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Austrische Hypo-Alpe-Skandalbank, das knüppeldicke Ende, Deutsche Banken und internationale Geierfonds

Dr. Alexander von Paleske —- 17.3. 2015 — Das ruhmlose Ende der skandalträchtigen österreichischen Hypo-Alpe-Adria-Bank (Skandalpe) im Jahre 2014 bestand nicht nur darin, dass diese ihre Geschäftstätigkeit einstellen musste, sondern auch alle Miesen in eine finanzielle Abfalltonne, sprich Bad Bank namens Heta ausgelagert wurden .


Skandal-Bank Hypo-Alpe-Adria

Diese Heta sollte eigentlich als Abwicklungseinrichtung den von der Hypo-Alpe hinterlassen finanziellen Trümmerhaufen beseitigen, von Schuldnern eintreiben, was noch einzutreiben geht, und die Zinsen für die von der Hypo-Alpe begebenen Anleihen bezahlen – notfalls mit vom austrischen Staat bereitgestellten Steuergeldern.

Viele sollen bluten
Als sich vor vier Wochen zeigte: die Kapitallücke, die vom austrischen Staat zu schliessen gewesen wäre, liegt bei 7,6 Milliarden Euro, da entschied Österreichs Regierung angesichts dieser horrenden Summen anders: Die Abwicklungsbank Heta wird selbst abgewickelt. Also: Viele sollen bluten, nicht nur einer.

Wie ein Wechselgläubiger, der einfach den Wechsel platzen lässt, werden bis zum Jahre 2016 überhaupt keine Zahlungen vorgenommen, und danach kommt es zum „Haircut“: wie beim Barbier werden schipp-schnapp einfach die Verbindlichkeiten gekürzt – nicht nur um ein paar Prozentpunkte, sondern richtig.

Wenn die laufenden Anleihen nicht bedient werden, dann werden auch die Credit Default Swaps (CDS) fällig, die finanziellen Massenvernichtungswaffen, welche bereits zur internationalen Finanzkrise im Jahre 2008 beitrugen – und dies nicht zu knapp.

Folgen ausbleibender Zinszahlungen und drohenden Haircuts in Deutschland
Die Folgen sind bereits jetzt auch in Deutschland zu besichtigen: Offenbar hatten sich etliche Banken mit Skandalpe-Anleihen eingedeckt, und einige haben sich daran verschluckt: So die Düsseldorfer Hypo-Bank, die dank der in ihrem Besitz befindlichen Hypo-Alpe-Adria-Anleihen vergangene Woche vor dem Absturz stand, und am Freitag vom Banken-Feuerwehr-Fond (Einlagensicherungsfond) gerettet werden musste.

Jetzt ist das Geschrei gross. Offenbar hatte die kleine Bank zu viel – viel zu viel – auf die Hypo-Karte gesetzt, und die stach schon lange nicht mehr. Die Düsseldorfer Hypo-Bank Bank sollte besser Dussel-Bank-heissen.

Ein Skandalrückblick
Seit 2001 ist die austrische Bank Hypo-Alpe, mit Hauptsitz in Klagenfurt / Kärnten, und ihrem seinerzeitigen, mittlerweile mehrfach verurteilten Chef Wolfgang Kulterer, in die Schlagzeilen geraten – in die negativen versteht sich.

Bereits im Jahre 2007 , noch vor dem Verkauf der Kärntner Bank an die Bayerische Landesbank (Bayern LB), hatten wir in mehreren Artikeln auf die bereits bis dato dort angelaufenen Skandale hingewiesen, und Ende 2008 eine Skandal-Zusammenfassung gebracht, in die auch Informationen einflossen, die in den Medien gerne ausgespart wurden. Eine keineswegs vollständige Auswahl:

– Die dreistelligen Millionenverluste durch riskante Swap-Geschäfte bereits im Jahre 2004 und die anschliessenden Vertuschungsversuche samt Bilanzfälschung.

– Die Beziehungen zur General Commerce Bank in der Wiener Schlickgasse, ein Zentrum internationalen Finanzbetrugs, wo internationale Finanzartisten wie der Waffenhändler Adnan Khashoggi, der vorbestrafte Raoul Berthamieu, der mehrfach vorbestrafte ehemalige US-Rechtsanwalt Regis Possino, und die internationalen Finanzverbrecher Amador Pastrana und Rakesh Saxena, das Sagen hatten.

– Die Geldwäsche für kroatische Gangster, Mafiosi, Drogenhändler
wie Darko Saric und bestechliche Politiker unter Zwischenschaltung der Niederlassung in Liechtenstein.

– Der Rauswurf der Niederlassung Liechtenstein aus der Börse von Vancouver/Kanada wegen undurchsichtiger Transaktionen.

– Die Schein-Kapitalerhöhung im Karussell

– Insbesondere aber die Übernahme der Hypo-Skandalbank durch die BayernLB, mit Einschaltung des austrischen Rechtsaussen Jörg Haider, und den Manipulationen, die sich offenbar Umfeld der Übernahme abspielten.

– Der Skandal um das Grundstück Three Tobacco Leaves in Belgrad

– Schliesslich: Die Förderung von Sportlern und Künstlern, die durch offen faschistische Bemerkungen bzw. Darbietungen auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Keine Alarmglocke bimmelte
All das hätte bei jedem vernünftigen Banker alle Alarmglocken zum Bimmeln bringen müssen.
Mehr noch: als die Hypo-Skandal- und Fass-ohne-Boden-Bank vor dem Absturz stand, übernahm sie der austrische Staat für einen Euro von der BayernLB. Aber angesichts der finanziellen Eskapaden mit Balkan-Verbrechern, Drogenbaronen, korrupten Politikern und Geldwäsche im Grossmasstab, konnte es eigentlich nur ein Ende geben: eines mit Schrecken, was wir kontinuierlich auch seit 5 Jahren prognostiziert haben.

Keine Hausaufgaben gemacht

Was sind denn das für deutsche Banken, die offenbar noch nicht einmal ihre Hausaufgaben machen können, sich von ein paar Prozentpunkten blenden lassen, und auf die Garantie eines Bundeslandes namens Kärnten vertrauen, dessen Gesamthaushalt weniger als ein Drittel der aufgelaufenen 11 Milliarden Euro Verbindlichkeiten der Hypo-Alpe ausmacht??

Kaum überraschend allerdings, dass auch die skandalgeschüttelte HSH-Nordbank zu den Grossgläubigern – Verlustgläubigern gehört. Auch die HELABA durfte nicht fehlen, Die fiel bereits in den 70er Jahren skandalmässig auf.

Weitere Gläubiger siehe hier.

Und neben diesen müssen selbst die Münchner Rück (Munich Re) und die Allianz mit zweistelligen Millionen-Euro-Verlusten aus diesen Anleihegeschäften rechnen.

Am schärfsten aber dürfte es noch die BayernLB treffen, die bereits den ersten ihrer multiplen Prozesse verloren hat, mit dem sie eine Rückabwicklung des Kaufs der Hypo-Skandalpe im Jahre 2007 erreichen wollte.

Mittlerweile klagen sowohl der österreichische Staat, wie auch die Bayern LB gleich mehrfach in Bayern und in der Alpenrepublik gegeneinander. Es geht um Euro-Milliardenbeträge. Schön für die beauftragten Anwälte. Ein Ende dieser Prozesslawine ist noch gar nicht absehbar.


Bayern LB …..Prozesslawine ohne Ende

Gleichzeitig hat die Abwicklungsgesellschaft Heta auf Druck der Finanzmarktaufsicht (FMA) verkündet, dass keine weiteren Verfahren mehr gegen Schuldner eingeleitet werden, und an denen bestand wahrlich kein Mangel: von ukrainischen Hühnerstallbesitzern, bis zu Eigentümern betagter Küstenschiffe, die mit Hypo-Alpe Millionengeldern in Kreuzfahrtschiffchen umlackiert wurden. Dann jede Menge Yachten in der Adria etc etc.

Die Geier kommen
Dort, wo Aas ist, kreuzen die Geier auf, so auch bei den Anleihen der Hypo. Geierfonds aus den USA und von anderswo kaufen jetzt die Hypo-Anleihen zum Schäppchenpreis, beteiligen sich natürlich nicht an einem (teilweisen) Forderungsverzicht, und setzten eine Armada von Anwaltsfirmen in Gang, die den vollen Betrag eintreiben sollen – mittels Prozessen.

Das hat vielfach bei Dritte Welt- bzw. Schwellenländern wunderbar funktioniert, so zuletzt im Falle Argentiniens, gegen welche die Geierfonds vor zwei Wochen einen weiteren Sieg vor Gericht feiern konnten.

Bald könnte es auch für Österreich heissen: Zuerst müssen die Geier gefüttert werden.

Gute Nacht Österreich, es ist noch lang noch nicht Schluss in Sachen Hypo-Alpe-Skandalpe.

Zentraler Artikel für alle bereits bis Dezember 2008 angelaufenen Hypo-Alpe Skandale
linkBayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria – Reicht mir die Hand, meine Skandale


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Amsterdam: Eine Stadt, ihre Schwerverbrecher, und kriminelle Geschäfte mit Staatsanwälten

Dr. Alexander von Paleske —- 12.3. 2015 —- Es war auch der deutschen Presse eine Meldung wert: der niederländische Justizminister Ivo Opstelten ist zurückgetreten, nachdem Einzelheiten eines finanziellen Deals mit dem Drogen-Grossdealer Cees Helman alias „Puk“ vor 15 Jahren herauskamen, und er darüber hinaus auch noch Parlamentarier über den finanziellen Umfang belogen hatte.


Ivo Opstelten ….Justizminister a.D.

Es war einmal in Amsterdam
Damals war sein Staatsekretär Fred Teeven, der ebenfalls zurückgetreten ist, als Staatsanwalt mit den Ermittlungen gegen Drogen-Grossdealer im Raum Amsterdam befasst.
Offenbar war der tief im Drogengeschäft involvierte Berufsverbrecher Cees Helman bereit, auszusagen, und zwar gegen einen anderen Grossdealer namens Johan Verhoek alias De Hakkelaar (der Stotterer) und seine Octopus-Verbrecherbande.


Cees Helman – das freundliche Gesicht eines Grossgangsters

Johan Verhoek war seit den achtziger Jahren als Drogen-Grossgangster unterwegs, arbeitete auch mit dem holländischen Boss der Drogenbosse, Klaas Bruinsma zusammen, bis dieser im Auftrag des serbischen Berufskriminellen Sreten Jocic alias Joca Amsterdam von dem Berufskriminellen und ehemaligen Polizisten Hoogland im Juni 1991 erschossen wurde.

Das kriminelle und teils mörderische Treiben des Sreten Jocic hatten wir bereits in einem Artikel dargestellt einschliesslich der Berührungspunkte mit der österreichischen Pleitebank Hypo Alpe Adria und der Ermordung des investigativen kroatischen Journalisten Ivo Pukanic.

Darin hatten wir auch über den Grossgangster Bruinsma berichtet, dessen seinerzeitige Geliebte die spätere Prinzessin Mabel der Niederlande war.

Mabel, Prinzessin von Orange-Nassau, einst Geliebte des Grossgangsters Klaas Bruinsma nun Schwägerin des Königs der Niederlande.

Cees Helman sollte den kriminellen Lebensweg des Klaas Bruinsma alsbald kreuzen.

Ein Blick zurück
Zunächst ein Blick zurück auf die Entwicklung Amsterdams zur europäischen Drogen-Gangstermetropole

Um zu verstehen, wie Amsterdam in den späten achtziger, neunziger, und nun 2000er Jahren zur grössten Drogen-Gangstermetropole Europas werden konnte, lohnt sich ein Rückblick:
Geradezu beschaulich ging es noch im Amsterdam der 60er Jahre zu: die gewöhnliche Kriminalität und der Rotlichtbezirk, dessen Fensterdamen viele Besucher anlockten.
Das alles änderte sich radikal mit der Entwicklung des Drogenmarktes, in dem Amsterdam zu einer Art Drehscheibe aufstieg: Anlaufstelle und Verteiler für weiche und harte Drogen in Europa.
Riesenprofite, die bei diesen Geschäften erzielt werden können, lockten auch Kriminelle aus vielen Ländern an, vor allem aus den Republiken des ehemaligen Jugoslawien, aber später auch aus China, Marokko und der Türkei – und natürlich die italienische Mafia.

Die Amsterdamer Drogen-Mafiosi, zu denen neben Klaas Bruinsma auch die Berufsverbrecher Sam Klepper, John Mieremet, Cor van Hout und der Gewaltverbrecher und Heineken- (Heineken-Bier) Entführer Willem Holleeder gehörten, arbeitete eng mit Verbrechern in Antwerpen und anderswo in den Niederlanden zusammen, so auch mit der kriminellen Bande um den Stotterer Johan Verhoek alias De Hakkelaar, die sich Octopus-Syndikat nannten.

Ein Drogist namens Cees Helman
Zu ihnen stiess nun der im Jahre 1952 geboren Cees Helman, der als Autoverkäufer angefangen hatte, und alsbald auf der schiefen Drogenbahn landete.

Im Jahre 1984 die erste Verhaftung: wegen Drogenhandels mit Kokain und Haschisch in grossem Stil. Cees fing sich gleich 9 Jahre Freiheitsentzug ein. Der Mitangeklagte Bennie Mulch kommt jedoch frei, er hatte vermutlich „gesungen“. Das sollte ihm schlecht bekommen, denn offenbar im Auftrag des Klaas Bruinsma – und vermutlich auch des Cees Helman – wird er am 23.12. 1985, einen Tag vor Heiligabend, erschossen.

Wer zählt die Morde
Mulch ist nur einer von mehr als hundert Personen aus der Amsterdamer Unterwelt, die im Laufe der Jahre „liquidiert“ wurden.

Die Mordstatistiken in Amsterdam weisen aus:
Von März 1975 bis März 2009 wurden mehr als 100 Personen aus dem kriminellen Milieu beseitigt.
Todesurteile verhängten die Bosse, ausgeführt wurden sie von sog. Hitmen und den Hells Angels in Amsterdam.

„Lediglich“ 8 Milieu-Morde waren es in den Jahren 1975 bis 1990. Aber dann ging es so richtig los, mehr als 90 zwischen 1990 und 2009.

Aufgeklärt und die Täter der Bestrafung zugeführt: Seltenheitswert.

Und dieser Trend hat sich beschleunigt fortgesetzt.
Unter den Erschiessungsopfern waren 60 Holländer, 12 Jugoslawen, vier Marrokaner, drei Briten, drei Türken, drei Kolumbianer, zwei Belgier zwei Schwarzafrikaner zwei Chinesen und ein Italiener.

Einer der grössten Auftraggeber in Sachen Mord war offensichlich der holländische Berufsverbrecher Willem Holleeder, der sein Krimi-Geld von dem seinerzeitigen steinreichen Immobilienbesitzer und Lebensgefährten der EU- Kommissarin Neelie Kroes namens Jan Dirk Paarlberg, waschen liess. Wie praktisch.


Paarlberg & Kroes – ein Herz und eine Seele mit etwas krimineller Schlagseite

Nur reichten die Beweise nie aus, um Holleeder für den Rest seines Lebens hinter Schloss und Riegel zu bringen.


Gewaltverbrecher Willem Holleeder

Bei Singen: Mord
Besonders rasch und unerbittlich gingen die Drogen-Mafiosi mit Polizei-Informanten um: Auf „Singen“ stand die Todesstrafe

Weiter mit Cees Helman
Dieser Cees Helman verspürte kein Bedürfnis, seine Strafe abzusitzen, sondern türmte bereits unter tatkräftiger Mithilfe des Grossgangsters Klaas Bruinsma 1985 aus dem Bijlmerbajes-Gefängnis.

Als Gegenleistung verlangte Briunsma von Cees Helman, den Stotterer Johan Verhoek umzulegen. Der war Bruinsma unliebsam aufgefallen, wollte in Bruinsmas Revieren wildern, und stammte nicht einmal aus der holländischen Mittelschicht, sondern aus einem Caravanpark.

Cees lehnte ab, ein Octopus-Freund ist schliesslich ein Freund, man wird sich anders handelseinig.

Erst im Jahre 1994 wird Cees wieder geschnappt, diesmal sind es vier Jahre, die er mit den Resten seiner alten Strafe absitzen muss.
In der Zwischenzeit war er nach einem Kurzurlaub in Spanien keineswegs untätig – die Katze lässt das Mausen nicht – sondern schaffte Drogen im Gesamtwert von mindestens 300.000 Euro an die Verbraucher bzw. Weiterverkäufer. So viel konnte ihm jedenfalls nachgewiesen werden – macht nochmals vier Jahre Knast.

Wieder ist das für unseren Cees viel zu lange, und so lässt er Explosiva (Semtex) in das Gefängnis schaffen. Der Ausbruchsversuch scheitert jedoch.

Geld von der Staatsanwaltschaft
Dann im Jahre 2000 der Deal mit der Staatsanwaltschaft: Singen gegen Millionen.

Die Ermittler sind scharf darauf, den „Stotterer“ Johan Verhoek und seine Krimi-Octopusse für lange Zeit aus dem Verkehr zu ziehen, haben aber wieder einmal nichts auf der Hand. So versuchen sie es über einen schmutzigen Deal: Geld für Verpfeifen.
Das Geld stammte aus beschlagnahmten Drogengeldern
, die nun – steuerfrei – an einen Schwerverbrecher freigegeben werden sollten.

Ein abenteuerliches Vorgehen, selbst für die Cannabis-freundlichen Niederlande. Noch schlimmer: das Geld wird an der Steuer vorbei auf Nummernkonten in der Schweiz überwiesen. Die Staatsanwaltschaft als Gehilfe zum Steuerbetrug und Veruntreuer von Staatsgeldern – schlimmer geht’s nimmer.

Dass dem Justizminister bzw. dem Staatssekretär auch noch das Unrechtsbewusstsein fehlte – und fehlt- macht die Sache keineswegs appetitlicher.

Alles in allem ein Armutszeugnis der holländischen Strafverfolgungsbehörden, die offenbar der sich ausbreitenden Kriminellen-Szene in Amsterdam, und den sich häufenden Morden im Milieu, ziemlich hilflos gegenüberstehen, und glauben, mit kriminellen Methoden das Problem lösen zu können.

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Baron K.T. zu Guttenberg und EU- Kommissarin Neelie Kroes – Zwei Politiker mit „Vergangenheit“ treffen sich

Justiz in der Krise oder Krisenjustiz?

SATIRE

Sigmar Gabriel meldet sich von seiner Exportoffensive aus Saudi-Arabien

Dr. Alexander von Paleske —- 9.3. 2015 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Sigmar Gabriel
Wirtschaftsminister
z.Zt. Riyadh
Prinzen- Köpf- und Auspeitschrepublik
Saudi Arabien

Guten Morgen Deutschland,

ich bin auf der ersten Station meiner exportoffensiven Arabien-Reise in Saudi-Arabien eingetroffen.

Ich muss sagen, ein wenig habe ich mich wie Lawrence von Arabien gefühlt, als ich mit dem Aeroplane in der Hauptstadt Riad landete.


Sigmar Gabriel …..ein wenig wie Lawrence von Arabien.
Screenshot: Dr. v. Paleske

Reinster Anachronismus
Natürlich ist dieses Königreich politisch der reinste Anachronismus: wo eine Herrscherfamilie mit rund 8000 Prinzen nicht nur das Land ihr Eigen nennt, sondern dieser Prinzenclan alle Schalthebel der Macht bis hinunter zum mittleren Management besetzt hält.


Parasitäre Prinzen aus dem Hause Saud Screenshot: Dr. v. Paleske


Dann auch noch eine Gerichtsbarkeit unterhält, die Strafen wie im Mittelalter verhängt: ich spreche hier von öffentlichem Köpfen, Handabhacken und Auspeitschen.

Immerhin gibt es hier keine Hexenverbrennungen.

Im Umkreis von Europa, insbesondere in den Nachbarländern der EU würden wir so etwas natürlich nicht dulden, und sofort mit Sanktionen antworten, aber Saudi-Arabien liegt ja immerhin sechs Flugstunden von Europa entfernt, da muss man eben etwas grosszügiger sein.

Frauen unerwünscht
Natürlich konnte ich bei meiner Wirtschaftsdelegation keine Frauen gebrauchen. Frauen haben bei diesen Wüstensöhnen nichts zu melden. Die wären beim Abschluss von Exportaufträgen nur hinderlich. Schliesslich geht es mir darum, die deutsche Exportoffensive auf der Arabischen Halbinsel zu einem grossen Erfolg zu machen.

Made in Germany
Made in Germany hat hier nach wie vor einen hervorragenden Ruf, und wir haben eigentlich seit mehr als 40 Jahren die Exporte ständig ausgeweitet.

Deutsche Baukonzerne, damals auch noch die inzwischen pleite gegangene Firma Philipp Holzmann, und natürlich Hochtief, bauten beginnend in den 70er und 80er Jahren die Infrastruktur aus: Modernste Krankenhäuser, Strassen, Paläste und natürlich Massnahmen zur reibungslosen Bewältigung der Pilgerströme in Mekka.

Ausserdem lieferten wir unsere wunderbaren Leopard- und Fuchs-Spür-Panzer, und wurden dafür mit Petrodollars reichlich entlohnt. Die Sache lief wie geschmiert.

Daran will ich auch als sozial-neoliberaler, äh, ich meine sozialdemokratischer Minister prinzipiell nichts ändern.

Mehr Selbstverteidigungswaffen
Natürlich gehen die Waffenexporte weiter, wir liefern aber jetzt vermehrt Selbstverteidigungswaffen, z.B. Sturmgewehre, also alles das, was für die asymmetrische Kriegsführung z.B. in Syrien gebraucht wird, wo Saudi-Arabien ja die Islamistenfront gegen Präsident Assad grosszügig unterstützt.

Schwierige Königs-Gespräche
Die Gespräche mit dem neuen König Salman alAziz gestalteten sich etwas schwierig, weil der bereits zwei Schlaganfälle hinter sich hat, und an Alzheimer-Demenz leidet.


König Salman alAziz ……Alzheimer und Schlaganfälle
Screenshot: Dr. v. Paleske

Aber das Auswärtige Amt hat mir eine Liste von Prinzen mitgegeben, die ihm bei Vertragsunterschriften die Hand führen. Mit denen verhandele ich dann hinter verschlossenen Türen.

Gegenüber dem König habe ich auch das Auspeitschen des Bloggers Badawi kritisiert, aber der König verstand immer nur Wahabi, also die Staatsreligion, und bedankte sich, dafür, dass ich so viel Verständnis dafür habe, dass Saudi-Arabien diese Religion, die ja viele Sunniten zu Islam-Terroristen gewendet hat, weiter in moslemische Länder exportiere. Ich habe dann nichts mehr dazu gesagt.

Natürlich stört uns auch der Wahabismus, aber bei derartigen Exporten, die uns winken, und in Deutschland so viele Arbeitsplätze sichern, da muss man auch als Gabriel ein paar Augen zudrücken.

Hinzu kommt, dass ich von den Betriebsräten der Firmen, die schwerpunktmässig nach Saudi-Arabien exportieren – und natürlich von deren Management – eindringlich aufgefordert wurde, weiterhin für einen reibungslosen Exportverlauf zu sorgen, um Arbeitsplätze zu sichern .

Weiter nach Katar
Von hier aus werde ich weiter nach Katar reisen, wo uns weitere Milliardenaufträge winken.
Allerdings werde ich das Thema der schamlosen Ausbeutung von Bauarbeitern aus Indien, Pakistan Bangladesch und Nepal – viele schuften auf den Baustellen für die Fussball-WM 2022 – nicht zur Sprache bringen, darum sollen sich deren Heimatländer gefälligst kümmern.

Herzliche Grüsse aus der Wüste

Sigmar Gabriel
Wirtschaftsminister
Leiter der deutschen Exportoffensive

linkSaudi-Arabien: Der König ist tot, es leben die parasitären Prinzen, der Religionsterror, und der neue König

So ticken die Scheichs von Katar …… und so schuften und sterben ihre Arbeiter
Dubai und UAE: Schöner Urlaub gegen Bares – Folter und Gefängnis gratis

Vereinigte Arabische Emirate: Eine Söldnertruppe gegen den arabischen Frühling
Dubai – Die einen stehn im Lichte….

Zum Skandal um den Verkauf der Fuchs-Spürpanzer an Saudi-Arabien
Ein Berg von Korruption und ein Maulwurfshügel von Strafverfahren- Oder: Keine Aufklärung des Leuna-Skandals zu erwarten

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Journalistenmord-Hintermänner in Freiheit, die Frage nach Involvierung der austrischen Hypo Alpe Adria-Bank unbeantwortet

Dr. Alexander von Paleske —– 5.3. 2015 —- Am 23. Oktober 2008 explodiert eine auf einem Motorrad angebrachte Bombe in der Stara Vlaska Strasse der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Sie reißt zwei Menschen in den Tod, weitere werden verletzt.

Ein investigativer Journalist muss sterben
Die Opfer sind der investigative kroatische Journalist und Herausgeber der kritischen Wochenzeitung Nacional, Ivo Pukanic, und der Marketing – Direktor des Blattes, Niko Franjic.


Kaltblütig ermordet: Investigativer Journalist Ivo Pukanic

Sechs in Kroatien wegen dieses Mordes angeklagte Personen waren 2012 zu insgesamt 150 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Diese Mörder sind offenbar jedoch nur Handlanger, von anderen angeheuert, die ein grosses Interesse hatten, den Journalisten aus dem Wege zu räumen .

Als unmittelbarer Hintermann war der serbische Grossgangster und Drogen-Mafiaboss Sreten Jocic alias Joca Amsterdam in Belgrad angeklagt . Ihm wurde vorgeworfen rund 1,5 Million Euro für den Mord auf Bestellung bekommen haben.

Nun hat ein Berufungsgericht in Belgrad ihn am Montag in zweiter und letzter Instanz von dem Mordvorwurf freigesprochen. Die Beweise der Anklage seien nicht ausreichend .


Sreten Jocic …….Freispruch für einen Schwerverbrecher Screenshot Dr. v. Paleske

Kein Zigarettenschmuggler
In einer Agenturmeldung der APA – in Deutschland wurde in der Presse nichts über diesen Prozess und seinen Ausgang berichtet – wurde Sreten Jocic als Zigarettenschmuggler bezeichnet.
Jocic war jedoch kein Zigarettenschmuggler, sondern ein Schwerverbrecher, der offenbar an einer Reihe von Morden beteiligt war, bzw. diese in Auftrag gegeben hatte, und zur Zeit eine 15-jährige Freiheitsstrafe wegen Anstiftung zum Mord in einem Belgrader Gefängnis absitzt.

Ein Schwerverbrecher, dessen Blutspur sich durch ganz Europa zieht, und der sein Geld nicht etwa mit Zigarettenschmuggel verdiente, sondern vor allem mit Drogenschmuggel in grossem Stil.

Wir haben den Lebensweg dieses Berufsverbrechers, der eine Zeit lang auch Mitglied der hochkriminellen Frankfurter Jugo-Mafia war, in einem Artikel zu Prozessbeginn nachgezeichnet.

Interessant: In diesem Prozess erklärte Jocic unter anderem: der Mord an Pukanic habe etwas mit den Machenschaften der Hypo-Alpe–Adria-Bank zu tun. Eine Bank, die gerade mit einem Milliardenschaden für den österreichischen Steuerzahler abgewickelt wird, und die zu einer Verschlechterung der Bonitätsnote Österreichs bei den Ratingagenturen führt.

Ganz zu schweigen von dem Rattenschwanz von Prozessen, die mittlerweile zwischen der einstigen Mutter, der Bayerischen Landesbank (BayernLB), und dem Nachfolger im Eigentum, dem österreichischen Staat, geführt werden.


Skandal-, Pleite-, Fass-ohne-Boden-Bank

Korrupten Politikern und kriminellen Geschäftsleuten auf der Spur
Der investigative kroatische Journalist Pukanic sollte vermutlich aus dem Wege geräumt werden, weil er den kriminellen Machenschaften kroatischer Politiker und Geschäftsleute, an vorderster Stelle der damalige hochkorrupte Premier Ivo Sanader, auf der Spur war.

Sanader, zur Zeit der Ermordung von Pukanic in Amt und Würden, sitzt mittlerweile eine Gefängnisstrafe wegen Bestechlichkeit ab – die Hypo-Alpe Adria-Bank, die offenbar auch als Waschmaschine für kroatische Finanzbetrüger diente, hatte ihn tüchtig geschmiert.

Nicht der einzige Mordanschlag auf Journalisten
Pukanic war jedoch nicht der einzige kroatische Journalist, auf den ein Mordanschlag verübt wurde. Auch der investigative Journalisten Domagoj Margetic sollte getötet werden. Ein Auftragsmörder versuchte ihn am 14. August 2014 mit einen Betonklotz zu erschlagen. Margetic wehrte sich und überlebte schwer verletzt.

Domagoj Margetic war seit Jahren den kriminellen Machenschaften der Hypo-Alpe Adria-Bank (Skandalpe) in Kroatien auf der Spur und berichtete bereits 2007, als die Bank noch Tochter der Bayern LB war, über die Geldverschiebungen von der Hypo-Skandalpe an die Hypo-Zagreb unter Einschaltung von „Durchlauferhitzern“ im Bankbereich, im Fachjargon auch Geldwäsche genannt.

Margetic informierte auch österreichische Parlamentsabgeordnete über das Ergebnis seiner Recherche, stiess aber auf keinerlei Interesse.

Die Frage, von uns im Jahre 2012 gestellt: war die Hypo Alpe in den Journalistenmord verwickelt, was der Verbrecher Jocic behauptete. Sie ist bis heute unbeantwortet.

Aber vielleicht bringt der neue austrische Hypo-Alpe Untersuchungsausschuss zum Thema „Mein Gott, wie konnte das alles geschehen“ nicht nur etwas mehr Licht in den Absturz, sondern auch in die offenbar kriminellen Machenschaften dieser ehemaligen „Jörg Haider Bank“.

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Futtertrog-Grüne und Bundestagsabgeordnete Tatjana Bussner zur neuen Strategie der Grünen in Hessen und anderswo

Dr. Alexander von Paleske —- 25.2. 2015 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Tatjana Bussner, MdB
Aktionskreis Rückkehr an die Bundes-Futtertröge
Reichstagsgebäude
Berlin

Liebes grünes Völkchen nah und fern,

zur Zeit braut sich leider einiges zusammen, was wir als fortschrittliche friedensstiftende Partei Bündnis 90/Die Grünen argumentativ in den Griff bekommen müssen – und können – um weiter unsere Wähler (täuschend) bei der Stange zu halten

Hessen und wir
Die grösste unmittelbare Gefahr für uns sehe ich zur Zeit in Hessen, wo wir Grüne uns ja in einer ausserordentlich lukrativen und bequemen Koalition mit dem CDU- Bouffier eingerichtet, ja eingenistet haben, nachdem wir etlichen grünen Ballast vorher über Bord geworfen, sozusagen entsorgt haben, z.B. bei der Massentierhaltung.

Aber wenn es um den Zugang zu den Regierungs-Futtertrögen geht, dann muss man eben auch mal zu (schmerzhaften) Kompromissen bereit sein, vorausgesetzt, es gelingt uns, unseren treuen Wählern dies auch noch als einen Riesenerfolg grüner Politik zu verkaufen.

Bisher ist uns das in Hessen gut gelungen, denn kaum einer unserer Mitglieder – geschweige denn unserer Wähler – hat ja den Koalitionsvertrag richtig gelesen, und festgestellt, dass dort vor allem viel unverbindliches Bla Bla drinnen steht.


……… nur Bla Bla

Bouffier kein unbeschriebenes Blatt
Natürlich wussten wir Grüne, dass wir mit dem Ministerpräsidenten Bouffier ein gewisses Risiko eingingen. Der hatte ja offenbar schon einen Parteiverrat als Rechtsanwalt auf dem Kerbholz gehabt, bevor er Minister werden durfte.
Auch war er als Innenminister und (raben-)“schwarzer Sheriff“ eng mit dem Ministerpräsidenten Roland Koch verbandelt, dessen Regierung knietief in den Steuerfahnder-Skandal verwickelt war, wo Steuerbeamte, die ihren Auftrag gewissenhaft erfüllen wollten, mit Hilfe eines regierungsfreundlichen Psychiaters in einem „Schlechtachten“ für „verrückt“, und damit für dienstuntauglich, erklärt wurden.
Bouffier selbst musste in drei Untersuchungsausschüssen, die sich mit seinen angreifbaren Entscheidungen beschäftigten, Rede und Antwort stehen – ein kleiner Rekord, in negativer Hinsicht versteht sich..

Aber wir Grüne sind der Meinung, dass selbst in einem Augiasstall es wärmer ist, als auf den kalten Oppositionsbänken, insbesondere im Winter.

Leider wird es in Hessen-Augias zur Zeit, politisch gesehen, etwas ungemütlich: Der hessische NSU-Untersuchungsausschuss, dem wir sogleich das Prädikat „völlig überflüssig“ anhängten, muss sich jetzt mit diesem Agenten Andreas T.des hessischen Verfassungsschutzes befassen, der oft genug offenbar immer dort war, wo gerade die NSU mordete: in Nürnberg, Müchen und natürlich Kassel. Da stellen sich Fragen: War der nicht selbst beteiligt?

Und als wäre das nicht schon schlimm genug, glaubt die Opposition im hessischen Landtag den Ministerpräsidenten der Lüge überführen zu können. Der behauptet nämlich: mein Name in Sachen NSU war Hase, und ich wusste von nichts.


Volker Bouffier …mein Name ist Hase

Wollen nicht mit ihm absaufen
Wenn der Bouffier fällt, dann wollen wir selbstverständlich nicht mitfallen. Es kommt also für die Futtertrog-Grünen darauf an, rechtzeitig das sinkende Schiff unter Werfen von Nebelkerzen zu verlassen.

Wir müssen rechtzeitig den Rücktritt Bouffiers fordern, sollte der tatsächlich gelogen haben – sei es im Parlament, sei es auf einer Pressekonferenz oder privat – und mit dem Austritt aus der Koalition drohen, sollte der wie mit Pattex an seinem Stuhl festkleben.

Vorübergehend müssen wir in eine sogenannte Scheinoppositionsrolle wechseln, damit danach wir weiter in grün-opportunistischer Haltung an den hessischen Regierungs-Futtertrögen ausharren können.

Bereits jetzt werden uns ja Vorwürfe gemacht, wir hätten diesen hessischen Untersuchungsausschuss nicht nur für überflüssig gehalten, sondern sogar behindert.. Das müssen wir rasch wahrheitswidrig in Abrede stellen.

Unser scheinoppositionelles hochopportunistisches Vorgehen wird uns dadurch erleichtert, dass wir ja nicht den Innenminister stellen, dessen Rücktritt wir notfalls auch noch fordern können, sollte es unserem Selbsterhalt dienlich sein.

Sofort sollten daher jetzt absetzende Stellungnahmen formuliert werden, die dann ggf. sofort aus der Schublade gezogen werden können.Die Stellungnahme müssen dann vom Waziristan, äh, ich meine vom Wazir verlesen werden, weil der – genau wie der Özdemir – im Falle von Migrantenfragen einen besonders hohen Grad von Glaubwürdigkeit besitzt.

Weiteres Problem Afghanistan
Zug um Zug wird sich herausstellen, dass dieses Kriegsabenteuer leider nur ein blutiger Schlag ins Wasser war. Es kommt es deshalb darauf an, den Hans-Christian Ströbele, der schon immer gegen diesen Einsatz war, als Alibi herauszustellen, und unser ständiges mehrheitliches Kriegsabenteuer-Abnicken im Bundestag vergessen zu machen.

Strategie in Sachen Ukraine
Nachdem unser aussenpolitischer Fachmann Manuel Sarrazin (nicht zu verwechseln mit dem Deutschland-Abschaffungs-Gegner Thilo S.) in Sachen Ukraine patriotisch klar ausgeführt hat, dort werde die Freiheit Europas gegen den wildgewordenen Putin verteidigt, („Ukraine hat auch für uns gekämpft“), muss es jetzt darum gehen, diese ganze durch und durch korrupte Oligarchenwirtschaft – sowie den Defätismus in der ukrainischen Armee – herunterzuspielen, und immer wieder gebetsmühlenartig zu behaupten, die Ukraine würde demokratische Prinzipien verteidigen, obgleich wir natürlich wissen, dass an vorderster Front die Faschisten der Azov kämpfen, und die natürlich auch einen politisch rechtslastigen Preis fordern werden. Ausserdem noch Islamisten mit Syrien-Erfahrung.

Auch sollten wir lauthals begrüssen, dass heute US-Panzer an der russischen Grenze Estlands manövermässig aufgekreuzt sind, um so dem aggressiven russischen Bären Kriegsbereitschaft zu signalisieren. Dort sollte in Zukunft auch die Bundeswehr mit ihren herrlichen Leopard-Panzern nicht fehlen.


Unsere herrlichen Leos müssen an die Ostfront

Keine Notgeilheit öffentlich machen
Abschliessend möchte ich noch darum bitten, in Zukunft anzügliche notgeile Äusserungen wie die unseres Jörg Rupp über FDP-Katja Suding zu unterlassen. Natürlich spricht gar nichts gegen diese Denke, auch ich ertappe mich immer wieder dabei, aber nach aussen müssen wir uns das Mäntelchen der politischen Correctness umhängen.

So viel für heute

Bis bald

Eure
Tatjana Bussner

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SATIRE

Danke, danke Bundespräsident Joachim Gauck für Ihren Besuch zum Maidan-Gedenktag in der Ukraine

Dr. Alexander von Paleske —– 23.2. 2015 —– Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Andrij Bilezkyj
Chef der nationalfaschistischen Azov-Brigaden
Maidan 88
Kiev
Ukraine

Seine Exzellenz
Bundespräsident der
Bundesrepublik Deutschland
Joachim Gauck
Schloss Schöne Aussicht
Berlin
Deutschland

Hochverehrter Herr Bundespräsident,

ich möchte mich an dieser Stelle ganz, ganz herzlich für Ihren Besuch gestern In Kiev zum Gedenktag des Maidan-Putsches bedanken.

Es ist ermutigend zu sehen, wie so ein prominenter Freiheits-Apostel, wie Sie es nun einmal sind, uns hier in der Ukraine nicht im Regen stehen lässt, sondern Flagge zeigt, Putsch-Freiheitsflagge sozusagen, und dann noch so schön eingehakt mit unserem Präsidenten, dem Schokoladen-Klepto-Oligarchen Petro Poroschenko in der ersten Reihe, wie wir das sonst nur bei Protestdemonstrationen aus Deutschland kennen.

Maidan – Vor einem Jahr
Ein Jahr ist es nun schon her, dass auch wir Azov-Brigaden, aus dem Lager der kämpfenden ukrainischen Rechtsradikalen, zu den Waffen (Schusswaffen) griffen, und die Polizei des Viktor Janukowitch Seite an Seite mit den irren unbewaffneten Freiheitsidealisten bekämpften. Wir standen an vorderster Front, es diesen russophilen Herrschaften ordentlich zu zeigen, was der Wille des (rechten) ukrainischen Volkes wirklich ist.

Wir haben dafür gesorgt, dass es nach dem Maidan natürlich keine umfassende Untersuchung gab, wer da wann auf wen geschossen hatte.

Präsident Poroschenko hatte das auch ernsthaft gar nicht vor, weil die zu erwartenden Ergebnisse die Tarnkappe des friedlichen Aufstandes der ukrainischen Revolution weggepustet hätte. So sind alle Untersuchungen im Sande verlaufen, und so muss es sein.

Herzliche Kampfesgrüsse
Ich darf ihnen von der ostukrainischen Front, von unserem, tapferen Azov- Bataillonen, herzliche Kampfesgrüsse übermitteln.

Wir von der Azov kämpfen nach wie vor an vorderster Front gegen diese russischen Untermenschen, schmücken unsere Helme gerne mit den SS-Runen bzw. dem Hakenkreuz, und erinnern so daran, dass wir ganz in der Tradition der Hitler-Truppe stehen, die vor 75 Jahren ebenfalls gegen diese russischen Barbaren den Kampf aufnahm.


Mitglied der AZOV

Auch ihre Eltern, Herr Gauck, waren ja glühende Faschisten seinerzeit, was mich natürlich ganz besonders erfreut.

Nicht immer mit der Verfassung
Natürlich verbietet eigentlich die deutsche Verfassung solche Aufmunterungs-und Solidaritätsbesuche, solch undiplomatisches Vorgehen des Bundespräsidenten, aber hier zeigt sich erneut, was für ein mutiger Präsident Sie doch sind, wenn es darum geht, dem russischen Bären eins auszuwischen.

Ein verantwortungsvoller, mutiger Bundespräsident kann eben nicht die ganze Zeit mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumlaufen.

Springer-Presse jubelt
Erfreulich auch, wie die hochobjektive Springer Presse Ihr Auftreten unterstützte.
In der Tageszeitung DIE WELT heisst es heute in dem Leitartikel auf Seite 1:

Es ist ein starkes und in der gegenwärtigen Lage bedeutsames Zeichen, dass Joachim Gauck an der Gedenkfeier für die Opfer des Maidan- Aufstandes teilgenommen hat….. Denn was immmer Kritisches über den Maidan zu sagen sein mag……unzweifelhaft steht er für …einen Aufstand für europäische demokratische Werte.


Springers WELT vom 23.2. 2015

Ich darf Ihnen versichern Herr Bundespräsident: Ganz egal was da in Minsk beschlossen wurde: Wir kämpfen weiter, bis wir siegreich die Putin-Kolonnen ausser Landes gejagt haben. Für uns kann es keinen Frieden geben, solange noch auch nur ein Putin-Soldat auf unserer heiligen Erde steht.

Und wenn die erst einmal vertrieben sind, dann knöpfen wir uns linke Spinner und Maidan-Idealisten vor.

Ich grüsse Sie herzlich mit ukrainischen Blut- und Boden-Grüssen

Andrij Bilezkyj

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zeitgeschichte

Keine wirklich offenen Fragen im Falle des Todesschuss-Polizisten Karl-Heinz Kurras

Dr. Alexander von Paleske —– 19.2. 2015 —- Karl Heinz Kurras, ein West-Berliner Polizist, der den Studenten Benno Ohnesorg am 2.6. 1967 tötete, starb am 16.12. 2014, was allerdings erst gestern in den Medien gemeldet wurde . Kein Grund, sich weiter mit dieser Person zu beschäftigen, wenn nicht der SPIEGEL versucht, hieraus noch einmal einen spannenden Artikel zu machen, welcher das damalige politische Umfeld allerdings nicht berücksichtigt, und so diesen bedeutungslosen Herrn zu einer Person der Geschichte versucht hochzustilisieren, der auch noch angeblich Geheimnisse mit ins Grab nahm.

SPIEGEL Schlagzeile:
.
Mit der Tötung Benno Ohnesorgs befeuerte der West-Berliner Polizist Karl-Heinz Kurras die Revolte von 1968. Die wichtigsten Geheimnisse nahm der schillernde Stasi-Spion mit ins Grab.

Ein Blick zurück
Am 2. Juni stattete der iranische Herrscher, Schah Reza Pahlevi, West-Berlin einen Besuch ab.

Der Schah, der 1953 nur durch einen vom CIA und dem britischen Geheimdienst Mi6 inszenierten Putsch gegen die gewählte Regierung Mossadeq aus dem Exil zurück an die Macht gekommen war – Mossadeq plante die Nationalisierung der Ölquellen – hatte eine brutale Diktatur installiert, in welcher der Geheimdienst SAVAK eine wichtige Rolle spielte.

Demo gegen einen Diktator
Gegen den Besuch dieses Herrschers auf dem Pfauenthron riefen Studentenverbände in Berlin und die iranische Studentenorganisation CISNU zu einer Demonstration auf, die ihren Höhepunkt vor der Kroll-Oper finden sollte. Dort wollte der Schah mit seinem Gefolge, auf Einladung des Berliner Senats, sich an den künstlerischen Darbietungen laben.

Das Interesse des Schahs an ungestörtem Kulturgenuss sah der Innensenator Berlins als schützenswerter an, als das Recht der Studenten, gegen diesen brutalen Herrscher zu demonstrieren. Schliesslich war der Schah ein Freund Deutschlands, unterstützte den Alleinvertretungsanspruch der Bundesregierung, verkaufte Öl an Deutschland um importierte viele deutsche Podukte,

Ausserdem hatte die ehemalige Gemahlin des Schahs, die Deutsch-Perserin Soraya, über Jahre die deutsche Regenbogenpresse mit herzergreifenden Geschichtchen bewegt.

Knüppeln für den Diktator
Also knüppelte die Berliner Polizei auf die Demonstranten ein und trieb sie auseinander, unter tatkräftiger Mithilfe von sogenannten „Jubelpersern“, grösstenteils Agenten des iranischen Geheimdienstes SAVAK. Diese Missachtung des grundgesetzlich verbürgten Demonstrationsrechts war der erste von insgesamt vier Skandalen.

BILD hetzt gegen Studenten
Der zweite Skandal war die Hetzpropaganda , welche die Berliner Springerpresse, die grosse Teile des Berliner Tagesszeitungs-Marktes beherrschte, Tag für Tag gegen die „verlausten und verdreckten Studenten“ verbreitete, und damit eine Art Progromstimmung schaffte. Ein übler Missbrauch der Pressefreiheit.

Peter Boenisch, der Springers „Kettenhund“ BILD ausführen durfte, war keine Schlagzeile primitiv und hetzerisch genug, als dass sie nicht noch hätte unterboten werden können.

Motto:

Müssen wir uns das gefallen lassen? – Nein, natürlich nicht,

so der Tenor.

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ warf damals der Springer Presse vor:

– Verfälschung der Wahrheit

– Minderheiten, die per Schlagzeile gejagt wurden

– Unterdrückung von Nachrichten

– Springer-Redakteure, die das Manipulieren von Nachrichten als besondere Form der Recherche ansahen.

Als der Springer Verlag diese Behauptungen 1968 verbieten lassen wollte, musste er angesichts des von der ZEIT vorgelegten Materials vor der Pressekammer des Landgerichts Hamburg eine dicke Niederlage kassieren.

Der Tod eines friedlichen Demonstranten
Vor diesem Hintergrund der dritte Skandal: Karl Heinz Kurras tötete den am Boden liegenden Studenten Benno Ohnesorg, der als ausserordentlich friedfertig bekannt war, mit einem Kopfschuss.

Aber: Statt Kurras, ein einfach gestrickter Polizist mit deutschen Sekundärtugenden, hätte es in dieser aufgeladenen Atmosphäre auch ein anderer Polizist sein können.

Die Unterstellung des SPIEGEL, Kurras, nebenher auch noch ein Mitarbeiter der Stasi der DDR, habe möglicherweise die Bundesrepublik destabilisieren wollen, ist nachgerade lächerlich. Diese Jacke war Kurras mindestens 5 Nummern zu gross.

Und in dieser aufgeladenen Atmosphäre knapp ein Jahr später auch noch das Attentat auf Rudi Dutschke, an dessen Folgen er 11 Jahre später starb.

Freispruch für einen Totschläger
Die Tötung des Benno Ohnesorg, landete schliesslich als Strafsache vor Gericht, und endete mit einem Freispruch: Der vierte Skandal.

Die Justiz der Bundesrepublik im Nachkriegsdeutschland – und nicht nur sie – war satt mit ehemaligen Nazis durchsetzt. Eine Justiz, die selbst Hans Joachim Rehse, Beisitzer beim Volksgerichtshof – ein Gericht, das Todesurteile gegen Nazi-Gegner am Fliessband verhängte – vom Vorwurf der Rechtsbeugung freisprach, obwohl das Gericht tagtäglich nichts anderes als tödliche Rechtsbeugung betrieb.

Vorsitzender Richter dieses faschistischen Terrorinstruments war Roland Freisler, dessen Witwe nach dem Kriege jahrelang eine Beamtenpension ihres verstorbenen Gatten erhielt, die auch noch erhöht wurde mit dem Argument, er wäre in der Zwischenzeit gehaltsmässig aufgestiegen.

So waren die Verhältnisse, damals, als der Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger hiess, ehemaliges NSDAP Mitglied und seinerzeit im Auswärtigen Amt beschäftigt.

Die Studenten, die damals demonstrierten, trauten diesen Repräsentanten nicht. Auch wenn sie über das Ziel hinausschossen, so waren es doch sie, welche das Thema Faschismus, und „wie es geschehen konnte“, auf die Tagesordnung setzten.

Keine Ausnahmeerscheinung
Nein, dieser Kurras war mit seiner Einstellung keine Ausnahmeerscheinung im Polizeiapparat, damals.

Kurras war nichts als ein (gewaltbereites) Rädchen im Getriebe Nachkriegsdeutschlands, ein Land, das erst mühsam mit seiner Vergangenheit ins Reine kam.

Auch die Spionagetätigkeit für die DDR war nicht gerade selten bei Amtsträgern, die – soweit nach der Wiedervereinigung aufgedeckt – allesamt straflos davonkamen.

Der DDR passte allerdings die Tötung Benno Ohnesorgs ganz und gar nicht ins Konzept. Und so beendete sie die Zusammenarbeit mit Kurras.

Kein SPIEGEL-Artikel, der das Prädikat „lesenswert“ verdient.

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Israel

Israels Premier nach den Morden in Paris und Kopenhagen: „Kommet in das Gelobte Land, wir werden Platz schaffen“

Dr. Alexander von Paleske —– 17.2. 2015 —–
Am 28.9. 1973, zur Regierungszeit des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, wurde der Chopin- Express von Moskau nach Wien überfallen und 4 Geiseln genommen, drei davon jüdische Auswanderer.

Damals hatte, bedingt durch Ausreiseerleichterungen, eine grosse Zahl von jüdischen Bürgern die damalige Sowjetunion verlassen, um nach Israel auszuwandern. Auf dem Wege nach Israel kamen sie nach Österreich in ein Durchgangslager in Bad Schönau.
Die Geiselnehmer verlangten von der österreichischen Regierung das Durchgangslager Schönau zu schliessen.

Den palästinensischen Geiselnehmern ging es darum, weitere Massen-Einwanderungen nach Israel zu verhindern, weil dadurch gleichzeitig die Möglichkeit der palästinensischen Flüchtlinge, in die Heimat zurückzukehren, zunichte gemacht würde.

Kreisky erfüllt Forderungen – Israel schäumt
Bundeskanzler Kreisky kam den Forderungen nach, sehr zum Ärger der Regierung in Jerusalem unter Golda Meir. Ein Aufschrei der Empörung kam aus Israel.

Kreisky war selbst Jude, sozialdemokratischer Jude und Österreicher , dem es nicht im Traume eingefallen wäre, nach Israel auszuwandern oder Israel als seine eigentliche Heimat anzusehen.

.
Zeitenwechsel
Nach den Morden in Paris lud sich der israelische Premier Netanyahu zu den Trauerfeierlichkeiten selbst ein, er stand nicht auf der Einladungsliste der französischen Regierung. Aus guten Gründen: Netanyahu nutzte, wie befürchtet, die Gelegenheit um erneut Israel als die einzig sichere Heimat für Juden in aller Welt anzupreisen.

Nach den Morden in Kopenhagen am vergangenen Wochenende erneuerte er dies mit den Worten:

To the Jews in Europe and to the Jews of the World, I say, that Israel is waiting for you with open arms

Und weiter:

Israel is your home and we are preparing and calling for the absorption of mass immigration from Europe.


Netanyahu und seine BotschaftScreenshot: Dr. v. Paleske

Keine leeren Worte
Das sind keineswegs leere Worte: Netanyahu ist eifrig dabei, die Voraussetzungen für die Aufnahme zu schaffen: Durch immer neue jüdische Siedlungen mittels Landwegnahme im besetzten Westjordanland und in Ost-Jerusalem.

Dass diese Massenimmigration von den Palästinensern nicht begrüsst wird, sondern auf Empörung stösst, dass diese Einwanderer sich dort nicht auf herrenlosem Land niederlassen, dass dort mit Gaza eine Art latenter Kriegszustand herrscht, all das findet sich natürlich in Netanyahus Rede nicht.

Wie sich die radikalen Siedler im Westjordanland die „Endlösung des Palästinenserproblems“ vorstellen, das findet sich als Graffiti : „Tod den Arabern“, die als „Sand-Nigger“ bezeichnet werden, „In die Gaskammer mit ihnen“

.


Besetzte Westbank – An Häuserwände gesprühte Siedlerparolen. Screenshots: Dr. v. Paleske


Platz schaffen durch Vertreibung

Wenn Netanyahu das natürlich nicht in dieser Deutlichkeit sagt, so ist die Politik, die er betreibt, völlig klar:
Palästinensern, die seit Jahrhunderten dort leben – Israelis neuerdings erst seit weniger als Hundert Jahren – wird das Heimatrecht streitig gemacht. Platz soll geschaffen werden für Juden aus aller Welt. Die Palästinenser sollen in enge Homelands gepfercht werden – Apartheid Südafrika lässt grüssen – und letztlich durch Abschnürung zur Auswanderung ermuntert werden. Israel und die besetzten Gebiete sollen langfristig „palästinenserfrei“ werden.

Die IS-Terroristen mit ihren Attacken auf jüdische Bürger und Einrichtungen in Europa spielen – anders noch als die Palästinenser im Jahre 1973 – Netanyahu die Bälle zu, indem sie die Auswanderung nach Israel fördern.

Netanyahu unterschlägt geflissentlich, dass sich der Hass der faschistischen IS-Banden und ihrer Gesinnungsgenossen in Europa nicht weniger auch gegen Christen richtet, nicht nur gegen Juden. Der brutale Mord an den Kopten in Libyen, und vorher an den Jesiden im Irak, spricht eine deutliche Sprache.

Welche Empfehlung hat Netanyahu denn für diese verfolgten Christen brereit? Vielleicht einen neuen Staat für verfolgte Christen irgendwo in Afrika unter Vertreibung der dortigen Bevölkerung?

SATIRE

Nach dem Abkommen von Minsk – Russlands Präsident Wladimir Putin im Interview

Dr. Alexander von Paleske 13.2. 2015 Folgendes Interview landete heute in meiner Mailbox:

Interviewer
Dobroje utro Gospodin President

Wladimir Putin
Zdravstvujte

Herr Präsident, sehen Sie Fortschritte in Richtung Frieden nach dem gestrigen Minsker Abkommen?

Wladimir Putin
Bis jetzt nicht. Die Regierung des Schokoladen-Oligarchen Petro Poroschenko, insbesondere der aggressive Premier Jazenjuk („Unser Ziel ist, die Kontrolle über Donezk und Lugansk zurückzuerlangen„) sind nicht wirklich an einem Friedensschluss interessiert, der eine langfristige Lösung in der Ukraine-Frage bringen könnte.

Könnte die russische Bevölkerung denn einfach wieder unter die Kontrolle der Zentralregierung in einem Friedensabkommen gebracht werden, das will ja wohl die Regierung in Kiev?

Nein ganz gewiss nicht
Die russische Bevölkerung im Osten der Ukraine, insbesondere in Donezk, hat unendlich gelitten. Wohngebiete wurden systematisch bombardiert, nicht etwa nur zufällig. Die Verachtung gegenüber der russischen Minderheit seitens der Regierung in Kiev drückte sich ganz besonders auch darin aus.
Dann hat diese Regierung auch die Rentenzahlungen vor sieben Monaten eingestellt, und damit den schwächsten Teil der Bevölkerung in der Ostukraine, die Alten, getroffen. Ebenfalls sperrte sie die Löhne und Gehälter u.a. des dortigen Krankenhauspersonals.


Renter in Donezk …..ausgebombt, verzweifelt, mittellos

Hat denn der Westen nicht gegen diese menschenverachtenden Übergriffe und Massnahmen protestiert?

Ich habe zu keinem Zeitpunkt wirklich scharfe Proteste gegen dieses rücksichtslose Vorgehen der ukrainischen Regierung ohne Schonung der Zivilbevölkerung gehört. Nur als in Mariupol Fehlschläger Menschen töteten, war das Geschrei des Westens gross. Nein, hier wird mit zweierlei Mass gemessen.Der Ausweg ist daher nur eine weitestgehende Autonomie unter dem gemeinsamen Dach der Ukraine. Alles andere wird keinen Frieden bringen

Ist die ukrainische Regierung denn zu einem solchen Frieden überhaupt bereit?

Nein. Poroschenko war schon dieses Abkommen von Minsk viel zu weitgehend, mehrfach verliess er wutschnaubend den Verhandlungstisch, aber er hatte gegenüber Merkel und Hollande, die sich jetzt irgendwie aus der Ukrainekrise herauswinden wollen, nichts wirklich zu melden.
Premier Jazenjuk, der Scharfmacher, dürfte Poroschenko nach seiner Rückkehr ordentlich beschimpft haben. Für die faschistischen Banden der Azov ist das Abkommen ohnehin unannehmbar. Die werden weiter versuchen, den Krieg am Laufen zu halten.


Petro Poroschenko heute: ……….ein Friedensapostel in Militäruniform?

Also kein endgültiger Frieden?

Nein, solange nicht ein für die russische Bevölkerung der Osturkraine akzeptabler Friedensplan vorliegt, wird es keinen dauerhaften Frieden geben.
Die Krim steht ohnehin nicht zur Diskussion. Die ist russisch und bleibt russisch.

Warum drängte dann Poroschenko so auf einen Waffenstillstand?

Poroschenko, den wir militärisch in schwere Bedrängnis brachten, will Zeit gewinnen, und mit den gestern zugesagten neuen Krediten in Höhe von 40 Milliarden Euro ( 16 Milliarden vom IMF und 24 Milliarden von der EU) sein Land mit modernstem Kriegsgerät ausrüsten, und dann erneut unsere Brüder und Schwestern – und uns – angreifen.

Aber das Geld soll doch zum Wiederaufbau und zur Bekämpfung der Korruption Verwendung finden.

Für den Wiederaufbau der von den ukrainischen Truppen zerstörten Häuser und Einrichtungen dürfte kaum etwas bereitgestellt werden, da braucht man kein Prophet zu sein. Nur die nichtrussische Bevölkerung wird Verbesserungen spüren, viel wird allerdings – wie bisher – in den tiefen Taschen der Oligarchen verschwinden. Die Korruption läuft seit dem Maidan Putsch weiter auf Autopilot. Längst hätten dafür die sofort nach dem Putsch von der EU bereitgestellten Kredite verwendet werden können, wenn man es denn gewollt hätte. Das wird jetzt genauso wenig geschehen, wie vor einem Jahr.

Dieses EU-Ukraine-Ausdehnungs-Abenteuer wird den europäischen Steuerzahler noch zig Milliarden kosten. Ich erspare es mir, hier Vergleiche mit Griechenland zu ziehen.
Ein Narren-Duo, dieser Poroschenko und Jazenjuk, allerdings ein gefährliches, denn gegen uns haben die natürlich nicht einmal den Hauch einer Chance, militärisch gesehen. Aber sie hoffen offenbar, dann die NATO in den Krieg mit hineinziehen zu können. Das würde in einer Katastrophe enden. Mittlerweile scheint auch Angela Merkel das verstanden zu haben, lange genug hat das ja gedauert.

Spassibo für dieses aufschlussreiche Interview

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Medizin

Ebola-Epidemie und die Krise im Gesundheitswesen in Westafrika

Dr. Alexander von Paleske —— 8.2. 2015 —- „Überwindung der Ebola-Krise zum Greifen nah“, hiess es Mitte Januar. Davon kann jedoch nach neuesten Daten noch nicht die Rede sein, denn mittlerweile steigen die Erkrankungfälle in Sierra Leone wieder an.


Ebola-Neuerkrankungen in Sierra Leone in den letzten Monaten

Die Ursache könnte in nachlassenden Vorsichtsmassnahmen liegen, verschärft möglicherweise durch Mutationen des Virus mit der Folge einer erhöhten Infektiosität.


Notwendige Schutzmassnahmen bei Bestattungen

Bereits 1 Jahr
Seit Dezember 2013 wütet die Ebola Epidemie in Westafrika, mit mehr als 8000 Toten und mehr als 20.000 Infizierten. Von der Länge der bisherigen Ebola-Epidemien her gesehen ein trauriger Rekord, denn die bisherigen Ebola-Ausbrüche im Länderdreieck Sudan, Kongo und Uganda konnten innerhalb von Wochen unter Kontrolle gebracht werden.

Das lag keineswegs nur an der geringeren Mobilität der betroffenen Bevölkerung, sondern vor allem daran, dass diese Länder sofort auf die Ausbrüche reagiert haben.

Nach mehreren Ebola-Ausbrüchen war die Bevölkerung ohnehin nicht mehr unvorbereitet, sondern akzeptierte und befolgte die von den Gesundheitsbehörden angeordneten Massnahmen und Empfehlungen.

So konnte auch die jüngste Ebola Epidemie im August 2014 in der Demokratischen Republik Kongo vergleichsweise rasch unter Kontrolle gebracht werden.

Ganz anders jedoch bei dem Ausbruch in Westafrika. Er traf die Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone erstmals – und damit völlig unvorbereitet.

Fehlende Infrastruktur
Die Epidemie traf auf eine Gesundheitswesen-Infrastruktur, die in Sierra Leone und Liberia nach langen Jahren des Bürgerkriegs völlig zerstört war, und sich erst langsam wieder im Aufbau befand.

Es zeigt mit aller Deutlichkeit, dass der Aufbau einer Gesundheitswesen-Infrastruktur wesentlich ist, um gerade auch erstmals auftretenden Epidemien erfolgreich zu begegnen.

Versagen der WHO
Über das kolossale Versagen der Weltgesundheitsorganisation(WHO), diese Epidemie und ihr Ausmass rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln, haben wir bereits berichtet. Ergänzend erwähnt werden soll aber noch, dass die WHO, ihr Krisenzentrum nicht etwa in einem der betroffenen Staaten einrichtete sondern in dem mehr als 1000 Km entfernten Accra, der Hauptstadt Ghanas. Ein Land, das noch nicht einmal direkt an eines der betroffenen Länder grenzt. Offenbar wollte man sich selbst keiner Gefahr aussetzen. Wie schön.

Milliarden nur für gerettete Millionen
Konnten die milliardenschweren Kampagnen der Melinda und Bill Gates Foundation, des Global Fund zur Bekämpfung von AIDS, Malaria und Tuberkulose, und der Global Alliance for Vaccines and Immunisation,GAVI nicht bei der Errichtung der Infrastruktur nach den Bürgerkriegen helfen?


Bill und Melinda Gates

Diese Organisationen sind Krankheits-orientiert, nicht aber Gesundheitswesen-orientiert.
Statt der bitter nötigen Verbesserung der Infrastruktur des Gesundheitswesens in vielen armen Ländern, werden Milliarden zur Bekämpfung von bestimmten Krankheiten ausgegeben: was interessiert ist die Messbarkeit des Erfolges. Konkret: Die Zahl der geretteten Menschenleben.

Wer ausserhalb dieser Krankheiten Hilfe braucht, fällt durch das Netz dieser Nichtregierungsorganisationen: das trifft für alle nichtübertragbaren Krankheiten zu, also Krebs, Herz- und Stoffwechselerkrankungen wie Hochdruck und Diabetes. Die Kritik daran wächst.


Sunday Times (Südafrika) 28.12. 2014

So stieg beispielsweise die Hilfe für Liberia durch diese Organisationen nach 2002, also nach dem Ende des Bürgerkriegs, um das Zwanzigfache; 45% davon waren ausschliesslich zur Bekämpfung von Malaria, Aids und Tuberkulose bestimmt. Im Jahre 2002 waren es erst 2%.

Jedoch: nur die Hälfte der dortigen Bevölkerung hat überhaupt Zugang zu Einrichtungen des Gesundheitswesens. Die Zahl der Krankenhausbetten ist – gemessen am Krankenstand vor der Ebola Epidemie – völlig unzureichend ..

10% für die Verbesserung der Infrastruktur
So ist es keine Überraschung, dass auch der Global Fund lediglich 10% der 25 Milliarden US Dollar, die ihm in den letzten 12 Jahren zur Verfügung standen, zur Verbesserung der Infrastruktur bereitgestellt hat.

Organisationen wie Global Fund haben ausserdem oftmals nur eine geringe Koordination mit anderen Nichtregierungsorganisationen.

Workshops – überflüssig wie ein Kropf
Es finden jede Menge gesponserte Workshops statt, an denen die im Gesundheitssektor Beschäftigten nur allzu gerne teilnehmen, weil sie dafür finanzielle Unterstützung und freies Essen bekommen. Wir haben bereits mehrfach auf diesen Unfug hingewiesen.

Schlimmer noch: Der Global Fund versteht sich als Spendensammler und Spendenverteilungsstelle für Projekte, hat aber keine eigenen Leute direkt vor Ort, die nicht nur den Projektbedarf bzw. dessen Sinnhaftigkeit konkret ermitteln, sondern auch strikt die ordnungsgemässe Verwendung der Mittel überprüfen können, und zwar regelmässig..

Keine eigene Kontrolle vor Ort
Die Folge: Verschwendung von Mitteln in einem Netz von aus dem Boden springender lokaler Nichtregierungsorganisationen mit schönen Namen, ggf. sogar Hochglanzbroschüren, die aber wenig oder kaum Effektivität besitzen.

Mehr noch: WHO und gesponserte Nichtregierungsorganisation bieten Gehälter an, die weit über den lokalen Gehältern liegen. Die Folge sind ein Run der lokalen Ärzte auf derartige Positionen, wobei das Gesundheitswesen nicht nur noch mehr ausgedünnt, sondern auch Neid geschürt wird.

Ausnahme MSF
Als Ausnahme muss hier erneut die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) angeführt werden, die nicht nur hocheffektiv arbeitet, sondern keine vergleichsweise exorbitanten Gelder für die Helfer zur Verfügung stellen kann und will.

Die Ebola-Epidemie hat diese Schwächen der Infrastruktur mit aller Brutalität offengelegt. Ob es wirklich Konsequenzen haben wird, das wird sich zeigen.

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