicht von ungefähr. Dieser Unfug wurde ihm vielmehr von einigen Ärzten aus Europa und den USA, Ärzten wie dem deutschen Internisten Claus Köhnlein, aber auch vom österreichischen Gynäkologen Christian Fiala „ins Ohr geträufelt“, die zu seinem „Beraterteam“ gehörten.

Die Folgen können nur als katastrophal bezeichnet werden, denn rund 300.000 Südafrikaner wurden die notwendigen antiretroviralen Medikamente verweigert und die Seuche verharmlost, mit tödlichen Folgen. Näheres siehe hier.

Um die HIV-AIDS-Leugner ist es in den vergangenen Jahren – glücklicherweise – still geworden, ihre gefährlich-absurden und total unwissenschaftlichen Theorien finden keine nennenswerte Beachtung mehr.

Anstieg der Infizierten in Deutschland
In Deutschland ist die Zahl der HIV-Infektionen angestiegen, während die Zahl der Neuinfektionen konstant blieb. Die Zunahme ist bedingt durch die erheblich gestiegene Lebenserwartung der HIV-AIDS-Patienten dank der antiretroviralen Medikamente.

Trotz der Stagnation der Neuerkrankungen: Kein Grund zur Entwarnung, und schon gar nicht hier in Afrika mit im Wesentlichen unverändert hohen Infektionsraten.

Eine medikamentöse Heilung der HIV-Krankheit, oder eine hocheffektive Impfung, ist weiter nicht in Sicht. So bleibt es bei der deutlichen Lebensverlängerung dank ARV’s – Medikamente, die keineswegs ohne jegliche Nebenwirkungen sind.

NACHTRAG
HIV-AIDS-Leugner Fiala ist weiterhin aktiv. Nicht nur organisierte er 2010 ein Gegentreffen von HIV-AIDS-Leugnern aus Anlass des internationalen AIDS-Kongresses in Wien.
Auch die angesehene österreichische Tageszeitung „Der STANDARD“ gab ihm mehrfach Gelegenheit, Kommentare zu schreiben, so jüngst zum Schwangerschaftsabbruch, offensichtlich in Ignorierung seiner moralischen Mit-Verantwortlichkeit für den vorzeitigen Tod von 300.000 Südafrikanern.

Ich habe daraufhin folgendes Schreiben an die Redaktion verfasst:

Sehr geehrte Damen und Herren

Betr: Ihr Artikel – Gastkommentar – von Dr. Christian Fiala: „Katholische Moral kann ihr Leben gefährden!“ vom 23.11. 2012

Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem Autor Fiala um einen notorischen HIV-AIDS-Leugner handelt, dessen absurde und unwissenschaftliche Theorien seinerzeit (zusammen mit anderen HIV-AIDS-Leugnern) den Präsidenten Südafrikas überzeugten, den HIV-Infizierten keine antiretroviralen Medikamente zur Verfügung zu stellen.
Das hat mindestens 300.000 Südafrikanern den vorzeitigen Tod beschert.
Ich halte es für verwerflich, einem derartigen Zeitgenossen zu erlauben, Kommentare irgendwelcher Art in seriösen Medien abzugeben.

Als Antwort erhielt ich die Anregung, einen diesbezüglichen Artikel zu schreiben, den ich dann verfasste und übersandte..

Hier die gestrige Antwort:

Sehr geehrter Herr Paleske,

danke für Ihre Mails, bitte um Verständnis, dass wir Ihren Beitrag nicht veröffentlichen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Gundi Mayrhofer

_________________________________________________________________

Mag.a Gundi Mayrhofer
Redakteurin Meinung

derStandard.at
derStandard.at GmbH
Wallnerstraße 8, A – 1010 Wien

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Mehr zum Thema
Mehr zum Thema AIDS in Afrika: das ausgezeichnete Buch der botswanischen Menschenrechtsanwältin Unity Dow und des Harvard Professors Max Essex „Saturday is for Funerals“ (Samstage sind Beerdigungstage).

Mehr zu den HIV / AIDS Leugnern
Welt Aids-Kongress in Wien, die HIV-AIDS-Leugner laden zum Gegentreffen

linkManto Tshabalala-Msimang – Tod einer AIDS-Leugnerin
linkKampf gegen AIDS: Gesundheitsministerin bevorzugt Gemüse statt Kondome
linkDas Ende einer Rath-Fahrt – Pillensendung in Südafrika beschlagnahmt
linkSüdafrika, 46664, Boris Becker und ein Kampf gegen AIDS

Zur Tuberkulose
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a study of 156 patients

linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates

SATIRE

Peer Bilderberg-Steinbrück: Ich bin politisch groggy, aber ich mache trotzdem weiter

Dr. Alexander von Paleske — 25.11. 2012 Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Peer Bilderberg-Steinbrück
MdB, Ex Bundesfinanzminister
Karl Schiller Gedächtnisallee 66
Berlin

Guten Tag Deutschland,

für mich hatte der Wahlkampf mit meiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten erfreulich begonnen. Mittlerweile jedoch, nachdem meine finanziell ausserordentlich lohnenswerten Vortragsreisen mit der DB-Bahncard des Bundestages – selbst zu notleidenden Gemeinden – bekannt wurden, stehe ich im Augenblick etwas mit dem Rücken zur Wand.

Als begnadeter Redner, Döneken-Erzähler, und argumentativer Draufdrescher (Dreschflegel) werde ich aber nicht aufgeben, auch wenn meine Lage zur Zeit etwas verzweifelt ist: Ich bin zwar groggy, politisch gesehen, aber ich mache trotzdem weiter: „down but not out“.

Den Grünen ein Dankeschön
Zunächst einmal ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an die Adresse der Grünen, die – vordergründig – an mir und den Sozialdemokraten als heilsame Zunkunfts-Apostel für Deutschland in Nibelungentreue festhalten – bis zum Wahltag jedenfalls.

Und dies trotz all der Skandale, die ich entweder seit meiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten verursacht habe, bzw. die seitdem der Öffentlichkeit durch niederträchtige Journalisten bekannt gemacht wurden.

Insbesondere hat mir mein Bilderberg-Kollege Jürgen Flaschenpfand-Trittin imponiert, der es mit politischen Parolen von vorgestern geschafft hat, die Grüninnen und Grüne hinter sich zu versammeln unter dem politisch tiefschürfenden und vorwärtstreibenden Motto: Zusammen hält besser.

Klarstellungen zu unberechtigten Vorwürfen
Ich möchte die Gelegenheit hier aber auch benutzen, um Klarstellungen zu treffen::

1. Zu Lustreisen der WestLB mit angeblicher Bestechungs-Schlagseite

2. Zur wieder zurückgenommenen Nominierung des hochkompetenten „Heuschrecken“-Mitarbeiters Roman Maria Koidl in mein Wahlkampfteam.

ad 1) Zwar war ich Vorsitzender des Verwaltungsrates und des Präsidialausschusses der West-LB. An deren Lustreisen aber, das möchte ich ein- für allemal klarstellen, habe ich nie teilgenommen. Dazu liess mir mein vollgestopfter Finanzaufbesserungs–Vortragskalender gar keine Zeit.

Was nicht heissen soll, ich hätte derartige Angebote von vorneherein abgelehnt, aber auch hier gilt es, die Prioritäten richtig zu setzen.

Heuschreckengeschichten
ad 2) Dann: Die Nominierung eines ehemaligen „Heuschrecken“-Mitarbeiters namens Roman Maria Koidl, der sich insbesondere durch die Formung von Begriffen wie „Schlipswichser“ und „Flitzpiepen“ einer breiteren Öffentlichkeit in ausserordentlich positiver Weise bekannt gemacht hat.

Hier muss ich klipp und klar sagen, dass der Satz

„Einmal Heuschrecke immer Heuschrecke

völlig unzutreffend ist.

Genau so wie Wanderheuschrecken ja auch nicht als Heuschrecken geboren werden, sondern mehrere Metamorphosen durchmachen, kann sich ja auch ein Heuschrecken-Mitarbeiter durchaus zu einem tüchtigen Sozialdemokraten weiterentwickeln. Hier sind schnelle Vorurteile völlig fehl am Platz.

Auch dass die Heuschrecke, für die dieser Koidl arbeitete, Cerberus (Kerberus, deutsch: Höllenhund) hiess, ist eigentlich eher als ein ausgesprochen positives Omen zu bezeichnen.

Schmeisse nicht hin
Ich bin mir meiner ausserordentlich schwierigen Lage natürlich voll bewusst, kann aber doch nicht einfach den Bettel hinschmeissen, oder, wie ich es in der vergangenen Woche vor ausgewählten, mir ausserordentlich freundlich gesonnenen Journalisten im Jägerlatein so ausgedrückt habe:

Man kann doch nicht nach dem Motto verfahren: Wenn das so ist, Herr Förster, dann lege ich das Reh auf die Lichtung zurück.

Deutschland, ich bin Deutsche Eiche, und falle nicht um.


Das bin ich: Deutsche Eiche, etwas mit dem Rücken zur Wand, und öfter mal mit der DB-Bundestags-Bahncard unterwegs

Gute Nacht Deutschland

Peer Bilderberg-Steinbrück

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