SATIRE

Thilo Sarrazin: Deutschland braucht dieses Verfassungsgericht nicht

Dr. Alexander von Paleske — 13.9. 2012 —-
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Dr. Thilo Sarrazin
Deutschlanderneuerungsirrpfad 1

Berlin

Guten Morgen Deutschland,
guten Morgen Freunde der sarrazinischen Weltanschauung,

gestern hat das Bundesverfassungsgericht seinen Beschluss (der im Prinzip vorgreiflich ist für das noch zu erwartende Urteil) zum ESM verkündet, und der Jubel im Kanzleramt, in Schäubles Ministerium, und in den Büros einiger Abgeordneter war kaum auszuhalten.

Seltener Masochismus
Selten habe ich solch einen Politmasochismus beobachten können, denn jetzt gibt es auf dem Weg abwärts kein Halten mehr. Was mich besonders empört: das Bundesverfassungsgericht hat mich – als den grössten Kenner der Materie – nicht als Sachverständigen anhören wollen. Die Folgen werden sich bald besichtigen lassen und müssen von der Deutschen Volksgemeinschaft getragen werden.

Das Bundesverfassungsgericht hat zwar noch ein paar Gummi-Bremsklötze eingebaut, aber die können diese Finanz-Wahnsinnsfahrt ohnehin nicht mehr aufhalten. Zumal die Frau Merkel jetzt auch noch ihre Zustimmung zum Ankauf von Schrottanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) erteilt hat, die Geldscheine für diesen Ankauf werden gerade mit Volldampf gedruckt.


Bundesverfassungsgericht …….brauchen wir nicht.
Screenshot: Dr. v. Paleske

Voll abgekanzelt
Ich habe diese Herrschaften in meinem kürzlichen WELT-Interview so abgekanzelt:
„Staatsstreich: Kanzlerin Merkel und EZB-Chef Draghi haben den Bundesbankpräsidenten Weidmann „kalt lächelnd“ übergangen. Weidmann ist Merkels Pudel.“

Die die nun einsetzende Inflation wird alsbald die Vermögen der Kleinsparer auffressen. Es gibt es jetzt nur noch einen Weg sein Geld zu retten: Immobilien zu kaufen. Natürlich keine Plattenbauten in den Ostländern, wie ich gerade auf Befragung in Meerane meinen Zuhörern empfahl.

Keine grossen Gedanken
Glücklicherweise brauche ich mir selbst keine allzu grossen Gedanken darüber machen, weil meine Buchtantiemen aus den Aufmischer-Fibeln längst meine Pensionsbezüge überholt haben.

Ich werde – trotz meines Alters – aber keineswegs mich zurücklehnen, sondern weiterschreiben, weiter aufmischen, weil ich das dringende Bedürfnis habe, weiter im Gespräch zu bleiben, durch die Talkshows zu tingeln, auf Lesereise zu gehen – und Geld zu scheffeln.

Neues Thema
Als Thema für mein nächstes Buch schwebt mir die Geisselung der Verschwendung im Gesundheitswesen vor.

Arbeitstitel:

Wenig Gesundheit für viel Geld – Deutschland braucht dieses Gesundheitswesen nicht.

Ich tingele zur Zeit wieder über die Dörfer und Kleinstädte, früher sagte man dazu „Orte mit den vierstelligen Postleitzahlen“ . Basisarbeit nenne ich das.

Vorgestern war ich in Wismar, einer etwas grösseren Stadt, und da konnte ich erfreulicherweise feststellen, dass die Fusskranken der Weltrevolution immer weniger werden, was damit zu tun hat, dass sich meine Thesen Zug um Zug bestätigen. Nur noch lächerliche 40 schwarz gekleidete Figuren demonstrierten gegen meine unbequemen Wahrheiten, die ich verbreite, und die konnten leicht von der örtlichen deutschen Schutzpolizei in Schach gehalten werden.

Ich melde mich bald wieder zu Wort

Euer nimmermüder

Thilo Sarrazin

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Israel

Im Schatten der Nahostkonflikte: Tägliche Attacken israelischer Siedler auf Palästinenser und deren Eigentum in den besetzten Gebieten

Dr. Alexander von Paleske — 09.09. 2012 — Während in Syrien der Bürgerkrieg tobt, der auch auf den Libanon übergreift, während Israel immer wieder ankündigt, den Iran angreifen zu wollen, ist die tägliche Schikane und sind die Angriffe der israelischen Siedler gegen die Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten, also Ost-Jerusalem und der Westbank, weitgehend aus den Weltnachrichten verschwunden.

Zwar haben sowohl die US-Regierung als auch die Regierungen der EU sich immer wieder mal über die Aggressionen der Siedler beklagt, aber geschehen ist seitens der israelischen Regierung so gut wie nichts.

Im Gegenteil:

– Die israelischen Siedlungen fressen sich immer weiter in palästinensisches Gebiet hinein.

– Parallel dazu steigt die Gewalt der israelischen Siedler gegen Palästinenser. Im einzelnen handelt es sich um:

– Angriffe auf Menschen: Mitte August wurde ein Molotowcocktail auf ein palästinensisches Taxi in Bethlehem geworfen, und dabei 6 Personen, darunter vierjährige Zwillinge, verletzt.

In Ost Jerusalem war zuvor ein palästinensischer Jugendlicher von rund einem Dutzend Israelis grundlos brutal zusammengeschlagen worden.

Allein im Jahr 2011 wurden 3 Palästinenser getötet und 183 durch Siedler bei Übergriffen verletzt.

– Abbrennen von Moscheen

– Fällen von Bäumen, vorwiegend Olivenbäumen. Rund 10.000 Bäüme wurden von Siedlern entweder zertört oder beschädigt.

Insgesamt haben die Übergriffe seit 2009 um 150% zugenommen.

.


Besetzte Westbank – An Häuserwände gesprühte Siedlerparolen. Screenshots: Dr. v. Paleske

Worte, keine Taten
Zwar redet die israelische Regierung mittlerweile vom „Terrorismus der Siedler“, aber die Handlungen ihrer staatlichen Organe sprechen eine andere Sprache:

– 90% der strafbaren Handlungen von Siedlern, zur Anzeige gebracht, wurden von der israelischen Polizei nicht weiter verfolgt.

– Die israelischen Soldaten, so in der Nähe derartiger Übergriffe, schauen in der Regel tatenlos zu.

Zustand völliger Recht- und Schutzlosigkeit
Israel praktiziert de facto einen Zustand völliger Recht- und Schutzlosigkeit der Palästinenser in den besetzten Gebieten.

Das ist allerdings keine Überraschung, denn das langfristige Ziel der israelischen Regierung war und ist die weitestgehende Annexion, nicht nur Ost-Jerusalems, sondern auch der Westbank.


Zerstörung palästinensischer Häuser. Screenshot: Dr. v. Paleske

Siedler und Regierung berufen sich dabei auf das „Erstlingsrecht“. Motto: „Unsere Vorfahren waren früher schon einmal hier“, gemeint ist vor 2000 Jahren.

Eine Position, die bestenfalls in mystischen Gefilden anzusiedeln ist, im Völkerrecht aber aus guten Gründen nicht die geringste Relevanz besitzt.
Mit diesem völkerrechtlich nicht existierenden „Erstlingsrecht“ könnten auch die Indianer Nordamerikas weiteste Landstriche zurückfordern. Gleiches gilt für die australischen Ureinwohner, und in Europa stünde eine ganze Völkerwanderung an.

Israels Angriffsplan gegen den Iran: 30 Tage Krieg, 500 Tote in Israel, und Kriegsbeginn vor der US Präsidentenwahl
Günter Grass, ein Gedicht und das Jerusalem-Syndrom

Medizin

Diagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates – Results of a second study

Dr. Alexander von Paleske — 03.09. 2012 —

Department of Haematology: Alexander von Paleske, MD, FA(Med), FA (Haem / Onc); Owen Chivima, SCMLT

National TB Reference Laboratory: Barbara Murwira, CMLS; Thembela Masuku, SMLS; Tanaka Sakubani, SMLS; Regina Bhebe, SMLS.

Mpilo-Hospital
Teaching Hospital of the University of Zimbabwe
Bulawayo/Zimbabwe
Africa

Introduction
Disseminated /miliary TB is a life threatening form of Tuberculosis, not rarely see in HIV-AIDS patients with a CD4 count below 200/ul.
The diagnosis is often made on clinical grounds. Chest X-rays may show involvement of the lungs, however a final diagnosis is often difficult.

Disseminated / miliary TB can involve the bone marrow.


Disseminated TB: A few AAFB’s (red) in three bone marrow aspirates – Photos Dr. v. Paleske

A few studies albeit with small numbers have shown, that bone marrow aspirates may thus play a useful role in the diagnosis.

In disseminated / miliary TB it is difficult to obtain a specimen for culture, as the sputum results are often negative, and invasive procedures like lung- or liver aspirates carry a considerable risk for the patient.
The bone marrow aspirate, however carries a comparatively low risk.

We have reported the results of our first study: 312 bone marrow aspirates, (186 from adults, age 15 – 86 years, and 126 from children age 2 months – 14 years) were obtained during the period from 1st May 2010 to 30th April 2011

We report here the results of a follow up 2nd study

Patients and Methods
318 bone marrow aspirates from patients with the diagnosis of anaemia, severe granulocytopenia, thrombocytopenia, bicytopenia, pancytopenia or disseminated TB, referred to Mpilo Hospital, Department of Haematology during the period from 1st May 2011 to 30th April 2012, were obtained:.

-254 adults, age 16 – 86 years (median age 39 years), 164 female and 90 male

– 64 children age 2 months – 15 years (median age 3 years)
38 female, 26 male.

Bone marrow smears were stained in a conventional way, in addition one slide was stained with Ziehl-Neelsen for detection of AAFBs (Alcohol and Acid Fast Bacilli), and the bone marrow specimen, collected in an EDTA-tube (Full blood count tube), then sent for TB-culture (solid and liquid media).

Results
Altogether 46 / 318 (14,46 %) specimens were diagnosed TB-positive ( TB-Culture and / or AAFB’s seen under the microscope)

– 6 / 64 in children ( 9..37 %)
– 40 / 254 in adults ( 15.74%)

TB-culture positive of all tuberculosis diagnoses were 35 / 46 (76.08%)

– 30 Mycobacteria tuberculosis
– 5 Mycobacteria other than m. tuberculosis, MOTT (4 in adults, 1 in children)

AAFB’s positive under the microscope were:

– 17 / 46 (36.95%) of which 11 were culture negative. All 11 patients, whose specimens were culture negative, had already been started on anti TB-treatment (ATT) before the bone marrow aspirate was performed.

Patients, whose specimens were AAFBs microscopically positive, were all at an advanced stage of HIV-disease.

Discussion
This study confirms, that bone marrow aspirates turn out to yield a comparatively high rate of TB-positive results in a setting with a high incidence of HIV-disease and TB. The results are similar to those in the first study (15.75% positive TB- results in adults vs. 14.4% in the previous study) , however the percentage of microscopically AAFB-positive specimens rose from 12.12% to 36.95%. The detection of AAFB’s is extremely important for a rapid diagnosis.

The higher number is at least partly due to the fact, that an increasing number of patients has been sent for bone marrow aspirate to confirm the diagnosis of suspected disseminated TB.

This study contains a considerable number of specimens, which were AAFB’s positive, however culture negative. This emphasizes the need, to perform a bone marrow aspirate before a patient is started on ATT – if possible.

However It remains unclear, how high the detection rate in disseminated / miliary TB with bone marrow involvement truly is.
PCR – not available here – has shown to increase the yield compared to culture.

The now recommended Xpert MTB/ RIF-test may be quite useful for rapid detection of TB in bone marrow aspirates.
However,it cannot replace the need for TB culture to detect MDR- and XDR-TB, as it can only detect Rifampicin- resistance, which alone is not sufficient to qualify for MDR-TB.

Moreover, this test gives a false negative result, if resistance is present not aginst Rifampicin, but instead against two of the other drugs in use for first line TB-treatment (see Lancet 2011 Vol 377, 1467) .
Furthermore this test offers nothing for the detection of XDR-TB.
Not to forget the costs of that test: roughly ten times higher than the conventional tests.

linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a study of 156 patients

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a second study of 545 patients
linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis – A third study of 549 patients

References
Görgün Akpek, Shing M. Lee, David R. Gagnon, Timothy P. Cooley, and Daniel G. Wright
Bone Marrow Aspiration, Biopsy, and Culture in the
Evaluation of HIV-Infected Patients for Invasive
Mycobacteria and Histoplasma Infections –
American Journal of Hematology 67:100–106 (2001)

Lombard EH, Victor T, Jordaan A, van Helden PD.
The detection of Mycobacterium tuberculosis in bone marrow aspirate using the polymerase chain reaction. Tuber Lung Dis. 1994 Feb;75(1):65-9.

K. Ritis, S. Giaglis, S. Rafail, E. Alepopoulou, V. Tsironidou, D. Tzoanopoulos, M. Speletas,S. Ktenidou-Kartali, P. Sideras, G. Kartalis –
Diagnostic usefulness of bone marrow aspiration material
for the amplification of IS6110 insertion element in extrapulmonary
tuberculosis: comparison of two PCR techniques –
Int J Tuberc Lung Dis 9(4):455–460 (2005)
.
E-Mail: avonpaleske@yahoo.de

SATIRE

Verdient kräftig am Untergang – Offener Brief der DZ-Bank an die vermögenden Elemente der Deutschen Volksgemeinschaft

Dr. Alexander von Paleske — 30.8. 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

DZ-Bank
Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken (Volksbanken)
Im Teufelsrad 2
Frankfurt
OT. Bankfurt-Krankfurt

Betr: Vermögenssicherung in den Zeiten der Krise

Guten Morgen vermögende Deutsche,

wer von Ihnen uns noch nicht kennt, der wird uns jetzt richtig kennenlernen: Wir sind die Zentrale, bei der die Volksbanken und Raiffeisenbanken ihr überzähliges Geld abliefern, damit wir es vermehren. Geld das Geld hecken soll.

Stocksolide Einrichtung
Wir sind stocksolide, haben die Finanzkrise 2008 ohne grosse Schwierigkeiten überstanden, und brauchten anders als z.B. die Commerzbank – von der Hypo Real Estate– Bank ganz zu schweigen – keinerlei Staatsknete anfordern.


Unser Logo

Unser Herzstück ist die Research-Abteilung, die mittel- und langfristig – besser als jede Wettervorhersage – prognostiziert, wo der Hase in der Wirtschaft langläuft bzw. langlaufen wird.

Distress-Signale aus der Research-Abteilung
Diese hochkompetente Abteilung hat uns nun signalisiert, dass sich die Bundesanleihen Deutschlands drastisch in Richtung Schrottanleihen entwickeln werden.

Nur Finanz-Dummköpfe werden sich also mit derartigen Bonds eindecken. Mit anderen Worten: eine Fahrt in den finanziellen Wahnsinn.

Wir haben lange hin- und herüberlegt, wie wir bei dieser Geisterfahrt der Finanzmärkte gleichwohl für unsere hochgeschätzte Kundschaft (und natürlich für uns) etwas rausschlagen können.

Gold besser nicht
Zunächst dachten wir natürlich an Gold, aber das wirft erhebliche Lagerungsprobleme auf. Die Idee haben wir also wieder fallengelassen. Ausserdem verdienen wir am Goldverkauf nur herzlich wenig – also nichts für uns.

Wir kamen daher auf die Idee, eine Kredit (Bond-)Ausfall-Versicherung für die deutschen Anleihen in der Form von handelbaren Zertifikaten abzuschliessen, die wir dann unseren Kunden andreh…, äh, ich meine zum Kauf empfehlen.. Also sogenannte Credit Default Swaps (CDS).

Die CDS steigen, wenn der Wert der Bonds fällt, insbesondere dann, wenn die Klassifizierung als Schrottanleihe näher rückt. Da kann man ja auch notfalls etwas nachhelfen, z.B. durch das Ausstreuen von Gerüchten, wie sich im Falle Griechenlands so schön gezeigt hat.

Risikorealisierung, keine Brandbeschleunigung
Nur infame Feinde der freien Marktwirtschaft bezeichnen das als „Brandbeschleunigung“. Wir nennen das neutral „Risikorealisierung“

So lässt sich schönes Geld verdienen.

Bösartige Tintenkulis haben dies als „Wetten auf Deutschlands Untergang“ bezeichnet. Wir nennen das hingegen profan eine vermögensabsichernde Dienstleistung für unsere verehrte Kundschaft.

Natürlich handelt es sich bei diesen CDS-Papieren um finanzielle Massenvernichtungswaffen, wie der Grossinvestor Warren Buffett, auch „Orakel von Omaha“ genannt, zutreffend bereits im Jahre 2002 feststellte.

Aber vernichtet werden nur die Vermögenswerte finanzieller Dummköpfe, und dazu soll unsere verehrte Kundschaft gerade nicht gehören.

Viele Wetten hat auch die Deutsche Bank angeboten, z.B. auf den Tod von Rentnern in den USA, und zwar dort, wo auch Florida-Rolf sich seinerzeit aufhielt. Als das aufflog, trennte sich die Deutsche Bank rasch von diesen Skandalwetten.

Wir verkaufen hingegen nur Wetten auf den Untergang ganzer Staaten, denn wir sind stocksolide.

Herzlichst

Dr. Dagobert Duckheim
Vorsitzender des Vorstands

Keine Satire
linkUS-Grossbank J.P. Morgan, Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) und zwei Milliarden Dollar Miese
linkUnersättliche Geldgier: Zinsmanipulationen britischer Banker führen zur Krise im Londoner Finanzsektor
linkDefault Swaps oder: Die nächste Weltfinanzkrise rückt näher
linkObamas Finanzmarkt-Reformpläne – Aus für die Derivate?


Zur Deutschen Bank

Deutsche Bank: „Raubtierkapitalismus“, Staatsknete und rechtswidriges Vorgehen als Geschäftsidee?

Deutsche Bank und CDO’s oder: wie man Schrottpapiere losschlägt und dabei noch einen Riesen-Reibach macht. Drei Beispiele
Deutsche Bank, Anlagemüll und die Zinswetten mit hochverschuldeten Kommunen

afrika

Kenia: Friedliche Wahlen nächstes Jahr? – Eindrücke von einem Kurzbesuch

Dr. Alexander von Paleske — 28.8. 2012 —-
Vor zwei Wochen, machte ich auf dem Weg von Frankfurt nach Harare einen Kurzbesuch in Nairobi, Hauptstadt Kenias und wirtschaftliches Zentrum Ostafrikas. Freunde, die für eine Nichtregierungsorganisation arbeiten, hatten mich eingeladen.


Kenia

Ich kannte Nairobi bisher nicht, und war natürlich auch interessiert zu hören, wie sich die politische Situation heute darstellt – fast fünf Jahre nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Anschluss an die Präsidentschaftswahlen 2007.

Auf den ersten Blick ist Nairobi beeindruckend, eine moderne Metropole, sechsspurige Autobahnen, gebaut von den Chinesen, Schoppingcenter in grosser Zahl, enorme Bautätigkeit mit Hochziehen von Wohn-und Geschäftshäusern.


Stadtautobahn und Innenansichten eines Einkaufstempels in Nairobi
Photos: Dr. v. Paleske

Überall in Nairobi stösst man auf UN-Fahrzeuge und Fahrzeuge von NGO‘s: Ausdruck der grossen Zahl von UN-Unterorganisationen, die ihr Quartier hier aufgeschlagen haben, und deren zahlreiche gutbezahlte Angestellten die Shopping-Malls bevölkern, gleichzeitig die Existenz einer breiten Mittelschicht vorgaukeln, und die in Luxusvillen in den „Low density areas“ leben. Villen, die von hohen Mauern und darauf sitzenden Elektrozäunen umgeben sind und von Security-Guards bewacht werden..

Also alles bestens?
Diese Glitzerfassade verbirgt nur notdürftig, wie es der breiten Masse der Bevölkerung in Kenia wirklich geht.

Ein Ausflug in den wenige Kilometer vom Zentrum entfernt liegenden Slum Kibera zeigt die bittere Realität: Auf 2,5 Quadratkilometern zusammengepfercht leben hier fast eine Million Menschen. Nicht Flüchtlinge, sondern Kenianer, die auf den vielen Baustellen schuften, deren Frauen als „Maids“ die Küchen- und Putzdienste in den Villen der Mittel und Oberschicht versehen, oder die arbeitslos sind, und nur dank der Verpflichtung der „Extended family“ für einander zu sorgen, überleben können.


Slum-Stadtteil Kibera

In Kibera und anderen Slums der Hauptstadt gibt es keine geordnete Entsorgung: nicht nur des Mülls, sondern auch der Abwässer. Die Abfälle – und menschliche Exkremente – werden am Strassenrand abgeladen und nur höchst gelegentlich von der Müllabfuhr abgeholt. Ein Eldorado für Ratten und anderes Ungeziefer, ein Seuchenherd noch dazu.


Eldorado für Ratten: Müllhalde in unmittelbarer Nähe des Kibera-Slums, „auf der anderen Strassenseite“. Photo: Dr. v. Paleske

Wahlkreis des Premiers
Kibera ist auch der Wahlkreis des Premierministers Raila Odinga, der ganz offensichtlich um seinen Wahlsieg im Dezember 2007 betrogen wurde, was zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen landesweit und auch in Kibera führte: rund 1.500 Tote und mehr als 600.000 interne Flüchtlinge war die Schreckensbilanz, bis es dann unter Vermittlung des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan zu einer Regierung der Nationalen Einheit kam. Mwai Kibaki blieb Präsident, Raila Odinga wurde Premier.

Leere Versprechen
Odinga hatte seinem Elektrorat eine nachhaltige Verbesserung der Wohnverhältnisse versprochen. Geschehen ist jedoch seither praktisch nichts.


Shopping Mall“ in Kibera Photo: Dr. v.Paleske

Schlimmer noch: Die ärmlichsten Hütten gehören nicht etwa den Bewohnern, sondern wiederum Politikern, die aus diesem Slum noch Geld in der Form von Mieten pressen, eingetrieben von bezahlten Gangs.


Kibera: Wuchermieten für Bruchbuden Photo: Dr. v. Paleske

Hinzu kommt die allgegenwärtige Korruption, die seinerzeit im sog. Goldenberg-Skandal gipfelte. Die damals geplünderte Summe lag bei rund 500 Millionen US Dollar – 10% des jährlichen Bruttosozialprodukts Kenias.

Die Plünderer waren in den höchsten Kreisen zu finden – und wurden nicht belangt. Zu viele aus der alten Regierung Arap Moi und seinem Nachfolger und jetzigen Präsidenten Mwai Kibaki hatten von dem (Staats-)Geldsegen offenbar profitiert.

Und um das Mass vollzumachen: Staatsgelder werden nun nicht etwa für eine Sanierung dieses und anderer Slums rund um Nairobi eingeplant, stattdessen wird nicht nur der jetzige Flughafen erweitert, sondern bereits ein neuer Flughafen für umgerechnet rund 800 Millionen Dollar geplant.

Verarmte Landbevölkerung
Auch eine Fahrt Richtung Mount Kenia lohnt sich, nicht nur um festzustellen, dass die Autobahn 40km hinter Nairobi endet, sondern auch um die Armut der Landbevölkerung kennenzulernen.

Im März nächsten Jahres stehen wieder Wahlen an. Uhuru Kenyatta, Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta, will antreten und Nachfolger des jetzigen Präsidenten Mwai Kibaki (80) werden, der nicht wieder antritt.

Gegen Uhuru Kenyatta ist Anklage vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit erhoben worden. Er soll angeblich die Kikuyu-Miliz Mungiki bei den Unruhen in Kenia 2007/2008 organisiert haben, die für zahlreiche Tötungen und Plünderungen verantwortlich war.

Sozialen Sprengstoff durch den Wohlstand einiger Weniger, und die Armut und unerträglichen Lebensverhältnisse Vieler, gibt es genügend.

Und reichlichst Politiker, die vorwiegend mit der eigenen Wohlstandsvermehrung beschäftigt sind, und denen die Lage der breiten Armenschicht herzlich gleichgültig ist.

Friedliche Wahlen nächstes Jahr? Time will tell. Bereits jetzt gab es gewalttätige Auseinandersetzungen – vordergründig um Weideland. Auch hier sollen angeblich Politiker ihre Finger mit im Spiel gehabt haben.

Unkategorisiert

Australien: Debatte im Parlament über eine Entschuldigung, die viel zu spät kommt

Dr. Alexander von Paleske — 23.8. 2012 —-
Es mutete etwas gespenstisch an, was sich in der vergangenen Woche im australischen Parlament abspielte: Parlamentsabgeordnete hatten einen Antrag eingebracht, Australien sollte sich für sein Verhalten gegenüber seinem Athleten und 1968-Olympia-Silbermedaillengewinner Peter Norman entschuldigen.

Der Hintergrund
Peter Norman nahm am 200m Finale der Herren bei der Olympiade in Mexiko 1968 teil, und gewann die Silbermedaille.

Das Bild der Siegerehrung zeigt ihn neben zwei US Athleten, Afroamerikanern, welche die Goldmedaille (Tommie Smith) und die Bronzemedaille (John Carlos) gewonnen hatten.


Siegerehrung 1968 – Tommie Smith (Mitte) Peter Norman (l) und John Carlos (r)

Als die Nationalhymne der USA erklang,reckten Smith und Carlos die Faust, der Gruss der seinerzeitigen Black Panther. Das Bild ging um die Welt.

Nicht nur Fäuste
Neben dem Erheben der Fäuste traten Carlos und Smith auch ohne Schuhe zur Siegerehrung an, um auf die Armut der Schwarzen in den USA aufmerksam zu machen, von denen viele sich nicht einmal Schuhwerk leisten konnten.
Beide trugen auch eine Perlenkette, mit der sie auf die ungenannten Menschen aufmerksam machen wollten, die einfach so gelyncht oder ermordet wurden, und für die keiner ein Gebet sprach.

Carlos liess zudem seine Trainingsjacke offen, damit wollte er an die Schichtarbeiter in den USA erinnern, die Underdogs.

Die Handschuhe trugen sie, weil die sie nicht die blosse Hand dem damaligen IOC Präsidenten Avery Brundage, einem ausgewiesenen Rassisten, reichen wollten.

Button OPHR
Und sie trugen den Button „Olympic Project for Human Rights” (OPHR) auf ihrer Trainingsjacke. OPHR war eine Bewegung in den USA, die sich gegen die Diskriminierung der schwarzen Athleten einsetzte, und seinerzeit auch den Boykott der olympischen Spiele in Erwägung gezogen hatte.

1968 war nicht nur das Jahr, in dem der Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet wurde: 1968 war das Jahr der Studentenproteste weltweit, auch in Mexiko, wo die Polizei in Mexiko-City rund 200 Demonstranten erschoss.

Auch Peter Norman
Was aber weitgehend unbeachtet blieb – nicht jedoch in seiner Heimat Australien: Auch der Silbermedailliengewinner Peter Norman trug den OPHR-Button.

Norman hatte von der geplanten Aktion der schwarzen Athleten erfahren und fragte, ob er helfen könne, was er dann mit der Anheftung des Button tat, den er sich von einem Mitglied des US-Teams, der die Bewegung unterstützte, besorgt hatte.

Strafe auf dem Fusse
Smith und Carlos mussten auf Anordnung des Chefs des olympischen Komitees der USA binnen 48 Stunden das olympische Dorf verlassen. Sie bekamen von den Medien nach ihrer Rückkehr jede Menge Feindseligkeit zu spüren, und schlugen sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Carlos schaffte es trotzdem zu studieren und zu promovieren. Er arbeitet heute an einer High School in Palm Spings.

Tommie Smith arbeitet mittlerweile als Leichtathletiktrainer.

Beide sind nach wie vor politisch aktiv, Carlos unterstützte aktiv die Occupy-Bewegung.

Lebenslange Strafe für Peter Norman
Australien bestrafte Norman für seine Solidarität mit den schwarzen Athleten. Er war in Australien fortan geächtet – über Jahrzehnte – und durfte an den olympischen Spielen 1972 in München nicht teilnehmen, obgleich der sich dafür qualifiziert hatte.

Mehrfach wurde ihm geraten, sich für seine Aktion zu entschuldigen, dann sei ihm alles verziehen. Peter Norman lehnte ab, seine sportliche Karriere war zu Ende. Seine damailge australische Rekordzeit über 200 m steht allerdings bis heute.

Selbst zur Eröffnung der olympischen Spiele im Jahre 2000 in Sydney war er nicht eingeladen. Auf Betreiben von Tommy Smith und John Carlos nahm er jedoch als Gast der US-Abordnung daran teil..

Die Reaktion seinerzeit in Australien ist kaum überraschend: Das Land praktizierte gegenüber den australischen „Schwarzen“ den Indigenen (Aborigines) übelsten Rassismus, der bis in die jüngste Zeit reichte: von der Landwegnahme, Kindswegnahme bis zur täglichen Diskriminierung. Details siehe hier.

Norman, Carlos und Smith hielten nach Mexiko 1968 Kontakt. John Carlos nannte ihn „mein Bruder von einer anderen Mutter“.

Norman starb 2006 nach einem Herzinfarkt. Smith und Carlos reisten zur Beerdigung an und waren seine Sargträger.


Carlos und Smith bei der Beerdigung Screenshot: Dr. v. Paleske

Der Antrag im Parlament
Der Antrag im Australischen Parlament, eingebracht von den Abgeordneten Rob Oakshott und Andrew Leigh, lautete:

That this House; Recognises the extraordinary athletic achievements of the late Peter Norman, who won the silver medal in the 200 metres sprint running at the 1968 Mexico City Olympics, in a time of 20.06 seconds, which still stands as the Australian record;

Acknowledges the bravery of Peter Norman in donning an Olympic Project for Human Rights badge on the podium, in solidarity with African-American athletes Tommie Smith and John Carlos, who gave the black power salute;

Apologises to Peter Norman for the wrong done by Australia in failing to send him to the 1972 Munich Olympics, despite repeatedly qualifying; and Belatedly recognises the powerful role that Peter Norman played in furthering racial equality.”

Kommentar von Tommie Smith:

There is no one in the nation of a Australia that should be honored, recognized and appreciated more than Peter Norman. He should be recognized for his humanitarian concerns, his character, his strength and his willingness to be a sacrificial lamb for justice“

Für Peter Norman kommt allerdings diese längst überfällige Entschuldigung zu spät.
Zweifel kommen jedoch auf an der Ernsthaftigkeit einer derartigen Entschuldigung, angesichts der Behandlung des australischen Boxers Damien Hooper bei den diesjährigen olympischen Spielen in London: Hooper, der von den Indigenen (Aborigines) den australischen Ureinwohnern, abstammt, hatte bei seinem ersten Boxkampf ein T-Shirt mit den Nationalfarben der Indigenen getragen, um damit auf seine Volksgruppe mit ihren Leiden aufmerksam zu machen. Er wurde prompt vom Chef des australischen olympischen Komitees verwarnt.

Olympia London 2012 – Kurzer Kommentar zur langen Eröffnungsfeier

Ganoven, Goldgräber, Geheimdienste und Diplomaten

afrika

Südafrika: Das Massaker an Minenarbeitern und seine Hintergründe

Dr. Alexander von Paleske — 19.8. 2012 —
Es waren Bilder, wie aus der schlimmsten Apartheidzeit Südafrikas: Die Polizei schoss am 16.8. 2012 mit scharfer Munition auf streikende Minenarbeiter der Platin-Mine Marikane nahe Rustenberg, westlich von Johannesburg gelegen, die zum britischen Minenkonglomerat LONMIN gehört.


Notwehrexzess oder schiesswütige Polizei? – Einsatz in Marikane – Screenshots: Dr. v. Paleske

Tote und Verletzte
Am Ende der Gewaltorgie waren 44 Tote und 78 Verletzte zu beklagen.

Ist die südafrikanische Polizei, wie zu Apartheidzeiten, zu einer Terroreinheit geworden?

Leider ist die Lage komplizierter, sind die Zusammenhänge verwickelter, als es auf den ersten Blick aussieht: Also nicht nur die schiesswütige Polizei hie und die demonstrierenden Minenarbeiter da.

Ein Blick zurück
Die südafrikanischen Minenarbeiter – es sind insgesamt mehr als 400.000 – waren bis vor kurzem allein in der Gewerkschaft National Union of Mineworkers (NUM) organisiert.

Die südafrikanische Minengewerkschaft, mit einer Mitgliederzahl von rund 300.00, wurde 1982 gegründet und gewann rasch eine breite Basis unter den grösstenteils schwarzen Minenarbeitern, darunter auch viele Wanderarbeiter aus den Nachbarstaaten, insbesondere Mozambique.

Eine Gewerkschaft und ihre politischen Verbindungen
Die NUM war eng mit dem seinerzeit verbotenen und jetzigen Regierungspartei ANC, der ebenfalls seinerzeiit verbotenen kommunistischen Partei Südafrikas, und der dem ANC seinerzeit nahestehenden Oppositionsbewegung United Democratic Front (UDF) verbunden.

Sekretär der Gewerkschaft wurde der Jurist Cyril Ramaphosa, der später auch zum Empfangskomitee für Nelson Mandela nach dessen Freilassung im Jahre 1990 gehörte, und der dann auch führend und sehr erfolgreich an den Verhandlungen über einen friedlichen demokratischen Wandel in Südafrika ( CODESA) beteiligt war, die zu den ersten freien Wahlen in Südafrika im Jahre 1994 führten.


Cyril Ramaphosa

Unerfüllte Erwartungen
Wie wir in früheren Beiträgen bereits dargestellt haben, sind viele mit dem Übergang verbundenen hochgesteckten Erwartungen der Arbeiter und armen Township-Bewohner bisher unerfüllt geblieben.
Und so wächst die Ungeduld, in den Townships, aber auch in den Minen, denn immerhin sind mittlerweile 18 Jahre seit den ersten freien Wahlen in Südafrika, und dem Beginn der Präsidentschaft Nelson Mandelas, vergangen.

Mehr noch: der Nachfolger im Amt des Präsidenten, Thabo Mbeki, etablierte ein sogenanntes Black Economic Empowerment Programm (BEE). Neben der Verpflichtung der Betriebe zur Beschäftigung einer Mindestquote von schwarzen Angestellten, mussten Grossbetriebe 33% ihrer Aktien an einstmals benachteiligte Schwarze übertragen, de facto an ein eine dünne Schicht von ANC-Funktionären und Regierungsmitgliedern, die diese über Nacht steinreich machten.

Zu dem Kreis dieser so Begünstigten gehört auch Cyril Ramaphosa.

Viel für Wenige, wenig für Viele
An der sozialen Lage der Bevölkerung in den Townships änderte sich jedoch wenig, viel zu wenig, und die Bezahlung der schwer schuftenden Minenarbeiter blieb alles andere als fürstlich.

Gleichtzeitig breitete sich die Korruption wie ein Krebsgeschwür aus. Woche für Woche berichtet die investigative Wochenzeitung Mail & Guardian über neue Skandale, die insbesondere die Vergabe von öffentlichen Aufträgen betreffen, wir berichteten mehrfach darüber.

NUM und seine Funktionäre
Die Funktionäre der National Union of Mineworkers (NUM) liessen es sich ebenfalls gutgehen: ein Teil ihrer Führungsspitze – nicht nur Cyril Ramaphosa – wechselten entweder in die Regierung oder in hoch dotierte Positionen in der Privatwirtschaft.

Aber selbst wenn sie weiter in der NUM an der Spitze blieben, brauchten sie keineswegs Hunger zu schieben. So erhielt der Sekretär der NUM, Frans Baleni, allein im vergangenen Jahr eine 40%ige Gehaltserhöhung, und kann jetzt ein Netto-Gehalt von umgerechnet 10.000 Euro pro Monat nach Hause tragen.

Es war daher nur noch eine Frage der Zeit, bis die Minenarbeiter die NUM als Teil des Regierungsapparates, und nicht mehr als ihre Interessenvertretung ansahen. So kam es zur Gründung einer Konkurrenzgewerkschaft mit dem Namen Allied Mine Workers and Construction Union (AMCU


Joseph Mthunjwa. Präsident der AMCU – Screenshot: Dr. v. Paleske
,
Das nicht unerwartete Resultat: Die Minenarbeiter verliessen in Scharen die NUM und traten der AMCU bei. In den LONMIN-Minen, zu deren Top-Management nun auch der ehemalige NUM Sekretär Cyril Ramaphosa gehört, sank die Mitgliederzahl von 66% auf 49%. der Arbeiter

Die AMCU forderte für die am schwersten schuftenden Driller eine Lohnerhöhung von bisher umgerechnet 400 Euro auf 1200 Euro pro Monat – gerechtfertigt gerade auch wegen den hohen Lebenshaltungskosten in Südafrika.

Die Leitung der LONMIN– Minen weigerten sich jedoch mit der AMCU zu verhandeln, und die rief daraufhin zum Streik auf.

Die Auseinandersetzungen beginnen
Die NUM-Funktionäre hingegen riefen ihre Mitglieder nicht zur Beteiligung an dem Streik auf, und prompt kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der rivalisierenden Gewerkschaften, in die auch die Polizei eingriff.

Von friedlichem Streik mit Demonstrationen konnte zu keinem Zeitpunkt die Rede sein. Viele Minenarbeiter waren mit Speeren und Macheten bewaffnet, und vereinzelt auch mit Schusswaffen, und sie machten Gebrauch davon.


Demonstrierende Minenarbeiter in Marikana – Sundy Times (Südafrika) 19.8. 2012


Demonstrierende Minenarbeiter – Screenshot: Dr. v. Paleske

Bereits in den Tagen vor dem Massaker gab es mehrere Tote, darunter auch ein Polizist. Die Forderung der AMCU, die Polizei solle abziehen, konnte unter diesen Umständen kaum nachgekommen werden. Vielmehr erhielt die Polizei von der Provinzregierung den Auftrag, mit aller Härte durchzugreifen. Und so kam es zum Exzess.

Nicht überraschend
Allerdings ist die Polizei keineswegs blindlings in diese Auseinandersetzungen geraten. Bereits vor Monaten kam es zu einem Streik in den Impala Platin Minen in der Nähe, auch der von der AMCU ausgerufen, und auch der endete mit Toten und Verletzten.

Nicht nur Gewerkschaft
Die neue Gewerkschaft AMCU organisierte nicht nur die Arbeiter, sondern war, wie eine politische Partei, auch in den Townships der Minenarbeiter aktiv, forderte damit direkt die Regierungspartei ANC heraus.
Die gewaltsamen Auseinandersetzungen, an denen sich auch viele Frauen der Minenarbeiter und andere Township-Bewohner beteiligten, haben insofern längst die Form einer politischen Auseinandersetzung angenommen.

Parallel dazu werden Forderungen laut, alle Minen zu verstaatlichen. Insbesondere der einstige Chef der ANC-Jugendliga, Julius Malema, der sich schamlos und betrügerisch an öffentlichen Aufträgen bereichert hatte, rief immer wieder dazu auf.

Ironie der Geschichte: Südafrikas Präsident Jacob Zuma, der nun versprach, eine unabhängige Untersuchungskommission mit der Aufklärung zu beauftragen, befand sich zum Zeitpunkt des Massakers in Zimbabwe, um dort die rivalisierenden Parteien MDC und ZANU / PF auf eine friedliche Zukunft festzunageln. Zur gleichen Zeit brannte es im eigenen Haus.

Südafrika geht einer unruhigen Zukunft entgegen, die Mandela-Jahre sind längst Geschichte.

Nelson Mandela wird 94 – in Südafrika Korruption und Gefahr für die Pressefreiheit

Zum Waffen-Korruptions-Skandal
Deutsche Firma Ferrostaal, Waffenexporte nach Südafrika und steuerabzugsfähige Millionen- Schmiergeldzahlungen
Deutschland, Südafrika und ein Waffenskandal ohne Ende
Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?
.

Zu Julius Malema
Südafrika: Jugendliga Chef Julius Malema verliert Machtkampf gegen Präsident Jacob Zuma – vorläufig
Machtkampf in Südafrika: Präsident Jacob Zuma gegen Jugendliga-Boss Julius Malema
Südafrika: Jugendführer Julius Malema “ Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los“

Krieg

Israels Angriffsplan gegen den Iran: 30 Tage Krieg, 500 Tote in Israel, und Kriegsbeginn vor der US Präsidentenwahl

Dr. Alexander von Paleske — 16.8. 2012 —
Wenn es nach dem israelischen Minister- Duo Benjamin Nethanyahu / Ehud Barak gegangen wäre, dann hatte der Angriff auf den Iran längst stattgefunden.


Duo infernale: Verteidigungsminister Ehud Barak (l) und Premier Benjamin Netanyahu (r) Screenshot: Dr. v. Paleske

Israelische Wunschvostellungen
Die israelische Regierung rechnet mit einer Kriegsdauer von
maximal 30 Tagen,
mit Vergeltungsangriffen des Iran und seiner Verbündeten Hamas (Gaza) und Hizbollah (Libanon) durch maximal 60.000 Raketen, und wiegt sich in der Sicherheit, den grössten Teil davon abschiessen zu können.

Dass der Iran seine Raketen auch mit den Giftgasen Sarin und Senfgas bestücken könnte – Massenvernichtungswaffen, deren Herstellung im Iran die israelischen, bundesdeutschen und britischen Geheimdienste ermöglichten – wird einkalkuliert.

Zweitschlag durch die USA einkalkuliert
Allerdings besitzt nur etwa die Hälfte der Bevölkerung Israels überhaupt Gasmasken. Offenbar ist Israel überzeugt, dass es mit seinen Raketen, seiner Luftwaffe, und vor allem mit dem fest einkalkulierten Zweitschlag durch die USA gelingen werde, nach den Uran-Anlagen auch die Raketen-Abschussbasen des Iran zu zerstören.

Israel ist auf diesen USA-Zweitschlag absolut angewiesen, und das war der Hebel, den Obama nutzte, um Israel von diesem Abenteuer vorerst abzuhalten:

Die Obama Administration wollte zunächst das Ergebnis von Verhandlungen mit dem Iran abwarten. Diese hat Israel jetzt einseitig bereits für gescheitert erklärt, und verlangt von den USA, Deutschland und der UN, Gleiches zu tun.

Die USA zögern
US Verteidigungsminister Panetta erklärte:

„Es gibt noch Raum zum Aushandeln einer diplomatischen Lösung“

Israel will hingegen die „Gunst der Stunde“ nutzen, um die USA in einen Krieg zu zwingen. Diese „Gunst“ glauben das Kriegsduo Barak / Netanyahu vor der Präsidentenwahl in den USA ausgemacht zu haben.

Bisher sah die Lage in den USA und Israel so aus:

– Die einflussreiche israelische Lobby in den USA steht keineswegs geschlossen hinter den Kriegsplänen Israels, wie auch nicht hinter dessen aggressiver Siedlungspolitik.

– Gleiches gilt für die Bevölkerung in Israel selbst. Um die Kritilk und Warnungen aus dem Heimatschutzministerium gleich im Vorfeld zu unterbinden, wurde jetzt flugs deren Chef ausgewechselt. Auf Matan Wilnai folgt der Hardliner Avi Dichter, bisher Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet.

– Auch der Sicherheitsapparat Israels steht keineswegs geschlossen hinter einem Angriff, wir berichteten darüber.. Netanyahu und Barak spekulieren darauf, dass, wenn der Angriff auf den Iran erst einmal läuft, und der Iran mit Raketen zurückschlägt, dann die ersten Opfer in Israel zu beklagen sind, die israelische Lobby in den USA und die israelische Bevölkerung angesichts der nun ernsthaften Bedrohung Israels geschlossen hinter der Regierung Israels stehen werden.

In dieser Lage aber kann es sich US-Präsident Barack Obama politisch nicht leisten, abseits zu stehen, zumal sein Konkurrent Mitt Romney schon erklärt hat, er werde im Falle seiner Wahl sofort den Iran angreifen.

Obama würde dann, wollte er seine Wiederwahl nicht riskieren, nichts anderes übrig bleiben, als der Kriegseintritt der USA.

Ein Höllenszenario
Ein Höllenszenario, zumal Israel sich in dem Irrglauben wiegt, dass mögliche weitergehende politischen Konsequenzen ignoriert werden können.

Mehr noch: dass nach dem Angriff auf den Iran die Vertreibung der Palästinenser aus Ost- Jerusalem und die Landwegnahme in der Westbank mit noch grösserem Schwung weiterbetrieben werden könne, ihr sozusagen nichts mehr im Wege stehe.

Leider ist offenbar der Iran der Meinung, dass Israels Regierung nur Drohgebärden ausstösst, aber nicht wirklich zum Angriff entschlossen ist.

Das dürfte allerdings eine völlige Fehleinschätzung sein.

Die Apokalypse im Nahen und Mittleren Osten rückt näher.

NACHTRAG 16.8. 20.00h MEZ
Dem gewöhnlich gut unterrichteten jüdischen US-Journalisten und Blogger Richard Silverstein, über den wir hier mehrfach berichteten, wurden Details des geplanten Angriffs zugespielt.
Details siehe hier.

Zum Konflikt Israel-Iran
Kriegskabinett in Israel gebildet
Israel: Stimmen gegen einen Krieg mit dem Iran mehren sich

Günter Grass, ein Gedicht und das Jerusalem-Syndrom
Netanyahu will den Krieg, Obama (noch) nicht
Münchener Konferenzen und die Kriegsgefahr
Israel: Kanonen statt Butter, Ermordungen und Entführungen statt Friedensverhandlungen
Apokalypse Nahost schon bald?
Gefangenenaustausch Israel-Hamas: Israelischer Premier Benjamin Netanyahu als Friedenstaube?
Geplantes Attentat des Iran in den USA oder „Tonkin-Zwischenfall“ des Jahres 2011?
Die Kriegsgefahr im Nahen Osten steigt
Palästina, Israel, Apartheid-Südafrikaner als Siedler in der Westbank, und ein Vorstoss in New York

Stuxnet und die Folgen: Legalisierung von Virusattacken und Cyberwars, Fortsetzung der Landwegnahme in Ost-Jerusalem und der Westbank
Das Stuxnet-Virus und der Siedlungsbau im Westjordanland
Nahost: Wem nützen die Enthüllungen der Palästina-Papiere?
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT
Raketenabwehr am Persischen Golf – Vorbereitung auf Irans Angriff oder Gegenschlag?
Gasmaskenverteilung in Israel: Kriegsvorbereitungen gehen weiter
Nach der Sicherheitskonferenz in München: Mit der iranischen Atombombe leben oder Krieg?
Israel bereitet sich auf einen Vergeltungsschlag des Iran vor
Greift Israel den Iran an ?
Sindbad, der Iranfahrer oder: wie man beim BND einen nutzlos gewordenen „Top-Spion“ los wird

Israels Waffenlieferungen in den Iran einschliesslich Massenvernichtungswaffen
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
Der Fall Barschel, der Mossad und die Waffenlieferungen in den Iran

Keine Freilassung des Waffenhändlers Nahum Manbar zu erwarten
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran
linkIsrael has a long history of supplying Iran with weapons

Medizin

Lymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a second study of 545 patients

Dr. Alexander von Paleske —- 15.8. 2012 –


Department of Haematology: Alexander von Paleske, MD, FA(Med), FA (Haem / Onc); Owen Chivima, SCMLT

National TB Reference Laboratory: Barbara Murwira, CMLS; Thembela Masuku, SMLS; Tanaka Sakubani, SMLS; Regina Bhebe, SMLS.

Mpilo-Hospital
Teaching Hospital of the University of Zimbabwe
Bulawayo/Zimbabwe
Africa

Introduction
Lymph node tuberculosis is not infrequent in Sub-Saharan Africa. Even though precise figures do not exist, the incidence can be estimated to be between 10 and 25% of all TB cases.
However:

– 3% of all Tuberculosis cases worldwide are multidrug resistant (MDR-TB). In certain affected areas the percentage is much higher. Thus the diagnosis of MDR-TB is extremely important. The extensive drug resistant TB (XDR-TB) is on the rise as well.

– The HIV epidemic has brought more challenges for the diagnosis of lymph node TB- Many patients present with enlarged lymph nodes of which it is unclear, whether this is TB, or persistent generalized HIV-related lymph node enlargement

– Other infectious diseases like Histoplasmosis and Cryptococcal infections, or simple bacterial lymphadenitis can present with lymph node enlargement as well

– The same applies to HIV-related cancers presenting with lymph node enlargement (Kaposi-Sarcoma, high grade Non Hodgkin lymphoma, Hodgkin´s disease, Castleman’s disease).

– HIV-positive patients, who are on anti-TB-treatment (ATT) for lymph node TB, and who have been started concurrently or shortly before on treatment with antiretroviral drugs, can show increasing, or at least persistent lymph node enlargement, which may be in fact not drug-resistant TB, but part of an Immune-reconstitution Syndrome (IRiS), or newly developed high grade lymphoma.

– The new WHO- recommendations for TB-prophylaxis in HIV-positive patients – INH for a period of at least 6 months – require the exclusion of active TB, which is clinically often not possible in view of the frequently enlarged lymph nodes in HIV-positive patients.

The gold standard for a definitive diagnosis is certainly a lymph node biopsy. However this is in most of Sub-Saharan Africa, due to lack of facilities and manpower, at present only feasible for a very small number of patients.

Lymph node aspirates on the other hand are simple to perform, the specimen obtained can easily be spread on slides and then assessed by a laboratory technologist .



Lymph node aspirates with plentiful AAFB’s (red) – Photos: Dr. v. Paleske

However, the microscopy result is often negative for TB-bacilli (AAFBs, Alcohol and Acid fast Bacilli), especially in fairly immune-competent patients, unlike with sputum in cases of TB-lung,.

Helpful in the diagnosis of lymph node TB – despite the absence of microscopically detectable TB-Bacilli – is the detection of caseous material and / or the presence of Langhans giant cells.

The now recommended Xpert MTB/ RIF-test may be quite useful for rapid detection of TB in lymph node aspirates as shown in a study in South Africa with specimens from 50 patients
However, this test cannot replace the need for TB culture to detect MDR- and XDR-TB, as it can only detect Rifampicin- resistance, which alone is not sufficient to qualify for MDR-TB, and the test contributes nothing for the detection of XDR-TB.

Moreover, this test gives a false negative result, if resistance is present not against Rifampicin, but instead against two of the other drugs in use for first line TB-treatment (see Lancet 2011 Vol 377, 1467) .

We introduced the technique of flushing the aspirate needle and syringe with blood taken from the patient and sent it off for TB culture in an EDTA-tube (details here).

We have reported the results of lymph node fine needle aspirates of 156 patients, referred to the Haematology Department at Mpilo-Hospital in Bulawayo /Zimbabwe, during a one year period (Mai 2010 to April 2011) with a high yield of culture positive specimens.

We report here the results of a second study.

Patients and Methods
Lymph node aspirates were performed on 545 patients referred for fine needle aspirate of enlarged peripheral or paraarotic / parailiacal / abdominal lymph nodes during the period from 1st May 2011 to 30th April 2012:.

– 437 patients age 16 – 86, (median age 37 years) 226 female (median age 38years ) and 211 male (median age 35 years)

– 108 patients age 2 months to 15 years, median age 3 years, 58 female (median age 3.83 years) and 50 male (median age 2.83 years)

None of the patients had a formal lymph node biopsy before.
Aspirates were performed with a 5ml or 10 ml syringe. For peripheral lymph nodes size 18 or 19 G needles were used, however for abdominal or paraaortal /parailiacal lymph node aspirates the smaller size 21 G needles.

The specimens were spread on a glass slide and a quash smear with another glass slide facilitated. This technique is better in preserving fragments and thus allows better the recognition of caseous material.

Thereafter a blood sample was taken from the patient and 1 – 1,5ml blood filled in an EDTA-Tube (Full blood count tube).

The aspirate syringe with the aspirate needle on top was flushed several times with the blood in the EDTA-tube by sucking the blood into the aspirate syringe an pressing it back into the EDTA tube, thus delivering the rest of the specimen into the EDTA-tube.
The EDTA tube was then sent to the TB-Lab for TB-culture (solid and liquid media).

May- Gruenwald Giemsa staining was being done on one glass slide, Ziehl-Neelsen for detection of AAFBs on the other.

Results
Altogether the diagnosis TB was made in 232 out of 545 patients (42.56%).

– 25 / 232 (10.77%) in the age group 2 months to 15 years

– 207 / 232 (89.23%) in the age group 16 – 86 years

TB was diagnosed in:

– 23.14 % (25 / 108) of all aspirates in the age group 2 months to 15 years

– 47.36% (207 / 437) in the age group 16 – 86 years

In Detail

1. Microscopically positive for TB (Langhans Giant Cells and / or caseation and / or AAFBs detected) were 215 / 232 (92%), of which 119 / 232 (51%) were microscopically AAFB’s-positive

2. TB-Culture positive were 132 / 232 (56%) of all TB diagnoses: 128 mycobacterium tuberculosis, 4 mycobacteria other than m.tuberculosis.

More in Detail:

— Culture positive, plus microscopically positive including AAFBs detected were 82 / 232 (35.34%)

– Culture positive plus microscopically caseation and / or Langhans giant cells but no AAFBs microscopically detected were 33 / 232 (14.22%)

– Culture positive “only” , microscopically no evidence of TB (neither AAFB’s detected, nor caseation, nor Langhans giant cells were found, instead a reactive pattern) was seen in 17 / 232 specimens (7.32% )

– Culture negative but microscopically AAFBs detected were 37 / 232 (15.94%)

– Culture negative, but microscopically positive however no AAFBs detected were 63 / 232 (27.15%)

Patients already on ATT
56 patients had already been started on Anti-TB drugs before they were sent for FNAC, the treatment duration ranging from two days to 6 months. 26 / 56 were culture negative for TB.

Discussion
Compared to our first study we saw a comparatively lower percentage of culture positive TB results: 56% vs. 65,8%. This is to a certain extent possibly the result of aspirates from patients, who had been started on Anti-TB drugs or completed a course at the time of obtaining the specimen.

However looking at the culture results of specimens, which were reported positive for AAFB’s, but negative for TB culture, the figure rose only slightly from 11.3% to 15.94% and may be due to insufficient amount of specimen for culture obtained.

The diagnosis TB was less frequently made in the age group 2 months to 15 years. Many of the patients in this age group, presenting with enlarged lymph nodes, were actually having (Non-TB-) bacterial lymphadenitis.

Conclusions
The aspirate-specimens from lymph nodes mixed with 1-1,5 ml of EDTA-Blood from the patient sent for culture have an acceptable yield, this has been now confirmed with an even much larger number of patients.

Those however, whose aspirates are microscopically AAFBs positive, not on ATT and culture negative are definitely culture false negative and need treatment. A repeat aspirate solely for culture may be appropriate.

In view of the higher number of false negative culture results in this study, a second aspirate for culture in each patient may be advisable.

Patients, whose aspirates are microscopically AAFB´s negative, culture negative, but were diagnosed on the basis of caseation, or pus, or Langhans giant cells, without the presence of Non-TB bacilli, and without a significant amount of granulocytes or macrophages, who are either for weeks on anti-TB-drugs or have recently completed their TB treatment cannot outright be regarded as therapeutic failures. Therefore a change of treatment (switch to 2nd line TB treatment) seems not justified, rather a “wait and see” policy.

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a study of 156 patients

linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates

References
1) Ligthelm LJ, Nicol MP, Hoek KG, Jacobson R, van Helden PD, Marais BJ, Warren RM, Wright CA:. Xpert MTB/RIF for rapid diagnosis of tuberculous lymphadenitis from fine-needle-aspiration biopsy specimens – J Clin Microbiol. 2011 Nov;49(11):3967-70

2) Pithie AD, Chicksen B.
Fine-needle extrathoracic lymph-node aspiration in HIV-associated sputum-negative tuberculosis, Lancet. 1992 Dec 19-26;340(8834-8835):1504-5

3) Dandapat, M.C. B. M. Mishra, S. P. Dash, P. K. Kar
Peripheral lymph node tuberculosis: A review of 80 cases British Journal of Surgery
Vol. 77, pp. 911–912, 1990

4)Scott K. Heysell, Anthony P. Moll, Neel R. Gandhi, François J. Eksteen, Palav Babaria, Yacoob Coovadia, Lynn Roux, Umesh Lalloo, Gerald Friedland, and N. Sarita Shah
-Extensively Drug-Resistant Mycobacterium tuberculosis from Aspirates, Rural South Africa— CDC-EID Vol. 16 No 3, March 2010

E-Mail: avonpaleske@yahoo.de

medien

Deutschlands führende Wochenzeitung träumt von „Deep Throat“ und macht einen auf WikiLeaks

Dr. Alexander von Paleske —10.08. 2012 —


Deutschlands führende Wochenzeitung DIE ZEIT platzierte folgenden Text vorige Woche (Ausgabe vom 2.8. 2012) als kleinen Einspalter auf Seite 1:

Wir hatten schon immer einen Traum, einen ZEIT-Leser in einer dunklen Parkgarage zu treffen, mit einem Schreibblock in der Hand und der ZEIT-Leser diktiert uns Abenteuerliches. Wir stellen uns vor, dass der ZEIT-Leser die rechte Hand von Josef Ackermann ist, oder wenigstens im Verbraucherschutzministerium arbeitet, und endlich auspackt. So war es einst in der Watergate Affäre, die zum Sturz des US Präsidenten Nixon führte…… Wir haben nun diesen Traum weiterentwickel und einen elektronischen Briefkasten eingerichtet……dort können ZEIT-Leser vertrauliches Material ablegen….


ZEIT vom 2.8. 2012 ……Traum vom „Deep Throat“

ZEIT-Online und ein Postkasten
ZEIT-Online hat einen elektronischen Briefkasten eingerichtet. Dort können ZEIT-Leser Material abladen, das sie anonym an die Öffentlichkeit transportieren wollen.

Die ZEIT verspricht 100% Diskretion durch ein Verschlüsselungsverfahren. Nach Eingang soll dann die Investigativ-Abteilung der ZEIT das Material sichten und entscheiden, ob, und wenn ja, wie es weiterverarbeitet bzw. weiterverfolgt werden soll.

Alles paletti?
Was ist von dieser Einladung zum Auspacken zu halten?
Die Wochenzeitung DIE ZEIT ist bisher nicht nennenswert investigativ in Erscheinung getreten. Nicht weil sie das nicht gekonnt hätte, sondern weil der klare journalistische Schwerpunkt Hintergrundinformationen und die Tiefenanalysen waren. Der Anspruch der ZEIT: Liberale Meinungsführerschaft im besten Sinne.

Nur ganz gelegentlich wurde dieses Prinzip durchbrochen, wie im Falle des ehemaligen Marinerichters und seinerzeitigen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger: Eine Enthüllung über gnadenlose Kriegsgerichtsurteile selbst noch nach Ende des 2. Weltkrieges. Filbinger musste zurücktreten.

Als Konkurrenzblatt zum SPIEGEL, dem Flaggschiff des Enthüllungsjournalismus in Deutschland, verstand sich die ZEIT nie.

Jetzt alles anders
Das soll offenbar jetzt anders werden, ohne dass die ZEIT diesen Richtungswechsel ankündigt und gegenüber ihren Lesern begründet.
Diese erwähnte kleine Notiz auf Seite 1 kann ja wohl kaum dafür herhalten.

Nun also der Aufruf

ZEIT-Online und das Investigativ Resort der ZEIT prüfen regelmässig, die Eingänge und garantieren einen verantwortungsvollen Umgang mit den Informationen. Wir möchten mit dem Briefkasten noch mehr als bisher die Klugheit, das Wissen, und das moralische Gewissen unserer Leser abrufen.

Gut werden viele sagen, was kann daran schon schlecht sein: Die ZEIT spreizt ihre Flügel und bereichert die Ausgaben mit Enthüllungen, die das „Wissen und moralische Gewissen“ der Leser ihr ins Haus spülen.

Salopp ausgedrückt: Der gerade zuständige Redakteur sitzt in seinem warmen Büro und checkt einfach regelmässig, was im Postkasten so gelandet ist.
Nicht mehr der Redakteur geht auf Suche, sondern der ZEIT-Leser. Die ZEIT – wie auch schon die BILD mit ihren Vado- Bürgerkameras – wollen die Leser als Mitarbeiter einspannen.

Wikipedia Prinzip für Geschäftsbetrieb
Anders als bei brisanten Infos wie seinerzeit über die Neue Heimat, für die der SPIEGEL einen erklecklichen Geldbetrag rüberreichte, soll das alles natürlich kostenlos funktionieren: Wikipedia-Prinzip für einen Geschäftsbetrieb.

Die Gefahr ist: Es könnte als Aufruf zum Denunziantentum missverstanden werden, oder sogar als Aufruf zu strafbarem Verhalten, für den Fall, dass es sich um Geheimnisbruch handelt, und die zumindest moralische Rechtfertigung der „Wahrnehmung berechtigter Interessen“ gar nicht besteht..

Zweifel an der Professionalität
Auch bestehen einige Zweifel an der Professionalität der ZEIT. in Sachen Investigativ-Journalismus.

Anders als der SPIEGEL verfügt die Zeit vermutlich gar nicht über eine ausreichende Crew von ausgewiesenen Investigativ-Journalisten, die Erfahrung im Umgang und der Weiterverarbeitung brisanten Materials haben
.
Es würde darüber hinaus eine Personalaufstockung erfordern, und auch dafür gibt es keinerlei Hinweise. Vielmehr muss wohl befürchtet werden, dass diese Aufgabe dem bisherigen Team zugeschanzt, oder sogar an freie Journalisten weitergegeben wird.

Mehr noch: Informationen, die möglicherweise Interessen Israels betreffen, könnten wegen der sehr israelfreundlichen Haltung des Mit-Herausgebers Josef Joffe weniger oder kaum Chancen haben, veröffentlicht zu werden.

Man stelle sich vor: Ein Mordechai Vanunu würde seine Infos über Israels Atomwaffenprogramm an die ZEIT geben.

Vanunu hatte sich seinerzeit mit seinen brisanten Enthüllungen an den sehr israelfreundlichen Verleger Robert Maxwell gewandt.
Maxwell dachte aber gar nicht daran, das Material zu veröffentlichen, sondern informierte sofort den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad, der dann wiederum Vanunu nach Italien lockte, ihn dort kidnappte und nach Israel entführte, wo er zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Und die Kaperfahrt der Arctic Sea in der Ostsee vor drei Jahren wurde keineswegs von der ZEIT investigativ recherchiert, vielmehr versuchte der Herausgeber der ZEIT, Josef Joffe, sie in einer Randglosse als Sommerlochtheater abzutun, obgleich sich bereits die Hinweise verdichteten, dass es der Mossad war, der das Schiff mit Hilfe von Berufskriminellen aus den baltischen Staaten gekapert hatte, weil es Flugabwehr-Raketen des russischen Typs S-300 für den Iran geladen hatte.

Auch hätte man erwarten dürfen, dass die ZEIT sich für die investigative israelische Journalistin Anat Kam einsetzt, die geheime Dokumente an die Zeitung Ha’aretz weitergeleitet hatte, aus denen sich ergab, dass die israelische Armee Palästinenser wie eine Todesschwadron ermordete, obgleich das oberste israelische Gericht diese Praxis ausdrücklich verboten hatte.

Die ZEIT unternahm jedoch gar nichts. Auch die Verurteilung zu 4 ½ Jahren Gefängnis war keine Meldung wert, und wurde natürlich auch nicht kritisch kommentiert.

Vorläufiges Fazit
Es bestehen einige Zweifel an der Professionalität der ZEIT, mit derartigen Infos sachgerecht und unvoreingenommen umzugehen.

Auch bestehen Zweifel daran, ob das Abladen wirklich so sicher ist, wie die ZEIT behauptet. Denn es geht nicht nur um das Verschlüsselungsverfahren.

Die brisante Info, so sie denn eine ist, wird ja nicht nur von ein oder zwei Personen gesehen, und dann online gestellt, wie es bei WikiLeaks der Fall ist. Vielmehr mündet sie schliesslich, so geeignet, in einen Artikel, mit dem die Zeitung wiederum ihr Geld verdient.

Es schliessen sich also Recherchen an, deren Ergebnis dann wiederum in Redaktionskonferenzen besprochen wird.

Absolute Sicherheit?
Selbst bei WikiLeaks gab es eine undichte Stelle durch einen Mitarbeiter, der Infos offenbar an den Geheimdienst Weissrusslands weiterleitete.

Mit anderen Worten: Sicherheit schafft – wenn überhaupt – nicht eine Verschlüsselung, sondern nur der direkte Kontakt zu einem vertrauenswürdigen Journalisten, von dem man absolut sicher sein kann, dass er die Infos sachgerecht aufarbeitet, den Artikel selbst verfasst, und die Verschwiegenheit garantieren kann.

Nicht hingegen irgendein angeblich todsicherer Postkasten.

So war es dann auch im Falle der Watergate Affäre und den beiden Investigativ-Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein und ihrer Quelle Mark Felt, a.k.a. „Deep Throat“

Die Infos, welche die Wahington Post seinerzeit erhielt, kamen von einem Insider des Regierungsapparates, aber ein Insider, der in erster Linie der Washington Post, und dann vor allem den beiden Reportern Woodward und Bernstein vertraute.

Diese beiden Reporter haben das in sie gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht, vielmehr dichtgehalten, und sich an die gegebenen Zusagen gehalten.

FAZIT
Es gibt gute Gründe, die Ablade-Einladung der ZEIT zu ignorieren.

Zur Zukunft des Qualitäts-Journalismus
Noch Zukunft für unabhängigen Qualitätsjournalismus der Printmedien?

Zur Wochenzeitung „DIE ZEIT“ und ihren Redakteuren / Herausgebern
IDeutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT
Der Krieg in Afghanistan und eine führende liberale deutsche Wochenzeitung
Afghanistan: General McChrystal schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe
DIE ZEIT: Liberale Meinungsführerschaft ade? – ein Einwurf
Danke Giovanni di Lorenzo von der ZEIT für die Guttenberg-Raushole

Bravo Helmut Schmidt: Ein Bilderberger namens Peer muss Deutscher Kanzler werden
Wochenzeitung „DIE ZEIT“, der Kachelmann-Prozess und der Niedergang des Qualitätsjournalismus
Claudia Pechstein, ein Indizienbeweis und die Wochenzeitung DIE ZEIT

Zum SPIEGEL
Discounter ALDI-Süd, ein ehemaliger leitender Angestellter, Günter Wallraff und der SPIEGEL oder: Angriff ganz unten?
Neues SPIEGEL-Domizil in Hamburgs Hafencity, oder: Umzug in den „Palazzo Prozzi“
Zensur bei Spiegel-Online – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Zur Kaperung der Arctic Sea
Kaperung der Arctic Sea – die Indizienkette beginnt sich zu schliessen
Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten

Zu Anat Kam

Israel: 4 1/2 Jahre Freiheitsstrafe für eine mutige
Journalistin

Israel: Journalismus, illegale Staatsgeheimnisse und Todesschwadronen
Innerstaatliche Feinderklärung, Staatsmassnahmen gegen Kritiker