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Auf einem Auge blind? – Der Terror der Radikalislamisten fordert Tausende von Todesopfern in Afrika – seit Jahren

Dr. Alexander von Paleske 28.11. 2012

Die Welt schaut auf die Attentate in Paris, auf Syrien, die Terrortruppe Islamischer Staat, nicht jedoch auf den islamistischen Terror in Afrika.

Vergessen wird gerne, dass -. allein im Jahre 2014 – mehr als 25.000 Terroropfer in Afrika und Asien zu beklagen sind :

– 7512 Menschen in Nigeria durch die Terrorgruppe Boko Haram

– 1760 Menschen in Pakistan durch die Taliban-Terroristen

– 9929 Menschen durch Anschläge des Isis im Irak

– 4505 durch die Taliban in Afghanistan

– Hunderte durch die Terrorgruppe Al Shabab in Somalia
und durch Al Qaida im Yemen

getötet wurden

Die Täter: Allesamt radikalislamistische Sunniten

Gerne wird auch vergessen, dass der Terror in Nigeria bereits seit über eine Dekade tobt, gleiches gilt für Al Shabab in Somalia.

Brandstifter in Saudi-Arabien
Ebenfalls gerne vergessen bzw. ignoriert wird, wer die Wegbereiter der radikalislamistischen Terrorideologie sind – aus durchsichtigen Gründen: diese Herrschaften gehören zu unseren besten Handelspartnern: Die Rede ist von Saudi-Arabien.

Nicht nur dass die Mehrzahl der Attentäter vom 11. September 2001 aus Saudi-Arabien kam, nein, der in Saudi Arabien praktizierte mittelalterliche Radikalislamismus – gerade stehen wieder einmal Scharia-Massenexekutionen an – ist geradezu das Vorbild für diese radikalislamistischen Terror-Kalifat-Vorkämpfer.

Allerdings kämpfen sie nicht für ein Königshaus mit hochparasitärer Prinzenclique a la Saudi-Arabien, sondern für ein Kalifat, über dem ein erwählter – nicht gewählter – religiöser Führer (Kalif) thront.

Eifrige Missionare – dank Petrodollars
Das radikalislamische saudi-arabische Königreich, und die Scheichtümer am Golf, vom Westen als Abnehmer von Waren aller Art – einschliesslich Unmengen von Kriegswaffen – und wegen ihrer Öl- und Gasexporte hoch geschätzt, haben in den vergangenen Jahrzehnten mit Petrodollars dafür gesorgt, dass nicht nur Moscheen gebaut, sondern von radikalislamischen Ideen besessene Imame den Wahabismus in alle moslemische Welt trugen,

Folgen zu besichtigen
Die Folgen dieser eifrigen Missionierung lassen sich jetzt besichtigen.Natürlich haben das saudische Königshaus und die Scheichs in den Golfstaaten nicht weniger Angst vor dem IS (Daesh), als sie vor dem arabischen Frühling hatten, als der noch demokratischer Frühling, und noch nicht radikalislamistischer Herbst war, aber nicht wegen dessen mittelalterlichen Radikalislamismus – den praktizieren sie ja selber – sondern weil sie allesamt Thron-Bonzen sind: weder gewählte noch erwählte.

Was natürlich keineswegs ausschliesst, dass diese Kalifat-Vorkämpfer nicht gelegentlich und zwischendrin mit finanzieller Unterstützung rechnen können: sei es staatlicher, sei es privater Art, so wie seinerzeit im Irak. Denn natürlich handelt es sich nach deren Auffassung um sunnitisch-arabische Glaubensbrüder, wenn auch etwas zu radikal, ein wenig fehlgeleitet, ein wenig vom Wege abgekommen, aber eben doch um Glaubensbrüder, „Brothers in Faith“, und keineswegs nur um gewalttätige Psychopathen, wie sie der Westen bezeichnet

Der sunnitische Hass richtet sich vor allem gegen die schiitischen Glaubensabtrünnigen, die sie als Gotteslästerer ansehen, nach der Scharia ein Verbrechen.

Das geht so weit, dass selbst stillschweigende Bündnisse mit dem „Satan“ Israel geschlossen, und Überflugrechte für den Fall des Falles eingeräumt werden, sollte der Israel den schiitischen Erzfeind Iran angreifen.

Auch eine offizielle Vertretung darf Israel jetzt im Golf-Scheichtum Abu Dhabi eröffnen – vor Jahren noch undenkbar.


Militärische Hilfe für bedrängte Sunnis

Selbstverständlich hilft Saudi-Arabien mit Truppen der sunnitischen Minderheits-Dynastie in Bahrein gegen schiitische Demonstranten, die Demokratie fordern.


Bahrein

Auch wird militärisch durch pausenlose Luftangriffe seit 7 Monaten im Yemen eingegriffen, nachdem Schiiten (Houthis) im Yemen putschten.


Yemen

Luftangriffe, die vor allem die Zivilbevölkerung treffen und das ohnehin arme Land in Schutt und Asche legen. Der Westen schaut weg.

Die Lage dort ist mittlerweile so verzweifelt, zumal auch vor der Bombardierung von Krankenhäusern nicht zurüchgeschreckt wird, dass selbst die Medizinzeitung LANCET am 7.11. 2015 auf diese menschliche Katastrophe aufmerksam macht.

„We Need to talk about Yemen“

– 15 Millionen der 25 Millionen-Bevölkerung des Yemen haben keine ausreichende medizinische Versorgung mehr

– 537.000 Kindern droht Unterernährung

– 21 Millionen Menschen brauchen Hilfe

Nicht das erste Mal.
Es ist nicht das erste Mal, dass Saudi-Arabien im Yemen interveniert damals wie jetzt mit ausdrücklicher .Billigung durch die USA.
Im Jahre 1965 ging es gegen die panarabischen Nasseristen, auch diese stellten eine enorme Bedrohung für das saudische Königshaus dar: Gamal Abdel Nasser hatte ja seinerzeit auch den ägyptischen König verjagt .

Golfstaaten paktieren mit Al Qaida
Die Golfstaaten, Teil des Bündnisses gegen die aufständischen schiitischen Houthi, paktieren offen oder versteckt mit der sunnitischen Terrorgruppe Al Qaida auf der arabischen Halbinsel. Gleich was die Differenzen sind, „gegen die Schiiten muss man geschlossen auftreten“.

Nicht anders auch die sunnitische Regierung der Türkei unter Erdogan. Deren Geheimdienst lieferte offenbar Waffen an den IS. Journalisten, die das aufdeckten wurden vorgestern verhaftet.


Demonstration gegen die Verhaftungen

Der radikalislamistische Terror wird weitergehen, solange das Übel nicht bei der Wurzel gepackt wird – auch nach dem vorhersehbaren Ende des IS.

Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdoğan dankt Angela Merkel für die tatkräftige Wahlhilfe
Türkischer Präsident Erdoğan schreibt an Angela Merkel: „Das sind meine wirklichen politischen Ziele“

Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt

Zu IS
Terroranschläge in Frankreich – es werden nicht die letzten sein
Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?
Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

deutschland

Ein Staatstrauerakt und eine Beerdigung in Hamburg

Dr. Alexander von Paleske —– 22.11.2015 —- Am Montag findet das Staatsbegräbnis des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt statt, der am 10.11. 2015 im Alter von 96 Jahren verstarb.
Hochrangige Politiker aus aller Welt werden erwartet, Reden werden gehalten, die sicher voll des Lobes sein werden.

Die Feier selbst hatte Schmidt im Detail geplant: erst eine Trauerfeier im Michel und dann ein Staatsempfang im Hamburger Rathaus. Auch wer unbedingt auf der Einladungsliste zu stehen habe.


Helmut Schmidt 1918 – 2015

Ansehen stieg
Wie auch in Willy Brandts letztem Lebensabschnitt: das Ansehen in der Bevölkerung von beiden Ex-Kanzlern – und bei Brandt auch noch die Zuneigung – stieg, ihr Wort hatte Gewicht.

Das gilt für Helmut Schmidt eigentlich erst nach dem Tode Brandts. Der hatte den Nachrüstungsbeschluss Schmidts nur aus Parteisolidarität mitgetragen – solange Schmidt im Amt war. Danach geisselte er ihn.

Helmut Schmidt war in seiner Zeit als Politiker – anders als Brandt – kein Visionär. Schmidt war vielmehr der zweifellos hochintelligente und erfolgreiche, aber kalte Manager der Macht, der aber in seiner eigenen Partei der SPD, mit seiner Aufrüstungs- Nachrüstungspolitik schliesslich den Rückhalt verlor.

Länder der Dritten Welt wie Mozambique, für das der damalige Entwicklungshilfeminister Egon Bahr um finanzielle Hilfe nach der Unabhängigkeit bat, interessierten ihn wenig oder gar nicht, die Bitte Bahrs wurde abgebürstet.
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Weiter Einmischung
Anders als der britische Premier Winston Churchill, der nach seiner zweiten Amtszeit schwieg, auch als auf ein Wort von ihm in der Suezkrise 1956 erwartet und erhofft wurde, mischten sich Brandt und Schmidt weiter ein.

Helmut Schmidt wurde 1982 Mit-Herausgeber der ZEIT und dies gab ihm eine Plattform, in unzähligen Artikeln sich zu einer Bandbreite von Themen zu äussern: Weltwirtschaft, Raubtierkapitalismus, Politik gegenüber Russland und China.

Nichts am Hut
Mit Menschenrechten, und der Forderung nach deren Einhaltung gegenüber anderen Ländern, hatte er nichts am Hut. Einer der Hauptgründe, warum er mit dem damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter nicht klar kam, und der nicht mit ihm.

Keine Überraschung umgekehrt, dass Schmidt und den US-Aussenminister Henry Kissinger eine enge Freundschaft verband. Henry Kissinger, der den blutigen Putsch in Chile 1973, der die gewählte Regierung Allende wegfegte und Tausenden das Leben kostete, initiierte, finanzieren half und politisch die Putschisten danach nach Kräften unterstützte.
Der die Bombenangriffe auf Kambodscha anordnete, die das Land in den Krieg und dann in den Bürgerkrieg führten. Das alles schadete der Freundschaft keineswegs.

Erstmals 1962

Ich habe Helmut Schmidt erstmals im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Hamburg 1962 wahrgenommen, wo er als Innensenator Hamburgs mit dem Spitznamen „Schmidt Schnauze“ die Katastrophenhilfe höchst effektiv managte.

Für den Bundeskanzler Schmidt hatte ich jedoch keine besonderen Sympathien übrig.

Im Deutschen Herbst 1977 hatte er aus „Gründen der Staatsraison“ wie er das nannte, das Leben der Geiseln in Mogadischu aufs Spiel gesetzt. Das Geiseldrama hätte auch anders ausgehen können.

Leviten gelesen
Je grösser der Abstand zu seiner Zeit als Politiker wurde, umso mehr wuchs sein Ansehen, durch seine dezidierten und wohlüberlegten Stellungnahmen, mit denen er nicht nur zu den brennenden Fragen, wie in der Wirtschaftskrise 2008, Stellung nahm und drastische Reformen forderte, um dem Raubtierkapitalismus die Zähne zu ziehen, sondern auch den Berliner Polit-Toren die Leviten las. Zuletzt wegen deren Politik gegenüber Russland.
Nicht nur in Artikeln in der ZEIT, sondern auch in zahlreichen Talkshows und Diskussionsveranstaltungen.

Die Sanktionen gegenüber Russland bezeichnete er bereits vor deren Verhängung als „dummes Zeug“, er geisselte die Expansionspolitik von Nato und EU nach Osten bis nach Georgien, er teilte nicht das Kriegs-Hurrageschrei im Afghanistan-Konflikt – und behielt Recht damit.

Sein Dogma: In der Politik darf es nur eine Leidenschaft geben: Die Leidenschaft zur Vernunft“.

Orakel von Langenhorn

Der Hauptgrund allerdings, warum dieser SPD-Politiker, ehemalige Bundeskanzler, gelernte Volkswirt, und in späten Jahren noch Zeitungsmann, zum „Orakel von Hamburg-Langenhorn“ aufsteigen konnte, warum auf seine Antworten und Stellungnahmen gewartet wurde, hing auch mit dem erschreckenden Mittelmass, um nicht zu sagen Unfähigkeit, Berliner Politiker zusammen.

Ob Merkel, Gabriel, Nahles, Özdemir, die berufsaufgeregte Claudia Roth, die berufslose Katrin Göring-Eckardt: weder Visionäre, noch hochkompetente Politiker mit Geschichtsverständnis, und oftmals nicht einmal bereit den Deutschen reinen Wein einzuschenken, und substantielle Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit zu liefern.
Statt inhaltlich tiefschürfenden Debatten: Gezänk und Geschwätz.

Ob es die Afghanistanpolitik, die in Scherben liegt, ob die Ukraine-Politik, dort, wo von Demokratie und Rechtsstaat kaum eine Rede sein kann: Schmidt hatte mit über 90 Jahren noch weit mehr im Laden, als die Berliner Politik-Toren ins Schaufester stellen konnten.
Für ihn traf zu, was in Afrika ein Sprichwort ist: Ein alter Mann sieht im Sitzen mehr als ein junger Mann im Stehen.

Medizin

Das Zeitalter der Antibiotika droht zu Ende zu gehen – mit katastrophalen Folgen

Dr. Alexander von Paleske — 20.11. 2015 —Die laufende Woche wurde vom „Schlafmützenverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur World Antibiotika-Awareness Week erklärt.
Das Augenmerk der Welt soll auf die zunehmende Resistenz vieler Bakterien gegen Antibiotika gerichtet werden.

Die Schreckens-Vision der WHO: im nächsten Jahrhundert könne die „Post Antibiotika Ära“ anbrechen, mit hohen Todeszahlen nach selbst simplen Infektionen, die nicht mehr beherrscht werden können.

Voraussage falsch
Diese Voraussage ist so falsch, wie vieles, was die WHO in den letzten Jahren getan und gesagt hat: Die Dynamik der Resistenzentwicklung und das Fehlen neuer Antibiotika lassen dieses Ereignis bereits in rund 35 Jahren wahrscheinlich machen. Möglicherweise sogar noch früher..

Bereits im Jahre 2050, so lauten die Prognosen, wird es keine einigermassen wirksamen Antibiotika mehr geben. Die daraus projektierten Todeszahlen pro Jahr sind hier aufgelistet.

Schon jetzt sterben in Deutschland pro Jahr bis zu 10.000 Patienten an Infektionen mit resistenten Keimen.

Bereits wesentlich früher können dann bestimmte Behandlungen, wie z.B. Knochenmarktransplantationen, intensive Krebstherapie und komplizierte Operationen, nicht mehr durchgeführt werden, weil bakterielle Infektionen, die unter der Therapie regelhaft auftreten, sich nicht mehr beherrschen lassen.

Resistenzen gegen Reserveantibiotikum
Nun platzten auch noch die Ergebnisse einer chinesischen Studie, veröffentlicht in der angesehenen Medizinzeitung Lancet Infectious Diseases , auf den Nachrichtentisch: dass nunmehr auch Resistenzen gegen ein wichtiges Reservemedikament namens Colistin, das in verzweifelten Fällen weitgehender Resistenz der Bakterien gegen die gängigen Antibiotika zum Einsatz kommt, nachgewiesen werden konnten, und zwar, wie sollte es anders sein, zuerst in den Ställen der Massentierhaltung.

Die Fünf-Jahres-Regel

Einmal in einem Land aufgetreten, dauert es rund drei Jahre, bis die Resistenz weltweit festgestellt werden kann, und dann noch einmal zwei Jahre, bis in den jeweiligen Ländern die meisten Proben diese Resistenz aufzeigen.

Also insgesamt 5 Jahre, bis ein Medikament weltweit wirkungslos wird, wie die Infektiologin Susan Hopkins vom Royal Free Hospital in London gegenüber der BBC erklärte.

Die Resistenz gegen Colistin ist bereits in indischen Krankenhäusern aufgetaucht, und wird demnächst dann auch Europa erreichen.

Auch Resistenzen bei sexuell übertragbaren Erkrankungen
Aber es sind nicht nur die neuen Schreckensmeldungen – diesmal aus China – die Schlagzeilen machen, sondern gleichfalls Nachrichten über die zunehmende Resistenz der Erreger sexuell übertragbarer Erkrankungen.

Nachdem die Erreger der Gonorrhoe (Tripper) eine weitverbreitete Resistenz gegen Standardmedikamente wie die Chinolone zeigten, werden mittlerweile auch Resistenzen gegen Ausweichmedikamente gemeldet, und bald könnte die Gonorrhoe unbehandelbar werden, und bei der Syphilis auf das ausserorentlich toxische Salvarsan ziurückgegriffen werden , aus der Steinzeit der Behandlung der Geschlechtskrankheiten, wir berichteten darüber .

Auch das Mycoplasma Genitalium, eine oftmals asymptomatisch verlaufende sexuell übertragbare Erkrankung, die aber auch zu Hodenschmerzen, Unterleibsschmerzen Entzündungen der Harnröhre und des Muttermundes der Gebärmutter führen können, wird zum Problem:.Bereits 1% aller Menschen in Grossbritannien sind damit infiziert, und – wie bei der Gonorrhoe – mussten weitverbreite Resistenzen festgestellt werden

Hinzu kommt, dass die sexuell übertragbaren Erkrankungen weiter stark im Anstieg begriffen sind, offenbar gefördert durch leider nicht gerechtfertigte Sorglosigkeit: „Lässt sich leicht behandeln, wozu also Kondome“ – ein gefährlicher Irrglaube, der aber weit verbreitet ist.

So stieg die Gonorrhoe-Infektionsrate in Grossbritannien letztes Jahr um 19%, bei der Syphilis sind es schon 33%. Insgesamt rund 33.000 Fälle wurden vergangenes Jahr gemeldet, die allesamt auf ungeschützten Verkehr hinweisen.

Massentierhaltung muss verschwinden
An allererster Stelle in der Resistenzvermeidung steht – neben dem überlegten Einsatz in der Humanmedizin, äusserster Hygiene und der Beseitigung der Antibiotikareste aus den Hospitalabwässern – vor allem die Unterbindung des Einsatzes in der Tiermedizin, wo immer noch deutlich mehr Antibiotika eingesetzt werden als in der gesamten Humanmedizin.

Wie ungenau Medien über die notwendigen Massnahmen zur Eindämmung der Resistenz bei der Massentierhaltung berichten, zeigt der SPIEGEL Artikel vom 19.11. 2015:

„Ein Gen macht rettende Antibiotika unwirksam“

Dort heisst es
.
…….dass dort In der Tierhaltung (der SPIEGEL vermeidet das Wort Massentierhaltung“) so häufig Antibiotika eingesetzt werden, trägt mit dazu bei, dass resistente Erreger entstehen. In der Nutztierhaltung in Deutschland deutet sich derzeit allerdings eine Kehrtwende an: Inzwischen werden immerhin etwas weniger Antibiotika eingesetzt als noch vor wenigen Jahren, berichtete das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Anfang November.

Welche Kehrtwende?
Von welcher Kehrtwende berichtet der Autor? Es gibt bisher keine Kehrtwende, die diesen Namen verdient: weder in der Massentierhaltung noch im Antibiotikaeinsatz. Zwar wird ein leichter mengenmässiger Rückgang im Antibiotikaverbrauch festgestellt, dafür kommen aber mehr hochpotente Antibiotika zum Einsatz, die so ebenfalls wirkungslos gemacht werden. Auch das Colistin.


……..kaum zu glauben. Mit Massentierhaltung?

Der ungezügelte Fleischverbrauch, den die Massentierhaltung mit der notwendigen Antibiotikaverfütterung ermöglicht, kann so nicht weitergehen, wenn wir weiter lebensrettende Antibiotika zur Verfügung haben wollen.

Die Zeit drängt.

Zur Antibiotikaresistenz
Weltgesundheitsgipfel (World Health Summit) in Berlin und Antibiotikaresistenz
Deutscher Ärztetag, die Bundesregierung, und das Versagen der Antibiotika
Antibiotikaresistenz, McDonald’s Hühnerfleisch und die Bundesregierung
Antibiotikaresistenz – eine Warnung vom „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Rettet ein neues Antibiotikum Kranke – und auch die Massentierhaltung ?
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Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
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Antibiotikaresistenz: Nach Pest, Tripper, MRSA, NDM-1, TB, Campylobacter nun die Salmonellen
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Pest-Seuche und Antibiotika-Resistenz

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Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben

terror

Terroranschläge in Frankreich – es werden nicht die letzten sein

Dr. Alexander von Paleske —– 14.11. 2015 —-
Die Terroranschläge mit bisher 129 Toten und über 200 Verletzten gestern abend in Paris, haben mit aller Brutalität gezeigt: Es gibt keine absolute Sicherheit, die derartige Anschläge verhindern kann.
Weder jetzt, noch in der Zukunft.

Wir müssen also mit weiteren Anschlägen rechnen. Und je mehr der Terrorverband IS in die militärische Defensive gedrängt wird, umso mehr wird er versuchen, mit spektakulären Anschlägen sich zu melden.

Die fanatisierten Attentäter wollen nicht überleben, sondern möglichst viele Menschen mit in den Tod reissen.
Wer diese Menschen sind, Zivilisten Polizisten, Armeeangehörige , oder selbst Glaubensbrüder ist ihnen völlig gleichgütig.

Nicht verhindert
Mehr noch: obwohl der französische Geheimdienst seit Wochen mit einem grossen Anschlag rechnete, so konnte er diesen doch nicht verhindern. Offenbar benutzte diese kleine Gruppe nicht die üblichen Internet-Kommunikationsmittel, und konnte auch nicht von Geheimdiensten infiltriert werden.

Notwendiger Bestandteil
Terrorismus ist absolut notwendiger Teil der psychologischen Kriegsführung der Dschihadisten.

Wie Jessica Stern und J.M. Berger ich ihrem Buch

ISIS, The State of Terror ( 2015) S. 199ff

schreiben:

Terrorismus ist psychologische Kriegsführung. Der unmittelbare Zweck ist es, die Moral ihrer Unterstützer aufzupäppeln und die Gegner zu demoralisieren,
Terroristen wollen uns mit ihren Aktionen veranlassen, zu überreagieren in der Furcht vor weiterem Terror.

Genau das haben sie gestern erreicht:
Eine hohe Zahl von Todesopfern, viele Verletzte, ein Riesenaufgebot an Polizei und Militär gegen 8 Attentäter. Dazu noch die internationalen Medien, die pausenlos über die Terroranschläge berichten.

Offensive 2015
Der IS ist in der Terroroffensive:

– Der Absturz des russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai am 31.10. 2015 mit 224 Toten, offenbar durch eine vom IS an Bord geschmuggelte Bombe,

– der Bombenanschlag im Libanon mit über 40 Toten in dieser Woche

– früher bereits der versuchte Anschlag auf einen Expresszug in Belgien, wo der Attentäter allerdings von Passagieren entwaffnet werden konnte.

– Der Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo im Januar 2015

Rund 20.000 ausländische Gotteskämpfer haben sich dem IS angeschlossen, das grösste Kontingent aus westlichen Ländern kommt aus Frankreich.

Einfache Terrorangriffe mit vielen Toten
Stern und Berger schreiben in ihrem Buch:

Während es noch keinen Hinweis dafür gibt, dass IS in der Lage ist, einen Anschlag wie den vom 11 September 2001 in seiner Komplexität zu organisieren, so stehen ihm zur Zeit mehr Geld und mehr Terror-Aktivisten zur Verfügung, als Al Qaeda je hatte…… und wir könnten Angriffe auf Einkaufszentren und U-Bahnen sehen

Warum jetzt diese Angriffe?
Kein Zweifel, der IS ist militärisch in der Defensive. Grössere militärische Erfolge, wie insbesondere noch vor einem Jahr: Fehlanzeige.

Gerade ist die strategisch wichtige Stadt Sindschar in die Hände der Peschmerga gefallen, und der Weg nach Raqqa, der Hauptstadt der IS-Terrorgruppe ist offen.

Die ständigen Bombardements aus der Luft, insbesondere nachdem auch Russland in die Kämpfe in Syrien eingegriffen hat – der IS besitzt keine Flugabwehrraketen – hat offenbar viele Kämpfer zermürbt.

Die Geschwindigkeit, mit der die Stadt Sindschar eingenommen wurde – vorausgesagt waren mehrere Wochen, in der Tat waren es aber nur zwei Tage – lässt vermuten, dass die Kampfmoral der IS-Kämpfer erheblich gelitten hat. Ein spektakulärer Anschlag gegen die „ungläubigen Todfeinde“ wurde daher umso dringender.

Überreaktion angestrebt

Die Anschläge sollen natürlich auch Frankreich veranlassen, Bodentruppen nach Syrien zu schicken, die man dann in einen langen Guerillakampf glaubt verwickeln zu können.

Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass IS – eine Abspaltung aus der Terrorgruppe Al Qaida im Irak, eine Folge des Einmarsches der USA in den Irak im Jahre 2003 ist, und dann Folge der Politik des schiitischen Ministerpräsidenten Maliki, der die sunnitische Minderheit unterdrückte, und damit die bereits weit fortgeschrittene Selbstbefreiung dieser Volksgruppe von der Al Qaida im Irak zunichte machte.

Ironie der Geschichte

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Frankreich mit seinem damaligen Staatspräsidenten Chirac sich strikt gegen einen Einsatz im Irak aussprach, worauf der damalige britische Premier Tony Blair zu seinen Beratern bemerkte:

„Armer alter Chirac, er versteht gar nichts mehr“

und Murdochs britische Presse Chirac als einem „Wurm“ beschimpfte.

Al Qaida überholt
Der Anschlag von Paris zeigt darüber hinaus noch einmal deutlich, dass Al Qaida längst vom IS überholt wurde. Nennenswerte Anschläge kann diese Terrorgruppe kaum noch vorweisen, und der IS hat es meisterhaft verstanden, die sozialen Medien wie Twitter und Facebook als Propaganda- und Rekrutierungsinstrument zu nutzen.

Das wird von Jessica Stern und J.M. Berger hervorragend in ihrem Buch dargestellt.

Fazit
Wir werden, so bitter das ist, weiter mit Anschlägen rechnen müssen, auch nach der irgendwann zu erwartenden militärischen Niederlage des IS.

Wir befinden uns tatsächlich in einer Art Low-Level- Kriegszustand, auch wenn die Anschläge das Bild eines grossen Krieges vermitteln sollen.

Wer jedoch feststellt, dass die zweite Generation der Einwanderer aus Algerien und Marokko, die in den 60er und 70er Jahren nach Frankreich kamen, und die trotz französischen Pässen immer noch als „2nd Generation Immigrants“ bezeichnet und entsprechend diskriminiert werden, der kann eine Ahnung davon bekommen, was nicht gelungene Integration bedeutet.

Merkels „Wir schaffen das“ lädt zu Zweifeln ein.

Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen
Irak-Krieg 2003: Eine Entschuldigung reicht nicht – Tony Blair versucht sich als Opfer von Geheimdienst-Irrtümern darzustellen
Ex-Premier Tony Blair, Medien-Tycoon Rupert Murdoch und der radikale Islam
Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg
Alkohol, Angriffskrieg und Abneigung: Tony Blair veröffentlicht seine Memoiren
Der lange Weg zur Wahrheit – oder: Wie Tony Blairs Irak-Krieg-Lügengebäude demontiert wird
ABRECHNUNG – Sir Richard Dearlove (MI6) gegen Tony Blair
Ehemaliger Geheimdienstchef Grossbritanniens, Richard Dearlove: Saudi Arabien steckt hinter den Sunni-Terroristen der ISIS

ISIS-Salafi-Terror-Chef Abu Bakr al-Baghdadi (alias Ibrahim Awwad Ibrahim): „So ein Tag, so wunderschön wie heute“
Irak, der Bürgerkrieg und seine Sponsoren
Bombenanschläge im Irak – was sind die Ziele der Terror-Salafisten?
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Die Gewinner des ägyptischen Bürgerkriegs sind die Terror-Salafisten
Ägypten vor dem Bürgerkrieg?
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?

Entwicklungshilfe

Europas „Hilfe“ für Afrika: 2 Milliarden US Dollar „Kopfgelder“ für einige afrikanische Regierungen

Dr. Alexander von Paleske —- 12.11. 2015 ——
Europäische Staatsmänner trafen sich gestern und heute mit einer Reihe von afrikanischen Staatsmännern in Malta, um über ein Ende der Flüchtlingsströme von Afrika über das Mittelmeer nach Europa zu beraten.

Europäisches Problem
Für die afrikanischen Regierungschefs handelt es sich um ein europäisches Problem, und sie verweisen darauf, dass es einst eine weisse Migration nach Afrika gegeben habe, die in Versklavung, , Ausbeutung der Rohstoffe, Unterjochung der lokalen Bevölkerung und Landwegnahme geendet habe.

Kolonialismus ein anderes Wort dafür.

Nun kämen eben zur Abwechslung die Afrikaner nach Europa. Kein afrikanisches Problem. Stattdessen ein grosser Vorteil: Die in Europa arbeitenden Afrikaner schicken Geld in ihre Heimatländer, um ihre Familien dort zu unterstützen. Daher: Je mehr Emigration nach Europa, umso besser.

Weg mit Handelsbeschränkungen und Nahrungsmittel-Dumping
Sie forderten, die Handelsbeschränkungen aufzuheben und das Dumping von subventionierten Nahrungsmittel-Überschüssen in Afrika endlich zu beenden, das die afrikanischen Bauern in den Ruin treibe..

Geld für Rücknahme
Den Europäern geht es vor allem darum, wenn sie die Migration schon nicht stoppen können, wenigstens diese unerwünschten afrikanischen Immigranten schnellstmöglich wieder loszuwerden – gegen Geld, das sie einigen Afrikanischen Regierungen zuschanzen wollen.
Die sollen dann umgekehrt keine Schwierigkeiten machen, wenn ein Flugzeug aus Europa im Schnellverfahren abgelehnte Migranten in einem afrikanischen Land ausspuckt.


Angela Merkel bei der Unterzeichnung

Die Gruppe der als „sicher“ angesehenen Länder wird praktischerweise entsprechend erweitert.

Keine Entwicklungshilfe, sondern „Kopfgeld“
Es handelt sich bei den von Europa angebotenen 2 Milliarden US Dollar keineswegs um Entwicklungshilfe, sondern um notdürftig kaschiertes „Kopfgeld“: An der Armut, in den afrikanischen Ländern, der Hauptgrund für die Miigration unter Lebensgefahr, wird sich mit dieser Kopfprämie natürlich nichts ändern.

Mehr noch: afrikanische Länder, die jetzt bereits unter der Migration stöhnen, wie Südafrika, wohin bereits rund 2 Millionen Simbabwer angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Lage in ihrem Heimatland emigriert sind, werden in Zukunft nicht etwa mehr unterstützt, sondern von dort werden Entwicklungshilfegelder abgezogen.
Dänemark hat bereits den Anfang gemacht, schliesst die Botschaften in Mozambique und Simbabwe und lässt alle Entwicklungsprojekte auslaufen, wir berichteten darüber..

Pure Heuchelei

Ein heuchlerischer Vertrag, der in Hauptstadt Maltas heute abgeschlossen wurde.
Zumal Europa für diese Flüchtlingskrise mit verantwortlich zeichnet:.

– Die Beseitigung des libyschen Staatschefs Gaddafi mit aktiver Hilfe aus den USA, Frankreich und Grossbritannien hat das Land dem Bürgerkrieg mit den Islamisten geöffnet, eine funktionsfähige Regierung gibt es nicht mehr, und so konnte sich das Land zu einem Sprungbrett für afrikanische Migranten nach Europa entwickeln.

– Der Syrienkonflikt, der bereits im Anfang durch Verhandlungen hätte gelöst werden können, wurde im Gegenteil durch die USA, europäische Länder, aber auch durch die Türkei, Saudi Arabien und Katar ordentlich angeheizt.

– Vom Irakkonflikt nach dem Einmarsch von US-Truppen und deren Verbündeten im Jahre 2003 ganz zu schweigen

– Afghanistan, wo fast eine Billion US-Dollar in den Krieg gepumpt wurden, die Lage der Bevölkerung sich jedoch keinen Jota gebessert hat, und wo der Krieg als Buergerkrieg heftiger denn je tobt.

Die Flüchtlingswellen das Resultat dieser Konflikte

Afrika braucht Entwicklungshilfe, die den Namen verdient, keine Kopfgelder, Syrien, Irak und Afghanistan brauchen endlich Frieden.

linkKürzung der Entwicklungshilfe im südlichen Afrika als Folge der Flüchtlingskrise

linkMörderischer Fremdenhass in Südafrika

linkKrisenrepublik Südafrika – 42 Tote und 15.000 interne Flüchtlinge

linkSüdafrika: Krieg in den Townships

SATIRE

Ist BILD-Kai (Diekmann) eine Leiche?

Dr. Alexander von Paleske — 10.11. 2015 — Die Antwort lautet ja, aber nur im Tatort-Krimi.

BILD-Kai muss zwar bald die Leitung der BILD-Zeitung abgeben, aber auch das macht ihn nicht zu einer Leiche, einer Chefredakteurs-Leiche, denn er steigt nicht ab, wie ein Gruftie, sondern weiter auf.

Kettenhund-Frauchen

Zum ersten Mal darf jetzt eine Frau Springers Kettenhund und Gelddruckmaschine BILD ausführen. Der Name dieser Frau: Tanit Koch. Nennen wir sie doch einfach Tante Koch.

Wie, noch nie gehört? Werdet ihr aber bald kennenlernen. Und ob.

Das gab’s nur einmal
Aber: so einen Teufelskerl wie BILD-Kai gibt es so schnell nicht wieder: Leiche und trotzdem quicklebendig.

An Niveau war die BILD, eine „Missgeburt des Jornalismus“, ja traditionsgemäss kaum noch zu unterbieten. Daran hat natürlich auch König Kai nichts geändert: Warum etwas neu erfinden, was bisher schon Millionen von Dukaten in die Taschen von Elfriede Springer spülte und weiter spült, auch wenn die Auflage unter dem Zepter von King Kai sich glatt auf 2 Millionen Exemplare halbiert hat? Letzteres ist einfach dem Trend der Zeit, nicht aber unserem Kai zuzuschreiben.

Aber immerhin haben dessen Reporter sogar einen Bundespräsidenten (Wulff) zur Strecke gebracht.

Keine Interviews mit Toten
Schlagzeilen wie:

BILD sprach zuerst mit dem Toten”

gab es mit Diekmann natürlich nicht. Er war vielmehr politischer Schönwetter-Fachmann, Leichenbestatter, Fahrstuhlführer, der entschied, wer rauffuhr, und für wen es abwärts zu gehen hatte.

Er war Polit-Pathologe, und gleichzeitig Merkels politischer Leibarzt, alles in einem. Das soll mal jemand nachmachen.

Seine Vorgänger Hagen, Boenisch, Prinz, Tiedje, Larass, und wie sie alle hiessen, konnten draufdreschen, die Wahrheit verfälschen, aber Diekmann suchte das Gespräch – vor dem Draufdreschen natürlich, nicht hinterher.

Ja, auch mit BILD-Todfeind Günter Wallraff, der sich dereinst in die BILD-Redaktion in Hannover reingeschlichen, und aus dieser “’Gift-Küche“ detailliert berichtete hatte, wollte er Frieden schliessen. Der hätte ja, statt für den Insel-Porno-TV-Kanal RTL, auch mal etwas Sensationelles für die BILD liefern können, In der Art:

“Menschenfleisch in Hamburger gefunden: werden wir jetzt zu Kannibalen?”

Nun also ist die Ära BILD-Diekmann bald vorbei. Schade, an so einem Mannsbild kann man sich richtig abarbeiten. Einer,

– der sich nicht scheute, auf Einladung selbst die ehemals linke TAGESZEITUNG (TAZ) zu leiten – wenn auch nur für einen Tag.

– Der Anteilsscheine an der TAZ erwarb, und auf deren Gesellschafterversammlung auftrat, dort für Bezahl-Internetauftritte warb.


BILD-Kai auf der TAZ Genossenschafts-Versammlung

.
– Der Promis wie die Berufs-Feministin Alice Schwarzer zu Kolumnistinnen machte, und den Bierflasche-tot-freu-Franz Josef Wagner das schreiben liess, wonach das Volk emotional dürstete.


Alice Schwarzer bei BILD

…..und Spitzen-Qualitätsjournalist Franz Josef Post von Wagner


Franz Josef Post von Wagner…… „Ich bin Deutschland“

– Der Helmut Kohls Wiedervereinigungs-Biografie schrieb, und aus dem Loben gar nicht herauskam.

– Der die Kampagne gegen die Russenpanzer im Berliner Tiergarten lostrat. Hätte das ehemalige SS Mitglied und oberster Bodyguard Axel Springers, namens Paul Carell (richtiger profaner Name: Paul Karl Schmidt), auch nicht besser machen können.

BILD als Suchtfaktor
BILD muss süchtig machen, erklärte er dereinst.. Das gilt natürlich nicht nur für die Leser, sondern auch für die Chefredakteure.

Aber Diekmann braucht nicht in eine Entziehungskur, denn er bleibt ja Oberaufseher für das schrumpfende BILD-Printmedien-Geschäft.

Wir werden weiter von ihm hören: entweder direkt, oder in People-Magazinen wie der BUNTEN.. Das ist doch beruhigend.

Tschüss BILD-Kai, wir werden Dich vermissen!

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Entwicklungshilfe

Kürzung der Entwicklungshilfe im südlichen Afrika als Folge der Flüchtlingskrise

Dr. Alexander von Paleske — 9.11. 2015 —
Es war eine kleine Meldung in der hiesigen lokalen Presse: Dänemark schliesst seine Botschaft in Simbabwe.

Phasing out
Alle Entwicklungshilfeprojekte der staatlichen Entwicklungshilfeagentur DANIDA (Danish International Development Agency) laufen nächstes Jahr aus, und werden nicht mehr erneuert.


DANIDA. .raus aus dem südlichen Afrika

Parallel dazu wird auch die Botschaft in Mozambique geschlossen.

Der scheidende dänische Botschafter in Simbabwe, Erik Rasmussen, erklärte dazu:

“We are phasing out assistance to Southern Africa”,

Zwei Jahre zuvor war bereits die Botschaft in Lusaka/Sambia geschlossen worden.

Ebenfalls zieht sich Dänemark mit seiner Entwicklungshilfe aus Bolivien, Vietnam, Indonesien, Nepal und Pakistan zurück.

Der Aussenminister Dänemarks, Kristian Jansen, erklärte ergänzend, man wolle nunmehr sich auf diejenigen Länder konzentrieren, die den höchsten Anteil von Flüchtlingen nach Europa stellen,

Wörtlich:

We want to focus on combating the root causes of migration, and especially contribute to efforts in areas affected by conflict and displacement in the Middle East and Africa”

Mit anderen Worten, die neue Aufgabe der Entwicklungshilfe ist es: die Flüchtlinge und Migranten sich vom Hals zu halten.

Das südliche Afrika war einst ein Schwerpunkt der dänischen Entwicklungshilfe, auch im Gesundheitswesen.

Aus und vorbei
Dänemark gehört zu den ganz wenigen Ländern, welche die von der UN geforderten 0,7% des Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe ausgeben.

Aber auch hier im südlichen Afrika gibt es Migration: rund zwei bis drei Millionen Simbabwer – genaue Zahlen existieren nicht – leben mittlerweile in Südafrika was dort zu Lohndumping und sozialen Konflikten geführt hat. Die Migration ist Folge der miserablen wirtschaftlichen Verhältnisse im Heimatland.

Die Gründe für die Migration sollen nur in den Ländern gemildert werden, deren Bewohner an die Tür Europas, nicht jedoch Südafrikas klopfen.

Dänemark dürfte kaum das einzige Land Europas bleiben, das einen derartigen Kurswechsel in der Entwicklungshilfe-Politik vollzieht.

Keine guten Nachrichten für das südliche Afrika – und andere Länder, deren Einwohner sich (noch) nicht auf den Weg nach Europa gemacht haben.

linkMörderischer Fremdenhass in Südafrika

linkKrisenrepublik Südafrika – 42 Tote und 15.000 interne Flüchtlinge

linkSüdafrika: Krieg in den Townships

Krieg

Bombenstimmung bei der Bundeswehr–Führung: In Afghanistan soll’s wieder richtig losgehen

Dr. Alexander von Paleske —– 6.11. 2015 —–
Angesichts der kaum überraschenden Unfähigkeit der afghanischen Armee, den Vormarsch der Taliban aufzuhalten, heisst die neue Devise bei der Bundeswehrführung offenbar: Zurück und feste druff.

Wieder Kriegseinsatz
Nach Ansicht des Deutschen Vier-Sterne-Generals Hans Lothar Domröse, soll die NATO, und damit auch die Bundeswehr, wieder zum aktiven Kriegseinsatz nach Afghanistan zurückkehren.


General Domröse …..brauchen robuste Beratung

um die lokalen Sicherheitskräfte wieder stärker militärisch zu unterstützen“

wie der Vier-Sterne-„Kommisskopf“ verlauten liess.

Weiter schwadronierte er:

„Wir brauchen eine robuste Beratung.“

Dass dies alles nichts mehr mit „Beratung“ zu tun hat, sondern ein aktives Eingreifen in das Kriegsgeschehen bedeutet, dürfte ja wohl klar sein.

Infos aus dem Offizierskasino?
Der Herr General, der selbst in Afghanistan im Jahre 2008 als Kommandeur eingesetzt war, kann ganz offensichtlich nicht begreifen, dass der Krieg in Afghanistan verloren ist, und es jetzt nur noch darum gehen kann einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen energisch zu betreiben.

Nicht aufzuhalten
Die Machtübernahme der Taliban ist letztlich nicht zu verhindern, mit oder ohne deutsche und alliierte Kampfflugzeuge
.
Oft genug wurde bei Luftangriffen die Zivilbevölkerung getroffen. Der schreckliche Angriff auf den Tanklaster in Kunduz 2009, bei dem mehr als 100 Zivilisten starben, ist unvergessen.

Der jüngste Angriff von US-Flugzeugen auf das Krankenhaus in Kunduz rundet die Schreckensbilanz ab.

„Grundsätzlich müsse man die Frage der militärischen Unterstützungsleistungen der Nato für die Afghanen noch einmal neu überdenken“

meint General Domröse, der offenbar nicht verstehen kann, warum die die afghanische Armee in allem „hinterherhängt“:

– Weil die Armee der korrupten Regierung in Kabul keinerlei nennenswerte Unterstützung unter der Bevölkerung hat, und auch nicht mehr haben wird, auch und schon gar nicht durch erneute Bombenangriffe.

– Weil längst die Taliban ihre Parallelstrukturen samt Verwaltung, Gouverneuren und Gerichtsbarkeit in fast allen Provinzen errichtet haben..

Die Regierung in Kabul hat in weiten Teilen des Landes nichts mehr zu sagen.


Taliban in Afghanistan – Screenshot: Dr. v. Paleske

Das ist keine militärische sondern eine hochpolitische Frage. Die anfänglichen Sympathien bei der Bevölkerung nach Vertreibung der Taliban aus Kabul im Jahre 2002, sind längst verflogen, nachdem sich an der bejammernswerten Lage der Bevölkerung nichts änderte, und immer mehr Zivilisten Opfer der kriegerischen Auseinandersetzungen wurden.
.
In fataler Weise erinnert das Vorgehen des Generals Domröse an den General Westmoreland im Vietnamkrieg, der auch immer mehr Bombenangriffe forderte, um den Vietcong zu besiegen, bis die US-Regierung ihn schliesslich absetzte.

Und früher schon General Douglas MacArthur, der im Koreakrieg gegen China Atombomben einsetzen wollte und daraufhin gefeuert wurde.

IS ante portas

Noch hat der IS keine feste Basis in Afghanistan, das könnte sich mit der Verlängerung des Kriegs aber noch ändern.
Auf der Tagesordnung kann aus alledem nur der Abzug stehen, nichts anderes.

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SATIRE

Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdoğan dankt Angela Merkel für die tatkräftige Wahlhilfe

Dr. Alexander von Paleske —– 2.11. 2015 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Recep Tayyip Erdoğan
Präsidentenpalais
Ankara
Türkei

An
Angela Merkel
Bundeskanzlerin
Im Regierungsviertel 1
Berlin
Deutschland

Guten Tag sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

ganz, ganz herzlichen Dank für Ihre Glückwünsche zum gestrigen Wahlsieg meiner Partei, der AKP.


Ich bei der Stimmabgabe gestern Screenshot: Dr. v. Paleske

Gerade über Ihre Gratulation habe ich mich besonders gefreut, kommt sie doch von einer wahren Unterstützerin, nicht nur der Türkei, sondern auch von mir und meiner AKP.


Strahle nach der WahlScreenshot: Dr. v. Paleske

Ihr Besuch bei mir so kurz vor der Wahl hat meinem Volk signalisiert: Der Erdogan hat viele mächtige Freunde im Westen, der macht offenbar die richtige Politik.

Das hat der Kurden-Partei HDP Stimmen gekostet und ich bin jetzt glücklicherweise nicht mehr gezwungen irgendwelche faulen Kompromisse mit irgendwelchen Oppositionsparteien schliessen zu müssen..

Taktik der Gewalt positiv überzeugend gewirkt
Die von mir eingeschlagene Taktik im Wahlkampf hat sich voll ausgezahlt.

Meine Idee war: wir kreieren Chaos und Unruhe und preisen uns dann als die einzigen Friedensstifter an, ein Prinzip, das wir uns bei der italienischen Mafia abgeguckt haben.

So haben wir als erstes den Waffenstillstand mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gebrochen, indem wir deren Stellungen im Irak und in Syrien angegriffen haben.

Wir haben inständig gehofft, dass die PKK so dumm ist, in der Türkei Rache zu nehmen, also unser Militär anzugreifen, und uns so nachträglich die Rechtfertigung für unser Vorgehen frei Haus zu liefern.

In die Falle getappt

Die PKK ist auch prompt in diese Falle getappt. Wir liessen uns dann die Gelegenheit nicht entgehen, auch PKK Hochburgen in unserem Land selbst, wie Dyabakir mit militärischen Mitteln eine blutige Lektion zu erteilen, die den Einwohnern signalisiert: Mit dem Erdogan ist nicht zu spassen. Besser wir wählen den und haben dann unsere Ruhe, statt die PKK zu unterstützen bzw. die HDP zu wählen..

Die Luftangriffe im Irak und Syrien haben wir unter dem Vorwand veranstaltet, die Terroristen des IS anzugreifen. Über deren Gebiet haben wir als Tarnung auch ein paar Bomben abgeworfen, die allerdings keinen grossen Schaden angerichtet haben.

IS kein wirklicher Feind
Nach wie vor haben wir kein Interesse daran, den IS mit Bodentruppen anzugreifen, und denen im Ruck- Zuck-Verfahren den Garaus zu machen, denn der IS hilft ja gerade uns auf vielfältige Weise:

– Zum einen den syrischen Präsidenten Assad loszuwerden, und damit die unerträgliche Schiiten(Alawiten)-)Herrschaft zu beseitigen.

– Zum anderen auch die Kurden in Kämpfe zu verwickeln. Kurden sind Kurden, ob Peschmerga oder PKK, alles die gleichen bewaffneten Schafshirten-Banditen, die von einem eigenen Kurdenstaat träumen.

Mit der IS in unserem Vaterland sind wir prima klargekommen. Deren Ausländerbrigaden liessen wir über unser Staatsgebiet nach Syrien einreisen.

Ausserdem haben sie zwei Attentate mit hoher Zahl an Toten organisiert, die sich gegen Kurden und deren Unterstützer richteten.

Zuletzt der grosse Anschlag in Istanbul. Davon hatten wir natürlich vorab über unseren hervorragenden Geheimdienst Kenntnis, der diese IS-Sympathisanten in dem kleinen Kaff namens Adiyaman überwachten, wo die sich in ihrer Teestube regelmässig trafen.


IS-Treffpunkt: Teestube in AdiyamanScreenshot: Dr. v. Paleske

Nach diesem Bombenanschlag waren viele noch schwankende Landsleute überzeugt: Wir brauchen vor allem Frieden, und den kann nur der Erdogan liefern.

Medien angegriffen
Dann haben wir schliesslich auch noch der liberalen Presse vor der Wahl einen Maulkorb verpasst und die missliebigen Stationen Bugün TV und Kanaltürk abgeschaltet.

Unsere Pläne nach der Wahl.
Als erstes werden wir die Demonstrationsfreiheit weiter einschränken, ebenso die Pressefreiheit.
Widerspruch gegen meine Politik wird nicht mehr geduldet.

Die Kozak-Ipek Medien Holding werden wir zerschlagen.

Ich selbst will eine Verfassungsänderung, um mich zum neuen Türkei-Kalifen, zum unumschränkten Herrscher aufzuschwingen.
Für meine hochfliegenden Pläne zur Rücksichtslos-Modernisierung brauche ich natürlich einiges Geld..

Meine Geldgeber
Zusagen habe ich bereits von Katar und der Wahabiten-Islamisten-Republik Saudi-Arabien. Beide verfolgen meine Syrien-Politik mit grossem Wohlgefallen.

Aber auch Deutschland muss zahlen, darauf haben wir uns beide ja prinzipiell geeinigt, als Gegenleistung dafür, dass wir unsere Küsten für Flüchtlinge unsicher machen, und den Verkauf von Schlauchbooten, Aussenbordmotoren und Schwimmwesten unterbinden.

Liebe Frau Merkel, ich denke, hier handelt es sich um ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: Hunderttausende Flüchtlinge weniger gegen Multimilliarden für die Türkei. Das wird Ihnen auch innenpolitisch etwas Luft verschaffen.

Alles wird gut, Inschallah

Ihr sehr verbundener

Recep Tayyip Erdogan

Türkischer Präsident Erdoğan schreibt an Angela Merkel: „Das sind meine wirklichen politischen Ziele“

Aussenpolitik Deutschlands und westlicher Länder: Bis alles in Scherben fällt

Zu IS
Tod in Damaskus – Vier Jahre Krieg in Syrien
Schlachthaus Syrien – Chaospolitik des Westens
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?
Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

Medizin

Weltgesundheitsgipfel (World Health Summit) in Berlin und Antibiotikaresistenz

Dr. Alexander von Paleske — 31.10. 2015 —
Vor zwei Wochen tagte in Berlin der Weltgesundheitsgipfel, der World Health Summit. Wir haben kontinuierlich und kritisch über diesen jährlichen „Gipfel der Anmassung“, der erstmals 2009 stattfand, berichtet.


World Health Summit

Das Medieninteresse an diesem Ereignis, das auch dieses Jahr wieder im Auswärtigen Amt in Berlin veranstaltet wurde, hält sich mittlerweile in Grenzen.

Ansprüchen nicht gerecht geworden
Von einem derartigen Summit, der den Namen wirklich verdient, werden tiefgehende Analysen und vorwärtstreibende Beschlüsse angesichts der enormen Probleme im Gesundheitswesen weltweit erwartet, welche auch und gerade die Politiker zum Handeln drängen sollen.
Davon konnte jedoch in den vergangenen Jahren keine Rede sein, und das hat sich auch dieses Jahr nicht geändert.

Der Editor der hochangesehenen Medizinzeitung The Lancet, Richard Horton, der in der Anfangszeit diesen Kongress nicht nur mit seiner Anwesenheit und publizistisch unterstützte, sondern auch als Vortragsredner dort auftrat, musste bereits vor zwei Jahren enttäuscht feststellen, dass auf diesem Summit zwar viel geredet, aber keine Konsequenzen von diesem Summit ausgehen – wie sollten sie auch.

„Eine Menge Gerede, aber keine Handlung“ so Richard Horton .

Wir hatten ihn bereits vor 5 Jahren in einem offenen Brief aufgefordert, sich von diesem Summit zu distanzieren, statt ihn publizistisch und durch seine Anwesenheit zu unterstützen.

Wie beim World Economic Forum in Davos, dem dieser Summit nachempfunden ist, gilt auch hier:

„Eine Plattform um Beziehungen zu knüpfen, und ein wenig im globalen Wind zu schnüffeln“.

Regierungsnah
Eröffnet wurde die diesjährige Veranstaltung, zu der 1500 Personen angereist kamen, regierungsnah im Auswärtigen Amt von Bundesgesundheitsminister Gröhe, der in Deutschland bisher nicht durch entschlossenes Anpacken der Probleme im Gesundheitswesen aufgefallen ist.
Ganz im Gegenteil: der durch seine Einsparungs- Massnahmen die Probleme eher noch verschärft hat, und wohl weiter verschärfen wird.

Das Thema Antibiotikaresistenz
Die Entwicklung der dramatisch zunehmenden Antibiotikaresistenz, die zu einer globalen Katastrophe zu werden droht war schliesslich auch eines der zentralen Summit-Themen dieses Jahr. Bereits heute sterben 15.000 Menschern jährlich in Deutschland an resistenten Keimen, in den USA sieht es nicht besser aus.

Von einem Summit hätte man erwarten dürfen, dass dieses Thema von Beginn an ganz oben auf die Prioritätsliste setzt und Vorschläge gemacht werden, wie die „Brutstätten“ der Antibiotikaresistenz „trockenzulegen“, jedoch Fehlanzeige.

Zu den erforderlichen Massnahmen gehört vor allem das Verbot des umfangreichen Einsatzes von Antibiotika in der Massentierhaltung, und damit letztlich die Forderung nach dem Verbot der Massentierhaltung insgesamt. Auch hier natürlich Fehlanzeige

Medizinzeitungen nicht besser
In einigen Medizinzeitungen, wie z.B. dem hessischen Ärzteblatt in seiner Oktoberausgabe 2015 wird die Antibiotikagabe in der Veterinärmedizin sogar eher verharmlost.


Hessisches Ärzteblatt Oktober 2015 …….Foto der Hühnerhofidylle verharmlost Probleme der Massentierhaltung

Unterschlagen wird dort auch, dass in der Veterinärmedizin rund 40 mal so viele Antibiotika eingesetzt wurden, wie in allen Krankenhäusern zusammen. Und immer noch 7 mal so viel wie in der gesamten Humanmedizin.

Als grosser Erfolg wird hingegen gefeiert, dass der Verbrauch von Antibiotika in der Tiermedizin um 468 Tonnen pro Jahr zurückgefahren wurde: von 1706 Tonnenh (2011) auf 1238 Tonnen (2014).

Wer sich die Tabelle der eingesetzten Antibiotika ansieht, der muss jedoch rasch feststellen: der Verbrauch von potenten Antibiotika in der Massentierhaltung,wie Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. Generation, die nur bei schweren Erkrankungen in der Humanmedizin zum Einsatz kommen sollten, keineswegs abgenommen, vielmehr zugenommen hat.

Wörtlich heisst es im hessischen Ärzteblatt:

Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung wird immer wieder kontrovers diskutiert. Es ist unbestritten, dass bei akuten bakteriellen Infektionen auch die antibakterielle Therapie bei erkrankten Tieren das Mittel der Wahl ist. Hier sind Tierärzte und Landwirte allein aus Tierschutzgründen verpflichtet, eine möglichst schnelle Heilung anzustreben.

Ziemlicher Unfug
Unterschlagen wird, dass in der Geflügel-Massentierhaltung es keines der Viecher ohne Antibiotika bis zum Schlachttag schafft. Die Ärzteschaft soll offenbar für dumm verkauft werden.

Hinzu kommt dann noch die mangelnde Hygiene in den Schlachthöfen. Im vergangenen Jahr infizierten sich rund 71.000 Menschen mit Campylobacter, 2004 sind es nur rund 55.000 gewesen.

Mehr noch: dass Antibiotikagabe bei resistenten Bakterien deren Übertragbarkeit und Aggressivität steigert.

Und anders als in der 70er und 80er Jahren, als eine grosse Zahl neuer, hochwirksame Antibiotika auf den Markt kamen, kann davon mittlerweile keine Rede mehr sein.

Angeblich befinden sich jetzt aber 20 neue Antibiotika in den Pipelines der Pharmaindustrie, allerdings keine neuen Substanzklassen, sondern Weiterentwicklungen von bereits eingeführten Antibiotika. Und bei dem bisherigen Antibiotikaverbrauch ist damit zu rechnen, dass sich Resistenzen rasch bilden werden..

Fazit
Weder brauchen wir den mit Steuergeldern geförderten World Health Summit, noch den verantwortungslosen Einsatz von Antibioika. Ersterer ein Ärgernis, letzteres eine weltweite Gesundheitsgefahr .

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