syrien

Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens

Dr. Alexander von Paleske 15.7. 2013 —- Als die ersten Demonstrationen in Syrien begannen, konnten sich Politiker Europas und der USA nicht sattsehen daran. Der Funke des arabischen Frühlings war auf Syrien übergesprungen – glaubten sie – mit den Forderungen nach politischer Freiheit, freien Wahlen und der Forderung nach dem Rücktritt des Diktators Bashar al-Assads.

Als sich aus den Demonstrationen schliesslich der volle Bürgerkrieg entwickelte, gefördert durch die brutale Antwort der syrischen Regierung, und die Rebellen schliesslich Teile des Landes unter ihre Kontrolle bringen konnten, da gab es bereits Prognosen über den Fall des syrischen Präsidenten, insbesondere als die bewaffneten Auseinandersetzungen auch auf die Hauptstadt Damaskus übergriffen.

Al Qaida tritt auf den Plan
Schon damals hätte allerdings stutzig machen müssen, dass es die ersten Autobombenanschläge gab, welche deutlich die Handschrift von Al Qaida trugen.

Warnungen des syrischen Präsidenten über die Präsenz von Al Qaida wurden als Regierungspropaganda abgetan. Stattdessen wurde darüber diskutiert, wie den Rebellen nicht nur humanitär, sondern vor allem mit Waffenlieferungen geholfen werden könnte

Es hätte aber nahegelegen, mit Russland darüber zu verhandeln, wie dieser Konflikt ohne weiteres Blutvergiessen gelöst werden kann, und dann die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch zu bringen.

Aber der Westen glaubte, mit Assad auch gleich noch einen engen Verbündeten des Iran loszuwerden, über dessen Territorium auch der Waffennachschub für die Hisbollah im Libanon lief.

Saudi-Arabien und Katar versorgen bereits über die Türkei die Rebellen mit Waffen und geben finanzielle Unterstützung.
In Europa machte sich allen voran die britische Regierung Cameron / Clegg für Waffenlieferungen stark, aber auch Frankreich erkannte die Rebellenbewegung als einzige legitime Vertretung des syrischen Volkes an.

Die Schreckensbilanz
Mittlerweile

– sind mehr 100.000 Menschen in dem Konflikt gestorben, in der Mehrzahl Zivilisten

– sind 1 Million Menschen in Nachbarländer geflüchtet

– hat sich die zu Al Qaida bekennende Gruppe Al Nusra als erfahrene und bestimmende militärische Kraft – auch für Selbstmord- Bombenattentate – in der Aufstandsbewegung fest verankert

– gehören auch salafistische Kampfgruppen zur Rebellenarmee (Syrische islamistische Front, SIF; syrische Befreiungsfront, SLF)

Kampf für den Gottesstaat
Die Forderungen nach militärischer Unterstützung der Free Syrian Amy (FSA) sind zur Zeit allerdings etwas leiser geworden, denn nun stellt sich heraus, dass Jihadisten und Salafisten, unterstützt von jihadistischen Kriegsreisenden aus dem Irak und von andesrswo, sich als die kampffähigste Truppe entpuppt haben, deren Ziel es ist:

– Einen Gottesstaat zu errichten, in dem weder die Religionsfreiheit, die in Syrien Tradition hat, noch politische Freiheiten vorgesehen sind, von einer Demokratie ganz zu schweigen. Zielrichtung vielmehr: Mittelalterliches Kalifat.

– Auf dem Wege dorthin der vom Westen favorisierten FSA, in der sich auch viele säkulare Kräfte zusammengefunden haben, auch einige Schiiten (Alawiten), und die vorgeblich für die Einführung der Demokratie – nicht aber für einen Gottesstaat – kämpfen, den Garaus zu machen.

Top FSA Kommandeur ermordet
Am vergangenen Donnerstag wurde als Auftakt der Top-Kommandeur der FSA, Kamal Hamani, von Jihadisten erschossen.


Kamal Hamani Screenshot: Dr. v. Paleske

Die Gotteskrieger kündigten zudem an, die gesamte Führung der FSA einen Kopf kürzer machen zu wollen.

Als Folge davon sind bereits erste Kämpfe zwischen den Jihadisten und Salafisten einerseits und den Kämpfern der FSA andererseits ausgebrochen. Eine zweite Front im Bürgerkrieg ist eröffnet. Und in dieses Chaos wollen verantwortungslose westliche Politiker auch noch Waffen liefern.

Die Salafisten / Jihadisten kontrollieren bereits grössere Teil Nordsyriens, und haben eine eigene Verwaltung eingerichtet: Vor allem islamische Gerichtsbarkeit und Religionspolizei.


Das islamische Gericht unter Vorsitz eines Salafisten tagt
Screenshot: Dr. v. Paleske

Die angebliche Beleidigung des Propheten Mohammed durch einen Jungen, der an einem Kaffeestand sich weigerte, den salafistischen Kämpfern kostenlos Kaffee auszuschenken „den würde er kostenlos noch nicht einmal dem Propheten Mohammed reichen“ wurde sogleich bestraft – mit der Todesstrafe, wegen „Blasphemie“, die auch gleich vollstreckt wurde. Ankläger, Richter und Henker waren die Kämpfer, die keinen freien Kaffee bekamen.


Wollte selbst Mohammed keinen Freikaffee geben – Todesurteil wegen „Blasphemie“ Screenshot: Dr. v. Paleske

Auch die Religionspolizei ist dort mittlerweile unterwegs, wie in Saudi-Arabien. Sie sorgt dafür, dass niemand gegen die strengen Regeln des Islam verstösst, und, wer es dennoch tut, vor ein islamisches Gericht gezerrt wird.

Statt die Fehler einzugestehen, und nun schleunigst zusammen mit Russland sich um eine Friedenslösung zu bemühen, schauen westliche Politiker dem Gemetzel zu, einige Unbelehrbare möchten nach wie vor Öl in das Feuer dieses Konflikts giessen..

Nur ein Ausweg
Es gibt nur einen Ausweg, dieser Schlächterei und Totalzerstörung Syriens endlich ein Ende zu bereiten: Eine Verhandlungslösung mit allen Konfliktparteien (minus Al Qaida) plus Iran, Russland und westliche Länder.

Nur eine Verhandlungslösung kann verhindern, dass das Elend der Zivilbevölkerung weiter andauert, Al Qaida permanent sich dort einnistet und Syrien ins permanente Chaos sinkt.

Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?

Medizin

Ergebnisse neuer Studie machen die Abschaffung der Massentierhaltung noch dringlicher

Dr. Alexander von Paleske —– 13.7. 2013 —
In einer Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover haben Wissenschaftler ermittelt, in welchem Umfang in Deutschland in der Massentierhaltung Antibiotika eingesetzt werden.

Und sie haben ausserdem in einem Schlachthaus untersucht, ob, und in welchem Umfang, im Darm und Knochengerüst geschlachteter gesunder Hähnchen aus der Massentierhaltung sich multiresistente Bakterien finden lassen.

Alarmierende Ergebnisse
Die Ergebnisse sind alarmierend.
Von Kälbern erhält rechnerisch jedes dritte Tier pro Jahr eine dreitägige Behandlung mit Antibiotika, bei Schweinen sind es durchschnittlich vier Tage während seiner 115 Tage dauernden Mast.

Am schlimmsten sieht es jedoch bei den Geflügeltieren aus: So bekommt ein Hähnchen, während seines kurzen Lebens von 39 Tagen, an immerhin 10 Tagen Antibiotika, wird also, statistisch gesehen, jeden vierten Tag seiner kurzen Lebenszeit mit Antibiotika vollgepumpt.

Die Folgen: Multiresistenz
Die gefährlichen Folgen davon stellten die Wissenschaftler ebenfalls fest: In jedem zweiten Tier von insgesamt 120 fanden sich multiresistente Keime, davon waren rund 89 Prozent der Proben aus dem Knochengerüst, und rund 72 Prozent der Blinddarmproben ESBL-positiv. Vorwiegend handelte es sich um E-Coli, welche die Enzyme AmpC bzw. Extended Spectrum Betalactamase (ESBL) produzieren, und damit hochpotente Antibiotika aufzuknacken und wirkungslos zu machen in der Lage sind.

Diese Fähigkeit können diese Bakterien dann per Info-Transfer, z. B. durch Plasmide, an andere Bakterien und Bakterienklassen übertragen.

Vom Tier zum Menschen
Die multiresistenten Bakterien finden ihren Weg zum Menschen z.B. direkt beim Verzehr, und tauschen im Darm die Information mit anderen Bakterien aus. Damit verbreitet sich diese apokalyptische Info dann auch noch auf ein weit grösseres Spektrum von Bakterien.

Ein anderer Weg ist über die Gülle in die Umwelt: Entweder als Felddünger und dann in die Nahrungskette, oder in Abwässer, wo die Info an andere Bakterien weitergegeben werden kann.. Schliesslich landen sie wieder beim Menschen.

Gegenwärtiger Wissensstand
Der gegenwärtige Wissensstand stellt sich so dar:

– Der übermässige Gebrauch von Antibiotika in der Medizin und in der Massentierhaltung hat besonders bei gram-negativen Bakterien zu komplexen Resistenzen geführt, die sich rasch verbreiten.

– Hierbei spielt der Austausch mobiler, Resistenzinformationen tragender Gene von Bakterium zu Bakterium (hotizontaler Austausch) eine entscheidende Rolle.

– Diese spezielle Form der Resistenzentwicklung findet in unserer Umwelt zunehmend dort statt, wo Bakterien aus medizinischen Einrichtungen und aus der Massentierhaltung mit anderen Bakterien zusammentreffen, z.B. in Kläranlagen und Gewässern.

– Insbesondere die ESBL (Extended Spectrum Betalactamases ) und die Carbapenem-Resistenzen sind auf diesem Weg entstanden. Infektionen mit diesen Erregern nehmen zu und sind zum Teil schwer zu behandeln.

Wir hatten immer wieder darauf hingewiesen, und auch die Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover bestätigt dies erneut: Insbesondere in der Geflügelaufzucht sind die Antibiotika notwendiger Bestandteil der Massentierhaltung. Sobald ein Tier erkrankt, kann es andere anstecken, müssen deshalb Antibiotika für die gesamte Mast zum Einsatz kommen.

Das ist der Grund, warum auch nach dem Verbot der prophylaktischen Verfütterung im Jahre 2006, der Verbrauch an Antibiotika in der Tiermast keineswegs gefallen, sondern weiter angestiegen ist.
Im Jahre 2011 wurden 1734 Tonnen Antibiotika in der Massentierhaltung verfüttert – 40 mal so viel wie in allen Krankenhäusern zusammengenommen, und 7 mal mehr als in der gesamten Humanmedizin in Deutschland.

Ein Trugschluss
Die Forscher aus Hannover ziehen den Schluss:
Es sei müsse das Ziel sein, den Antibiotioka-Verbrauch zu vermindern, verzichten könne man auf Medikamente aber nicht. Wenn es medizinisch notwendig ist, müssen Antibiotika gegeben werden.

Ein Trugschluss: Der Verbrauch ist es, der sich gerade in der Geflügelaufzucht , aber nicht nur dort, eben nicht drastisch vermindern lässt und zwar so weit, dass es nicht mehr zur Resistenzentwicklung von Bakterien kommt.

Das Geflügel in der Massentierhaltung ist durch die unnatürliche Aufzucht auf engstem Raum, und den daraus folgenden permanenten Stress, bereits erheblich immungeschwächt, also ohnehin anfälliger für Infektionen. Oft genug sitzen die Tiere im Kot. Infektionen sind da vorprogrammiert.


Zusammengepfercht in der Tierfabrik. Screenshot: Dr. v. Paleske:

Anders als bei Grosstieren wie Schweinen und Kälbern kommt eine Individualtherapie der erkrankten Tiere ohnehin nicht in Frage. Hat ein Tier den Katarrh müssen alle anderen Tiere zwangsläufig mitbehandelt werden.

Einziger Ausweg
Es gibt nur einen Ausweg, um dessen Benennung sich diese Forscher wieder einmal drücken: wegen der unabsehbaren Konsequenzen der Resistenzentwicklung von Bakterien gegen Antibiotika muss die Massentierhaltung abgeschafft werden. Die Abschaffung der Massentierhaltung bei Geflügel ist dabei besonders dringlich.

Doch diese Forderung wird nicht einmal von der Partei erhoben, von der man es eigentlich erwarten müsste: den Grünen. Stattdessen schwafeln ihre Spitzenleute wie Trittin nebulös von „Zurückdrangung der Massentierhaltung“, ohne wirklich konkret zu werden.

Nicht besser die Obergrüne Renate Künast auf einer von der Geflügelwirtschaft gesponserten Konferenz am 13. Juni in Berlin unter dem Thema:

Ist Fleischkonsum heute noch zu verantworten?

Stattdessen hätte das Thema lauten müssen:

Ist Massentierhaltung heute noch zu verantworten?.

Verständlich, dass daher das Thema Antibiotika-Apokalypse keine Rolle spielte. Stattdessen wurde vor allem ethisch moralisch diskutiert. Die grossen Gefahren, die aus der Antibiotika-Resistenz drohen, wurden erst gar nicht thematisiert.

linkDer ARZNEIMITTELBRIEF zur Krise der Antibiotikaresistenz
linkGrossbritannien: Gefahr der Antibiotikaresistenz vergleichbar mit Terrorismusgefahr und Gefahr der Klimaveränderung
Deutsche Spitzenforscher: Späte Warnung vor Antibiotikaresistenz und unzureichende Vorschläge
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Neue schlechte Nachrichten zur bakteriellen Resistenz gegen Antibiotika
Putenlaster-Unfall, kranke Puten und grüne Stellungnahmen zu schwarzer Zukunft
Erst Bremen, jetzt Leipzig – Die Antibiotikaresistenz breitet sich aus

Zwei Schreckensmeldungen zur Antibiotika-Verfütterung in der Massentierhaltung
Frühchentod und Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz: Nach Pest, Tripper, MRSA, NDM-1, TB, Campylobacter nun die Salmonellen
Bleibt die Gonorrhoe (Tripper) behandelbar?
Antibiotika-Resistenz: Spätes Erwachen. Oder: Minister Bahrs Wort zum Sonntag
WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung
Pest-Seuche und Antibiotika-Resistenz

Antibiotika oder Massentierhaltung?

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Bittere Pillen für die Dritte Welt
Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

Zur Ministerin Aigner
Will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner uns für dumm verkaufen? – Ein Kommentar zur geplanten Reform des Tierarzneirechts
Verband zur Förderung der Massentierhaltung Deutschlands (VEFMAD) dankt der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner

Israel

In einem israelischen Hochsicherheits-Gefängnis: Ein zweiter „namenloser“ israelischer Gefangener

Dr. Alexander von Paleske —- 12.7. 2013 — Im Februar berichteten wir über den Gefangenen Ben Zygier, der nach monatelanger Haft im Hochsicherheitstrakt des israelischen Ayalon-Gefängnisses unter strikten Isolationsbedingungen schliesslich Selbstmord beging.


Ayalon-Gefängnis in Ramla nahe Tel Aviv – Screeshot: Dr. v. Paleske

Der Fall hatte internationales Aufsehen erregt, und zu einer Belastung der israelisch-australischen Beziehungen geführt.

Ben Zygier besass die australische Staatsbürgerschaft, und nahm später noch die israelische an. Er war ein Mossad-Mitarbeiter, der unter dem Vorwurf des Geheimnisbruchs verhaftet worden war. Genaue nachprüfbare Details der Vorwürfe sind bis heute nicht bekannt, stattdessen alle möglichen Gerüchte. Siehe hier und auch hier.


Ben Zygier …….alle möglichen Gerüchte

„Blutgeld“ nach Aufdeckung des Skandals
Mittlerweile hat die israelische Regierung sich bequemt, an die Ehefrau und die Eltern Zygiers Schadenersatz zu leisten: insgesamt 1, 6 Millionen US-Dollar.

Nicht wegen der Haftbedingungen, die eine sensorische Deprivation und damit Isolationsfolter darstellten, sondern weil die Beamten nicht bemerkten, dass Zygier sich das Leben nehmen wollte, obgleich er unter ständiger Videokamera-Überwachung stand.

Für psychisch stabil befunden
Zuvor hatte noch ein Psychiater ihn untersucht und geurteilt, dass Zygier nicht selbstmordgefährdet sei, und dies, nachdem seine Ehefrau ihn mit ihrem gemeinsamen 5 Tage alten Baby besucht und erklärt hatte, sie wolle sich scheiden lassen.

Weiterer Skandal aufgedeckt.
Die linksliberale israelische Zeitung Ha’aretz hat nun einen weiteren Fall eines „namenlosen“ Gefangenen aufgedeckt, ebenfalls ein ehemaliger Geheimdienst-Mitarbeiter.
Auch der befand sich im Ayalon Gefängnis in Isolationshaft (Isolationsfolter), vermutlich schon über mehrere Jahre.

Sein Verteidiger, der israelische Rechtsanwalt Avigdor Feldman, der auch Zygier verteidigt hatte, erklärte gegenüber Ha’aretz, der Fall weise aber „auf noch wesentlich schwereres Versagen der Behörden als im Fall Zygier“ hin

Die konkreten Vorwürfe gegen ihn sind nicht bekannt. der namenlose Gefangene ist in einer fensterlosen Zelle untergebracht, hat keinerlei Kontakt zu anderen Gefangenen. Auch die Gefängnisbeamten, die keinerlei Gespräche mit ihm führen dürfen, kennen seinen Namen nicht.

Herausgekommen ist der Skandal durch den investigativen Ha’aretz-Journalisten Amir Oren., dessen zweiter Artikel über diesen Skandal auf Anordnung des israelischen Zensors jedoch kurz nach der Veröffentlichung wieder vom Netz genommen werden musste.


Amir Oren …..Artikel vom Netz genommen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Der jüdische US-Blogger Richard Silverstein hat den Artikel, der in Hebräisch erschien, jedoch runtergeladen und eine englische Übersetzung veröffentlicht.

Amir Oren hatte die Frau des Häftlings interviewen wollen, aber die hatte in letzter Minute abgesagt. So bestand der Artikel aus der Wiedergabe der Vorgespräche vor dem geplanten Interview. Aber selbst das fiel der Zensur zum Opfer.

Regierung belügt Parlament
In der Knesset, dem israelischen Parlament, hatte die israelische Regierung den Abgeordneten im Zusammenhang mit dem Zygier-Skandal versichert, dass es keine weiteren unter derartigen Bedingungen gehaltene Gefangene in israelischen Gefängnissen mehr geben würde, und belog damit ganz offensichtlich das Parlament.

Folter als Tagesgeschäft und Tod in israelischen Gefängnissen
Der Fall des Mossad-Spions Ben Zygier weitet sich zum Skandal aus – auch in Australien
Mr. X – Der Mossad-Spion, der aus Australien kam

Mehr zum Mossad
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SATIRE

Bundeskanzlerin Angela Merkel: Jetzt rede ich zur abgehörten Republik

Dr. Alexander von Paleske — 10.7. 2013 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Angela Merkel
Bundeskanzlerin
Im Regierungsviertel 1
Berlin

Guten Tag deutsche Abgehörten-Gemeinschaft,

nach den vielen haltlosen Beschuldigungen, die gegen mich im Zusammenhang mit der NSA-Snowden-Affäre erhoben werden, benutze ich hier die Gelegenheit, um mich direkt an das Deutsche (Abgehörten-)Volk zu wenden, in Ergänzung zu dem, was ich in meinem Grossen Interview mit der Wochenzeitung „Die ZEIT“ bereits ausgeführt habe.
.
Eine Klarstellung
Zur Klarstellung gleich zu Beginn:

1. Natürlich hat der Bundesnachrichtendienst (BND) von der US-National Security Agency (NSA) erschnüffelte Erkenntnisse verwendet, die der BND dann in dien täglichen Lageberichte mixte, die jeden Morgen auf meinem Schreibtisch landen.


Jetzt rede ich

2. Die unmittelbare Schnüffelei in Deutschland haben wir aus rechtlichen, insbesondere verfassungsrechtlichen Gründen, der NSA überlassen, weil die ja nicht an Deutsche Gesetze gebunden sind. Ich nenne das eine prima Arbeitsteilung unter eng befreundeten Nationen.

3. Da in meinem Lageberichten nicht vermerkt ist, auf welcher konkreten Schnüffelei die jeweiligen Erkenntnisse beruhen, konnte ich guten Gewissens behaupten, keinerlei Details darüber zu kennen, wer, was, wann, wie und wo erschnüffelt hat.

4. Die grosse Unterstützung der USA für die deutsche Einheit 1990 gibt nicht nur den USA, sondern auch deren NSA einen enormen Vertrauensvorschuss, sodass ich erst einmal die Berichte des Verräters und vaterlandslosen Lumpen Edward Snowden in das Phantasialand verweisen möchte.


Edward Snowden ………..vaterlandsloser Lump Screenshot: Dr. v. Paleske

Ich habe eher den Eindruck, dass es sich bei ihm um einen ausgewanderten Nachfahren des Barons Münchhausen handelt. Bisher kann dieser Herr nicht einmal exakt mit Datum und Person belegen, wer wann und wo geschnüffelt hat.

Fabelhafte Erfolgsstory
Die NSA hat eine so fabelhafte Erfolgsstory im Laufe der Jahre in harter Arbeit geschrieben, auch wenn sie es nicht geschafft hat, die Anschläge 9/11 im Jahre 2001, in London 2005, und den Anschlag in Boston 2013 rechtzeitig im Planungsstadium zu erkennen und damit zu verhindern.

Das wirft vielmehr die Frage auf, ob diese Behörden nicht weiter massiv aufgerüstet werden müssen, sowohl personell wie materiell.

Wir haben jedenfalls jetzt dem BND hohe Millionenbeträge zur verbesserten und umfangreicheren Beschnüffelung der Internet-User zugeschanzt.

Kurze Wiederholung
Die Erfolgsstory der NSA sei hier noch einmal stichwortartig wiedergegeben, beginnend in den 60er Jahren:

Das Projekt Shamrock, , bei dem US-Amerikaner, die ins Ausland telefonierten, lauschmässig von der NSA „betreut“ wurden.

Die Lieferung modernster Abhörtechnik seinerzeit an das Apartheidregime in Südafrika, damit die besser den ANC Nelson Mandelas unter Kontrolle halten, und die russischen Schiffe bei deren Fahrt ums Kap der Guten Hoffnung besser belauschen konnten.

Die Gründung der Unterorganisation Special Collection Service (SCS), dessen Aufgabe es war, Verrat-bereite Feinde einzusammeln, gelegentlich Mordanschläge zu verüben, und Wanzen in Gebäuden zu platzieren. Dazu notfalls in Wohnungen einzubrechen, wenn sich anders die Wanzen nicht installieren liessen, oder Unterlagen anders nicht sichergestellt werden konnten.

Die Totalüberwachung aller über Satellit geführten internationalen Telefonate und Faxe mit dem System Echelon in Zusammenarbeit mit den Nachrichtendiensten Großbritanniens, Australiens und Neuseelands.


Ehemalige NSA-Echelon Abhöreinrichtungen in Bad Aibling

Das Sammeln von Informationen über einen Erz- Feind wie den Iran, und dann die Weiterleitung an deren kriegführenden Feind, den Irak und Saddam Hussein, mit der Aktion „Öl ins Feuer – meines Feindes Feind ist zumindest mein halber Freund“, lange bevor dieser halbe Freund dann selbst zum Erz-Feind wurde.

Die gezielte Werksspionage auch bei sogenannten Freunden wie der Bundesrepublik Deutschland: so im Fall der Firma Enercon, deren Betriebsgeheimnisse die NSA ausschnüffelte, und an die US-Konkurrenz-Firma Kenetech Windpower Inc. weiterleitete mit dem noblen Ziel, in den USA die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und so die Weltwirtschaft anzukurbeln.

Die hochprofessionelle, fast-totale Telefonüberwachung in den USA, beginnend im Jahre 2006, allerdings ohne die notwendige gerichtliche Verfügung, um den Terrorismus angeblich besser bekämpfen zu können, gemäss dem Motto: legal-illegal-scheissegal. Bereits früher, während des Vietnamkriegs, wurden Kriegsgegner nicht nur als Staatsfeinde verunglimpft, sondern auch von der NSA systematisch belauscht.

Angesichts dieser hervorragenden Erfolgs- und Vertrauensbilanz öffneten wir dann der NSA die Türen und Tore zu unseren Kommunikationsnetzen sperrangelweit, sodass im Jahre 2012 täglich 20 Millionen Telefonverbindungsdaten und 10 Millionen Internetdatensätze von der NSA in Deutschland ausgespäht, abgegriffen und gespeichert werden konnten..

Wir setzen damit nur fort, was die NSA mittels ihres über Deutschland geworfenen, unglaublich dichten Abhör-Fangnetzes nach dem 2. Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung betrieb – gänzlich ungestört. Was die deutschen Behörden nicht durften, das durfte die NSA, und gab viele – nicht alle – Infos grosszügig an BND und Verfassungsschutz weiter.

Dann, nicht zu vergessen, die hochpatriotische Kooperation der NSA mit der Firma Microsoft, die es der US- Schnüffelagentur ermöglichte, über eine Hintertür in jeden Computer einzudringen, und insbesondere diesen Verschlüsselungsfanatikern das Handwerk zu legen, was vom deutschen Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik in höchsten Tönen gelobt wurde.

Abschliessend noch die ebenfalls enge und absolut patriotische Zusammenarbeit der NSA mit Apple, Google, Facebook, You Tube, Skype, AOL und Pal Talk, die ebenfalls ihre Türen weit für die NSA öffneten gemäss dem Motto:

Seid willkommen, Spioninnen und Spione.

Im Gegenzug half dann die NSA der Firma Google bei deren neuen Betriebssystem Android, eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Gegenseitigkeit.

So, liebe Deutsche, jetzt werdet Ihr wesentlich besser verstehen, warum wir die NSA auch bei uns brauchen. Und das Schöne ist: sie ist bereits da: In Stuttgart-Vaihingen in den Patch Barracks, schon seit Jahren.

Diese Leute, die sich jetzt hinstellen und die NSA mit der Stasi vergleichen, haben keine Ahnung: Das war geradezu anfängerhaft, die Stasi mit ihrer Akten-Anlegerei.

Die heutige Technik bietet Möglichkeiten, von denen der Herr Mielke nur träumen konnte. Insofern ist der Vergleich so, als wollte man Daimlers erstes Automobil mit einem Ferrari Baujahr 2013 vergleichen.

Ich sage:
Überwachung muss sein.
Überwachung tut gut.

Danke NSA, danke BND!

Gute Nacht Deutschland

Angela Merkel
Bundeskanzlerin

Ex BND-Chef Ernst Uhrlau schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck zum US-Abhörskandal

Mehr zum Abhörskandal – keine Satire
Überwacht: 600 Millionen „Communications“ – pro Tag

Kommentare

AntiTerrorist (Gast) – 11. Jul, 09:42
“Für mich gibt es überhaupt keinen Vergleich zwischen der Staatssicherheit der DDR und der Arbeit der Nachrichtendienste in demokratischen Staaten. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge, und solche Vergleiche führen nur zu einer Verharmlosung dessen, was die Staatssicherheit mit Menschen in der DDR angerichtet hat. Die Arbeit von Nachrichtendiensten in demokratischen Staaten war für die Sicherheit der Bürger immer unerlässlich und wird es auch in Zukunft sein.”

frau ankela mergel

gargamel (Gast) – 11. Jul, 18:58

Was soll man groß zum Verhältnis zwischen Amerika und Deutschland sagen?
Ich formuliere es mal so: Wenn Obama zu Merkel sagt „Scheiß!“ dann hockt sich die Kanzlerin hin und stößt furzartige Laute aus.
Aber das ist eben Neuland…

SATIRE

Ex BND-Chef Ernst Uhrlau schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck zum US-Abhörskandal

Dr. Alexander von Paleske — 7.7. 2013 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Ernst Uhrlau
Ex-BND-Chef
c/o Deutsche Bank
Sektion Betriebsspionage-Abwehr
Am Teufelsrad 1
Frankfurt (M) – Ortsteil Krankfurt

An
Herrn Bundespräsident
Joachim Gauck
Schloss schöne Aussicht
Berlin

Hochverehrter Herr Bundespräsident,
lieber Joachim Gauck,

ich möchte Ihnen meine aufrichtige Anerkennung aussprechen für das grossartige ZDF-Interview, das sog. zentrale Sommerinterview des Bundespräsidenten, wo naturgemäss eine Tour d‘Horizon über alle anstehenden wichtigen politischen Fragen unternommen wird.


Bundepräsident Gauck beim Sommerinterview

Für mich als alten Geheimdienstmann und ehemaligen Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND) war natürlich besonders interessant, wie Sie zu dem Fall des US-Hochverräters Snowden Stellung nehmen.


Ernst Uhrlau

Und da habe ich mich natürlich besonders gefreut, folgendes zu lesen:

„Ich würde Sympathie (mit Snowden) haben, wenn eine Regierung dabei ist, das Recht zu beugen, und derjenige, der sich dazu aufgerufen fühlt, diese Rechtsbeugung öffentlich zu machen, wenn der auch bereit ist, dafür Verantwortung zu tragen“.

Feiger Kerl
Das kann ich voll und ganz unterstützen. Dieser feige Kerl hat sich einfach aus dem Zugriffsbereich der US-Behörden abgesetzt, anstatt sich für einen langen Gefängnisaufenthalt zur Verfügung zu stellen, und von der US-Regierung sich als Staatsfeind beschimpfen zu lassen.

Zwar ist der Snowden kein wirklicher Hochverräter, denn er hat ja nur das total rechtswidrige Schnüffeln der NSA offengelegt, also ein sogenanntes „illegales“ Staatsgeheimnis offenbart. Er könnte dafür ja eigentlich den Rechtfertigungsgrund der „Wahrnehmung berechtigter Interessen“ in Anspruch nehmen. Könnte…….

In Staaten wie Israel und den USA wird aber die Offenlegung selbst derartiger illegaler Staatsgeheimnisse schwer bestraft, wie z.B. der Fall der israelischen Journalistin Anat Kam nur allzu deutlich zeigt.

Auf dem Dienstweg bzw. über das Abgeordnetenhaus in den USA sich über diese illegalen Praktiken zu beschweren, ist zum Glück fruchtlos, wie der Fall des NSA-Mitarbeiters Thomas Drake im Jahre 2001 ebenfalls nur allzu deutlich zeigt.

Hier in Deutschland ist das Ausplaudern derartiger „illegaler Geheimnisse“ nach dem „Fall Ossietzky“ in der Weimarer Republik ja (leider) nicht mehr strafbar. Das Reichsgericht hatte damals geurteilt, dass die Offenlegung illegaler Staatsgeheimnisse ein Straftatbestand ist, der als Hochverrat zu bestrafen ist.

Die Nazis hatten den späteren Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky dann gleich nach der Machtübernahme ins KZ eingeliefert.

Das ändert aber gar nichts daran, dass Snowden – Strafbarkeit hin, Strafbarkeit her – ein charakterloser, vaterlandsloser Lump ist, der die hochprofessionelle und allumfassende Schnüffelarbeit unserer Geheimdienste nur unnötig erschwert hat.


Edward Snowden ………..vaterlandsloser Lump Screenshot: Dr. v. Paleske

Du hilfst mir, ich helfe Dir
Aber auch Ihre weitere Stellungnahme:

Also wenn es bei uns so wäre, Gott sei Dank ist es nach allem, was wir wissen, nicht so“

ist hervorragend, wie Sie da auch den BND, meine frühere Arbeitsstelle, in Schutz genommen haben.

Natürlich haben wir beim BND illegal mitgeschnüffelt, das darf ich Ihnen im Vertrauen sagen, sollten Sie das tatsächlich noch nicht gewusst haben, was ich mir gar nicht vorstellen kann.

Wir sind dabei nach dem Schema vorgegangen:

Du verletzt unsere Gesetze, dann können wir nicht belangt werden, dafür gibst Du uns die Informationen, die ihr durch das Abschöpfen erlang habt.
Wir wiederum schnüffeln in den internationalen Leitungen, die über unser Territorium führen, und geben die Ergebnisse unserer Wühlarbeit an Euch weiter.

Das Prinzip kennen wir ja schon aus der Affengesellschaft:

Scratch my back and I scratch yours

Werkzeuge geliefert
Zu Arbeitserleichterung lieferte die US-Totalüberwachungsbehörde NSA uns die entsprechenden Tools, also die „Werkzeuge“ für die Lauschangriffe des BND auf internationale Datenströme, die durch Deutschland führen.

Besonders interessant war und ist natürlich die Nahost-Strecke, über die Datenpakete etwa aus Krisenregionen verlaufen.
Das lief ungestört über Jahre, und ich habe mich gefreut, in welchem Umfang wir da an Infos herankamen.

Gut gefallen
Insbesondere hat mir auch Ihr folgendes Statement sehr gut gefallen:

„Wir wissen zum Beispiel, dass es nicht so ist, wie bei der Stasi und dem KGB, dass es dicke Aktenbände gibt, in denen unsere Gesprächsinhalte aufgeschrieben und schön abgeheftet sind“

Das stimmt vollkommen! Statt dem mühseligen Akten-Anlegen und -Heraussuchen haben wir das alles in sogenannten Speicherzentren elektronisch gespeichert. Um all das nach der alten Aktenanlege-Methode zu speichern, hätten wir einen Grossteil der Papierproduktion der „DDR“, und einen Strassenzug und mehr an Lagerhäusern benötigt.

Wir speichern alles
Das ist wirklich das Schöne heute: Wir speichern alles, brauchen keine Akten mehr zu suchen und abzustauben, und können auf Knopfdruck all die Infos ausspucken lassen, die wir über eine bestimmte Person benötigen.

Gleichzeitig haben wir durch unsere Computerprogramme die Möglichkeit, Persönlichkeitsprofile jeder Person, die sich im Internet bewegt, Briefe schreibt oder den Telefonhörer abhebt, zu erstellen.

So wissen wir heute schon, wer sich, in sagen wir mal 10 Jahren, zu einem Spion entwickeln könnte, oder zu einem Pfaffen, der dann das Zeug hat, Bundespräsident zu werden.

Gelegentlich sehe ich mir noch alte Fotos an, wie wir beim BND in Pullach die Briefpost in den 50er und 60er Jahren mühsam mit Wasserdampf öffnen mussten, und dann die Handschriften entzifferten.

Diese ineffektive Mühsal ist zum Glück lange vorbei.
Bald haben wir die gläserne deutsche Volksgemeinschaft.

Damals wie heute gilt die Devise:

Wir können beim Geheimdienst nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sommerurlaub.

Mit herzlichen Grüssen an Ihre Gattin, und natürlich ganz besonders auch an Ihre Partnerin Daniela Schadt

Ihr stets ergebener

Ernst Uhrlau

Mehr zum Abhörskandal – keine Satire
Überwacht: 600 Millionen „Communications“ – pro Tag

Mehr Uhrlau-Satire
Glückwunsch: Ackermann geht, Uhrlau kommt – BND-Chef wechselt zur Deutschen Bank
Mail an BND-Noch-Präsident Ernst Uhrlau
Brief an BND-Präsident Ernst Uhrlau: Klären Sie einen Skandal auf!
BND-Chef Ernst Uhrlau schreibt an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Zur Journalistin Anat Kam

Israel: 4 1/2 Jahre Freiheitsstrafe für eine mutige
Journalistin

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Innerstaatliche Feinderklärung, Staatsmassnahmen gegen Kritiker

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Ansprache des neuen Präsidenten Gauck: Ich bin der richtige Mann (zur falschen Zeit)
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Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin: Danke für das dicke Gauck-Lob
Jürgen Flaschenpfand-Trittin zur Kandidatur von Joachim Gauck
Frau BK Merkel: Joachim Gauck kann es, ja, muss es machen

Zu den erbärmlichen Aktivitäten des BND
Libyen: Rebellenkommandeur beschuldigt Bundesnachrichtendeinst (BND) an Folterbefragungen beteiligt gewesen zu sein
Libyen: Gaddafi lässt schiessen – die Ausbildung besorgte auch Deutschland
Sindbad, der Iranfahrer oder: wie man beim BND einen nutzlos gewordenen „Top-Spion“ los wird

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Ägypten vor dem Bürgerkrieg?

Dr. Alexander von Paleske —- 4.7. 2013 —– Das Militär in Ägypten hat geputscht, den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi abgesetzt und unter Hausarrest gestellt, die Verfassungs ausser Kraft gesetzt, und einen Interimspräsidenten namens Adly Mansour eingesetzt.


Mohammed Mursi ……abgesetzt und unter Hausarrest.


Adly Mansour …….Interimspräsident, kaum einer kennt ihn, keiner wählte ihn. Screenshot: Dr. v. Paleske

Die klammheimliche Freude westlicher Politiker ist nicht zu übersehen. Gleiches gilt natürlich für Israel.

Offen werden zwar Bedenken zur Schau getragen, und das Weisse Haus bestellte gar den Generalstaatsanwalt in den Krisenraum, um zu klären, ob es sich tatsachlich, rechtlich gesehen, um einen Putsch gehandelt habe.

Bundesaussenminister Guido Westerwelle fordert die rasche Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen.

Die logische sofortige Wiedereinsetzung von Mursi, die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit, Rückzug des Militärs in die Kasernen, die einzig einer Demokratie angemessene Lösung, fordert jedoch keiner dieser Politiker.

Keine Überraschung
Das ist jedoch keine Überraschung, denn die Übernahme der politischen Macht durch die Muslimbruderschaft nach demokratischen Wahlen vor einem Jahr, war den westlichen Politikern ein ständiger Dorn im Auge. Gleiches gilt für Israel, zumal die Hamas im Gaza Streifen traditionell enge Kontakte mit der Muslimbruderschaft pflegte.

Das Militär in Ägypten wird von den USA mit umgerechnet jährlich 1 Milliarde Euro alimentiert. Regelmässig finden gemeinsame Manöver statt, und Stabsoffiziere werden gerne in die USA eingeladen.

Nur ein Narr kann deshalb wohl annehmen, dass dieser Putsch nicht mit Billigung der USA stattgefunden hat.
Hinzu kommt, dass der ägyptische Oberbefehlshaber Abdel Fattah al Sisi vor Ablauf des gestrigen Ultimatums mit dem US-Verteidigungsminister Chuck Hagel telefonierte. Über das Wetter dürften die beiden kaum geredet haben.


Abdel Fattah al Sisi ……telefonierte mit US- Verteidigungsminister. . Screenshot: Dr. v. Paleske

Politische Fehler keine Putschrechtfertigung
Man kann den abgesetzten Premier Mursi leiden oder auch nicht. Politisch angreifbar ist die Zug um Zug angepeilte totale Islamisierung . Die musste auf den Widerstand nicht nur der christlichen Kopten, sondern vor allem der städtischen Bevölkerung unter 30 Jahren treffen, die es satt ist, sich vom Staat Vorschriften machen, sich gängeln zu lassen, während gleichzeitig ausser der Islamisierung keinerlei Perspektiven für die Abschaffung der hohen Jugendarbeitslosigkeit, und der um sich greifenden Armut eröffnet wurden.

Weiter die ausufernde Kriminalität, und ein anhaltender wirtschaftlicher Niedergang mit ständigen Stromabschaltungen.

Hinzu kam auch noch Mursis Griff nach unbeschränkter Macht.

Die Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz mit der Forderung nach dem Rücktritt Mursis waren die Antwort.

Die machtvollen Demonstrationen in den grossen Städten glichen in verblüffender Weise den Demonstrationen in der Türkei, wo sich ebenfalls die jugendliche Stadtbevölkerung gegen die zunehmende Islamisierung der Politik, und die Weigerung zum echten Dialog auflehnte .

Demonstranten ohne Mehrheit
Aber diese Demonstranten haben bisher nicht die Mehrheit, insbesondere der Provinzbevölkerung, hinter sich, und neue Wahlen – wer weiss schon wann die stattfinden – würden vermutlich wieder den Islamisten die Mehrheit bringen.

Rückblick auf Algerien
Ein ähnliches Szenario wie jetzt in Ägypten gab es in Nordafrika schon einmal: In Algerien.

Dort fanden im Jahre 1991 Parlamentswahlen statt. Nach dem sich abzeichnenden Sieg der Islamischen Heilsfront (Front islamique du salut, FIS), vergleichbar den Moslembrüdern in Ägypten, wurden die Wahlen abgebrochen.

Im März 1992 erfolgte die Anordnung zur Auflösung der FIS, die daraufhin zum bewaffneten Kampf aufrief. Im Laufe des Bürgerkriegs, der zwischen Islamisten und dem algerischen Militär geführt wurde und 10 Jahre dauerte, kamen über 120.000 Menschen ums Leben.

Im September 1998 war dort dann die Al Qaida nahestehende islamistengruppe „Predigt und Kampf” gegründet worden, die zum Dschihad, zum heiligen Krieg aufrief.

Dieses Szenario droht jetzt in Ägypten, wobei die Salafisten mit dem kaum zu widerlegenden Argument hausieren gehen dürften: Ergebnisse parlamentarischer Wahlen werden nur akzeptiert, wenn sie westlichen Ländern und Israel genehm sind. Also westlicher Popanz, der nichts mit der eigentlichen Demokratie, der Herrschaft des Volkes, zu tun hat.

Der Ausweg: Islamisierung und Errichtung eines (mittelalterlichen) Kalifats, Vertreibung aller „Ungläubigen“, Totalverschleierung der Frauen, strikte Trennung von Frauen und Männern, Einführung einer Religionspolizei etc.

Saudi-Arabien lässt grüssen.

Und so droht Ägypten – wie Algerien seinerzeit – zum nächsten Bürgerkriegsland in Nahost mit Bombenattentaten und Schiesserein zu werden, wie bereits Syrien und der Irak.

Eine wichtige Einnahmequelle des Landes, der Tourismus, dürfte sofort kollabieren, und damit zur weiteren Verschärfung der Armut und sozialen Spannungen beitragen.

Statt Verhandlungen: Putsch
Anstatt Druck auf das Militär auszuüben, eine Verhandlungslösung herbeizuführen, nun der Putsch.

Möge sich darüber freuen wer will, der Kater dürfte sich nur allzu schnell einstellen. Es sei denn, dass innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums also maximal 6 Monaten Neuwahlen fest angesetzt werden, an denen auch die Islamisten teilnehmen können.

Mittlerweile rollt aber die Verhaftungswelle gegen die Muslimbrüder. 300 Haftbefehle sollen bereits ausgestellt und etliche vollstreckt sein.

Die Gefahr des Bürgerkriegs ist real, und keineswegs eine Fata Morgana.

Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?

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Nelson Mandela und seine Erben: Totenumbettung, Prozesse und Interviews einer Ex-Frau

Dr. Alexander von Paleske —- 3.7.2013 —– Südafrikas ehemaliger Präsident, Nelson Mandela, liegt im Krankenhaus in Pretoria und ringt mit dem Tode. Nach neuesten Berichten soll es ihm aber wieder etwas besser gehen. Genaue Details, ob er noch an der Beatmungsmaschine hängt, sind nicht bekannt.

Andere Prioritäten
Seine Nachkommen haben im Augenblick ganz andere Prioritäten: Kasse zu machen und sich gegenseitig zu bekämpfen.
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Das wohl makaberste Beispiel ist Mandelas ältester Enkel Mandla, der mittlerweile zum traditionellen Chief (Stammeshäuptling) in Mandelas Geburtsort Mvezo in der Transkei aufgestiegen ist.


Mandla Mandela … Chief mit grossen Plänen Screenshot: Dr. v. Paleske

Nelson Mandela hatte verfügt, dass er dort begraben werden will, wo auch seine verstorbenen Kinder Thembekile Makaziwe und Makgatho begraben sind – besser gesagt waren: in Qunu. Dort, wo Mandela aufwuchs, und wo er auch seinen Altersruhesitz errichten liess: Ein Haus, das exakt dem Grundriss des Hauses entspricht, wo er während der letzten Jahre seiner Inhaftierung im Victor Verster Gefängnis untergebracht war.

Seine verstorbenen Kinder waren in Qunu begraben worden – sie sind es jedoch nicht mehr. Sein ältester Enkel Mandla hatte sie vor zwei Jahren umgebettet – nach Mvezo, Mandelas Geburtsort.


Gräber der Kinder Mandelas – nach der Umbettung. Screenshot: Dr. v. Paleske

Der Hintergrund
Mandla hat grosse Pläne: er will den Tourismus, der nach dem Tod Nelson Mandelas dorthin erwartet werden kann, nach Mvezo lenken. Dort hat er bereits ein pompöses Mandela-Erinnerungsgebäude errichtet, ein Hotel ist in der Planung, das Geld soll richtig fliessen – in die Kasse Mandlas.


Bauvorhaben Mandlas in Mvezo —Touristenstrom umleiten
Screenshot: Dr. v. Paleske

Dazu muss aber auch Nelson Mandela eines Tages selbst in Mvezo bestattet werden. Also schaffte er kurzerhand die Gebeine und Grabsteine der bereits Verstorbenen nach Mvezo, und, so sein Kalkül, Nelson Mandela würde dann automatisch dort nach seinem Tode begraben werden.

Das stiess jedoch auf den Widerstand anderer Familienmitglieder.

Ein Gericht in Mthata, angerufen von Mandelas Tochter Makaziwe aus erster Ehe, ordnete nun die Rückumbettung der Gebeine an.


Tochter Makaziwe vor dem Gerichtsgebäude in Mthata
Screenshot: Dr. v. Paleske

Nicht besser
Aber in Sachen Erbschaft stehen die Nachkommen, insbesondere die bereits genannte Tochter Makaziwe und Zenani Madikizela-Mandela, Tochter aus der Ehe mit Winnie Mandela, dem Chief Mandla keineswegs nach.

Die beiden haben ein gieriges Auge auf das Vermögen der Nelson Mandela-Stiftung geworfen, die unter anderem von dem hochangesehenen Menschenrechtsanwalt George Bizos verwaltet wird. Bizos hatte Nelson Mandala schon im Hochverratsprozess von 1964 verteidigt, und wurde einer seiner engsten Freunde.

Bizos muss aus der Stiftung nach Auffassung der Töchter abberufen werden, weil er sich weigert, das Geld mit vollen Händen an die Mandela-Nachkommen zu verteilen. Also wird geklagt.

Winnies Versuch eines Comebacks
Die von ihm geschiedene Ex-Frau Nelson Mandelas, Winnie, die auch gerne an die materiellen und politischen Futtertröge zurück will, taucht derweil jeden Tag im Krankenhaus in Pretoria auf, wo ihr Ex-Mann mit dem Tode ringt, und gibt den reichlich vorhandenen internationalen Medienvertretern Interviews. Ganz so, als ob sie noch seine angetraute Frau sei.

Mandela, solange er es noch konnte, hatte seine Familie finanziell am kurzen Zügel geführt. Nepotismus (Vetterleswirtschaft) gab es für ihn ohnehin nicht.

Von seiner damaligen Ehefrau Winnie hatte er sich schweren Herzens getrennt, obgleich sie seine emotionale Stütze während der langen Gefängniszeit war.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kamen die Morde im Zusammenhang mit dem Mandela- Football Club heraus, und seine Frau hatte eine Anklage wegen Beihilfe zur Tötung am Hals.

Dass sie sich emotional längst von ihm getrennt hatte, und ihre freien Stunden mit einem weit jüngeren Rechtsanwalt verbrachte, überzeugte Nelson Mandela schliesslich, einen Schlusstrich zu ziehen.

Nun glauben einige seiner Nachkommen und seine Ex-Frau, endlich freie Bahn zu haben. Dass sie damit auch das Bild der Familie des Jahrhundert-Staatsmannes beschädigen, scheint ihnen völlig gleichgültig zu sein.

Aber sie liegen damit voll im Trend der schamlosen Bereicherung führender südafrikanischer ANC-Funktionäre, über die wir bereits berichtet haben.

Was kommt nach Nelson Mandela?
Nelson Mandela wird 94 – in Südafrika Korruption und Gefahr für die Pressefreiheit

kriminalitaet

Neuer Finanzskandal im Vatikan – oder: „Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los“

Dr. Alexander von Paleske — 28.6. 2013 —
Im September 1978 entschloss sich der frisch gewählte Papst Johannes Paul I den Augiasstall Vatikanbank gründlich auszumisten.


Papst Johannes Paul I

Eigene Erfahrung
Als Bischof von Venedig hatte er mitansehen müssen, mit welcher Brutalität diese Bank dem gierigen Gewinnstreben frönte, und dabei die Interessen der kleinen Leute, der Masse der Gläubigen mit Füssen trat.

Damals wurde die Bank Banca Cattolica Veneto an die spätere Skandal-Pleitebank Banco Ambrosiano verscherbelt.

Ein Drahtzieher namens Marcinkus
Drahtzieher dieser Transaktion: der damalige Chef der Vatikanbank, Erzbischof Marcinkus, der später seinen Wohnsitz in der Vatikanstadt nehmen musste, weil er von der italienischen Justiz per Haftbefehl gesucht wurde.

Auf der hohen Kante dieser in ihren Geschäften sehr weltlichen Vatikanbank mit dem etwas irreführenden Namen Institut für christliche Werke (IOR) befinden sich mittlerweile umgerechnet rund 5 Milliarden US-Dollar – für wohltätige Zwecke versteht sich, was immer man darunter verstehen mag.


Vatikan – Heiliger Ort, unheilige Geschäfte

Eine Bank als kriminelles Nest
Diese Bank war in der Vergangenheit in höchst kriminelle Machenschaften verwickelt, in deren Zentrum die später in den Bankrott geschlitterte Banco Ambrosiano stand.

Zu dem Skandal gehörten:

– Die Ermordung des italienischen Ermittlungsrichters Emilio Alessandrini


Emilio Alessandrini

– Die Ermordung des Rechtsanwalts Giorgio Ambrosoli


Giorgio Ambrosoli

– Die Ermordung des Journalisten Carmine (Mino) Pecorelli.


Carmine Pecorelli

– Die Ermordung des Polizeidirektors Boris Giuliano


Boris Giuliano

– Die Ermordung des Chefs der Banco Ambrosiano, Roberto Calvi, dessen Leichnam von der Mafia an einer Themsebrücke in London aufgehängt wurde

– Die finanzielle Unterstützung der rechtsgerichteten Loge P2, die auch für das Attentat im Bahnhof von Bologna am 2.8. 1980 verantwortlich zeichnete, bei dem 85 Menschen umkamen, das den Linken in die Schuhe geschoben werden sollte.

– Geldwäsche grössten Ausmasses für die sizilianische Mafia, auch Cosa Nostra genannt.

Weitere Details siehe hier

Tod eines Reformpapstes
Der 33-Tage Papst Johannes Paul I, von einem enormen Reformwillen angetrieben, konnte jedoch selbst die von ihm beschlossene unverzügliche Abberufung des gaunerhaft agierenden Bischofs Marcinkus nicht mehr durchsetzen, und den Augiasstall von Bank ausmisten, von anderen Reformen ganz zu schweigen. Er starb am 28.9. 1978.

Ihm folgte der Papst aus Polen, Johannes Paul II, der im Prinzip alles beim Alten insbesondere Marcinkus im Amt liess. Und so lief es weiter, wie gehabt – sehr weltlich, um es vorsichtig auszudrücken.

Auch der „Wir sind Papst“, Benedikt der XVI war ausserstande, die dringend notwendigen Reformen durchzusetzen.

Nun also ein neuer Papst, der wiederum erklärt hat, ausmisten zu wollen.

Neuer Finanzskandal
Aber statt Nachrichten über „Ausmistungserfolge“, der nächste Skandal, und wieder geht es um Geldwäsche, vermutlich wieder für die Mafia.

Und wieder ist der Vatikan involviert, denn es war einer ihrer Angestellten, der das alles in Szene setzte: der Prälat der vatikanischen Vermögensverwaltung (APSA) mit dem klangvollen Namen Nunzio Scarano.

Und, wie es sich für einen Kirchenmann so gehört, „uneigennützig“ handelte, wie er nicht müde wird, zu betonen.


Monsignore Nunzio Scarano ….völlig uneigennützig
Screenshot: Dr. v. Paleske

20 Millionen cash
20 Millionen Euro in bar schaffte auf Geheiss des Kirchenmannes ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter namens Giovanni Zito aus der Schweiz nach Italien – abgepackt in 500-Euro-Scheinen.

Natürlich kann so ein Geheimdienstmitarbeiter nicht mal eben so zu einer Schweizer Bank gehen und 20 Millionen Euro in bar abheben. Das läuft nur von Banker zu Banker, von Bank zu Bank sozusagen.

Und so trat der Prälat aus dem süditalienischen Salerno stammend, wo auch die napolitanische Camorra zu Hause ist, in Aktion.

400.000 Euro Lohn
Geheimagent Zito flog zur Barabhebung nicht etwa mit der staatseigenen Luftlinie Alitalia, sondern mit einem einen Privatjet an, der wiederum Freunden des Prälaten gehört. Summa summarum für diesen Botendienst einschliesslich Flug: Schlappe 400.000 Euro – ein Freundschaftspreis.

Natürlich handelte es sich bei dem Geld nicht um eine in der Schweiz gesammelte Kollekte, die ja ausserdem noch wesentlich einfacher per Bankanweisung nach Italien hätte transferiert werden können.

Bei der Transaktion von der Schweizer Bank sollte der Empfänger ganz offensichtlich verschleiert werden, im Dunkeln bleiben: durch Barabhebung und Zwischenschaltung eines Strohmannes.

Die Behauptung des Prälaten, das Geld hätte an eine Familie gehen sollen, die in der christlichen Schifffahrt tätig ist, wirkt geradezu lächerlich. Die „Familie“ hätte dieses Geld ja höchstpersönlich abholen können, statt 400.000 Euro für einen Strohmann zu berappen, oder noch einfacher: es sich überweisen lassen.

Mafia als Empfänger
Als zu verschleiernder Empfänger kommt daher wohl nur die Mafia in Frage. Die zahlt natürlich in bar an ihre Leute, und nicht per Banküberweisung, und das Geld in der Schweiz würde dann wiederum aus „legalen Investitionen“ der Mafia stammen.

Eine Überraschung wäre das nicht: Die Vatikanbank bzw. seinerzeit die Banco Ambrosiano standen seit jeher im Geruch, als Waschmaschine und Durchlauferhitzer für Mafiagelder zu dienen, bzw. gedient zu haben.

Fast eine win-win Situation für alle Beteiligten, wenn nicht die italienischen Strafverfolgungsbehörden dahinter gekommen wären. Und die schlugen jetzt zu und verhafteten die Beteiligten, wozu auch noch ein Finanzbroker namens Giovanni Carenzo gehört.

Wie heisst es doch im Vaterunser:

„Führe mich nicht in Versuchung“.

Da muss ganz offensichtlich der Teufel seine Hand mit im Spiel gehabt haben.


Neuer Skandal um die Vatikanbank – böse Erinnerungen werden wach

Papstwahl: Neuer Papst – wenig Neues
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Eine Elefantenhochzeit und ein Todesfall in der Schweiz

.Dr. Alexander von Paleske —— 27.6. 2013 ——-
Gestern ist der ehemalige Rohstoffhändler Marc Rich im Alter von 78 Jahren an einem Schlaganfall in der Schweiz verstorben.


Marc Rich — Screenshot: Dr. v. Paleske

Keine Meldung wert, wenn nicht……..
Das wäre uns keine Meldung wert, wenn an ihm – und an der von ihm gegründeten Firma Rich & Co, die sich jetzt Glencore nennt – nicht jede Menge von Skandalen geklebt hätten.

Marc Rich kam in Belgien zur Welt. Seine Eltern, die aus Deutschland und Belgien stammten, und die während der Nazizeit von Frankfurt (M) nach Antwerpen auswichen, schafften es schliesslich über Vichy-Frankreich in letzter Minute in die USA.

Marc Rich, der in den USA aufwuchs, wurde als Commodity Trader vor allem durch die Verletzung von Sanktionen, und durch den schwunghaften Handel mit der Apartheidregierung Südafrikas reich.

Als die USA Sanktionen gegen den Iran nach der Botschafts-Besetzung mit Geiselnahme in Teheran (1979) verhängten, kaufte Rich iranisches Öl, und verkaufte es unter anderem an Südafrika, dessen Apartheidregime er mit diesen Lieferungen mit am Leben hielt. Weitere Details siehe hier.

Gleichzeitig sorgte er dafür, dass der Kohle- und Bleiexport aus Südafrika reibungslos weiterlief.

Grober Undank eines geretteten Flüchtlings
Gegenüber den USA, die ihm und seiner den Nazis entkommenen Familie erst Unterschlupf und dann die Staatsbürgerschaft gewährt hatten, schien er nicht das geringste Gefühl der Dankbarkeit für nötig zu halten.

Rich sah sich bestenfalls seinem Geld, seinen Geschäften, und Israel gegenüber in der Pflicht.

Der leitende Staatsanwalt von New York und spätere Bürgermeister, Rudolph Giuliani, setzte ihm nach, warf ihm Steuerbetrug, Racketeering, Verstoß gegen Embargobestimmungen etc. vor.

Rich landete auf der FBI-Liste der 10 „most wanted alleged criminals“.

Er setzte sich in die Schweiz ab, die gar nicht daran dachte, ihn an die USA auszuliefern.

Offensichtlich „erleichtert“ durch massive Geldzuwendungen seiner von ihm geschiedenen Ehefrau Denise an die Bill Clinton Foundation, erreichte er schliesslich eine Begnadigung durch den US-Präsidenten Clinton – Stunden bevor der aus dem Amt schied.

Teil der Begnadigung und Bedingung für eine Rückkehr in die USA war jedoch die Auflage, Steuerschulden in Höhe von 48 Millionen US Dollar zu begleichen.

Schulde den USA keinen Pfennig
Rich entschied: er schulde den USA nichts, zahlte nicht, und ließ sich in den USA nie wieder blicken. Und dies, obgleich es sich um einen Betrag handelte, den er spielend aus seinem Vermögen hätte bezahlen können, und zwar ohne anschließend am Hungertuche nagen zu müssen. Er zog es stattdessen vor, Israel grosszügig mit Spenden zu unterstützen, und sich dort feiern zu lassen.

1994 verkaufte er – unter Druck seitens seiner Manager – seine Anteile an der Firma Rich & Co und erhielt dafür in zwei Raten insgesamt 600 Millionen US Dollar: cash to carry.

Ein Management-Buy-out mit einem Pharmariesen
Es war das Management, das ihm seine Firma abkaufte, aber da die nicht genug Geld „auf der Kralle“ hatten – damals jedenfalls – wurde für einige Zeit auch die Schweizer Pharmafirma Roche zu 20% Miteigentümer. Ein Engagement, das der Pharmafirma letztlich mehr einbrachte, als manche Pillendreherei.

Aus Rich & Co wird Glencore
Die neuen Eigentümer, an der Spitze der aus Deutschland stammende Willy Strohthotte, nannten die Firma in Glencore um, um den Skandalnamen Rich loszuwerden (Global Energy Commodities and Resources)

Im Jahre 2002 löste der aus Südafrika stammende Ivan Glasenberg den Chef Strothotte ab.
Was sich nicht änderte war der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg der Firma und die sie begleitenden Skandale

Kleine Skandalschau

– Noch zu Zeiten von Marc Rich wurden arabische Ölbarone in den 70er Jahren eine Woche lang mit Pariser Prostituierten und viel Rotwein im Süden Frankreichs zusammengebracht, danach wurde unterschrieben

– Irakisches Öl wurde gegen ein UN-Embargo im Jahre 2000 zum Vorzugspreis von 3 Millionen US-Dollar nach Kroatien geliefert

– Im Jahre 2009 musste die Firma ein Bussgeld in Kolumbien in Höhe von 700.000 US$ blechen, weil beim Betrieb der Prodeco-Mine der Industrie-Abfall einfach ohne Genehmigung und umweltschädlich entsorgt worden war

– In Sambia und in der Demokratischen Republik Kongo gelangten hochgiftige Abwässer in die benachbarten Bäche und Flüsse.

– Die Auseinandersetzungen um die Gold- und Kupfermine Tampaka auf den Philippinen

– Die Auseinandersetzungen um die Kupfermine Tintaya in Peru

– Die Auseinandersetzungen um die Kohlemine El Cerrejon in Kolumbien

– Die Auseinandersetzungen um die Kroondal Chrom Mine in Südafrika

Elefanten heiraten in der Schweiz
Nun also hat mit einiger Verzögerung am 2.5. 2013 die Elefantenhochzeit mit dem Minenkonzern Xstrata, an dem Glencore bereits einen Anteil von mehr als 30% hielt, stattgefunden.

Die ohnenhin geballte Marktmacht, im Bereich sowohl der Rohstoffgewinnung, als auch des Transports, der Verarbeitung und des Rohstoffhandels, wurde dadurch noch weiter gestärkt:

Jetzt geht es nicht mehr darum – anders noch zu noch zu den Zeiten von Marc Rich – durch Umgehung von Sanktionen viel Geld zu verdienen, sondern durch die schiere Markmacht nicht nur die Preise zu diktieren, sondern auch die Frachtraten und die Löhne der in diesem Vertikal- und Horizontal- Konzern Beschäftigten zu drücken – und natürlich durch den Marktüberblick auf dem Futures-Markt ordentlich Geld zu verdienen.

Fazit:
Weder zur Freude über die schweizer Elefantenhochzeit, noch zur Trauer über den Tod des gewissenlosen ehemaligen Rohstoffhändlers Marc Rich, gibt es irgendeine Veranlassung.

Kolumbianische Kohle nach Deutschland: Mit Blut, Schweiss und Tränen
Glencore, der Börsengang, und der Weg zum Rohstoff-Riesenkraken

Schweizer Rohstoff-Multis Glencore / Xstrata: Milliarden scheffeln, Ausbeutung zulassen, Umwelt verschmutzen
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Thyssen, Glencore und die Rohstoff-Blase?
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Glencore und Xstrata – Besuch von Demonstranten

Zu Bill Clinton und seinen Spendern
Bill Clinton und seine grosszügigen Spender
Gold, Uran, Frank Giustra und Bill Clinton

afrika

US-Präsident Obama kommt nach Afrika: Kein Afrikaner, auch kein Berliner, sondern eine Enttäuschung

Dr. Alexander von Paleske — 26.6. 2013 —–
US-Präsident Obamas erste grössere Reise nach Afrika beginnt heute: sie führt ihn in nur wenige Staaten des schwarzen Kontinents: Senegal, Südafrika und Tansania.


Screenshot: Dr. v. Paleske

Um Krisenstaaten wie die Demokratische Republik Kongo (dort tobt im Osten der Krieg mit Söldnern des Nachbarlands Ruanda), und Nigeria (dort wütet im Norden die Salafisten-Jihadistengruppe Boko Haram) macht er einen Bogen.

Das Geburtsland seines Vaters, Kenia, kommt aus zwei Gründen offenbar nicht in Betracht:

– Aus dem Bürgerkriegsland Somalia eingesickerte Terroristen erhöhen das Risiko.

– Der neugewählte kenianische Staatspräsident Uhuru Kenyatta ist vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang der gewalttätigen Auseinandersetzungen nach den Wahlen im Jahre 2008 angeklagt.

Begeisterung verflogen
Gross war die seinerzeit die Begeisterung in Afrika, nicht nur in Kenia, nach Obamas erster Wahl zum US Präsidenten im Jahre 2008: ein Halbafrikaner, Kind eines Kenianers und einer US-amerikanischen Mutter schafft es ins Weisse Haus: Yes, we can.

Obama steht ausserdem herkunftsmässig den Afrikanern viel näher, als die meisten US –Afro-Amerikaner, deren Vorfahren im 18. und 19 Jahrhundert als Sklaven in die USA geschafft worden waren.

Enttäuschung statt Hoffnung
Die Hoffnungen, die Obama weltweit mit seiner Wahl erzeugte, sind aber längst der Enttäuschung gewichen, nicht nur in der westlichen Welt
Hauptgründe:

– Drohnenkrieg mit Tötung vieler unbeteiligter Zivilisten.

– Fortsetzung von Guantanamo.
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– Kriegsteilnahme in Libyen.

-Verschärfung des Syrienkonflikts.

– Ausspähung sowohl der eigenen Bevölkerung, wie auch des internationalen Datenverkehrs.

Obama hat mehr aus innenpolitischen Gründen, als aus aussenpolitischen Erwägungen bisher – von einem nur Stunden dauernden Kurzbesuchs Ghanas und Ägyptens abgesehen – einen Bogen um Afrika gemacht: Immer wieder tauchten gefälschte Geburtszeugnisse auf, die belegen sollten, dass Obama in Wirklichkeit in Kenia zur Welt kam, also gar kein US-Bürger ist. Vorneweg in dieser Schmutzkampagne der Casino-Magnat Donald Trump.
Nun, wo er nicht mehr zu einer Wiederwahl antreten muss, kommt er also. Spät, zu spät um noch mit dem von ihm bewunderten Nelson Mandela zu sprechen, der komatös im Sterben liegt.

100 Millionen für einen Trip
100 Millionen US-Dollar kostet dieser Trip. Mehr als einige afrikanische Länder zusammen von den USA als Entwicklungshilfe bekommen. Verschlungen von extremen Sicherheitsvorkehrungen: von begleitenden Kampflugzeugen in der Luft, die auf einem parallel schippernden Flugzeugträger im atlantischen Ozean starten, bis zu bis zu einer Fahrzeugflotte von über 50 Fahrzeugen.

Dazu noch Panzerglasverkleidung für die Hotels, wo der Präsident übernachtet, und ein kleines Spital mit US-Personal darf auch nicht fehlen.

China längst da
500 Vertreter der Wirtschaft begleiten den Präsidenten. Neben den Ölinteressen gerade in den Ländern, die Obama nicht besucht, und deren Wahrung insbesondere auch das in Stuttgart stationierte US Africa-Command dient, sind die US-Firmen auf der Suche nach Absatzmärkten für ihre Produkte, auf einem Kontinent mit grossem Wirtschaftswachstum, vor allem dank des enormen Rohstoffreichtums.

Aber ökonomisch hat China längst die USA in Afrika überholt, gepaart mit einer strikten Nichteinmischungspolitik, grosszügiger Entwicklungshilfe und Kreditvergabe, und regelmässigen sino-afrikanischen Gipfeln in China.

Jährliches Handelsvolumen USA – Afrika: 91 Milliarden US Dollar

Jährliches Handelsvolumen China – Afrika: 200 Milliarden US Dollar

Allerdings braut sich mittlerweile einiger Hass in afrikanischen Ländern gegen die Chinesen zusammen. So zuletzt in Ghana.

Im Schlepptau der sehr begrüssten chinesischen Entwicklungshilfe versuchen eine ganze Reihe Chinesen in Afrika sesshaft zu werden, mit durchaus unerwünschten Aktivitäten wie dem illegalen Goldschürfen, so jüngst in Ghana, und der Eröffnung von Shops in fast jedem Dorf, wie in Botswana, die dann in Konkurrenz zu lokalen Gewerbetreibenden treten. Das schafft böses Blut.


Verhaftete illegale chinesische Goldschürfer in Ghana – Screenshot: Dr. v. Paleske

Davon dürften die USA aber kaum profitieren.

So wird es nach dem Besuch dieser Riesendelegation verbunden mit einem Riesenaufwand wohl eher heissen: Ausser Millionen-Spesen nichts gewesen.

Zum US Africa-Command (Africom)
USA greifen nach Afrika

Zu Nigeria
Nur USA? – Die tägliche Umweltkatastrophe in Nigeria
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?
Britischer Ölbaron Tony Buckingham heuert US-Oberst an und geht mit Heritage Oil nach Nigeria

China und Afrika
Sambia: Präsidentschaftskandidat gewinnt mit antichinesischer Rhetorik
China-Afrika: Nicht nur eitel Sonnenschein
Chinesische Firmen springen auf den MLM-Zug
China und Afrika – wohin geht die Reise?
Der hässliche Chinese – oder: wie China in Afrika neuerdings agiert

Afrika – Ein Kontinent wird zum reinen Rohstoffverkäufer
Industrialisierung oder De-Industrialisierung in Afrika?

Ostkongo: Ruandas M23-Söldner wieder auf dem Kriegspfad, zehntausende Zivilisten auf der Flucht

Angola: Reichtum, Armut und Demonstrationen
Portugals Finanzkrise: Angola als Retter?

Willkommen in Afrika, Frau Merkel – Sie haben aber nichts im Gepäck und kommen außerdem noch zu spät
Angolagate in Frankreich – Geldgier, Geschütze und Granaten