SATIRE

Herzlichen Glückwunsch ZEIT-Qualitätsjournalist Matthias Nass: Haifa – Ein hervorragender Bilderberg-Konferenzort

12.4. 2012

Herrn
Spitzen-Qualitätsjournalist
und chronischer Bilderberger
Matthias Nass
Korrespondent der Wochenzeitung
DIE ZEIT
Ex Stv. Chefredakteur

Pressehaus
Hamburg

Sehr geehrter Herr Spitzen-Qualitätsjournalist Matthias Nass,

es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, Ihnen meinen allerherzlichsten Glückwunsch zu übermitteln, dafür, dass Sie als Mitorganisator der (demokratieverachtenden) Bilderberg-Konferenzen für dieses Jahr den Konferenzort Haifa in Israel ausgesucht haben. Ich kann mir keine bessere Wahl vorstellen.

Nachdem Sie im demokratischen Europa immer wieder mit Protestierern gegen ihr hochwichtiges Treffen rechnen mussten, lag es nahe, sich diesen „Pöbel“ einfach vom Halse zu halten, und die Konferenz zur Abwechslung 2012 in Israel stattfinden zu lassen. Dort

– wo mit Protestierern nicht lange gefackelt, notfalls seitens der Sicherheitskräfte auch zur Schusswaffe gegriffen wird, wenn potentielle Protestierer nicht ohnehin schon gleich an der Einreise gehindert werden.

– Wo Pressezensur stattfindet

– Wo es pro Bevölkerungszahl die zweithöchste Zahl von inhaftierten Journalisten gibt

– wo angeschuldigte Palästinenser jahrelang in Gefängnissen ohne Gerichtsurteil festgehalten werden

– Wo das Kabinett Benjamin Netanyahu / Ehud Barak mittlerweile eher als „Kriegskabinett“ bezeichnet werden muss.

– Wo illegale, zum Teil gewaltsame, Landwegnahme im besetzten Ost-Jerusalem und der Westbank mittlerweile zum Tagesgeschäft gehören

– Wo israelische „Todesschwadronen“ missliebige Palästinenser abknallten, was selbst nach israelischem Recht nicht zulässig ist

– Wo Journalisten wie Anat Kam und Uri Blau, die das aufdeckten, zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden bzw. mit ihnen zu rechnen haben. Eine Form der Rechtsprechung zum illegalen Staatsgeheimnis, die in Deutschland an das Urteil des Reichsgerichts gegen den späteren Friedens-Nobelpreisträger Carl von Ossietzky aus dem Jahre 1931 erinnert

– Wo israelische illegale Siedler in der Westbank Parolen wie:

– „Araber in die Gaskammern“
– „Tötet alle Araber“
– „Sterbt arabische Sand-Nigger“
– „vernichtet alle Moslems

ungestraft an Häuserwände schmieren, und ohne dass diese volksverhetzenden und zu Gewalttaten auffordernden Parolen sofort entfernt werden.

Aber da Ihre Konferenz ja ohnehin eine Verhöhnung von Demokratie und dem zu ihr gehörenden Prinzip der Öffentlichkeit ist, wie ich bereits in einem ausführlichen Artikel dargelegt habe, ist die Bilderberg-Konferenz in Israel endlich da angekommen, wo sie politisch-verwandtschaftlich hingehört. Ganz, ganz herzlichen Glückwunsch!

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Alexander von Paleske
Arzt für innere Medizin, Hämatologie
Leitender Abteilungsarzt
Ex Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)
Bulawayo
Simbabwe

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Krieg

Günter Grass, ein Gedicht und das Jerusalem-Syndrom

Dr. Alexander von Paleske — 7.4. 2012 —
In einer Meldung von Tagesschau.de heisst es heute:

Es klingt absurd, aber in Jerusalem kommt es öfter vor: Menschen stehen in weißen Umhängen in der Stadt, predigen und halten sich für einen der zwölf Apostel oder die Jungfrau Maria. Mediziner nennen das „Jerusalem-Syndrom“, eine Krankheit

Eine derartige Krankheit scheint derzeit auch in Deutschland zu grassieren: das „ich bin der Verteidiger Jerusalems bzw. Israels“-Syndrom.
Es geht um die Reaktionen auf ein Gedicht von Günter Grass. Reaktionen, die schon fast ins Psychopathologische reichen.

Was war geschehen?
Günter Grass nahm die bevorstehende Lieferung eines deutschen U-Bootes, ein U-Boot, von dem aus auch Atomraketen abgefeuert werden können, zum Anlass, nicht nur dagegen mit literarischen Mitteln zu protestieren, sondern auch nachdrücklich auf die unmittelbar drohende Kriegsgefahr im Nahen und Mittleren Osten hinzuweisen, nachdem der israelische Premier Benjamin Netanyahu im Chor mit seinem politischen Zwilling Ehud Barak mehrfach einen israelischen Erstschlag gegen Irans Atomeinrichtungen in allernächster Zeit in Aussicht gestellt hatte.


Duo infernale: Verteidigungsminister Ehud Barak (l) und Premier Benjamin Netanyahu (r) Screenshot: Dr. v. Paleske

Reale Kriegsgefahr
Die Gefahr ist in der Tat real, und was Israel offenbar im Augenblick (noch) davon abhält ist der Druck seitens des US Präsidenten Barack Obama, wir schrieben mehrfach darüber.

Letztlich besteht die grosse Gefahr, dass Israel zum Erstschlag ausholt, und über die Gegenreaktionen des Iran dann die USA in den Krieg mit hineinzieht.

Interessanterweise setzen sich die meisten Stellungnahmen zum Grass-Gedicht nicht etwa mit der drohenden Kriegsgefahr und der deutschen U-Boot Lieferung, oder mit der Frage, ob der Iran tatsächlich eine Atombombe besitzt, sondern mit dem Gedicht auseinander, welches als

antisemitisch bzw. judenfeindlich

künstlerisch miserabel

und als Hassgesang
bezeichnet wird.

Den Vogel schiesst wieder einmal der ZEIT-Herausgeber Josef Joffe ab, der laien-tiefenpsychologistisch über eine krude Interpretation des Gedichts – dabei sich auf Sigmund Freud berufend – den Antisemitismus in dem Hirne von Günter Grass geortet zu haben glaubt.

Aber damit nicht genug: Nachdem er bereits vor Wochen in einem Leitartikel die Kriegsgefahr versuchte herunterzuspielen, bezeichnet er jetzt verharmlosend die U-Boot Lieferung Deutschlands an Israel als ein für beide Seiten vorteilhaftes Geschäft, als ob es sich um eine Lieferung von Käse oder Dachlatten handeln würde.

U-Boot ist Angriffswaffe
Die deutschen U-Boote, noch dazu mit deutschen Steuermitteln deutlich subventioniert dienen nur dem Zweck , ein entfernteres Land, in diesem Falle Iran, anzugreifen, nicht aber zur Selbstverteidigung oder zur Abschreckung, dafür hat Israel ohnehin genug Atomwaffen.

Es handelt sich um Distanz-Angriffswaffen, die in Spannungsgebieten nichts zu suchen haben sollten.

Die Fehler eines Nobelpreisträgers
Günter Grass hat allerdings den Fehler gemacht, ein hochpolitisches, komplexes Thema in Gedichtform abzuhandeln.

Gedichte sind sehr geeignet, um z.B. politische Satire darin unterzubringen. Sie sind aber völlig ungeeignet, um ein komplexes Thema substantiell mit der nötigen Tiefe zu bearbeiten.

Hinzu kommt noch, dass Grass, seinerzeit eingezogener Waffen-SS-Soldat und als Deutscher, sich hier auf ein Minenfeld begeben hat, das nur bei genauester Abtastung – nicht jedenfalls in Gedichtform – sachgerecht überwunden werden kann.

Grass hätte daher einen ausführlichen Artikel schreiben können und müssen, der genau diese seine Sorgen artikuliert, und dabei wirklich jedes Wort auf die sogenannte Goldwaage legen müssen.

Auch wenn die Schlüsse die gleichen gewesen wären, die Kritik daran wäre ganz anders ausgefallen und hätte sich nicht hinter Antisemitismusvorwürfen und dem Vorwurf der erbärmlichen Kunst verstecken können, sondern sich zur Kriegsgefahr im Nahen Osten und zur U-Boot Lieferung äussern müssen.

So hat Grass es seinen Kritikern ermöglicht, vom Thema abzulenken, und eine neue Antisemitismus-Diskussion in Gang zu setzen, die wir in dieser hochexplosiven Lage ganz bestimmt nicht brauchen.

Denn Israels Weg in den Krieg mit dem Iran datiert lange zurück, und wir haben immer wieder darauf hingewiesen:

Die Lieferung von Massenvernichtungswaffen, der Giftgase Sarin und Senfgas, samt den Blaupausen zur Errichtung einer Fabrik zu deren Herstellung, von China in den Iran in den 90er Jahren mit Hilfe des britischen Auslands-Geheimdienstes Mi6, des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet und des Bundesnachrichtendienstes

Die Anschaffung von 25 Langstreckenbomber des Typs McDonnell-Douglas (jetzt Boeing) F-15- I zum Stückpreis von damals 84 Millionen US-Dollar, geordert vom seinerzeitigen der Chef der Luftwaffe, Generalmajor Eitan Ben Eliyahu, kurz nach seinem Amtsantritt,
General Eliyahu hatte an dem Angriff auf den irakischen Atomreaktor in Osirak am 7.6. 1981 teilgenommen, und wollte Israel auf einen möglichen Schlag gegen den Iran militärisch optimal vorbereiten.
Zu einem Zeitpunkt, als eine angebliche iranische Atombombe noch gar nicht zur Diskussion stand.

Die Kaperung des Frachters Arctic Sea in der Ostsee im Juli 2009 durch vom israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad angeheuerte Berufskriminelle aus den baltischen Ländern. Das Schiff hatte Boden-Luft-Raketen des russischen Typs S300 geladen. Diese Raketen würden in den Händen des Iran die Abschüsse von israelischen Kampfbombern im Falle eines Angriffs um wenigstens 60% erhöhen .

Die Mordanschläge im Iran auf Atomwissenschaftler

Der Anschlag auf die iranische Militärbasis

Der Stuxnetangriff (Computerviren) eingeschleust in das Atomprogramm des Iran

Der logische nächste Schritt wäre jetzt der Erstschlag, da hat Grass völlig recht.

Weitere Schnitzer
Nur: er machte abgesehen von der Form, in die er seine Kritik kleidete, noch folgende unnötige Fehler:

– Er sprach von Israel, statt von der israelischen Regierung, und tat damit den zahlreichen Kriegsgegnern in Israel unrecht. Das hat er mittlerweile korrigiert.

– Er bezeichnete die Reaktion der deutschen Medien auf sein Gedicht als „Gleichschaltung“. Ein übler Ausrutscher. Gleichschaltung ist ein Vorgang, der zu einer Diktatur passt.

Die überaus notwendige Warnung eines angesehenen Intellektuellen, der den 2. Weltkrieg noch als Soldat miterlebt hat, droht nun unterzugehen.

Kein Mangel an Argumenten
Dabei hätte es an Argumenten ja nun wirklich nicht gemangelt:

1. Selbst wenn der Iran die Bombe hätte, würde er sie mit Sicherheit nicht zum Einsatz bringen, weil es mit dem sofortigen atomaren Gegenschlag der USA und der Vernichtung des Iran beantwortet würde. Man kann den Iranern alles vorhalten, aber Selbstmörder sind sie nicht.

2. Die Angriffspläne Israels haben daher, wie wir schon früher hervorgehoben haben, mehr mit der geplanten Annexion Ost-Jerusalems und der Westbank, Angriffen auf Gaza und dem Libanon zu tun.

3. Ein Krieg mit dem Iran würde auch Syrien mit hineinziehen und den Libanon. Die Folgen wären unabsehbar. Mittlerweile hat auch China in der bisher nachdrücklichsten Form sich gegen einen Angriff ausgesprochen.

Wörtlich:

An attack on Iran would invite devastating retaliation that would envelop the region and destabilise the global economic recovery, and added that the international community had to restrain itself from war.

Israel, seit der Kaperung des mit 200 Tonnen Uranoxid beladenen Frachters Scheersberg A, im Jahre 1968, und der Anreicherung im Atomreaktor Dimona, im Besitz von Dutzenden von Atombomben, gefördert noch durch die atomare Zusammenarbeit mit Apartheid-Südafrika, will im Nahen Osten alleinige Atommacht bleiben, um dort – wie gehabt – notfalls unter Verletzung internationalen Rechts, schalten und walten zu können.

So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass sich solche Parolen der Siedler in der Westbank an den Hauswänden finden:

.


Besetzte Westbank – An Häuserwände gesprühte Siedlerparolen. Screenshots: Dr. v. Paleske

Es ist höchste Zeit, endlich im Nahen Osten Frieden zu schaffen.

Wenn Israel als notwendige Voraussetzung dafür sich endlich aus Ost- Jerusalem und der Westbank zurückziehen würde, und es dann zu einem umfassenden Frieden käme, dann wäre selbst eine iranische Atombombe nichts anderes als ein Papiertiger.

Aber genau das ist nicht die Politik der gegenwärtigen Regierung.

Israels Waffenlieferungen in den Iran einschliesslich Massenvernichtungswaffen
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
Der Fall Barschel, der Mossad und die Waffenlieferungen in den Iran

Keine Freilassung des Waffenhändlers Nahum Manbar zu erwarten
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran
linkIsrael has a long history of supplying Iran with weapons

Konflikt Israel-Iran
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Münchener Konferenzen und die Kriegsgefahr
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Geplantes Attentat des Iran in den USA oder „Tonkin-Zwischenfall“ des Jahres 2011?
Die Kriegsgefahr im Nahen Osten steigt
Palästina, Israel, Apartheid-Südafrikaner als Siedler in der Westbank, und ein Vorstoss in New York

Stuxnet und die Folgen: Legalisierung von Virusattacken und Cyberwars, Fortsetzung der Landwegnahme in Ost-Jerusalem und der Westbank
Das Stuxnet-Virus und der Siedlungsbau im Westjordanland
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Sindbad, der Iranfahrer oder: wie man beim BND einen nutzlos gewordenen „Top-Spion“ los wird

Zum Mossad
Trojanerexplosion im Libanon, Raketen auf Israel, Botschaftsbesetzung in Teheran und Explosion in Urananlage in Isfahan
Explosion auf Militärbasis war offensichtlich ein Mossad-Anschlag
Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Geheimdienst Mossad – Bilanz der letzten 20 Monate: Piraterie, Mord, Kidnapping
Der mysteriöse Fall des vom Mossad gekidnappten Ingenieurs Dirar Abu Sisi
Noch ein Mossad Mord?
Eine Visitenkarte und die Mossad-Affäre von Lillehammer

Ein “investigativer“ israelischer Journalist und Geschichten, die der Mossad erzählte


Israels Atomwaffenzusammenarbeit mit Apartheid-Suedafrika

linkIsrael und sein Export von Massenvernichtungswaffen
linkIsraels radioaktive Partnerschaft mit Apartheid-Südafrika – Mehr Details
Prozess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich

kriminalitaet

Waffenhändler Viktor Bout zu 25 Jahren verurteilt – Sanjivan Ruprah weiter auf freiem Fuss

Dr. Alexander von Paleske — 7.4. 2012 —
Der russische Waffenhändler Viktor Bout wurde vorgestern von einem US-Gericht zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt.


Viktor Bout – Screenshot: Dr. v. Paleske

Angeklagt war Bout wegen des Verkaufs eines umfangreichen Waffenarsenals an die linksgerichteten FARC- Guerillas in Kolumbien.

Bout erhielt zudem in drei weiteren Anklagepunkten jeweils 15 Jahre Haft. Bouts Anwalt kündigte an, das Urteil anfechten zu wollen.

Kein Verfahren wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit
Die schweren Verbrechen Bouts waren aber nicht in Kolumbien, im „Hinterhof“ der USA, begangen worden, sondern im Wesentlichen in Afrika, und die ohnehin vor den internationalen Gerichtshof gehört hätten, aber das wollten die USA unter allen Umständen verhindern. Denn vor dem internationalen Gerichtshof wäre noch wesentlich mehr zur Sprache gekommen: z.B. dass die USA eng mit Viktor Bout bei den Nachschublieferungen in den Irak und Afghanistan zusammengearbeitet hatten, während Bout gleichzeitig die Bürgerkriege, vor allem in Zentral- und Westafrika, am Laufen hielt.

Ein Blick zurück
Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann Viktor Bout seine Transportgeschäfte von Ostende aus. Er versorgte die belgischen UN-Truppen in Somalia. Nachdem dieses Geschäft mit dem Ende des UN-Einsatzes vorbei war, versorgte er die Regierung Burhanuddin Rabbani in Afghanistan mit Waffen.

Nachdem dieser von den Taliban verjagt worden war, wurde Bout deren Waffenlieferant und natürlich auch für Al Qaida.
Er lieferte nicht nur Waffen, sondern organisierte von seiner neuen Basis Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten regelmäßige Charterflüge für Terror-Touristen nach Afghanistan.

Mit dem Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten in den Irak und Afghanistan eröffneten sich für Bout sogleich neue Geschäftsfelder: Die Kunden wechselten, aber er blieb im Geschäft..
Seine Flotte von 50 klapprigen russischen Flugzeugen, die dort landen und starten konnten, wo es mit anderen Maschinen zu Bruchlandungen gekommen wäre, operierte unter Liniennamen wie Air Bas, Air Moldavia, Air Pass, Centafrican, Ducor World Airlines, Regional International Air Services, Transmoldavia, Air Moldavia,Cargo Airlifts, Air Cess, British Gulf, San Air, Aerocom und andere.

Bis zum Ende 2004 wickelte er mit seinem Transportunternehmen etwa 1000 Flüge ab – gegen Bares aus dem US Staatssäckel versteht sich.
Verständlich, dass dies alles in dem Prozess in den USA nicht zur Sprache kam.

Bout und die Globalisierung
Aber Bout war, wie es sich für einen modernen Geschäftsmann gehört, global tätig und sein Hauptgeschäftsgebiet war Afrika mit seinen vielen Konflikten. Seine Hauptkunden in den 90er Jahren waren Charles Taylor in Liberia und Jonas Savimbi (Unita) in Angola.
Die an Charles Taylor gelieferten Waffen wurden an die Kindersoldaten in Sierra Leone weitergereicht, die unfassbare Verbrechen begingen: Neben dem Morden und Vergewaltigungen von Zivilisten auch das Abhacken von Armen oder Beinen. Aber die Liste seiner Kunden ist länger. Details siehe hier.

Waffen- Lieferungen wie beim Versandhandel
Bouts Geschäftsgeheimnis war es, alles nur Vorstellbare zu liefern. Vom Helikopter bis zum Maschinengewehr vor die Haustür, kein Wunsch blieb offen, ähnlich wie beim Versandhandel. Wofür andere Waffenhändler Monate brauchten, erledigte der ehemalige KGB-Offizier dank seiner KGB- Kontakte und Luftflotte in maximal zwei Wochen. Er war sozusagen der „all inclusive man“. Dafür nahm er nicht nur Bares, sondern auch Diamanten, die er dann wieder über sein Netzwerk losschlagen konnte.

Neben den alten KGB-Kontakten waren es auch die Waffenarsenale des ehemaligen Warschauer Paktes, die ihm hilfreich zur Seite standen

Sanjivan Ruprah, Bouts rechte Hand
Viktor Bouts rechte Hand war ein Kenianer namens Sanjivan Ruprah. Der organisierte nicht nur helfend den Waffenhandel, sondern schlug auch Diamanten los, die Bout als Bezahlung für seine Waffen bekommen hatte.


Sanjivan Ruprah

Aber Ruprah war vielseitiger: Er leitete auch die Firma Branch Energy in Kenia, die dem einstigen Obersöldner Tony Buckingham gehörte, jetzt Chef der britisch- kanadischen Ölfirma Heritage Oil, über den wir bereits mehrfach berichtet hatten.

1999 wurde er ausserdem noch von Liberias Diktator Charles Taylor autorisiert, als globaler Repräsentant für die liberianische Civil Aviation Regulatory Authority und für das liberianische Schiffsregister tätig zu werden, und reiste in der Welt umher mit einem liberianischen Diplomatenpass auf den Namen Samir M. Nasr.

Selbstverständlich war er weiter im Waffenhandel tätig, zusammen mit dem ehemaligen Executive Outcomes– Söldner Roelf van Heerden.


Söldner und Waffenhändler Roelf van Heerden (im Vordergrund) mit Executive Outcomes in Angola

Im Februar 2002 wurde Ruprah in Belgien wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Passfälschung pp. verhaftet. Er bot sich sofort dem US-Geheimdienst CIA als Informant an, wurde daraufhin gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt, und tauchte unter.
Im August 2002 wurde er in Italien erneut verhaftet, und wiederum unter Auflagen auf freien Fuss gesetzt. Seitdem ist er verschwunden.

Er dürfte weiter seinen Geschäften, insbesondere dem illegalen Diamantenhandel nachgehen.

Grössere internationale Bemühungen, dieses Verbrechers habhaft zu werden, sind nicht zu erkennen.
Solange er sich nicht – anders als Bout – per Waffenlieferungen in den US-„Hinterhöfen“ zu schaffen macht, oder Al Qaida unterstützt, hat er offenbar nichts zu befürchten.

Das hätte letztlich auch für Bout gegolten, wenn……

linkViktor Bout in den USA vor Gericht oder: Wenn ein Waffenhändler über einen anderen Waffenhändler zu Gericht sitzt” <br
linkViktor Bout – Auslieferung in die USA?
linkViktor Bout, Afrikas “Merchant of Death”
linkScheinheilig? USA verlangen Auslieferung von Viktor Bout
linkConflicts in Africa – Millions suffered, a few became millionaires, one of them: Viktor Bout (Butt)
linkSöldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
linkUgandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.

linkKokain, Kindersoldaten und Killerkommandos – auf den Spuren des Waffenhändlers Yair Klein.
linkWas macht eigentlich……….der internationale Waffenhändler Yair Klein
.

linkAngolagate in Frankreich – Geldgier, Geschütze und Granaten

Zum Ölbaron Tony Buckingham
Tony Buckingham: Afrika-Söldner, Ölsucher und nun ugandischer Steuerbetrüger?
Tony Buckingham – Ein britischer Afrika-Söldner wird Milliardär
linkUgandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.

Zum Söldnerunwesen und Executive Outcomes mit weiteren Quellen:
Kampf gegen somalische Piraten – nun mit Söldnern

Israel

„I can’t take part in these crimes“

Earlier this week, 18-year-old Israeli Noam Gur publicly announced her intention to refuse mandatory service in the Israeli army. Set to be drafted next month on 16 April, Gur stated in an open letter: “I refuse to take part in the Israeli army because I refuse to join an army that has, since it was established, been engaged in dominating another nation, in plundering and terrorizing a civilian population that is under its control” (“I refuse to join an army that has, since it was established, been engaged in dominating another nation: An interview with Israeli refuser Noam Gur,” Mondoweiss, 12 March 2012).

The Electronic Intifada contributor Jillian Kestler-D’Amours spoke with Gur about what influenced her decision to refuse military service, what the response has been so far and what she wants other young Israelis to know about the realities of serving in the Israeli army.

Jillian Kestler-D’Amours: Why have you decided to refuse your military service?

Noam Gur: Israel, since it was established, is committing war crimes and crimes against humanity, from the Nakba [the forced displacement of 750,000 Palestinians in 1947-48] until today. We see this in the last massacre in Gaza, we see this in the everyday life of Palestinians under occupation in Gaza and the West Bank, and we see this in Palestinians living inside Israel in how they’re being treated.

I don’t think that I belong in this place. I don’t think I can personally take part in these crimes and I think that we have to criticize this institution, these crimes and go out publicly saying that we will not serve in the army as long as it occupies other people.

JKD: That leads to another question, which is why did you decide to publicly state your refusal, instead of — as Israelis who get out of their military service often do — using some other kind of excuse?

NG: Ten years ago, there was a huge movement of refuseniks and in the last two or three years, it’s kind of disappeared. I’m the only refusenik this year, so for me it was trying to let people know that it still exists, first of all.

Second of all, I don’t want to be silent. I feel like [since] high school, we’ve always been silent. We always let our criticism be known only in small circles. The world doesn’t know, Palestinians don’t know. I don’t know if it will change anything, but I can only try. I feel better with myself knowing that I tried to make even the smallest change.

JKD: Did your family or upbringing have any influence on your decision to refuse military service?

NG: My parents are really not political. Both of my parents went to the army. My father took part in the first Lebanon war and was injured there. My mom, the same thing. My big sister was in the border police. My story was that I would finish high school and I would go to the army. That was the path for me.

I guess from the age of 15, I started to take an interest in the Nakba of 1948. I started reading and seeing the whole picture. I don’t know really why, but it just kind of happened. Then later, I started reading testimonies from the West Bank by Palestinians and former soldiers. I started to have Palestinian friends, and then eventually taking part in protests in the West Bank and seeing what’s going on through my own eyes.

At the age of 16, I decided I wouldn’t serve in the army.

JKD: What reaction have you received after you publicly announced your refusal?

NG: My parents are really not supportive. I guess my mom knows and my dad knows that they don’t have an option to resist [my refusal] because it’s my opinion and I’m 18 years old. I did not remain in contact with most of my friends from high school; most of them went to the army.

I received a lot of good feedback in the last few days, but also I’ve received really not friendly comments.

JKD: How have the negative comments made you feel?

NG: It’s made me feel that I should keep on with what I’m doing. Most of the comments made me feel … even if they were bad and not supportive, really made me see that it’s the right thing to do because I’m following what I believe in. It’s what I think is right and I don’t really care what other people might have to say about it.

JKD: What will happen when you formally submit your refusal to serve?

NG: On 16 April, I will have to be in the recruiting center in Ramat Gan. I will go in and I will have to declare that I’m refusing. I will stay there for a few hours and then later I will be sentenced, for [between] a week to a month. I will serve my time in one of the women’s jails, then I will be released. When I will be released, I will have to go again to Ramat Gan. Again, [I will receive] a judgment from [between] a week to a month, and this will continue until the army decides to stop.

JKD: What needs to change within Israeli society for more young people to refuse their military service?

NG: I’m not sure if it’s possible. I think we’re at a place of no return. I really do think that if we want to change anything in the Israeli society, the pressure needs to be really, really strong from outside. That’s why I support the boycott, divestment and sanctions call. It’s really going to be hard to change it from within. I think it’s kind of impossible.

JKD: What would you say to other 18-year-old Israelis who are about to start their military service?

NG: I think it’s important that everyone look into what they are doing. I think that most of the 18-year-olds, from my personal experience, don’t really know what they’re going into. They don’t really know what’s going on in [the West Bank and Gaza Strip]. The only way they will see Palestinians for the first time will be once they will be soldiers.

It will be really smart move to start, before getting enlisted to the army, to see what’s really going on. Try to realize, talk to people … it’s not that scary. Try to read what people have to say. I think it’s really important to see what you’re going into.

Jillian Kestler-D’Amours is a reporter and documentary filmmaker based in Jerusalem. More of her work can be found at http://jkdamours.com/

Wirtschaftskrise

Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

Dr. Alexander von Paleske — 5.4. 2012 —
Es war ein Freitod, der die griechische Nation gestern aufrüttelte und zu schweren Demonstrationen gegen die Regierung führte: Ein (angeblich verschuldeter) pensionierter Apotheker sah für sich keinen Ausweg mehr und erschoss sich vor dem Parlamentsgebäude in Athen.


Kerzen, Blumen und Botschaften am Ort der Selbsttötung. – Screenshots: Dr. v. Paleske

Durch die erzwungenen Kürzungsmassnahmen der griechischen Regierung – auf Verlangen des IMF und der Euro-Länder – war offenbar seine gesamte Einkommensplanung obsolet geworden, sodass die ihm verbliebenen finanziellen Mittel so gering geworden waren, dass er sich davon nicht mehr ernähren konnte. Und um in Mülltonnen nach Essensresten zu wühlen, oder als Bettler in der Strasse zu sitzen – dazu war er – verständlicherweise – nicht bereit.
Daher sah er für sich keinen anderen Ausweg mehr als den Freitod, mit dem er gleichzeitig gegen die Regierung demonstrierte..


Abschiedsbotschaft. Screenshots: Dr. v. Paleske

Er steht nicht allein. Die Selbstmordrate in Griechenland, einst eine der niedrigsten in ganz Europas mit 2,6 per 100.000 hat sich in den vergangenen Monaten glatt verdoppelt. Es gehört wenig Phantasie dazu, eine Erklärung zu finden.
Parallel dazu werden viele Griechen obdachlos, weil sie die Mieten nicht mehr bezahlen können und landen auf der Strasse.


Obdachlose in Athen. Screenshot: Dr. v. Paleske

Die Arbeitslosigkeit steigt, die Rate liegt bei unter 25 Jährigen bereits bei 50%.

Viele Menschen können sich ihre Medikamente sich nicht mehr leisten.
Griechenland wird zum Armenhaus Europas mit allen dazugehörigen Folgen.

Einst, 1968, sang Janis Joplin:

Freedom is just another word for nothing left to loose – Freiheit ist wenn man nichts mehr zu verlieren hat.

Der Apotheker in Griechenland hatte nichts mehr zu verlieren ausser seiner Selbstachtung, die ihm offenbar keine andere Möglichkeit als den Freitod liess.

KOMMENTARE

Bunny (Gast) – 5. Apr, 18:12
Italien ebenfalls
In Italien ähnlich. Sprach mit einem Italiener im Nachbar- Office. Die Motive sind etwas andere für die Selbstmorde. Verzicht kann in die Freiheit führen, alles andere führt in die Versklavung.

Es hat mein nicht existentes Vertrauen in Europa noch mehr schwinden lassen zu sehen was passiert.

When the truth walks away
Everyboday Stays
Cause the truth about the world is that crime does pay‘ – Offspring.

Mehr braucht man gar nicht mehr hinzuzufügen zur aktuellen Lage in der Welt. Seien sie beruhigt es war eh noch nie anders. Es ist im Moment allein offensichtlicher, möge jeder dann hinterfragen, woher die Hilfen für Europa kam als Europa zerstört am Boden lag und wie es heute in den Geberländern ausschaut. Äthiopien bspw. aber nicht nur.

Staaten die sich an kriegerischen Handlungen beteiligen, sei es UNO Friedenstruppen deren einziger Zweck ist die schwelenden Konflikte am leben zu erhalten bis der Schaden in Summe groß genug ist oder direkt – Frieden und Freiheit kann man anders haben, man braucht einfach nicht zum Kriege hingehen.

EuroTanic (Gast) – 5. Apr, 18:44
Anders
Er hätte lieber ein oder besser gleich mehrere Politiker, Banker, oder/und Spekulanten erschiessen sollen. Dann hätte jeder was davon. Im Ernst. Wenn in den Weltkriegen die Soldaten ihre eigenen Befehlshabenen erschossen hätten statt ihrer „Feinde“, dann wäre der Krieg nach wenigen Minuten vorbei gewesen. Wir haben ein Recht auf Gegenwehr gegen die Euthanasie durch Politik und Wirtschaft. . Denn diese kriminellen Psychopathen in Politik und Wirtschaft wollen uns alle töten.

Medizin

Grossbritannien: Die Regierung betreibt die Abschaffung des nationalen Gesundheitsdienstes (NHS)

Dr. Alexander von Paleske — 3.4. 2012 — Die konservativ-liberale Regierung Cameron / Clegg in England hat einen Gesetzentwurf zur Gesundheitsreform eingebracht, der eine erhebliche Beeinträchtigung der umfassenden allgemeinen und gleichen Gesundheitsversorgung befürchten lässt.

Die Gesundheitsversorgung wird im Vereinigten Königreich – anders als in Deutschland – direkt aus Steuergeldern finanziert und über den National Health Service (NHS) sichergestellt.

Ein Blick zurück
Der NHS wurde nach dem 2. Weltkrieg gegründet, nachdem Grossbritannien Schulter an Schulter zusammenstehend Hitler-Deutschland zunächst allein, und später als Teil der Alliierten bekämpft und schliesslich besiegt hatte.
In den kritischen Jahren 1941/1942, als Grossbritannien in grösster Gefahr war, wurde das Konzept einer umfassenden solidarischen Gesundheitsversorgung ausgearbeitet, und 1942 der Öffentlichkeit vorgestellt . Es sollte sicherstellen, dass ärztliche Behandlung und die Versorgung mit Medikamenten nicht länger eine Frage des Geldes war, und Krankheit nicht zur Verarmung führt.

Das Konzept wurde nach Kriegsende von der Labour-Regierung unter Premier Clement Attlee Gesetz und 1948 entstand der NHS.


Offizieller Beginn des NHS 1948 mit Gesundheitsminister Aneurin Bevan

Trotz aller Probleme mit dem NHS in der Folgezeit, insbesondere die nicht selten langen Wartezeiten: Die Briten wollen auf gar keinen Fall darauf verzichten. Der NHS geniesst hohe Wertschätzung.

Skandale als Vorwand
Jüngste Skandale im Zusammenhang mit der Krankenversorgung , von der Boulevardpresse ordentlich aufgebauscht, haben als vorzüglicher Vorwand gedient, um das Projekt „Drastische Kostensenkung im Gesundheitswesen“ mit aller Macht voranzutreiben.

Natürlich kann die Regierung dieses Ziel der Öffentlichkeit nicht direkt „verkaufen“, gerade auch angesichts der Milliardenbeträge, die in den Krieg in Afghanistan gepumpt und durch die Banken vor dem Kollaps gerettet wurden. Stattdessen wird nebulös von „notwendigen Verbesserungsreformen“ gesprochen.


Premier David Cameron ….mit irreführenden Parolen zum Ziel der Abschaffung des NHS

Eckpunkte eines unsozialen Reformwerks
Eckpunkte dieses unsozialen Reformwerks sind:

– Die Krankenhauseinweisungen drastisch zu vermindern

– Den niedergelassenen Ärzten (sog. Consortia-Konsortien) – oftmals ohne ausreichende Sachkenntnis auf Spezialgebieten – ein erhebliches Mitspracherecht bei der Ausstattung und den zu unterhaltenden Fachabteilungen der jeweiligen Krankenhäuser einzuräumen

– Krankenhäuser zu privatisieren

– Verbleibende staatliche Krankenhäuser in Zukunft bis zu 40% ihrer Mittel durch Einnahmen von Privatpatienten verdienen müssen

– Den Krankenhäusern bzw. dem Konsortien von niedergelassenen Ärzten die Freiheit einzuräumen, selbst zu bestimmen, für welche Bezirke die Krankenhäuser jeweils zuständig sein sollen.

– Die unmittelbare Verantwortung des Gesundheitsministers für den nationalen Gesundheitsdienst abzuschaffen

Unbewisener Reformzwang
Bis heute hat es die Cameron/Clegg Regierung vermieden wirklich den Reformbedarf, der diese Änderungen angeblich notwendig macht, substantiell zu erklären. Denn das hiesse, die Katze der drastischen Mittelkürzungen aus dem Sack zu lassen.

Durch den Zwang, 40% der laufenden Kosten durch Einnahmen von Privatpatienten zu decken, werden die Krankenhäuser sich auf lukrative Fachabteilungen konzentrieren, wie Orthopädie, Herz-und Gefässchirurgie, während Abteilungen wie Psychiatrie und Geriatrie das Nachsehen haben werden.

Von universaler Krankenversorgung kann dann keine Rede mehr sein.

Hinzu kommt, dass Krankenhäuser in sozial schwächeren Stadtteilen weit weniger Privatpatienten anlocken werden, sodass die Krankenversorgung dort – dank der Knappheit der Mittel – sich deutlich verschlechtern wird.

Das liegt allerdings ganz auf der Linie des Klimas, das zur Zeit gerade auch in bestimmten Medien geschürt wird: Nicht alle Personen „verdienen“ gute Gesundheitsversorgung, also das sogenannte „Schmarotzer“-Denken.

Durch die abzusehenden Streitereien um die Aufteilung der zugewiesenen Mittel zwischen Consortia und Krankenhäusern, werden die Ärzte vermutlich gegeneinander antreten, statt miteinander für höhere Zuweisungen sich einzusetzen.

Zusammengefasst
Unter dem Deckmantel der Reform wird de facto die Abschaffung des NHS als umfassende Solidareinrichtung betrieben.


Wohl zutreffend……Aufmacher des Massenblattes „Daily Mirror“Screenshot: Dr. v. Paleske

Proteste allenthalben
Die Proteste gegen diese Reform sind nicht ausgeblieben. Weniger allerdings seitens der Allgemeinheit, der, insbesondere von der Sensationspresse aus dem Stalle Murdoch, ständig eingebleut wird, wie „notwendig“ die Reformen seien, sondern vorwiegend von Seiten der Ärzteschaft und von den Medizinstudenten.


Protestdemonstration in London – Screenshot: Dr. v. Paleske

Die Ärzteschaft in den Krankenhäusern und die Medizinstudenten haben in verschiedenen Stellungnahmen darauf hingewiesen, welche katastrophalen Auswirkungen diese Reform auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung haben wird.

Jüngst protestierte die Gesellschaft der Internisten „College of Physicians of London“, wo 79% der Teilnehmer einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung die sofortige Zurücknahme des Gesetzes forderten.

Dem angeschlossen hat sich die die Vereinigung MEDSIN, welche die Interessen von rund 3000 Medizinstudenten vertritt, und die insbesondere darauf hinweist, dass mit der angestrebten Privatisierung und Fragmentierung die Qualität der Medizinerausbildung erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird.

Bis zu vergangenen Woche sah es so aus, als könne die Regierung dieses Programm trotz aller Widerstände durchziehen.

Skandal schwächt Regierung
Nun aber hat ein neuer Skandal die konservative Partei erschüttert: Investigative Reporter der Sunday Times filmten heimlich ein Gespräch mit Peter Cruddas dem Schatzmeister der Tories, der konservativen Partei, in welchem dieser Privatgespräche bzw. gemeinsame Dinners mit dem Premier Cameron gegen Bares zu vermitteln anbot: Bares in Höhe bis zu 250.000 Pfund, wo dann die grosszügigen Spender ihre „Sorgen“ und Anregungen dem britischen Premier – höchstpersönlich – nahebringen konnten.

Die Opposition schäumt und der Premier geriet in die Defensive.

Es ist denkbar, dass er jetzt den Protestierern gegen die NHS-Reform mehr Gehör schenkt – ohne dass diese zuvor Bares dem Schatzmeister über den Tresen reichen müssen.

Gesundheitsreform in Großbritannien – oder: Weil Du reich bist sollst Du länger leben
Grossbritannien: Die Zukunft(slosigkeit) im Gesundheitswesen hat schon begonnen

SATIRE

Granate-Renate Künast an alle Grünen: So bekämpfen wir die Piraten

Dr. Alexander von Paleske — 1.4. 2012 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Granate-Renate Künast
Fraktion B.90-Die Grünen
Bundestag
Berlin

Liebe Grüninnen und Grüne,

nachdem es die Piraten wider unseres Erwartens geschafft haben, nun auch in den saarländischen Landtag einzuziehen, und in den Umfragen weiterhin über 7% liegen, ist unsere Strategie:

„Wie kommen wir alsbald wieder an die Berliner Fleischtöpfe

ernsthaft in Gefahr.

Leider hat uns die Wahl des Pfaffen Gauck, den wir – trotz seiner unerträglichen Statements in den vergangenen Jahren – aus durchsichtigen opportunistischen Gründen zum Bundespräsidenten vorschlugen und wählten, nicht das erwünschte Absinken der Angela Merkel in der Wählergunst erbracht.

Schade.

Aus der Traum?
Sollten die Piraten es aber in den Bundestagswahlen im nächsten Jahr schaffen, ins Parlament zu kommen, dann hiesse es für uns Grüne leider:

Aus der Traum einer rot-grünen Koalition“

und wir müssten dann weiter auf den harten und wenig einträglichen Oppositionsbänken Platz nehmen.

Ich habe deshalb in der vergangene Woche bei dem Verzehr einer Currywurst darüber nachgedacht, wie wir diesen Piraten-Haufen wieder unter die 5% drücken können.

Bestandsaufnahme
Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

– Die Piraten sind ein junger Haufen ohne Programm.

– Zu den entscheidenden Fragen wie Afghanistan, wo uns Grüninnen und Grünen nichts Besseres einfiel, als die Politik der Krieger von CDU/CSU, FDP und SPD zu unterstützen, haben diese Grünschnäbel äh, ich meine Piratenschnäbel zum Glück bisher keine eigene Meinung.
Wenn die entschieden gegen den (unpopulären) Afghanistanfeldzug aufgetreten wären, dann wäre es für uns so richtig eng geworden.

– Das Gleiche gilt für den EU- Rettungsschirm, und das alsbald folgende massenhafte Drucken von EU-Geldscheinen samt der dann folgenden Inflation.


Renate Künast ……..nieder mit den Piraten

Nachdem die Atomdebatte nun endgültig zu unseren Gunsten entschieden ist, haben wir keine wirklich zündenden Ideen mehr.
Deshalb habe ich heute gegenüber der Presse die folgende (inhaltslose) Stellungnahme abgegeben:

„Ich sehe keinen Anlass, darüber zu spekulieren, dass die Piraten wieder verschwinden. Die Piraten sind für alle Parteien eine Herausforderung. Sie könnten jetzt mit ihrer Ausstrahlung des Neuen punkten“.

Folgende Piraten-Vernichtungsstrategie
Daraus ergibt sich für uns Grüninnen und Grüne folgende Vernichtungsstrategie gegen die Piraten:

1. Wir Grüne gründen einen Jugendverband wie die Jungsozialisten (Jusos) der SPD, die Junge Union der CDU und die (jetzt bedeutungslosen) Jungen Liberalen (Julis) der FDP.

.Einen derartigen Verband hatten wir bisher nicht , weil wir Grüninnen und Grüne ja im Prinzip Berufsjugendliche sind. Wir altern nicht, selbst dann wenn wir uns auf einen Rollator stützen müssen, weil unsere Gedanken ewig jung bleiben..

2. Leider nimmt uns die deutsche Volksgemeinschaft das nicht ab, also müssen wir die Jugendlichen separat organisieren. Als Name schwebt mir Junge Grüne vor (JuGrü).

3. Da diese Piraten mich sehr an unsere Spontis seinerzeit erinnern, müssen wir diesen unseren Junggrünen (JuGrüs) auch diese Spontaneität beibringen. Als Schulungsleiter käme am besten der Ex-Obersponti und GröDAAZ Joseph Martin (Joschka) Fischer in Frage, der sich vorübergehend dann von seiner anstrengenden Arbeit als Klinkenputzer für Grosskonzerne verabschieden müsste.

4. Als Logo für diese Junggrünen denke ich an einen schwarzen Laptop auf grünem Grund.

5. Als Wahlspruch : Die Freiheit im Netz ist grün.

So, und jetzt ran an die Arbeit.

Vorwärts mit den Grünen, nieder mit den Piraten.

Eure Granate-Renate Grünast

Mehr zur Granate-Renate
Politische Livesatire vom Wochenende

Mehr Satire zu den Themen
Ansprache des neuen Präsidenten Gauck: Ich bin der richtige Mann (zur falschen Zeit)
Joachim Gauck: Jetzt rede ich und stelle klar
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin: Danke für das dicke Gauck-Lob
Jürgen Flaschenpfand-Trittin zur Kandidatur von Joachim Gauck
Frau BK Merkel: Joachim Gauck kann es, ja, muss es machen

Zur Piratenpartei
Willkommen Piratenpartei

Mehr Satire zum GröDAAZ Fischer
Joschka und Herr Fischer, Regie: Pepe Danquart – Ein deutsches Film-Märchen
Professor J. Fischer: Jetzt rechne ich mit Gasprom Schröder ab
Professor J. Fischers Vorlesung – oder: politischer Opportunismus führt zum Erfolg
Joschka Fischer schreibt an ZEIT-Editor Dr. Theo Sommer

Mehr zum Obergrün-Opportunisten, Ex-Arbeiterkampf KB Nord-Recken Jürgen Flaschenpfand-Trittin:
Bundespräsident Wulff: Deutschland ist (noch) keine Bananenrepublik

afrika

Football’s slave trade

onlineredaktion – Special Report has uncovered how football is being used as a vehicle for people trafficking.

Our team has been working on an investigation into the illegal activity since the Autumn of 2011 and on Monday’s show exposed FIFA-listed agent Robert N’Kuimy, who wants to sell young players – illegally – for £25k-a-head.

It’s believed that as many as 20,000 footballers have been illegally shipped from Africa to Europe and our reporter Kaveh Solhekol has followed the story from Paris to Switzerland and on to Cameroon.

We’ve uncovered men posing as football agents who ship youngsters to Europe on the false promise of a lucrative playing contract and the stories of the victims who now fear for their lives and the families left with crippling debts.

They include that of Desmond Dubi, who was told he could earn $10,000 a month playing professional football in Malaysia. He is now stranded in France, and his family owe money to loan sharks in Ghana.

He told Special Report: „If I return to Ghana I am supposed to have money to pay. One of my friends who go to Malaysia, the same problem, but he go to Ghana and now he die. I am scared because if I go to Ghana, maybe something will happen, because now the money is going up, interest, so I’m supposed to find something.“

Former Cameroon international Roger Milla revealed that the problem is wide-spread.

„All there is are lots, and lots and lots of people who have been deceived. You can’t run a country by deceiving people, and you can’t run a team by deceiving people. You can’t even run your own family if you deceive people. So a change is needed and for that you need sanctions and only FIFA can do that.“

The success of players of African Origin highlights why traffickers are targeting the continent, with the Premier League currently having 39 players of African Origin, representing 13 different countries.

The Ivory Coast is the most represented, with eight players including three Manchester City players, Abdul Razak Kolo and Yaya Toure.

But the Premier League is a distant second to Ligue 1 in the number of players from Africa, with the French top division having 114 players of African Origin, more than four times the number in La Liga or Serie A.

kriminalitaet

Neuer Skandal um die Vatikanbank – böse Erinnerungen werden wach

Dr. Alexander von Paleske — 27.3. 2012 —
Gestern kam über den Ticker die Meldung, die Mailänder Filiale der US-Grossbank JP Morgan werde die Konten der Vatikanbank , die sich den etwas irreführenden Namen Institut für christliche Werke (IOR)</i> zugelegt hat, ab Ende März sperren.
.
.Auf der hohen Kante dieser in ihren Geschäften sehr weltlichen Bank befinden sich umgerechnet schlappe 5 Milliarden US-Dollar- für wohltätige Zwecke versteht sich.

Hintergrund einer unchristlichen Massnahme
Der Hintergrund für diese unchristliche Massname der US Bank:

– Verdacht auf Geldwäsche

– Verdacht auf Finanzierung dubioser Unternehmungen .

Auffällig war: Das auf das Vatikanbank-Konto eingezahlte Geld wurde oft genug – zu oft – binnen 24 Stunden wieder von dort weitergeleitet, wie bei einem Durchlauferhitzer. Also die übliche Chose der Geldwäsche. Der Zweck solcher Transaktionen: Den Einzahler zu verschleiern, und Spuren zu verwischen.

Alles schon mal dagewesen
Das alles hat es bei der Vatikanbank schon in den 70er und 80er Jahren gegeben, und endete in einem Riesenskandal, in dem vom Mord über Herbeiführen einer Bombenexplosion, Betrug, betrügerischer Bankrott, Verschwörung grössten Stils, Börsenmanupulation und Drogenhandel bzw. Finanzierung der und Geldwäsche für die Mafia alles vorhanden war. Die Vatikanbank mittendrin.


Ein Blick zurück oder: Die Katze lässt das Mausen nicht?

Die Hauptakteure in diesem Skandal waren

Michele Sindona, Rechtsanwalt sizilianischer Herkunft, eng mit der sizilianischen Mafia, der Cosa Nostra verbunden, aber ebenso in den Anfangsjahren mit dem US-Geheimdienst CIA. Später wegen betrügerischen Bankrotts verhaftet. Zog die Fäden im Hintergrund, machte Calvi mit dem Vatikanbankchef Marcinkus bekannt und dirigierte aus dem Hintergrund die betrügerischen Transaktionen.


Michele Sindona …..Mafia-Rechtsanwalt, Geldwäscher, Banken-Bankrotteur und Strippenzieher.

Roberto Calvi, Banker der später in Konkurs gegangenen Banco Ambrosiano, die eng mit der Vatikanbank zusammenarbeitete und wo der Betrug und die Geldwäsche sozusagen zum Tagesgeschäft gehörten.


Roberto Calvi……..täglich Betrug und Geldwäsche

Licio Gelli, ehemaliges Mitglied der Jugendorganisation der italienischen Faschisten, und der dieser braunen Gesinnung im Prinzip treu geblieben ist.

Gelli war der führende Kopf der grössten Verschwörergruppe Italiens in den 70er und 80er Jahre, auch er in der Anfangszeit vom CIA finanziert.


Licio Gelli …machte aus der Loge P2 eine rechtsradikale terroristische Vereinigung

Diese Verschwörergruppe firmierte als Freimaurerloge mit dem Namen P2 (Propaganda Due). Mitglieder waren: sämtliche Führungsoffiziere der Geheimdienste Italiens, 44 Parlamentsabgeordnete des Mitte-Rechts Spektrums, hochrangige Militärs (über 50 Generäle und Admiräle), hochrangige Angehörige der Justiz, katholische Kardinäle und Bischöfe und leitende Geschäftsleute, darunter auch der spätere Regierungschef Silvio (Bunga Bunga) Berlusconi – und natürlich Roberto Calvi und Michele Sindona

Zusammengehalten wurde dieser Verschwörerhaufen, auf dessen Konto unter anderem auch ein Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof Bolognas mit 85 Toten und 200 Verletzten geht, , durch den fanatischen Antikommunismus.
Gelli teilte mit, wann und gegen wen ermittelt wurde, und war vermutlich indirekt auch an der Ermordung des Ermittlungsrichters Emilio Alessandrini beteiligt, der das Verfahren gegen die Banco Ambrosiano führte.


Emilio Alessandrini ….ermittelte gegen die Finanzgangster und wurde ermordet.


Grabstein

– Ebenso an der Ermordung des Rechtsanwalts Giorgio Ambrosoli


Giorgio Ambrosoli

– an der Ermordung des Journalisten Carmine (Mino) Pecorelli.


Carmine Pecorelli

– und an der Ermordung des Polizeidirektors Boris Giuliano


Boris Giuliano

Ein Banker namens Erzbischof Marcinkus
Auf der Seite des Vatikans führte der Erzbischof Paul Casimir Marcinkus die (kriminellen) Geschäfte, in enger Zusammenarbeit mit dem Banker der Banco Ambrosiano, Roberto Calvi, der nach dem Zusammenbruch der Bank von der Mafia ermordet,und an einer Brücke über der Themse aufgehängt gefunden wurde.


Paul Casimir Marcinkus …..Papst Johannes Paul I wollte ihn rauswerfen, sein Nachfolger, Johannes Paul II (hier ebenfalls im Bild) hielt ihn im Amt.

Die Vatikanbank musste schliesslich an die Gläubiger der zusammengebrochenen Banco Ambrosiano zahlen.

Es würde zu weit führen, hier noch einmal die ganzen Details auszubreiten.

Aber die Geschichte scheint sich offenbar jetzt zu wiederholen.

Wie gehabt
Erst vor wenigen Tagen hatten die US-Behörden den Heiligen Stuhl auf eine Liste von Staaten gesetzt, die wegen des Verdachts auf Geldwäsche beobachtet werden.

Erstmals taucht der Heilige Stuhl im jährlichen Strategiebericht des US-Außenministeriums zum Kampf gegen Drogenkriminalität auf. Der aktuelle Report bemängelt, dass sich der Heilige Stuhl an bestimmten internationalen Abkommen nicht, oder nur unter Vorbehalt beteiligt.

Herausgekommen ist das Ganze durch eine offenbar undichte Stelle im Vatikan selbst, die immer neue peinliche Details mitzuteilen weiss, und unter dem Namen „Vatileaks“ läuft.

Schon einmal wollte ein Papst einen Saustall von Vatikanbank ausmisten, und den seinerzeitigen Vatikanbankchef Erzbischof Marcinkus rauswerfen.
Sein Name: Papst Johannes Paul I. Er war nur 33 Tage im Amt, und starb am 28.9.1978.. Hartnäckig hielten sich Gerüchte, er sei ermordet worden. Feinde hatte er jedenfalls genug, einer davon war der Erzbischof Marcinkus.

Zur Verbindung Banco Ambrosiano und Deutsche Börse-Tochter Clearstream

David gegen Goliath: Französischer Journalist Denis Robert obsiegt im Verfahren wegen übler Nachrede gegen die Deutsche Börse-Tochter Clearstream.

Berlusconi und die Mafia
Berlusconi, die Mafia und ein Gerichtsurteil

Zur Mafia in Deutschland
Die Mafia, die ZEIT und ein ehemaliger Generalstaatsanwalt
Justiz in der Krise oder Krisenjustiz?

Medizin

Welt-Tuberkulose-Tag 2012 – Gibt es Fortschritte in der Diagnose und Therapie?

Dr. Alexander von Paleske — 24.3. 2012 —
Heute ist Welt-Tuberkulose-Tag, um das Augenmerk auf eine Seuche zu richten, die einstmals gute Chancen hatte, ausgerottet zu werden, die aber mittlerweile weltweit nicht nur dramatisch im Steigen begriffen ist, sondern deren Erreger in zunehmenden Masse resistent geworden sind, und deren Ausbreitung durch die Immunschwächekrankheit AIDS massiv gefördert wird.

Eindeutiger Trend
Der Trend ist eindeutig:

-Die Erkrankungen nicht nur an Tuberkulose, sondern gerade auch an medikamentenresistenter Tuberkulose nehmen weltweit – auch hier in Simbabwe – weiter zu.

-Auch in Deutschland erkranken wieder mehr Kinder an TB

-Durchschlagende neue diagnostische Möglichkeiten, die auch für Länder der Dritten Welt erschwinglich sind, gibt es vorläufig nicht, trotz gegenteiliger Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

-Neuartige Impfungen, die wesentlich besser schützen sollen, als die bisherige unzureichende BCG Impfung, befinden sich in der Entwicklung. Ob sie tatsächlich eines Tages zu einem drastischen Rückgang der Neuinfektionen führen werden, ist noch völlig unklar.

– Ebenso ungewiss ist, ob sie bei Immunsupprimierten und HIV-Kranken ihre Wirksamkeit nicht einbüssen.

Wenig neue Medikamente
Nur wenige wirkliche Neuentwicklungen von Medikamenten, die nicht nur Abwandlungen von bisher bereits eingesetzten Medikamentenklassen sind, gibt es bisher. Völlig unzureichend, um dem Problem der Multi-Drug-resistenten Tuberkulose (MDR-TB) bzw. der extensiv resistenten TB (XDR-TB), und schliesslich der neu aufgetretenen total resistenten TB (TDR) wirksam zu Leibe zu rücken.

Zahlen sprechen für sich
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation

– sind 1,3 Milliarden Menschen mit Tuberkelbakterien infiziert (was nicht mit aktiver Erkrankung gleichzusetzen ist)

– Erkranken pro Jahr weltweit rund 9 Millionen Menschen neu an aktiver Tuberkulose

– Sterben pro Jahr rund 2 Millionen Menschen an dieser Krankheit.

– leiden 40% Prozent der TB-Patienten in Dritte Welt Ländern mit hoher Inzidenz von HIV-AIDS ebenfalls an der immunschwächekrankheit.

– Verläuft die TB bei HIV-Patienten in der Regel wesentlich schwerer, als bei Patienten mit intaktem Immunsystem.


TB-Aufklärungsplakat in Simbabwe

Bedrohliche Zunahme der Medikamenten-resistenten TB
Am bedrohlichsten ist ohne Zweifel die Resistenzzunahme der Tuberkelbakterien weltweit.
Rund 3% aller Krankheitsfälle weltweit sind MDR-TB mit weiter steigender Tendenz.


Zunahme der MDR-TB in Simbabwe von 2007-2011

Noch schlimmer: nur 7% der weltweit 500.000 MDR-TB Kranken werden aufgrund von Laboruntersuchungen rechtzeitig entdeckt. 93% – wenn überhaupt – nur mit grosser Verspätung klinisch.

Selbst die Tuberkulose insgesamt wird nur in 63% der Fälle mangels Zugang zu entsprechenden Laboren korrekt diagnostiziert.

Ursachen der Resistenzentwicklung
Die Resistenzentwicklung wird oftmals hervorgerufen durch die ungenügende Einnahme von TB- Medikamenten, insbesondere durch den vorzeitige Abbruch der Behandlung durch den Patienten.

Dann durch die Weiterverbreitung dieser multiresistenter TB-Bakterien in der Umgebung.

Trotzdem Grund zur Hoffnung?
Besteht trotz allem berechtigter Grund zur Hoffnung?
Ja und nein. Die Neuentwicklung von gegen TB wirksamen Medikamenten ist völlig unzureichend, und müsste deswegen massiv gefördert werden.

Nur zwei neue Medikamente, Bedaquiline und Delamanid, befinden sich in klinischer Erprobung.

Aber eine weltweite Anstrengung zur Entwicklung neuer Medikamente fehlt völlig.

Mehr noch: der Global Fund zur Bekämpfung von AIDS, Malaria und TB, ist durch millionenschwere Zweckentwendungen in Sambia, Mauretanien, Simbabwe und anderswo in die Kritik geraten, was einige Geberländer, allen voran die Bunderepublik Deutschland mit Entwicklungshilfe-Aussenhandelsminister Dirk Niebel, nutzten, um flugs die Gelder für den Global Fund zu sperren.

Ohnehin war ihm diese Mittelzuweisung längst ein Dorn im Auge, weil im Gefolge es nicht zur lukrativen Auftragsvergaben an Deutsche Firmen kam.
.
Mit weiteren massiven Kürzungen ist angesichts der globalen Finanzkrise zu rechnen.

Mehr noch: Länder der Dritten Welt sind nicht in der Lage, die Behandlung der MDR-TB (1200 US Dollar pro Patient und Jahr) zu finanzieren, von der Behandlung der XDR-TB (7000 US Dollar pro Patient und Jahr) ganz zu schweigen.

Sobald sich aber die MDR und XDR in der Bevölkerung fest etabliert haben, werden sie über kurz oder lang zur vorherrschenden Form der Tuberkulose. Ein Schreckensszenario.

Unzureichender und teurer Test
In dieser Situation knapper Mittel propagiert nun die WHO einen Test, der angeblich diagnostische Sicherheit verspricht, und darüber hinaus auch noch die schnelle Resistenzbeurteilung statt der zeitaufwendigen Kultur der Bakterien ermöglicht: Der sog. GeneXpert MTB/RIF Test.

Aber:
-Der Test kostet das 10-fache pro Patient wie der herkömmliche TB-Test.

-nur 9 von 10 HIV-negativen TB-patienten werden korrekt diagnostiziert

-noch erheblich ungenauer ist der Test bei HIV-positiven Patienten

-die Resistenztestung für MDR-TB ist völlig unzureichend, weil der Test nur Resistenz gegen eines der Medikamente -Rifampicin- testet, und selbst dort eine Fehlerquote von rund 30% besteht: sowohl falsch positive wie falsch negative Resultate mit der Folge, dass Patienten entweder mit unwirksamen Medikamenten behandelt werden, oder aber unnötigerweise mit sehr teuren Medikamenten zweiter Wahl.

Gleichwohl wird der Test mit Geldern des Global Fund durch massive Propagierung seitens der WHO in Dritte Welt Länder gepresst, und als grosser Fortschritt gepriesen.

Kritik daran wird sehr ungern gehört, wie ich selbst gestern bei einem Tuberkulosemeeting hier in Bulawayo feststellen musste. Und dies, obgleich selbst die hochangesehene Medizinzeitung Lancet vor einem Jahr ebenfalls massive Kritik an diesem Test äusserte, (Lancet (Vol 377 , 30.4. 2011 p. 1467).

Diese Kritik wurde dann von anderen Forscherteams in Briefen an den Lancet mit harten Daten untermauert (Lancet 6. August 2011 Vol 378 p. 481) sowohl hier, wie auch hier und hier

Fazit:
Erhebliche Anstrengungen aller Regierungen weltweit sind erforderlich, um diese Seuche in den Griff zu bekommen, nicht jedoch Mittelkürzungen. Ansonsten drohen uns Verhältnisse, wie sie </iThomas Mann in seinem hervorragenden Werk „Der Zauberberg>“ beschrieben hat: Liegekuren und chirurgische Eingriffe, und damit für viele Patienten der sichere Tod.

Der Siegeszug der Medikamente gegen Tuberkulose droht nach 50 Jahren nun in einer Niederlage zu enden.

Die Bombe tickt.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Verfassers zur Tuberkulose
linkLymph node aspirates in Tuberculosis-Diagnosis: New challenges, new solutions – a study of 156 patients

linkDiagnosis of disseminated Tuberculosis in bone marrow aspirates

Zur Resistezentwicklung
Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Eine besiegt geglaubte Krankheit droht wieder zur unkontrollierbaren Seuche zu werden
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</
Tuberkulose und die Krise bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Kein Nachlassen der Schreckensmeldungen

Zwei Schreckensmeldungen zur Antibiotika-Verfütterung in der Massentierhaltung
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Bleibt die Gonorrhoe (Tripper) behandelbar?
Antibiotika-Resistenz: Spätes Erwachen. Oder: Minister Bahrs Wort zum Sonntag
WHO, Weltgesundheitstag und Antibiotikaresistenz – eine Nachbemerkung
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Antibiotika oder Massentierhaltung?

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben
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Bittere Pillen für die Dritte Welt