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Gestern vor 40 Jahren: Nelkenrevolution in Portugal und die Folgen

Dr. Alexander von Paleske — 26.4. 2014 ——
Es war in der Nacht vom 24. zum 25. April 1974, exakt um Mitternacht, als die traurige Stimme des portugiesischen Fado-Sängers Jose Alfonso im Radio erklang: Grandola vila Morena – ein (verbotener) Gesang über Menschen in einem armen portugiesischem Dorf, die sich auf dem Dorfplatz versammeln, um ihre Solidarität zu zeigen.

Signal zum Aufstand
Es war das Signal zum Aufstand. Junge Offiziere hatten sich zum Aufstand verabredet. Offiziere und Soldaten, die es satt hatten, weiter unter der faschistischen Diktatur eines Caetano zu leben, und in Portugals Afrika-Kolonien Mozambique, Angola und Guinea Bissau einen verlorenen und sinnlosen Krieg gegen die afrikanischen Befreiungsbewegungen FRELIMO in Mozambique, PAIGC in Guinea Bissau und MPLA / UNITA und FNLA in Angola zu führen.


25.4. 1974 in Lissabon

Noch dazu ein Krieg, der 1/3 des potugiesischen Staatsbudgets auffrass während gleichzeitig in Portugal Armut herrschte, und rund 30% der Bevölkerung Analphabeten waren.

Zentrale Einheit war die Escola Practica de Cavalaria, der prestigeträchtige Panzerverband, in Santarem, 80 km nördlich von Lissabon, stationiert.

Junge Offiziere allen voran Hauptmann Salgueiro Maia hatten die älteren Offiziere und Befehlshaber festgesetzt, die alle einem Aufstand ablehnend gegenüberstanden. Um 2 Uhr nachts rollte der Verband auf die Hauptstadt Lissabon.

Eine Nachricht über den Rundfunk
Um die gleiche Zeit marschierte ein Luftwaffen-Major in den grössten privaten Rundfunksender Radio Club Portugais, von Aufständischen umstellt, und legte dem Studioleiter einen Zettel hin mit einem Text, den er über Rundfunk verlesen sollte.

Aber es gab ein Problem: Diese Verlesung und weitere Kommuniques sollten von Marschmusik begleitet sein.
„Wir haben keine Marschmusik-Platten hier“ entgegnete der Studioleiter, und so durchstöberte er mit dem Luftwaffen-Major die Plattenständer . Schliesslich fanden sie etwas, was der Forderung am nächsten kam: „A life on the Ocean wave“. Und so war die Verlesung der Botschaft der portugiesischen Revolutionäre um etwa 30 Minuten verzögert, aber sie kam schliesslich durch und an.

Am nächsten Tag versammelten sich Tausende auf dem zentralen Platz Lissabons, dem Largo do Carmo, um die Revolution und die Revolutionäre zu feiern, Nelken steckten sie in die Gewehrläufe.

Das Ende einer Terrorherrschaft

Die Nelkenrevolution vom 25. April 1974, wie sie genannt wurde, beendete 48 Jahre Terror des Diktators Antonio de Oliveira Salazar, und dessen Nachfolger Marcelo Caetano .

Es war aber auch das Ende von Europas erster und letzter Kolonialmacht, die fast 500 Jahre gedauert hatte. Zuletzt hatten 1961 die Inder Portugal aus der Kolonie Goa vertrieben.

Drei faschistische Regime und gute Geschäfte
Die Auswirkungen dieser Nelkenrevolution waren in Europa zu spüren. Drei faschistische Regime gab es damals, neben Portugal noch Spanien unter Franco und die Obristen in Griechenland.

Im gleichen Jahr aber war das Regime in Athen durch den Aufstand der Studenten weggefegt, und Spanien folgte mit dem Tode Francos ein Jahr später, nicht ohne dass zuvor Francos Stellvertreter Carrero Blanco mittels eines Bombenattentats der baskischen Organisation ETA getötet worden war.

Mit all diesen Terrorregimen unterhielt die Bundesrepublik Deutschland gute Wirtschaftsbeziehungen, Spanien avancierte zum Urlaubsland Nr. 1, von Sanktionen und Reiseverboten keine Rede.

Viel Positives aus dem Hause Axel Springer
Dass die Tageszeitungen aus dem Hause Springer wie Bild, Welt und Hamburger Abendblatt viel Lobendes über diese Diktaturen zu vermelden wussten, versteht sich von selbst, obwohl jeder Journalist vor seinem Eintritt in diese „Druckerbude“ Essentials unterschreiben musste, wozu auch die Ablehnung jeder Form von politischem Terrorismus gehörte.

Hier handelte der Verlagsherr Axel Springer offenbar nach der Devise:

„Wer Terrorist ist, bestimme ich

Politisches Erdbeben in Afrika
Die Auswirkungen der Nelkenrevolution waren aber auch und besonders in Afrika zu spüren. Mit einem Schlag war der Kolonialkrieg vorbei, und die Kolonien erhielten ihre Unabhängigkeit.

Das ganze Konzept der US- Afrika-Politik, basierend auf dem sog. Tar Baby Report vier Jahre zuvor, der noch eine lange Dauer der portugiesischen Kolonialherrschaft und der weissen Vorherrschaft im damaligen Rhodesien (Simbabwe) prognostiziert hatte, lag in Trümmern, die Befreiungsbewegungen Südafrikas standen nun „Ante Portas“ und der Befreiungskampf gegen das Regime in Rhodesien verschärfte sich, da nun Mozambique als neues Aufmarschgebiet hinzukam.

Gleichzeitig inspirierten diese Befreiungskämpfe die schwarze Jugend im Apartheid-Südafrika.

Stellvertreterkrieg und verbrannte Erde
Für die nun befreiten Staaten, mit Ausnahme Guinea Bissaus, währte die Freude aber nur kurz: Angola wurde zum Austragungsort für einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der UdSSR, und zu einem Ort der permanenten Zerstörung durch Terroreinheiten Apartheid-Südafrikas, wie das 32. Buffalo Battalion, die Reconnaissance-Commandos (Recce) und die 44 Parachute Brigade.

In Mozambique betrieben diese Terroreinheiten ebenfalls ihr blutiges Geschäft einschliesslich Zerstörung der Infrastruktur.

Aufstand in Soweto und Ende der Apartheid
Im Apartheid Südafrika selbst brach am 16.Juni 1976 der Schüler-Aufstand in Soweto gegen das Regime los, der auf 160 Städte und Gemeinden übergriff, und rund 17 Monate dauerte, bis er schliesslich vollständig und grausam unterdrückt war.

Bilanz: Steve Biko zu Tode gefoltert, 176 Menschen bereits in der ersten Aufstandswoche getötet, 600 nach einem Jahr.

Trotzdem: Es war der Anfang vom Ende des Apartheid-Regimes. Aber es sollte noch einmal 14 Jahre dauern, und viele Menschenleben kosten, bis das Regime letztlich beigab, Nelson Mandela aus dem Gefängnis entlassen, eine neue Verfassung in Angriff genommen wurde, und schliesslich die ersten freien Wahlen vor fast genau 20 Jahren stattfinden konnten.

Insoweit war die Nelkenrevolution weit mehr als ein Ereignis in Portugal.

Heute gibt es für die Bevölkerung Portugals nach den aufgezwungenen Sparprogrammen nicht mehr viel zu feiern.
Die damaligen Aufstandshelden nehmen deswegen an der offiziellen Gedenkveranstaltung aus Protest auch nicht teil.

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SATIRE

Obergrünin Katrin Göring-Eckardt: Ich bin Fan von Schalke 05 – aber: Tönnies Schweine von heute sind Putins Schinken von morgen

Dr. Alexander von Paleske —- 25.4. 2014 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Katrin Göring- Eckardt
Obergrünin, MdB und Fraktionsvorsitzende
Reichstagsgebäude
Berlin

Guten Tag Deutschland

Ich will die Gelegenheit hier nutzen, um noch einmal meinen Standpunkt zu Gasprom-Schalke 05, äh, ich meine 04, dem Schweinemäster und Club-Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies und dem Russen-Zaren und Kriegstreiber Putin zu verdeutlichen.


Schalke 04 ….keine Reise nach Moskau

Zunächst einmal vorweg: Wir Grüne haben jegliche Friedenspolitik über Bord geworfen. Wir sind jetzt eine etwas grünlich anhauchte FDP, was uns neue Wählerschichten erschliessen, und damit den Weg zurück an die Futtertröge abkürzen wird.

Wir sind Offensiv-Patrioten
Mit unserem ständigen Abnicken des blutigen Krieges in Afghanistan haben wir längst unter Beweis gestellt: Wir sind Deutsche Offensiv-Patrioten.

Was den Konflikt in der Ukraine angeht, aber auch die Konflikte in Syrien, Libyen und Ägypten, so setzen wir mittlerweile grundsätzlich auf eine grüne „Hau den Lukas“ – Strategie, oder frei nach Goethe: „Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt“.

Deswegen haben wir auch nicht die aggressive Politik der Regierung angegriffen, also nicht das getan, was man eigentlich von einer noch so kleinen Opposition hätte erwarten dürfen, sondern unser Hofreiter hat vielmehr die Regierung für ihre Anti-Putin-Politik gelobt – konstruktive Opposition wie wir das auch nennen. Nur Böswillige würden ihn deshalb als Hofschranzen bezeichnen

Krieg – macht nichts
Natürlich wissen wir Grüne, dass dieser Kurs zu einem Krieg führen kann, aber das stört uns nicht weiter. Wenn es um die Expansion wirtschaftlicher Interessen, also die Expansion der EU nach Osten geht, dann sind wir mit dabei. Selbst Ultras, Faschisten und Oligarchen in der Ukraine stören uns da nicht weiter.

Sibirische Kreisklasse
Dem russischen Bären muss baldmöglichst das Fell über die Ohren gezogen werden.

Dem Wladimir Putin muss klargemacht werden, dass er nicht in der Champions-League der Mächtigen zu spielen hat, sondern bestenfalls in einer sibirischen Kreisklasse.
Deswegen kommen diplomatische Lösungen, welche die Interessen und Geschichte Russlands berücksichtigen, wie sie dieses Greisen-Orakel von Hamburg-Langenhorn, Helmut Schmidt, vorschlug, auch gar nicht in Frage.

Meine Forderungen
Was nun Gasprom-Schalke 05 äh 04 angeht, so stelle ich als leidenschaftlicher Fan dieses Clubs folgende Forderungen auf:

1. Diesem Schweinezüchter Tönnies, der sich aufplustert wie dieser Bayern-Steuersparer Uli Hoeness, und politisch unakzeptable Ausflugsreisen des Schalke-Kaders nach Moskau zur Förderung seines Schinkenabsatzes organisiert, dem muss jetzt die rote Karte gezeigt werden.

2. Der Namenszug Gasprom hat sofort von den Schalke-Trikots zu verschwinden. Stattdessen sollten waffenproduzierende Firmen wie Heckler & Koch oder Krauss Maffei als Sponsoren geworben werden.

Im übrigen bin ich der Meinung: Reisen nach Russland müssen in Zukunft grundsätzlich verboten werden. Zar Putin muss rundum isoliert werden, bis er schliesslich völlig durchdreht. Dann schlagen wir zu, auch Vorwärtsverteidigung genannt. Wir greifen also aus der Tiefe des Raumes mit einer Steilvorlage an. Dann fällt der (erste) Schuss.

Auch in der Politik gilt: Die Schweine von heute sind die Schinken von morgen.

So viel für heute in Sachen Fussball und grüner Friedenspolitik.

Seid ganz herzlich gegrüsst von

Eurer Obergrünin
Katrin Göring-Eckardt, MdB

Zum Konflikt in der Ukraine
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Zur Obergrünin Katrin Göring-Eckardt
Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz
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Katrin Göring Eckardt (KGE): Unsere grüne Agenda 2013 – mindestens 20,13 % mit sozialer Benebelung

kriminalitaet

Hamid Mir – Anschlag auf einen Top-Journalisten und die Pressefreiheit

Dr. Alexander von Paleske —– 20.4. 2014 ——Anschläge auf Journalisten machen in Deutschland kaum Schlagzeilen, es sei denn, eine deutsche JournalistIn ist davon betroffen, wie zuletzt die Bildjournalistin Anja Niedringhaus.

Journalisten in Ländern wie Pakistan, Irak, Syrien und Ägypten riskieren ihr Leben – jeden Tag – um Öffentlichkeit zu schaffen, für das, was wirklich ist, Hintergründe zu beleuchten, den Lügen von Regierung bzw. Opposition die eigene Meinung und das Ergebnis ihrer Recherchen entgegenzustellen.

Lange Liste
Die Liste getöteter Journalisten ist lang, so sind in Syrien seit Beginn des letzten Jahres 30 Journalisten getötet worden, im Irak 15, in Ägypten 7, und in Pakistan 6 . Die meisten von ihnen nicht durch Kriegseinwirkung, sondern gezielt getötet.

Am18.4. wurden die französischen Journalisten Edouard Elias, Didier François, Nicolas Hénin und Pierre Torrès nach mehrmonatiger Geiselhaft, und vermutlicher Zahlung eines hohen Lösegeldes, in Syrien von den Rebellen freigelassen.

Anschlag auf Hamid Mir – nicht der erste
Gestern wurde wieder ein Anschlag in Pakistan auf einen Journalisten verübt, der aber trotz mehrerer Schussverletzungen überlebte: Hamid Mir. Er befand sich auf dem Weg vom Flughafen in Karachi zu seinem Büro, als von einem Motorrad aus mehrere Schüsse auf ihn abgefeuert wurden.


Hamid Mir – Screenshot: Dr. v. Paleske

Es war nicht der der erste Mordanschlag auf ihn: Bereits im November 2012 war ein Bombenanschlag auf ihn versucht worden. Eine Bombe war unter seinem Auto angebracht worden, sie wurde rechtzeitig entdeckt und entschärft. Drohanrufe kommen nahezu täglich.

Hamid Mir ist einer der bekanntesten TV-Journalisten Pakistans. Er war der letzte, der Osama bin Laden interviewte, und zu seinen Interviewpartnern gehörten u.a. die US- Ex-Aussenministerin Condoleeza Rice und Tony Blair.

Er ist für seine Kritik an Armee und Geheimdienst Pakistans bekannt und schrieb auch auf diesem Blog.

Hamid Mir, der aus einer Journalisten-Familie stammt, arbeitet seit 2002 für die private pakistanische Fernsehstation GeoTV. In seiner Talk Show „Capital Talk“ treten Vertreter der Regierung wie der Opposition auf.

Seinem Bruder teile er in einem Brief kürzlich mit, dass er mit einem Anschlag seitens des pakistanischen Geheimdienstes ISI rechne, ein Geheimdienst der insbesondere für brutale Folter, gelegentlich auch mit Todesfolge, traurige Berühmtheit erlang hat, und der auch Folteraufträge für den britischen Geheimdienst übernahm , wir berichteten darüber.

Vorletzter Anschlag vor nur drei Wochen
Der vorletzte Mordanschlag auf einen Journalisten in Pakistan liegt nur drei Wochen zurück, er galt Raza Ahmed, besser bekannt als Raza Rumi. Er überlebte, sein Fahrer starb.

Es war der fünfte Anschlag auf Mitarbeiter des Medienhauses Express, drei Mitarbeiter verloren Anfang des Jahres bei einem der Anschlag ihr Leben.

Nach dem Anschlag fanden in Pakistan Demonstrationen von Journalisten statt, die einen besseren Schutz vor derartigen Anschlägen forderten.


Journalisten demonstrieren nach dem Anschlag —- Screenshot: Dr. v. Paleske

Autoritäre Regime und deren terroristische Gegner, wie die Taliban hassen die Öffentlichkeit, weil sie ihre Propaganda Lügen straft. Wer sich als Journalist der Wahrheit verpflichtet fühlt, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Wenigstens darüber sollte regelmässig berichtet werden, auch wenn es sich nicht um deutsche Journalisten handelt.

Hier veröffentlichte Artikel von Hamid Mir
Hamid Mir, The Last Man To Interview Osama Bin Laden
The burden of being Osama’s daughter

The way forward
Taliban will be defeated this time

Zum pakistanischen Geheimdienst ISI
Folter wird zum “Normalfall” oder: Zurück ins Mittelalter

Siehe auch Reporter ohne Grenzen
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/

SATIRE

Danke BILD, danke BILD-Kai (Diekmann) für die Kampagne „Weg mit den russischen Panzern aus dem Tiergarten“

Dr. Alexander von Paleske — 17.4. 2014 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Herbert Rechtslastig
Oswald Spengler Gedächtnisplatz 33
Brandenburg

An
Herrn
Chefredakteur der BILD-Zeitung
Kai Diekmann
Axel Springer Haus
Axel Springer Gedächtnisplatz
Hamburg 36

Betr: Kampagne der BILD-Zeitung „Weg mit den letzten russischen Panzern aus Berlin“

Sehr geehrter Herr Diekmann,

ganz, ganz herzlichen Dank dafür, dass Sie die Kampagne

Weg mit den russischen Panzern aus Berlin, weg mit dem Schandmal im Tiergarten“

losgetreten haben.


Jahrelang geärgert

Jahrelang habe ich mich über dieses Schandmal geärgert, welches wieder und wieder mich daran erinnerte, dass wir den Krieg verloren haben, und mit ihm unseren geliebten Führer.


BILD: Dieses Schandmal muss weg

Nicht nur ich habe mich über dieses Denkmal geärgert, sondern sicherlich auch Ihr Gründervater, Axel Cäsar Springer, der Grosse Blatt-, Meinungs- und Plattmacher.

Er war es ja, der Berlin zu einem Bollwerk gegen den Bolschewismus ausbaute, die Taxifahrer und sonstige rechtschaffende Menschen gegen die verlausten linken Studenten in den 60er Jahren aufwiegelte, dabei tatkräftig unterstützt von seinen hochkompetenten Chefredakteuren Karl-Heinz Hagen, Peter Boenisch und deren Nachfolgern.

Direkt an der Schandmauer
Springer war es, der sein Verlagsgebäude direkt an die Schandmauer setzte und mit seinen Medien tagtäglich das Trommelfeuer gegen die russischen Okkupanten losliess.

Der auch hochqualifizierte Menschen als oberste Bodyguards beschäftigte, wie diesen Paul Carell, mit bürgerlichem Namen Paul Karl Schmidt, ehemaliger SA-Mann und dann SS-Obersturmbannführer, der 1944, als Pressechef von Adolf Hitlers Aussenminister Ribbentrop, PR-Ratschläge gegeben hatte, wie die Deportation der Budapester Juden am besten zu bemänteln sei.

Paul Carell, der mittels entschuldbarer Geschichtsfälschung im Nachkriegsdeutschland die Heldentaten der Wehrmacht im 2. Weltkrieg in seinem wunderbaren Buch

Unternehmen Barbarossa

gemeint ist der Russlandfeldzug, über den grünen Klee lobte, ein Heldenepos sozusagen.


Absolut richtiger Titel: Marsch (nach Russland), nicht Überfall

Dass Deutschland rund 20 Millionen tote Russen auf dem Gewissen hat, unterschlug er selbstverständlich, wofür ich ihm ausserordentlich dankbar war und bin.

Wenn Deutsche Truppen jetzt wieder in die Ostländer verlegt werden, wenn Deutsche Kampfflugzeuge wieder den Luftraum im Osten durchpflügen, und bald die Scharte auswetzen, welche sie durch die Rote Armee seinerzeit erlitten haben, dann müssen gleichzeitig die Schandmale der Vergangenheit getilgt werden: dann müssen als erstes diese beiden russischen T 34 Panzer aus dem Tiergarten verschwinden.

Gerade dieser Panzertyp T 34, der entscheidend zur Niederlage unserer Wehrmacht in der zweiten grossen Panzerschlacht in Russland bei Kursk im Jahre 1943, und später dann bei der Schlacht um Berlin, beitrug.

Aus der BILD-Petition muss eine breite Massenbewegung werden mit dem Motto:

Siegreich wolln‘ wir Russland schlagen, im Berliner Tiergarten und anderswo.

Wie sagten Sie doch völlig zutreffend anlässlich des 60. Geburtstags der BILD am 23.6. 2012::

Wenn es darum geht, Haltung zu zeigen, macht der BILD keiner was vor.

Richtig!

Mit vaterländischen Grüssen

Herbert Rechtslastig

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Medizin

World Health Summit in Berlin – ein Kongress schafft sich ab

Dr. Alexander von Paleske —– 14.4. 2014 —-
Als im Oktober 2009 erstmals der mit grossem Getöse veranstalte World Health Summit, der Welt-Gesundheitsgipfel stattfand, da gab es Proteste und Gegenveranstaltungen organisiert von den Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen (NGO´s)

Name eine Anmassung
Schon der Name „World Health Summit“ war und ist eine einzige Anmassung, ein Gipfel der Anmassung sozusagen. Die globalen Probleme im Gesundheitswesen kamen bestenfalls am Rande vor, dafür nebensächliche Themen wie „Raumfahrtmedizin“, wir berichteten darüber.

Grosser Raum wurde den Pharma-Firmen eingeräumt, die auch zu den Hauptsponsoren gehörten.

Das Mantra der jährlichen Veranstaltungen, die letztes Jahr auch noch im Auswärtigen Amt stattfand: Verbesserte Gesundheitsversorgung weltweit durch Zusammenarbeit und offenen Dialog, Bestimmung der Agenda für die Forschung von morgen, und Gesundheitserziehung.

Denkmal für einen Emeritus
Es drängte sich der Eindruck auf, hier wollte der ehemalige Chef der Berliner Charite, Detlev Ganten, sich eine Art Denkmal setzen. Die Auswahl der Themen waren dann auch dementsprechend.

Motto: „Du, die Pharmabranche und die Gesundheit der Welt“.

Leider hatte der Chefredakteur der führenden Medizinzeitung Lancet , Richard Horton, sich für diese Veranstaltung stark gemacht, und durch seine Präsenz versucht, ihr nicht verdientes Gewicht und globale Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Ich habe ihn seinerzeit in einem offenen Brief dafür heftig kritisiert.

Nun musste Richard Horton in einer Stellungnahme in der jüngsten Ausgabe des Lancet vom 5.4. 2014 Seite 1195 einräumen, dass beim World Health Summit letztes Jahr die wissenschaftlichen Vorträge nur schwach besucht, und das Ganze mehr einer Art Betriebsausflug, denn einer ernsthaften wissenschaftlichen Veranstaltung glich.

Im Übrigen hätten die Kongresse nichts Bleibendes bewirkt – wie sollten sie auch.

Mit anderen Worten: der von vorneherein kranke Kongress in Berlin segelt offenbar ins Siechtum.

Die Regionalkongresse des World Health Summit – stark den Regionalveranstaltungen des World Economic Forum nachempfunden – vergangene Woche fand einer in Rio de Janeiro statt – werden wohl noch eine Weile weiterlaufen.

Aber auch sie tragen nichts zur Lösung der drängenden globalen Probleme im Gesundheitsbereich bei, wie wir schon vor einem Jahr anlässlich der Regionalveranstaltung in Singapur kritisierten.

Untaugliche Wiederbelebungsvorschläge
Die von Richard Horton gemachten Vorschläge zur Belebung der Health Summits in Berlin sind kaum geeignet, diesen nutzlosen Veranstaltungen neues Leben einzuhauchen.

Diese Veranstaltungen sind ein Ärgernis, nichts weiter.

Die Presse hatte schon früher bemerkt, dass es sich im Prinzip bestenfalls um heisse Luft handelte und schenkte dieser jährlichen Veranstaltung in Berlin kaum noch Aufmerksamkeit.

Sicherlich kein Fehler.

World Health Summit in Berlin: viel heisse Luft – ohne Bedeutung für die Lösung der globalen Gesundheitsprobleme
Regional World Health Summit Asia – Nichts als ein Etikettenschwindel
World Health Summit in Berlin: Heisse Luft als Antwort auf weltweite Herausforderungen
2. World Health Summit – Ein weiterer Heißluftballon steigt in den Berliner Kongress-Himmel

Medizin

Tuberkulose – auch nach dem Welt-Tuberkulose-Tag

Dr. Alexander von Paleske —— 13.4. 2014 —
Das Thema Tuberkulose (TB) tauchte am 24.3. dem Welt-Tuberkulose-Tag, kurz in der Presse auf und verschwand dann wieder.

Die Tuberkulose als drohende globale Katastrophe verschwand natürlich keineswegs – jährlich erkranken fast 9 Millionen Menschen und 1,4 Millionen sterben daran – aber sie wird wohl erst pünktlich zum Welt-Tuberkulose-Tag im Jahre 2015 wieder in den Medien erscheinen. Derweil nehmen die Probleme in der Behandlung der Tuberkulose weltweit weiter zu.

Schlechte Nachrichten aus Südafrika
Die neuesten Schreckensnachrichten kommen aus der Republik Südafrika. Das Land hat eine der höchsten Tuberkuloseraten in der Welt. Dafür verantwortlich ist zu einem die HIV Epidemie, 50% aller HIV-infizierten Personen leiden im laufe ihrer HIV-Krankheit auch an Tuberkulose, 25% sterben daran. Mit der Rekonstitution des Immunsystems durch antiretrovirale Medikamente nimmt parallel dazu aber auch die Häufigkeit von Tuberkulose ab.

Nun rächt sich, dass unter der Regierungszeit von Staatspräsident Thabo Mbeki von 1999-2008 die HIV Seuche – gestützt von internationalen HIV-AIDS-Leugnern, darunter der Kieler Internist Claus Köhnlein und der österreichische Gynäkologe Christian Fiala – nicht als logische Folge der Virusinfektion angesehen, sondern allerlei pseudowissenschaftlicher Unfug über andere Kausalfaktoren verbreitet wurde. Patienten erhielten nicht die dringend notwendigen antiretroviralen Medikamente. Damit konnte sich die HIV Krankheit, und parallel dazu die TB, munter weiter ausbreiten.

Auch Mandela erkrankte
Der verstorbene Weltstaatsmann Nelson Mandela war 1986 selbst an Tuberkulose erkrankt, und konnte medikamentös geheilt werden. Damals lag die Inzidenz von TB in Südafrika bei 269 Fällen pro 100.000 Einwohnern (zum Vergleich Deutschland: 5 pro 100.000) .

Heute ist sie in Südafrika viermal so hoch und liegt bei rund 1000 Fällen pro 100.000 Einwohnern, vermutlich, angesichts der Dunkelziffer, noch deutlich höher.

Medikamenten-resistente Tuberkulose auf dem Vormarsch
Im Jahre 1986, als Nelson Mandela an TB erkrankte, gab es so gut wie kaum medikamenten-resistente Stämme von TB-Bakterien. Das hat sich gründlich geändert: Mittlerweile nehmen die Fälle von Multidrug-Resistenter Tuberkulose (MDR-TB), die auf zwei der
Erstlinien-Medikamente (Antibiotika) nicht mehr ansprechen, ständig zu.

Gleiches gilt für die XDR-TB, die extensiv Medikamenten-resistente TB, die auch auf Zweitlinienmedikamente nicht mehr anspricht. 18% der XDR-TB Patienten weltweit sind mittlerweile in Südafrika zu finden, rund 1500 Fälle pro Jahr. Dier Fälle von MDR-TB dürften um den Faktor 10 grösser sein.

Teure Behandlung
Die Behandlung der Medikamenten-resistenten TB ist teuer: Die Behandlung der unkomplizierten TB kostet rund 72 US Dollar, die der MDR TB kostet bereits 1200, und die der XDR TB 7200 US Dollar.
Schon jetzt gibt Südafrika rund 60% seines Gesamtbudgets zur Behandlung von TB für die MDR- und XDR-TB aus.

Ein nicht geringer Anteil der MDR-TB und der XDR-Fälle entsteht auf dem Boden einer nicht konsequent durchgeführten, oder gar abgebrochenen Behandlung einer ursprünglich nicht Medikamenten-resistenten Tuberkulose..

Aber die Hälfte der MDR-Fälle werden mittlerweile bei Patienten diagnostiziert, die nicht vorbehandelt waren, sich also bei Patienten ansteckten die an MDR-TB litten.

Südafrikanische Langzeitstudie mit alarmierenden Resultaten
Nun veröffentlichte die hochangesehene Medizinzeitschrift LANCET eine südafrikanische Langzeitstudie von 107 Patienten im Zeitraum von 2002 bis 2008:

(Lancet 5.4. 2014 S. 1230 – Long term outcomes of patients with extensively drug resistant tuberculosis in South Afrika: a cohort study

Untersucht wurde, wie viele Patienten tatsächlich von der XDR-TB geheilt werden können.

Ausserdem wie viele Patienten aus der Krankenhausbehandlung in die Gemeinschaft entlassen wurden, die an Lungen-XDR-TB litten, und in deren Auswurf nach wie vor Tuberkelbakterien zu finden waren, sie damit andere Menschen mit XDR-Tuberkulose anstecken konnten .

Die veröffentlichten Zahlen sind alarmierend und deprimierend zugleich:
.
-Trotz Behandlung mit gleichzeitig 8 verschiedenen Medikamenten waren nach 2 Jahren bereits 49 Patienten (46%) verstorben, und 25 (23%) hatten nicht auf die Therapie angesprochen.


XDR-TB: Viele Tabletten – wenig Heilung

– Nach vier Jahren waren 78 (73%) der Krankheit erlegen. 11 Patienten lebten zwar noch, die Therapie hatte aber zu keiner Heilung geführt.

– Von 45 Patienten, die aus der Krankenhausbehandlung entlassen worden waren, husteten 19, also fast die Hälfte, nach wie vor Tuberkelbakterien aus. Kaum überraschend steckten sie andere Personen mit XDR-TB an, was die aufgrund gentechnischer Untersuchungen der Tuberkelbakterien nachgewiesen werden konnte.

– Keine Überraschung war die Tatsache, dass HIV-positive Patienten, die antiretrovirale Medikamente einnahmen, eine bessere Prognose hatten.

– Obgleich Patienten, bei denen die Therapie nicht anschlug, eine hohe Sterberate aufweisen, so lebten sie im Mittel noch 19 Monate – eine genügend lange Zeit um andere Personen anzustecken.

Neue Medikamente – kleiner Hoffnungsschimmer
Gleichwohl gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: Gleich zwei Medikamente haben sich als wirksam in der Behandlung der XDR-TB herausgestellt:

– das von der Firma Janssen entwickelte Bedaquiline,

– und das von der Firma Upjohn (jetzt Pfizer) entwickelte Linezolid,
ein bereits seit 2000 zugelassenes Antibiotikum, das bisher vorwiegend gegen multiresistente Staphylokokken (MRSA) zum Einsatz kommt.

Die Behandlung ist jedoch teuer: so kostet eine Tablette Linezolid bereits 18 Euro in staatlichen Krankenhäusern. Da sich die Behandlung bis zu zwei Jahren dahinzieht, macht das zusammen 13.140 Euro.

Hinzu kommen die Behandlungskosten für Bedaquiline, dessen endgültiger Preis noch nicht feststeht, aber kaum niedriger als der von Linezolid sein dürfte.

Für Länder, wo die Tuberkulose besonders grassiert, in Dritte Welt Ländern, unerschwinglich.


Kostenexplosion bei Medikamentenresistenz

Fortschritt, aber….
Bedaquiline, von der US-Zulassungsbehörde FDA im beschleunigten Verfahren zugelassen, während weitere Studien in Südafrika laufen, ist keineswegs nebenwirkungsfrei: es kann zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen.

Bedaquiline ist zweifellos eine deutliche Verbesserung, aber kein Wundermittel, wie erste Studienergebnisse zeigen siehe hier.

Eine Totalheilung fast aller TB-Patienten, wie seinerzeit in den 60er Jahren nach Einführung der Dreier-Kombination von Medikamenten gegen die Tuberkulose, ist bei der XDR-TB nach wie vor nicht in Sicht.

Die globalen Anstrengungen, der Seuche Herr zu werden, müssen drastisch verstärkt, die Entwicklung neuer Medikamenten zur Behandlung der Tuberkulose deutlich gefördert werden.

Und Patienten, die weiter Tuberkelbakterien abhusten, müssen isoliert werden, notfalls für den Rest ihres Lebens.
Dazu fehlen aber die nötigen Einrichtungen – auch in Deutschland , immerhin gab es im Jahre 2011 4317 Erkrankungen und 162 Todesfälle. Die MDR-TB ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

Zur Tuberkulose
Tuberkulose, Südafrika und deutscher Journalismus
Tuberkulose – nicht nur am 24.3., dem Welt-Tuberkulosetag
Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

Siehe auch
„Zauberberg hinter Stacheldraht“
http://www.zeit.de/2014/06/tuberkulose-klinik-bayern

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a study of 156 patients
linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates

linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a second study of 545 patients
linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates – Results of a second study

Zur Medikamentenresistenz als drohende Apokalypse
linkNeue Hiobsbotschaften zur Antibiotika-Resistenz – Massnahmen dagegen nicht in Sicht
linkGrossbritannien: Gefahr der Antibiotikaresistenz vergleichbar mit Terrorismusgefahr und Gefahr der Klimaveränderung
Deutsche Spitzenforscher: Späte Warnung vor Antibiotikaresistenz und unzureichende Vorschläge
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Will Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner uns für dumm verkaufen? – Ein Kommentar zur geplanten Reform des Tierarzneirechts
Verband zur Förderung der Massentierhaltung Deutschlands (VEFMAD) dankt der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner

Zu den HIV / AIDS Leugnern
Welt Aids-Kongress in Wien, die HIV-AIDS-Leugner laden zum Gegentreffen

linkManto Tshabalala-Msimang – Tod einer AIDS-Leugnerin

Krieg

Ruanda, Kongo und die Genozide – nicht nur vor 20 Jahren, oder: Wie überlebende Opfer zu Tätern wurden

Dr. Alexander von Paleske —- 7.4. 2014 —-
Gestern vor 20 Jahren begann der Genozid in Ruanda. 800.000 Menschen wurden brutal ermordet, in der ganz überwiegenden Mehrheit Tutsis. Opfer waren aber auch gemässigte Hutus, welche die weit überwiegende Bevölkerungsmehrheit bildeten und bilden.


Ungerührt zugeschaut
Das Vorrücken der Tutsi-Rebellenarmee Rwandan Patriotic Front (RPF), angeführt von dem jetzigen Präsidenten Paul Kagame bereitete dem blutigen Spuk schliesslich ein Ende.
Die Welt hatte ungerührt zugeschaut, und nichts unternommen.

Die UN Truppen, nach dem Abkommen von Arusha dort stationiert, wurden trotz inständiger Bitten des kanadischem Kommandeurs Roméo Dallaire nicht verstärkt und griffen deshalb auch nicht ein.


Roméo Dallaire ….bat vergeblich um Verstärkungen.
Screenshot: Dr. v. Paleske

Fünf belgische UN-Soldaten waren zudem bereits getötet worden, um den Abzug aller belgischen UN-Soldaten zu erreichen, was auch prompt geschah.

Ein Held im Genozid
Allerdings muss von einer Ausnahme berichtet werden: Hauptmann Mbaye Diagne aus Senegal. Der rettete auf eigene Faust 600 Menschen vor dem sicheren Tode, bevor er selbst zum Opfer wurde. Details seiner heroischen menschenrettenden Aktionen finden sich hier


Mbaye Diagne …..Menschlichkeit unter unmenschlichen Verhältnissen.

Der BBC Reporter Mark Doyle beschrieb ihn so:

This is … the bravest man I have ever met. I’ve covered many wars and seen many acts of courage. But for sheer grit and determination – and a wicked sense of humour – I’ve never known anyone to compare with Capt Mbaye Diagne, a United Nations peacekeeper in Rwanda.

Zwielichtige Rolle Frankreichs
Auch französische Truppen, die während des Genozids im Rahmen des „Aktion Turquoise“ vom Ostkongo kommend in den Süden Ruandas vorrückten verhinderten nicht das Abschlachten. Offiziell geschah dies, um dem Morden Einhalt zu gebieten. Laut Augenzeugen halfen Frankreichs Soldaten aber zuerst den Hutu-Schergen, sich über die Grenze ins damalige Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) abzusetzen und im Schutz der Flüchtlingslager neu zu formieren.

Ein Vorgehen, was später noch zu erheblichen diplomatischen Verstimmungen zwischen Ruanda und Frankreich führen sollte, die jetzt am 20. Jahrestag der Massaker wieder auflebten.

Postkoloniale Interessen
Der Hintergrund: Postkoloniale Interessen Frankreich einerseits, und daher mit dem francophonen Hutus verbunden, gegen die postkolonialen Interessen Grossbritanniens und im Gefolge der USA, welche die anglophonen Tutsis unterstützten, grösstenteils, wie Paul Kagame auch, aus Ruanda geflohen und in Uganda aufgewachsen.

Mehr noch: Kagame hatte seine militärische Ausbildung in den USA absolviert, an der Eliteakademie der United States Army am Command and General Staff College in Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas, nachdem er zuvor in der seinerzeitigen Rebellenarmee des jetzigen Präsidenten Ugandas, Yoweri Museweni, gedient hatte, und dort mithalf, den damaligen Präsidenten Ugandas, Milton Obote, zu verjagen.

Vorläufiges Ziel erreicht
Mit der Machtübernahme in Ruanda hatte Kagame sein Ziel erreicht. Bereits im Jahre 1990 hatte er mit der RPR den Krieg gegen die Hutu-Regierung in Ruanda von Uganda aus begonnen, bis 1993 das Abkommen von Arusha/Tansania zu einem vorübergehenden Waffenstillstand führte. Details des Abkommens siehe hier.

Nur ein Etappensieg für Kagame
Wie sich alsbald herausstellen sollte, war es jedoch für Kagame nur ein Etappensieg, auf dem Weg zu einem Tutsi-Grossreich unter Einschluss der Ostprovinzen Zaires ( heute: Demokratische Republik Kongo, DRC).
Zwar sind auch dort die Tutsis eine kleine Minderheit, aber es gibt Rohstoffe in Hülle und Fülle, vom Gold, über Coltan bis zu Diamanten.

Ruanda selbst besitzt keine nennenswerten Rohstoffe, und die 9-Millionen Bevölkerung lebt vom Kaffee- und Tee-Export.

Leere Versprechungen
Mit der massiven Unterstützung des Kongo-Rebellen Laurent Kabila, der 1995 mit seinen Rebellen vom Ostkongo aus zum Sturz des Diktators Mobuto-Sese Seko antrat (1.. Kongokrieg) und diesen schliesslich verjagte, glaubte Kagame seinem Grossreich-Ziel ein Stück näher gekommen zu sein.

Offenbar hatte Kabila als Gegenleistung für die militärische Unterstützung versprochen, nach dessen erfolgreicher Machtübernahme die Abtrennung der Kongoprovinzen wohlwollend zu prüfen. Und auf dem Marsch nach Kinshasa liess Kabila auch gleich noch eine grosse Zahl von Hutu-Flüchtlingen massakrieren – kleine Gefallen erhalten die Freundschaft.

Von einer Gebietsabtretung an Ruanda wollte Kabila allerdings nach seiner Machtübernahme in Kinshasa, die er ohne die militärische Unterstützung Ruandas, aber auch Tansanias und Ugandas kaum erreicht hätte, nichts mehr wissen. Verständlich, denn er wäre dann als Vaterlandsverräter gebrandmarkt worden.

Mehr noch: er benutzte die zu Hunderttausenden in den Kongo geflohenen Hutus nun als Druckmittel gegen Kagame, damit dieser von seinen Expansionsplänen ablässt.

Der nächste Kongokrieg
Das Gegenteil trat jedoch ein: Ruanda im Verein mit Uganda schickten daraufhin 1998 ihre Truppen in den Kongo, der 2. Kongokrieg begann, der 5 Jahre dauern und rund 5 Millionen Menschen das Leben kosten sollte.

Auf Seiten Kabilas griffen Simbabwe, Angola und Namibia militärisch in den Konflikt ein, Frankreich gab finanzielle Unterstützung.

Uganda und Ruanda, erhielten von den USA und Grossbritannien Waffen und Ausrüstung.

Uganda und Ruanda hatten bereits schweres Kriegsgerät in den Westkongo per Luftbrücke geschafft, und standen nun kurz vor den Toren Kinshasas, bevor sie von den angolanischen und simbabweschen Truppen zurückgeschlagen wurden.

Weitere Waffentransporte an Uganda und Ruanda liefen über den Russen Viktor Bout, den „Händler des Todes“ über den wir mehrfach berichtet haben.

Kongo-Plünderer
Ruanda und Uganda plünderten im 2. Kongokrieg den Ost-Kongo. Eine 5-Jahreproduktion von Coltan im Werte von rund 250 Millionen US Dollar schafften sie fort, dazu Gold, Diamanten und Edelhölzer.

Auf ugandischer Seite tat sich bei den Plünderungen der General Salim Saleh, alias Caleb Akandwanaho hervor, ein Halbbruder des Präsidenten Museveni.

Erst mit dem Sun City Abkommen vor 11 Jahren, vermittelt durch den ehemaligen botswanischen Präsidenten Sir Ketumile Masire, ging dieser neue „Genozid“ nach 5 Jahren zu Ende.

Nur vorübergehende Waffenruhe

Allerdings nur vorübergehend, genauer gesagt nur 4 Jahre, denn Kagame hielt an seinen Tutsi-Grossreich-Plänen fest.

Diesmal sollte die Chose über Proxy-Armeen im Ost-Kongo laufen, von Ruanda ausgerüstet und kommandiert. Zunächst die CNDP unter dem Tutsi-Offizier Laurent Nkunda, und dann die M23, zunächst mit dem wegen Kriegsverbrechen in den Haag angeklagten Bosco Ntaganda, dieser gefolgt von Sultani Makenga, auch dem werden Kriegsverbrechen vorgeworfen.

Erst die afrikanische Friedenstruppe, ausgestattet mit einem einem robsuten Mandat, bereitete den Expansionsgelüsten Paul Kagames mit dem Verjagen der M-23, die zuvor Hunderttausende zu Flüchlingen gemacht, und eine unbekannte Zahl von Menschenleben auf dem Gewissen hat, ein vorläufiges Ende.

Kein Demokrat

Ruandas Präsident Paul Kagame ist alles andere als ein Demokrat: er ist ein Diktator, der sich auch nicht scheut, innenpolitsche Widersacher – selbst aus der Volksgruppe der Tutsi – kurzerhand umbringen zu lassen oder sie für lange Jahre ins Gefängnis zu stecken. Sein tödlicher Arm reicht bis nach Südafrika, was mittlerweile zu schweren diplomatischen Verwicklungen mit der Republik Südafrika geführt hat und zu gegenseitigen Ausweisungen von Diplomaten.


Paul Kagame – …..Diktator mit Expansionsplänen und TodesschwadronenScreenshot: Dr. v. Paleske

.
Der letzte Attentatsversuch auf einen Tutsi-Dissidenten liegt gerade einmal drei Wochen zurück: es war der dritte Attentatsversuch auf den ehemaligen ruandischen General Kayumba Nyamwasa. Wir berichteten über die anderen Attentate und Attentatsversuche.

Schuldgefühle genutzt
Lange konnte Ruandas Präsident die Schuldgefühle der Weltgemeinschaft nutzen, um nicht nur Entwicklungshilfe einzusacken, sondern seine Expansionsvorhaben im Nachbarländern ungestört fortsetzen zu können, publizistisch in Deutschland auch noch unterstützt von der deutschen Tageszeitung (TAZ) , die damit sich den Vorwurf des unseriösen Journalismus gefallen lassen muss..

So bleibt die Aufgabe bestehen, den Expansiongelüsten Kagames entgegenzutreten, und die Hutu Rebellen in der Demokratischen Republik Kongo zu entwaffnen. Erst dann kann es Frieden in dieser Region geben.

Zu Ruanda
linkVom Freiheitskämpfer und bewunderten Staatsmann zum Staatsterroristen: Ruandas Präsident Paul Kagame lässt seine Opponenten ermorden.
linkDemokratie bleibt ein Fremdwort in Ruanda.

Zum Ostkongo
Krieg im Ostkongo: Tutsi-Rebellengruppe verjagt – Schlappe für Ruandas Präsident Paul Kagame
Ostkongo: Ruandas M23-Söldner wieder auf dem Kriegspfad, zehntausende Zivilisten auf der Flucht
Rebellenführer Bosco Ntaganda in Den Haag – Das „Bauernopfer“ des ruandischen Präsidenten Paul Kagame
Frieden im Ost-Kongo?
Ostkongo (DRC): Vorübergehende Waffenruhe im langen Krieg
Ruandas Paul Kagame greift nach dem Ost-Kongo – Der Dritte Kongokrieg hat begonnen
Der Krieg im Ost-Kongo, Ruanda und die USA
Der vergessene Krieg im Osten des Kongo
Kampf um Kongos Ostprovinzen
Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo – 50 Jahre Unabhängigkeit. Grund zum Feiern?
Im Interview: Sir Ketumile Masire zur Lage im Kongo
Kongo: Warlord Laurent Nkunda benennt „Kriegsziele“
Wohin treibt der Ost-Kongo oder: Krieg ohne Frieden

Zu Salim Saleh
Ugandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.

Zu Viktor Bout
Viktor Bout, Afrikas “Merchant of Death”

afrika

EU-Afrika Gipfel in Brüssel: Der Zug ist längst nach China abgefahren

Dr. Alexander von Paleske 3-4-2014 —
Mit grossem Trara findet in Brüssel zur Zeit der EU-Afrika Gipfel l statt.

Delegationen aus insgesamt 90 Ländern treffen sich dort, in den Medien sind Schlagzeilen zu lesen wie:

Auch Afrikaner mögen keine Billigprodukte aus China – Deutschland setzt große Hoffnungen in den Afrika-Gipfel der EU

oder

EU will in Afrika gegenüber China die besseren Karten behalten“.

Falsches Bild
Diese Schlagzeilen vermitteln ein völlig falsches Bild von der Realität.
Zunächst einmal ist das wirtschaftlich stärkste Land Afrika, die Republik Südafrika gar nicht mit ihrem Staatspräsidenten Jacob Zuma vertreten.

Kein Visum für die Präsidentengattin
Staatspräsident Zuma hatte kurzfristig abgesagt, nachdem der Staatspräsident des Nachbarlandes Zimbabwe, Robert Mugabe, seine Teilnahme abgesagt hatte. Der Grund: seine Ehefrau, Grace Mugabe, hatte kein Einreisevisum erhalten.


Präsident Mugabe ……kein Visum für die Gattin

Mugabe ist zur Zeit Präsident der Staatengemeinschaft Afrikas, AU. Gegen Simbabwe waren vor 14 Jahren Sanktionen verhängt worden, nachdem die Regierung Mugabe ein gewaltsames Landenteignungs-Programm gegen weisse Farmer gestartet hatte, deren Mehrheit britischer Abstammung war.

Die von der EU im Jahre 2000 verhängten Sanktionen, auf Betreiben der Blair-Regierung Grossbritanniens zustandegekommen, beinhalteten auch ein Einreiseverbot für führende Mitglieder der Regierungspartei ZANU-PF in die EU.

Aussenpolitische Dummheit
Diese aussenpolitische Dummheit – anders lässt sich dieser Schritt kaum bezeichnen – änderte natürlich nichts an der Landreform, lieferte der Regierung Mugabe aber reichlich Argumente, die eigene Misswirtschaft als Folge der Sanktionen darzustellen.

Dabei sollte natürlich auch nicht unerwähnt bleiben, dass Sanktionen seinerzeit gegen das menschenverachtende und brutale Apartheidregime in Südafrika seitens der EU nie verhängt worden waren, im Gegenteil: die britische Premierministerin Margaret Thatcher beschimpfte den inhaftierten Freiheitskämpfer Nelson Mandela als Terroristen.

Mehr noch: Mugabe leidet nach Medienberichten an metastatsiertem Prostata-Karzinom. Um den Gesundheitszustand des 90-jährigen Regierungschefs steht es also keineswegs rosig. Er verreist grundsätzlich nur noch in Begleitung seiner Frau.

Unter diesen Umständen das Visum zu verweigern, kann kaum Verständnis hervorrufen.

Bessere Karten längst verspielt
Auch die Schlagzeile

EU will in Afrika gegenüber China die besseren Karten behalten

geht an der Realität glatt vorbei.

Europa hat die besseren Karten auf dem afrikanischen Kontinent in den vergangenen 20 Jahren an China verloren.

Grosse Infrastrukturprojekte, einstmals die Domäne europäischer Konzerne, werden längst von China durchgezogen, mit Hilfe von günstigen Krediten, flankiert von einer strikten Politik der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder.

Ob es sich um Eisenbahnlinien, wie die Rehabilitierung der Benguela-Eisenbahn in Angola, oder um den Neubau einer Eisenbahnlinie in Ostafrika handelt, den Neubau von Flughäfen und Strassen in Botswana, überall sind chinesische Firmen am Werk. In den meisten Ländern Afrikas hat China die EU längst abgehängt..

Im Gegenzug Rohstoffe
Im Gegenzug liefert das rohstoffreiche Afrika an China die dringend benötigten Rohstoffe, und China wiederum überschwemmt den afrikanischen Markt mit Billigprodukten.
Insofern ist die Schlagzeile

„Auch Afrikaner mögen keine Billigprodukte“

zwar zutreffend, aber zugleich irreführend.
Natürlich würden Afrikaner gerne hochqualitative Waren aus der EU kaufen, Hugo Boss statt Jin Jong, aber die Kaufkraft reicht dazu kaum aus.

So bleibt es bei Luxuskarossen für die Elite, die gerne Mercedes oder BMW fahren, der Rest kommt dann aus China..

Europa Addio, wie wir schon in früheren Artikeln dargelegt haben, daran wird auch der Gipfel in Brüssel wenig ändern..

China und Afrika
China baut Afrikas Eisenbahnen
Sambia: Präsidentschaftskandidat gewinnt mit antichinesischer Rhetorik
China-Afrika: Nicht nur eitel Sonnenschein
Chinesische Firmen springen auf den MLM-Zug
China und Afrika – wohin geht die Reise?
Der hässliche Chinese – oder: wie China in Afrika neuerdings agiert

Afrika – Ein Kontinent wird zum reinen Rohstoffverkäufer
Industrialisierung oder De-Industrialisierung in Afrika?

Angola: Reichtum, Armut und Demonstrationen
Portugals Finanzkrise: Angola als Retter?

Willkommen in Afrika, Frau Merkel – Sie haben aber nichts im Gepäck und kommen außerdem noch zu spät
Angolagate in Frankreich – Geldgier, Geschütze und Granaten

Europa Addio? – EU-Afrika-Gipfel in Lissabon

Krieg

Wunderbare Freunde in der Ukraine: Klepto-Oligarchen, Ultras und Faschisten

Dr. Alexander von Paleske —– 30.3. 2014 —-
Gestern hat der als „Schokoladenkönig“ titulierte Präsidentschaftskandidat der Ukraine, Petro Poroschenko seinen Hut in den Ring geworfen, Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko zog daraufhin zugunsten Poroschenko seine Kandidatur zurück. Den will Klitschko jetzt im Wahlkampf unterstützen.


Petro Poroschenko ………Hut im Ring

Die Kandidatur Poroschenkos, das ist so, als würde Steuerstraftäter Uli Hoeness seine Absicht bekunden, der nächste Präsident zu werden – nicht von Bayern München, sondern Bundespräsident.

Krimineller Waisenknabe

Hoeness ist dabei ein „krimineller Waisenknabe“, verglichen mit „Schoko-Poro“. Der gehört nämlich zu den fünf grossen ukrainischen Klepto-Oligarchen, die Anfang der 90er Jahre bei der Privatisierung von Staatseigentum in der Ukraine es mit Bestechung, Nötigung und Erpressung schafften, sich Staatseigentum für n‘ Appel und n´ Ei unter den Nagel zu reissen: Durch Bestechung von Staatsbediensteten, notfalls durch Erpressung.

Gleiches spielte sich mit anderen Akteuren darunter Michail Chodorkowski im benachbarten Russland unter Boris Jelzin ab.

Dann durch sanfte oder brutale Gewalt sich lästige Mitbewerber oder geschäftliche Konkurrenten vom Leibe zu halten, und dadurch steinreich zu werden. Genauer gesagt zu Milliardären – US Dollar-Milliardären versteht sich.

Auch die ukrainische Präsidentschaftskandidatin Julija Tymoschenko vediente im Zuge dieser „Raubzüge“ sich redlich- unredlich den Namen „Gasprinzessin“ .


Liste der Oligarchen

Folgende Klepto-Oligarchen sind es, die das wirtschaftliche und politische Leben in der Ukraine bestimmen, und mit ihrer geballten Medienmacht auch noch die öffentliche Meinung in ihrem Sinne versuchen zu beeinflussen.

1. Rinat Akhmetov geschätztes Vermögen aus den 90er „Raubzügen“: 12,6 Milliarden US Dollar, dazu gehören Bergwerke, Elektrizitätserzeugung und Medien.


Rinat Akhmetov

So nebenbei kaufte er sich mit seinem „gestohlenen“ Reichtum im Jahre 2011 auch gleich noch ein Appartement am Hyde Park in London gelegen, für schlappe 225 Millionen US Dollar. Dort traf sich am 7. Dezember 2013 die ukrainische Opposition vor dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Yanukowitsch, um zu beraten, wie es in der Ukraine weitergehen sollte.

2. Dimytro Firtash, Tycoon in Sachen Handel mit Erdgas. Geschätztes („geraubtes“) Vermögen: 2,3 Milliarden US Dollar. Wohltätiger Sponsor der britischen Alt-Universität Cambridge.


Dimytro Firtash

3. Viktor Pinchuk geschätztes Vermögen: 3 Milliarden US Dollar, ebenfalls „Raubzug“-Teilnehmer. Hersteller von Röhren zum Gastransport und Medienbesitzer.


Viktor Pinchuk

4. Oleksandr Yaroslavskyi ebenfalls „Raubzugs“-Multimilliardär und in Gas, Chemie, Banken und Immobilien engagiert.


Oleksandr Yaroslavskyi

5. Schliesslich Schoko-Poro, Petro Poroschenko, Inhaber der Schokoladenfirma Roshen. Vermögen: Rund 1 Milliarde US Dollar.

Pferdewechsel der Oligarchen
Ergebnis des Treffens in der Privatwohnung Akhmetovs im vergangenen Dezember: Verlust der Rückendeckung für Yanukovitsch, dessen Wahlkampf 2010 noch von Akhmetov finanziert worden war.

Die Rückendeckung Poroschenkos hatte Yanukovitsch schon früher verloren.

Und die Oligarchen beliessen es nicht bei Lippenbekenntnissen: Geld floss, und das nicht zu knapp.

Mehr noch: Klepto-Milliardär Viktor Pinchuk stellte Journalisten, die über die Euro- Maydan Demonstrationen berichten wollten, über eines seiner Printmedien ein provisorisches Medien-Center zur Verfügung.

Poroschenko wiederum mischte sich unter die Demonstranten und wandte sich per Mikro an sie mit einer zündenden Rede.

Firtash wiederum unterstützte den Aufstand über seinen Fernsehsender.

Poroschenko will, wie andere Oligarchen auch, im Westen expandieren, und damit die Profite steigern. Schon jetzt kauft die EU von der Ukraine jährlich Waren im Werte von 14 Milliarden Euro. Und mit dem Anschluss an die EU soll es erst so richtig losgehen..

So hofft Schoko-Poro, der neuerdings auch in Ungarn eine Fabrik betreibt, auf eine Exportsteigerung von 40%. Da kann er die Schliessung seiner russischen Fabrik in der vergangenen Woche leicht verschmerzen. Die russische Regierung machte ihm zuvor schon aus politischen Gründen Schwierigkeiten beim Verkauf der Roshen-Schokolade.

So war Präsident Yanukovich mit seiner Weigerung, ein Assoziierungsabkommen mit der EU abzuschliessen, für die Profite der Oligarchen nur ein Hindernis, allerdings eines, das sich beseitigen liess.

Mehr noch: Neun Jahre nach der ersten (orangenen) Revolution, welche die Ukraine näher an Europa heranführte, fielen die Investitionen aus EU-Ländern unter Yanukovitch um die Hälfte, von 15 Milliarden Euro auf 7 Milliarden.

Und während die Oligarchen selbst unter anderem durch massisvste Korruption ihren Reichtum erlangt hatten, war dieses System zur Stabilisierung ihres „Raubes“ eher hinderlich.

Transparency International bezeichnete die Ukraine als eines der korruptesten Länder der Welt.

1000 deutsche Firmen
Und immerhin stehen rund 1000 deutsche Firmen in Geschäftsbeziehungen mit der Ukraine, auch die mögen diese unklaren Verhältnisse eher nicht.

Nun also soll ein Oligarch neuer Präsident werden. Dessen kriminelle Vergangenheit ist für EU-Politiker kein Hinderungsgrund, das zeigte sich schon im Fall des Michail Chodorkowski.

Problematisch könnte allerdings die offen faschistische Rechte werden, die durch die ins Auge gefassten Massenentlassungen im öffentlichen Dienst, die Abwertung der lokalen Währung, und die damit verbundene Inflation, und noch einige weitere „Grausamkeiten“, weiteren Zulauf erhalten dürfte.

Schon jetzt geniessen diese braunen Herrschaften wegen ihres „tapferen“ sprich: gewaltsamen Auftretens gegen die seinerzeitige Staatsmacht einiges Ansehen unter der westukrainischen Bevölkerung.


Gruppen faschistischer Kämpfer in Kiew – Screenshots: Dr. v. Paleske

Währenddessen erwägt Deutschland die Verlegung von Kampfjets in östliche NATO-Länder.

Die Ukraine muss in die EU – mitsamt seiner Oligarchen und Faschisten. Offenbar notfalls durch Ausgrabung des Kriegsbeils.

Geht’s noch?

Vorwärtsverteidigungsministerin Dr. med. Ursula von der Leyen an den ehemaligen Bundeswehr-Generalinspekteur: „Halten Sie den Mund, General Kujat“
NATO und EU: Konfliktpolitik statt Friedenspolitik – in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, und jetzt in der Ukraine

Gerichtstag in London: Russlands Präsident Putins gegenwärtige und verflossene Freunde kämpfen gegeneinander
Russischer Ex-Oligarch Michail Chodorkowski – ein Kämpfer für Demokratie?
Ex Klepto-Oligarch Michail Chodorkowski schreibt an Bild-Spitzenjournalist Franz Josef Post von Wagner

SATIRE

Vorwärtsverteidigungsministerin Dr. med. Ursula von der Leyen an den ehemaligen Bundeswehr-Generalinspekteur: „Halten Sie den Mund, General Kujat“

Dr. Alexander von Paleske — 23.3. 2014 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Dr. med. Ursula von der Leyen
Vorwärtsverteidigungsministerin
Im Regierungsviertel 4
Berlin

EILT, durch Feldjäger zuzustellen

An den

General der Bundeswehr a.D.
Harald Kujat
Berlin

Sehr geehrter Herr General Kujat

Als Bundesverteidigungsministerin befehle ich Ihnen, keine weiteren Stellungnahmen zur Nato-Expansion nach Osten mehr abzugeben. Deutschland braucht keinen zweiten „Friedensgeneral“ wie diesen Gerd Bastian seinerzeit.


General Kujat (r) ……… brauchen keinen neuen „Friedensgeneral“.

Dies ist ein Befehl, also eine Anweisung eines Vorgesetzten an einen Untergebenen mit dem Anspruch auf Gehorsam, den Sie zu befolgen haben, da sie ja nur ausser Diensten sind, aber weiter der soldatischen Gehorsamspflicht unterliegen.

Ausserordentlich empörend
Insbesondere finde ich es empörend, dass Sie der NATO vorwarfen, in der aktuellen Ukraine-Krise versagt zu haben, wo die Truppenverlegung an die Ostgrenzen der NATO nicht nur richtig ist, sondern von den NATO-Ostvölkern geradezu gefordert wird, insbesondere von den Polen und Rumänen.

Ich habe in einer Stellungnahme gegenüber dem SPIEGEL klargestellt dass wir in unserem Expansionsbemühungen nach Osten gerade auf die Rolle der NATO setzen müssen, auf eine starke Rolle versteht sich.

Jetzt ist für die Bündnispartner an den Außengrenzen wichtig, dass die NATO mit einem kraftvollen Truppenaufmarsch Präsenz zeigt.
Die Luftüberwachung in der Region ist bereits verstärkt, die Abfangjäger werden alsbald grenznah stationiert

Dem Russischen Bären muss das Fell über die Ohren gezogen werden, notfalls durch einen Vorwärtsverteidigungskrieg.
.
Sofort in die NATO
Die Volksregierung der Ukraine, einschliesslich einiger Minister aus dem faschistischen Lager, wird sofort in die NATO aufgenommen, und dann der Vorwärts-Verteidigungsfall ausgerufen

Defätistische Stellungnahme
Geradezu lächerlich und defätistisch ist Ihre Stellungnahme:

Wenn man das Krisenmanagement der Europäischen Union betrachtet – im Wesentlichen gestaltet von Deutschland – da kann einem angst und bange werden. Es wird nicht deeskaliert, sondern eskaliert. Man spricht nicht miteinander, man spricht übereinander. Putins Rede enthält auch Elemente für einen konstruktiven Dialog. Aber darauf geht man überhaupt nicht ein.“

Und noch schlimmer:

Wenn man Truppen an die Außengrenzen verlegen wolle, dann müsse man wissen, was man tatsächlich damit erreichen kann oder worauf man sich einlässt. Sind wir wirklich bereit, soweit zu eskalieren, dass es zu einer militärischen Auseinandersetzung kommt? Nein. Das ist Denken des 20., wenn nicht sogar des 19. Jahrhunderts.“

Falsch! Dies ist das neue Denken des 21. Jahrhunderts, wie es unser Bundespräsident Gauck auf der Sicherheitskonferenz im Januar in München zutreffend formuliert hat:

Deutschland engagiere Dich! Angesichts der Bedeutung der Bundesrepublik ist es nicht genug Weltpolitik (nur) zu kommentieren.

Und weiter:

„Deutschland wird nie rein militärische Lösungen unterstützen (wie zuletzt in Afghanistan), sondern besonnen vorgehen, und alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen. Aber wenn schliesslich der äusserste Fall diskutiert wird, der Einsatz der Bundeswehr, dann gilt: Deutschland darf weder aus Prinzip nein noch ja sagen!“

Fall eingetreten
Dieser äusserste Fall ist jetzt bereits eingetreten. Als Termin für die geplante Vorwärtsverteidigung schlage ich den 22. Juni vor. Schon einmal sind an diesem Tag (22.6. 1941) deutsche Truppen gen Osten marschiert. Allerdings haben wir aus unseren damaligen taktischen Fehlern gelernt. Diesmal wird es keine Niederlage geben.

Um den Bundeswehreinsatz zu erleichtern, werden wir auch die Zustimmungspflicht des Parlaments in diesem Punkte abschaffen. Darauf haben wir uns mit der SPD bereits geeinigt.

Ursula von der Leyen
Vorwärtsverteidigungsministerin

NATO und EU: Konfliktpolitik statt Friedenspolitik – in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, und jetzt in der Ukraine

Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz