SATIRE

Obergrüne Katrin Göring-Eckardt: Wir schlagen ein neues Kapitel unserer Friedenspolitik auf: Die aggressive Vorwärtsverteidigung

Dr. Alexander von Paleske —— 13.10. 2014 ——
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Katrin Göring-Eckardt
Obergrüne, abgebrochene Theologiestudentin
Grünes Einsatzzentrum
Reichstagsgebäude
Berlin

Guten Morgen Grüninnen und Grüne
Guten Morgen Deutschland,
.

gestern habe ich ein neues Kapitel unserer grünen Friedenspolitik aufgeschlagen: Die aggressive Vorwärtsverteidigung des Deutschen Vaterlandes im entfernten Ausland mit Kampfeinsatz der Bundeswehr.

Wir haben auf dem Weg der Friedensbewegung bis jetzt zu den Kampfeinsätzen auch politisch einen weiten Weg zurückgelegt, und viel friedenspolitischen Unsinns-Ballast abgeworfen.

Wichtige Meilen- (Hinkel-)Steine auf diesem (Holz-)Weg verdanken wir gerade auch dem Grössten Deutschen Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ) Joseph Martin (Joschka) Fischer, mit der deutschen Beteiligung im Jugoslawienfeldzug.

Patriotismus bewiesen
Unsere patriotische Gesinnung haben wir dabei durch das wiederholte Abnicken des (sinnlosen) Krieges in Afghanistan hinreichend unter Beweis gestellt.

Aus Afghanistan machen wir jetzt einen taktischen Rückzug, um woanders dem Islamismus noch kräftiger aufs Haupt zu schlagen: Im Irak und Syrien. Andere Länder wie Libyen können durchaus folgen.

Nachdem der von uns seinerzeit ins Rennen geschickte Freiheitsapostel und jetzige Bundespräsident Joachim Gauck in seiner historischen Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang des Jahres der Deutschen Volksgemeinschaft bereits gezeigt hat, dass in Zukunft international das Deutschlandlied gespielt und die Bundeskriegsflagge gehisst wird, und wir uns so von dem Odium des „Drückebergers der Nationen“ befreien, habe ich gestern in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung noch einmal mit der Kriegskelle nachgelangt:

„Wir müssen initiativ werden im Kampf gegen die Radikalinskis von der IS, und zwar mit den Kampftruppen der Bundeswehr“.


Das bin ich …..vorwärts mit den Kampftruppen der Bundeswehr

Friedensappelle sind von gestern
Friedensappelle sind etwas aus der Steinzeit der Friedensbewegung.
Ich selbst bin ja in der glücklichen Lage, ein Theologiestudium nie abgeschlossen zu haben, so dass ich weder die Bergpredigt, noch das Gebot „Du sollst nicht töten“ predigen muss.

Bei mir hat sich aus meinen Studien vielmehr der Satz:

“Aug um Auge Zahn um Zahn“

eingeprägt.

Wie weiland die Sozialdemokraten bei der Bewilligung der Kriegskredite für den 1. Weltkrieg, wollen wir Grünen nicht abseits stehen, wenn wieder das Halali zum Krieg geblasen wird.

Allerdings wollen wir Grüne mit unserer Zustimmung durchsetzen, dass wenigstens ein Veggie-Day bei der kämpfenden Truppe eingeführt wird. Ein wichtiger Beitrag zum ökologischen Umbau der Bundeswehr!

Deutsche, Ich rufe Euch allen zu:

– Deutschland, Deutschland über alles

– Nieder mit dem Islamismus

– Hoch lebe die grüne friedensstiftende aggressive Vorwärtsverteidigung

Katrin Göring Eckardt, MdB
Obergrüne

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Medizin

Ein Ende der Transplantationsskandale in Deutschland?

Dr. Alexander von Paleske —- 12.10. 2014 — Nun also auch das Herzzentrum in Berlin, wo offenbar die Warteliste manipuliert wurde: Patienten rutschten unberechtigt auf der Warteliste nach oben, während andere weiter warten, hoffen und bangen mussten, oder gar verstarben.

Ob diese Manipulationen das Resultat von Bestechungen waren, wird zur Zeit untersucht.

Tausende auf Warteliste
Rund 10.000 Menschen warten in Deutschland auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Nach Angaben der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) verstirbt alle acht Stunden ein Patient, weil er ein lebensrettendes Spenderorgan nicht erhalten kann.

Nach dem Skandal um Organspenden, ausgehend von dem Klinikum Göttingen, hat die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland weiter rapide abgenommen.

Bereits zuvor war sie im Sinken begriffen. Die diversen Skandale haben diesen Trend allerdings beschleunigt. In einer Mitteilung der DSO heisst es dazu:

„Nach dem starken Rückgang der Organspenden in 2012 hat sich diese dramatische Entwicklung in 2013 noch weiter verschärft. Die Zahl der Organspender ist bundesweit um 16,3 Prozent von 1.046 Spender in 2012 auf lediglich 876 gesunken. Dies entspricht einem Durchschnitt von 10,9 Spendern pro eine Million Einwohner, in 2012 waren es noch 12,8 Spender pro eine Million Einwohner. Die Summe der gespendeten Organe sank von 3.511 im Jahr 2012 auf 3.034* in 2013 (-13,6 Prozent). Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 3.247 Spenderorgane aus dem Eurotransplant-Verbund in Deutschland transplantiert, im Jahr 2012 waren es noch 3.706“.

Transplantationsgesetz unzureichend
Der Mangel an Spenderorganen ist zum nicht geringen Teil allerdings auf das im Jahre 1997 verabschiedete Transplantationsgesetz zurückzuführen.

Anders als in anderen europäischen Ländern hält das Transplantationsgesetz – auch nach der letzten Novellierung im Jahre 2012 – am Zustimmungserfordernis fest. Der Patient bzw. seine Angehörigen müssen ihre Zustimmung zur Organentnahme erteilen. Das stellt gerade die behandelnden Ärzte oft vor enorme Schwierigkeiten: Sie müssen den Angehörigen nicht nur den eingetretenen bzw. bevorstehenden Tod mitteilen, sondern auch um die Organentnahme bitten. Insbesondere bei Angehörigen von Unfallopfern eine menschlich sehr schwierige Aufgabe.

Bei der Widerspruchslösung wird die Zustimmung fingiert, es sei denn, der Patient oder dessen Angehörige haben ausdrücklich widersprochen. Damit würde schlagartig der Mangel an Spenderorganen beseitigt bzw. drastisch vermindert werden und die behandelnden Ärzte von der Aufgabe, eine Einwilligung einzuholen, entbinden.

Novellierung abgelehnt
Die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, in bester Erinnerung wegen ihres Dienstwagenskandals, nunmehr Vizepräsidentin des deutschen Bundestages, lehnte 2007 die Vorschläge des Ethikrates jedoch ab, und weigerte sich, eine entsprechende Novelle zum Transplantationsgesetz einzubringen.

Damals wäre dies sicherlich einfacher in Gesetzesform zu giessen gewesen als heute, wo es nach den Transplantationsskandalen zu einem dramatischen Vertrauensverlust in die Ärzteschaft gekommen ist.

Zwar geht es bei dem jetzigen Skandal um gezinkte Wartelisten, aber dieser Vertrauensverlust wirkt sich natürlich dann auch auf die Feststellung des Todeszeitpunkts aus, wann also eine Organentnahme durchgeführt werden darf. Bisher war dies in Deutschland kein ernsthaftes Problem, obgleich es offenbar auch hier einige Fehler gab.

Die Transplantationsskandale verhindern so auch eine dringend notwendige Änderung des Transplantationsgesetzes.

Es wird also vorläufig dabei bleiben: Zu wenige Spenderorgane, viele verzweifelte Patienten – und ein Rest-Risiko für weitere Manipulationen an der Warteliste.

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Katastrophen

Ebola in Westafrika – lässt sich die Epidemie überhaupt noch eindämmen?

Dr. Alexander von Paleske —- 8.10. 2014 — Längst ist die Ebola-Epidemie in den drei westafrikanischen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone ausser Kontrolle, auch dank des Versagens der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Lage richtig einzuschätzen und Alarm auszulösen, aber auch dank der bisher bestenfalls tröpfelnden Hilfe des Westens.

Woanders gerne Hilfe geleistet
Während der Westen unter dem Banner „Demokratieexport“ Milliarden in die mit rechtsradikalen Frontkämpfern gesegnete Klepto-Oligarchenkratenrepublik Ukraine schaufelte, und sofort Millionenbeträge für den Krieg im Nahen Osten, einschliesslich Waffenlieferungen, bereitstellte, ist er gleichzeitig unfähig oder unwillig oder beides, in dieser humanitären Katastrophe grosszügig Hilfe zu leisten.

Die Berichte, insbesondere aus Freetown (Sierra Leone) und Monrovia (Liberia) sind apokalyptisch:

– Menschen, die auf der Strasse sterben und liegenbleiben, bis sie schliesslich eingesammelt werden


Einsammeln von Leichen in Freetown – Screenshot: Dr. v. Paleske

– Schwerkranke Patienten, die von Ambulanzen zu Behandlungszentren gebracht werden, wo aber keine Betten mehr frei sind, sie deshalb am Eingang abgeladen und ihrem Schicksal überlassen werden.

Völlig unzureichende Bettenzahl
In allen drei Ländern zusammen standen bisher nur insgesamt 1200 Betten zur Verfügung – eine lächerliche Zahl schon ohne die Ebola-Epidemie, und das Resultat von jahrzehntelangen Bürgerkriegen in Sierra Leone und Liberia, mit einer nahezu totalen Zerstörung der Infrastruktur.

Die Länder befanden sich gerade auf dem Weg einer wirtschaftlichen Erholung, als die Ebola-Epidemie voll zuschlug.

Das medizinische Personal war völlig unzureichend ausgerüstet, um sich selbst zu schützen, selbst Einmalhandschuhe fehlten in vielen Krankenhäusern.

Das Resultat: 300 Personen des medizinischen Personals, also Krankenschwestern und Ärzte infizierten sich.

Ein Krankenpfleger aus Sierra Leone berichtete heute in der BBC, dass seit Mai dieses Jahres 60 Arbeitskollegen der Epidemie zum Opfer fielen.

WHO: Fehlprognosen aus sicherer Entfernung
Noch vor wenigen Wochen hatte die WHO prognostiziert, im Dezember sei die Epidemie unter Kontrolle und am Abflauen.
Nichts als Wunschdenken.

Die WHO hat mittlerweile ihr Koordinationszentrum in Ghana aufgemacht, dort, wo es bisher keine Ebola gibt. Sicher ist sicher.

Schlimmste Vorhersagen bald übertroffen
Während in den schlimmsten Szenarien seinerzeit von insgesamt 10.000 Toten gesprochen wurde, liegt die Zahl der Toten mittlerweile schon bei fast 4000 und die Zahl der Infizierten bei rund 8000. Von Abflauen der Epidemie kann also bisher keine Rede sein.

So sieht es auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), die dort hervorragende Arbeit leistete, und zwar von Anfang an, und die auch versuchte, die Welt über die ausser Kontrolle geratene Epidemie aufzuklären, während der „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO) zunächst einmal gar nichts unternahm..


Christine Falcone, Leiterin der Ärzte ohne Grenzen (MSF)Gruppe in Sierra Leone, berichtet über die dramatische Lage.

Pessimisten rechnen, wenn es so weiterläuft wie bisher, mit schlimmstenfalls 1 Million Toten – jedenfalls dann, wenn nicht alsbald dringend benötigte Hilfe grosszügig bereitgestellt wird.

Nicht Deutschland
Davon kann auf Seiten Deutschlands bisher keine Rede sein. Nun also soll die Bundeswehr anrücken und Krankenstationen bauen, versorgt mit dem Versprechen der Ministerin von der Leyen, jedes Mitglied der deutschen Hilfstruppe, das an Ebola erkranke, werde ausgeflogen, und dabei glatt vergass, dass die Bundeswehr gar nicht die nötigen Transportkapazitäten hat.

Also wird jetzt überlegt, die deutschen Patienten vor Ort in einem Lazarett zu behandeln.

Es ist die Stunde der grossmäuligen Amateure.

In den betroffenen Ländern droht jetzt auch noch eine Hungersnot. Auch hier muss geholfen werden.

300.000 Unterschriften für einen Hund
Währenddessen wird aus Spanien gemeldet, dass eine Petition im Nu 300.000 Unterschriften gefunden hat – nicht zur Unterstützung des Kampfes gegen Ebola, sondern um zu verhindern, dass der Hund der an Ebola erkrankten Krankenschwester aus Sicherheitsgründen eingeschläfert werden soll .

Santa Maria.


Der mittlerweile eingeschläferte Hund der Krankenschwester. …………mehr als 300.000 Menschen sind auf den Hund gekommen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Ebola – Eine Epidemie ausser Kontrolle
Ebola, Malaria, Medikamentenresistenz und die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Die gute BILD-Zeitung, der gute US-Arzt und das böse Virus
Ebola-Fieber: eine Epidemie gerät ausser Kontrolle
Antibiotikaresistenz – eine Warnung vom „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Medikamente ohne Wirkstoffe – ein hochlukratives Geschäft mit tödlichen Folgen
Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ein teurer, bisher zahnloser Tiger im Kampf gegen gefälschte Medikamente

terror

Malediven: Wird das Touristenparadies zur Terroristenhochburg?

Dr. Alexander von Paleske —– 4.10.2014 —- Am 29.9. 2007 explodierte eine Bombe in Malé , Hauptstadt der Malediven. 12 Touristen wurden dabei verletzt: Zwei Briten, acht Chinesen und zwei Japaner, einige davon schwer.



Malediven

Der Bombenanschlag war das Werk von Terror-Salafisten, offenbar mit Verbindungen zu einem pakistanischen Terror-Netzwerk.

Verhaftung, Verurteilung – und baldige Entlassung
10 Malediver und zwei Ausländer wurden verhaftet – drei davon waren geständig – und wurden zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Jetzt beginnen die Merkwürdigkeiten: Nach drei Jahren wurde für die Haupttäter , Mohamed Sobah und Ahmed Naseer, die Reststrafe von 12 Jahren in eine dreijährige Bewährungsstrafe umgewandelt und beide freigelassen, obgleich die Polizei Ahmed Naseer nach wie vor als gefährlich einstufte.

Paradise lost?
Die Malediven praktizieren „Null Toleranz“ in Sachen Religion. Islam ist Staatsreligion, andere Religionen bzw. deren Ausübung sind verboten, wer Christ ist, verliert automatisch die Staatsbürgerschaft.

Gleichwohl: Die Malediven sind ein Urlaubsparadies, das jährlich von knapp 800.000 Touristen (ca. 77.000 aus Deutschland, 28.000 aus der Schweiz und 15.000 aus Österreich) besucht wird.

Der Bombenanschlag von 2007 hatte keinen nachhaltigen Einfluss auf den Touristenstrom. Es herrschte Ruhe danach dort. Es könnte sich in der Zukunft allerdings um eine trügerische Ruhe handeln, denn:

– rund 200 Malediver kämpfen mittlerweile auf Seiten der ISIS oder IS wie sie sich diese Terrortruppe jetzt nennt, im Irak, fünf davon starben bereits. Die meisten sind ehemalige Angehörige der maledivischen Armee.

– In Malé, der Hauptstadt der Malediven, fand kürzlich eine Demonstration zur Unterstützung der IS statt, auf der auch die schwarzen Banner gezeigt wurden.


Demonstration von IS-Sympathisanten in Malé

– Ein prominenter investigativer Journalist namens Ahmed Rilwan Abdulla wurde mit Waffengewalt aus seiner Wohnung in Male entführt, und ist seitdem verschwunden, vermutlich getötet. Er berichtete kritisch u.a. auch über Islamisten.


Ahmed Rilwan Abdulla mit seiner Mutter – vor zwei Monaten entführt, vermutlich tot.

– Der Führer der säkularen maledivischen Oppositionspartei MDP erhielt Todesdrohungen. Eine der Drohbotschaften zeigte sein Bild zusammen mit dem Bild des von der IS getöteten US-Journalisten James Foley mit der Bildunterschrift: „You‘ll will be the next“

Ehemaliger Präsident warnt
Der ehemalige Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, warnte daher auch während eines Besuchs im September in London in einem Interview mit der britischen Tageszeitung Independent vor der wachsenden Zahl von Salafi-Terror-Anhängern in seinem Lande.


Interview mit Nasheed, Independent vom 14.9. 2014

Die gegenwärtige Regierung unter Präsident Abdullah Yameen sei zu schwach, um diesen Terroristen im eigenen Lande wirksam entgegenzutreten. Hinzu käme, dass Armee und Polizei längst von Salafisten infiltriert seien, das Resultat der „Missionierung“ des Landes durch Saudi-Arabien mit dem Wahabismus und der Finanzierung radikaler Geistlicher.

Nach dem Aufruf zur Tötung von Bürgern weltweit, deren Staaten militärisch den Kampf gegen IS unterstützen, könnte es mit der Ruhe auf den Malediven alsbald vorbei sein, auch wenn der ehemalige Präsident Rasheed insoweit die Gefahr herunterspielt.

Touristen sollten sich jedoch der Gefahr bewusst sein, auch wenn das Auswärtige Amt bisher nicht von Reisen dorthin abrät.

Eine deutsche Botschaft gibt es auf den Malediven nicht. Auch keinen deutschen Generalkonsul. In dringenden Fällen kann ein wohlhabender lokaler Geschäftsmann, der die Funktion eines Honorarkonsuls ausübt, kontaktiert werden – nur in Notfällen wohlgemerkt.
Zuständig ist ansonsten die Deutsche Botschaft in Sri Lanka –
1 1/2 Flugstunden entfernt – und dies trotz 77..000 deutschen Touristen pro Jahr. Wie schön.

Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen
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vermischtes

Eric(h) Bloch – Nachruf auf einen deutsch / simbabweschen jüdischen Weltbürger

Dr. Alexander von Paleske — 25.9. 2014 — Als dem Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, einst vorgeworfen wurde, es liesse keine Pressfreiheit zu, da antwortete der kühl: „Haben Sie nicht die Artikel von Eric Bloch gelesen?“

Wöchentlich schrieb der Chartered Accountant (Steuerberater, Wirtschaftsberater) in der Wochenzeitung Independent in seiner „Eric Bloch Column“ gegen die Fehler in der Wirtschaftspolitik der Regierung an.

Aus parteipolitischen Auseinandersetzungen hielt er sich heraus: weder unterstützte er die Regierungspartei ZANU PF, noch die Oppositionsparteien. Gerade das verlieh seiner Stimme umso mehr Gewicht.

Der ehemalige Gouverneur der simbabweschen Zentralbank, Gideon Gono, Vertrauter von Präsident Robert Mugabe, machte ihn zu seinem Berater..

Minister, die sich von ihm ungerechtfertigt kritisiert fühlten, riefen bei ihm an, um sich zu beschweren, so der vorletzte Wirtschaftsminister Saviour (Erretter) Kasukuwere, zu dem Bloch in seiner Kolumne bemerkte, seine Eltern hätten ihm besser den Namen „Destroyer“ geben sollen (Zerstörer), weil er mit seinen Massnahmen der Wirtschaft Schaden zufügen würde..

Seine Kolumnen strotzten nur so von Sachkenntnis. In vielen Firmen in Simbabwe und Südafrika sass Bloch im Aufsichtsrat, sein Rat war gesucht, denn er hatte profunden Rat anzubieten.

Im jährlichen im Fernsehen übertragenen nationalen Schülerquiz machte er für viele Jahre den Quizmaster.

Seine Steuerberatungsfirma in Bulawayo, der zweitgrössten Stadt Simbabwes, hatte sein aus Deutschland stammender Vater gegründet, der mit seiner Familie noch gerade rechtzeitig dem Holocaust entronnen war.

Eric Bloch wurde 1939 geboren, Geburtsname war Erich, den er später in Eric umwandelte. Seine Eltern wanderten nach einem Zwischenaufenthalt in Südafrika in das damalige Rhodesien weiter.


Eric Bloch

Eric Bloch hatte nicht nur aus Bequemlichkeitsgründen einen deutschen Pass, weil er damit ohne Visum in viele Länder reisen konnte. Er war Deutscher jüdischen Glaubens, simbabwescher Patriot und Weltbürger.

Er nahm die Rolle eines de facto deutschen Konsuls in Bulawayo ein, und wenn ich meine Dokumente zur Weiterleitung an die Deutsche Botschaft in Harare zu ihm brachte, ging es natürlich nicht ohne einen politischen Meinungsaustausch.

Für seine Verdienste um die deutsch- simbabweschen Beziehungen erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
Noch vor wenigen Wochen bat ich ihn um ein Interview, was er sofort zusagte. Nun wird leider ein Nachruf daraus.

Eric Bloch starb nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren am 19.9.2014 in Bulawayo.
Der ehemalige Zentralbankgouverneur Gideon Gono hielt eine Trauerrede.

Krieg

Islamischer Staat (IS), die Kriegskoalition, und die Rückkehr des Terrors im Westen

Dr. Alexander von Paleske —- 24.9. 2014 ——- Heute drohte die philippinische islamistische Terror Gruppe Abu Sayyaf mit der Tötung einer der zwei deutschen Geiseln, die bereits im April von ihrer Jacht in Palawan, im Westen der Philippinen verschleppt worden waren.

Ebenfalls heute tötete die Islamistengruppe namens Jund al-Khilafa (Soldaten des Kalifats) einen Franzosen, der vorgestern gefangen genommen worden war. Die algerische Terrorgruppe hatte zuvor sich al Qaida zugehörig gefühlt, nun aber einen politischen Schwenk zu den noch Radikaleren vollzogen.

Beide Gruppen fordern die Einstellung der Hilfe bzw. die Einstellung der Luftangriffe gegen den IS.

Aufruf zum Terror
Vor zwei Tagen hatte es einen Aufruf führender IS-Terroristen gegeben, Menschen aus Ländern zu ermorden, die im Irak militärisch gegen die IS-Miliz vorgehen.

Es ist wohl nur der Beginn eines globalen Terrors gegen Bürger der Länder, welche diese Terror-Salafisten bekämpfen. Und er wird die Sicherheit in den westlichen Ländern wohl auf lange Zeit massiv beeinträchtigen.

IS wächst auf Kosten von Al Qaida
Während Al Qaida zunehmend an Popularität bei den Radikalislamisten einbüsst, ist die brutale Gewalt der IS in einem Gebiet, das sie Kalifat nennen, und das jetzt verteidigt werden muss, ein offenbar weit stärkerer Magnet.

Während sich al Qaida darauf konzentrierte, spektakuläre Angriffe gegen „den grosssen Satan“, gemeint sind die USA, zu organisieren, beginnend mit den Anschlägen gegen die Botschaften der USA in Kenia und Tansania, schliesslich kulminierend in den Anschlägen auf das World Trade Centre in New York im Jahre 2001, und den Anschlägen in London 2005, geht es IS zunächst einmal um die Errichtung eines Religionsstaates (Kalifats), der sozusagen Modell stehen soll für weitere Kalifate. Globalisierung also später.

Während die Al Qaida-Anhänger als Terror-Reisende unterwegs waren, sind die IS Kämpfer dabei, ein Staatsgebiet zu kreieren, und dort staatliche Strukturen einzurichten (Steuereintreibung, Gerichtsbarkeit, Gesundheitsversorgung, Armenunterstützung).

Aufbau eines Kalifats als erstes Ziel
Während also Al Qaida den Kampf gegen den Grossen Satan mit spektakulären Aktionen an die erste Stelle stellte (Motto: Der Westen greift den Islam an, also müssen wir zurückschlagen) geht es IS zunächst einmal um den Aufbau eines Staates nach ihren Vorstellungen.

Insofern ist es auch nicht überraschend, dass Osama bin Laden in Afghanistan nicht etwa an der Staatsbildung sich beteiligte, sondern Trainingslager unterhielt, um ausländische Kämpfer ausbilden die den Terror in ihre Heimatländer bzw. in westliche Länder bringen sollten, möglichst spektakulär.

Im Irak hingegen verteidigen die lokalen Terror-Salafisten zusammen mit ausländischen Kämpfern, sozusagen als „Internationale Brigaden“, den entstehenden „Gottesstaat“.

Verteidigung durch Tötung
Mit dem Eingreifen westlicher Länder hat diese „Verteidigung“ eine neue Wendung genommen: Verteidigung nicht nur vor Ort, sondern auch durch Angriffe auf Bürger jener Staaten, die das Kalifat angreifen.

Motto: jeder Angriff auf irgendeinen dieser Bürger ist bereits eine Verteidigung des Kalifats. Schliesslich werden sich diese Länder dann zurückziehen.
Das ist es, was diese Gruppe ungleich gefährlicher macht, als Al Qaida.

Nicht von ungefähr
Diese Terroristen kommen jedoch nicht aus dem luftleeren Raum, sie sind das Ergebnis einer langen Entwicklung, die der Westen selbst in erheblichem Masse mit zu verantworten hat: Die USA vor allem durch ihren mit plumpen Lügen gerechtfertigten Einmarsch in den Irak im Jahre 2003. Dort bereiteten sie Al Qaida, welche unter Saddam Hussein dort nicht existent war, das Bett.

Von Al Qaida nabelte sich ISIS (jetzt: IS) ab, mit noch radikaleren Thesen, und noch grösserer Brutalität.

Ideologischer Wegbereiter
Saudi Arabien hat mit seiner Missionierung des Wahabismus, dem Sunni-Radikal-Islamismus ideologisch den Weg bereitet.

Der Wahabismus ist, was Saudi Arabien im Innern bereits praktiziert: Scharia, weitgehende Rechtlosigkeit der Frauen (Verschleierungszwang, kein Führerschein und kein Verreisen ohne männliche Begleitung), und natürlich die Religionspolizei, die für die Einhaltung dieser strikten mittelalterlichen Regeln sorgt und bei Nichteinhaltung körperliche Strafen verhängen darf.

Ebenso verbreitet der Wahabismus den Hass auf die Schiiten, die nicht nur als Ungläubige, sondern schlimmer noch: als Gotteslästerer angesehen werden.

Nur in zwei Punkten unterscheidet sich Saudi Arabien von den Salafi-Terroristen – abgesehen von der Brutalität:

1. Dem Königshaus mit Hunderten parasitärer Prinzen samt Gefolge statt einem Kalifen, also einem religiösen Führer der nicht gewählt sondern erwählt ist.

2. In dem Verhältnis zu den USA, von den Islamisten als „Grosser Satan“ bezeichnet, vom saudischen Königshaus jedoch als Freund.

Perfekt ignoriert
Die USA haben über Jahrzehnte den demokratieverachtenden Verhältnissen und der eifrigen Missionierungstätigkeit ungerührt zugeschaut. Saudi Arabien war nicht nur bedeutendster Öllieferant – das zeigte sich insbesondere während des Yom Kippur-Krieges 1973, als Saudi Arabien den Ölhahn zudrehte- sondern auch Grossabnehmer von westlichen Waren einschliesslich Kriegsgerät.

Umgekehrt versprachen die USA Beistand. Der war bitter nötig, denn sonst wäre dieser wackelige Königsthron von den arabischen Masssen längst umgestürzt worden, wie ein Blick zurück zeigt.
:
Zuerst Nasser
Zunächst war der saudische Königsstuhl durch den sozialistischen Panarabismus des ägyptischen Präsidenten Gamal Abd el Nasser in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts bedroht.

Nasser elektrisierte die arabischen Massen, hatte den ägyptischen König Faruk, davongejagt – auch Besitzer der damals grössten Pornografiesammlung der Welt – und wurde zum Hoffnungsträger der arabischen Massen für eine bessere Zukunft. In den saudischen Königspalästen ging die Furcht um.

Da konnten die USA helfen: einen Geheimdienst aufbauen, die Armee modernisieren helfen und modernste militärische Hardware liefern.

Zuvor hatten Grossbritannien und die USA bereits 1953 gezeigt, wie sehr ihnen ölliefernde despotische Regierungen am Herzen liegen, und den Schah Reza Pahlevi des Iran auf dem Pfauenthron gehalten, (Operation Ajax).nachdem er von der Regierung Mossadegh de facto bereits entmachtet worden war.

Die nächste Bedrohung für Saudi-Arabien war sozusagen vor der Haustür: der Umsturz im Yemen 1962.

Im Yemen unterstützte Ägypten mit seiner Armee die nach einem Umsturz nunmehr herrschende sozialistische Regierung, die den mittelalterlich Despoten hinweggefegt hatte. Saudi Arabien und die USA hingegen die erzkonservativen Stämme in den ländlichen Gebieten.
Nasser holte sich in dem zermürbenden Krieg eine blutige Nase und zog schliesslich ab.

Revolution im Iran
Die nächste Bedrohung zeichnete sich Ende der 70er Jahre ab, als die Revolution im Iran, diesmal gegen den Schah siegte. Obwohl es Schiiten waren: der Sturz der Monarchie durch die Massen elektrisierte erneut, auch in sunnitischen Ländern. Bombenanschläge selbst an den heiligen Stätten in Mekka waren die Folge.

Saddam Hussein griff 1980 den Iran an, der Westen lieferte die Waffen, Saudi-Arabien Geld. Israel lieferte an den Iran, um den Krieg am laufen zu halten.

Insofern war es trotzdem keine wirkliche Überraschung, dass Saudi-Arabien sich höchst aktiv am Kampfe gegen den Irak 1990 im ersten Golfkrieg beteiligte: hier galt das Prinzip der territorialen Integrität, das der Irak verletzt hatte.

Als aber die USA nach Bagdad weitermarschieren wollten, um Saddam Hussein abzusetzen, da drohte Saudi-Aarabien mit dem Platzen der Koalition. Die USA zuckten zurück, jedenfalls für 12 Jahre bis zum Einmarsch in den Irak 2003 .

Selbstverständlich missbilligte Saudi-Arabien den Einmarsch in den Irak und die neue schiitische Regierung des Irak war ein Gegner.
Die innenpolitischen sunnitischen Feinde, einschliesslich sunnitischen Radikalislamisten konnten deshalb mit grosszügiger finanzieller Unterstützung der Saudis rechnen.

Nun also wieder eine Koalition einschliesslich Sunniten gegen Sunniten – und zwar diesmal gegen eine radikalere Variante des Wahabismus. Gestern noch Freunde, heute Feinde.

Bedrohung als Kriegskoalitions-Grund
Wieder dürfte sich das Königshaus in Saudi Arabien bedroht fühlen, obgleich IS das praktiziert, was in Saudi-Arabien längst Alltag ist: die Umsetzung der Scharia und die Religionspolizei.
Aber es ist eben doch ein wesentlicher Unterschied: Ein Kalifat kennt keinen König samt Hunderten parasitärer Prinzen, sondern nur einen erwählten religiösen Führer, die Rolle, die IS-Chef Al Baghdadi im Levante-Kalifat spielt.

Und so bedroht IS indirekt alle Herrscher in der Region: neben Jordanien auch die Emire am Golf, die sich bisher mehr oder weniger von Terrorangriffen freigekauft haben und den Vermittler im Afghanistan-Konflikt spielten.

Hatten so die USA und die Koalition der Willigen mit ihrem Einmarsch in den Irak erst einmal der Al Qaida, die vorher dort nicht vorhanden war, ein neues Betätigungsfeld verschafft, so haben sie nach ihrem Abzug gleichgültig den Bombenattentaten zugesehen, die fast täglich Bagdad erschütterten, meist von radikalislamistischen Sunniten ausgeführt, anstatt auf Aussöhnung der Volksgruppen zu drängen.

Alte Rechnungen statt Versöhnung
Der schiitische Premier Malaki hatte nichts besseres zu tun, als alte Rechnungen mit Sunniten zu begleichen. Von Aussöhnung keine Rede.

Auf diesem Sumpf konnte IS gedeihen und natürlich in Syrien, wo der Westen alles daransetzte, den Präsidenten Assad loszuwerden, statt mit Russland über eine Lösung des Konflikt zu reden.

Das Ergebnis ist bekannt: 200.000 Tote, 2 Millionen Flüchtlinge, und eben IS.

Was hielt doch der kürzlich verstorbene Islam-Kenner Scholl-Latour von den Berliner politischen Schwergewichten: Idioten.
Wohl wahr. Nicht nur in Berlin.

ISIS-Salafi-Terror-Chef Abu Bakr al-Baghdadi (alias Ibrahim Awwad Ibrahim): „So ein Tag, so wunderschön wie heute“
Irak, der Bürgerkrieg und seine Sponsoren
Bombenanschläge im Irak – was sind die Ziele der Terror-Salafisten?
Syrien, der Krieg und ein Jahrestag
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Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?
Die Gewinner des ägyptischen Bürgerkriegs sind die Terror-Salafisten
Ägypten vor dem Bürgerkrieg?
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?

SATIRE

Hamburger Bordellbesitzer gratuliert Charlotte Roche zur Verfilmung des Buchs „Stossgebiete“

Dr. Alexander von Paleske —- 21.9. 2014 —— Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Otto Anschaffer
Freudenhausbesitzer
Grosse Freiheit 6 / Ecke Reeperbahn
Hamburg-St. Pauli

An
Charlotte Roche
Verfasserin Literaturnobelpreis-verdächtiger
Wertvoll-Literatur
Köln

Sehr geehrte Frau Roche,

darf ich mich zuerst vorstellen: Mein Name ist Otto Anschaffer. Ich bin Besitzer mehrerer Etablissements, im Volksmund auch Puffs genannt, in Hamburgs Rotlichtviertel.

Ich möchte ihnen zunächst meinen herzlichsten Glückwunsch zur Verfilmung ihres Literatur-Nobelpreis-verdächtigen Buchs „Stossgebiete“ übermitteln.


Das Buch
.
Ich hatte ja seinerzeit angeboten, eines meiner Etablissements für die Verfilmung – es geht ja in dem Buch neben Blow-Jobs um einen Dreier mit Ehemann im Puff – zur Verfügung zu stellen, mit meinen Damen als Komparsen.

Leider ist der Producer des Films nicht auf mein grosszügiges Angebot eingegangen.

Keineswegs böse
Ich bin trotzdem Ihnen nicht etwa böse gesonnen, sondern hocherfreut , dass nach dem Buch auch der Film weitere Paare ermuntern wird, bei den allfällig auftretenden Eheproblemen nicht etwa zum Eheberater, oder gar zu einem Psychiater, sondern zu einem Dreier in ein Bordell zu gehen.


Charlotte Roche …….zum Dreier ins Bordell

Das wird sich enorm positiv auch auf die Scheidungsrate auswirken.

Liebe ohne Sex unmöglich
Wie Sie gegenüber der FAZ seinerzeit sagten:

„Ich halte Liebe ohne Sex für unmöglich. Das ist einfach meine Erfahrung. Nichts bindet uns doch heutzutage so sehr wie Sex. Ohne Sexualität wäre die Beziehung mit dem Partner nur eine Freundschaft. Man kann einen Menschen nicht an sich binden, indem man heiratet, mit ihm ein Haus baut oder sogar ein Kind kriegt. Das Einzige, was einen zusammenhält, ist die sexuelle Paarbeziehung, finde ich.

Ich finde, das ist absolut zutreffend, und möchte es äusserst positiv als „Karnickel-Philosophie“ bezeichnen. Was in letzter Konsequenz geradezu in einen Puff – oder in einen Swinger-Club führen sollte.

Während in Ihrem Tatsachen-Skandalroman

„Feuchte Liebe – Aus dem Reich der literarischen Sumpfblüten“

ja die anale Phase noch nicht überwunden schien, („je ekliger es ist, umso lustiger finde ich es“) ist in ihrem neuen Buch die genitale Phase mit partiellen Regressionen in die orale Phase vorherrschend.

Das zeigt doch, dass auch Sie sich mental noch weiterentwickeln, wenn auch nach dem Motto drei Schritte vor und zwei zurück.

Fressen für Tiefenpsychologen
Sicherlich auch ein Fressen für Tiefenpsychologen, aber gerade auch und vor allem ein bestätigender literarischer Erguss für Menschen, die mit den gleichen Regressionsschwierigkeiten wie Sie zu kämpfen haben.

Mehr noch: Während der Film Feuchtgebiete bei etlichen Kinobesuchern zu Brechreiz führte, dürfte in der neuen Verfilmung damit nicht zu rechnen sein, vielmehr ein Schwanken zwischen Mitleid (Verlust dreier Brüder) und Aufgeilung durch Dreier-Puffbesuche etc. Sehr clever.


Brechreiz ausgelöst

Ausblicke in die Zukunft
Ich möchte jedoch auch in die Zukunft blicken: was könnte als nächstes für Sie drankommen, nachdem Sie ihr eigenes Leben so intim-variantenreich bereits in zwei „Schinken“ dargestellt haben.
Denn dass Sie nun mit dem Schreiben aufhören wollen, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Die deutsche Volksgemeinschaft lechzt doch geradezu nach einem Fortsetzungsroman.
Da heisst es doch: woanders sich zu bedienen für den nächsten Roman.

Vielleicht könnte ihnen da der Ronald Schill weiterhelfen, der bundesweit auch als „Richter Gnadenlos“ Schlagzeilen machte, weil er Kleinstkriminellen saftigste Strafen aufbrummte.

Dass so ein Mann gelegentlich auch Freude in sein ödes Richter-Dasein zu bringen wusste, das hat er in seinem Büchlein

Wie ich das Hamburger Amtsgericht in ein Freudenhaus verwandelte – 50 grellgeile Erlebnisse aus dem scheinbar grauen Schattendaseins eines Richters“

anschaulich dargestellt.

Die Kleinkriminellen zitterten vor seinen drakonischen Strafen, Gnadenlos-Schill zitterte vor Freude, wenn es im Richterzimmer anschliessend mit Damen „zur Sache ging“.


Ronald Schill …Erlebnisbüchlein eines gnadenlosen Richters

Mit Copy und Paste
Von diesem temporären Big Brother Container-Bewohner können Sie doch mit der Copy- und Paste-Taste einiges abkupfern, und es in eine stilistisch wesentlich anspruchsvollere Form bringen.

Wie das mit der Copy- und Paste-Taste funktioniert, kann ihnen der Reichsfreiherr von und zu Guttenberg sicherlich erläutern.

Ich freue mich schon riesig auf Ihren nächsten literarischen Erguss.

Beigefügt ein Freifahrtschein für Sie und Ihren Mann, Martin Kess („Der ist voll die Sau“), Mitbegründer des Unterschichten- und Klamaukserien-Herstelllers Brainpool („TV Total“), sollten eheliche Schwierigkeiten wieder mal einen Dreier zur Aufpeppung des Ehelebens als erforderlich erscheinen lassen.

Herzliche Grüsse an die Literatin

Ihr

Otto Anschaffer

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Katastrophen

Ebola – Eine Epidemie ausser Kontrolle

Dr. Alexander von Paleske 15.9. 2014 —- Rund 2400 Menschen sind bereits an Ebola in Westafrika gestorben. Besonders schlimm ist die Lage in Liberia. Aber in allen von der- Ebola-Epidemie am schwersten betroffenen Länder – neben Liberia noch Sierra Leone und Guinea – mangelt es an Schutzanzügen. Die Folge: eine hohe Rate von lokalem medizinischem Personal, das sich infizierte. Es fehlen aber auch medizinische Ausrüstung bis hin zu Leichensäcken.

Viele Patienten werden nicht mehr stationär aufgenommen, sondern vor den Krankenhäusern abgeladen, weil Betten fehlen. Die Folge: Patienten kehren nach Hause zurück und stecken weitere Menschen an, oder sterben gleich vor den Krankenhaus-Eingängen.


Krankenstation


….“abgeladen“ vor dem Krankenhaus. Screenshots: Dr. v. Paleske

Während für den Kampf gegen die Terrortruppe IS (ISIS) spielend Millionen klargemacht werden, tröpfelt hier die Hilfe.
Ausgenommen: Kuba, das sich bereiterklärte, 165 Ärzte zu schicken das weitaus grösste ausländische Ärzte-Kontingent, das von einem Staat zur Verfügung gestellt wurde.
Gemessen an der Wirtschaftskraft müssten es aus Deutschland mindestens tausend sein. Das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Wie ein Waldbrand
In den betroffenen Ländern, vor allem in Liberia, gehen die Behörden längst davon aus, dass die Lage außer Kontrolle ist.

Liberias Verteidigungsminister Brownie Samukai warnte bereits vor einigen Tagen, die Existenz des Landes stehe auf dem Spiel. Die Krankheit breite sich wie ein Waldbrand aus, der alles in seinem Weg vernichte.

Die Ebola-Epidemie in Westafrika droht auch nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) außer Kontrolle zu geraten. Die Zahl neuer Patienten steige viel schneller als die Kapazitäten zur Bewältigung der Fälle, warnte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.
Mit insgesamt 10.000 Toten muss wohl insgesamt im Rahmen dieser Epidemie gerechnet werden, pessimistische Schätzungen gehen mittlerweile von 100.000 aus.

„Wir müssen mindestens um das Drei- oder Vierfache aufstocken, um die Ausbrüche einzuholen.“

so die Chefin der WHO. Sie rief die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf.

Wenn wir in den Krieg gegen Ebola ziehen wollen, brauchen wir die Ressourcen zur Bekämpfung. 500 bis 600 ausländische Ärzte und mindestens 1000 weitere Gesundheitsfachkräfte sind nötig. Dieser Ebola-Ausbruch ist der größte, komplexeste und schwerste in der fast 40-jährigen Geschichte der Krankheit.“

so Margaret Chan

Erbärmliche Rolle
Wohl wahr, allerdings hat die WHO in dieser Epidemie eine erbärmliche Rolle gespielt: Nämlich nicht die der rechtzeitigen Erkennung der tödlichen Gefahr und Mobilisierung der Ressourcen.

Statt die Vorhut zu spielen, was ihre Aufgabe gewesen wäre, glänzte Sie bestenfalls als Nachhut, schlimmstenfalls als purer Kommentator der Lage.

Selbst die international hoch angesehene Medizinzeitung LANCET äusserte heftige Kritik an der WHO.

In der Ausgabe vom 23.8.2014 heisst es:

Although WHO is now leading the international response to the crisis, it was initially slow to act at the high level that was needed

Wieder Ärzte ohne Grenzen (MSF)
Es war wieder einmal die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), die sofort nicht nur die hocheffektive Hilfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten leistete – wie zuvor schon in vielen anderen Katastrophen – sondern bereits am 24 Juni berichtete, sie sei an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gekommen, die Epidemie sei ausser Kontrolle.

Erst am 31. Juli, also 6 Wochen später, bequemte sich die WHO zu internationaler Hilfe aufzurufen.

Zur Erinnerung: der erste Ebola-Fall in Sierra Leone, der sog. Index-Fall, trat im Dezember vergangenen Jahres auf.

Zwar versucht der LANCET die WHO teilweise zu entschuldigen, weil sie erhebliche Mittelkürzungen zu verkraften hatte – so wurde der Etat für Krisenmanagements von 469 Millionen US Dollar 2011 / 2012 auf 228 Millionen 2013 / 2014 gekürzt – aber selbst diese Mittelkürzungen hätten die WHO wohl kaum an einer zutreffenden Einschätzung der Situation hindern können.

Keine reine Etatfrage
Selbst mit dem grösseren Etat hatte es die WHO beispielsweise nicht geschafft, seinerzeit adäquat auf die Choleraepidemie in Zimbabwe im Jahre 2008 zu reagieren.

Schlimmer noch: als die Ebola -Epidemie in Westafrika sich ausbreitete, zog die WHO aus Sicherheitsgründen Personal von dort ab, während MSF aufstockte.

Wer die verkrusteten Strukturen der WHO kennt, die Seilschaften, die sich dort teilweise gegenseitig bekämpfen, die WHO– Ländervertreter vor Ort, die sich über vergleichsweise fette steuerfreie Gehälter, teure Dienstwagen und den Diplomatenstatus samt Diplomatenausweis freuen dürfen, der dürfte kaum überrascht sein.



WHO-Hauptquartier in Genf …….verkrustete Strukturen.
Screenshots: Dr. v. Paleske

Die MSF schaffte es hingegen mit einem vergleichsweise lächerlichen Budget, aber hochmotiviertem Personal, extrem effektiv zu helfen.

Mehrfach kritisiert
Schon mehrfach haben wir hier die WHO scharf kritisiert, unter anderem auch wegen ihrer Schlafmützigkeit in Sachen „alarmierend zunehmende Resistenz gegen Antiinfektiva“, sowie „gefälschte Medikamente“.

Viel muss sich bei der WHO organisatorisch ändern, statt ungesteuerten Mittelkürzungen, um sie wieder zu einer schlagkräftigen Einheit zu machen. Ärzte ohne Grenzen (MSF) könnte da durchaus als Beispiel dienen.

Ebola, Malaria, Medikamentenresistenz und die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Die gute BILD-Zeitung, der gute US-Arzt und das böse Virus
Ebola-Fieber: eine Epidemie gerät ausser Kontrolle
Antibiotikaresistenz – eine Warnung vom „Schnarchverein“ Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Medikamente ohne Wirkstoffe – ein hochlukratives Geschäft mit tödlichen Folgen
Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ein teurer, bisher zahnloser Tiger im Kampf gegen gefälschte Medikamente

SATIRE

Futtertrog-Grüne Tatjana Bussner zur Position der Grünen in der Ukraine-Frage

Dr. Alexander von Paleske —- 11.9.2014 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Tatjana Bussner
Obergrünin
Sprecherin der Arbeitsgruppe
„Grüne Rückkehr an die Futtertröge“
Reichstagsgebäude
Berlin

Guten Tag Deutschland,

ich möchte alle Deutschen auf ein hochinteressantes, mehr noch: tiefschürfendes und richtungweisendes Interview unseres prominenten Abgeordneten Manuel Sarrazin hinweisen, das er ZEIT Online gegeben hat, vorgestern veröffentlicht.

Titel:

„Die Ukraine hat auch für uns gekämpft“

Nicht nur für uns Grüne, sondern auch für die Deutsche Volksgemeinschaft, für die Wirtschaftsinteressen der EU und die Ost-Expansion der NATO.

Wo gehobelt wird, da fliegen Späne
Dass bei diesem Interview keine Rede davon ist, wie die tapferen ukrainischen „Auch für uns Kämpfer“ die Stadt Donezk beschossen, das Krankenhaus trafen, viele Zivilisten in der Stadt getötet, und unzählige Gebäude zerstört bzw. beschädigt haben, versteht sich von selbst.

Gelegentlich muss auch bei uns Grünen die Wahrheit so zurechtgebogen werden, dass es auf der einen Seite nur die Guten, und auf der anderen Seite nur die Bösen gibt.

Selbstverständlich hat unser Sarrazin (nicht zu verwechseln mit dem Deutschlandabschaffungsverhinderer Sarrazin) sich deshalb auch noch für schärfere Sanktionen gegen den Kriegstreiber Wladimir Putin ausgesprochen, den es gilt, nunmehr in die Knie zu zwingen.

Tapfere Kämpfer zu kurz gekommen
Etwas zu kurz gekommen in seinem Interview sind allerdings die tapferen ukrainischen Kämpfer vor Ort.

An erster Stelle zu nennen sind die Kämpfer der AZOV, einer rechtsradikalen Heimat- „Blut und Boden“ Schutztruppe, die an Tapferkeit kaum zu überbieten waren.


Rechtsradikaler AZOV-Kampfer mit LogoScreenshot: Dr. v. Paleske

Todesmutig haben sie sich in den Kampf geworfen, störend etwas allerdings deren rechtsnationalistische Gesinnung – bei vielen der Kämpfer zierten Hakenkreuze und SS Runen die Stahlhelme – aber sie haben die russischen Invasoren an der Einnahme Mariupols gehindert. und da lassen wir Grüne auch mal fünf gerade sein.

Unser neues Motto lautet:

Lieber ein ukrainischer Rechts-Nationalist (Faschist), als ein russischer Infanterist.

Dass diese rechtsradikalen Kämpfer nach dem heroischen Einsatz nun auch ihren politischen Lohn einfordern werden, verstehen wir Grüne durchaus, damit muss gerechnet werden – ein kleiner Kollateralschaden-

Positivistisches Völkerrecht
Wir Grüne definieren ja die Frage der Selbstbestimmung positivistisch. Etwas vereinfacht ausgedrückt: Wie es uns gerade in den politischen Kram passt.

Wenn ein Selbstbestimmungsrecht den EU-Expansionszielen förderlich ist, dann unterstützen wir das natürlich. Wenn es jedoch unsere Expansionsziele einschränkt, dann bekämpfen wir es, und nennen es eine flagrante Verletzung des Völkerrechts.

Bestes Beispiel: als wir den Staat Jugoslawien zu zertrümmern mithalfen, unter tatkräftiger Mitwirkung des grössten deutschen Aussenministers aller Zeiten (GröDAAZ) Joseph Martin (Joschka) Fischer.

Erst mit der Anerkennung Sloweniens und Kroatiens als eigne Staaten noch durch seinen Vorgänger Genscher, dann mit unseren Luftschlägen auf Serbien als die den Kosovo nicht loslassen wollten („Auschwitz droht“).

Allerdings würden wir so etwas in Deutschland natürlich nie zulassen, so wie es jetzt leider die britische Regierung in Schottland zugelassen hat, und möglicherweise die Quittung der Unabhängigkeit Schottlands dafür bekommt. Noch nie war der schottische Nationalismus dank dieser anstehenden Volksabstimmung so stark wie heute.

Insbesondere die Donbas-Region um Donezk , das ukrainische Ruhrgebiet, wo bisher der ukrainische Klepto-Oligarch Akhmetov Gruben und Stahlwerke zusammengerafft hatte, und damit zum Milliardär aufgestiegen war, ist der wertvollste Teil der Ukraine. Da sehen wir überhaupt keine Veranlassung für eine Selbständigkeit per Volksabstimmung.


Grün-opportunistische Linie herausgearbeitet

Unsere grün-opportunistische Linie in Sachen Ukraine hat unser Manuel Sarrazin hervorragend in dem genannten Interview herausgearbeitet:

Frage: Hätte die ukrainische Führung nicht von Anfang an auf eine politische Lösung setzen sollen? Konnte sie tatsächlich glauben, die Separatisten militärisch besiegen zu können ohne eine russische Gegenoffensive zu riskieren ?

Sarrazin: Wenn man bereit wäre, unter dem Eindruck von Gewalt die Staatlichkeit der Ukraine zu verhandeln – auch jetzt – stünde die gesamte europäische Friedensordnung infrage. Nämlich, dass man nicht die inneren Angelegenheiten anderer Staaten bestimmen darf. Daher glaube ich nicht, dass Kiew die Alternative hatte, mit Moskau darüber zu reden, die Ukraine zu teilen. Angefangen mit dem Einmarsch auf der Krim hat sich Moskau für Gewalt entschieden. Die Ukraine hat nicht nur für sich selbst gekämpft, sondern auch für uns hat sie ein Prinzip verteidigt, das wir in den nächsten Jahren noch brauchen werden, wenn wir Frieden in unserer Nachbarschaft haben wollen.

Natürlich hätten Deutschland und die EU ja von Anfang an mit Russland verhandeln können, bevor Russland auf der Krim einmarschierte, Natürlich hätten sich die gewaltsamen Auseinandersetzungen damit verhindern lassen, aber das Ziel ist es, Russland als Grossmacht abzuschaffen, dem russischen Bären die Tatzen zu amputieren, seinen Einflussbereich zu beschränken, und Putin zu einer Art „Bürgermeister von Moskau“ zu machen.

Deswegen wurde ja nicht nur Moldawien, die Ukraine und das tausende Kilometer von Brüssel entfernte Georgien mit der EU assoziiert, sondern wir stellen jetzt auch Georgien die Aufnahme in die NATO in Aussicht. Der US-Verteidigungsminister Chuck Hagel war gerade dort um den NATO-Anschluss voranzutreiben.


Chuck Hagel (r) in Georgien ……..kommt bald in die NATO

Wenn der russische Bär es wagen sollte, noch mal einen Krieg mit Georgien anzuzetteln, dann rufen wir einfach den Bündnisfall aus, und binnen binnen 24 Stunden steht unsere NATO Eingreiftruppe mit starker Beteiligung der Bundeswehr bereit, noch weiter östlich, als es selbst die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg geschafft hatte, in den Krieg zu ziehen.

Friedens-Flotten-Manöver im Schwarzen Meer
Parallel dazu halten die USA und die Ukraine gerade Flottenmanöver im Schwarzen Meer ab, um auch hier diesem Putin deutlich zu machen, wer hier das Sagen hat, was wir als Grüne sehr begrüssen. Grüne vorwärtsverteidigende Friedenspolitik, wie wir das auch nennen.

Natürlich fängt der russische Bär jetzt wieder mit seinen Drohgebärden an, aber das beeindruckt uns überhaupt nicht. .
So hat er gestern eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete getestet, von einem U-Boot aus abgeschossen, und will den Verteidigungsetat weiter drastisch erhöhen, was den wirtschaftlichen Abschwung in Russland weiter befördern wird.

Diese „Kanonen statt Butter“- Politik wird die Bevölkerung in Russland letztlich gegen den letzten Zaren im Kreml aufbringen. Putin wird schliesslich aus dem Amt gefegt werden, und die Nachfolger werden um Aufnahme in die EU betteln, die wir selbstverständlich ablehnen werden.

So viel für heute zur Friedenspolitik der Grünen.

Bitte nicht vergessen: der Camel-Marlboro-Freiheitskongress in Berlin


Im Wilden Westen muss die Freiheit wohl grenzenlos sein……

Herzliche Grüsse von

Eurer

Tatjana Bussner, MdB

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umwelt

Jagd nach Elfenbein: Schwarze Zukunft für afrikanische Elefanten

Dr. Alexander von Paleske —- 9.9.2014 —-
Vor 100 Jahren gab es in Afrika noch 10 Millionen Elefanten, diese Zahl ist mittlerweile auf 500.000 also 5% geschrumpft, und täglich werden es bis zu 100 weniger – als Folge der Jagd nach Elfenbein, für das auf dem illegalen Markt astronomische Preise geboten werden.


Afrikanische Elefanten —–schwarze Zukunft.
Screenshot: Dr. v. Paleske

Hauptabnehmer mittlerweile: China. Dorthin gehen rund 70% der durch Wilderei erbeuteten Stosszähne, die dann zu Schnitzereien weiterverarbeitet werden.


Beschlagnahmte Stosszähne


Schnitzereien aus Elfenbein in China angeboten Screenshots: Dr. v. Paleske

Der zunehmende Wohlstand in China hat einen neuen Markt für Elfenbein geschaffen, der vor 25 Jahren noch nicht existierte. Elfenbein gilt in China als Wohlstands-Symbol. Es dokumentiert den finanziellen Aufstieg, es mittlerweile zu etwas gebracht zu haben.

Mafia am Werk
Während in Europa die strikte Einfuhrkontrolle und das öffentliche Bewusstsein den Markt weitgehend ausgetrocknet haben, muss dies in China erst noch erreicht werden. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Einfuhrverbote allein greifen nicht. Der illegale Import von Elfenbein ist mafiamässig organisiert:

Am unteren Ende stehen bettelarme Afrikaner, die unter Lebensgefahr die Elefanten mit Maschinenpistolen erlegen, neuerdings auch durch die Vergiftung der Wasserstellen mit Zyanid, was zum lautlosen Tod führt, und deshalb die Wildhüter nicht alarmiert.

Den Weitertransport übernehmen dann in der Regel chinesische Verbrechersyndikate.

Ein alternativer Transportweg läuft über Vietnam, wie der investigative Journalist Julian Rademeyer in seinem Buch beschreibt.

Das Ende der afrikanischen Elefanten – bei anhaltend hoher Nachfrage nach Elfenbein – ist damit absehbar. Sie folgen den Nashörnern, die nahezu ausgerottet sind.

Der Umweltminister Simbabwes, Saviour Kasukuwere, berichtete vor einem Unterausschuss des Parlaments in der vergangenen Woche, dass der Regierung das Geld und die Manpower fehlen, um der Wilderei wirksam zu begegnen.


Financial Gazette Zimbabwe vom 4.9. 2014

Mittlerweile operieren die Banden mit Helikoptern, und nach wie vor werden Wasserstellen mit Cyanid vergiftet – mit katastrophalen Folgen: Löwen, Hyänen aber auch Geier, die nach dem Verzehr der vergifteten Kadaver ebenfalls sterben. Ebenso andere Tiere, die von dem vergifteten Wasser trinken, wie Büffel, Kudus und Gnus, um nur ein paar zu nennen.

300 Elefanten in Hwange getötet
Mehr als dreihundert Elefanten fielen allein im Hwange Nationalpark Zimbabwes dieser Vergiftungsbarbarei zum Opfer
.
Aber auch den ohnehin fast ausgerotteten Nashörnern geht es weiter an den Kragen: Von der dezimierten Zahl von 2300 Nashörner in Simbabwe, einem der wenigen Länder Afrikas mit wo sie überhaupt noch anzutreffen sind, ist ihre Zahl auf 800 geschrumpft.

Wilderei auch im Krüger Nationalpark
Mittlerweile hat die illegale Jagd auf Elefanten auch auf den südafrikanischen Krüger Nationalpark übergriffen. Die Wilderer kommen aus Mozambique, die Armut treibt sie zu diesem lebensgefährlichen Geschäft, denn auch die Wildhüter sind bewaffnet und fackeln nicht lange.

Während das Elfenbein vorwiegend zu Figuren und Dekorationsgegenständen verarbeitet wird, werden den Hörnern der Nashörner magische Kräfte zugesprochen, zu „Medizin“ vermehlt, oder als Knaufe für Säbel in den arabischen Raum verkauft.

Früher wurden den Nashorn-Produkten auch noch potenzfördernde Eigenschaften nachgesagt, da hat sich aber Viagra als billigere und hocheffektive Alternative mittlerweile fest etabliert.

Staaten wie Botswana, Simbabwe und Südafrika hatten vor einigen Jahren noch eine Überpopulation von Elefanten in den Parks, die abgeschossen werden mussten. Diese Länder, versuchten das Elfenbein zu verkaufen, aber die CITES entschied mittlerweile regelmässig dagegen.

Zu Recht wie sich jetzt zeigt. Die Aufspaltung des Marktes in einen legalen Markt wo der legale Verkauf von Elfenbein den Ländern Geld einbringt, und der illegale Markt, wo mafiaähnliche Syndikate den Markt kontrollieren , lässt sich nicht durchhalten.
Nach der Weiterverarbeitung lässt sich nicht mehr feststellen, aus welchem Markt das Elfenbein tatsächlich stammt.

Einziger Ausweg: Kein Markt
Es gibt daher nur einen Ausweg: keinen Markt, so bitter das auch für die betroffenen Länder ist, weil mit den Einnahmen aus dem legalen Elfenbeinverkauf der bestehende Wildbestand besser gesichert werden konnte.

Zwar geht auch die chinesische Regierung mittlerweile schärfer gegen die illegalen Importe vor, aber ein Endes des illegalen Marktes wird es nur mit einem Ende der Nachfrage geben.